Wer noch nicht in den Teil 1 hineingeschnuppert hat, kann dies noch im "Frankreich Forum" machen.
Den ausführlichen Reisebericht mit viel mehr Bildern findet ihr hier --> Link
Teil 2 vom 09.09. bis 15.09.2019 von Noirmoutier-en-Île nach Port des Barques

Nicht nur bei uns ist Abreisetag. Der Wohnmobil-Stellplatz leert sich zusehends. Der Parkplatz-Automat hat sich unseren Anreise-Zeitpunkt gemerkt, und möchte nun von uns insgesamt EUR 18,80 für 48 Std. (Wir schenken ihm dabei etwas mehr als sechs Stunden.). Wir verlassen die Île de Noirmoutier diesmal über die Brücke im Süden der Insel und stehen schon wenig später auf dem kleinen Stellplatz mit V+E (Gebühr EUR 8,00) in Notre Dame de Monts, inmitten einer in die Dünen eingeschmiegten Ferienhaussiedlung. Der Strand ist fast menschenleer und im Ort ist sichtbar Nachsaison.
Heute Morgen ist strahlendblauer Himmel und die Temperaturanzeige steigt. Wir umfahren Saint-Jean-de-Monts und biegen etwas vor St.-Hilaire-de-Riez am Kreisel in Richtung Plage de la Parée Préneau zum dortigen Wohnmobil-Stellplatz ohne V+E (Gebühr EUR 6,50 für die Nacht, von 10 -19 Uhr kostenlos) ab. Hier sind wir total außerhalb jeglicher Infrastruktur. Wir haben aber heute Morgen unser Wohnmobil ver- und entsorgt, der Kühlschrank ist voll. Hier ist es wunderbar. Das Meer liegt direkt hinter der Sanddüne vor uns.

Ein wenig Bewegung tut gut. So setzen wir uns mal wieder auf unsere Fahrräder, es ist wirklich super, dass wir sie diesmal mitgenommen haben, und radeln in Richtung St. Hilaire. Nach wenigen 100 m auf der Avenue de la Forêt und einem kurzen Blick nach links, nehme ich einen Aufsteller, ein Restaurantschild und einige weiße Lieferwagen war. Bei dem Blick auf meine Armbanduhr sehe ich sofort, dass ich Hunger habe, und die Lösung des Problems im Restaurant „Le 4 vingt 5“ liegt. Lena hat, kurz hinter mir fahrend, die gleiche Erkenntnis. Wir bekommen gerade noch Platz an einem 2er-Tisch. Wir entscheiden uns für das Menü für EUR 13,00 mit Vorspeisenbüffet, Fisch und Dessert.

solche Leckereien sind auf dem Vorspeisenbüffet zu finden
Die Weiterfahrt geht nun etwas gemächlicher vonstatten. Am Meer entlang nutzen wir den dortigen Radweg bis zum Trou du Diable (Loch des Teufels).

Es ist heiß geworden. Zurück auf unserem Stellplatz genießen wir die Stille des Meeresrauschens, ein Paradoxon, aber wahr, und die Sonne, auch bei ihrem Untergang.

Am nächsten Morgen sind die Muschelsammler schon früh unterwegs.

Heute interessiert uns doch die andere Seite, der Trubel von St.-Jean-de-Monts. Vor einigen Jahren war wir dort auf dem Stellplatz im Wald. Jetzt fahren wir nur mit dem Fahrrad und allein auf eigene Kraft angewiesen hin. Es ist etwas weiter als gestern, und wir haben Gegenwind. Nach 12 km erreichen wir die mondäne Uferpromenade, die auf der Landseite von Hotels und Wohnblocks mit Ferienwohnungen gesäumt ist.

Die Nacht war wieder sehr ruhig. Nach einem kurzen Besuch am Strand fahren wir wieder weiter. Als heutiges Ziel haben wir St.-Vincent-sur-Jard vorgesehen. Der Stellplatz mit V+E und Strom (Gebühr EUR 9,20) liegt etwas außerhalb in einer Feriensiedlung, aber dafür direkt am Meer.




