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Microwechselrichter für Balkonsolaranlage im WoMo WoWa 1, 2


bernierapido am 21 Jan 2020 19:21:36

Nachdem ich im letzten Jahr die alten Solarpanels (2X100W) vom Dach meines Wohntrailers auf dem Hausdach aufgeständert und mit einem Microwechselrichter für "Balkonsolaranlagen" ans Hausnetz angeschlossen habe, hatte ich in den paar Monaten von Oktober bis Dezember schon 40kWh ertrag.
Warum also nicht die unnütz vor sich hinladende Solaranlage des am Haus geparkten Sattelwohnmobils auch nutzen.Immerhin bin ich bisher "nur" ca. 90 Tage im Jahr unterwegs.
Also habe ich einen zweiten Wechselrichter für 300W (soviel habe ich jetzt auf dem Caravandach, übrigens aufstellbar in alle Richtungen) Solarpanele bestellt. Die Stecker für Solaranlagenkabel hatte ich gleich mitbestellt.
Heute kam das Teil an, hat 85€ gekostet. Da es mittags in der Sonne recht warm war, ging ich gleich ans Werk.
Im Keller zwei kurze Kabel (6mm²) mit Solarsteckern versehen. Die habe ich genau so angeschlossen, wie die Stecker am Wechselrichter. Da sollte man Plus und Minus auf keinen Fall verwechseln.
Dann zum Caravan. Erst das Minuskabel am Solarladeregler abgeschraubt und mit dem Minusstecker versehen, dann das Pluskabel (damit kein Kurzschluss entsteht, da die Anlage ja Strom lieferte).
Dann habe ich die im Keller gefertigten Kabelenden am Wechselrichter angeschlossen und die Stecker zur Kontrolle verbunden. Alles OK.
Die Stecker wieder getrennt und dann die vom Dach kommenden Kabel in den Miniwechselrichter eingesteckt und den mit der Steckdose im Wohnwagen verbunden. Der Wohnwagen ist fest ans Hausnetz angeschlossen. Die Kontrollleuchte blinkte kurz und hatte nach kurzer Zeit Dauerlicht. Ein Zeichen, dass die Phasen synchronisiert waren.
Jetzt liefert mein Caravan mehr Energie ins Haus, als er zur Erhaltungsladung der Batterie braucht. Da am Haus die Pumpe für die thermische Solaranlage läuft, wenn die Sonne scheint und dann auch gleichzeitig vom Caravandach Strom geliefert wird, wird zumindest ein großer Teil des von mir erzeugten Stromes direkt im Haus verbraucht und damit die Solarzellen auf dem Dach auch ausgenutzt.
Leider habe ich bei einem so preiswerten Wechselrichter keine Kontrolle, wieviel Ausbeute ich haben werde aber der Mehrpreis nur für die Kontrolle hätte sich nicht gelohnt. Vielleicht bau ich noch einen Zähler ein, der den Rückwärts gelieferten Strom zählt, wie ich es schon für die Solaranlage auf dem Hausdach gemacht habe.
Die Anlage ist "fliegend" verkabelt. Ich muss den 230V Stecker ziehen, dann die Stecker zu den Solarzellen und diese dann mit dem Solarladeregler verbinden. Dann ist alles wieder original für die Reise. Drei Stecker raus und zwei rein = 15sec Arbeit.
Übrigens, man kann den Regler nicht im Wohnwagen am 230V Netzt lassen (bzw. es bringt nichts) da er nur Strom liefert, wenn er mit dem öffenlichen Netz synchronisiert ist. Deshalb führen die Pole des Netzsteckers auch keinen Strom, wenn er nicht in einer Steckdose steckt.

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: --->Link

proff56 am 21 Jan 2020 19:49:58

Hat dein Microwechselrichter vom Hersteller aus einem Schukostecker an der 230V-Einspeiseleitung? :roll:

bernierapido am 21 Jan 2020 20:28:36

Nein, einen speziellen Stecker, bei dem L und N nicht vertauscht werden können. Das muss ich beim Einstecken des Wohnwagens auch beachten (CEE-Stecker).

rolfblock am 21 Jan 2020 21:20:52

Musst du N und L beachten, oder sollst du das nur?
Ich kann die Notwendigkeit nicht erkennen.
Die Panels sind erdfrei.
Dann kommt der WR; mit wieviel Polen geht der in die Womo Steckdose?

Er braucht nur zwei. Wenn er drei hat, sind dan zwei verbunden?

Ich kann keinen Sinn darin sehen, N und L festzulegen. Schaden tuts natürlich nicht.

Die Applikation gefällt mir!

bernierapido am 21 Jan 2020 22:12:58

Proff 56 kann dir das bestimmt besser erklären, waurm.
Fest steht, dass Phase (L Schwarz oder Braun) an Phase und Neutralleiter(N Blau) an Neutralleiter und Schutzleiter (PE oder G grüngelb) an Schutzleiter müssen.
Steht auch definitiv so in der Anleitung.
Das ist eigentlich auch sonst wichtig. z.B. muss man immer die Phase schalten und nicht den Neutralleiter (wenn dann nachts deine LED leuchten obwohl der Schalter aus ist, hast du N geschaltet).
Auch beim Anschluss von Leuchtmittelfassungen (Glühbirnen) muss die Phase an den Mittenkontakt und N an das Schraubgewinde.
Auch wer evtl. CEE-Stecker selbst verkabelt, muss darauf achten, dass die Kontakte an die richtigen Leiter angeschlossen sind. Deshalb soll es auch keine Verbinder von CEE auf Schuko geben, weil man Schuko eben drehen kann. Dann hat man im Wohnwagen L und N vertauscht. Ich finde, dass der Schuko nkein guter Stecker ist, der in Frankreich kann z.B. nicht verkehrt herum eingesteckt werden.

Wer mit einem "Phasenprüfer" an einer Steckdose prüft, sieht, dass bei einem Kontakt (L) die Anzeige glimmt, beim anderen (N) nicht.

proff56 am 22 Jan 2020 11:39:05

bernierapido hat geschrieben:Proff 56 kann dir das bestimmt besser erklären, waurm.


Hallo Bernhard,
ob ich es besser erklären kann, möchte ich nicht beurteilen. Und was ich Dir dazu erklären kann, möchte ich an dieser Stelle auch nicht mit Zitieren von Paragraphen untermauern, das führt nur wieder zu endlosen Diskussionen.

Zudem darf meine nachfolgende Erläuterung nicht als Schuldzuweisung und schon gar nicht als Verurteilung verstanden werden. Es sind Ratschläge und sollen helfen, eigene Entscheidung zu finden - man/frau kann nicht alles wissen, und leider weist nicht jeder Hersteller auf alle Bedingungen hin. Allerdings wissen wir alle zur Genüge, dass Handlungen an der Elektroanlage nur von zugelassenen Fachkräften erfolgen dürfen, insofern sollte man sich auch vorher ausreichend informieren.

Nun zur Grundlage meiner Erläuterung:
Ich gehe mal davon aus, dass Du die "PV-Anlage" an deinem Eigentum anschließt (und nicht Mieter bist). Du hast einen Stromliefervertrag unterschrieben und Du hast ebenso einen Vertrag mit dem örtlichen Energieversorger, besser gesagt dem Netzbetreiber.
Weil es ein Vertrag ist, bist Du verpflichtet, dich an dessen Vorgaben zu halten - und ohnehin können wir uns strafbar machen, wenn wir das Energiewirtschaftsgesetz EnWG nicht beachten. Hierin ist beispielsweise auch festgelegt, warum die VDE-Normen unbedingt zu beachten sind.

