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Rücktritt vom WoMo-Mietvertrag wg Corona 1, 2, 3


abnachlapalma am 20 Mär 2020 09:49:45

Unser Vermieter hat unsere Stornierung ohne Probleme angenommen und den vollen Mietpreis rückerstattet. Bravo. Ich gebe den Namen gerne per PN weiter. Solche Leute haben es verdient, in Zukunft wieder gute Geschäfte machen zu können.

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TiborF am 20 Mär 2020 10:40:56

abnachlapalma hat geschrieben:Unser Vermieter hat unsere Stornierung ohne Probleme angenommen und den vollen Mietpreis rückerstattet. Bravo. Ich gebe den Namen gerne per PN weiter. Solche Leute haben es verdient, in Zukunft wieder gute Geschäfte machen zu können.


Freue mich für dich - und ja - gebe dir voll Recht. Solche Kulanz sollten die Vermieter schon einräumen, damit man weiterhin bei ihnen mietet.

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Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: --->Link

VolkerT am 20 Mär 2020 10:49:13

Unser Vermieter (geplant was die Anmietung des Womo für nächste Woche), bietet uns eine kostenlose Umbuchung an.

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Doppelmoppel6572 am 29 Mär 2020 13:09:09

Hallo!

Wir hatten (eigentlich) für die vergangene Woche ein Wohnmobil zum Testen gemietet. Die Buchung haben wir bereits im November 2019 vorgenommen.

Nachdem sich die Situation so langsam zuspitzte, haben wir am 16.03. Kontakt mit dem Vermieter aufgenommen. Dieser teilte uns mit, dass sie gerade in der Klärungsphase wären und wir Ende der Woche nochmal anrufen sollten.

Dies haben wir dann auch am Sa., 21.03.20 gemacht. Zu dieser Zeit war eigentlich schon klar, dass wir weder in Rheinland-Pfalz noch in Bayern zu touristischen Zwecken reisen durften. Die Aussage unseres Vermieters war: "Das Wohnmobil steht hier auf unserem Hof für Sie bereit und sie können es am Montag wie vereinbart abholen. Die Campingplätze sind aber alle geschlossen." Da waren wir für einen kurzen Moment doch sehr sprachlos... :-o

Auch auf den Hinweis bzw. die Frage unsererseits, wie denn nach Meinung des Vermieters die Übergabe unter Einhaltung des Abstands im und um das Wohnmobil stattfinden soll und ob sie überhaupt das Wohnmobil noch herausgeben dürfen, kam erstmal immer wieder der gleiche Satz (Wohnmobil steht hier bereit... usw). Unsere Fragen und Einwände wurden erstmal ignoriert. Lediglich die Ansage kam hinzu, dass wenn wir stornieren wollen, sie die 90% des Mietpreises einbehalten würden. So wären die Stornobedinungen. Wir betonten mehrmals, dass wir NICHT stornieren, sondern dass die Ausgangsbeschränkungen in RLP und BY es nicht erlauben, das Wohnmobil auch nur vom Hof zu fahren...
Zustätzlich kam doch tatsächlich noch die Frage an uns nach einer Reiserücktrittsversicherung... als ob die uns in diesem Fall was genutzt hätte :rolleyes:

Es kamen erstmal keinerlei Vorschläge seitens des Vermieters, wie wir die Kuh gemeinsam vom Eis bekommen können. Wir haben dann vorgeschlagen, dass wir uns die Kosten des Mietpreises doch teilen können, da ja beide Seiten unschuldig an der ganzen Misere sind. Wir hatten keinerlei Interesse (trotz Rechtschutzversicherung ohne SB), dies anwaltlich regeln zu lassen, obwohl uns im Grunde nach Rücksprache mit unserem Anwalt die kompletten Kosten hätten zurückerstattet werden müssen.

Nach weiteren Telefonaten und E-Mails haben wir uns dann darauf geeinigt, dass wir uns die 90% des reinen Mietpreises (= 446,20€) teilen und uns der Vermieter diese zusammen mit dem Rest (Übergabepauschale, Außenreinigung, Kautionsversicherung) zurücküberweist.

