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Das MoMo in Ostfriesland


moensters am 29 Nov 2019 21:08:18

Wir sind wieder unterwegs! Mit MoMo II und erstmals im herbstlichen Winter. Bitte einsteigen!

Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Neuland und Ärger

Wir betreten Neuland. Für das alte MoMo hatten wir ein Saisonkennzeichen. Mit MoMo II wollen wir rund ums Jahr unterwegs sein. Und wir genießen es sehr, nicht mehr wehmütig im Kalender die Tage bis zum 1. März zu zählen.
Eine Reiseziel für einen einwöchigen Kurztrip musste her. Wir hatten schon viel Gutes über die tollen Museen Auswandererhaus und Klimahaus in Bremerhaven gehört. Also warum nicht mal Richtung Ostfriesland? Und je mehr wir uns mit dem Thema beschäftigten, um so mehr wuchs die Vorfreude. Da wollen wir hin!
Womo-Ärger
Aber vorher mussten noch die Kinderkrankheiten von MoMo II geheilt werden. Was sich aber etwas schwierig gestaltete. Den zu den Kleinigkeiten gesellte sich noch ein Wassereinbruch in die Oberschränke der Küchenzeile. Auweia! Ein Verdächtiger war schnell ausgemacht. Das Kabel von unserer Solaranlage führt genau an dieser Stelle durchs Dach. Wenn das was undicht ist, kommt halt Wasser rein. Also wurde das noch mal neu ordentlich geklebt, so dass wirklich nichts mehr passieren kann. Große Erleichterung.
Um so ärgerlicher, wenn man dann eine Woche später feststellt, dass immer noch Wasser an genau der gleichen Stelle eintritt! Argh! Also wieder mal die 100km nach Arnsberg fahren. Auch wenn wir bisher Herrn Lehmann als eher knurrigen Sauerländer kennengelernt haben, zeigt er sich jetzt doch sehr überrascht und sichert uns eine gründliche Kontrolle zu. Und tatsächlich war es eine Undichtigkeit an einer Kantenleiste, durch die das Wasser eindrang. Ist jetzt behoben, aber wirklich begeistert sind wir von der Fertigungsqualität bei Eura bisher nicht.
Ab auf den Ostfriesenspieß
Für die Werkstattaufenthalte hatten wir vieles ausgeräumt. Bis wir jetzt alles wieder verstaut haben, dauert es länger als gedacht, so dass wir erst zur Mittagszeit loskommen.
Das Wetter ist November pur: grau, nass, windig und kalt. Wir reihen uns auf der Autobahn also brav hinter einen LKW ein und lassen geduldig eine Baustelle nach der anderen im Wechsel mit Staus über uns ergehen, bis es auf der A31, dem Ostfriesenspieß, dann ruhiger wird.
Aber die Zeit tickt nur so runter und schon um drei Uhr hat man das Gefühl, in der Abenddämmerung zu fahren. Wir werde also im Dunkeln ankommen.
Kleinbonum
Wir haben uns für Ditzum, direkt an der Ems ganz im Westen von Ostfriesland gelegen, als Zielpunkt entschieden. Die Orte hier haben schon mal sehr sympathische Namen: Jemgum, Bingum, Pogum. Erinnert einen sofort an die Römerlager rund um das Dorf von Asterix. Und Ditzum ist ein echtes Kleinbonum: Klein und gut.
Der Stellplatz Ankerplatz wird an der Straßenseite von einer Hecke begrenzt, so dass wir vom böigen Wind geschützt sind. Und das Einparken im Dunklen wird durch die klar erkenntlichen Plätze auch erleichtert.
Fischfreuden
Nach der ekligen Autofahrt wollen wir uns belohnen. Mit einem Abendessen im Alten Haus am Siel. Was eine gute Wahl! Denn nicht nur ist die Bedienung freundlich, die Atmosphäre gemütlich und das Bier gut: Vor allem die Fischgerichte können sich sehen lassen. Was sich bei der Krabbensuppe schon angedeutet hat, wird bei dem Fisch aus der Pfanne zur Gewissheit. Wir kriegen Scholle, Butt und Seezunge, die direkt in der gusseisernen Pfanne serviert werden. Die Portionen sind wirklich sehr großzügig und der Fisch vom Feinsten.
Dafür hat sich die Anreise doch schon mal gelohnt!

Anzeige vom Forum

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Maren1 am 30 Nov 2019 11:11:50

Wir haben jetzt zwar seit einem Jahr einen Wohnwagen, dennoch lese ich hier im Forum immer gerne mit und wenn es nach Ostfriesland geht, kenne ich mich sogar gut aus (wir kommen aus Nordhorn und brauchen nur ein Stündchen bis Leer)
In Ditzum waren wir schon oft um Radtouren zu machen. Ich bin gespannt, wie eure Reise weitergeht! Die Museen in Bremerhaven sind toll, liegen aber nicht mehr in Ostfriesland...
Liebe Grüße
Maren

Sprintertraum am 30 Nov 2019 12:07:29

moensters hat geschrieben:Wir sind wieder unterwegs! Mit MoMo II ...

... und ohne Bescheid zu sagen ... :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
Moin
Gute Reise und Danke für Foto`s und Berichte ... :mrgreen:
Grüß OTTO schön. ( Nein, nicht der Versand Handel ) :lach:

bonjourelfie am 30 Nov 2019 15:31:51

Hallo, habt ihr es bemerkt? Ich bin ganz leise zugestiegen...

