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Blei-Carbon-Batterie


xtrachrisi am 28 Nov 2019 19:33:15

Hallo,
ich überlege schon längere Zeit mir einen Lithium-Eisenphosphat-Akkumulator anzuschaffen, leider sind die Dinger sehr teuer! Nun habe ich günstigere eine Alternative gefunden: die Blei-Kohlenstoff Batterie 12V! Die Firma Victron Energie bietet sie an und schreibt:
Blei-Kohlenstoff: Bessere Leistung im teilweise geladenen Zustand, mehr Zyklen und ein höherer Wirkungsgrad
Das Ersetzen der Aktivmasse der negativen Platten durch ein Blei-Kohlenstoff-Komposit reduziert unter Umständen die Sulfatierung
und verbessert die Ladungsannahme der negativen Platten.
Blei-Kohlenstoff-Batterien bieten also folgende Vorteile:
- Weniger Sulfatierung beim Betrieb in einem teilweise geladenen Zustand.
- Niedrigere Lade-Spannung und daher ein höherer Wirkungsgrad sowie weniger Korrosion der positiven Platten.
- Insgesamt führt dies zu einer längeren Betriebslebensdauer.
Test haben ergeben, dass unsere Blei-Kohlenstoff-Batterien selbst nach mindestens fünfhundert 100 %-tigen Tiefenentladungen noch
leistungsfähig sind.
Bei den Tests wurden die Batterien täglich bis auf 10,8 V mit I = 0,2 C₂₀ entladen. Daraufhin wurden sie für zwei Stunden im
entladenen Zustand belassen und dann wieder mit I = 0,2 C₂₀ aufgeladen.
(Mehrere Hersteller von Blei-Kohlenstoff-Batterien werben mit einer Betriebslebensdauer von bis zu zweitausend Zyklen mit einer
90 %-tigen Tiefenentladung. Diese Zahlen konnten wir bislang noch nicht bestätigen.)

Gibt es bei euch schon Erfahrungswerte?


xtrachrisi am 28 Nov 2019 20:07:19

Lebenszyklus
≥ 500 Zyklen bei 100 % Tiefenentladung (Entladung auf 10,8 V mit I = 0,2C₂₀, danach für ca. 2 Stunden im entladenen Zustand
belassen und dann wieder mit I = 0,2 C₂₀ aufgeladen.)
≥ 1000 Zyklen bei 60 % Tiefenentladung (drei Stunden lang Entladung mit I = 0,2C₂₀, sofortiges Wiederaufladen mit I = 0,2C₂₀)
≥ 1400 Zyklen mit 40 % Tiefenentladung (zwei Stunden lang Entladung mit I = 0,2 C₂₀, sofortiges Wiederaufladen mit I = 0,2C₂₀)

IchBinsWieder am 28 Nov 2019 20:16:16

xtrachrisi hat geschrieben:... Gibt es bei euch schon Erfahrungswerte?


Ich glaube, dass du hier nichts finden wirst ... auch nicht in der Zukunft.
Alle gehen auf LIFe oder bleiben beim bewährten Blei ... egal ob Nass, AGM oder Gel.
Nach dem Ladevorgabendesaster der BK wird heute niemand mehr auf ein neues Pferd setzen, auch, wenn es sich manchmal lohnen könnte, denn nicht immer ist es notwendig auf LiFe zu gehen.

Es gibt nur eins: Kauf sie, baue sie ein und teste. Wenn du dann nach 5-7 Jahren gute Erfahrungen gemacht hast, poste sie hier. Machst du das früher ... so wie ich mit der BK ... wirst du grundsätzlich der (Schleich-)Werbung bezichtigt und handelst dir einen Riesenärger ein.

Anzeige vom Forum


mafrige am 28 Nov 2019 21:04:29

Also mit 36 Kg bei 106 Ah und ca. 350 € ist das kein Angebot.
Du bekommst eine herkömmliche AGM mit 95 Ah für ca. 150 € bei 27 Kg Gewicht.
Selbst wenn die AGM nur 7 Jahre hält, hast du 14 Jahre - auf den Preis der Blei/Carbon Batterie - gerechnet, Plus ca. 9 Kg Gewichtsersparnis und Unsicherheit bei unbekannter Haltbarkeit.

