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Lixx Technik allg - Balancer, Drift und ihre Ursache 1, 2, 3


Rockerbox am 07 Feb 2020 12:21:15

Nur für mein Verständnis:

Wenn der Motor läuft ist das Trennrelais geschlossen, also Starter- und Aufbaubatterie parallel geschalten. Wenn nun warum auch immer die Starterbatterie wegfällt ist immer noch die Aufbaubatterie an der LiMa. Woher sollen nun die 100V Spannungsspitze kommen?


MountainBiker am 07 Feb 2020 12:29:31

Hallo,

100V Spannungsspitze

von welchen Fahrzeug sprechen wir denn hier?

Wenn es kein KFZ aus dem vorrigen Jahrhundert ist, hat der Lima Regler einen Überspannungsschutz, d.h. es kann eben nicht zu einer unkontrollierten ansteigen der Fahrzeugspannung kommen!

Und warum sollte die Starterbatterie "weggetrennt" werden? Hier werden "Sachen" in den Raum gestellt, die nicht zur Diskussion standen, bitte lest den Thread genau durch und nicht nur die "Bilder anschauen" dann sollte das verständlicher sein (Adi das geht nicht an Dich)!

Bitte nur als freundlichen Hinweis ansehen!

fschuen am 07 Feb 2020 12:48:04

Rockerbox hat geschrieben:NWoher sollen nun die 100V Spannungsspitze kommen?


Davon, dass eine ansteigende Spannung vom Generator OVP am BMS auslöst. Dann hat der Generator überhaupt keinen Puffer mehr.

Natürlich ist der Fall sehr unwahrscheinlich, genau wie andere Überspannungfälle auch (z.B. defekter Solarregler). Deswegen halte ich ja auch BMS/OVP/UVP für entbehrlich. Nur bin ich inzwischen sogar der Meinung, dass OVP der falsche Weg ist, mit den seltenen Überspannungen umzugehen. Überspannung sollte nicht weggeschaltet, sondern kurzgeschlossen werden. Das schützt nicht nur die Batterie, sondern gleich die ganze Womo-Elektrik.

Gruss Manfred

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Rockerbox am 07 Feb 2020 12:56:50

Eine sehr konstruierte Annahme meiner Meinung nach .....

biauwe am 07 Feb 2020 13:39:51

fschuen hat geschrieben: Das schützt nicht nur die Batterie, sondern gleich die ganze Womo-Elektrik.

Gruss Manfred


Die zulässige Spannung im Womo liegt deutlich tiefer, als die von LiFe(Y)PO4-Akkus.

George67 am 07 Feb 2020 14:03:14

George67 hat geschrieben:Ich habe im Board gelesen, dass es für LiFe wohl erfolglose Anläufe gab.

fschuen hat geschrieben:Link bitte ... oder: woran gescheitert?

Ich erinnere mich nur, solche Hinweise irgendo hier aufm Board gelesen zu haben.
War keine Ursache angegeben.

George67 hat geschrieben:Ich werde mal demnächst versuchen, eine Liste zusammenzustellen, welche technischen Features enthalten sein müssen, damit eine P&P auch wirklich echt ist.

fschuen hat geschrieben:- Länge
- Breite
- Höhe
- Anschlüsse

Boa eye ! :D
Ich habe eigentlich nur an elektrische Kompatibilität gedacht....

Wenn man Winstons verbaut, wird es ja kaum mechanische Kompatibilität der Abmessungen geben. Vor allem, wenn man die Kapazität nicht angibt, kan ja von 50 Ah bis 700 Ah sein.

Rockerbox am 07 Feb 2020 14:09:21

at Manfred:

OVP hat aber durchaus den Sinn schon dann abzuschalten, wenn nur EINE Zelke des Akkupacks nach oben wegdriftet und das kann ev schon mal in Ausnahmefällen vorkommen.

biauwe am 07 Feb 2020 14:37:03

Rockerbox hat geschrieben:at Manfred:

OVP hat aber durchaus den Sinn schon dann abzuschalten, wenn nur EINE Zelke des Akkupacks nach oben wegdriftet und das kann ev schon mal in Ausnahmefällen vorkommen.

Ich kenne nur einen, der davon berichtet hat.

George67 am 07 Feb 2020 14:55:11

Es ist etwas schwierig, meine Bedenken an der nachfolgenden Betrachtung zu formulieren, weil sie sich auf Teilaspekte beziehen, die mir aber im Zusammenhang wichtig sind.

pfeffersalz hat geschrieben:Seine Überlegungen sind spektakulär und deine Bilder sind schön, haben aber mit der gelebten Praxis nichts zu tun. :rolleyes:

fschuen hat geschrieben:Das würde ich unterschreiben - nicht nur wegen der Balancer, auch wegen OVP. In der Grafik wird die Zelle mit 4 V geladen, bei 4s macht das 16 V Ladespannung. Und was ist das Fazit? Wenn ich Überspannung von aussen an die Batterie anlege, löst OVP aus.

Das genau ist die Aufgabe eines BMS, oder genauer, der zum BMS gehörenden Spannungsüberwachung.

fschuen hat geschrieben:Das ist jetzt wenig überraschend, wird in der Praxis aber wohl nie vorkommen.

Wenn das so wäre, wäre diese Gruppe nicht so voll von Fragen nach Solarladern, AGM-Einstellungen und alten Ladegeräten mit Desulfatierung.

fschuen hat geschrieben:Daher ist OVP/UVP bei LFP auch verzichtbar, und mit Balancern wird das System wartungsfrei (Plug&Play&Forget).

Einspruch, euer Ehren. Der Balancer kümmert sich nur um die sog. "Drift". Da wird zwar viel Bohei drum gemacht, aber diese "Drift" ist weder ein Schaden, noch führt es zu einem. Sie verringert die nutzbare Kapazität, das ist alles.
Gerade OVP/UVP sind aber norwendig, um diese Schadensfreiheit zu garantieren.
Darüber hinaus scheiden sich die Geister daran, wieviel "Drift" denn im normalen Betrieb entsteht.
Ich gehöre zu der Gruppe, die "wenig" sagen.... immerhin hat hier einer von seinem Akku berichtet, der sehr lange (waren es nicht Jahre ?) ohne Balancer und ohne manuelle Überwachung gelaufen ist. Die Drift habe ich nach den Angaben auf etwa 30 % SOC geschätzt, nach balancieren war alles wieder ok.
Gut, du sagts ja auch nur "Wartungsfrei", wenn man Balancer hat.
Dann musst du zu OVP/UVP auch sagen "Schadensfrei ohne manuelle Überwachung".
Auf den Punkt, imho kann man auf Balancer verzichten, aber nicht auf OVP/UVP.

fschuen hat geschrieben:Bei korrekter Ladespannung wird gar nichts passieren, noch nicht einmal bei gedrifteten Zellen ohne Balancer und ohne BMS. In diesem Fall würde die vollgeladene Zelle den Ladevorgang beenden.

