Caravan
anhaengerkupplung

Reparaturbericht nach Garantiefall?


vollpfosten am 21 Nov 2019 15:03:05

Hallo,
Ich fahre ein Challenger Alkoven Bj.2017, habe brav meine Dichtigkeitsprüfung 2018 gemacht und hatte diesen Sommer einen kapitalen Wasserschaden mit Wassereinbruch in der Fahrerkabine. Der Händler hat alles auf Garantie repariert, hat auf meinen Wunsch Fotos vom Schaden und der Reparatur gemacht, weigert sich aber mir irgendetwas Schriftliches zu geben. Der Hersteller stellt sich bisher auch stur. Ich hab das Internet und dieses Forum durchforstet, aber nichts Brauchbares gefunden.
Jetzt meine Frage: Ist es wirklich so aussergewöhnlich, dass ich gerne einen Reparaturbericht oder Ähnliches nach dem Schaden hätte? Falls ich das Womo mal verkaufe, werde ich den potentiellen Käufer darauf hinweisen (müssen?), habe aber keinen Nachweis über eine fachmännische Reparatur.
Danke im Voraus für Eure Hilfe...
Gruss
Arne

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dieter2 am 21 Nov 2019 15:39:42

Soviel ich weis hast Du nur dann ein Anrecht auf einen Bericht wenn Du die Rechnung bezahlst.

Im Garantiefall hat der Verkäufer nachgebessert,also den Zustand wieder hergestellt,auf seine Kosten.

Ich habe mal ein neues Getriebe auf Garantie in unseren Ducato bekommen.
Kein Bericht,absolut Garnichts,noch nicht mal eine Unterschrifft von mir wollten die haben.

Gruss Dieter

andwein am 21 Nov 2019 16:37:47

dieter2 hat geschrieben:Soviel ich weis hast Du nur dann ein Anrecht auf einen Bericht wenn Du die Rechnung bezahlst.
Im Garantiefall hat der Verkäufer nachgebessert,also den Zustand wieder hergestellt,auf seine Kosten. Gruss Dieter

Zum besseren Verständnis ergänze ich deine Aussage:
Im Garantiefall hat der Verkäufer (im Auftrag des Herstellers) nachgebessert,also den Zustand wieder hergestellt,auf Kosten des Auftraggebers, der auch alle Reparaturberichte und die Kostenabrechnung bekommt. Eine Weitergabe an Dritte ist ohne Zustimmung des Auftraggebers nicht erlaubt.
Man sollte halt immer im Hinterkopf behalten: Die Verkäufer haben vom Hersteller alle einen generellen Auftrag zur Gewährleistung (Fachhändler) und rechnen auf Pauschalbasis mit diesem ab.
Nur einfach zur Info, Gruß Andreas

rudi rüssel am 21 Nov 2019 17:01:39

Hallo Arne,

ich habe einen Chausson C514 (ist ja das selbe WoMo) der ist auch gerade bei einer Garantiereparatur, denke den bekomme ich am Samstag wieder zurück. Gerne kann ich dann mal berichten ob ich ein Schreiben bekommen habe oder nicht. Ich bin mir fast sicher das ich nichts bekomme da meine Erfahrungen mit den Händlern und Trigano selbst bisher nicht so berauschend waren....

Wo genau ist bei Dir denn das Wasser eingedrungen ?

Wolfgang

rkopka am 21 Nov 2019 17:10:10

andwein hat geschrieben:Im Garantiefall hat der Verkäufer (im Auftrag des Herstellers) nachgebessert,also den Zustand wieder hergestellt,auf Kosten des Auftraggebers, der auch alle Reparaturberichte und die Kostenabrechnung bekommt. Eine Weitergabe an Dritte ist ohne Zustimmung des Auftraggebers nicht erlaubt.

Grundsätzlich ja. Allerdings kann der Käufer ohne weitere Infos ja gar nicht beurteilen, ob der Zustand wiederhergestellt wurde, oder ob einfach etwas (billigeres) reingepfuscht wurde oder ob Folgeschäden (bei Wasser nicht so ungewöhnlich) auch behoben wurden. Er soll einfach darauf vertrauen, daß das Fahrzeug jetzt in Ordnung ist und nicht nur so repariert wurde, daß es gerade die Garantiezeit übersteht.