Mit einem Wechselrichter erzeugst Du ein eigenes 230V-Stromnetz, mit einem Microwechselrichter kannst Du Energie in das öffentliche Netz einspeisen: Verbrauchst Du nicht selber diese Energie auf dieser Phase, dann wird sie über Deinen Stromzähler ins öffentliche Netz eingebracht. Der übliche Haushaltszähler erfassst dies zahlenmäßig nicht, weil dieser i.d.Regel eine Rücklaufsperre hat. Die von mir hier und da gehörte/gelesene Behauptung, dass auch über die anderen beiden Phasen diese Energie im eigenen Haushalt direkt genutzt werden kann, ist schlichtweg falsch.

Für die Einspeisung von Energie in das Niederspannungsnetz gelten eigene Vorgaben und Vorschriften; darauf weist die TAB (technische Anschlussbestimmungen für das Niederspannungsnetz) hin. Hierin wird u.a. auch auf die Einhaltung der NAV (Niederspannungsanschlussverordnung) hingewiesen und für die hier im Thread besprochene PV-Anlage muss insbesonders die VDE AR-4105 (Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz) beachtet werden.

Kurzum und zusammengefasst bedeutet dies:
Abgesehen von möglichen Gefahren, kann man sich mit der hier beschriebenen Art der Netzeinspeisung strafbar machen (juristisch ausgedrückt - tatsächlich wird aber schon das Gesetz missachtet).

Beispiele, warum dem so ist:

1) Die Einspeisung mittels Schukostecker an einer Steckdose ist nicht erlaubt, du benötigst eine besondere Steckvorrichtung.
Hinweis: Auch wenn man glaubt, der Micro-WR ist beim Abklemmen/Trennen spannungsfrei, so ist dies nicht ausreichend sichergestellt - das kann bei preiswerten oder billigen Produkten auch nicht erwartet werden)

2) Der Microwechselrichter benötigt eine Zulassung zum Betreiben am öffentlichen Netz.

3) Die Einspeisung ins öffentlichen Netz bedarf eines eigenen Vertrags mit dem Netzbetreiber und sie muss verschiedenen Auflagen entsprechen.

4) Die Einspeisung benötigt einen eigenen Stromkreis.
Erklärung: Durch Einspeisung in einen vorhanden Stromkreis kann dieser überlastet werden. Die Leitungen und Anschlüsse sind beispielsweise nur für 16A abgesichert, durch die Einspeisung über den Micro-WR addiert sich dessen Strom auf die Leitung und Anschlüsse, somit ist der Stromkreis unzureichend geschützt. Der hier genannte zusätzliche Stromfluss ist zwar relativ gering - aber es bleibt dennoch die gefährdende Tatsache. Denn: Wir wollen uns ja auch nicht streiten, ob eine rote Ampel in der ersten Microsekunde bereits "böse" ist.

Ät all:
Ich möchte noch anmerken (bevor hier im Forum wieder lauthals protestiert wird :mrgreen: ):
Mir ist - besonders in Foren - gewiss bekannt unsere (typisch deutsche) Auffassung gemäß "Wo kein Kläger, da kein Richter".
Doch dem gegenüber steht die Redensart "... das Kind in den Brunnnen gefallen ist ... ", also eine gewisse Fürsoglichkeit gegenüber unseren Mitmenschen.
Wer folglich seinen eigenen Egoismus gesund anwendet, der müsste also ausreichend Verständnis und Akzeptanz zeigen auch für solche Gesetze und Verträge, die er nicht auf Anhieb versteht oder deren Sinn nachvollziehen kann. :oops:

rolfblock am 22 Jan 2020 12:33:50

Vielen Dank dem Proff für die Darstellung.

Legal wäre es, wenn du den Strom in ein Inselnetz in deinem Haus einspeist. Dummerweise geht das mit dem Micro WR nicht, da der nur netzgeführt arbeiten kann.
Aber einen elektrischen Grund, warum jetzt L und N nicht vertauscht werden dürfen, habe ich nicht erkennen können.
Nach meiner Theorie darf es keinen Grund geben.

proff56 am 22 Jan 2020 12:43:21

rolfblock hat geschrieben:Aber einen elektrischen Grund, warum jetzt L und N nicht vertauscht werden dürfen, habe ich nicht erkennen können.

Das sehe ich genauso.

geralds am 22 Jan 2020 17:26:18

Hallo,

rein formal hat Helge recht mit seinen Ausführungen. Wie nicht zu ersten Mal hinken auch bei den Balkonsolaranlagen die Bestimmungen, sei es der VDE oder die EVU´s (Elektrizitätsversorgungsunternehmen), hinter der Technik zurück. Auch der Gesetzgeber.

(Als anderes Beispiel seien hier nur die Ladestationen für E-Auto´s in z.B. Tiefgeragen von Menrfamilienhäusern genannt. Auch hier hat es der Gesetzgeber bisher nicht geschafft, die gesetzlichen Rahmenbedingungen anzupassen.)

Das Betreiben solcher Balkonsolaranlagen ist am Rande der Legalität. Es wird aber, so habe ich gelesen, bisher geduldet. Die entsprechenden Richtlinien werden wohl zur Zeit erarbeitet. Ziel ist es wohl diese Anlagen zu legalisieren.

Ich persönlich halte die Anlagen durchaus für sinnvoll. Als ich mein jetziges Haus gebraucht (ca. 20 Jahre alt) gekauft habe, habe ich mich bei den Renovierungsarbeiten (im Mai) gewundert, warum sich der Stromzähler dreht, obwohl noch kein von mir eingebrachter Verbraucher vorhanden war. Der Grundbedarf des Hauses war durchschnittlich ca.140W/h, tagsüber ermittelt. Die Heizung war an, d.h. sporadisch lief die Umwälzpumpe zwischen Heizung und Warmwasserspeicher, die Steuerung der thermischen Solaranlage war an, sporadisch lief auch dessen Umwälzpumpe und auch der Klingelstrafo leistet seinen, wenn auch sehr geringen, Beitrag.
Wenn dieser Grundbedarf zumindest tagsüber an knapp 50% der Tage im Jahr gedeckt werden könnte, würden bereits über 200kW pro Jahr eingespart.

Gruß Gerald

proff56 am 22 Jan 2020 18:40:47

geralds hat geschrieben:Wenn dieser Grundbedarf zumindest tagsüber an knapp 50% der Tage im Jahr gedeckt werden könnte, würden bereits über 200kW pro Jahr eingespart.

Aber dabei beachten, dass die Einspeisung des Micro-WRs auch auf "der richtigen" (der selben) Phase (also L1 oder L2 oder L3) erfolgt .... es sei denn, man hat noch eine sehr alte Installation mit Wechselstromzähler, dann ist es ohnehin nur eine einzige.

proff56 am 22 Jan 2020 18:49:02

geralds hat geschrieben: Es wird aber, so habe ich gelesen, bisher geduldet. Die entsprechenden Richtlinien werden wohl zur Zeit erarbeitet. Ziel ist es wohl diese Anlagen zu legalisieren.

Ich persönlich halte die Anlagen durchaus für sinnvoll.

Das denke ich auch, allerdings unter der Einschränkung, wenn damit ausschließlich (nur) der Eigenbedarf reduziert wird, also nicht ins Netz einspeist wird.