LGElfie

frankjasper8 am 30 Nov 2019 16:41:49

Liebe moensters,
ich steige auch mal mit in das MoMo II ein und freue mich auf eine schöne Reise durch Ostfriesland, das ja eigentlich im Nordwesten liegt. :)
Ich hoffe, das an eurem MoMo II jetzt dann auch die "Kinderkrankheiten" ausgestanden sind und nun die Reisen nicht nur bis zur Werkstatt nach Arnsberg gehen :eek:
Mal sehen, was Ihr in Ostfriesien alles erlebt. Ihr wißt ja, der Ostfriesennerz gehört in jeden Kleiderschrank und ´nen schöner Ostfriesenstammtisch beginnt am Nachmittag mit der Teezeremonie... :)

So, dann macht mal weiter, bin gespannt auf die nächsten Etappen! :)

andreaveloce am 01 Dez 2019 08:36:56

Moin!

Da habt Ihr Euch eine schöne Ecke ausgesucht, nur: lasst das bloß keinen Bremer (Bremerhavener) hören, dass Ihr Klima- und Auswandererhaus besuchen wollt und deswegen nach Ostfriesland fahrt :eek: - zwischen Ostfriesland und Bremerhaven liegt noch der Landkreis Friesland (Jever ist sehr schön) und die Wesermarsch!

Wenn Ihr es einrichten könnt, nehmt noch die Stadt Oldenburg (meine Heimatstadt) mit: sehr schöne Innenstadt mit Schloss und Schlossgarten und seit dieser Woche auch einem schönen Weihnachtsmarkt. Vielleicht können wir zusammen dort einen Glühwein trinken und über Schottland plaudern :( :) ?

Munter bleiben!

Andreas

MiGu1418 am 01 Dez 2019 09:17:02

Hallo,

bin auch noch zugestiegen und mach mich ganz klein, damit genug
Platz für die Anderen bleibt.

Gruß Guido

haroba am 01 Dez 2019 09:27:45

Moin!

Teil 2 ist auch schön geworden.
Ja, unser Ostfriesland ist eben ganz anders.

Brauchst Du noch Tipps für Ostfriesland?
Schau mal nach, da habe ich viele Ostfriesland-Tipps zusammengestellt.
--> Link

Viel Spaß in unserer Heimat!

Munterholln!
Hartmut

Sag bitte niemals Moin! Moin!,
sondern immer nur Moin!
Ein Wort reicht, das andere ist Geschwätz!

moensters am 01 Dez 2019 11:07:39

Puh, das wird aber ganz schön voll im MoMo! Aber wir kriegen das hin - wer nimmt die Stehplätze?

Vielen Dank für die Richtigstellung bezüglich Bremerhaven - für uns Bergische war alles „da oben“ irgendwie Ostfriesland. Wieder was gelernt...

Hartmut, Deine Seite mit den schönen Fotos ist ja wirklich eine wahre Fundgrube! Sehr verlockend - ich glaube, wir werden noch öfter wiederkommen!

Andreas, dein Tipp mit Oldenburg hört sich gut an und das „über Schottland quatschen“ auch. Hattest Du uns nicht den Tipp gegeben, nach Barra zu fahren? Danke, danke, danke! Ich würde mich dann vielleicht Mittwoch oder Donnerstag mal per PN melden, da wir das dann eher auf dem Heimweg machen würden.

Jetzt aber weiter auf der Reise:

