
Im strömenden Regen fahren wir über Genf, Lausanne, Lyon nach Tournon an der Rhône zu einem kleinen Übernachtungsplatz am Stadtrand. Auch hier ist es kalt und trüb, feiner Regen prasselt auf das Dach des Wohnmobils und dieses monotone Geräusch begleitet uns in den Schlaf.
Wie anders der nächste Morgen. Sonne pur, nur noch kleine Schleierwolken und im Laufe des Tages wird es wärmer. Herrlich. Wir laufen das kurze Stück ins Zentrum von Tournon, finden schnell eine Bäckerei mit frischen Croissants und ein Bistro mit frischem, dampfendem Kaffee.
Die Autobahnen in Frankreich waren gestern brechend voll, offensichtlich wollen auch die französischen Kurzurlauber in den Süden. Einen langen Stau konnten wir noch rechtzeitig umfahren, heute wollen wir nur auf der Route National N7 weiterfahren. Und bis Orange ist es nicht weit.
Das antike Theater und der Triumphbogen sind die Hauptsehenswürdigkeiten von Orange. Es ist anstrengend, die riesigen Steinblöcke des römischen Theaters zu erklimmen, aber der herrliche Blick auf die Bühne und das Theater lohnt die Mühe. Das entschädigt für den stattlichen Eintrittspreis.
Auch kulinarisch hat Orange einiges zu bieten. In einem familiär geführten Bistro lassen wir uns ein wirklich leckeres Mittagessen schmecken. Unseren Übernachtungsplatz finden wir in Aramon neben dem Sportplatz.

Orange

Orange

Aramon
Wir wollen heute mit dem Bus von Aramon nach Avignon fahren. Unsere Recherchen im Internet ergeben widersprüchliche Informationen. Selbst auf der offiziellen Seite der öffentlichen Verkehrsbetriebe ist nicht klar, ob und wann heute, am Sonntag, Busse nach Avignon fahren. An der nur wenige 100 Meter entfernten Bushaltestelle wird dann schnell klar: Sonntags fährt kein Bus! Also zurück zum Wohnmobil, noch schnell frisches Wasser bunkern und los.
Unterwegs schimpft noch eine Gruppe von gut 50 Radfahrern, weil wir sie überholen. Das erwartete Übel in Avignon nimmt seinen Lauf … kein Parkplatz. Am Sonntagmorgen sind die P&R-Parkplätze fast leer, aber bei allen wird uns die Zufahrt durch eine Höhenbegrenzung verwehrt. Wir umrunden die vollständig erhaltene Stadtmauer (2,4 Kilometer lang), aber keine Chance, unser Wohnmobil irgendwo abzustellen. Also auf die andere Seite der Rhône. Hier gibt es zwar freie Parkplätze gibt, aber auch ein Parkverbot für Wohnmobile. Die Einfahrt zum angrenzenden Campingplatz wird von einer Horde italienischer Wohnmobile blockiert, die in aller Ruhe die VE des Campingplatzes nutzen. Irgendwann sind aber auch sie reisefertig und wir belegen einen der wenigen freien Stellplätze auf dem Platz. An der Rezeption erfahren wir dann: Dieser Platz ist reserviert! Also noch einmal umparken und nach gut 2½ Stunden seit der Abfahrt in Aramon (Entfernung 12 Kilometer) sind wir dann „angekommen“.
Später erfahren wir, dass auf dem offiziellen Wohnmobilstellplatz direkt neben dem Campingplatz in einer Nacht im Oktober mehrere (alle?) Wohnmobile aufgebrochen wurden und erheblicher Sachschaden an den Fahrzeugen und durch Diebstahl entstanden ist. Zum Zeitpunkt unseres Besuches war dieser Platz geschlossen!
Prächtige alte Häuser, schöne Plätze und Gassen, eine gut erhaltene Stadtmauer, eine weltberühmte Brücke und der Papstpalast – das ist Avignon, eine der fünf größten Städte der Provence. Der Palast der Päpste, der von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, ist ein riesiger, imposanter Bau, dessen wahre Ausmaße sich erst erschließen, wenn man ihn von innen besichtigt.
Wir bummeln den ganzen Tag durch Avignon und können uns kaum satt sehen an dieser wunderschönen Stadt. Todmüde und mit schweren Beinen kehren wir am späten Nachmittag zum Campingplatz zurück.

Avignon – Palais des Papes

Avignon – Palais des Papes

Avignon – Palais des Papes

Avignon – Palais des Papes

Avignon – Palais des Papes
Der neue Tag beginnt, wie der gestrige aufgehört hat. Strahlend blauer Himmel, aber die Nacht war richtig kalt. Aber was gibt es Schöneres, als die Nacht in einem kuschelig warmen, beheizten Wohnmobil zu verbringen.
Heute wollen wir nach Aigues-Mortes, dem hübschen Städtchen in der Carmarque. Zwischen Avignon und Arles machen wir aber noch einen kleinen Abstecher nach Tarascon. Eigentlich ein verschlafenes Provinznest, wäre da nicht das schöne Schloss direkt an der Rhône. Wir schlendern durch den Ort, auch auf der Suche nach einem kleinen Bistro, aber so richtig gefällt uns das Städtchen nicht, alles ein bisschen grau und unscheinbar.

Tarascon

Tarascon

Tarascon

Tarascon
Ganz im Gegensatz zu Beaucaire auf der anderen Seite der Rhône. Hier gibt es einen schicken Yachthafen, einladende Plätze und Hinterhöfe und … ein Bistro mit leckerem Mittagessen!
Den kompletten Reisebericht mir noch mehr Bildern gibt's hier: --> Link

