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luftfederung

Winston 12 V 160 AH Initialisierung


Pringles87 am 20 Nov 2019 08:56:47

Guten Morgen,

ich lese hier seit einiger Zeit mit und bin gerade dabei, mir einen Peugeot Boxer als Camper auszubauen. Ich habe mir jetzt 4 Zellen von Winston besorgt und werde mir den Rest, also BMS und die nötigen Kleinteile denke ich von Lisunenergy zusammenstellen und liefern lassen.

Ansonsten habe ich bislang nur ein Solarpanel 150WP von Offgridtec, sonst keine Komponenten. Jetzt möchte ich meine Zellen zum ersten Mal laden und wollte nachfragen, wie ich das am besten realisiere. Außer einem Ctek 5 Ampere Ladegerät für das Auto habe ich keines.

Welches Ladegerät würdet ihr als Kauf empfehlen und sollte ich die Zellen parallel schalten und laden oder einzeln? Vielen Dank schon mal!

Grüße,

Philipp

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Stocki333 am 20 Nov 2019 11:14:40

hallo Philipp
Willkommen im Forum
Es gibt hier einige Berichte über initialiesierung von Lithiumzellen.
Alle Zellen Parallel verbinden. Mit einem passenden Ladegerät oder einem einstellbaren Netzteil mit Spannungsbegrenzung auf 3,8 volt laden.
Dauert ein bischen, denn 4 x160 = 640 Ah, Bei 5A Ladestrom sind das ein paar Tage. :evil:
Würde ich auf alle Fälle machen. So funktioniert der Accu von Anfang an Perfekt.
Franz

spider53 am 20 Nov 2019 12:36:19

Stocki333 hat geschrieben:Dauert ein bischen, denn 4 x160 = 640 Ah, Bei 5A Ladestrom sind das ein paar Tage. :evil:
Franz


Ganz so schlimm ist es in der Realität aber nicht, da die Zellen bei Beginn der Initialisierung ja nicht leer sind. Man muß also nur die Differenz nachladen, z.B. 320 Ah bei 50% Ladung. Aber auch das dauert.....

Gruß spider53

Pringles87 am 20 Nov 2019 14:30:55

Könnt ihr ein Ladegerät empfehlen?

tibe am 20 Nov 2019 14:36:49

Bestelle doch initialisierte Zellen...

Viele Grüße
tibe

Pringles87 am 20 Nov 2019 14:49:28

Die Antwort ist nicht sehr hilfreich, da ich die Zellen ja schon hier habe!

hmarburg am 20 Nov 2019 14:56:31

Pringles87 hat geschrieben:Die Antwort ist nicht sehr hilfreich, da ich die Zellen ja schon hier habe!


Was sagt denn der Lieferant der Zellen?

Pringles87 am 20 Nov 2019 15:03:57

Ich habe sie von GWL Power, dort werden auch Ladegeräte angeboten, ich wollte nur hier fragen, ob es hier Erfahrungen/Empfehlungen zu Ladegeräten gibt, da ich ja noch keins habe. Eventuell eines, dass ich später auch mal zum Laden des zusammengebauten Akkus verwenden kann, wenn nicht über solar geladen wird.

geralds am 20 Nov 2019 15:35:09

Hallo,

ich habe so was genommen:
--> Link
oder
--> Link

Es gibt aber auch vergleichbare Geräte.
- Auf getrennte Grob- und Feineinstellung achten
- Strom (Last) Stabilität und Spannungsstabilität anschauen (sollte auf jeden Fall sicher unter 1% sein, <=0,2% wäre gut)

Gruß Gerald

tibe am 20 Nov 2019 16:56:06

T'schuldigung,

bei meinem durch Männerschnupfen getrübten Leseverständnis ist nur "will bei Lisunenergy bestellen" hängengeblieben.
Dann wären die Zellen nämlich initialisiert.

Viele Grüße
tibe

Pringles87 am 20 Nov 2019 17:02:58

Kein Problem :)

Danke für die Tips bezüglich der Ladegeräte.

wosch03 am 20 Nov 2019 17:51:48

Beim Initialisieren sollten die Zellen bis 4,0V geladen werden, dann abklemmen und parallel geschaltet stehen lassen, bis die Zellspannung wieder auf ca. 3,5V abgeklungen ist.