260 Zentimeter unterm Meer



Wie schön! Es scheint doch tatsächlich die Sonne, nachdem beim Aufstehen noch die Regentropfen aufs MoMo geprasselt sind. Da es immer noch graue Wolken am Himmel hat, kriegen wir zum Frühstück sogar einen Regenbogen spendiert. So kann’s weiter gehen!
Ausgestorbenes Dorf
Wir starten extrem relaxt und damit spät in den Tag. Ditzum wollen wir uns jetzt auch mal bei Tageslicht angucken. Ein charmanter Ort mit seinen roten Backsteinhäuschen und dem hubbeligen Kopfsteinpflaster. Und mit einer absolut zentral im Ort gelegenen Windmühle.
Der Blick über den Deich und die Ems nach Emden ist jetzt nicht so spektakulär. Da hatte ich mir mehr von versprochen. Aber das Fischhaus im Hafen hält, was es verspricht. Eine schöne Mischung aus Imbiss und Restaurant. Und vor allem: mit frischem Fisch. Da wir aber noch recht satt vom Frühstück sind, reicht es nur für ein leckeres Fischfrikadellenbrötchen. Aber wir sorgen schon mal vor und kaufen noch Krabben und geräucherten Butterfisch fürs Abendessen ein.
Ditzum ist um diese Jahreszeit wirklich wie ausgestorben. Aber die zahlreichen Ferienwohnungsschilder und der zweite Womostellplatz mit 45 Plätzen lassen uns schwer vermuten, dass hier im Sommer richtig was los ist. Und es hat ja auch was für sich, wenn man die nette Hafenszenerie praktisch für sich allein hat.
Ab aufs Rad
Was macht man, wenn man ins flache Radfahrparadies Ostfriesland kommt? Natürlich aufs Rad steigen, um die nähere Umgebung zu erkunden. Nur Mütze und Handschuhe sollte man dann schon anziehen, denn der Wind ist trotz Sonnenscheins auf Dauer eisig.
Wir fahren ein Stück der Dollardroute, die hier das deutsch-niederländische Grenzgebiet verbindet. Warum man die mit „d“ schreibt, die dazugehörige Meeresbucht aber Dollart heißt, ist ein ostfriesisches Mysterium…
Wir finden es auf jeden Fall super, entlang des Deichs zu radeln. An der ehemaligen Ölplattform kann man auch mal über den Deich und auf den Dollart hinaus schauen. Das mit dem Radeln zur Plattform lassen wir aber bei den doch recht stattlichen Pfützen auf dem Weg mal lieber ausfallen.
Stattdessen fahren wir von hier aus landeinwärts zum Wynhamsterkolk. Seines Zeichens mit 2,60m unter dem Meeresspiegel der niedrigste Punkt Niedersachsens. Und noch dazu mit einer pittoresken Windmühle gesegnet. Schön hier!
In Ditzumverlaat fahren wir wieder Richtung Norden. Und notieren den netten Stellplatz dort schon mal als Alternative für den nächsten Besuch. Auf dem Weg nach Hatzum (ich liebe diese um-Dörfer!) gibt es jede Menge Landschaft zu sehen. Und Himmel. Und Vögel. Aber leider liegt das Melkhuske, in dem wir Kaffee und Kuchen anvisiert hatten, im Winterschlaf. Nix los hier.
Also weiter zurück nach Ditzum. Wieder am Deich entlang. Nur diesmal mit Gegenwind. Und zu guter Letzt mit Regen. Da hat sich die einzige Regenwolke genau über uns abgeregnet!
Wärmende Friesenwaffel
In Ditzum freuen wir uns, im Lüttje Cafè einzukehren. Dort gibt es Friesenwaffeln, die anstatt mit den üblichen heißen Kirschen mal mit warmen Pflaumenmus serviert werden. Lecker! Nur den Pott Ostfriesentee für 9€ finden wir preislich etwas sportlich. Vor allem, da unser Bargeld langsam zu Ende geht und der einzige Geldautomat in Ditzum vor 3 Wochen abgebaut wurde. Und bargeldlos kann man hier noch nicht bezahlen. Da ist Deutschland mal wieder fest im 20. Jahrhundert verankert.
Da es im November schon früh dämmert, ist es nach unserem Einkauf im Edeka schon dunkel. Aber der Edeka ist zumindest unsere Bargeldrettung. Denn hier kann man sich beim Einkauf dann auch mit Bargeld versorgen. Also doch ein Hauch von Moderne?
Wir machen es uns im MoMo gemütlich. Nachdem Annette noch Sauce und Dips für unsere Krabben und den Butterfisch aus dem Fischhaus gezaubert hat, können wir wieder schlemmen. Der Butterfisch, den wir zuvor noch nie gegessen hatten, macht seinem Namen alle Ehre. Er zerfällt förmlich im Mund und hat eine ganz besondere, eher unfischige Konsistenz. Wieder was gelernt!

Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Säcker am 01 Dez 2019 11:11:56

Ich bin auch dabei! Ach ja, Ditzum, unser häufigstes Ziel an Silvester. Beide Stellplätze sind dann rappelvoll. :ja:

