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Eura Mobil LS 630 Klapperkiste? ?


Stargazer am 16 Nov 2019 08:56:14

Guten Morgen,

ich hätte eine Frage an alle aural sensiblen Womo-Fahrer :)

Gerade haben wir unseren Kastenwagen der Marke Neo-Traveller (jetzt Globe-Traveller) verkauft. Wir haben ihn als ein sehr leises Reisemobil in Erinnerung, bei dem wirklich nichts klapperte. Der sonore Ton des Motors war die wesentliche Geräuschquelle, man konnte entspannt stundenlang fahren und sich gemütlich dabei unterhalten.

Da wir uns räumlich vergrößern wollen, fiel die Wahl auf ein Eura Activia One LS 630, den wir gestern zur Probe fahren konnten. Der erste Eindruck: maximaler Innenraum bei minimalen Außenabmessungen, aber: ich war entsetzt von dem Lärmpegel im Fahrzeug - es klappert, knirscht und wummert, ein Orchestra Infernale, welches den Motor lässig übertonte.

Nach etwas Suche konnten folgende Lärmquellen identifiziert werden:

    - Rolladen bzw. Fliegengitter der Fenster, sie haben viel Spiel und Klappern lustig vor sich hin
    - Miniheki: die Haube hat ca. 5 - 10 mm Spiel
    - Remifront Verdunkelung der Fahrer- und Beifahrertür
    - Fliegenschutzgitter der Aufbautür
Gegen das Klappern wird man mit etwas Geduld, viel Filz und Gummi etwas unternehmen können. Das Wummern im Fahrerhaus und die immensen Windgeräusche bleiben aber vermutlich. Wir sind durch den Neo sicherlich verwöhnt, die Umstellung von einer gemütlichen Unterhaltung während der Fahrt hin zu Flaggenzeichen :wink: fällt mir aber schon schwer.

Als weitere Gegenmaßnahmen bieten sich an, den Innenraum mit Teppich auszulegen und die fahrerhausseitige Unterseite des Alkovenbettes mit Stoff zu bekleben.

Hat jemand von Euch ähnliche Erfahrungen gemacht oder haben wir einen unglücklichen Einzelfall gefahren? Eigentlich habe ich von Eura einen sehr positiven Eindruck bekommen, der sich nicht wirklich mit dem Gehörten und Erlebten deckt.

Viele Grüße
Jürgen

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Tinduck am 16 Nov 2019 09:26:59

Vielleicht sagst Du mal was zum Reisetempo. Ein Alkoven ist kein Kawa und wird über 100 km/h selbstverständlich einiges an Windgeräuschen produzieren. Dagegen hilft dann langsamer fahren.

bis denn,

Uwe

tiroler am 16 Nov 2019 09:44:16

Hallo.

Zuerst sollte man sich mal vorstellen.

Man kann einen Alkoven nicht mit einem Bus vergleichen, ein Alkoven hat eine viel größere Angrifsfläche. Dann ist das Tempo auch ausschlag gebend.

VOBILU am 16 Nov 2019 10:31:18

Guten Morgen,

nachdem der Camping-Kasten-Oldi nachwuchsbedingt doch recht eng wurde und ich nicht immer mit Anhängsel reisen wollte, haben wir uns auch nach etwas größerem umgesehen.
Geworden ist es dann auch ein Eura Activa 630 LS, EZ 3/17, damals 8 Monate alt aus der Vermietung.
Überzeugt hat das Raumangebot mit den geringen Abmessungen und der Doppelboden.

Jedoch bin ich auch verwundert gewesen, es rappelt und scheppert an allen Ecken.
Andere Fahrzeuge waren nicht wirklich besser...

Als Ursache habe ich auch alle inneren Anbauteile ausgemacht.
Nachdem dies alles Serienprodukte von Zulieferfirmen sind die in allen anderen Fahrzeugen auch verbaut sind erklärt dies die allgemeine Geräuschentwicklung in den neuzeitlichen Fuhrwerken, der Leichtbau spielt eine weitere Rolle.

Mit Fils, Gummi und Nacharbeit ist dies bis zu einem gewissen Maß in den Griff zu bekommen.
Als Sofortmaßnahme unterwegs hilft es schon die Rollos/Fliegengitter auf oder zu zu machen, je nach Temperatur...