Bei einer "Legalisierung" dürfte vermutlich aber der notwendige Installationsaufwand inclusiv der Kosten des WR erheblich höher werden, so daß die jetzt angedachte Amortisierung viel schlechter aussehen wird. :roll:

rolfblock am 23 Jan 2020 11:55:57

Mal eine Frage zur Energiemessung.
Es gibt Zwischenstecker für 230 V Steckdosen, die neben Spannung und Frequenz auch den Strom eines angeschlossenen Gerätes, z.B. Kühlschrank messen können. Außerdem könnnen die die Leistung und den cos phi berechnen.
Da sie auch eine Uhr haben können sie die Leistung über der Zeit integrieren und so die Energie berechnen.

Wenn ich so ein Gerät in die Leitung des MicroWR einschleife, misst es dann die Energie positiv oder negativ?
Kann das Teil negative Leistung messen? Oder anders gefragt, kann es zwischen Energieverbrauch und -erzeugung unterscheiden?

bernierapido am 23 Jan 2020 13:27:55

Vielen dank für die vielen konstruktiven Beiträge bisher.
Was Elektrizität angeht, ist im Moment sehr viel einfach nicht geregelt und das Strommonopol ist hier durch Lobyisten sehr stark.
Zwei Beispiele:
1. Elektromobilität: Seit 2008 habe ich an der Hauswand einen Kasten mit Anschlüssen für CEE 400V/16A, CEE 230V/16A und Schuko230/16A (alle Phasen in diesem Kasten durch Sicherungsautomaten und FI-Schalter diesem Kasten abgesichert. Zusätzlich ist die Zuleitung zu diesem Kasten auch noch mit Schmelzsicherungen im Keller agesichert und läuft über einen Drehstromzwischenzähler Installiert von einem zugelassenen Elektriker) als Ladestation für mein Elektroauto.
Ich darf auch von "meinem Strom" nichts weiter verkaufen an z.B. andere Nutzer dieser Ladestation.
Also verschenke ich den Strom und derjenige, der den Strom geschenkt bekommt, darf mir eine kleine Spende für die Box in den Kaseten legen
2. Autarkversorgung
Das Wohngebiet, in dem ich jetzt wohne ist neu erschlossen für 6 Baugrundstücke und insgesamt 14 Wohneinheiten.
Wir hatten die Idee, ein Blockheizkraftwerk zu bauen, um die Siedlung mit Wärme und Strom zu versorgen und überschüssigen Strom einzuspeisen.
Das scheiterte einfach an dem enormen Verordnungsdschungel und daran, dass in unserer Stadt ein großer Energiekonzern Anteile an den Stadtwerken besitzt.

Es wird noch ein langer Weg bis wir auf dem Gebiet frei sind und ein klein wenig ziviler Ungehorsam kann nicht schaden.

In dem Wohnhaus, in dem ich eine Wohnung habe, ist eine "Balkonsolaranlage" fest auf dem Dach montiert und im Keller am Hauptverteiler vor meinem Zähler eingeschleift. Ich hoffe, was ich nochmal überprüfen lassen muss, dass der Elektriker das an die Phase angeschlossen hat, an der auch die Lüftungsanlage der Wohnung angeschlossen ist.
Jdenfalls habe ich, um eine teure Überwachung der Anlage per WEB-Element zu vermeiden, einfach diesen Zähler "Rückwärts zählend" --> Link einbauen lassen.

Alles ist nach den Regeln angeschlossen und auch beim Versorgungsunternehmen angezeigt.

Zur Frage, warum das an der Phase und nicht am Neutralleiter angeschlossen werden darf, kann ich nur sagen, dass ich das weiß und verstehe aber nicht erklären kann.
Ich habe jedenfalls in meinem Wohnwagen eine Wieland-Steckdose und der Microwechselrichter ist mit einem Wieland-Stecker versehen.
Bei den CEE-Stecker und Buchsen an Hauswand und Wohnwagen und dem Kabel sind die Leitungen normgerecht angeschlossen.

proff56 am 23 Jan 2020 14:31:43

bernierapido hat geschrieben:Ich darf auch von "meinem Strom" nichts weiter verkaufen an z.B. andere Nutzer dieser Ladestation.
Also verschenke ich den Strom und derjenige, der den Strom geschenkt bekommt, darf mir eine kleine Spende für die Box in den Kaseten legen

Nun ja, das hat mit Lobyisten weniger zu tun als mit der Tatsache, dass Du dann zunächst einmal ein Unternehmer wirst. Dann musst Du die gesetzlichen Vorgaben erfüllen .... so wie auf den Campingplätzen, die verkaufen auch den Strom. Hast Du einen Vertrag abgeschlossen, in dem der Weiter-Verkauf "untersagt" wird, dann hast du freiwillig dem zugestimmt. Wo ist das Problem? Aber mit der Spende hast Du ja geschickt einen einfachen Ausweg gefunden ;D .... hoffentlich verlangt keiner eine Spendenbescheinigung :mrgreen:

bernierapido hat geschrieben:....im Keller am Hauptverteiler vor meinem Zähler eingeschleift.

Du meinst sicherlich "hinter meinem Zähler" , also im gezählten Stromkreis. :roll:

bernierapido hat geschrieben: .... frei sind und ein klein wenig ziviler Ungehorsam kann nicht schaden.
.... aber dabei nicht vergessen, dass auch andere Freiheit und Rechte haben. :roll:

bernierapido hat geschrieben:....in meinem Wohnwagen eine Wieland-Steckdose und der Microwechselrichter ist mit einem Wieland-Stecker versehen ...

Zunächst einmal: Wieland ist lediglich eine Firma, kein "Steckertyp" - du meinst vermutlich die "gesis RST20". Prima, dann ist eine VDE-Vorgabe ja erfüllt. :lol:

ABER: Verstehe ich deinen Text richtig,
dann speist der Micro-WR seinen Strom in den 230V-Stromkreis des Wohnmobils ein? Und dann über die CEE-Ssteckverbindungen ins Hausnetz zurück??? :roll: :oops:

bernierapido am 23 Jan 2020 16:07:13

Erst mal herzlichen Dank an Proff56, dass du dir die Zeit nimmst, dein Wissen weiter zu geben.
dann speist der Micro-WR seinen Strom in den 230V-Stromkreis des Wohnmobils ein? Und dann über die CEE-Ssteckverbindungen ins Hausnetz zurück???


Ist schon ein bisschen Anders. Mein Trailer ist Custom-Made und ich habe vorgegeben, dass in meinem Elektro-Abteil der Landstrom von der Einspeisesteckdose über zwei Sicherungsautomaten und einen FI Schalter an zwei Schucko-Steckdosen, am Kühlschrank und an der "gesis RST20" Steckdose ankommt.
Ich habe dann das Ladegerät, dass ich mit Schuko in eine der Steckdosen einstecken kann.
Dann gibt es noch einen Schukostecker, der über zwei Sicherungsautomaten und FI-Schalter die Steckdosen des Wohnwagens versorgt.
Diesen Schuko-Stecker kann ich wahlweise in die Schukosteckdose vom Landstrom oder in die Schuko-Steckdose vom 2000W-Umformer stecken und so wählen,ob ich den Wohnwagen mit Landstrom versorge oder mit Batteriestrom.
Auf Campingplätzen in Frankreich und noch weiter südlich hatte meine Frau häufig die CP-Sicherung (3-4A) geschmissen, weil sie versehentlich den Fön auf 1000W betrieben hat und abends gab es dann keinen mehr, der uns die Sicherung wechselte.
Folgendes passiert nun:
Meist gehe ich garnicht mehr an Landstrom, da ich von April bis Oktober mit 300W Solar autark bin. Kühlschrank läuft dann über Gas oder wenn die Sonne viel scheint 12V.
Im Winter stecke ich Landstrom ein, der mir den Kühlschrank mit 180W und das Ladegerät mit 400W, insgesamt also max 3A/230W versorgt.
Zusätzlich wird die Batterie auch mit dem bisschen Winter-Solarstrom geladen, was natürlich den Verbrauch etwas senkt (oft wird ja im Winter nach Stromzähler abgerechnet).