Besten Gruß

geralds am 20 Nov 2019 19:51:08

Hallo,

da scheinen sich die Lieferanten nicht einig zu sein.
litrade schreibt 3,8V
--> Link
Faktor schreibt 4,0V
--> Link

Ich persönlich würde 3,8V wählen. Die Kapazität die noch zwischen 3,8V und 4V geladen wird ist vernachlässigbar klein.
Nach dem Ladeende, wie wosch03 geschrieben hat, durchaus die Zellen noch eine Weile parallel geschaltet liegen lassen.
Schadet sicher nicht. :)

Gruß Gerald

P.s. Ich habe meine LiFePO4 Zellen nur bis 3,6V initialisiert, hat auch gereicht. Die max. Ladespannung war laut Datenblatt 3,65V.
Die max. Ladespannung der Winston Zellen ist laut Datenblatt 4,0V. Man muss ja nicht bis zum Maximum gehen.

geralds am 20 Nov 2019 20:09:36

Ergänzung:

LiTrade schreibt hier: --> Link
"Dazu werde alle Zellen parallel geschaltet und bis zu Initialspannung (wir bleibendeutlich unter 4V!!)geladen bis der Strom unter 1% der Kapazität gesunken ist.
Es sollte unter allen Umständen vermieden werden, die Akkus über etliche Stunden auf hohem Spannungsniveau zu halten, da es die Zersetzung des Elektrlyts deutlich beschleunigt, und man so die neuen Zellen gleich unnötig stresst/altert.
"

Gruß Gerald

geralds am 20 Nov 2019 22:36:09

Ergänzung 2:
Gerade gefunden:
--> Link
Gerald

egocogito am 20 Nov 2019 22:39:26

Hier wurde nach dem Erreichen der 3,8V auch empfohlen, die Zellen nicht nur 24 Stunden mit der Verschaltung ruhen zu lassen, sondern danach noch einmal eine Initialisierung mit den gleichen Parametern zu starten.

Edit: Okay, du hast die Empfehlung gefunden.

Pringles87 am 21 Nov 2019 08:03:40

Danke für die Antworten. Würdet ihr alle so ein Labornetzteil kaufen?

Stocki333 am 21 Nov 2019 08:35:48

Ja. Den das kannst du auch zum Batterien laden benutzen.
Franz

George67 am 21 Nov 2019 12:34:55

Pringles87 hat geschrieben:Danke für die Antworten. Würdet ihr alle so ein Labornetzteil kaufen?

Ja. Unbedingt.
Immer wieder nützlich.

egocogito am 21 Nov 2019 21:36:00

Pringles87 hat geschrieben:Danke für die Antworten. Würdet ihr alle so ein Labornetzteil kaufen?


Unbedingt, diese ca. € 60,-- sind sehr gut investiert. Damit kannst du dir Vorort, wenn irgendeine Zelle spinnt, gut helfen.

crono am 22 Nov 2019 18:02:48

... ich habe meine Zellen initialisiert gekauft, tortzdem frage ich mich, was denn genau die Initialisierung bringt...? Meine Zellen werden ja während des Ladevorgangs laufend ausbalanciert (BMS), die Spannung jeder Zelle ist bis auf ein paar mV identisch...

Kann mich jemand aufklären :?:

MountainBiker am 22 Nov 2019 18:33:10

Hallo crono,

die Antwort auf Deine Frage: Die Balancer können nur einen geringfügigen Kapazitätsunterschied ausgleichen, dies reicht aber um den Zellenverbund "im Tritt" zu halten. Hier anschaulich erklärt:

--> Link

Inselmann am 22 Nov 2019 21:23:41

crono hat geschrieben:... ich habe meine Zellen initialisiert gekauft, tortzdem frage ich mich, was denn genau die Initialisierung bringt...? Meine Zellen werden ja während des Ladevorgangs laufend ausbalanciert (BMS), die Spannung jeder Zelle ist bis auf ein paar mV identisch...