Wobei ich hier (als juristischer Laie) sowieso eine Diskrepanz sehe: es soll (allgemein bei solchen und anderen Reparaturen) ein Zustand hergestellt werden, als ob der Fehler nie da war. Das erfolgt aber aus praktischen Gründen halt durch Nachbessern. Nur daß das immer gleich den Wert mildert, wenn man es wem sagen muß beim Verkauf. U.U. auch einfach durch geringeren Werterhalt, weil die Reparatur nicht spurenlos erfolgen kann. Das gleiche bei Haftpflichtfällen. Das Blech wird schön repariert, aber bei einem Verkauf bekomme ich trotzdem x Euro weniger deswegen. Klar, man kann nicht wegen jeder Sache gleich ein neues Womo hinstellen. Aber egal wie es läuft, der Kunde/Geschädigte ist der Dumme, der nicht nur nachlaufen muß, sondern auch weniger Wert sein eigen nennt.

RK

hampshire am 21 Nov 2019 18:06:45

rkopka hat geschrieben:Er soll einfach darauf vertrauen, daß das Fahrzeug jetzt in Ordnung ist und nicht nur so repariert wurde, daß es gerade die Garantiezeit übersteht.

So ist das. Wer nicht vertrauen kann hat es im Leben eben schwerer.

thomas56 am 21 Nov 2019 18:13:42

hampshire hat geschrieben:So ist das. Wer nicht vertrauen kann hat es im Leben eben schwerer.


Schwer wird es wohl eher der haben, der in alles und jeden blindes Vertrauen setzt und dann nach Ablauf der Garantie einen neuen Wasserschaden hat, den er selbst bezahlen darf!

hampshire am 21 Nov 2019 18:32:42

thomas56 hat geschrieben:Schwer wird es wohl eher der haben, der in alles und jeden blindes Vertrauen setzt und dann nach Ablauf der Garantie einen neuen Wasserschaden hat, den er selbst bezahlen darf!


Wie bezeichnend!

Wie kommt das Wort "blind" plötzlich zum Wort "Vertrauen"? Das ist eine häufig verwendete Kombination. Vertrauen ist keineswegs notwendigerweise blind.

Schwer hat es einer, der einen Schaden bezahlen muss? Das ist nur Geld. Schwer hat es einer, der seinen Argwohn nicht abstellen kann. Das ist immerhin Lebensqualität.

Rechne mal zum Spaß was ein "gerüttelt Maß an Vertrauen" im Leben extra kostet. Eigentlich egal auf welchen Betrag Du kommst. Besser kannst Du Geld nicht in Lebensqualität anlegen.

rkopka am 21 Nov 2019 18:53:32

hampshire hat geschrieben:Wer nicht vertrauen kann hat es im Leben eben schwerer.

"Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser."

Immer (na ja nicht immer) wenn ich etwas kaufe und nicht genau alles kontrolliere, dann fehlt was, ist es das falsche oder beschädigt.

RK

Robert-1 am 21 Nov 2019 19:23:08

Hallo
Wir haben nach Rost Garantie Reparatur an unserem UP eine Null Rechnung bekommen als Nachweis das ein Seitenteil gewechselt wurde und es kein Unfall war.
Gruß Robert

WomoToureu am 21 Nov 2019 19:44:28

vollpfosten hat geschrieben: Falls ich das Womo mal verkaufe, werde ich den potentiellen Käufer darauf hinweisen (müssen?)


Wenn es kein Unfallschaden oder etwas war das nachhaltig das Fahrzeug beeinträchtigt meines Wissens nicht. Was verstehst Du unter einem "Wasserschaden" ? Wenn Du z.B. vergessen hast den Dachlüfter zu schließen und es ist Wasser reingekommen und wieder getrocknet ohne das ein Schaden entstandne ist, würde ich es nicht als "Wasserschaden" bezeichnen.