Leben und leben lassen...

Dennoch bleibt ein "Gschmäckle", weshalb eine Anmietung bei diesem Vermieter für uns nicht mehr in Frage kommt.

Liebe Grüße und bleibt alle gesund!

abnachlapalma am 29 Mär 2020 18:39:19

Nennt doch nach Erhalt der Rücküberweisung Ross und Reiter. Wäre doch dann denkbar, dass diesem Vermieter gegenüber etwas zurückhaltender begegnet wird. Sein Verhalten hat keine Belohnung verdient, um es mal diplomatisch auszudrücken.

Embo am 29 Mär 2020 19:04:52

Hallo,

wir hatten für Ostern einen Campeo von Bürstner gemietet. Konnten wir kostenlos stornieren. Natürlich wird der Vermieter versuchen einen Gutschein anzubieten oder auf einen anderen Termin umzubuchen. Muss man aber nicht annehmen, wir können unseren Urlaub nicht verschieben und im August haben wir ja unser eigenes Mobil.

Rechtlich kann man sich auf den deutschen Tourismusverband berufen, der da schreibt:

"1. Vor der Reise: Dürfen Gäste kostenfrei stornieren, wenn ein Gebiet gesperrt wurde oder ein behördliches Verbot der touristischen Vermietung erlassen wurde?
Ja. Gäste können in diesem Fall kostenlos stornieren. Es handelt sich um einen Fall der Unmöglichkeit. Das heißt, Vermieter können die vertraglich vereinbarte Leistung, nämlich die Zurverfügungstellung der Unterkunft, nicht erbringen. Geleistete Anzahlungen oder - falls der gesamte Mietpreis überwiesen wurde - müssen erstattet werden..."
--> Link

Für die Vermieter und Campingplatzbetreiber ist das die absolute wirtschaftliche Katastrophe... die Camper-Szene wird nach Corona nicht mehr dieselbe sein. Wir werden sehen, dass wir dann privat betriebene CPs anfahren und unterstützen, städtische Stellplätze werden wir dann fürs erste meiden.

Bleibt gesund
Michael

Energiemacher am 29 Mär 2020 19:06:38

abnachlapalma hat geschrieben:Nennt doch nach Erhalt der Rücküberweisung Ross und Reiter. Wäre doch dann denkbar, dass diesem Vermieter gegenüber etwas zurückhaltender begegnet wird. Sein Verhalten hat keine Belohnung verdient, um es mal diplomatisch auszudrücken.


Man muss nun aber auch keine Hetzjagd gegen Unternehmer machen die es vllt. andernfalls in der nächsten Saison sowieso nicht mehr geben würde.

Geschädigte gibt es leider in dieser Situation 2 Personen und wie ich es herauslesen konnte, konnte man sich einvernehmlich einigen.
Also letztendlich ist alles gut.

ManfredK am 29 Mär 2020 19:45:30

Embo hat geschrieben:Rechtlich kann man sich auf den deutschen Tourismusverband berufen, der da schreibt:

....Das heißt, Vermieter können die vertraglich vereinbarte Leistung, nämlich die Zurverfügungstellung der Unterkunft, nicht erbringen...

Bleibt gesund
Michael


Der WoMo Vermieter kann dir aber die vetragsgemäße Leistung (Vermietung eines Wohnmobils/Zubehör/Dienstleistungen) erbringen..... (i.d.R. wird wohl kein Campingplatz/Stellplatz oder ein bestimmtes Urlaubsland im Mietvertrag festgehalten)

Deswegen ein Danke an alle Vermieter die hier eine kulante Stornoregelung finden. (Zumindest nach heutiger Rechtslage)

Doppelmoppel6572 am 29 Mär 2020 23:43:25

Energiemacher hat geschrieben:Man muss nun aber auch keine Hetzjagd gegen Unternehmer machen die es vllt. andernfalls in der nächsten Saison sowieso nicht mehr geben würde.