:lol: da kommt doch wieder der Geizhals in mir zum Vorschein (warum ein Ladegeraet kaufen um EINMAL zu laden, hinterher reicht ja das BMS), was nun wenn ich die Zellen kontrolliert ENTLADE bis sie alle mehr oder weniger die gleiche Spannung haben (egal bei welchem SOC das erreicht wird, je eher wahrscheinlich um so besser) und dann die Zellen verbinde mit BMS und Balancer und dann LADE und paar Zyklen durchlaufe bis das BMS alles ausgegleichen hat?

Ich weiss, ich weiss die Hoffnung stirbt zuletzt. Wegen den 60-70 Euro sollte ich mir bei den Gesamtkosten eines Lithium Akkus keine Gedanken machen.

Aber interessieren wuerds mich schon ;D

egocogito am 23 Nov 2019 11:41:13

Das kann jeder machen, wie er will, bei Faktor.de kann man auch fertig initialisierte Zellen kaufen. Sinnvoll ist ein Labornetzteil meiner Meinung nach schon, weil man sich im Fall des Falles während eines Urlaubes helfen kann und diesen nicht gleich abbrechen muss. Ich weiß nicht, ob du diesen Faden gelesen hast --> Link, da stehen auf den letzten zwei, drei Seiten ganz interessante Aspekte, die es unter Umständen ermöglichen, bei großer Drift, die zu einer Abschaltung führten, die Zellen neu zu initialisieren, ohne gleich den Akku zerfledern zu müssen. Dafür brauchst du aber ein dementsprechendes Ladegerät, dass du dir selbst baust, oder eben so ein einstellbares Netzteil.

Inselmann am 23 Nov 2019 11:59:19

egocogito hat geschrieben:Das kann jeder machen, wie er will, bei Faktor.de kann man auch fertig initialisierte Zellen kaufen.

Ja schon, wenn man noch keine Zellen gekauft hat oder ueberhaupt dort kaufen will

egocogito hat geschrieben: Sinnvoll ist ein Labornetzteil meiner Meinung nach schon, weil man sich im Fall des Falles während eines Urlaubes helfen kann und diesen nicht gleich abbrechen muss.


Das wiederspricht meiner Meinung nach der ganzen Idee von Lithium. Mit Lithium Akkus wird doch grade auf das Landstromkabel verzichtet weil man es nicht mehr braucht und gerade die Winston User berichten immer das seit Einbau des "gelben" Stromes das Landstromkabel verstaubt. Und dann extra ein Labornetzteil mitnehmen und Landstromkabel?
Das klingt so ein wenig nach Hosentraeger und Guertel :mrgreen:
egocogito hat geschrieben:Ich weiß nicht, ob du diesen Faden gelesen hast --> Link, da stehen auf den letzten zwei, drei Seiten ganz interessante Aspekte, die es unter Umständen ermöglichen, bei großer Drift, die zu einer Abschaltung führten, die Zellen neu zu initialisieren, ohne gleich den Akku zerfledern zu müssen.

Ja den Faden habe ich gelesen aber meiner Meinung nach gehts da um "mal sehen wie kompliziert man das machen kann". Ich lese schon ne Weile alles ueber Lithium Umbauten und wenn ich sehe wie problemlos (trotz aller Unkenrufen von Batteriegurus....) z.B. die Sets von Lars laufen oder der Robur Akku dann weiss ich wo ich mein Geld hintragen werde.

Wenn so ein Lithium Akku so empfindlich ist das ich mein Labornetzteil mit in Urlaub nehmen muss um in der Lage zu sein Einzelzellen zu laden, dann wuerde mir sowas nicht ins Wohnmobil kommen. Aber gluecklicher Weise zeigt die Praxis ja was anderes. Gemessen an "gut" laufenden Akkus sind die paar abgedrifteten wohl eher selten.
...und oft auch ein Ergebnis von "ich mach das wie ich will"

Aber meine eigentliche Frage war ja, kann ich die Zellen initialiesieren mit gezieltem ENTLADEN?

geralds am 23 Nov 2019 12:26:40

Inselmann hat geschrieben: ... (warum ein Ladegeraet kaufen um EINMAL zu laden, hinterher reicht ja das BMS), was nun wenn ich die Zellen kontrolliert ENTLADE bis sie alle mehr oder weniger die gleiche Spannung haben ( ....) und dann die Zellen verbinde mit BMS und Balancer und dann LADE und paar Zyklen durchlaufe bis das BMS alles ausgegleichen hat?