Im Wohnwagen wird lediglich der Strom aus der Batterie verwendet ob nun 12V oder 230V über Umformer und selbst wenn Fön und Kaffeemschine und Kühlschrank gleichzeitig laufen sagt höchstens der Wechselrichter "Mir ist's zuviel." aber die Absicherung des Campingplatzes bleibt schon drin.

Nun zu deiner Anmerkung:
Wenn ich den Wohnwagen am Haus stehen habe, wird über Landstrom lediglich das Ladegerät zur Erhaltungsladung versorgt. Die sonstigen Anschlüsse des Wohnwagens sind getrennt.
Die Salarmodule hängen jetzt am Microwechselricher, der über die"gesis RST20" Steckdose und das CEE-Normkabel mit dem Hausnetz verbunden ist, Vor oder hinter dem Zähler ist jetzt die Sache von welcher Seite man das sieht (von Seiten des Stromversorgers hinter dem Zähler und vor dem Zwischenzähler).

George67 am 23 Jan 2020 16:30:12

Meiner geringen Kenntnis nach heißt sowas Balkonanlage, wenn die Module am Haus befestigt sind.
Dafür ist ein sündhaft teure unverwechselbare Steckverbindung vorgeschrieben, obwohl es seit 20 Jahren schon Vorschrift ist, das Eingang zu Ausgang potentialfrei sein muss. Was eine Vertauschung folgenlos macht. Längst ist auch klar, dass ein Anschluss über eine Herdsteckdose normengerecht gleichwertig ist.

Bleibt die Tatsache, dass man Rücklauf gesperrte Zähler haben muss, anmelden muss und die maximal 500 W nicht etwa in irgendeine Steckdose einspeisen darf. Sind ja gefährlich, diese 2 A.
Wer mehr wissen will, kann ja "Solar Guerilla" googlen.

andreasnagel am 23 Jan 2020 16:42:30

Moin.

proff56 hat geschrieben:Die von mir hier und da gehörte/gelesene Behauptung, dass auch über die anderen beiden Phasen diese Energie im eigenen Haushalt direkt genutzt werden kann, ist schlichtweg falsch.


proff56 hat geschrieben:Aber dabei beachten, dass die Einspeisung des Micro-WRs auch auf "der richtigen" (der selben) Phase (also L1 oder L2 oder L3) erfolgt


Gilt das auch für "saldierende Zähler"? Siehe --> Link

proff56 hat geschrieben:Abgesehen von möglichen Gefahren, kann man sich mit der hier beschriebenen Art der Netzeinspeisung strafbar machen (juristisch ausgedrückt - tatsächlich wird aber schon das Gesetz missachtet).

Im Prinzip hast Du Recht, aber das ist schon arg theoretisch und grenzt schon ans "Bange machen".

Zu den einzelnen von Dir genannten Beispielen:

proff56 hat geschrieben:1) Die Einspeisung mittels Schukostecker an einer Steckdose ist nicht erlaubt, du benötigst eine besondere Steckvorrichtung.

Das stimmt, ist aber kein Problem. Die entsprechenden Steckvorrichtungen (z.B. Wieland RST20) sind erschwinglich.

proff56 hat geschrieben:2) Der Microwechselrichter benötigt eine Zulassung zum Betreiben am öffentlichen Netz.

Das ist auch klar und kann leicht berücksichtigt werden.

proff56 hat geschrieben:3) Die Einspeisung ins öffentlichen Netz bedarf eines eigenen Vertrags mit dem Netzbetreiber und sie muss verschiedenen Auflagen entsprechen.

Wie Du selbst geschrieben hast, wird mit den üblichen Stromzählern mit Rücklaufsperre nichts ins öffentliche Netz eingespeist und daher ist auch kein "eigener Vertrag" erforderlich.

proff56 hat geschrieben:4) Die Einspeisung benötigt einen eigenen Stromkreis.
Erklärung: Durch Einspeisung in einen vorhanden Stromkreis kann dieser überlastet werden. Die Leitungen und Anschlüsse sind beispielsweise nur für 16A abgesichert,

proff56 hat geschrieben:durch die Einspeisung über den Micro-WR addiert sich dessen Strom auf die Leitung und Anschlüsse, somit ist der Stromkreis unzureichend geschützt

Warum addiert sich der Strom des Micro-WR auf den vorhandenen Stromkreis? Ich denke, der Stromkreis wird um den Strom des Micro-WR vermindert.

proff56 hat geschrieben:Der hier genannte zusätzliche Stromfluss ist zwar relativ gering - aber es bleibt dennoch die gefährdende Tatsache. Denn: Wir wollen uns ja auch nicht streiten, ob eine rote Ampel in der ersten Microsekunde bereits "böse" ist.

Du scheinst aus irgendeinem Grunde etwas gegen solche Micro-WR zu haben? Was steckt wirklich dahinter?

Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, kann dies z.B. hier tun: --> Link

Viele Grüße,
Andreas

George67 am 23 Jan 2020 16:53:53

Alle Zähler sind saldierend. Das hat technische Gründe.

bernierapido am 23 Jan 2020 18:57:02

Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, kann dies z.B. hier tun: --> Link

Sehr aufschlussreich, vielen Dank.

proff56 am 23 Jan 2020 19:35:44

Ja, Moin Andreas,
andreasnagel hat geschrieben:Gilt das auch für "saldierende Zähler"?

Selbstverständlich, der "saldierende Zähler" hat eine Rücklaufsperre und erfasst den ins öffentliche Netz eingespeisten Strom nicht.

Das hat aber nichts mit mit meiner Aussage bezüglich "schlichtweg falsch" zu tun. In dieser Aussage geht es um eine physikalische Grundlage, dass der ins Netz einphasig (also Wechselstrom auf einer der drei Phasen, zB. "L1") eingespeiste Strom (weil nicht selber verbraucht) nicht auf die anderen Phasen eines Haushalts (welcher üblicherweise dreiphasig versorgt wird) "übertragen" wird; somit kann diese rückgespeiste Energie nicht von anderen Verbrauchern (die auf beiden übrigen Phasen "L2" oder "L3" liegen) des gleichen Haushalts direkt genutzt werden.

andreasnagel hat geschrieben: ... und grenzt schon ans "Bange machen".

Das beabsichtige ich keinesfalls, dann hätte ich noch ausführlicher und drastischer schreiben können. Ich habe nur einen "juristischen Umnstand" erwähnt, den jeder selber für sich abwägen muss - so ähnlich wie bei "Rot über die Straße gehen". Wer es liest kann für sich entscheiden, ob er sich weiter informieren möchte.

andreasnagel hat geschrieben: wird mit den üblichen Stromzählern mit Rücklaufsperre nichts ins öffentliche Netz eingespeist und daher ist auch kein "eigener Vertrag" erforderlich.

Da irrst Du leider - der Zähler mit Rücklaufsperre kann den Stromfluß in die andere Richtung nicht verhindern, er zählt ihn aber auch nicht (rückwärts). In solchem Fall wird der Kunde unweigerlich zum Stromlieferanten, und das hat weitreichende Folgen, sowohl in technischer als auch vertraglicher Hinsicht.

andreasnagel hat geschrieben: Warum addiert sich der Strom des Micro-WR auf den vorhandenen Stromkreis?