Genauso ist das. Und im Normalfall sollte die (lade)Schaltung um den Akku herum genau das garantieren. Jedes Handy, jedes Pedelec arbeitet so - der Ladeteil liefert die richtige Maximalspannung und einen begrenzten Strom.
Aber im Auto ist weder der Strom itgendwie "kontrolliert", noch die Maximalspannung. Siehe unten....

fschuen hat geschrieben:Wenn OVP in das LFP-BMS integriert ist, sollte klar sein, dass es NUR die Batterie gegen OVP schützt.

Wen sonst ?

fschuen hat geschrieben:Das kann für den Überspannungs-GAU sogar kontraproduktiv sein. Wenn bei laufendem Motor die Fahrzeugbatterie abgeklemmt wird, oder z.B. die Hauptsicherung durchbrennt, fällt ein grosser Verbraucher und der wichtigste Puffer weg.

Da es nur eine Spitze ist, braucht es keinen Puffer, sondern nur ne Last. Und zum Thema Last siehe das weitere.
fschuen hat geschrieben:Die Folge ist ein Anstieg der Bordspannung auf >100V, den die Lima innerhalb einer knappen halben Sekunde wieder wegregelt ("load dump").

Hier ist der Punkt, wo wir im Treibsand landen. Ja, die Lichtmaschine muss ihre Erregung heruntergeregelt bekommen. Der Regelkreis ist wegen der gespeicherten magnetischen Energie nur begrenzt schnell, also nix mit Milli- oder Mikrosekunden.
Weil aber an der Lima noch eine Last dranhängt, der Motor, und der Strom ist/kann sein über 20 A, ist es nicht gerade so, dass die Last der Lima auf Null fällt.
Fahren mit Licht, 30 A. Bleiben irgendwas um 30 bis 50 A max für den Akku. Ist ein Lastsprung auf die Hälfte.
Und dafür glaube ich zwar an einen Spannungssprung, aber nicht auf >100 V.
Von Biker habe ich kürzlich erfahren, dass man für die Gleichrichterdioden mittlerweile (?) Schottkys nimmt, und die haben im Rückstrombereich eine steigende Lastkennlinie, wie Zenerdioden, nur nicht so steil.
Ich kenne seit mehr als einem jahrzehnt die Regel, dass man Elektronik im Auto für 30 V (Spitzen) auslegen muss. Das halte ich nach meinem gesagten für möglich und für vernünftig.

fschuen hat geschrieben:Das kann schlecht für die Fahrzeugelektronik sein, die ist aber eigentlich für diesen Fall getestet und ausgelegt.

So sehe ich das auch - mit den genannten Einschränkungen.

fschuen hat geschrieben:Bei der Elektrik im Aufbau bezweifel ich das; bei geschlossenem Trennrelais wird das aber locker durchgereicht. Dort puffert ja noch die Aufbaubatterie, aber nur, wenn OVP nicht wegschaltet ...

Interessanter Ansatz. Glaube ich aber deswegen nicht, weil ich noch von keinem OVP-Benutzer hier im Board jemals von überspannungsgeschädigter Elektrik gehört habe.
Und wenn das jemals der Fall wäre - mit einer elektronischen Leistungszenerdiode, die nun wirklich kein schaltungstechnisches Geheimnis ist, könnte man sowas spielend unter Kontrolle Bringen - bis in den Mikrosekundenbereich hinein.

George67 am 07 Feb 2020 15:08:02

Rockerbox hat geschrieben:at Manfred:

OVP hat aber durchaus den Sinn schon dann abzuschalten, wenn nur EINE Zelke des Akkupacks nach oben wegdriftet und das kann ev schon mal in Ausnahmefällen vorkommen.

biauwe hat geschrieben:Ich kenne nur einen, der davon berichtet hat.

Na, das sehe ich aber ziemlich anders.
Es mag ja bei den hier üblichen LiFe-Installationen in Mode gekommen zu sein, auf Spannungsüberwachung zu verzichten.

Wenn man aber von BMS redet, von battery management system, dann gibt es einen inneren Schutzkreis, der sich um ALLE Arbeitsparameter der Batterie kümmert und die Batterie trennt, wenn diese verlassen werden, seien es Ladeströme bei Untertemperatur, Über/Unterspannungen ( auch pro einzelne Zelle, nicht nur per Pack), und Über/Kurzschlußströme.
Aussen herum, auf die Seite der Last bzw. des Anwenders, gehört ein zweiter Satz Elektronik, der Bei Ladung Spannung und Strom kontrolliert/begrenzt, bei Entladung zumindest maximalströme überwacht.
So macht man das in jedem Handy, in jedem Pedelec. Und bestimmt auch in Jedem BEV.

Macht man weniger, so verzichtet man entweder auf Sicherheit, oder man ersetzt Automatiken durch manuelle Überwachung oder durch zufälligen Schutz, wie ein Maximalstrom durch eine Lichtmaschinenregelung. Natürlich alles möglich, alles machbar, alles diskutierbar.
Aber dass man BMS-Konstrukte der beschriebenen Art einsetzt, dient klar der Sicherheit UND der Lebensdauer von Lixx Einsatz für den wartungsfreien Betrieb.

fschuen am 07 Feb 2020 16:00:01

"BMS" als solches ist nicht klar definiert. Manchmal werden einfache passive Balancerboards als BMS vertickt, aber die Standardteile haben zumindest noch OVP/UVP integriert. Kann man auch einzeln haben. Vielleicht ist noch da und dort eine Temperaturüberwachung drin, aber Überströme und Einzel-Zellüberwachung dürften die wenigsten haben.

Das Sicherheitsargument lass ich nicht gelten. Pedelec, Mobiltelefon, Verwendung von LiPo - schon klar, da muss es ein passendes BMS sein, und auch eine entsprechende Umgebung (Stahlblech / Fliesen). LFP sind aber eigensicher, da kann nichts passieren. Die elektrische Gefahr durch zu hohe Ströme kriegt man durch eine Schmelzsicherung in den Griff, die ich stets und bei jeder Art von Batterie empfehle. Wenn ich an den Feuer-Thread mit dem Kurzschluss erinnern darf: da war ein BMS auf den Bildern, aber halt keine Sicherung.