Hallo Inselmann,
klar könnte man Bottom Balancing machen und dann den Akku laden. Kommt OVP muss man wieder etwas entladen und dann wieder Laden. Das macht man dann bis kein OVP mehr kommt.

Oder man lädt gleich mit kleinen Strömen, so dass die Balancer die Kapazitätsunterschiede ausgleichen können. Wird jedoch relativ lange dauern. Insbesondere wenn die Balancer nur Ströme von < 1A haben.

Balancing wird ja durchgeührt, um die Zellen auf die gleiche Kapazität zu bringen. Oder, wenn die Zellen fertigungsbedingt einen gewissen Kapazitätsunterschied aufweisen, den Unterschied zur max. Kapazität bei Top- Balancing auszugleichen. D.h. alle Zellen werden auf den Zustand "voll" gebracht, egal welche Zelle jetzt welche Kapazität hat. Bei Bottom Balancing werden die Zellen leer und damit die Kapazitätunterschiede zum Leerzustand gleich gemacht.

Um mal einen etwas übertriebenen Vergleich zu machen.
Man nehme mal 3 Flaschen mit je 1 Liter und eine Flasche mit 0,9 Liter. Alle Flaschen leer. Jetzt befülle ich alle Flaschen gleichmäßig. Wann sind die Flaschen voll?
Das gleiche passiert wenn man Bottom Balancing macht und lädt. Sind die Zellen gleichmäßig genug, dass die Balancer den Unterschied in der Kapazität ausgleichen können oder kommt OVP von einer Zelle?
Also lieber auf den Vollzustand die Zellen initialisieren, die Kapazitätsunterschiede zum Zustand "leer" sind doch egal. Soweit sollte der Akku doch nicht entladen werden das UVP kommt.

Gruß Gerald

MountainBiker am 23 Nov 2019 12:28:28

Aber meine eigentliche Frage war ja, kann ich die Zellen initialiesieren mit gezieltem ENTLADEN?


Antwort: Theoertisch ja, aber um den definierten gemeinsamen Entladepunkt aller Zellen zu erreichen mußt Du diese zu weit entladen, mehr als den Zellen "gut tut" und dann hast Du nicht die Problematik mit der Streuung der Zellkapazität gelöst, also besser alle Zellen bis zum OVP-Punkt (3,8V... je nach Herstellerempfehlung) laden!

Inselmann am 23 Nov 2019 12:39:09

MountainBiker hat geschrieben:Antwort: Theoertisch ja, aber um den definierten gemeinsamen Entladepunkt aller Zellen zu erreichen mußt Du diese zu weit entladen, mehr als den Zellen "gut tut" und dann hast Du nicht die Problematik mit der Streuung der Zellkapazität gelöst, also besser alle Zellen bis zum OVP-Punkt (3,8V... je nach Herstellerempfehlung) laden!


ich will ja nur entladen bis ich einen Gleichstand erreiche. Das kann ja schon bei 70% SOC sein. Oder eben bei 30%. Nur solange entladen, wie Gerald aufgefuehrt hat mit kleinen Stroemen laden, bis die Balancer das dann im Griff haben.
Sicher braucht das einige Zyklen (nicht im Wohnmobil sondern zuhause auf dem Tisch), aber die einzelne Initialisierung der Zellen macht man ja auch zuhause und die dauert auch.

Aber bevor das jetzt zu weit abdriftet, ich plane NICHT eine neue Methode zu entwickeln (die eventuell schlechter ist als erprobte) um 60 Euro fuer ein Ladegeraet zu sparen :mrgreen: Zum rumprobieren sind mir die Zellen zu teuer.