Geschädigte gibt es leider in dieser Situation 2 Personen und wie ich es herauslesen konnte, konnte man sich einvernehmlich einigen.
Also letztendlich ist alles gut.



Das sehen wir genauso. Keiner von beiden hat diese Situation verschuldet. Wir sind mit der Einigung zufrieden und ich denke, der Vermieter kann es auch sein.
Das "Gschmäckle" bleibt wegen der anfänglichen Uneinsichtigkeit/Ignoranz des Vermieters... Einen Namen werden wir hier oder anderswo deswegen aber nicht nennen.

Ende gut, alles gut.

Bleibt gesund!

Gast am 30 Mär 2020 07:37:31

ManfredK hat geschrieben:
Der WoMo Vermieter kann dir aber die vetragsgemäße Leistung (Vermietung eines Wohnmobils/Zubehör/Dienstleistungen) erbringen...


sehe ich genauso. Ein Wohnmobil kann ja nicht nur zu touristischen Zwecken gemietet werden, könnte genausogut eine Geschäftsreise oder sonstwas sein. Solange im Mietvertrag nicht ausdrücklich die Verwendung auf touristische Zwecke eingeschränkt ist, sehe ich eigentlich nicht wo der Vermieter seine Leistung nicht erbringen kann, bzw. die Leistung verunmöglicht ist. Eine Wohnmobilvermietung ist ja kein Beherbergungsbetrieb. Wenn der Mieter aus welchen Gründen auch immer (ausgenommen natürlich Mängel am Mietobjekt) das Wohnmobil nicht so nutzen kann wie er wollte, ist das schlußendlich sein Problem.

Also wenn die Vermieter kulanterweise Umbuchungen oder sonstige Kulanzregelungen anbieten, dann ist das schon ein ziemliches Entgegenkommen. Einen Anspruch darauf kann ich beim besten Willen nicht erkennen.

Embo am 01 Apr 2020 11:12:38

Der WoMo Vermieter kann dir aber die vetragsgemäße Leistung (Vermietung eines Wohnmobils/Zubehör/Dienstleistungen) erbringen..... (i.d.R. wird wohl kein Campingplatz/Stellplatz oder ein bestimmtes Urlaubsland im Mietvertrag festgehalten) Deswegen ein Danke an alle Vermieter die hier eine kulante Stornoregelung finden. (Zumindest nach heutiger Rechtslage)



Sorry wenn ich noch mal einhake - der Zweck der Mietsache ist eindeutig das Campen auf einem Campingplatz. Und ich zitiere aus dem BGB §651h:

"... (1) Vor Reisebeginn kann der Reisende jederzeit vom Vertrag zurücktreten. Tritt der Reisende vom Vertrag zurück, verliert der Reiseveranstalter den Anspruch auf den vereinbarten Reisepreis. Der Reiseveranstalter kann jedoch eine angemessene Entschädigung verlangen... (darauf zielen wahrscheinlich ManfredK und Dragster)

--- (3) Abweichend von Absatz 1 Satz 3 kann der Reiseveranstalter keine Entschädigung verlangen, wenn am Bestimmungsort oder in dessen unmittelbarer Nähe unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Durchführung der Pauschalreise oder die Beförderung von Personen an den Bestimmungsort erheblich beeinträchtigen. Umstände sind unvermeidbar und außergewöhnlich im Sinne dieses Untertitels, wenn sie nicht der Kontrolle der Partei unterliegen, die sich hierauf beruft, und sich ihre Folgen auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Vorkehrungen getroffen worden wären."

Auch eine Beförderung von Personen an den Bestimmungsort ist erheblich beeinträchtigt (sprich europaweit nicht möglich). Und dass das keine Geschäftsreise über Ostern seien sollte wird wohl jedes Gericht der Welt einsehen. :)

Trotzdem Danke an alle Vermieter und möget ihr diese dunklen Zeiten überstehen!