Von der Sicherung (als Stromquelle) kann/darf ein sicherheitsrelevant begrenzter Strom in den Stromkreis fließen. Ein Micro-WR schickt einen weiteren Strom auf den gleichen Stromkreis, dieser steht den Verbrauchern ebenso zur Verfügung, also addieren sich die bereitgestellten Ströme (Energie). Würde der Strom des MicroWR den Stromkreis entlasten, stände er ja nicht mehr als eingespeiste Energie zur Verfügung - logisch, oder?

andreasnagel hat geschrieben: Du scheinst aus irgendeinem Grunde etwas gegen solche Micro-WR zu haben? Was steckt wirklich dahinter?

Nein, ich habe nichts gegen Micro-WR .... im Gegenteil, sie können uns bei "Energiewende" mehr helfen als Solardächer ohne Speicherbatterien, weil diese erzeugte Energie am "selben Ort" möglichst gut ausgenutzt wird (liegt im Interesse des Verbrauchers).
Wenn etwas "dahinter steckt", dann meine des öfteren gemachte Erfahrung, dass Firmen potentielle Kunden gerne ausnutzen, und dabei mit teilweise unseriösen Argumenten werben. Hierbei wird m.E. gewissenslos so mancher "Laien" dazu verleitet, unwissentlich gegen technische Regeln oder abgeschlossene Verträge zu verstoßen.

andreasnagel hat geschrieben:Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, ...

Die von Dir "zitierte" Gesellschaft erklärt anscheinend die grundsätzlich technischen und rechtlichen Informationen im ersten Überblick sehr gut. Aber ohne dass ich alles lesen mußte konnte ich erkennen, das vielfach mit "Teilwahrheiten" oder schwammigen Aussagen eine Möglichkeit zur laienhaft einfachen Umsetzung solcher Mini-PV-Anlagen vorgetäuscht wird.

Z.B bereits im ersten Kapitel heißt es bei (Zitate) "Sicherheit: Muss der Anschluss des Solargerätes durch einen Elektroinstallateur erfolgen?" Anwort: "Nein, mit der Änderung der DIN VDE 0100-551-1:2016-09 ist der Anschluss durch den Laien in Endstromkreisen vorgesehen." Hier wird die Grundsätzlichkeit falsch dargestellt. Denn es geht diesbezüglich in dieser VDE gar nicht um den "Anschluss" ansich, sondern um die "Freigabe" und Bedingungen von sogenannten Mini-PV-Anlagen! Des weiteren habe ich nirgends finden können, dass diese Ausgabe der VDE bereits gültig ist: Laut DKE und VDE ist es ein deutscher Entwurf, welcher DIN VDE 0100-551 (VDE 0100-551):2011-06 ablösen soll. Aber ich lasse mich gerne belehren.

Und ...man/frau sollte beim Lesen nicht vergessen, dass diese Gesellschaft wie die weiter oben erwähnten "Lobyisten" ebenfalls ein einseitig geprägtes Interesse haben - nämlich den Verkauf "ihrer" Produkte der Industrie.

andreasnagel am 23 Jan 2020 21:43:00

Moin.

proff56 hat geschrieben:In dieser Aussage geht es um eine physikalische Grundlage, dass der ins Netz einphasig [...] eingespeiste Strom [...] nicht auf die anderen Phasen eines Haushalts [...] "übertragen" wird; somit kann diese rückgespeiste Energie nicht von anderen Verbrauchern (die auf beiden übrigen Phasen "L2" oder "L3" liegen) des gleichen Haushalts direkt genutzt werden.


Das hat nix mit Physik zu tun, sondern mit Mathematik: Saldierende Zähler messen den Strom der drei Phasen getrennt voneinander und addieren diese gemessenen Ströme. Die Phase, an der der Micro-WR angeschlossen ist, misst bei Betrieb des Micro-WR weniger Strom und damit wird auch weniger Strom aufaddiert und die Stromrechnung (um die geht es ja) fällt geringer aus. Es ist also letztlich egal, an welcher Phase (gemeinsam oder getrennt) der Micro-WR und die Verbraucher angeschlossen sind.

Mir ist bekannt, dass ich den Begriff "Strom" an dieser Stelle falsch verwende, es schreibt und liest sich aber flüssiger.

proff56 hat geschrieben:Da irrst Du leider - der Zähler mit Rücklaufsperre kann den Stromfluß in die andere Richtung nicht verhindern, er zählt ihn aber auch nicht (rückwärts). In solchem Fall wird der Kunde unweigerlich zum Stromlieferanten, und das hat weitreichende Folgen, sowohl in technischer als auch vertraglicher Hinsicht.

Es stimmt, dass der Stromfluss (im unwahrscheinlichen Fall der Überproduktion) in die andere Richtung nicht verhindert wird und es stimmt, dass der Zähler (mit Rücklaufsperre) nicht rückwärts läuft. Es stimmt weiterhin, dass der Kunde in diesem seltenen Fall Strom in das öffentliche Netz einspeist. Das entscheidende ist jedoch, ob der Kunde dafür Geld bekommt oder nicht. Wenn nicht, ist das in vertraglicher Hinsicht irrelevant und hat überhaupt keine Folgen.

proff56 hat geschrieben:Ein Micro-WR schickt einen weiteren Strom auf den gleichen Stromkreis, dieser steht den Verbrauchern ebenso zur Verfügung, also addieren sich die bereitgestellten Ströme (Energie).

Okay, da hast Du Recht. Über die Sicherung fließt weniger Strom, als über die Kabel und Anschlüsse und das ist schlecht. Dies lässt sich aber leicht vermeiden, indem (1) der Micro-WR über eine separate Sicherung angeschlossen wird, an der sich kein Verbraucher befindet, oder (2) nur kleine Verbraucher, so dass die Summe der Ströme von Verbrauchern und Micro-WR die Absicherung nicht überschreitet. Sicherer ist aber Option (1).

proff56 hat geschrieben:Und ...man/frau sollte beim Lesen nicht vergessen, dass diese Gesellschaft wie die weiter oben erwähnten "Lobyisten" ebenfalls ein einseitig geprägtes Interesse haben - nämlich den Verkauf "ihrer" Produkte der Industrie.


So wie die Vereine (VDE, TÜV, DIN, usw.) ein Interesse haben, Ihre Existenz zu rechtfertigen. Überwiegend leisten die ja gute Arbeit, die unserer Sicherheit dient, aber allzu oft schießen sie über das Ziel hinaus und behindern den Fortschritt.

Viele Grüße,
Andreas

proff56 am 23 Jan 2020 23:58:31

andreasnagel hat geschrieben:Das hat nix mit Physik zu tun, sondern mit Mathematik: .....

Ich denke, wir reden aneinander vorbei. Ich sprach nicht von der Zählung, sondern vom Sachverhalt, dass der eingespeiste Strom auch nur von Verbrauchern auf der gleichen Phase genutzt werden kann, damit der Stromzähler weniger zählt.

Somit ist Deine nachfolgende Aussage falsch :
andreasnagel hat geschrieben: Es ist also letztlich egal, an welcher Phase (gemeinsam oder getrennt) der Micro-WR und die Verbraucher angeschlossen sind.