Hat mich nur mal interessiert ob das auch geht.
......wenn man z.B. im Urlaub ist und KEIN Labornetzteil zur Hand hat und die Zellen driften :lol:

MountainBiker am 23 Nov 2019 12:58:24

Hallo,

solche Synchronisationspunkte liegen aber bei LiFePO4 nur bei: 0-2% SoC oder bei >100% SoC
Bild

Stocki333 am 23 Nov 2019 12:59:25

Hallo Philipp
Mal eine Frage.
Hast du die Zellenspannungen schon einmal gemessen bzw. verglichen.
Bis jetzt bewegst du ja nur in der Theorie. Mal 4 Messwerte wären schon mal ein Praxisbezug.
Franz

egocogito am 23 Nov 2019 13:24:06

Inselmann hat geschrieben:Das wiederspricht meiner Meinung nach der ganzen Idee von Lithium. Mit Lithium Akkus wird doch grade auf das Landstromkabel verzichtet weil man es nicht mehr braucht und gerade die Winston User berichten immer ……...
Das klingt so ein wenig nach Hosentraeger und Guertel :mrgreen:

Das widerspricht nicht der Idee der Li-Akkus, deiner Theorie nach würde jeder mitgenommene Schraubenzieher der Technik eines Wohnmobiles widersprechen. Außerdem, es stimmt schon, man braucht kein Ladekabel, ist zumindest bei mir so, und trotzdem ist das EBL-Ladegerät noch im Fahrzeug, schmeiß ma das jetzt auch raus?

Inselmann hat geschrieben:Ja den Faden habe ich gelesen aber meiner Meinung nach gehts da um "mal sehen wie kompliziert man das machen kann". Ich lese schon ne Weile alles ueber Lithium Umbauten und wenn ich sehe wie problemlos (trotz aller Unkenrufen von Batteriegurus....) z.B. die Sets von Lars laufen oder der Robur Akku dann weiss ich wo ich mein Geld hintragen werde.


Und wie du gelesen hast, ist dann zum Schluss genau der KISS-Akku rausgekommen. In diesem Faden werden aber viele Themen diskutiert....

Ich habe noch keine Unkenrufe gegen dieses System gelesen, sondern nur darüber, dass es nach Meinung einiger User von den Nutzern dieser Sets zu viel beworben wird und es dazu Alternativen gäbe.

Inselmann hat geschrieben:Wenn so ein Lithium Akku so empfindlich ist das ich mein Labornetzteil mit in Urlaub nehmen muss um in der Lage zu sein Einzelzellen zu laden, dann wuerde mir sowas nicht ins Wohnmobil kommen. Aber gluecklicher Weise zeigt die Praxis ja was anderes. Gemessen an "gut" laufenden Akkus sind die paar abgedrifteten wohl eher selten.


Nein, er ist nicht empfindlich, aber, wenn man deiner Argumentation folgt, darf ich gar nichts mitnehmen, das irgendwie nach Werkzeug aussieht. Wenn ich mich in meinem unmittelbaren Umfeld aufhalte - sprich in Deutschland oder Österreich -, wird's jetzt nicht so ein Problem sein, mir im Bedarfsfall auch ohne Werkzeug helfen zu können, weil die Werkstättendichte hier gut gegeben ist und ich mir Werkzeug auch während des Urlaubes kaufen kann. Blöd wird's in Gegenden, wo's sprachliche Barrieren gibt und speziell diese Technik noch nicht so bekannt ist, da packst dann unter Umständen zusammen und fährst heim.

Es kann jeder machen, wie er will :-).

Edit: Es ist auch immer wieder die Rede davon, dass, wenn es zu einer Abschaltung wegen einer Drift gekommen ist, die Zellen mit ganz geringem Strom geladen werden sollten, um die driftende(n) Zelle(n) eventuell wieder einfangen zu können, das bringen die meisten Ladegeräte so jetzt nicht.

egocogito am 23 Nov 2019 14:20:04

Habe jetzt noch einen Faden gefunden, der gut zeigt, warum ein Netzteil mitzunehmen nicht so verkehrt ist:

--> Link

crono am 24 Nov 2019 13:06:31

MountainBiker hat geschrieben:Die Balancer können nur einen geringfügigen Kapazitätsunterschied ausgleichen, dies reicht aber um den Zellenverbund "im Tritt" zu halten