Vieleicht möchtest Du das näher beschreiben ?

vollpfosten am 21 Nov 2019 21:21:21

Hallo nochmal,
Erstmal danke für die schnellen und kompetenten Antworten. Eigentlich bin ich beruhigt. Dieses Vorgehen ist also Standard und Challenger-spezifisch.
Weil ihr nachgefragt habt, berichte ich gerne von meinem Wassereinbruch.
Ostern 2019 wurde das Womo das letzte Mal artgerecht bewegt, danach hatten wir eine Krebsdiagnose in der Familie und sind seit dem noch nicht wieder unterwegs gewesen. Wir wohnen in München und stellen das Womo im Freien ab. Im August, also 4 Monate später hab ich dann eine Bewegungsfahrt gemacht. Nach der ersten Linkskurve schwappten ca. 2 Liter Wasser auf der rechten Seite im Fahrerhaus über der Beifahrertür aus der Verkleidung. Meinen Schock könnt ihr euch vorstellen. Ich bin natürlich sofort stehengeblieben, Fotos gemacht und alles aufgewischt. Ich fuhr dann weiter, die nächste Kurve ging nach rechts, ich höre über mir im Alkoven das Wasser nach links fliessen und weitere 1-2 Liter kamen auf meiner Seite raus. Wieder stehengeblieben, Fotos, aufwischen. Dann die Innenverkleidung auf beiden Seiten mit Lappen ausgestopft und auf einer breiten Strasse Schlangenlinien gefahren um das Wasser rauszubekommen. Nach 20 km war alles rausgeschaukelt.
In der darauffolgenden Nacht hat es geregnet und als ich am nächsten Tag zum Händler in der Nähe gefahren bin, wieder das gleiche Spiel in den ersten Kurven. Ich konnte es auf Video aufnehmen...
Als Sparfuchs hab ich das Womo, BJ2017, in der Lausitz, hinter Dresden im Alter von 6 Monaten bei guter Ausstattung zu einem tollen Preis gekauft. einfacher Weg 500km.
Der lokale Händler hier in Oberbayern hat, welch Wunder, Feuchtigkeit gemessen und mir nach einigem Druck einen Termin im Dezember angeboten. Solange wollte ich nicht warten und bin zu meinem Verkäufer in die Lausitz.
Letzten Montag hab ich das Womo endlich geholt. Der Techniker meinte, eine Fuge auf dem Dach des Alkovens sei ab Werk nicht gut gemacht gewesen. Sie haben die Teile "geöffnet", was auch immer das heisst, 3 Wochen in der Halle getrocknet und dann alles neu verfugt. Schimmel haben sie wohl nicht gesehen.
Wichtig waren mir die Fotos und eine gründliche Trocknung.
Mein Sohn hat den Krebs besiegt und wir finden langsam wieder in den Alltag freuen uns auf ein paar schöne Tage mit dem Womo im Schnee...

Pechvogel am 21 Nov 2019 21:32:12

andwein hat geschrieben:...Im Garantiefall hat der Verkäufer (im Auftrag des Herstellers) nachgebessert...
Man sollte halt immer im Hinterkopf behalten: Die Verkäufer haben vom Hersteller alle einen generellen Auftrag zur Gewährleistung ...


Sorry aber das ist so nicht ganz richtig:
Auftraggeber einer Reparatur kann, mit ganz seltenen Ausnahmen, nur der Eigentümer oder ein von ihm Bevollmächtigter sein!
Das gilt selbstverständlich auch dann wenn die Arbeiten auf Grund von Garantie- oder Gewährleistungsansprüchen ausgeführt werden.
Mit anderen Worten: niemand repariert, schraubt, lackiert, ... an meinem Auto oder Womo rum wenn ICH das nicht will und wenn ICH das nicht in Auftrag gegeben habe!

D.h. ICH bin Auftraggeber ( u.U. mit entsprechenden Ansprüchen gegen den Händler oder Hersteller ).
Und wenn ich der Auftraggeber bin habe ich auch einen Anspruch darauf zu erfahren was genau gemacht wurde.
Wenn ich allerdings einen ausführlichen, bebilderten, schriftlichen Bericht in zwei Fremdsprachen haben will so geht das über die Pflichten des Händlers oder Herstellers hinaus und könnte gegebenenfalls extra abgerechnet werden.


Grüße
Dirk

WomoToureu am 22 Nov 2019 02:02:29

vollpfosten hat geschrieben:... Der Händler hat alles auf Garantie repariert, hat auf meinen Wunsch Fotos vom Schaden und der Reparatur gemacht, weigert sich aber mir irgendetwas Schriftliches zu geben....


Vielen lieben Dank für die Konkretisierung !

Aus meiner Sicht hast Du keinen Anspruch darauf etwas schriftliches zu erhalten, dies ist ohne die Garantiebedingungen jetzt genau zu kennen sicherlich nicht vorgesehen.