Windgeräusche können natürlich nicht mit einem Kasten verglichen werden,
bei 100-110 hält es sich nach meinen Empfinden aber in Grenzen.

flo16v am 16 Nov 2019 11:08:26

Hi,

Man kann relativ viele der Geräusche durch einfache Mittel eindämmen aber auf PKW Niveau wird man wohl nie kommen.

Bei unserem Carthago war auch einiges an " kleinkram" nötig um Geräusche zu minimieren. Das meiste waren Scheuerstellen Holz auf Holz oder Holz auf Kunststoff.

Auch im Bettbereich gab es einige Geräusche beim umdrehen etc. Die Grundplatte auf der die Lattenroste etc. aufgebaut sind wurde mit den Modelljahren immer dünner und damit instabiler.

Wir haben das meiste soweit ausgemerzt aber es gingen viele Stunden ins Land. Nicht unbedingt für das beseitigen der Geräusche sondern vielmehr das lokalisieren derjenigen :x :)

Gruß Flo

fritzi2015 am 16 Nov 2019 11:28:06

Moin moin,
Wir fahren einen Eura 580 LS und können uns nicht über geklapper beschweren...haben aber auch keinen Vergleich zu einem Kawa.
Was wir immer beachten, ist dass die Fensterrollos etwas geschlossen sind- erste Einrastung.
Geräusche gibt es dann je nach Geschwindigkeit und Wetter (Wind) noch durch die Zwangsentlüftung an dem Küchenheki.
Unser Möbel sind klapper und knarzfrei :)
Viele Grüße
Fritzi

anton-reiser am 16 Nov 2019 16:21:17

wir haben seinerzeit einen in sprendligen gebauten Karman nach gerichtsverfahren wandeln müssen, erst klapperte die kiste wie verrückt, nach drei jahren begannen sich, trotz vielfältiger nacharbeitsversuche durch den händler, die möbel aufzulösen.

Anton

taps am 16 Nov 2019 16:22:07

Hallo,
das liegt an dem schlecht abgestimmten Fahrgestell, sicher Längen- und Modellabhängig.
Bei meinem Detleffs auf Ford (6m) hatte ich das auch nicht in dem Maße.
Abhilfe schaffte bei uns der Umbau auf 255er ORC-Räder mit "18 Felgen (Womo 7m).
Die werden dann nicht mit 5,5 bar, sondern nur mit 2,8-3,2 bar gefahren.
Und die Zwangslüftung an den Luken haben wir mit einer Dichtung für 6€ geschlossen.
Das ist schon angenehmer aber mit dem Detleffs nicht zu vergleichen.
Sicher ist auch der Zwischenboden ein guter Resonanzraum für Poltergeräusche.
Gruß
Andreas

Stargazer am 16 Nov 2019 20:58:37

Hallo zusammen,

erst einmal vielen Dank für Eure spontanen Antworten, sie bestätigen meinen Verdacht, dass wir einfach verwöhnt sind.

Als Reisetempo bei der Probefahrt hatten sich 90 - 110 km/h eingependelt, je nach Verkehr. Das is t etwas langsamer als die 110 - 120 km/h mit unserem Kastenwagen, aber man wird ja auch älter :wink: .

Den Trick mit den geschlossenen Fliegengittern und Rollos kannten wir schon von unserem Kawa, allerdings hatten die Dinger im Eura dermaßen viel Spiel, dass es egal war, ob sie geschlossen oder offen waren.

Wir haben uns heute dazu entschlossen, die Probefahrt zu wiederholen. Diesmal nehmem wir Wolldecken mit, um so die akustische Wirkung von Teppich und Stoff unter dem Alkoven zu simulieren. Zudem prüfen wir den Reifendruck und senken ihn auf dem vom Reifenhersteller angegebenen Wert. Damit haben wir auch beim Kawa hervorragende Erfahrungen gemacht.

Wie schon gesagt, werden wir dem Klappern mit Filz, Kleber und Mühe Herr werden. Was bleibt ist das sehr unangenehme Wummern im Innenraum, was vermutlich bleiben wird.

Ich berichte, sobald Probefahrt Nr. 2 durchgeführt wurde.

Vielen Dank und viele Grüße
Jürgen

frankia800i am 16 Nov 2019 21:36:38

Hallo,

bei unserem 14 Jahre alter Frankia klappert fast nix, woran mag es liegen?