Das Verstehe ich nicht. Wie erkennt ein Balancer ob der Kapazitätsunterschied gering ist? Mein Balancer balanciert mit 3.5A (und ich behaupte mal, unabhängig vom Kapazitätsunterschied über die Zellen), mein 100AH Akku wäre also im Extremfall in ca. 30 Stunden ausbalanciert (2 Zellen voll, 2 Zellen leer)... Ein Kapazitätsunterschied über 3.5A über alle Zellen empfinde ich schon als hoch, dieser wäre also binnen 1 Stunde ausgeglichen...

MountainBiker am 24 Nov 2019 13:23:12

Hallo,

Wie erkennt ein Balancer ob der Kapazitätsunterschied gering ist?


Antwort - gar nicht! Ein Top-Balancer hat einen Nennwert für den Balancerstrom in Abhängigkeit der Spannung (siehe auch das Diagramm z.B. bei EV-Power). Der maximale Kapazitätsausgleich ergibt sich aus dem Ladestrom und des Balancerstrom in Anhängigkeit der Zeit. Das heißt je höher der Ladestrom, desto geringer ist die Balancerkapazität!
Bild
Da bei einem balancierten System der Ladestrom in der Konstantspannungsphase aber sehr schnell abnimmt, wird diese Phase wiederum "länger". Es spielen sehr viele Parameter eine Rolle, die auch bei der Entwicklung der Top-Balancer miteingeflossen sind.

Wie oben zuvor erwähnt, ist eine "gute" Initialisierung wichtig - dann hat man über viele Jahre ein "Zero-Touch" System, wenn man sich an die Betriebsparameter hält!

geralds am 24 Nov 2019 16:33:24

crono hat geschrieben:Wie erkennt ein Balancer ob der Kapazitätsunterschied gering ist? Mein Balancer balanciert mit 3.5A (und ich behaupte mal, unabhängig vom Kapazitätsunterschied über die Zellen), mein 100AH Akku wäre also im Extremfall in ca. 30 Stunden ausbalanciert (2 Zellen voll, 2 Zellen leer)...

crono hat geschrieben:Ein Kapazitätsunterschied über 3.5A über alle Zellen empfinde ich schon als hoch, dieser wäre also binnen 1 Stunde ausgeglichen...


So kann man das nicht sehen!
Grundsätzlich gibt es 2 Arten von Balancern. Aktive und passive Balancer.

Was Mountainbiker beschrieben hat sind passive Balancer.
Bei denen wird beim Laden ab einer bestimmten Spannung ein Teil des Ladestromes über einen Widerstand (der dabei natürlich erwärmt wird) an der Zelle vorbei geführt. Je höher die Spannungsdifferenz zwischen der Zelle und dem Punkt, an dem der Balancer beginnt zu arbeiten, um so höher wird der an der Zelle vorbei geführte Strom. Da alle Zellen von dem gleichen Strom durchflossen werden, lädt sich natürlich die Zelle, bei denen der Balancer nicht arbeitet schneller auf, als bei den Zellen, bei denen ein Teil des Stromes an der Zelle vorbei geleitet wird.
Da es nicht sinnvoll ist, die Ladespannung so hoch einzustellen, dass alle Balancer anfangen Strom an der Zelle vorbei zu leiten, sollte die max. Ladespannung auf oder knapp unter der Schwelle liegen, bei dem der Balancer beginnt zu arbeiten.
Sollte der Ladungsunterschied, aus welchen Gründen auch immer, mal relativ groß geworden sein, ist es wichtig mit kleinen Strömen zu laden. Ist der Ladestrom zu hoch, kann der Balancer nicht genügend Strom an der Zelle mit der hohen Spannung vorbei leiten und die Zelle wird weiter geladen. Es kommt zur OVP-Abschaltung. Jetzt bedeutet das, das entladen werden muss und erneut geladen muss, bis die Differenz abgebaut ist.