moensters am 01 Dez 2019 20:00:51

Schiefe Türme



Wir sind wahre Glückspilze! Das Wetter meint es sehr, sehr gut mit uns - vor allem für den November. Kaum Wolken am Himmel und strahlend kaltblau. Ein toller Start in den Tag!
Schiefer Turm No. 1
Unser erstes Ziel ist der schiefe Turm von Midlum.
Nicht ganz so schick wie sein berühmter Namensvetter in Pisa, dafür aber deutlich geneigter: Angeblich 6,74° - in Pisa sind es „nur“ ca. 4°! Das ganze wird allerdings dadurch etwas geschmälert, dass die stählernen Stützpfeiler die Neigung etwas entzaubern. Durch die eher quadratische Form des Glockenturms wirkt es auch nicht so spektakulär wie in Italien. Und ich stelle fest, dass stürzende Linien beim Fotografieren auch mal anders nerven können: Der Turm sieht nämlich in der Realität deutlich schiefer aus als auf den Fotos. Man sollte also auf jeden Fall selber hinfahren, wenn man das volle Programm erleben will!
Zudem haben wir das Glück, dass das Licht einfach fantastisch ist: Eine Regenwolke zieht an uns vorüber und sprenkelt uns auch ganz leicht, sorgt aber vor allem für großartige Stimmung!
Schiefer Turm No. 2
Wir verlassen das ruhige Rheiderland, unterqueren die Ems bei Leer und steuern in Richtung Emden. Aber anstatt in die Ostfriesenmetropole Emden zu fahren biegen wir an der Autbahnausfahrt lieber rechts ab. Zum nächsten schiefen Turm. In Suurhusen. Hier ist der Neigungswinkel „nur“ 5,2°, sieht aber aufgrund des deutlich höheren Turms gleich beeindruckender aus. Und auch hier das gleiche Spiel: Sensationelles Licht, aber so wirklich geben die Bilder die wahre Schiefe nicht wieder. Zweite Hinfahrempfehlung!
Greetsiel
Nur wenige Kilometer weiter und wir kommen in Greetsiel an. Eines von den vielen ...sielen an der ostfriesischen Küste. Und sicherlich nicht das schlechteste! Wir parken das MoMo am großen und zu dieser Jahreszeit leeren Parkplatz an der Doppelwindmühle.
Wir flüchten zunächst mal vor einem Schauer in eines der vielen Touristengeschäfte und gucken uns an, was hier so alles an den Mann und die Frau gebracht werden soll. Wir lernen, dass es jede Menge Ostfriesenkrimis gibt und Leuchttürme und Seehunde wirklich immer gehen. Und echte Treibholzstücke als Skulptur direkt ein kleines Vermögen kosten können. Den üblichen T-Shirt und Andenkenkram gibt es natürlich ebenso. Aber zumindest meist noch in der eher geschmackvollen Variante. Und ich gebe zu: Den kleinen nachgebauten gelb-roten Pilsumer Leuchtturm könnte ich mir schon gut im Vorgarten vorstellen...
Teezeremonie
Nachdem der Regen durchgezogen ist, streifen wir durch die Gassen und versuchen, ein Gefühl für das Städtchen zu kriegen. Auf jeden Fall gibt es hier viele Boutiquen und Einkehrmöglichkeiten.
Und am Hafen treffen wir sogar schon auf den Nikolaus! Oder ist das der Sinterklaas aus Holland, der hier Urlaub macht?
Der Hafen von Greetsiel liegt toll im Abendlicht. Da m,achten sich die Fotos fast von alleine. Wobei: Abendlicht? Ich gucke auf die Uhr und stelle fest, dass es gerade mal drei Uhr ist! Verflixter Winter! Aber für uns ein klares Signal, dass jetzt Teezeit ist.
Von außen lacht uns das is Teetied mit seiner „Ossi-Torte“ an. Also: Ossi wie Ostfriesland... Und von innen ist alles eine kleine Zeitreise: alte Möbel, uralte Fotos an den Wänden und aus den Lautsprechern dudelt Richard Clayderman in Dauerschleife. Ich hab das mal für euch gegoogelt: „Dolannes Melodie“, was genau das Stück ist, was man (neben „Ballade pour Adeline“) im Kopf hat, wenn man mit dem Namen Clayerdman noch was anfangen kann... Und spätestens nach der dritten Runde ist das echt entnervend!