Schönen Gruß
Michael

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ManfredK am 01 Apr 2020 12:10:36

Embo hat geschrieben:.... der Zweck der Mietsache ist eindeutig das Campen auf einem Campingplatz.
Schönen Gruß
Michael


Michael, wo in einem Mietvertrag wird das zu einem wesentlichen Vertragsbestandteil gemacht?

siehe durchaus gebräuchliches Muster eines Mietvertrages: --> Link

hampshire am 01 Apr 2020 12:38:41

Ich wundere mich wie häufig menschen sich rechtlich vorbereiten wollen bevor sie eine Situation mit dem Geschäftsparter lösen.

Ausgangssituation:
Wohnmobil Anmietung vereinbart, 20% angezahlt, Sorge zum Zeitpunkt der Anmietung nicht in den Urlaub fahren zu können.

Ziele festlegen:
1. Wenn ich wie geplant fahren könnte wäre es am Schönsten.
2. Wenn ich nicht wie geplant fahren könnte hätte ich gerne keine Kosten.
3. Als Entgegenkommen bin ich bereit das Fahrzeug zu einem anderen Zeitpunkt abzunehmen und die Anzahlung beim Vertragspartner zu lassen.

Handeln:
Anruf beim Vertragspartner:
Nach Begrüßung Situation und Ziele schildern: "Ich habe Sorge, dass ich wegen der Corona Pandemie mit dem bestellten Fahrzeug im August nicht in den Urlaub fahren kann. Wenn der Spuk bis dahin vorbei sein sollte will ich gerne fahren. Falls das nicht gehen sollte, möchte ich gerne vom Mietvertrag zurücktreten. "
Antwort abwarten, Zugeständnis anbieten falls nötig, wenn keine Einigung kann man immer noch das Vertragsrecht ansehen.

Embo am 01 Apr 2020 15:46:55

Ja, zu sehr vertiefen wollte ich das auch nicht... gestartet wurde dieser Thread weil jemand aus dem Mietvertrag raus wollte.

At ManfredK: der Zweck steht eigentlich schon im Titel des Vertrags: MIETVERTRAG FÜR WOHN- ODER REISEMOBILE. Mobil zum Wohnen oder/und zum Reisen, geht ja beides nicht. Oder ist eigentlich Quatsch.

schnecke0815 am 01 Apr 2020 16:26:30

Embo hat geschrieben:verliert der Reiseveranstalter den Anspruch auf den vereinbarten Reisepreis.


Embo hat geschrieben:Abweichend von Absatz 1 Satz 3 kann der Reiseveranstalter keine Entschädigung verlangen, wenn am Bestimmungsort oder in dessen unmittelbarer Nähe unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Durchführung der Pauschalreise oder die Beförderung von Personen an den Bestimmungsort erheblich beeinträchtigen.


Da lacht dich jeder Richter aus. Seit wann ist ein Wohnmobilvermieter ein Reiseveranstalter?
Deine Zitate beziehen sichnur und ausschließlich auf Pauschalreisen. Wenn z.B. nur der Flug selbst gebucht wird ist es schon keine Pauschalreise mehr.

Embo am 01 Apr 2020 16:44:12

Da lacht dich jeder Richter aus. Seit wann ist ein Wohnmobilvermieter ein Reiseveranstalter?


Ob der Wohnmobilvermieter eher als Vermieter oder eher als Reiseveranstalter bewertet wird kann der Richter entscheiden, für beides habe ich hier Stoff für eine kostenfreie Kündigung geliefert. Zur Erinnerung: hier wurde um Hilfe gebeten.

Embo am 01 Apr 2020 16:55:24

Dem lachenden Richter halte ich dann das hier unter die Nase:

"Zu BGB 651 Untertitel 4 Pauschalreisevertrag, Reisevermittlung und Vermittlung verbundener Reiseleistungen:

1 Eine Pauschalreise ist eine Gesamtheit von mindestens zwei verschiedenen Arten von Reiseleistungen für den Zweck derselben Reise.
2 Eine Pauschalreise liegt auch dann vor, wenn

