Teil 3 - 16.09. bis 22.09.2019 von Port des Barques nach Saint-Estèphe
Wir verlassen unseren Austernzüchter und fahren auf einen Tagesparkplatz für Wohnmobile in Port des Barques. Jetzt sind es nur noch wenige Meter bis zur Passe aux Boeufs, der Passage zur Île Madame, die, wie wir uns ausgerechnet haben, jetzt bei Ebbe zu begehen bzw. zu befahren ist. Trotz Hitze machen wir uns zu Fuß auf den Weg. Wir wollen ja auf der Insel nur eine kleine Runde drehen. Dachten wir. Es wurde eine große Runde.


Danach erholen wir uns erst einmal in einem schönen Meeresschwimmbecken.

Bei der Weiterfahrt zur Île d’Oleron halten wir uns wieder meeresnah und stoßen dabei auf den Ort Brouage. Vor uns stehen hohe Wände einer Stadtmauer mit einem großen Durchbruch, und rechts ist ein großer Parkplatz, an dessen Rand weiße Dächer wie an einer Perlenschnur aufgereiht stehen. Wir stellen uns dazu und starten eine Besichtigungstour. Schnell wird uns klar, dass dauert länger und wir übernachten hier.


Am nächsten Tag fahren wir aber auf die Oleron. Die Brücke läßt sich bei nur wenig Wind gut befahren. Wir haben es schon mit unserem Alkoven-Fahrzeug ganz anders erlebt. Wir fahren zum Camping „Les Remparts“. Wir stellen uns zu den anderen Wohnmobilen in die Warteschleife, denn das Büro öffnet am Nachmittag erst wieder um 14.00 Uhr. Wir können uns noch einen schönen großen Platz im Freien aussuchen, den Schatten spenden wir uns selbst. Hier stehen wir ortsnah, mit Strom und V+E, und alles für EUR 14,00!

Später spazieren wir ans Meer und an den Remparts entlang zum Château und zu den bunten Fischerhütten beim Hafen im Abendlicht.


Nach zwei Tagen Ruhe ist wieder Fahrtag. Bevor wir aber die Insel verlassen, fahren wir noch hoch bis zum Phare de Chassiron und stellen uns auf den Tages-Parkplatz für Wohnmobile.

Für dieses Jahr haben wir uns vorgenommen, nicht die Fähre bei Royan zu nutzen, um auf die Medoc-Halbinsel zu gelangen. Unser heutiges Übernachtungsziel ist Mortagne-sur-Gironde. Der Ort selbst sieht bei der Durchfahrt ziemlich verlassen aus und liegt hoch über dem Meer. Doch das Navi zeigt bis zu dem Stellplatz auch noch eine Reststrecke an. Plötzlich führt die Straße steil nach unten zum Port de Plaisance, und auf der linken Seite stehen die Wohnmobile (Gebühr EUR 9,30 inkl. Strom und V+E). Die V+E ist allerdings auf der anderen Seite des Hafenbeckens. Der Bäcker kommt morgens auf den Platz.


Als wir Saint-Émilion erreichen, fällt uns als erstes auf, dass im gesamten Ort über das Wochenende Parkverbot herrscht. Auch der Stellplatz in der Ecke eines Parkplatzes fällt unter das Verbot. Außerdem ist er bereits voll. Auf Google-Maps habe ich einen Friedhof ausgemacht, den wir nun ansteuern. Über enge mit Mauern gesäumte Straßen erreichen wir den Friedhof. Das kleine Park-Dreieck ist tatsächlich noch frei. Gegenüber liegt das Weingut „Beau Sejour Becot“.

Bis zur Altstadt von Saint-Émilion, seit 1999 Weltkulturerbe, sind es etwa 800 – 1.000 m. Die Straße bleibt eng und auf beiden Seiten sind mit hohen Mauern eingerahmte Weinanbauflächen der Gran Cru-Klassifizierung.
Während wir so herumlaufen und uns alles anschauen, kommen junge Männer, ähnlich gekleidet, in die Kirche und stellen sich am Altar auf. Und schon sind wir in einem kostenlosen Konzert des Chores „Les Gentilshommes“ aus Paris.


Außerdem sehen wir auf einem Plakat in der Kirche, dass heute um 21.00 Uhr im Kreuzgang eine Son et Lumière-Aufführung zur Apokalypse gezeigt wird.


In den Weingütern rund um uns herum herrscht am heutigen Samstag Hochbetrieb. Die Weinlese läuft auf Hochtouren. Die Tagelöhner kommen schon sehr früh mit den PKWs an und suchen Parkplätze. Ich habe den Eindruck, dass auf Akkord gelesen wird. Es wird alles per Hand gelesen. Ca. 15 Leser stehen vor ihren Reihen, die Kiepenträger dahinter. Und auf Kommando geht es los.

Am Nachmittag besichtigen wir das baulich äußerst beeindruckende Saint-Émilion. Am Abend steigt dann das große Event mit Einzug der Weinbruderschaft und einem noch nie so erlebten Feuerwerk.



Am nächsten Tag ziehen wir bei Regen wieder weiter. Unser heutiges Ziel ist der kostenlose Wohnmobil-Stellplatz in St. Estèphe auf der Medoc-Halbinsel. Eigentlich ist es ein sehr schöner Platz, mit Blick auf die Gironde, obwohl er etwas weiter weg vom Ortskern und den Geschäften liegt. Leider ist die V+E momentan aufgrund von Vandalismus nicht zu nutzen. Außerdem ist die Straße hinter dem Grünstreifen eine vielbenutzte Rennstrecke für die Einheimischen. Für die eine Übernachtung erfüllt er aber vollkommen seinen Zweck.


Und nochmals der Hinweis für den Einstieg zu den drei Teilen des vollständigen und noch viel mehr bebilderten Reiseberichtes --> Link.
Der 4. Teil von insgesamt sechs Teilen folgt demnächst.