Die Ossitorte hat es dann in sich: die Spezialität daran sind in Rum eingelegte Rosinen. Und ich würde sagen: Die haben ordentlich im Rum gelegen! Und dazu natürlich wieder Ostfriesentee. Und ich übe fleißig, die Sahne so geschickt und vorsichtig in den Tee gleiten zu lassen, dass man die schönen Feuerwerkswölkchen sieht, die dadurch entstehen.
Ab an den Deich
Als wir die Teestube verlassen wird es schon dunkel. Wir sehen gerade noch die letzten Fitzel der Sonne und müssen uns jetzt sputen. Südlich vom Pilsumer Leuchtturm gibt es einen riesigen Parkplatz an dem man frei stehen kann. Den steuern wir an.
Und obwohl die Sonne schon untergegangen ist und die Industrieanlagen/Windpark vor Eemshaven in den Niederlanden nicht ganz so pittoresk sind: Die Farben und die Weite des Blickes über das Meer sind schon ganz schön schön! Hier bleiben wir.

Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

moensters am 01 Dez 2019 22:01:54

Rot-gelbe Streifen

Morgens leuchtet der Himmel rot und ein leichter Nebel liegt über dem Land. Ein echter Wintermorgen.
Gestern haben wir es nicht mehr zum Pilsumer Leuchtturm geschafft. Das wollen wir dringend nachholen. Annette hat den guten Einfall, dass wir nicht den langweiligen Weg hinter dem Deich nehmen, sondern direkt am Watt entlang wandern und dann irgendwann Richtung Leuchtturm abbiegen.
Wattwunder
Das Wetter meint es weiter gut mit uns und beschert uns tolle Aussichten auf die Weite des Watts und den Himmel, der sich darin wunderbar spiegelt.
Da sieht dann selbst die eigentlich nicht so hübsche Silhouette der Industrieanlagen durchaus spektakulär aus - mit den monochromatischen Farben fast wie aus eine Kulisse aus einem Science-Fiction-Film.
Aber auch die Natur zaubert mit dem genau richtig bewölktem Himmel ein Highlight nach dem anderen vor unseren Augen. Wir fotografieren wie wild.
Bitte wenden
Wir stellen auf Höhe des Leuchtturms fest, dass wir ein bisschen naiv waren. Denn vom Wattrand kommt man hier nicht zum Leuchtturm. Denn es gibt keinen Weg, sondern viele Siele, die zu breit zum Überspringen sind.
Und der Weg Richtung Norden, der uns wieder zum Deich führen würde, wird immer wieder von großen Matschepfützen unterbrochen, die wir beim dritten Mal dann auch nicht mehr umrunden wollen. Wir kehren lieber um.
Fotogener Leuchtturm
Dann fahren wir eben mit dem MoMo zum Leuchtturm. Das einzig Doofe daran: Die Hunde müssen auch hier wieder im Wohnmobil bleiben. Das strikte Hundeverbot am Deich ist zwar wegen der Schafhaltung verständlich, nervt aber trotzdem.
Angenehmer Nebeneffekt der Nebensaison: Der recht kleine Parkplatz ist jetzt kostenlos. Was hier in den Sommermonaten abgeht, möchten wir uns aber lieber nicht vorstellen...
Denn der Pilsumer Leuchtturm ist sicherlich ein touristischer Hotspot. Bekannt u.a. aus den Otto-Filmen wirkt er mit den freundlichen rot-gelben Streifen und der geringen Bauhöhe einfach liebenswert-knuffig.
Einfach jeder, der dorthin kommt, macht seine mehr oder weniger gelungenen Erinnerungsfotos. Man könnte auch einfach nur Studien betreiben, was und wie die Leute so knipsen. Und wir sind da keine Ausnahme!
Idylle am Siel
Nachdem wir in Greetsiel entsorgt haben fahren wir nur noch ein paar Kilometer. Wir lieben es ja, eine Gegend gründlich zu erkunden und nicht nur eine Sehenswürdigkeit nach der anderen wegzugucken. Und heute ist halt unser Deichtag.
Am Leybuchtsiel zwischen Greetsiel und Norddeich kann man wunderbar stehen und kann Richtung Inland auf das Norder Tief blicken, dass sich hier an der Schleuse seeähnlich verbreitert.
Und wenn man auf den Deich geht, guckt man auf die Marschen, die sich noch weit bis zum Meer erstrecken. Und kann, so wie wir, schon wieder einen dollen Sonnenuntergang bestaunen.