Aktive Balancer arbeiten anders. Hier wird tatsächlich der Spannungsunterschied gemessen. Hat eine Zelle eine höhere Spannung als ihr Nachbar, wird Energie (Strom) von dieser Zelle entnommen und zwischengespeichert. Aus diesem Zwischenspeicher wird die Zelle mit der niedrigeren Spannung geladen. Als Zwischenspeicher dienen Spulen oder Kondensatoren.
Der Vorteil dieser Methode ist, das kein Ladestrom fließen muss um zu balancieren. Meist beginnen diese Balancer auch schon bei niedrigeren Spannungen zu balancieren. Sie brauchen jedoch eine minimale Spannungsdifferenz zwischen den Zellen um arbeiten zu können. Aber auch bei diesen Geräten hängt der Balancerstrom von der Höhe der Spannungsdifferenz ab.

Ich habe einen aktiven Balancer.
Er beginnt ab 3,4V an zu balancieren wenn gleichzeitig die Spannungsdifferenz >= 0,02V ist.

Ich hoffe das Prinzip ist einigermaßen deutlich geworden.

Gruß Gerald

crono am 24 Nov 2019 18:32:45

Ich stelle absolut nicht in Frage, dass die Zellen balanciert sein sollten (vgl. auch das Lift-Beispiel)! Mir ist nur der Sinn der Initialisierung nach wie vor nicht vollständig klar, da ja die Zellen laufend / bei Ladung ausbalanciert werden. M.E. müssten sich die Zellen über die Zeit ja "ausgleichen" - dafür genau ist ja ein Balancer zuständig.

Meine Frage nach "Wie erkennt ein Balancer ob der Kapazitätsunterschied gering ist?" war auf die Aussage von MountainBiker bezogen, dass ein Balancer nur "nur einen geringfügigen Kapazitätsunterschied ausgleichen kann" - mir ist natürlich klar, dass dies der Balancer nicht erkennen kann. Also wird einfach über alle Zellen ausgeglichen solange keine Dfferenz mehr da ist :D

Wie dem auch sei, meine intialisierten Zellen und dem LiTrade Balancer funktioniert seit 2 Jahren ohne Probleme. Stellen sich nach längerem Nichtgebrauch des Akku Spannungsdifferenzen ein, werden diese binnen kurzer Zeit ausgeglichen - und genau dies wäre wohl auch beim erstmaligen Laden geschehen :-)

MountainBiker am 24 Nov 2019 18:39:47

Hallo,

Also wird einfach über alle Zellen ausgeglichen


Ja, aber die Krux ist, dass dies eben nicht erfolgt bis alle Zellen "gleich" sind, sondern bis entweder die Konstantspannungsphase beendet wird und abgesenkt wird oder eben OVP an einer der Zellen ausgelöst wird! Wenn in diesem Zeitfenster der Ausgleich nicht komplett wurde, besteht weiterhin eine Disbalance!

an Gerald: ich wollte es nicht zu kompliziert machen!

George67 am 24 Nov 2019 18:53:29

geralds hat geschrieben:Ergänzung:

LiTrade schreibt hier: --> Link
"[i]Dazu werde alle Zellen parallel geschaltet und bis zu Initialspannung (wir bleibendeutlich unter 4V!!)geladen bis der Strom unter 1% der Kapazität gesunken ist.
d

Das ist ein ziemlich wichtiges Detail, auf das ich nochmal hinweisen möchte. LiFexx Akkus wollen nicht "Voll" geladen werden im Sinne von "der Strom ist bei der Maximalspannung auf Null gesunken".
Das habe ich in verschiedenen ernst zu nehmenden Publikationen immer wieder gefunden.