Sicherlich ein "schreckliches" Erlebnis, das auch nicht allein kam, aber kein Grund sich Sorgen zu machen ( wenn es denn jetzt absolut dicht und trocken ist )

Gute Fahrt und genieß die Zeit im Wohnmobil !

zulu am 22 Nov 2019 08:44:10

Wir hatten ja mal ein "Montagsmodell".
Die Basis war ein Ducato, der Motor ging dauernd aus und wir haben etliche "Fiat Professional" Werkstätten im In- und Ausland kennenlernen dürfen ...

Ein Mitarbeiter (in einer deutschen Werkstatt) sagte uns mal, dass sie von Fiat die Vorgabe hätten, dass sie bei Garantiefall-Reparaturen dem Kunden nichts Schriftliches aushändigen dürften, sonst könnte Fiat den Vertrag mit der Werkstatt kündigen.

Die Absicht sei klar (nach Meinung dieses Werkstatt-Menschen):
Für den Fall des Falles einer gerichtlichen Auseinandersetzung soll der Kunde keine Belege in die Hand bekommen.

Die Art der "Schadensbehandlung" durch den (Neuwagen-!) Verkäufer und Fiat (als Hersteller und Verursacher des Problems) war dermaßen kundenunfreundlich, dass unser Resümee war: Nie wieder Fiat.

andwein am 22 Nov 2019 11:31:03

rkopka hat geschrieben:....Grundsätzlich ja. Allerdings kann der Käufer ohne weitere Infos ja gar nicht beurteilen, ob der Zustand wiederhergestellt wurde, RK

Da hast du vollkommen recht. Ich sehe das auch so. Aber die bisherige Rechtslage sieht das anders und wenn es eng wird, wird noch der Datenschutz aus der Ecke geholt. Es hängt halt vom "Händler deines Vertrauens" ab. Wer sich so Querstellt hätte mein Vertrauen nicht mehr.
Gruß Andreas

andwein am 22 Nov 2019 11:51:41

Pechvogel hat geschrieben: ".Im Garantiefall hat der Verkäufer (im Auftrag des Herstellers) nachgebessert...""
Sorry aber das ist so nicht ganz richtig:
Auftraggeber einer Reparatur kann, mit ganz seltenen Ausnahmen, nur der Eigentümer oder ein von ihm Bevollmächtigter sein!
Das gilt selbstverständlich auch dann wenn die Arbeiten auf Grund von Garantie- oder Gewährleistungsansprüchen ausgeführt werden. Grüße Dirk

Sorry, nein, da muss ich dich leider Korrigieren: Das Zauberwort heißt "Gewährleistungsanspruch" nicht Reparaturauftrag
Der Besitzer meldet beim Verkäufer einen Gewährleistungsanspruch an. Der Händler prüft diesen und gibt diesen an den Hersteller weiter. Der Hersteller überprüft diesen Antrag nochmals und gibt dann sein OK und seine Behebungsvorschläge an den Händler.
Dieser setzt, falls Behebungsvorgaben gegeben, diese um und führt die Gewährleistungsreparatur durch. Danach rechnet er mit dem Hersteller (Auftraggeber) ab. Material bekommt es 1:1 ersetzt, Für den Arbeitslohn gibt es Vorgaben im Händlervertrag.
Ich habe dies mit den Fa. Digital, HP, IBM etc. als sogenannter Third Party Serviceorganisation jahrelang selber praktiziert, sowohl für Gewährleistung (ein Vertragsteil( als auch für normale Instandsetzung (anderes Vertragsteil).
Aber ich gebe dir recht, die heutigen Gewährleistungsabwicklungen sind nicht immer leicht zu verstehen. Einfacher wird es wenn man im Hinterkopf behält: Der Hersteller will sich aus dem "after sales service" heraushalten, keine Serviceorganisation aufbauen. Deshalb sucht er sich eigenständige Fachhändler/Betriebe und kauft sich mit Materiallieferung/Durchführungsbeauftragung an diesen Fachhändler gegenüber dem Endkunden frei. Die Pflicht zur Gewährleistung hat er als Produkthersteller aber immer noch. Und wenn du nachweisen kannst, dass dein Fachhändlerbetrieb fachlich oder zeitlich nicht in der Lage ist den Mangel zu beheben kannst du dein Fahrzeug dem Hersteller auf den Hof stellen. Ob das was hilft sei dahin gestellt, aber du hast das Recht dazu.
Das war ausführlich, ich will kein Oberlehrer sein, aber viele kennen oft die Hintergründe mancher Gewährleistungsabwicklung/Sachmängelhaftung nicht so genau.
Gruß Andreas

rkopka am 22 Nov 2019 12:23:30

andwein hat geschrieben:Die Pflicht zur Gewährleistung hat er als Produkthersteller aber immer noch.