Nicht weit entfernt steht das ehemalige Wohnhaus von Georges Clemenceau, einem französischen Journalisten, Politiker und Staatsmann der Dritten Republik. Mittlerweile ist es ein Museum über das Leben und die Zeit von Clemenceau. Da das Museum in wenigen Minuten zumacht, verschieben wir unsere Besichtigung auf morgen.
Nach dem Frühstück haben wir vorab schon mal Tante Google nach Herrn Clemenceau (1841 – 1929) befragt. Er war aufgrund seiner politischen Einstellung und Arbeit für die linksbürgerliche Partei ja nicht so ein Freund des monarchistischen Deutschland. Nach dem 1. Weltkrieg forderte er als Vertreter einer der Siegermächte 1919 bei der Pariser Friedenskonferenz eine harte politische Vorgehensweise gegenüber Deutschland. Der Alterssitz in der Vendée war für Clemenceau ein Rückzugsgebiet zu seinen Wurzeln. Und das Haus mit Garten ist jetzt als Museum auf jeden Fall sehenswert. Der Garten ist wieder genauso bepflanzt worden, wie er zu Zeiten Clemenceaus aussah. Tipps und Samen hierfür bekam er von seinem langjährigen Freund aus Jugendzeiten, dem Maler Claude Monet (1840 – 1926).

Auch wenn wir unsere Aufenthalte immer mal wieder um ein oder zwei Tage verlängern. Irgendwann muss es weiter gehen. Bei der heutigen Fahrt nach La Rochelle, auf den Wohnmobil-Stellplatz an der Avenue Jean Moulin, zeigt uns das Navi wieder die landschaftlichen Schönheiten entlang der Nebenstraßen. In La Rochelle ist die „Madame“ aber total kopflos; und alles nur, weil ich nicht von der Autobahn komme. Es geht rein in die Innenstadt und durch schmale Gassen der äußeren Wohnbezirke, zum Unglück ist auch noch eine Baustelle auf der Strecke, tja, und einmal will ich nicht so wie sie will. Ich gebe es ja zu. Zwischen uns gibt es immer wieder so kleine Grabenkämpfe, wie im richtigen Leben und zwischen Mann und Frau.

Irgendwie schaffen wir es aber doch zum Stellplatz mit V+E (Gebühr EUR 15,00 incl. Shuttle-Bus) am P+R-Platz. Es ist auch hier Hochbetrieb. Trotzdem finden wir noch einen Platz für unser Wohnmobil. Wir fahren mit dem Bus in die Stadt. Die Navette hält an der Église Saint-Sauveur. Von hier aus sind es nur noch ca. 100 m zum Port Vieux. Um den Hafen herum herrscht reger Trubel. Doch getoppt wird es noch am Cours des Dames. Rund um das dortige Kino dreht sich alles nur noch um das „Festival de la Fiction La Rochelle“. Wir kennen aber weder die Filme, noch die „kleinen und mittleren Sternchen“, mit denen überall Selfis „geschossen“ werden.

Am nächsten Tag gegen Mittag beenden wir unseren Aufenthalt in La Rochelle, entsorgen schnell und verlassen noch rechtzeitig den Parkplatz in südlicher Richtung. Wir halten uns möglichst in Küstennähe.
In Aytre versuchen wir unser Glück, um an den Strand zu kommen. Vielleicht gibt es ja dort ein schönes Restaurant. Parkplätze wo wir stehen dürfen sind rar. Ich will schon wieder drehen, da sehe ich den Flachbau eines Restaurants mit eigenem Parkplatz. Das ist es!!! Heute gibt es Sonntagsessen. Es ist sehr viel Betrieb und es gibt zahlreiche Tischreservierungen. Für uns ist aber allemal Platz. Die Cotriade (ein spezieller Fischsuppeneintopf) war ganz einfach - Spitze!!! Dafür auch ein wenig teurer.

Nun ist es nur noch ein kurzes Stück bis zu dem Austernzüchter in Port des Barques, Chemin de la Grand Échelle. Wir werden schon mit einem großen Hinweis auf France Passion willkommen geheißen. Es stehen bereits einige Wohnmobile dort und wir werden von dem Chef persönlich genau auf einen Standplatz eingewiesen.

Wie oben bereits vermerkt, findet ihr den ausführlichen Reisebericht hier --> Link