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holger65 am 01 Dez 2019 22:57:48

wir fahren immer raus aus Ostfriesland (Leer) :lach:

Wir finden es ist woanders schöner als bei uns :cry:

Dabei sind deine Bilder von unserer Gegend wunderschön!

Habt eine schöne Zeit bei uns

Holger

Maren1 am 01 Dez 2019 23:07:28

Ich bin es nochmal :) , wenn ihr mit euren Hunden einen schönen Spaziergang machen wollt, dann fahrt nach Hilgenriedersiel (zwischen Norddeich und Nessmersiel). Dort gibt es am Deich einen Parkplatz, von dem man direkt ans Watt laufen kann. Als wir vor drei Wochen da waren, gingen viele dort mit ihren Hunden spazieren. Man hat einen einmaligen Blick auf Norderney und
Baltrum. Bei uns war es aber sehr matschig, auf jeden Fall Wanderschuhe anziehen!
Auch in Dornumersiel gibt es Hundewege am Wasser, die direkt vom Womostellplatz aus starten. Ansonsten ist es sehr schwer mit Hunden an der Küste das Meer zu sehen.
Liebe Grüße noch mal von
Maren

haroba am 01 Dez 2019 23:42:16

Moin!



Der schiefe Turm von Suurhusen.

2011 vom Feldweg weiter weg fotografiert.

Munterholln!
Hartmut

moensters am 02 Dez 2019 22:40:51

Ort mit Betriebsferien

Wir können uns nicht beschweren - es beginnt schon wieder ein sonniger Tag. Fast schon unheimlich!
Nachdem die Hunde gestern deichbedingt nur ein Sparprogramm an Auslauf hatten, soll es heute eine Belohnung geben: In Norddeich gibt es einen Hundestrand! Da soll Toben und Buddeln und Laufen doch möglich sein.
Wir fahren nach Norddeich und der Ort macht seinem Namen alle Ehre: Man sieht nämlich nur den hohen Deich... Wenn man den dann erklommen hat, sieht man vor sich zwar etwas Sand und Dünen, aber das ganze ist schon sehr sparsam - wir sind seit Schottland anscheinend offiziell versaut, wenn es um Strände geht...
Trauriger Hundestrand
Und er Hundestrand wirkt dann auch eher wie ein Alibistrand. Gemessen an der „Keine Hunde auf dem Deich“-Regelung ist es zwar ein attraktives Angebot, aber räumlich wirklich reichlich begrenzt und schmal. Nix zum Spazierengehen, sondern halt ein Areal, wo die Hunde frei laufen dürfen. Ähnlich wie die Hundewälder in Dänemark.
Elli ist das jedoch komplett egal: Sie freut sich einfach, endlich mal wieder wie bekloppt ihre Runden zu drehen und dafür zu sorgen, dass die anderen Hunde auch bespaßt werden.
Sie lässt wirklich nichts aus und fetzt mit einem anderen Hund auch noch mal durch den Schlick - ihre Beine sehen danach aus wie nach einer Fangopackung. Hmmm!
Wie gut, dass das neue MoMo eine Außendusche hat! Premiere. Und sowohl Annette als auch überraschenderweise Elli sind ganz angetan von dieser Möglichkeit der Entschlammung und Entsandung.
Fischflopp
Wir würden gerne mal wieder ein Fischbrötchen essen. Wir sind fast schon auf Entzug! Aber beim „de Beer“ am Hafen gibt es keine Parkplätze und der Großparkplatz für die Fähre will keine Womos und Busse sehen. Dann eben nicht.
Denn auf der langen Norddeicher Straße gibt es genug Alternativen. Und die Aal- und Fischräucherei Störtebeker sieht ganz brauchbar und einladend aus. Nehmen wir halt die.
Großer Fehler.
Ich bestelle mir die ostfriesische Fischcremesuppe und Annette nach der leckeren Erfahrung in Ditzum eine Krabbensuppe. Und beides könnte nicht ferner von dem leckeren Genuss im Alten Sielhaus sein. Wobei meine Fischsuppe wirklich ein Kunststück ist: Es schwimmen viele unkenntliche Fischbröckchen in ihr herum - nur leider schmeckt man so gut wie gar nichts, was einen an Fisch erinnert. Die „Creme“ ist dann auch keine Sahne, sondern eher fiese Speisestärke, davon aber reichlich. Und auch die Krabbensuppe schmeckt erstaunlich wenig maritim. Man wird den Eindruck nicht los, dass hier Reste verwerte werden...
Und auch bei unserem „Hauptgang“, der aus zwei Fischbrötchen besteht, greife ich ins Klo. Der Backfisch schmeckt so merkwürdig, dass die (immerhin freundliche und aufmerksame) Bedienung zu mir kommt, als sie meinen Gesichtsausdruck sieht. Zurecht. Sie bietet mir an, noch mal ein frisches Fischbrötchen für mich zu machen. Das schmeckt dann zumindest akzeptabel. Und Annette kann über ihr Brötchen mit geräucherter Makrele auch nichts schlechtes sagen.
Wir sind aber trotzdem bedient. Was Fisch angeht, sind wir von Nord- und Ostsee wirklich besseres gewohnt.
Stillgelegter Ort
Wir machen jetzt einen großen Sprung Richtung Osten. Nach Neuharlingersiel. Und freuen uns auf die Aussicht hinüber nach Spiekeroog und Langeoog. Dorthin fahren wir bei herrlichem Winterlicht auf oft schnurgeraden Straßen.
Auf dem Stellplatz haben wir quasi freie Auswahl. Hier ist wirklich gerade nichts los. Wir machen es uns erst mal gemütlich und gucken uns den Sonnenuntergang aus dem Womo an. Denn wir wollen abends auf die Rolle. Meine Freundin Nicole hat mir den Tipp gegeben, auf jeden Fall ins „Dattein“ zu gehen. Ehrensache, dass wir das dann auch machen.
Wir gehen also abends los und sind vom schön mit Lichtern geschmückten Hafenbecken sofort begeistert. Das sieht aber nett aus! Stimmungsvoll!
Auch der Sielhof, ein Restaurant, das ich zuerst für eine Kirche halte, sieht mit der abendlichen Beleuchtung toll aus. Aber die haben Ruhetag.
Und wir erkennen so langsam ein Muster: Denn auch die Bäckerei, auf die wir uns für morgen früh gefreut haben, hat Betriebsferien. Das Cafè Störmhuus ebenso. Und, bei unserem heutigen Glück: Das Dattein natürlich auch. Bis Weihnachten ist der Ort quasi stillgelegt. Komisch, wenn man bedenkt, wie aufwändig und schön die Straßen weihnachtlich geschmückt sind!
Wir beschließen, dass wir bei unserem heutigen Glück lieber nicht noch eins der wenigen offenen Restaurants aufsuchen. Dann lieber im MoMo abhängen und darauf hoffen, dass es morgen besser wird...