1. die von dem Vertrag umfassten Reiseleistungen auf Wunsch des Reisenden oder entsprechend seiner Auswahl zusammengestellt wurden oder
2. der Reiseveranstalter dem Reisenden in dem Vertrag das Recht einräumt, die Auswahl der Reiseleistungen aus seinem Angebot nach Vertragsschluss zu treffen.
(3) Reiseleistungen im Sinne dieses Gesetzes sind
1. die Beförderung von Personen,
2. die Beherbergung, außer wenn sie Wohnzwecken dient,
3. die Vermietung
a) von vierrädrigen Kraftfahrzeugen gemäß § 3 Absatz 1 der EG-Fahrzeuggenehmigungsverordnung vom 3. Februar 2011 (BGBl. I S. 126), die zuletzt durch Artikel 7 der Verordnung vom 23. März 2017 (BGBl. I S. 522) geändert worden ist, und
b) von Krafträdern der Fahrerlaubnisklasse A gemäß § 6 Absatz 1 der Fahrerlaubnis-Verordnung vom 13. Dezember 2010 (BGBl. I S. 1980), die zuletzt durch Artikel 4 der Verordnung vom 18. Mai 2017 ..."

ManfredK am 01 Apr 2020 16:59:32

Embo hat geschrieben:...der Zweck steht eigentlich schon im Titel des Vertrags: MIETVERTRAG FÜR WOHN- ODER REISEMOBILE.


Du hast den 651er herangezogen, der sich auf Pauschalreisen bezieht:

Eine Pauschalreise ist eine Gesamtheit von mindestens zwei verschiedenen Arten von Reiseleistungen für den Zweck derselben Reise. Eine Pauschalreise liegt auch dann vor, wenn
1. die von dem Vertrag umfassten Reiseleistungen auf Wunsch des Reisenden oder entsprechend seiner Auswahl zusammengestellt wurden oder
2. der Reiseveranstalter dem Reisenden in dem Vertrag das Recht einräumt, die Auswahl der Reiseleistungen aus seinem Angebot nach Vertragsschluss zu treffen.


Bei einem reinen Mietvertrag ist der 651er nicht zutreffend und du musst dich dem Mietrecht im BGB zuwenden.

Es könnte sein, um deine Argumentation aufzugreifen, dass die Geschäftsgrundlage für den Mietvertrag weggefallen ist, da der "Gebrauch" wegen geschlossener Campingplätze nicht mehr möglich ist oder je nach Bundesland auch Reisen zu touristischen Zwecken untersagt sind. Eine klare Rechtslage ist das aber nicht, da der Vermieter durchaus damit argumentieren kann, vom Zwecke der Reise nichts gewusst zu haben und ja auch eine geschäftliche Reise mit abstellen auf einem Privatgelände denkbar ist.

Ist letztendlich egal - wenn Mieter und Vermieter zusammen reden, werden sie, gelöst von Mietvertrag und Gesetzen eine vernünftige Lösung wie im vorliegenden Fall finden.

ManfredK am 01 Apr 2020 17:00:37

Nachtrag: zum 651er - MINDESTENS zwei verschiedene Reiseleistungen...

schnecke0815 am 01 Apr 2020 17:26:59

Embo hat geschrieben:Zur Erinnerung: hier wurde um Hilfe gebeten.


Ist ja vielleicht auch gut gemeint von dir aber falsche Infos sind keine Hilfe.
Um in unserem Bereich zu bleiben - du buchst bei einem Reiseveranstalter eine Reise z.B. mit mehreren Wohnmobilen.
Der Veranstalter stellt das Wohnmobil, hat alle Fahrunterbrechungen auf Stell- oder Campingplätzen gebucht, macht
vielleicht noch zusätzliche touristische Ausflüge oder Besichtigungen etc.
In diesem Fall würde dein Beispiel greifen.

Embo am 01 Apr 2020 18:16:15

Ein Wohnmobil dient deiner Meinung nach nicht zur Beherbergung? :)

schnecke0815 am 01 Apr 2020 18:35:24

Um es deutlich zu sagen. Du suchst dir einen Begriff heraus der in dein Weltbild dieses Paragraphen passt, vergisst aber die ganzen Sätze
zu lesen und vor allem auch zu verstehen.