Überspannungsschutz: ist die "Leistungszenerdiode" dasselbe wie eine TVS-Diode? Damit kann ich ja sehr einfach einen Überspannungsschutz realisieren. Überspannung kommt kaum vor, aber jemand hatte schon mal einen defekten MPPT-Solarregler. Bei mir kommen da über dreissig Volt vom Dach, das könnten diverse Verbraucher nicht so nett finden. Der Grund, warum ich kein BMS (bzw. UVP/OVP) habe, ist folgender: erstens sind LFP wesentlich robuster gegenüber Über- wie auch Unterspannung als AGM, und zweitens ist ein BMS bei hoher Stromentnahme nicht einfach Plug & Play, und bei hohen Strömen auch ziemlich teuer. Man muss sich da schon ein paar Gedanken machen - einfach "zur Sicherheit" ein BMS zu nehmen kann problematisch werden. Viele Installationsprobleme, von denen im Li-Zusammenhang berichtet wird, sind in Wirklichkeit BMS-Probleme (z.B. Inkompatibität mit Wechselrichter). Und mit dem BMS lass ich halt auch die Probleme weg. Interessant ist die Perspektive, das wäre "in Mode" gekommen - ich hab das Gefühl, ich steh mit der Ansicht ziemlich allein da.

Die 100 V sowie die TVS-Diode hab ich von hier: --> Link
Nicht selbst gemessen, und (noch) nicht ausprobiert. Ich hatte nur das Gefühl, die Leute haben Ahnung.

Aye, vielleicht sollte man sich mal auf einem Stammtisch treffen ...

Gruss Manfred

George67 am 07 Feb 2020 16:46:48

fschuen hat geschrieben:"BMS" als solches ist nicht klar definiert.

Zustimmung.
Battery managment sehe ich als ein Konzept, eine Vorgehensweise, battery management system mag Hardware dafür sein, aber was drin zu sein hat gibts nicht als Definition, sondern nur als Liste der Notwendigkeiten für die Anwendung. Und niemand sagt, dass das in einer Hardware drin zu sein hat. So machen es ja auch unsere LiFe-user, getrennte balancer und U/OVP Hardware.
BMS ist jedenfalls ein Überbegriff, Überwachungen und Balancer sind Funktionen dafür/darunter.

fschuen hat geschrieben:Manchmal werden einfache passive Balancerboards als BMS vertickt, aber die Standardteile haben zumindest noch OVP/UVP integriert. Kann man auch einzeln haben. Vielleicht ist noch da und dort eine Temperaturüberwachung drin, aber Überströme und Einzel-Zellüberwachung dürften die wenigsten haben.

Das ist hier bei den LiFes der Fall, und dagegen stelle ich mich ja auch.
Bei den LiIons ist das ganz sicher Standard. Und noch mehr dazu.
In Laptop Akkus gibt es Temperaturschalter, BMS, Stromüberwachung, Temperaturmessung, und die SchaltMosfets werden thermisch überwacht. Hat man ein extra Bauteil für entwickelt.

fschuen hat geschrieben:LFP sind aber eigensicher, da kann nichts passieren.

Das sah bei dem abgebrannten Chinesen aber nicht so aus...... Entweder eigensicher, oder es kann brennen.

fschuen hat geschrieben:Die elektrische Gefahr durch zu hohe Ströme kriegt man durch eine Schmelzsicherung in den Griff, die ich stets und bei jeder Art von Batterie empfehle. Wenn ich an den Feuer-Thread mit dem Kurzschluss erinnern darf: da war ein BMS auf den Bildern, aber halt keine Sicherung.

Mit der Sicherung bin ich klar bei dir. Schon aus dem Grund, weil es eine Kurzschlussicherung innerhalb des BMS Kreises ist. Und da gehört sie auch hin.
Ich teile die Schlussfolgerung Kurzschluss aber nicht.

fschuen hat geschrieben:Überspannungsschutz: ist die "Leistungszenerdiode" dasselbe wie eine TVS-Diode?

Leistungszenerdiode ist selbstgebaut aus Zenerdiode und z.B. Mosfet oder BipolarPower. TVS sind glaube ich Bauelemente, estra für den zweck. Ich würde sagen, dass ich mit der selbstgebauten Zenerdiode in höhere Leistungen reinkomme, 100 A für mehrere Sekunden wären notfalls auch kein Problem. Hängt nur vom Leistungsteil ab.
Aber ich sag ja, man brauchts imho nicht, jedenfalls nicht so viel.

fschuen hat geschrieben: Überspannung kommt kaum vor, aber jemand hatte schon mal einen defekten MPPT-Solarregler. Bei mir kommen da über dreissig Volt vom Dach, das könnten diverse Verbraucher nicht so nett finden.

Genauso.

fschuen hat geschrieben:Der Grund, warum ich kein BMS (bzw. UVP/OVP) habe, ist folgender: erstens sind LFP wesentlich robuster gegenüber Über- wie auch Unterspannung als AGM,

Gegen Überspannung bestimmt nicht. Sonst würde wegen der 14,7 V für AGM nicht son gewese gemacht. Genau da, wo die AGM arbeitet, und es sogar braucht, will man die LiFe spannungsmässig nicht haben.

fschuen hat geschrieben:.....und zweitens ist ein BMS bei hoher Stromentnahme nicht einfach Plug & Play, und bei hohen Strömen auch ziemlich teuer.

Der Fluch der 12 V Technik.

fschuen hat geschrieben:Man muss sich da schon ein paar Gedanken machen - einfach "zur Sicherheit" ein BMS zu nehmen kann problematisch werden. Viele Installationsprobleme, von denen im Li-Zusammenhang berichtet wird, sind in Wirklichkeit BMS-Probleme (z.B. Inkompatibität mit Wechselrichter).

fschuen hat geschrieben:Und mit dem BMS lass ich halt auch die Probleme weg. Interessant ist die Perspektive, das wäre "in Mode" gekommen - ich hab das Gefühl, ich steh mit der Ansicht ziemlich allein da.

Vollkommen richtig. in beide Richtungen. Mit BMS hat man automatischen Schutz, aber Ärger bei falscher Auslegung. Ohne BMS läuft alles prima, bis was schiefgeht.
Es gibt da den netten Satz:
If you dont like the vaccine, try the disease.

fschuen hat geschrieben:Die 100 V sowie die TVS-Diode hab ich von hier: --> Link
Nicht selbst gemessen, und (noch) nicht ausprobiert. Ich hatte nur das Gefühl, die Leute haben Ahnung.

Ich sach ma, das hat hier keiner. Aber es berichtet auch keiner über Probleme mit Überspannungsspitzen.
( Dauernde Überspannung des kaputten Solar ist was anderes !)

fschuen hat geschrieben:Aye, vielleicht sollte man sich mal auf einem Stammtisch treffen ...


Warscheinlich zu weit weg... :D

rkopka am 07 Feb 2020 17:20:23

George67 hat geschrieben:Der Balancer kümmert sich nur um die sog. "Drift". Da wird zwar viel Bohei drum gemacht, aber diese "Drift" ist weder ein Schaden, noch führt es zu einem. Sie verringert die nutzbare Kapazität, das ist alles.
Gerade OVP/UVP sind aber norwendig, um diese Schadensfreiheit zu garantieren.
fschuen hat geschrieben:Bei korrekter Ladespannung wird gar nichts passieren, noch nicht einmal bei gedrifteten Zellen ohne Balancer und ohne BMS. In diesem Fall würde die vollgeladene Zelle den Ladevorgang beenden.