ManfredK am 28 Nov 2019 21:21:03

Vom Hersteller Furukawa sind diese Batterien seit einiger Zeit in zyklischen Anwendungen (Start-Stopp-Systeme z.B. bei FIAT) im Einsatz. --> Link
Die da genannten Zahlen sind einiges zurückhaltender als bei anderen Anbietern, eine Verdoppelung der Zyklenanzahl gegenüber Blei-Säure Akkus ist sicherlich immer noch interessant wenn der Neupreis deutlich weniger als das doppelte einer vergleichbaren Blei-Säure Batterie beträgt.
Um vom Vorteil der schnelleren Ladbarkeit (Kondensator-Wirkung) zu profitieren muss sicherlich in den meisten Reisemobilen das Ladesystem (insbesondere Kabel-Querschnitte) entsprechend angepasst werden.

Mit dieser Technologie und den notwendigen Rohstoffen setzt sich auch ein Tochterunternehmen von BASF auseinander --> Link oder aber auch Heraeus --> Link
Ein weiterer Anbieter ist Trojanbattery die das aber eher als Speicher für z.B. Photovoltaik sehen und vermarkten --> Link. Ebenso geht auch die RES GmbH ins Rennen --> Link

Auch der Hersteller Exide setzt sich mit dieser Technologie auseinander: --> Link

Da sich doch namhafte Hersteller damit beschäftigen, kann die Technologie nicht soooo schlecht sein. Ob die derzeitigen "vorteile" dann in der Praxis tatsächlich so auftreten wird man noch beobachten müssen.

ManfredK am 28 Nov 2019 21:25:58

mafrige hat geschrieben:Also mit 36 Kg bei 106 Ah und ca. 350 € ist das kein Angebot.
Du bekommst eine herkömmliche AGM mit 95 Ah für ca. 150 € bei 27 Kg Gewicht.


Wenn ich die 106 Ah zu 50% nutze (natürlich auch die AGM) dann habe ich (je nach Quelle, siehe meine Links im vorherigen Post) 2000 - 3000 Zyklen gegenüber 500 Zyklen. Würde eine 4-6 fache Lebensdauer bedeuten. Damit würden sich Mehrgewicht und Mehrpreis rechnen (insbesondere wenn man noch den Preis einer zyklenfesten AGM als Vergleich heranzieht)

Ob allerdings die neue Technologie am Ende hält was man verspricht, bleibt auch noch etwas abzuwarten.
Aber im Auge kann man das durchaus behalten.

IchBinsWieder am 28 Nov 2019 21:27:06

Gerd, ganz so kann man das nicht rechnen, denn 100% Entnahme und 500 Zyklen sind in 7 Jahren auch 70 Nächte p.a.
Das wird ne AGM nicht mitmachen, zumindest nicht die 100% Entnahme.
Selbst wenn du ne AGM auf sagen wir mal 30% entlädst, brauchst du 1,6 AGM á 95Ah um die gleiche Kapazität zu gewinnen, also auch 240€, aber auch 43kg, dann wäre die Blei-Carbon wieder 7kg im Vorteil. Das lässt sich ja nur vergleichen, wenn man die gleiche Kapazität zu Grunde legt.

Es ist ne Alternative, aber leider keine, die so verlockend klingt, dass man es ausprobieren müsste. Was mich stört ist die Begrenzung der Ladung auf 0,2C. Das wäre mir, bei unserem Reiseverhalten, zu wenig.
Aber das ist meine Meinung ... teilen muss die keiner ;)

Stocki333 am 29 Nov 2019 08:08:03

Was mich stört ist die Begrenzung der Ladung auf 0,2C.

Diese geringen Entladeströme und Ladeströme sind auch in der Praxis fast ein wenig wenig. Wie sieht es mit höheren Strömen aus.
Das würde ich mir 2 x Überlegen die zu kaufen. Sonst besorg dir doch eine Lithium, direkt in China. Da weißt du wenigsten was Du kaufst.
Oder eine Neue PB. ausser du willst Verbrauchsmäßig aufrüsten. Dann ist aber die neue Technologie nicht die beste Wahl.
Franz

Gast am 29 Nov 2019 09:09:48

Sonst besorg dir doch eine Lithium, direkt in China.
Franz


Hallo Franz,

hast Du denn eine Bezugsquelle für LiFeYPo4 in China?

Grüße.
Michi.