.... oder du hast dich fachlich falsch ausgedrückt?

andreasnagel hat geschrieben: So wie die Vereine (VDE, TÜV, DIN, usw.) ein Interesse haben, Ihre Existenz zu rechtfertigen.
Oh weh, da bringst Du aber einiges durcheinander :roll:

Durch das EnWG haben beispielsweise die Din-VDE quasi Gesetzcharakter, und z.B. die BG darf Gesetze erlassen, welche sich wiederum auf viele Normen beziehen. Da gibt es kein Argument für deine Meinung bzgl." Existenzberechtigung von Vereinen" :eek:

geralds am 24 Jan 2020 00:39:22

Hallo,

obwohl der VDE sich auch im Wissenschaftsbereich engagiert ist es oft so, dass aus der Industrie neue Techniken kommen.
Der VDE reagiert darauf und versucht mit Ergänzungen und Anpassungen der Richtlinien dafür zu sorgen, dass diese Techniken sicher für die Anwender oder Marktteilnehmer realisiert werden.

Das kann man sowohl aus der Satzung herauslesen und ist auch an der Mitgliederstruktur des Vereins zu erkennen.

Gruß Gerald

andreasnagel am 24 Jan 2020 11:00:53

Moin Helge.

proff56 hat geschrieben:Ich denke, wir reden aneinander vorbei. Ich sprach nicht von der Zählung, sondern vom Sachverhalt, dass der eingespeiste Strom auch nur von Verbrauchern auf der gleichen Phase genutzt werden kann, damit der Stromzähler weniger zählt.


Ich denke auch, dass wir aneinander vorbei reden. Um es mal ganz deutlich zu machen:

Gesetzt den Fall,
  • auf L1 produziert der Micro-WR 5 kWh
  • auf L2 verbraucht die Kaffeemaschine 12 kWh.
  • Es ist ein Stromzähler im Einsatz, der saldierend über alle Phasen zählt.
Dann hast Du insofern Recht, dass die Kaffeemaschine keinen Strom vom Micro-WR nutzt.
Dann gehe ich davon aus, dass ich lediglich Stromgebühren für 7 kWh an den Stromversorger zahlen muss.

Nun kann jeder für sich entscheiden, was ihm wichtig ist.

Bezüglich meiner Aussage über die Vereine (VDE, TÜV, DIN): Wie ich oben schon mal geschrieben habe, machen sie insgesamt eine gute Arbeit, um unser Leben mit technischen Anlagen sicherer zu machen. Außerdem stellen sie sicher, dass die Hersteller und Installateure von technischen Materialien immer genug Geld verdienen, weil es immer wieder neue und verschärfte Richtlinien und Vorschriften gibt. Natürlich gibt es in diesen Gruppen (Herausgeber von Vorschriften/Richtlinien und Hersteller/Industrie/Handwerk) keine Interessenkonflikte.

Es gibt aber auch Vereine (ich nenne nur den DVGW), die über das Ziel hinaus schießen. Da werden Vorschriften (z.B. zur Gastankflasche) rausgehauen, die vom gesunden Menschenverstand nicht erfasst werden können und sich sogar selbst widersprechen.

Viele Grüße,
Andreas

rkopka am 24 Jan 2020 12:15:30

proff56 hat geschrieben:Ich denke, wir reden aneinander vorbei. Ich sprach nicht von der Zählung, sondern vom Sachverhalt, dass der eingespeiste Strom auch nur von Verbrauchern auf der gleichen Phase genutzt werden kann, damit der Stromzähler weniger zählt.
andreasnagel hat geschrieben:[*]auf L1 produziert der Micro-WR 5 kWh
[*]auf L2 verbraucht die Kaffeemaschine 12 kWh.
[*]Es ist ein Stromzähler im Einsatz, der saldierend über alle Phasen zählt.[/list]
Dann hast Du insofern Recht, dass die Kaffeemaschine keinen Strom vom Micro-WR nutzt.
Dann gehe ich davon aus, dass ich lediglich Stromgebühren für 7 kWh an den Stromversorger zahlen muss.

Das kommt wohl auf die verwendete Technik an. Mißt er 3 einzelne Ströme(Leistungen) auf den Phasen und nimmt immer nur "positive" Werte vor der Summierung ? Oder summiert er alle Phasen und schaut erst dann aufs Vorzeichen ? Zumindest bei den üblichen mechanischen Zählern wäre es zwingend so. (Positiv und negativ sind hier auf verschiedenen Ebenen zu sehen, da Wechselstrom. Mit Drehstrom wirds noch interessanter).

RK

andreasnagel am 24 Jan 2020 12:49:01

Moin.

rkopka hat geschrieben:Oder summiert er alle Phasen und schaut erst dann aufs Vorzeichen ? Zumindest bei den üblichen mechanischen Zählern wäre es zwingend so.


Ein Micro-WR sollte besser nicht mit einem solchen analogen Zähler (auch Ferraris-Zähler genannt) betrieben werden. Der hat nämlich keine Rücklaufsperre und läuft ggf. rückwärts. Das ist zwar für den Betreiber des Micro-WR finanziell günstig, jedoch nicht erlaubt. Interessanterweise macht man sich dann der Steuerhinterziehung schuldig.

Viele Grüße,
Andreas

proff56 am 24 Jan 2020 13:04:02

rkopka hat geschrieben:Das kommt wohl auf die verwendete Technik an. Mißt er 3 einzelne Ströme(Leistungen) auf den Phasen und nimmt immer nur "positive" Werte vor der Summierung ? Oder summiert er alle Phasen und schaut erst dann aufs Vorzeichen ? Zumindest bei den üblichen mechanischen Zählern wäre es zwingend so.

Ja, auch die (noch gewohnten) mechanischen Zähler können "rückwärts "erfassen" - und bei diesen müsste es tatsächlich immer so sein, dass "Netzeinspeisung" auch "Verbrauchsreduzierend" wirkt, sofern auf anderen Phasen ausreichend Strom abgenommen wird. :mrgreen: Das hängt mit der mechanisch-physikalischen Erfassung zusammen, weil im Ferraris-Drehstromzähler nur eine Scheibe verwendet wird, auf die drei Spulen gleichzeitig wirken - diese Scheibe hat eine mechanische Rücklaufsperre. Aber ich kann mich irren - und lerne gerne dazu. :lol:

Sofern kein Sondervertrag besteht (also offiziell keine "Netzeinspeisung" vom Kunden vorgesehen ist) habe ich bisher bei EVUs nur kennengelernt, dass aktuell eingesetzte Zähler (elektonisch) in jeder Phase eine "Rücklaufsperre" besitzen - und hier wird jede Phase einzeln erfasst/gemessen. D.h., wenn auf einer Phase die vom Micro-WR erzeugte Energie nicht auf gleicher Phase unmittelbar und vollständig vom Kunden verbraucht wird, wird im Zähler auf dieser Phase die Netzeinspeisung physikalisch und somit logischerweise auch nicht rechnerisch erfasst.

Eine pausschale Aussage (z.B.in der Werbung), dass der eingespeiste Netzstrom immer vollständig den eigenen Stromverbrauch reduziert, ist nicht allgemeingültig und heutzugtage immer häufiger falsch.

Nebenbei zur Info:
Micro-WR der zuvor beispielhaft genannten Größenordnung (5kW) gibt es m.W. nicht, und wenn trotzdem noch so bezeichnet, dann sind diese einphasig nicht erlaubt :roll:

proff56 am 24 Jan 2020 13:07:38

andreasnagel hat geschrieben:Ein Micro-WR sollte besser nicht mit einem solchen analogen Zähler (auch Ferraris-Zähler genannt) betrieben werden. Der hat nämlich keine Rücklaufsperre und läuft ggf. rückwärts.

Meines Wissens verwendet kein EVU einen mechanischen Zähler ohne Rücklaufsperre - bereits schon zig Jahre nicht.

Energiemacher am 24 Jan 2020 13:13:06

proff56 hat geschrieben:Meines Wissens verwendet kein EVU einen mechanischen Zähler ohne Rücklaufsperre - bereits schon zig Jahre nicht.