Eigentlich nein. Das liegt doch ganz beim Händler/Verkäufer. Der kann sich dann evt. beim Hersteller schadlos halten, bzw. braucht ihn für eine Reparatur/Ersatz. Bei Garantie sieht es anders aus. Die kommt üblicherweise vom Hersteller.

RK

andwein am 22 Nov 2019 15:18:08

rkopka hat geschrieben:...Eigentlich nein. Das liegt doch ganz beim Händler/Verkäufer. Der kann sich dann evt. beim Hersteller schadlos halten, bzw. braucht ihn für eine Reparatur/Ersatz. Bei Garantie sieht es anders aus. Die kommt üblicherweise vom Hersteller.
RK

Aus der gesetzlichen Gewährleistung/Sachmängelhaftung kann sich kein Hersteller herauskaufen. Er kann nur regeln, wie diese gegenüber dem Endkunden abgewickelt wird, er kann sie also einem Subunternehmer (Händler) übertragen. Eine Herstellergarantie kann die gesetzliche Gewährleistung/Sachmängelhaftung nur erweitern, aber nicht einschränken.
Eine Regelung wie z.B. ich gebe dir auf den EK 10% Rabatt und du übernimmst dafür die komplette Gewährleistungsabwicklung ist unredlich, der Begriff Rabatt ist dafür falsch. Richtig könnte sein: Für jedes an dich verkaufte Teil stelle ich 10% des EKs in eine Rückstellung und zahle den entsprechenden Anteil im Gewährleistungsfall an dich aus.
Die Welt besteht nicht nur aus Kunden sondern auch aus Bilanzen. Und ein Unternehmen, das keine Rückstellungen für Gewährleistung/Sachmängelhaftung bildet liefert keine korrekte Bilanz.
Sorry, wieder lang, aber besser lang als kurz und falsch, Gruß Andreas
PS vielleicht meldet sich ja ein echter Rechtsexperte im Gewährleistungs/Sachmängel/Bilanzrecht

rkopka am 22 Nov 2019 15:28:24

andwein hat geschrieben:Aus der gesetzlichen Gewährleistung/Sachmängelhaftung kann sich kein Hersteller herauskaufen.

Zumindest zur Gewährleistung finde ich nur Texte, die sich auf den Verkäufer beziehen. Für den privaten Endkunden ist das fast nie der Hersteller direkt. D.h. alle Rechte beziehen sich auf den Verkäufer, nicht den Hersteller. Wie die Beziehung zwischen Hersteller und Händler ist, weiß ich nicht, sollte mich aber als Endkunde auch nicht interessieren.

Wiki: "Beim Kaufvertrag muss der Verkäufer für eine mangelhafte Ware oder Sache Gewähr leisten."

RK

andwein am 22 Nov 2019 16:07:16

rkopka hat geschrieben:... Wie die Beziehung zwischen Hersteller und Händler ist, weiß ich nicht, sollte mich aber als Endkunde auch nicht interessieren. Wiki: "Beim Kaufvertrag muss der Verkäufer für eine mangelhafte Ware oder Sache Gewähr leisten."
RK

Da hast du recht, das Gesetz zur Gewährleistung/Sachmängelhaftung ist ein Verbrauchergesetz und für den Endbenutzer gilt als Ansprechpartner der Verkäufer!!!
Aber die Diskussion entstand aus dem Thema Offenlegung/ Dokumentation. und aus diesem Thema entstanden meine Ausführungen.
Und zu dem Wikipedia Eintrag: der lässt das diskutierte Thema offen und beschreibt das Endkunden zu Verkäuferverhältnis und nicht das Hersteller zu Vertriebspartner Verhältnis das ja im Hintergrund auch immer besteht.
Freundliche Grüße, Andreas

Bergbewohner1 am 22 Nov 2019 18:00:18

Moderation:Bitte nutze die Zitatfunktion, wenn Du Mitglieder zitieren willst - dies macht es den anderen Nutzern leichter, Deine Texte von den Zitatinhalten zu unterscheiden. Das unvollständige Zitat wurde entfernt.