Stocki333 am 29 Nov 2019 12:44:08

Hallo Blacky
Nicht direkt. Es kommt immer darauf an, was du der zumuten willst. In diesem Zusammenhang ein paar Feature. BMS sollte 150 A können.
Accus mit 100 A machen häufig Probleme beim Einschalten von WR und auch ein Fall von Hubstützen.
Das einmal durchlesen, dann verstehst du das besser.
--> Link
ich habe in letzter Zeit mir so die Anbieter in Ch... durchgeschaut. Allerdings nur die zellen.
--> Link
Einer ist mir dabei ins Auge gestochen. Der gibt nähmlich -10 Grad Ladetemperatur an. Allerdings bei seinen Fertigaccus nur 0 Grad.
Allerdings noch nicht genauer durchgeschaut.
ABer du findest auch Accus die im Forum bekannt sind auf Chinesischen Seiten. Das als heißer Tipp.
Vor kurzen war hier auch jemand, der hat nichts an Zoll bezahlt. Der hat auch direkt bestellt. Fällt mir nicht ein wer.
Vielleicht auch das von intresse für dich.
--> Link
Dhgate wie das funktioniert kann ich dir leider nicht sagen.
Aber mache ein neues Thema auf. Denke mir das du genug Feedback bekommst. Und die black Friday geht noch bis Montag.
Gruß Franz

ManfredK am 29 Nov 2019 12:44:21

IchBinsWieder hat geschrieben:Was mich stört ist die Begrenzung der Ladung auf 0,2C.


Woher hast du diese Begrenzung... nur weil Victron bzw. der Hersteller das bei den Dauertests verwendet hat?
Im Datenblatt gibt es diesbezüglich (Begrenzung des Ladestromes) keine Aussage, sondern nur zu den Ladespannungen.

IchBinsWieder am 29 Nov 2019 14:38:31

ManfredK hat geschrieben:Woher hast du diese Begrenzung... ..


Aus dem Datenblatt von victron: --> Link
Zitat (gekürzt wegen Zeichenlimitierung):
Das Wiederaufladen einer Blei-Säure-Batterie braucht Zeit
Im Idealfall sollte eine Blei-Säure-Batterie mit einer C-Rate von höchstens 0,2 C geladen werden. ..... Eine Erhöhung des Ladestroms und der Ladespannung verkürzt die Dauer des Wiederaufladens. Dies führt jedoch zu einer kürzeren Lebensdauer ...


Es ist davon auszugehen, dass sie das ebenfalls nicht ab kann, sonst würden sie es als Vorteile einer Blei-Carbon herausstellen.
Du wirst das doch nicht anders interpretieren, oder?

Ich hab nichts gegen neue Technik, aber dieser Punkt ... wie schon erwähnt .. wäre für UNS ein Ausschlußkriterium.
Es ist dennoch schön zu sehen, dass die Hersteller trotz der LiFe-Konkurrenz immer noch in Richtung Blei forschen und weiterentwickeln.

ManfredK am 29 Nov 2019 15:18:27

Dass die Höhe des Ladestromes (natürlich auch die des Entladestromes) Einfluss auf die Lebensdauer nimmt ist unbestritten. Vielleicht einer der Gründe weshalb Furukawa "nur" mit der doppelten Zyklenzahl wirbt, da der Kfz-Generator grundsätzlich nur bestrebt ist die fehlende Ladung schnell auszugleichen und dabei sicherlich mehr als 0,2C an Ladestrom reinsteckt.

Welchen Einfluss ein höherer Ladestrom von 0,2C auf die Lebensdauer hat, bleibt sicherlich der Zukunft noch vorbehalten.
Diese "Idealbedingungen" sind aber für mich noch keine finale technische Limitierung sondern nur deren derzeitiger Kenntnisstand zu den propagierten Zyklenzahlen (da das Entlade/Ladeverhalten doch sehr synthetisch ist, muss diese potentielle Zyklenzahl sicher auch kritisch hinterfragt werden - auch hier geht z.B. Furukawa nur von einer verdoppelung gegenüber einer AGM aus)

By the way..... da ich gerade meine AGM lade - auch meinem EBL sind die idealen 0,1C völlig egal.... es gibt was es mit seinen max. 18A Ladestrom kann, und die Batterie nimmt es dankend ausgehend von 40% Ladezustand bei einer Ladespannung von 13,1V und einem Strom von rund 18A jetzt auf 75% Ladezustand bei einer Ladespannung von 14,1V und rund 18A Ladestrom


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