Macht nichts, wenn du das nicht weißt, es ist aber so ..... :wink:

proff56 hat geschrieben:en - diese Scheibe hat eine mechanische Rücklaufsperre. Aber ich kann mich irren - und lerne gerne dazu. :lol:


Die Ferrariszähler haben keine Rücklaufsperre, aus diesem Grund sollten selbige gegen digitale getauscht werden (was nach und nach soweiso automatisch passieren wird), wenn man eine solche Guerillaanlage installieren will, die aber nach und nach in den TAB der EVU legalisiert werden (unter Einhaltung einer Pmax und den technischen Bedingungen)

Grüße

andreasnagel am 24 Jan 2020 13:47:37

proff56 hat geschrieben:Micro-WR der zuvor beispielhaft genannten Größenordnung (5kW) gibt es m.W. nicht, und wenn trotzdem noch so bezeichnet, dann sind diese einphasig nicht erlaubt


Ich hatte nicht Micro-WR in der Größenordnung 5 kW genannt, sondern von produzierten 5 kWh geschrieben:

andreasnagel hat geschrieben:auf L1 produziert der Micro-WR 5 kWh


Viele Grüße,
Andreas

proff56 am 24 Jan 2020 14:25:39

andreasnagel hat geschrieben:Ich hatte nicht Micro-WR in der Größenordnung 5 kW genannt, sondern von produzierten 5 kWh geschrieben:
"auf L1 produziert der Micro-WR 5 kWh"

Pardon, falsch verstanden - du meintest demnach nicht "der M-WR" sondern "wird von M-WR produziert".
Nun, trotzdem, dann schau bitte mal in Deinen vorgenannten Link bzw. besser gleich in die VDE-Norm, denn dort wird die Leistung dieser Art von Anlagen wesentlich kleiner begrenzt - aus gutem Grund.

Ohnehin ist diese Info nur der vollständigkeitshalber wertvoll .... damit nicht ein Leser in die Irre geleitet wird. :lol:

George67 am 24 Jan 2020 14:26:39

proff56 hat geschrieben:Meines Wissens verwendet kein EVU einen mechanischen Zähler ohne Rücklaufsperre - bereits schon zig Jahre nicht.

Ausser den noch existierenden Altbeständen.

proff56 am 24 Jan 2020 14:37:50

Energiemacher hat geschrieben:Die Ferrariszähler haben keine Rücklaufsperre, aus diesem Grund sollten selbige gegen digitale getauscht werden

Das ist mir neu und unverständlich. Solche ohne Rücklaufsperre (außer bei Sonderanwendung) werden bei verschiedensten Versorgungsunternehmen, die ich bisher seit zig Jahren auch beruflich kennengelernt habe, nicht eingesetzt. Von ganz alten Zeiten ist nicht die Rede, und die sind mittlerweile hoffentlich ausgewechselt ... :mrgreen:

Richtig ist, dass es auch F.Zähler ohne RLSperre gibt. Der Grund für elektrische Zähler ("Smarte Zähler") ist aber nicht dieser, sondern die Einführung erfolgt(e) wegen Forderung nach "Transparenz" und Regelmöglichkeiten im Netz, d.h. wegen Datenerfassungs- und Verbraucherkontrollmöglichkeiten, sowie z.B. betr. Blindströmen und Protokollmöglichkeiten, wie auch Fernauslesung etc.

George67 am 24 Jan 2020 14:41:47

Energiemacher hat geschrieben:Die Ferrariszähler haben keine Rücklaufsperre, ....

Die meisten. es gibt aber auch welche, die schon eine haben.

Energiemacher hat geschrieben:....aus diesem Grund sollten selbige gegen digitale getauscht werden ......

Hä ? kann sein, dass man sie tauschen sollte, aber imho ist es einer der schechtestmöglichen Gründe.
Energiemacher hat geschrieben:....(was nach und nach soweiso automatisch passieren wird), ...


Ja, die Rollouts werden immer wieder aufgeschoben, erst, weil die elektronischen nicht zuverlässig waren, jetzt, weil man die Kosten bei Kleinabnehmern scheut.

Energiemacher hat geschrieben:....wenn man eine solche Guerillaanlage installieren will, die aber nach und nach in den TAB der EVU legalisiert werden (unter Einhaltung einer Pmax und den technischen Bedingungen).

Aber nur unter größten Widerständen und Erschwernissen.

Das ist für mich echt ein rotes Tuch. Gerade wir Deutschen hinken gegenüber vielen anderen Ländern weit nach.
Norwegen hat 100 % Ökostrom, Österreich 70% oder so. Wieviel haben wir ? Wir haben 50 % KOHLESTROM.

Man müsste bereit sein, jeden Schnippel von erneuerbarer Energie mitzunehmen. Geschätzte knapp 100.000 Guerilla-Anlagen zeigen, das wirklich viele Leute bereit sind, solche kleinen Anlage zu installieren. Jede verringert den Stromverbrauch für ihren Besitzer um 10 %. Dafür müsste man keine Windanlage bauen, keine Kabel legen, kein Genehmigungsverfahren durchlaufen.
Und was machen die Konzerne, unbehelligt von einer ignoranten Politik ?
Seit mehr als 10 Jahren legt man diesen Leuten Kosten, Anmeldepflichten, Installateurpflichten und was weis ich auf.
Wie war die Liste der Länder, die solche Anlagen ganz einfach akzeptieren, Stecker in die Dose und fertig ? UND SEIT WANN ?
Ich erinnere mich zumindest an Niederlande und Dänemark.

Wobei gerade die Niederlande in noch einigen Dingen eine geradezu peinlich erfolgreiche Vorreiterrolle spielen.......

George67 am 24 Jan 2020 14:44:00

proff56 hat geschrieben:..... wegen Datenerfassungs- und Verbraucherkontrollmöglichkeiten, sowie z.B. betr. Blindströmen und Protokollmöglichkeiten, wie auch Fernauslesung etc.


jaja. gepfiffen.

George67 am 24 Jan 2020 14:53:24

Die Diskussion über dieses Thema ist immer - äh - interessant.

Wer mehr davon braucht, findet auf einem anderen Forum, dessen Namensnennung hier verboten ist (ich kann verstehen, warum)
reichlich Stoff, viele Halbwahrheiten, etwas blühenden Unsinn, rechtsschaffene gesetzestreue Normenverfechter und mancherlei brauchbares Detail.

Deren wichtigstes ist imho: Normen sind keine Gesetze, sondern ein "einzuhaltender Stand der Technik".

Aber aus der weiteren Diskussion halte ich mich jetzt sicherheitshalber raus.

bernierapido am 24 Jan 2020 19:27:02

Ich wollte mit der Eröffnung dieses Themas auch eine Möglichkeit aufzeigen, wie es möglich ist, tausende von auf Campingfahrzeugen installierten Solaranlagen sinnvol einzusetzen, in den Zeiten, in denen wir nicht unterwegs sind. Viele auf dem Land haben ihr Campingfahrzeug am eigenen Haus stehen (jedenfalls hier in unserer Gegend), und wenn man ein paar kWh (oder auch kg CO2) einsparen kann (ich meine jetzt nicht mal so vordergründig finanziel) so ist das doch positiv.
War gerade im Keller:
Vom Hausdach kommen von 200W Solarpanelen, die 20 Jahre auf dem Wohnwagen waren, seit Oktober 42kWh Solarstrom ins Hausnetz.
Aus dem Regenwasserreservoir kommen trotz trockenen Sommers 88cbm Wasser für Toilettenspülungen und Waschmaschinen.
Warum nicht Resourcen nutzen, die doch sowieso da sind.