Das ist zu kurz gedacht. Die vollgeladene Zelle beendet nicht einfach den Ladevorgang. Das stimmt nur, wenn sie einzeln geladen wird. Hier ist es aber in einem Verbund. Der Lader gibt eine summierte Endladespannung vor. Solange die nicht erreicht ist, sorgt er für Strom. Wenn eine Zelle jetzt zu wenig Spannung hat, weil sie noch nicht voll ist, eine andere ist aber schon voll, dann wird der Strom weiterfliessen, auch durch die schon volle Zelle, die dadurch in der Spannung auf ungesunde Werte steigt. Daher kann die Drift durchaus zu Schäden führen, selbst wenn die OVP noch nicht anspringt, weil die Summe der Spannungen OK ist.

Ein Balancer ist ein Weg das in den Griff zu bekommen. Am besten wäre es, wenn er sogar die Ladung unterbricht, sobald eine Zelle über den erlaubten Wert steigt. So ist es bei jedem Modellbauladegerät gemacht. Dort ist es ein wichtiges Sicherheitsfeature, auf das niemand verzichten will.

Beim Entladen hat man das gleiche Spiel mit umgekehrtem Vorzeichen. Wenn nur eine Zelle schlechter ist, erreicht sie vielleicht schon einen kritischen Bereich, während die anderen noch gute Spannungen haben. Die Gesamtspannung ist auch noch über dem UVP. Trotzdem erleidet die schlechte Zelle weitere Schäden. Auch dafür gibt es im Modellbau Meßadapter, sind aber nicht sehr üblich. Bei den hohen Zellenzahlen (bis zu 14) kann man über die Gesamtspannung keine gültige Aussage über die Einzelzellen treffen. Bei 4 Zellen ist das nicht ganz so schlimm.

RK

George67 am 08 Feb 2020 20:06:35

rkopka hat geschrieben:Die vollgeladene Zelle beendet nicht einfach den Ladevorgang. Das stimmt nur, wenn sie einzeln geladen wird. Hier ist es aber in einem Verbund. Der Lader gibt eine summierte Endladespannung vor. Solange die nicht erreicht ist, sorgt er für Strom. Wenn eine Zelle jetzt zu wenig Spannung hat,

rkopka hat geschrieben: weil sie noch nicht voll ist, eine andere ist aber schon voll, dann wird der Strom weiterfliessen, auch durch die schon volle Zelle, die dadurch in der Spannung auf ungesunde Werte steigt. Daher kann die Drift durchaus zu Schäden führen, selbst wenn die OVP noch nicht anspringt, weil die Summe der Spannungen OK ist.

Vollste Zustimmung. Ich hatte das gleiche schon im Thread geschrieben - aber wohl viel zu kryptisch.

rkopka hat geschrieben:Ein Balancer ist ein Weg das in den Griff zu bekommen.

Ein Balancer hat keine Chance, wenn der Ladestrom höher ist als der max. Balancerstrom. Ist garkein Balancerstrom da -> Jeder Strom führt zu Überspannungen an vollen Zellen.

rkopka hat geschrieben:Am besten wäre es, wenn er sogar die Ladung unterbricht, sobald eine Zelle über den erlaubten Wert steigt.

Meine Rede.

rkopka hat geschrieben:So ist es bei jedem Modellbauladegerät gemacht. Dort ist es ein wichtiges Sicherheitsfeature, auf das niemand verzichten will.

Und bei Pedelec. Laptop. Tablets.
Und warum nicht bei Handys ? Die haben meist nur eine Zelle drin. :D

rkopka hat geschrieben:Beim Entladen hat man das gleiche Spiel mit umgekehrtem Vorzeichen.

Ja.

rkopka am 08 Feb 2020 20:13:09

rkopka hat geschrieben:Ein Balancer ist ein Weg das in den Griff zu bekommen.
George67 hat geschrieben:Ein Balancer hat keine Chance, wenn der Ladestrom höher ist als der max. Balancerstrom. Ist garkein Balancerstrom da -> Jeder Strom führt zu Überspannungen an vollen Zellen.

Das stimmt. Und meist ist der Balancerstrom deutlich kleiner als der Ladestrom. Allerdings kann er bei einem schleichenden Vorgang früh eingreifen und es gar nicht erst so weit kommen lassen. Sowas passiert ja nicht über Nacht.

RK

George67 am 08 Feb 2020 20:21:17

rkopka hat geschrieben:Das stimmt. Und meist ist der Balancerstrom deutlich kleiner als der Ladestrom. Allerdings kann er bei einem schleichenden Vorgang früh eingreifen und es gar nicht erst so weit kommen lassen. Sowas passiert ja nicht über Nacht.

RK

Das ist genau eines der Themen, welches ich als eine der Inkompatibilitäten zwischen Bleiumgebung und LiFe Akku betrachte.
Ich hacke ja gerade ständig drauf rum, aber niemand beachtet mich..... :mrgreen:

Meine Kopplung (sozusagen eine intelligenter Booster) wird das Problem beheben, und einige mehr. So ist jedefalls der Plan......

biauwe am 08 Feb 2020 20:27:44

George67 hat geschrieben:Ein Balancer hat keine Chance, wenn der Ladestrom höher ist als der max. Balancerstrom. Ist garkein Balancerstrom da -> Jeder Strom führt zu Überspannungen an vollen Zellen.


Dazu muß eine Zelle mindestens 0,6V bis 1,2V weniger haben.
Dann haben die ander Zellen. 0,2 bis 0,4V mehr und liegen dann nicht bei 3,65V.

Ladestrom 14,4V plus 1,2V Annahme machen 15,6V,
Welches Ladegerät liefert den???

George67 am 08 Feb 2020 20:37:07

George67 hat geschrieben:Ein Balancer hat keine Chance, wenn der Ladestrom höher ist als der max. Balancerstrom. Ist garkein Balancerstrom da -> Jeder Strom führt zu Überspannungen an vollen Zellen.


biauwe hat geschrieben:Dazu muß eine Zelle mindestens 0,6V bis 1,2V weniger haben.
Dann haben die anderen Zellen. 0,2 bis 0,4V mehr und liegen dann nicht bei 3,65V.

Ladestrom 14,4V plus 1,2V Annahme machen 15,6V,
Welches Ladegerät liefert den???