Also, (hohe) Konstantspannung ist ok, aber nicht solange bis der Strom auf null gefallen ist.

geralds am 24 Nov 2019 20:16:25

crono hat geschrieben:I Stellen sich nach längerem Nichtgebrauch des Akku Spannungsdifferenzen ein, werden diese binnen kurzer Zeit ausgeglichen - und genau dies wäre wohl auch beim erstmaligen Laden geschehen :-)


Ich verstehe nicht, was Du nicht verstehst.
Wenn Du nicht initialisiert, können die Zellen ab Werk recht unterschiedlich geladen sein.
Wenn Du jetzt den Akku zusammenbaust und ihn lädst, musst Du ihn beim ersten Laden mit einem Strom laden, der nicht höher als der Balancerstrom ist. (Und welches Ladegerät im Womo kann das?) Lädst Du mit einem höheren Strom, kann oder wird es passieren, dass OVP ausgelöst wird. Dann muss ein wenig entladen werden und wieder geladen werden. Das ist zu wiederholen bis OVP nicht mehr kommt. (Hatte ich aber so geschrieben.)
Das tut den Zellen vielleicht nicht besonders gut. :(

Wenn man initialisiert vermeidet man das langsame laden mit kleinen Strömen (beim ersten Laden) bzw. im anderen Fall das mehrfache Laden bis OVP kommt.

Und von wegen "binnen kurzer Zeit ausgeglichen"
Da ich das gleiche BMS verwende wie Du kann ich Dir mal ein Beispiel nennen. Ich habe meine Zellen initialisiert, trotzdem war nach dem ersten Laden eine Differenz von 0,23V zwischen den Zellen aufgetreten. Nach 5min ist diese auf 0,12V gefallen, aber bis das Gerät nicht mehr balanciert hat (Differenz kleiner 0,02V) vergingen 2,5 Stunden. Mit kleiner werdender Differenz sinkt der Balancerstrom,
Jetzt treten die Differenzen nicht mehr auf, beim ersten laden aber schon.

Gruß Gerald

crono am 24 Nov 2019 23:18:54

geralds hat geschrieben:Wenn Du jetzt den Akku zusammenbaust und ihn lädst, musst Du ihn beim ersten Laden mit einem Strom laden, der nicht höher als der Balancerstrom ist. (Und welches Ladegerät im Womo kann das?) Lädst Du mit einem höheren Strom, kann oder wird es passieren, dass OVP ausgelöst wird. Dann muss ein wenig entladen werden und wieder geladen werden. Das ist zu wiederholen bis OVP nicht mehr kommt. (Hatte ich aber so geschrieben.)


OK, das leuchtet mir ein. D.h. mit Initialisierung geht es einfacher/schneller, ohne Initialisierung (und grossem Unterschied in den Zellen) und lediglich einem Balancer kann es mitunter sehr lange dauern (Überwachung mit laden / entladen, laden / entladen etc.) und die Zellen werden strapaziert. Sind die Zellen aber ab Werk resp. vor dem Erstgebraucht +/- in einem identischen Zustand, könnte ein einfacher Balancer genügen...

Und: 2.5 Stunde erachte ich schon noch als "binnen kurzer Zeit" :D Ein Akku hängt ja oft tagelang an Landstrom, Lima oder Solarregler

Stocki333 am 24 Nov 2019 23:55:43

Ein Akku hängt ja oft tagelang an Landstrom, Lima oder Solarregler

Hoffentlich auch mit der richtigen Spannung.
Franz

Pringles87 am 03 Dez 2019 15:07:09

Stocki333 hat geschrieben:Hallo Philipp
Mal eine Frage.
Hast du die Zellenspannungen schon einmal gemessen bzw. verglichen.
Bis jetzt bewegst du ja nur in der Theorie. Mal 4 Messwerte wären schon mal ein Praxisbezug.
Franz



Hallo,

sorry hatte hier eine Zeit lang nicht rein geschaut, dachte nicht, dass mein Beitrag so weiter geht :)
Spannung habe ich bislang noch nicht gemessen. Muss mir noch ein genaues Multimeter kaufen, habe nur so ein 10Euro Teil und befürchte, das ist zu ungenau.

Stocki333 am 03 Dez 2019 15:26:24

Hallo Philipp
Muss mir noch ein genaues Multimeter kaufen, habe nur so ein 10Euro Teil und befürchte, das ist zu ungenau.

Das mag zutrefen auf die exacte Spannungsmessung. Aber der Messfehler wen du 4 Zellen mit 3,xxVolt mißt, ist für alle Gleich.
intresant ist eigentlich die Differenz zwischen den Zellen. Haben deine Zellen eigentlich eine gleiche Chargennr.
Gruß Franz

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