Da liegst du aber voll daneben, da würdest du bei "bösartigen Händler" mehr als nur Pechvogel sein.
In dem Moment wenn du einen Auftrag unterschreibst, bist du in der Pflicht.
Bei uns hatte es schon gereicht, dass ich das WoMo zu Karmann zur Garantienachbesserung verbracht habe.
Wir hatten den Prozess verloren, der VW Händler hatte behauptet, ich hätte die Nachbesserung veranlast, der Überführungsschein war vom Händler nicht unterzeichnet.
Der Garantienantrag wurde uns nicht vorgelegt-verweigert und das war rechtens.
Die Nachbesserung war voll daneben gegangen und der Schaden konnte nicht so ohne weiteres rückgängig gemacht werden.

pwglobe am 22 Nov 2019 21:30:22

Hallo
Ich hatte auch einen Garantiefall an unserem Vorgänger, die Werkstatt stellte mir eine Rechnung mit 0,00€ aus, alle angefallenen Arbeiten waren aufgelistet.

ManfredK am 22 Nov 2019 21:39:46

andwein hat geschrieben:.....und nicht das Hersteller zu Vertriebspartner Verhältnis das ja im Hintergrund auch immer besteht.
Freundliche Grüße, Andreas


Andreas, ob und wie ein Verkäufer im Innenverhältnis zu seinem Geld kommt, kann dem privaten Käufer völlig egal sein.
Bei der Sachmangelhaftung (Gewährleistung) ist lediglich das Außenverhältnis privater Käufer zu Verkäufer (gewerblich) zu betrachten.
Bei einer (eher seltenen) Garantie ist die Entscheidung des Garantiegebers (meist der Hersteller) von Bedeutung. Der private Käufer kann aber jederzeit oder ergänzend die Sachmangelhaftung in Anspruch nehmen, und zwar ohne Rücksicht auf die Garantie.

So sind alle Kosten für eine Nachbesserung vom Verkäufer zu zahlen, dazu gehören auch die Transportkosten. Transportkosten sind üblicherweise von einer Garantie aber ausgeschlossen. Ob der gewerbliche Verkäufer jemals vom Hersteller die zu zahlenden Transportkosten erstattet bekommt braucht einen privaten Käufer nicht zu beschäftigen.

Die Gewährleistung hat insbesondere in den ersten 6Monaten (Beweislastumkehr) einige Vorteile für den privaten Käufer z.B. die zumutbare Dauer der Nachbesserung. In Garantiebedingungen heißt es oftmals lapidar so schnell wie möglich.... dass kann aber auch Monate dauern bevor eine Lösung gefunden wird. Im Falle der Nachbesserung genügt die Fristsetzung mit einer "unverzüglichen Nachbesserung" - mehr als 6 Wochen Wartezeit sind dann nicht zumutbar, die NAchbesserung gilt dann schon als gescheitert und weitere Maßnahmen können ergriffen werden.

Bitte die Gewährleistung nicht mit Garantie verknüpfen..... das kann nur schief gehen.

ManfredK am 22 Nov 2019 21:42:55

Als Ergänzung noch zum Rückgriff des gewerblichen Verkäufers an seinen Lieferanten (Hersteller) der Verweis auf § 445a des BGB

andwein am 23 Nov 2019 13:31:57

pwglobe hat geschrieben:...Ich hatte auch einen Garantiefall an unserem Vorgänger, die Werkstatt stellte mir eine Rechnung mit 0,00€ aus, alle angefallenen Arbeiten waren aufgelistet.

So kenne ich es auch von Audi. Aber es muss halt nicht so sein. Das war die Ausgangsfrage die der TE gestellt hat. Es hängt halt vom Händler/Ausführenden ab wie er dieses Thema abwickelt. Und da gibt es halt nach wie vor verschiedene, auf neudeutsch B to B Verhältnisse, die den Endkunden nicht interessieren müssen. Zum besseren Vertändniss wäre es allerding manchmal schon gut man würde es wissen.
Ein schönes Wochenende, Gruß Andreas

geralds am 23 Nov 2019 15:28:01

Hallo,

weil hier, wie so oft, Garantie und Gewährleistung nicht sauber unterschieden werden, hier mal einen Artikel dazu:
--> Link
Kurz und bündig ist der letzte Absatz.