Du hat natürlich recht.
(Ich muss noch erklären: "ist garkein Balancestrom da" sollte heissen: Ohne Balancer)

Die Summe der Spannungen geht nicht höher als die Gesamtspannung.
Der ungünstigste Fall ist klar die einzelne Zelle mit zu hoher Spannung, während 3 andere niedrig liegen. Was nimmt man an ? 3,3 Volt ? Das wären immerhin 80 % SOC, macht 9,9 V für die drei Zellen bei 80 %. Bei 14,4 V bleiben dann.... 4,5 Volt für die eine schon volle Zelle übrig. Ups..... :mrgreen:

biauwe am 08 Feb 2020 20:41:32

George67 hat geschrieben:Der ungünstigste Fall ist klar die einzelne Zelle mit zu hoher Spannung, während 3 andere niedrig liegen. Was nimmt man an ? 3,3 Volt ? Das wären immerhin 80 % SOC, macht 9,9 V für die drei Zellen bei 80 %. Bei 14,4 V bleiben dann.. 4,5 Volt für die eine schon volle Zelle übrig. Ups... :mrgreen:


Zeig doch mal einen Test in der Praxis!
So richtig in Womo-Leben.
Mit Fön und Nespresso.
Solarpower, Ladebooster und Landstrom.

rkopka am 08 Feb 2020 21:24:03

biauwe hat geschrieben:Zeig doch mal einen Test in der Praxis!
So richtig in Womo-Leben.
Mit Fön und Nespresso.
Solarpower, Ladebooster und Landstrom.

Du willst also, daß er seinen vermutlich besser geschützten Akku ohne Schutz betreibt und eine Zelle ruiniert, damit du überzeugt bist, daß es sowas geben kann ? Hast du beim Kauf eines Autos mit Airbag auch verlangt, daß der Verkäufer erstmal einen Unfall vorführt ohne Airbag ?

Kann der Akku auch ohne Schutz überleben ? Ja, kann er. Können so Zellen beschädigt werden, ohne daß UVP oder OVP eingreifen ? Ja. Ist wie immer eine Entscheidung Wahrscheinlichkeit vs. Kosten.

RK

biauwe am 08 Feb 2020 22:00:41

rkopka hat geschrieben:Du willst also, daß er seinen vermutlich besser geschützten Akku ohne Schutz betreibt und eine Zelle ruiniert,

RK


Nein, er soll nur mal praktisch Werte liefern, wo sein Schutz wirksam war, wenn seine Annamen eintreffen.
Eventuell eine Grafik oder so.
Bild

geralds am 09 Feb 2020 01:31:26

Hallo,

ein Beispiel
--> Link

Kritisch sind auch Solarregler mit automatischer 12V/24V Umschaltung. Wenn aus irgendwelchen Gründen mal die Verbindung Regler - Batterie unterbrochen wird, schaltet der Regler auf den 24V Modus. Führt dann zu OVP.
Hatte ich mal, habs aber gleich gemerkt (nicht OVP aber 24V Modus). Bei einer Freundin führte es zum Defekt Ihrer Bleibatterien.

Selbst wenn OVP vielleicht unwahrscheinlich ist, aber warum sollte ich das Risiko eingehen wegen einer im Verhältnis zum Akkupreis geringen Investition? (Mein 220Ah Akku war teuer genug.)

Gruß Gerald

MountainBiker am 09 Feb 2020 09:26:47

Hallo,

Ladestrom 14,4V plus 1,2V Annahme machen 15,6V,
Welches Ladegerät liefert den???


Du triffst aus meiner Sicht eine falsche Annahme! Es können auch 14,4V reichen, dieses Diagramm ist unter der Annahme 20A Ladestrom entstanden (Simulation).
Bild
Uges (bei OVP) 3,5514V + 3,946V + 3,5514V + 3,49221V = 14,54101V

was ich dabei nicht betrachtet wurde ist die Eigendynamk in der Konstantspannungsphase - hier wird die Spannung des "Ausreissers" (driftende Zelle) ansteigen und die Spannung der anderen Zellen ggf. absinken, weil der Ladestrom absinkt! Grund: Es war mir zu aufwändig einzurechnen! Bei einen geringeren Ladestrom, könnte es auch so aussehen:
Uges (bei OVP) 3,466V + 4,0V + 3,466V + 3,466V = 14,4V

Es zählt nur die Größe der "Drift" - Balancer sind aus meiner Sicht also "essentiell", um das Driften bereits in der Entstehungsphase zu verhindern.

Meine Meinung dazu!

biauwe am 09 Feb 2020 09:54:10

MountainBiker hat geschrieben:Du triffst aus meiner Sicht eine falsche Annahme! Es können auch 14,4V reichen, dieses Diagramm ist unter der Annahme 20A Ladestrom entstanden (Simulation).

Meine Meinung dazu!


14,4V geteilt durch 4.
3,65V plus "Überschuß" an 3 Zellen
x Volt an der schwachen Zelle.

Wie groß ist die Spannung???

Oder 3 Zellen haben 3,99V....
Bleiben 2,43V für die schwache Zelle, wenn das Ladegerät 14,4V liefert.

Stocki333 am 09 Feb 2020 10:49:44

Eine Überlegung zu diesen komplexen Thema.
Es gibt hier im Forum genug Berichte über ausgekochte Bleibatterien. Stelle ich mir vor, das Szenario passiert bei einm abgestellten Womo, das an Landstrom hängt. Allerdings mit einer Lithium als Batterie. Ohne BMS ist der Accu dem Defekt hilflos ausgeliefert.
Die Folgen......???
Dieser Aspekt gilt aber auch für sämtliche Ladequellen die vorhanden sind. Es reicht doch schon ein defekter Solarregler im Fahrbetrieb. Der pulvert bis zur nächsten Fahrpause in den Accu. Der war aber Voll, bei Fahrtbeginn. Und volle Zellen brauchen nicht viel Ladung um in der Spannung hochzulaufen.
Folgen durch Überspannung......???
Umgekehrt im Lastbetrieb. Wenn man weiß wie die BC falsch anzeigen können. Oder gar keinen haben. Hier an die Grenze zu gehen, ist doch genauso, wenn nicht schlimmer, in den Auswirkungen. Und wer hat unterwegs die Möglichkeit mit kleinem Strom zu laden. Wenn er das überhaupt weiß.
-
Aus Kaufmanischer Sicht ist der Tausch 2er Bleiaccus keine grosse finanzele Sache. Bei 4 Lithium Zellen schaut die Rechnung ein klein wenig anders aus. Vor allem bei grossen Kapazitäten.
Und dort verschiebt sich das Verhältnis immer mehr in Richtung, zu Gunsten, des BMS.
Technik ist das eine. Aber diese Sichtweise sollte man bei der ganzen Diskusion nicht vernachlässigen.
Stelle ich mir vor, ich bin der Hersteller solcher Systeme. Wie reagieren Kunden, im Fehlerfall, auf solche Defekte. Ich Möchte mir das nicht anhören müssen. Vom Geldaspekt mal abgesehen.
Das sind die Unternehmer mit einem Gedankengut ??: Solche Fälle kennt jeder.
Ist der Ruf erst runiert, lebt sich ganz schön unscheiniert.
Gruß Franz

MountainBiker am 09 Feb 2020 10:59:51

Wie groß ist die Spannung???