Unser Nachbar hat dieses Jahr einen integrierten Forster Baujahr 2019 gemietet und mich danach gefragt,
rappelt und klappert deiner auch so?

Gruß

Stephan

Stargazer am 17 Nov 2019 09:00:13

Guten Morgen,

wir hatten die Gelegenheit, einen Eura aus dem Jahr 2004 mit einem zum 630 LS identische Grundriss zu sehen und Erfahrungen mit dessen Halter auszutauschen. Erster Eindruck:

    - Massiver Möbelbau, mit echten Türen und Klinken
    - Abschlussleisten statt Umleimer
    - Viele liebenswerte Details im Wohnbereich
    - plüschige Polster
    - viel Stoff an den Wänden
    - da klappert nix, der Motor ist eindeutig das lauteste Instrument im Orchester. Wo hingegen bei unserer Probefahrt der Motor eher in den Hintergrund rückte
Auch waren die nicht sichtbaren Holzteile des Möbelbaus entweder beschichtet oder zumindest grundiert, so dass eine gewisse Unempfindlichkeit gegen Wasser gegeben war. Der Unterbau unseres Kawas hingegen bestand aus rohem, unbehandeltem Sperrholz, auch die tragenden Teile des Doppelbodens. Wehe, wenn da auch nur etwas Wasser hineingelangt.

Zu gerne hätten wir genau diese wertige Inneneinrichtung des 2004er Eura auf einem modernen Chassis gehen. Das allerdings wird sich wohl aus Gewichtsgründen verbieten. In gleichem Maße, in dem das Gewicht der Chassis aufgrund sicherheitstechnischer Vorgaben steigt, muss der Aufbau leichter werden, damit die vermaledeite 3,5t-Grenze eingehalten werden kann. Hier liegt vermutlich ein Hauptproblem des ganzen Übels, von gewinnmaximierende Überlegungen der Hersteller einmal abgesehen.

Zudem sind Alkovenmobile mittlerweile zur familiären Einsteigerklasse degradiert worden, die zielgruppenorientiert kostengünstig ausfallen müssen. Kostengünstig bedeute dabei leider oft eingeschränkte Qualität. Ich kenne nur wenige Hersteller, die Alkoven als "Premium" anbieten, dazu gehört auch der von Stepahn erwähnte Frankia. Leider hat der ( der Frankia, nicht der Stephan :wink: ) dann aber wieder eine Länge von 7m und mehr und passt somit nicht mehr auf unseren Stellplatz vor der Haustür.

Viele Grüße
Jürgen

Tinduck am 17 Nov 2019 11:22:26

Stargazer hat geschrieben:Was bleibt ist das sehr unangenehme Wummern im Innenraum, was vermutlich bleiben wird.


Das könnte auch an den vorderen Reifen liegen. Zu alt, oder Sägezahnbildung... mit etwas Glück hilft schon der Tausch von vorn nach hinten. Wenn zu alt (und daher hart) hilft nur Tausch.

bis denn,

Uwe

radimbad am 17 Nov 2019 11:48:26

Um das ganze Sachlicher zu machen, downloade dir Physics Toolbox und klebe dein Smartphone auf den boden und messe und vergleiche mal die G-Kräfte in die 3 Achsen.
Natürlich verhält sich eine Masse "Pressholz" und eine Masse "Holz" anders und dessen übertragenen Impulse und damit die Geräuschkulisse. Aber noch wichtiger ist mal zu Vergleichen was vom Boden am Fahrwerk ankommt und übertragen wird. Weil da kannst du ja was machen oder zumindest einen sachlicheren Vergleich starten.

Sonst ist das Probe-Fahrzeug komplett leer?

taps am 17 Nov 2019 12:58:20

Tinduck hat geschrieben:Das könnte auch an den vorderen Reifen liegen. Zu alt, oder Sägezahnbildung... mit etwas Glück hilft schon der Tausch von vorn nach hinten. Wenn zu alt (und daher hart) hilft nur Tausch.

bis denn,

Uwe

Hallo,
bei meinem aktuellen EURA Profila RS von 2017 kommt das Wummern von hinten, nix vordere Reifen.
Das ist eindeutig Resonanz von den Möbeln oder vlt. von der durchgehenden GFK-Grundplatte und dem Doppelboden...
Gruß
Andreas

wibbing am 22 Nov 2019 01:39:30

Unser Chausson hat mit der LamellenSchiebetür vom Bad geklappert wie ein Weltmeister.
Nachdem der Händler keine Abhilfe wusste, hat meine Frau einfach von innen mehrere Breite Streifen Klebeband geklebt. Das sieht Schexxxxe aus aber seitdem ist Ruhe.