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moensters am 03 Dez 2019 23:29:29

Wintersonne

Heute muss man einfach mal hervorheben, wie toll das Wetter hier gerade ist. Ist sich nix mit Friesennerz - auch der Wetterbericht hat mit seiner angekündigten Bewölkung mal wieder falsch gelegen. Stattdessen blauer Himmel mit strahlender Sonne!
Wir lieben diese Zeit mit der niedrig stehenden Sonne ja sehr - wenn man sie denn zu sehen bekommt. Denn normal ist das hier für Anfang Dezember ja nun wirklich nicht mehr. Wollen wir uns deswegen beschweren? Mal eher nicht.
Still in Neuharlingersiel
Stattdessen gucken wir uns Neuharlingersiel noch mal bei Tageslicht an. Am Fähranleger nach Spiekeroog versammelt sich ein kleines Trüppchen von Inselurlaubern, die alle dieses selige Gleich-geht-es-auf-die-Insel-Lächeln im Gesicht haben. Können wir gut nachvollziehen! Wir bleiben aber auf dem Festland.
Die farbenfrohen Schiffe liegen im Hafen und warten auf Bewunderer. Neben uns sind das aber nur eine Handvoll Leutchen, die ebenso wie wir ziellos herumschlendern. Von der Betriebsamkeit, die hier im Sommer herrschen muss, ist rein gar nichts zu spüren.
Lecker in Carolinensiel
Auf ins nächste Siel! Die gibt‘s hier ja zum Schweinemästen - wir müssen also etwas selektieren. Von Carolinensiel haben wir aber viel Gutes gehört. Unter anderem, dass die einen großen Weihnachtsbaum auf dem Wasser haben. Hört sich gut an!
Es gibt dann sogar nicht nur den Weihnachtsbaum, sondern auch einen Weihnachtsmarkt rund ums Hafenbecken. Alle Buden sind aufgebaut und: geschlossen.
Wir treffen schon wieder einen Ort im Winterschlaf an. Denn den Weihnachtsmarkt gibt es nur von Donnerstag bis Sonntag... Und auch die meisten Geschäfte und Restaurants haben Urlaub, Betriebsferien oder Ruhetag. Eine Einkehrmöglichkeit nach der anderen zeigt uns die kalte Schulter. Dabei sehen manche nun wirklich äußerst einladend aus!
Als wir schon frustriert zum MoMo zurückkehren wollen, sehe ich auf der anderen Seite des Hafenbeckens Licht in einem Restaurant brennen. Die werden doch wohl nicht geöffnet haben?
Tatsächlich! Der Heimathafen hat geöffnet und sieht sogar spannend aus. Ein Cafe-Bistro, eher modern im Lounge-Stil eingerichtet. Gefällt uns! Und für die Tortenauswahl in der Vitrine wurde sicherlich das Wort Kalorienbombe erfunden. Halleluja, sind das Kaventsmänner!
Wir schwanken noch zwischen stark vorgezogener Teestunde oder einem Snack von der sehr mundwässernden Karte. Wir bleiben dann doch bei der herzhaften Variante. Und sind mit unserer Entscheidung absolut glücklich. Lecker hier!
Chillig in Schillig
Wir warten ja immer noch auf unseren ersten „echten“ Strand auf dieser Reise. Da der Hundestrand gestern in Norddeich auf der Meeresseite wieder gepflastert war, zähle ich ihn mal nicht. Ein Strand hat einfach nahtlos ins Meer überzugehen.
In Schillig gibt es dann nicht nur einen langen Sandstrand, sondern sogar auch einen, an dem wir die Hunde mitnehmen dürfen. Allerdings angeleint...
Elli braucht ein wenig, bis sie versteht, dass sie nicht ihre wilden Runden drehen darf und das Gefühl von totaler Freiheit hier für sie nicht zu kriegen ist.
Wir freuen uns, mal wieder einen Strandspaziergang zu machen, auch wenn schon allzubald der Hundeabschnitt endet und wir wieder umkehren müssen. Ist aber gar nicht mal so schlimm, denn die Sonne kündigt schon an, dass sie doch jetzt bitte bald mal untergehen wolle. Um halb vier.
Außergerwöhnlich: es gibt hier ungewöhnlich grün angelaufene Muscheln - liegen die hier so lange rum, bis sie Moos ansetzen? Denn Brandung gibt es (heute) so gut wie keine.
Teestube Stövchen
Da der Stellplatz in Schillig geschlossen ist, fahren wir wieder zurück zum Stellplatz am Wangermeer bei Hohenkirchen, wo wir zwischendurch schon ver- und entsorgt hatten. Das „Meer“ in Wangermeer ist übrigens leicht übertrieben - in Wahrheit ist es ein künstlich angelegter Freizeitsee. Aber auch mit einem neu angelegten Womostellplatz, den wir jetzt gerne in Anspruch nehmen.
Nachdem wir das Abendrot über den Bäumen bewundert haben, gehen wir in den Ort, wo wir mittags bei der Durchfahrt schon die geöffnete(!) Teestube Stövchen entdeckt hatten. Dort wollen wir unseren Hochzeitstag stilecht mit Ostfriesentee und Torte feiern.
Und es sieht gut aus: nett eingerichtet, sogar mit ein paar Friesensofas, die Annette so liebt. Und die Torten in der Vitrine sehen ebenfalls gut aus und sind vielleicht dankenswerterweise auch nicht so mächtig wie die im Heimathafen.
Wir lassen es uns also schmecken und kehren happy zum MoMo zurück. Nur leider merke ich auf dem Rückweg, dass sich da irgendwas in meinem Magen meldet und gerne wieder ans Tageslicht möchte. Ich versuche noch ein bisschen, dagegen anzukommen, fühle mich dann aber letzten Endes doch besser, als die Torte und ich wieder getrennte Wege gehen. Aber trotzdem: So ein Ende hatte der Tag jetzt nicht verdient...

Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

HeikeD am 04 Dez 2019 08:56:58

Danke für den schönen Bericht und die tollen Fotos.
Die Fischplatte in Ditzum hatten wir auch schon ein paar mal - sehr empfehlenswert :D

bonjourelfie am 04 Dez 2019 10:29:22

Manchmal muss man sich etwas zweimal durch den Kopf gehen lassen...ich wünsch dir gute Besserung und danke für die eindrucksvollen Bilder meiner Heimat.

LGElfie

haroba am 04 Dez 2019 11:46:17

Moin!

danke für Deine schönen Berichte. Macht echt gute Laune.
Und wie schön und humorvoll Du unser Ostfriesland beschreibst.
Dazu die Extraklasse-Bilder.
Danke!

Munterholln!
Hartmut

moensters am 04 Dez 2019 21:13:45

Vielen Dank für das Lob, ihr Drei! Aber bei dem tollen Licht machen sich die schönen Bilder fast von allein. Wir werden da gerade echt verwöhnt. Und die retour gegangene Torte hat gottseidank auch keine Spuren hinterlassen. Wäre heute auch echt ein Jammer gewesen:

Nach Fünf im Urwald

Auch die schönste Glückssträhne endet einmal. Heute morgen begrüßt uns statt des vorhergesagten Sonnenscheins dichter Nebel. Endlich! Sonst hätten wir ja ein völlig falsches Bild von Ostfriesland im Winter bekommen.
Denn irgendwie passt dieses trüb-melancholische Wetter ganz hervorragend zur kahlen Winterlandschaft. Es muss ja nicht jeden Tag so sein...
Für uns gibt es also keine Eile mit dem Losfahren. Wir trödeln so ein bisschen vor uns hin, bis es dann endlich losgeht. Wir wollen noch mal ans Meer, zu unserem letzten -siel der Reise: nach Hooksiel.
Siel erreicht
Wir fahren zunächst zum Außenhafen, um mal einen Blick hinter den Deich zu werfen. Dieser ist beim auch hier noch vorherrschenden Nebel aber sehr bescheiden und da einem die Kälte durch die Klamotten zieht, haben wir auch nicht wirklich Lust, ein bisschen am Deich entlang zu laufen.
An der hochgelobten Fischbude To‘n Fischhus ist ebenfalls Winterpause - alle Tische hochgestellt. Und wenn man die komplett leeren, großen Parkflächen ansieht, kann man den Betreibern nur Recht geben: lohnt sich nicht.
Rauchgenuss
Aber es gibt hier, quasi gegenüber, noch die Brücke (--> Link). Ein Fischrestaurant mit Räucherei - das ist ja auch was für uns. Von außen wirkt es noch ein bisschen wenig einladend. Aber drinnen ist es liebevoll dekoriert. Mit jeder Menge dickbauchiger Flaschen mit Hochprozentigem und Oben-Ohne-Galionsfiguren. Und schade, dass man im Blog keine Gerüche transportieren kann: Es duftet ganz herrlich nach Räucherfisch - aber noch so dezent, dass es nicht nervt.
Was hier in Ostfriesland anscheinend ein Ding ist: einen einzigen Song in Dauerschleife als Hintergrundmusik laufen zu lassen. Diesmal ist es jahreszeitlich angemessen „Driving home for Christmas“, aber nicht von Chris Rea, sondern in irgendeiner Klimper-Instrumentalversion, die aber zumindest nicht so schlimm nervt wie der Clayderman in Greetsiel.
Auch unsere Bedienung ist speziell. Obwohl der Laden nahezu leer ist, dürfen wir erst mal warten. Und unsere Essensbestellung erst aufgeben, als die Getränke zusammengestellt sind. Aber auch, wenn sie manches durcheinander bringt, hat sie doch einen gewissen naiven Charme und eine Freundlichkeit, die das dann wieder wettmacht.
Nach der Fischsuppe des Grauens in Norddeich wage ich es trotzdem wieder - und werde belohnt. So muss eine Fischsuppe schmecken! Und erst im Vergleich mit dieser vorzüglichen Variante wird mir noch mal bewusst, wie unterirdisch (und eigentlich ungenießbar) die Suppe im Störtebeker war. Annette ist von der Krebssuppe ebenfalls angetan.
Und auch die Matjesvariationen und der Räucherlachs sind erstklassig gut. Die verstehen hier ihr Handwerk, so viel ist sicher.
Und da wir leider nicht so schnell wieder hierhin kommen, packen wir uns noch ein paar Sachen aus dem Shop in den Womo-Kühlschrank. Man will ja für schlechte Zeiten vorbereitet sein!
Totsiel
Solcherart zufriedengestellt wollen wir jetzt die eigentliche City von Hooksiel erkunden. Und mittlerweile sind wir ja erfahrene Hasen: Natürlich ist auch hier nix los und die Straßen sind ausgestorbener als ausgestorben.
Auch das Muschelmuseum, dass wir uns als lohnenswert ausgeguckt hatten, ist geschlossen. Hat nämlich nur bis Oktober auf. Naja, dann sind wir wenigstens nicht knapp an einem möglichen Besuch vorbeigeschrappt.
Wir machen das Beste draus und freuen uns an der Sonne, die schon während unseres Restaurantbesuchs die Oberhand über den Nebel gewonnen hat. Aber schon auf unserem kurzen Spaziergang über den Deich am Hooksieler Binnentief wird klar, dass die Sonne auf dem absteigenden Ast ist: Schon bald verschwindet sie hinter den Wolken am Horizont und der Wind wird ein paar Nummern kühler.
Auf in den Urwald
Für uns steht jetzt langsam aber sicher der Rückweg an. Wir verabschieden uns also vom Meer und fahren an Wilhelmshaven vorbei Richtung Süden. Denn eine Sache haben wir noch auf dem Schirm, die uns sehr reizt: der Neuenburger Urwald. Buchstäblich Urwald, denn die Eichen hier sollen bereits 400-800 Jahre alt sein. Und nachdem wir uns letztes Jahr an der Müritz schon für den dort eingerichteten Nationalpark begeistern konnten, wollen wir uns das hier doch mal aus der Nähe angucken.
Wir finden hinter Neuenburg einen famosen Stellplatz am Waldrand. Stilvollerweise auf dem Winterweg. Und wir sehen hier so gerade noch den kitschig roten Sonnenball am Horizont verschwinden. Aber bevor wir uns da in der Dunkelheit im Urwald verlaufen, heben wir uns den Waldbesuch lieber mal für morgen auf.

Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

frankjasper8 am 04 Dez 2019 22:40:05

Liebe moensters,

mit ganz viel Interesse lese ich die Reiseberichte in Eurem Blog. Ich kenne die meisten der besuchten Orte, allerdings zur wettertechnisch wärmeren Jahreszeit. Wo ich nun den Reiseverlauf lese und die schönen Winterbilder anschaue, kriege ich richtig Lust, auch mal in den kühleren Jahreszeit dort herum zu kutschern.
Die Ruhezeiten in Geschäften und Restaurants müssen wir den Menschen aber sicher nachsehen, schließlich müssen die ja auch mal Urlaub machen! :D In den Sommermonaten, bzw. in der Hauptsaison ist da ja meistens die ganze Woche "non-stop" geöffnet.

Ich bin gespannt, wie die Reise weitergeht und bleibe "am Ball". :)

MiGu1418 am 04 Dez 2019 22:53:42

Hallo Michael,

ich muss es noch mal los werden, deine Reiseberichte sind echt gut und
sie erzeugen immer eine Sehnsucht eure Reiseziele selbst zu erfahren.
Deswegen freue ich mich immer wieder, wenn ich sehe das es einen neuen
Bericht von dir/euch gibt.

Gruß Guido

moensters am 05 Dez 2019 11:20:27

Frank, wir sind auf der Zielgeraden. Aber einen Beitrag gibt es noch!

Guido, vielen Dank für die lieben Worte. Wenn ich das schaffe, ist es genau so, wie ich es mir wünsche!

Liebe Grüße, Michael

iwoi am 05 Dez 2019 14:32:48

zwar komm ich spät dazu, doch ich lese den Reisebericht mit Interesse. Sehr schöne Bilder!
Das Fischrestaurant in Hooksiel muss ich mir merken. Bis jetzt bin ich immer nur vorbei geradelt, weil es von aussen wirklich nicht so einladend aussieht!

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Reisebericht Entlang der Weser bis zur Mündung
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