Zum Beitrag von Anton (Bergbewohner1)
Will man einen Mangel innerhalb der Gewährleistung beseitigt haben, ist es falsch einen Arbeitsauftrag zu erteilen. Man benennt den Mangel (Sachmangel) und bittet um Beseitigung.
Ging bei meinem Händler immer problemlos, egal ob der Mangel schriftlich oder telefonisch gemeldet wurde. (Es waren freundlicher Weise auch keine Mängel die beim Reisen behindert hätten.)
Eine Rechnung habe ich von meinem Womo-Händler, was die Mängelbeseitigung betrifft, noch nie bekommen. War allerdings auch nicht notwendig, die erfolgreiche Reparatur war immer eindeutig zu erkennen. Nur für die von mir erteilten Aufträge gab es natürlich eine Rechnung.

Bei meinem vorherigen PKW bekam ich auch eine Rechnung mit 0,00€. War allerdings im Rahmen einer Rückrufaktion. Und da musste ich auch unterschreiben, dass die Arbeiten, die im Rahmen der Rückrufaktion gefordert waren, auch erledigt wurden.

Gruß Gerald

Pechvogel am 23 Nov 2019 17:35:25

Einen Auftrag kann man grundsätzlich auch mündlich erteilen.
Abermals ein anderes Beispiel:
angenommen bei einem neuen Womo geht innerhalb der Gewährleistungszeit zwei mal die Wasserpumpe kaputt. Das zweite Mal zwei Wochen vor Ende der Gewährleistung.
Blöderweise hält diese Wasserpumpe aber nur 6 Wochen bis es wieder tropft.
Bekomme ich jetzt eine neue Wasserpumpe nur wenn ich dafür zahle? Einen Nachweis über die Gewährleistungsreparaturen habe ICH, nach eueren Ausführungen, ja nicht!


Grüße
Dirk

dieter2 am 23 Nov 2019 17:51:28

Die Gewährleistung verlängert sich nicht durch den Einbau von kaputtgegangenen Teilen.

Es sei Du hast die Pumpe bezahlt,dann hast Du die volle Gewährleistung auf die Pumpe.

Gruss Dieter

geralds am 23 Nov 2019 18:16:29

Pechvogel hat geschrieben:Einen Auftrag kann man grundsätzlich auch mündlich erteilen.

Grüße
Dirk


Ja, das mache ich beim Bäcker und in der Kneipe grundsätzlich so. :mrgreen:
Deshalb immer in der Gewährleistung den Mangel beanstanden (z.B. per Mail) und keine Auftragserteilung.

Deine Frage zur Pumpe wurde ja schon völlig richtig beantwortet.

Gruß Gerald

Pechvogel am 23 Nov 2019 19:26:23

dieter2 hat geschrieben:Die Gewährleistung verlängert sich nicht durch den Einbau von kaputtgegangenen Teilen


Wenn immer wieder das gleiche Teil kaputt geht doch!
D.h. das Teil wird auf Grund der Gewährleistung so lange getauscht bis von einer "normalen" Haltbarkeit ausgegangen werden kann.

Ich hatte jetzt, allerdings in einem ganz anders gelagerten Fall, nach 5 Jahren eine Reparatur die noch in die Gewährleistung viel.
Das war allerdings keine freiwillige Angelegenheit sondern das hat ein Richter so entschieden.



Grüße
Dirk

andwein am 24 Nov 2019 14:10:13

geralds hat geschrieben:...Kurz und bündig ist der letzte Absatz.
Will man einen Mangel innerhalb der Gewährleistung beseitigt haben, ist es falsch einen Arbeitsauftrag zu erteilen. Man benennt den Mangel (Sachmangel) und bittet um Beseitigung. Gruß Gerald

So ist es! Gewährleistunsarbeiten/Sachmängelbeseitigung muss beantragt werden, nicht über einen Arbeitsauftrag beauftragt werden. Ich habe es zwar versucht in vorherigen Beiträgen zu erklären, ist mir aber anscheinend leider nicht gelungen.
Sorry dafür, Gruß Andreas

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