Mit unserem Euro5 Ford müssen wir auf der Autobahn nach Möglichkeit 125km/h fahren, weil sich sonst der Partikefilter schnell zurusst und dann immer wieder leerbrennen muss, wodurch der Treibstoffverbrauch dramatisch ansteigt. Die Windgeräusche sind aber nicht so laut.

Das Knarzen der Möbel haben wir durch Anziehen der Schrauben und durch zusätzliche Schrauben beseitigt.

Stargazer am 22 Nov 2019 20:34:51

So, wie versprochen möchte ich Euch von unserer zweiten Probefahrt berichten.

Was haben wir vor Beginn der Fahrt gemacht:

    1. Decken auf den Boden des Aufbaues als Teppichersatz ausgelegt
    2. Unterseite des Alkovens mit einem dickeren Bettbezug behängt
    3. Rückwand hinter dem Fahrersitz ebenfalls mit einem Bettbezug behängt
    4. Alle Rollos der Fenster mittels vorgefertigter Tücher klapperfrei blockiert
Das sah schon irgendwie eigenartig aus und der ansonsten sehr nette Verkäufer hat sich vermutlich seinen Teil dabei gedacht - aber egal, los gehts.

Und siehe da, was so ein bisschen Stoff doch ausmacht. Der LS 630 wird dadurch nicht zu einem Morello ( oder Frankia ), aber die Geräusche wirkten deutlich gedämpfter.

Leider war da immer noch jenes Wummer, auf welches Mann und Frau sich jetzt besser konzentrieren konnten und dabei feststellten, dass es eher einen Zusammenhang mit der Beschaffenheit der Fahrbahn als mit der gefahrenen Geschwindigkeit gab. Also flux nur nächsten Tanke gefahren und den Reifendruck gemessen: vorschriftsmäßig 5,5 bar auf allen Reifen. Nach Reifendrucktabelle der Reifenhersteller bedeutet das für 225/75 R 16 CP 116 eine mögliche Achslast von ca. 2.800kg. Dabei hat das Teil nur zulässige Achslasten von 1.800kg und 2.000kg. Die dafür mindestens notwendigen Reifendrücke betragen laut Angabe des Reifenherstellers 3,25bar und 3,75 bar. Ich habe, mit deutlichem Sicherheitsabstand, den Druck auf allen Reifen auf 4,5 bar gesenkt und los gings auf die Probefahrt zweiter Teil.

Ihr glaubt es nicht, was diese Korrektur bewirkte. Nicht nur, dass der Wagen deutlich geschmeidiger abrollte, das Wummern war nahezu vollständig verschwunden. Die Lenkung wirkte dabei deutlich präziser und auf der Autobahn nicht mehr so flatterig wie zuvor. Sehr stabil und souverän rollte der Eura auf der Autobahn. Bis Tempo 120 km/h war alles gut, danach dominierten die Windgeräusche zu sehr. Als entspanntes Reisetempo stellte sich von ganz allein 90 - 110 km/h ein.

Kurzum: gefahren, für gut befunden, gekauft :-D :-D :-D . Die Entscheidung fiel uns umso leichter, als dass das vollständig ausgestattete Fahrzeug keine nennenswerten Mängel und Gebrauchsspuren aufweist und wir noch ein paar nette Extras dazu bekommen haben.

Ich weiß nicht, wie Eura oder Fiat die 5,5 bar rechtfertigen. Aus Gründen des Komforts und ich behaupte in Hinblick auf die spürbar verbesserte Lenkung auch der Sicherheit, kann ich nur empfehlen, den Reifendruckangaben der Hersteller zu folgen. Ähnliche Erfahrungen haben wir mit unserem Kawa und unserem Smart gemacht.

Jetzt freuen wir uns auf das neue Teil und die noch kommende Inneneinrichtung mit Teppichen und Wandbehängen.

Viele Grüße
Jürgen

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