Die Antwort ist bereits hier geschrieben:

Uges (bei OVP) 3,466V + 4,0V + 3,466V + 3,466V = 14,4V

Bei einem Ladestrom von 10A:
Bild

Bei SoC95% beträgt die Ladespannung ca. 3,45V!

geralds am 09 Feb 2020 13:54:46

biauwe hat geschrieben:
Nein, er soll nur mal praktisch Werte liefern, wo sein Schutz wirksam war, wenn seine Annamen eintreffen.
Eventuell eine Grafik oder so.
Bild


Hallo Uwe,

Ich verzichte jedenfalls nicht auf die OVP Abschaltung. Bei einem Defekt der Ladegeräte soll der Akku nicht gleich mit über den Jordan gehen.
Und alle, die einen Solarregler mit automatischer 12V/24V Umschaltung haben, sollten das auch nicht tun.

Ob und wenn unter welchen Umständen ein Spannungsunterschied der Zellen entsteht, oder eine Überspannung, ist mir eigentlich egal. Durch die Abschaltung bei UVP und OVP schütze ich den Akku und dient auch meiner Beruhigung :) .

Gruß Gerald

biauwe am 09 Feb 2020 14:01:58

Uges (bei OVP) 3,466V + 4,0V + 3,466V + 3,466V = 14,4V

Die Werte mußt Du erst mal praktisch erreichen.
Li-Akkus "fressen" den Strom und warten nicht.


Man könnte es z.B. mal praktisch testen 3x 60Ah Zellen und eine 40Ah Zelle.

George67 am 09 Feb 2020 21:12:38

George67 hat geschrieben:Der ungünstigste Fall ist klar die einzelne Zelle mit zu hoher Spannung, während 3 andere niedrig liegen. Was nimmt man an ? 3,3 Volt ? Das wären immerhin 80 % SOC, macht 9,9 V für die drei Zellen bei 80 %. Bei 14,4 V bleiben dann.. 4,5 Volt für die eine schon volle Zelle übrig. Ups... :mrgreen:

biauwe hat geschrieben:Zeig doch mal einen Test in der Praxis!
So richtig in Womo-Leben.
Mit Fön und Nespresso.
Solarpower, Ladebooster und Landstrom.

Du findest genügend Vorkommnisse der gelebten Praxis in
--> Link

Du must bedenken, dass ich schon vorher, beim Konzept, solche Vorkommnisse berücksichtige und in meinem Kozept, in der Hardware, Maßnahmen dagegen habe.

Wenn du ein Beispiel von mir brauchst - beim Abholen des Womos aus dem Winterplatz ist mein Akku von der Temperaturüberwachung abgeschaltet worden. Und dafür genau war sie da. Hab ich hier irgendwo schon beschrieben.

biauwe am 09 Feb 2020 21:32:23

Andi342 hat geschrieben:Seit einigen Monaten ist das nun nicht mehr so, ständig ist unser Victron BMV nicht mehr synchron gewesen und ...
Vor einigen Tagen war es dann in einer Nacht so, das ich von einem Piepen vom BMS geweckt worden bin, OVP hatte ausgelöst. Ich habe sofort das Multi Meter raus geholt und nachgemessen. Zelle Nr. 3 hatte 3,81 Volt und die anderen 3 Zellen 3,38 Volt.

Was war denn hier die Ursache?

Der BC, auf den man sich zulange verlassen hat?
Wann wurde das letzte mal balanciert?

So ein Fehler tritt nicht plötzlich auf.

rkopka am 09 Feb 2020 22:36:44

biauwe hat geschrieben:Was war denn hier die Ursache?

Der BC, auf den man sich zulange verlassen hat?
Wann wurde das letzte mal balanciert?

Natürlich sollte man alles dafür tun, daß es nicht soweit kommt, aber anscheinend gibt es selbst in diesem kleinen Kreis schon Vorkommnisse, die nur durch eine Überwachung nicht zu Schlimmerem geführt haben. Also sollte das für jeden ein Muß sein. Zumal das ja auch finanziell keine große Sache ist.
Wo manche sogar regelmäßig alle halbe Jahre das Öl wechseln, nur weil es nicht mehr ganz OK sein könnte...

RK

fschuen am 10 Feb 2020 09:40:48

Stocki333 hat geschrieben:Es gibt hier im Forum genug Berichte über ausgekochte Bleibatterien. Stelle ich mir vor, das Szenario passiert bei einm abgestellten Womo, das an Landstrom hängt. Allerdings mit einer Lithium als Batterie. Ohne BMS ist der Accu dem Defekt hilflos ausgeliefert.
Die Folgen......???


Die Folgen sind im worst case identisch: Batterie defekt. Allerdings ist das bei Li aus drei Gründen wesentlich unwahrscheinlicher: 1. man lässt eine Li-Batterie nicht an Landstrom hängen, wofür auch? 2. die Li-Batterie kann Überspannung besser ab 3. Bleibatterien haben ein Temperaturproblem - bei höheren Temperaturen muss die Ladespannung runter. Und ist sie zu hoch, wird die Batterie heiss - was das Problem verschärft, und recht schnell zu einer defekten Batterie führt.

Stocki333 hat geschrieben:Aus Kaufmanischer Sicht ist der Tausch 2er Bleiaccus keine grosse finanzele Sache. Bei 4 Lithium Zellen schaut die Rechnung ein klein wenig anders aus.


Na ja. Ich hab in vier Jahren mehr Geld an Blei gelassen als danach an Lithium. War vielleicht auch Pech, aber das Zeug geht schon ins Geld. Obendrein ist eine defekte Batterie sehr unangenehm, da urlaubsgefährdend.

Balancerströme müssen übrigens nicht hoch sein. Die Balancer gehen normalerweise nur kurz gegen Ende des Ladevorgangs an, wenn der Ladestrom eh schon niedrig ist. Bei neuen Batterien oder solchen mit unbekanntem Zustand (lange gestanden) kann es aber nicht schaden, sie mit geringem Strom zu laden.

Zum OVP: mir ist noch kein Li-Batteriedefekt durch Überspannung bekannt. Ein gewisser Überspannungsschutz scheint sinnvoll zu sein, für den Fall von defekten Solarreglern - allerdings sollte dann das Womo geschützt werden, nicht nur die Batterie. Ein Ansprechen von OVP kann verschiedene Ursachen haben, die interessant sein können - aber einfach davon auszugehen, OVP hätte einen Folgeschaden verhindert, ist meines Erachtens ein Denkfehler.

Gruss Manfred

MountainBiker am 10 Feb 2020 09:47:52

Hallo,

man lässt eine Li-Batterie nicht an Landstrom hängen, wofür auch?