Auch im Sattelwohnmobil benötigen wir von April bis Oktober keinen Fremdstrom und kein Wasser mehr für Toilettenspülung.

George67 am 24 Jan 2020 19:41:08

Ich bin total dabei.

George67 am 24 Jan 2020 21:28:41

Ein Kollege baut gerade einen Solaranhänger. Da sollen 4 oder 6 grosse Panels drauf. Geparkt wird auf Privatgrund. Der Wandler ist im Hänger an Bord, es geht also ein 220 Volt Kabel ZUM Haus.

Wie sieht diesbezüglich die normentechnische Betrachtung aus?

Energiemacher am 24 Jan 2020 23:33:04

bernierapido hat geschrieben:Ich wollte mit der Eröffnung dieses Themas auch eine Möglichkeit aufzeigen, wie es möglich ist, tausende von auf Campingfahrzeugen installierten Solaranlagen sinnvol einzusetzen,


Prinzipiell ist der Gedanke natürlich sehr rühmlich, in der aktuellen Klima-Hetz-Zeit umso mehr. :-)
Jedoch darf man auch nicht die Investitionskosten für die zusätzliche Hardware verschweigen. Denn damit sich der Modul-WR und auch die ganzen Steckverbindungen und Anschlussleitungen bezahlt sind vergeht auch einiges an Sonnenstunden.
Dies gilt umso mehr weil die Wohnmobile und noch seltener die Module optimal in der Sonne stehen/liegen. (Das Womo muss dann schon einige Jahre im Besitz sein, damit sich das alles rechnet)
Zudem würde ich behaupten gibt es ist nur ein geringen %satz mit aufstellbaren Modulen, was die Effektivität weiter deutlich schmälert.

Dazu kommen noch die unzähligen Fahrzeuge die in der ungenutzen Zeit in einer Halle oder unter einem Carport stehen.

Meine Guerilla-Anlage braucht etwa 5Jahre bis sie armortisiert ist, bei einem Ertrag von 570-600kWh/Jahr. (2x260Wp, Südausrichtung)


PS: Wenn jemand seinen evtl. möglichen Ertrag seiner Womo-Anlage ausrechnen möchte, kann er das hier schon sehr genau durchführen: --> Link

Tinduck am 24 Jan 2020 23:47:25

Auch auf die Gefahr hin, gelyncht zu werden: meint ihr, mit einer solchen Kleinanlage, die noch dazu nicht optimal ausgerichtet ist und nicht die ganze Zeit betrieben wird, kann man genug CO2 einsparen, um die Herstellung des Wechselrichters und der ganzen Kleinteile wieder reinzusparen? Ich habs nicht durchgerechnet, aber mein Bauch sagt nein.

Das ganze ist wohl doch eher für das gute Gefühl... wobei die Idee schon Charme hat. Aber die zusätzliche Hardware machts irgendwie unattraktiv bzw. ineffizient.

bis denn,

Uwe

George67 am 25 Jan 2020 00:39:08

Manchmal irren Bäuche. :mrgreen:

bernierapido am 25 Jan 2020 00:53:47

Habe jetzt mit Kleinteilen 120€ ausgegeben. (Microwechselrichter 300W, 4 Solarkabelstecker, ein Stecker und eine Steckdose, einige Aderendhülsen)
Die Solarmodule (der Caravan) stehen im Süden und ich kann sie 30° Richtung Süd aufstellen.
Ich benötige also 400kWh bis zur Amortisation (ist aber nicht, wie oben erklärt, mein Ziel, aber manche begreifen nur, wenn es um den Geldbeutel geht).
An sonnigen Tagen habe ich flach liegend 1,4KW Ertrag.
Der Strom wird zu 100% selbst verbraucht, da die Pumpe für die thermischen Solarpanele gleichzeitig läuft.
Nach dreihundert Sonnentagen hat sich meine Investition amortisiert.

Energiemacher am 25 Jan 2020 01:35:08

George67 hat geschrieben:Das ist für mich echt ein rotes Tuch. Gerade wir Deutschen hinken gegenüber vielen anderen Ländern weit nach.
Norwegen hat 100 % Ökostrom, Österreich 70% oder so. Wieviel haben wir ? Wir haben 50 % KOHLESTROM.


Weißt du wo wir auch hinken?
Beim Wissen der Bürger im Bezug auf die Energieerzeugung. Denn sonst kämen nicht solche falschen Aussagen!
Aber woher soll es auch kommen......es wird jedesmal wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben.

Ich empfehle allen Freunden der Energiewende sich mal mit den tatsächlich installierten Leistungen in D, sowie den Ex- und Importzahlen zu befassen.
Ist aber nicht Hipp und lässt sich schlecht in der Kneipe an der Theke argumentieren.

Um aber auf die 50% zurückzukommen:



OK, der Januar ist noch nicht vorbei, aber auch am Ende des Monats werden es bei weitem keine 50% sein.
Auch 2019 waren es in Summe nie 50%.

Installiert sind es in 2019 noch ca. 40% an Stein- und Braunkohle.



Witzig ist ja auch, dass es eigentlich gegen alles immer Bürgerinitiativen gibt. Windräder zu laut, zu nah, Photovoltaik zu hässlich und sowieso blöd wenn Wald gerodet werden muss usw.
wir schalten in D einfach alles ab und beziehen dann völlig CO2 neutral Atomstrom aus Frankreich und Kohlestrom aus Polen und anderen Ost-Ländern.


Aber das absolut nur am Rande zum Thema.

proff56 am 25 Jan 2020 12:11:27

bernierapido hat geschrieben:Nach dreihundert Sonnentagen hat sich meine Investition amortisiert.

Tinduck hat geschrieben:.... meint ihr, mit einer solchen Kleinanlage, die noch dazu nicht optimal ausgerichtet ist und nicht die ganze Zeit betrieben wird, kann man genug CO2 einsparen, um die Herstellung des Wechselrichters und der ganzen Kleinteile wieder reinzusparen? Ich habs nicht durchgerechnet, aber mein Bauch sagt nein.

Richtig, es geht bei "Energiewende" ja nicht darum, Geld zu sparen und um Amortisation im finanziellen Bereich, sondern ob es ökologisch insgesamt (ganzheitlich) sinnvoll ist. Gerade bei Kleinstanlagen wird diese Bilanz wohl niemals aufgehen, wenn auch der Aufwand für die Herstellung der notwendigen Technik, also alle benötigten Resourcen und Energien, einbezogen werden; wenn man aufrichtig alles bedenkt, darf man auch die Energiekosten von z.B. Verpackung, Vertrieb oder Entsorgung nicht außer Betracht lassen. Besonders preiswerte Elektronik hat selten (wenn überhaupt) eine ausreichende Lebensdauer, für eine ganzheitlich positive Bilanz in der Ökologie.

So wertvoll die Idee - bleiben wir mal bei der Idee der Micro-WR-Anlage - sein mag, um so mehr sollte ein Anwender sich auch auch fragen: Tue ich es für meinen eigenen Geldbeutel - oder tue ich es für das Wohl aller Mitmenschen. Eine Balkonanlage ist m.E. nur für den eigenen Egoismus vorteilhaft.

Aber die Idee, ungenutzte Solarenergie in der ansonsten "betriebsfreien" Zeit nutzbar zu machen, kann auch ökologisch wertvoll werden, weil die Anschaffung ja eigentlich einen anderen Zweck verfolgte, nun aber die energetische Bilanz verbessern könnte..... könnte, wenn man ganzheitlich mitdenkt.

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