Es muß jede Betriebsart und jeder Betriebszustand möglich und abgesichert sein, es gibt manigfaltige Gründe sein Mobil an Landstrom über einen langen Zeitraum "anzuhängen", z.B. elektrische Zuheizer, Pufferung der Batterie über Winter, ...

rkopka am 10 Feb 2020 09:59:41

fschuen hat geschrieben:Na ja. Ich hab in vier Jahren mehr Geld an Blei gelassen als danach an Lithium. War vielleicht auch Pech, aber das Zeug geht schon ins Geld. Obendrein ist eine defekte Batterie sehr unangenehm, da urlaubsgefährdend.

Aber das waren sicher mehrere Bleibatterien ? Auf den einzelnen Fall bezogen ist klar, wo man mehr Geld verliert. Wobei der Tausch sicher ein Vorteil der Bleibatterie ist, da man sie praktisch überall bekommt.

Zum OVP: mir ist noch kein Li-Batteriedefekt durch Überspannung bekannt. Ein gewisser Überspannungsschutz scheint sinnvoll zu sein, für den Fall von defekten Solarreglern - allerdings sollte dann das Womo geschützt werden, nicht nur die Batterie.

Das meiste im Auto ist nicht so empfindlich wie die Batterie. Zumindest bei gemäßigter Überspannung. Wobei das ein Thema ist, das auch bei Blei eintreten könnte. Vermutlich gibt es die Fehler weniger, weil die meisten Li Batterien Schutzmechanismen haben.

Ein Ansprechen von OVP kann verschiedene Ursachen haben, die interessant sein können - aber einfach davon auszugehen, OVP hätte einen Folgeschaden verhindert, ist meines Erachtens ein Denkfehler.

Das verstehe ich nicht. Der OVP wird ausgelöst durch eine für die Batterie schädliche Spannung (was sonst ?). Also würde er doch immer einen Schaden verhindern ?

RK

fschuen am 10 Feb 2020 10:18:04

rkopka hat geschrieben:Aber das waren sicher mehrere Bleibatterien ?


Ja, korrekt. AGM, um genau zu sein. Ich hab den alten Nass-Batterien nicht mehr vertraut, was vielleicht ein Fehler war. Definitiv ein Fehler war es, nicht gleich auf LFP umzusteigen.

rkopka hat geschrieben:Das meiste im Auto ist nicht so empfindlich wie die Batterie.


Bei AGM würd ich das unterschreiben. LFP ist sehr robust gegen Überspannung. Und wenn es einem die Relais im EBL zerbrät, hat man echt ein Problem - die haben gern nach ein paar Jahren schon Oldtimerstatus und sind kaum zu bekommen.

rkopka hat geschrieben:Das verstehe ich nicht. Der OVP wird ausgelöst durch eine für die Batterie schädliche Spannung (was sonst ?). Also würde er doch immer einen Schaden verhindern ?


OVP wird ausgelöst durch ein Erreichen eines Schwellwerts, und verhindert so Schäden an der Batterie. Der Umkehrschluss ist aber ein Denkfehler. Vergleich: Schmelzsicherungen sind ein sinnvolles und geeignetes Mittel, um Brände zu verhindern. Aber nicht jede durchgebrannte Sicherung hat einen Brand verhindert.

Gruss Manfred

rkopka am 10 Feb 2020 10:22:43

rkopka hat geschrieben:Das verstehe ich nicht. Der OVP wird ausgelöst durch eine für die Batterie schädliche Spannung (was sonst ?). Also würde er doch immer einen Schaden verhindern ?
fschuen hat geschrieben:OVP wird ausgelöst durch ein Erreichen eines Schwellwerts, und verhindert so Schäden an der Batterie. Der Umkehrschluss ist aber ein Denkfehler. Vergleich: Schmelzsicherungen sind ein sinnvolles und geeignetes Mittel, um Brände zu verhindern. Aber nicht jede durchgebrannte Sicherung hat einen Brand verhindert.

Das ist eine Sache der Formulierung bzw. Interpretation. Ich meinte, jede OVP hat zumindest irgendeinen Schaden verhindert. Nicht daß sie jeden möglichen Schaden verhindert. Mir gings eher um den Nutzen, als um den absoluten Schutz, den es ja nicht geben kann.

RK

Stocki333 am 10 Feb 2020 12:09:25

[quote="fschuen"]
Zum OVP: mir ist noch kein Li-Batteriedefekt durch Überspannung bekannt. Ein gewisser Überspannungsschutz scheint sinnvoll zu sein, für den Fall von defekten Solarreglern - allerdings sollte dann das Womo geschützt werden, nicht nur die Batterie. Ein Ansprechen von OVP kann verschiedene Ursachen haben, /quote]
Hallo Manfred
Das ist deine Sichtweise der Dinge. Allerdings solltest du die Garantiementalität vieler User beachten. Und wenns um Geld geht, ist die Balance schnell in Schieflage.
Bis jetzt ist die Diskusion fast nur um OVP gelaufen.
Aber wie siehst du den Schutz im unteren Bereich. also LVP. Wie steht es dort mit Schutz.
Dieser Bereich ist doch viel schneller und öfter erreichbar. Bericht über tiefentladene Batterien sind ein Dauerthema. Es gibt ja auch Anwender die Ehrlich sind. Und die verbaute Womo Schutzmaßnahme bei 10,5 - 10,7 Volt ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Auch die Grenze beim Wechselrichter, der immer mehr zum Einsatz kommt, ist eigentlich kontraproduktiv bei Lithium.
Dort ist meines Erachten die Gefahr einer Schädigung vielfach größer.
Wer sich Lithium einbaut, hat auch in der Regel auch ein Interesse, 230 Volt Geräte zu betreiben. Aufzählung spare ich mir. Ausnahme sind die immer mehr in Gebrauch stehende Anzahl von E-Bike. Die sind Stromfresser.
Dort ohne Schutz arbeiten, da fehlt mir schon das Verständnis.
Gruß Franz

fschuen am 10 Feb 2020 13:43:49

Stocki333 hat geschrieben:Das ist deine Sichtweise der Dinge. Allerdings solltest du die Garantiementalität vieler User beachten.


D'accord, den Schuh zieh ich mir an. Die Sichtweise ist mit der Zeit entstanden und wandelt sich, und ich gebe sie gerne bekannt. Ich sage nicht, dass das jeder so machen soll, sondern lieber, warum ich das so mache. Selber denken ist nämlich viel krasser als googeln und nachmachen.

Würde ich das kommerziell machen, wäre das anders. Ich würde vermutlich sogar Booster empfehlen - weil das dann zu 100% in allen Womos funktioniert, und nicht nur in 95+%. Dann ist vorher klar, was das kostet, und man muss nie nachbessern.

Stocki333 hat geschrieben:Aber wie siehst du den Schutz im unteren Bereich. also LVP.


Noch entspannter als obenrum. Erstens weil LFP hier wieder äusserst robust ist - um die Zellen kaputtzumachen, muss ich sie falschrum aufladen (was natürlich bei einer Reihenschaltung mit der schwächsten Zelle beim extremen Entladen durchaus passiert). Entladene Bleibatterien gehen hingegen allein durchs rumstehen kaputt. Zweitens weil ich eine Solaranlage hab, da ist Unterspannung nicht so leicht zu erreichen. Drittens weil das EBL wie auch der WR bei Unterspannung abschalten, ich also UVP schon habe. Viertens weil UVP für hohe Ströme - WR - sehr teuer ist. Fünftens weil die UVP-Einheiten, die ich gesehen habe, auch in ausgeschaltetem Zustand noch minimal Strom verbrauchen. Sechstens weil wirklich nur die Zellen im Extremfall kaputtgehen können, die man dann nur auswechseln braucht - bei Überspannung kann es die Balancer killen, und wenn man es so weit treibt, das Zellen aufplatzen, kann es im Prinzip auch Folgeschäden geben. Wenn man z.B. die Brille auf der Batterie abgelegt hat. Siebtens, weil Unterspannung mit Sicherheit für die ganze andere Womo-Elektrik kein ernsthaftes Problem darstellt. Und achtens fällt mir grad nix mehr ein.

Gruss Manfred

Bodimobil am 10 Feb 2020 14:28:08

Nur mal ein paar Kleinigkeiten die mir spontan dazu einfallen:

fschuen hat geschrieben:Zweitens weil ich eine Solaranlage hab, da ist Unterspannung nicht so leicht zu erreichen.
Wenn die Dieselheizung, der Kompressorkühli und der Bike-Akku Lader in der Nacht die Batterie leer zieht nützt dir Solar reichlich wenig!

fschuen hat geschrieben:Drittens weil das EBL wie auch der WR bei Unterspannung abschalten, ich also UVP schon habe.
Für Lithium liegen die Abschaltschwellen aber meist zu tief.

fschuen hat geschrieben:Viertens weil UVP für hohe Ströme - WR - sehr teuer ist.
Wer diese Investition tätigt sollte da nicht sparen. Ist in den Bausätzen von Lisunenergy natürlich im Preis enthalten!

fschuen hat geschrieben:Fünftens weil die UVP-Einheiten, die ich gesehen habe, auch in ausgeschaltetem Zustand noch minimal Strom verbrauchen.
Im Vergleich zur Gesamtkapazität meist vernachlässigbar - es sei denn du lässt die Anlage mehr als ein halbes Jahr unbenutzt

fschuen hat geschrieben:Sechstens weil wirklich nur die Zellen im Extremfall kaputtgehen können, die man dann nur auswechseln braucht - bei Überspannung kann es die Balancer killen, ...
Dass die Zellen günstiger sind als Balancer ist wohl ein Gerücht. :lach:
Zellen kann jeder mal eben austauschen - auch ein Gerücht! :lach:

Gruß Andreas

geralds am 10 Feb 2020 15:37:30

fschuen hat geschrieben:
Noch entspannter als obenrum. Erstens weil LFP hier wieder äusserst robust ist - um die Zellen kaputtzumachen, muss ich sie falschrum aufladen


Auch meine Meinung.
Das ist bei 4 Zellen in Reihe kaum möglich, vielleicht eher bei 12 Zellen in Reihe bei e-Bike-Akku´s?

fschuen hat geschrieben:Fünftens weil die UVP-Einheiten, die ich gesehen habe, auch in ausgeschaltetem Zustand noch minimal Strom verbrauchen.


Scheint zumindest bei meinem BMS nicht so tragisch zu sein. Vom 9.11.2019 bis zum 4.2.2020 blieb die Spannung konstant auf 13,31V

Gruß Gerald

Rockerbox am 10 Feb 2020 15:49:28

Entweder hab ich es überlesen oder nicht verstanden, um welches BMS hier geht.

Mein REC BMS macht alles was es soll, überwacht OVP und UVP, steuert das Hochstromrelais und hat mit allem sonstigen Kram im Mobil wie Alarmanlage, Radiospeicher, Truma-Uhr etc. einen Ruhestromverbrauch von 70 - 80 mA, wobei ich nicht weiß, wieviel davon das BMS alleine zieht.
Daneben macht es Bottom- und Top-Balancing und zwar sowohl für die einzelnen Zellen als auch "Pack to Cell" und "Cell to Pack".

Damit bin ich für alle Eventualitäten gerüstet, hatte minimalen Verkabelungsaufwand und kann mein System "sich selbst überlassen".

Wenn ich nachsehen will was es tut bekomme ich per App und Bluetooth alles aufs Handy, SOC, Einzelspannung der Zellen, Gesamtspannung, Lade- bzw. Entladestrom, Lade- bzw. Entladedauer, Innenwiderstand der Zellen, Akkutemperatur, BMS-Temperatur und ev. Alarmmeldungen.
Alle Daten kann ich mir auch als Logfile downloaden.

Warum soll ich mir also irgendwelche Risiken einhandeln und KEIN BMS benutzen?

Stocki333 am 10 Feb 2020 15:52:47

geralds hat geschrieben:Scheint zumindest bei meinem BMS nicht so tragisch zu sein. Vom 9.11.2019 bis zum 4.2.2020 blieb die Spannung konstant auf 13,31V
Gruß Gerald

Und was unternimmst du gegen die Entzugserscheinungen. Bei so langer Stehzeit. :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
Franz

geralds am 10 Feb 2020 16:44:55

Stocki333 hat geschrieben:Und was unternimmst du gegen die Entzugserscheinungen. Bei so langer Stehzeit. :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
Franz


Tja Franz, leider will meine Frau im Winter nicht mit dem Womo reisen. :cry:

Zur Auflockerung mal nach SA fliegen um dort dem Gleitschirmfliegen zu fröhnen.

Im Forum dummes Zeug schreiben.

Ein wenig wandern, wenn das Wetter es zulässt.

Zaun streichen (wenn es warm genug ist.)

Ski fahren ist leider auch nicht mehr, alle meine Freunde, mit denen ich früher gefahren bin, haben es aus körperlichen Gründen aufgegeben und alleine fahren macht mir nicht so richtig Spass. Hab´s ein paar mal gemacht und es dann doch aufgegeben.

Ansonsten mache ich es ihm oft gleich :snoopy:

Gruß Gerald

Stocki333 am 10 Feb 2020 18:31:24

Rockerbox hat geschrieben:Entweder hab ich es überlesen oder nicht verstanden, um welches BMS hier geht.

Adi, es geht vom Grundprinzip um Betrieb ohne BMS. Ausgangsbasis vieler Tröt aus der Gründerzeit. Wenn auch die Ausgangsbasis OVP Absicherung war.
Warum soll ich mir also irgendwelche Risiken einhandeln und KEIN BMS benutzen?

Seh ik fei genauso. Und nicht nur ich.
Gruß aus OÖ
Franz

Rockerbox am 10 Feb 2020 18:47:36

Danke Franz!


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