Ich lass das jetzt mal mit dir, möchte nicht Schuld sein wenn du von deiner Beratungsresistenz befreit wirst. 8)

Embo am 01 Apr 2020 18:46:50

"Allgemeine Mietbedingungen xxxxxxx (Stand Juli 2018)

1. Abschluss des Mietvertrages

Mit der Übersendung des Mietvertrages bietet die „xxxxxxxx“ – nachfolgend xxxxxxxxxx– den Abschluss eines Vertrages verbindlich an. Der Mietvertrag wird wirksam geschlossen, wenn der vom Mieter unterschriebene Vertrag xxxxxxxx innerhalb von 7 Kalendertagen per Post, Telefax oder als Anlage einer E-Mail zugeht. Der Mietvertrag kann durch den Mieter auch konkludent z.B. durch Vornahme der Zahlung geschlossen werden. Es wird darauf hingewiesen, dass bei den genannten Buchungsarten aufgrund der gesetzlichen Vorschrift des § 312 g Abs. 2, Satz 1 Nr. 9 BGB kein Widerrufsrecht bei Mietverträgen, die im Fernabsatz abgeschlossen wurden, nach Vertragsabschluss besteht.

Ein Rücktritt vom Vertrag gemäß § 651 h BGB hingegen ist unter Berücksichtigung der Regelung in Ziffer 7 jederzeit möglich.

..."

In dem Mietvertrag wird explizit 651 H BGB genannt... seltsam. Doch eine Pauschalreise!?
:mrgreen:

ManfredK am 01 Apr 2020 19:40:34

Embo hat geschrieben:..... wird explizit 651 H BGB genannt... seltsam. Doch eine Pauschalreise!?
:mrgreen:


Nein, da die Kombination von mindestens 2 Reiseleistungen aus dem Katalog des 651er fehlen und daher nur eine "einfachere" Lösung durch Hinweis auf den 651 h im Zuge der AGB. Da Punkt 7 der von dir zitierten AGB unbekannt ist.......

Aber da du fest von einer Pauschalreise bei Anmietung eines Wohnmobils überzeugt bist, lass ich das jetzt auch gut sein

Embo am 02 Apr 2020 08:07:24

Punkt 7 ist einfach nur die Auflistung der normalen Stornokosten, hier nicht relevant. Es handelt sich um eine Pauschalreise, hier ein Link zu einem typischen Anbieter:

--> Link

"Die nachfolgenden Bestimmungen werden, soweit wirksam vereinbart, Inhalt des zwischen Ihnen und uns zu Stande kommenden Pauschalreisevertrages (im Folgenden „Reisevertrag“ genannt). Sie ergänzen die gesetzlichen Vorschriften der §§ 651a - y BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) und der Artikel 250 und 252 des EGBGB (Einführungsgesetz zum BGB) und füllen diese aus."

ManfredK am 02 Apr 2020 09:31:01

--> Link --> Punkt 1.3

Ein Blick in die jeweilig gültigen AGB hilft im Einzelfall weiter - es ist müßig weiter darüber zu diskutieren.
Wenn ein Anbieter sich entschließt als Pauschalreise-Veranstalter aufzutreten, dann darf/muss er das (weil er z.B. auch noch eine Hotelunterkunft am Mietort organisiert). Pauschalreiserecht ist Verbraucherfreundlicher.

Wenn es um eine reine Vermietung geht (siehe Link) gilt Mietrecht und nicht Pauschal-Reiserecht 651 ff. BGB

Embo am 02 Apr 2020 10:45:09

Zustimmung: es kommt auf die jeweilig gültigen AGBs im Einzelfall an.

Wenn es um eine Vermietung geht, dann gilt die Stellungnahme vom Deutschen Tourismusverband DTV, den ich hier schon gepostet hatte:

"
"Dürfen Gäste kostenfrei stornieren, wenn ein Gebiet gesperrt wurde oder ein behördliches Verbot der touristischen Vermietung erlassen wurde?
Ja. Gäste können in diesem Fall kostenlos stornieren. Es handelt sich um einen Fall der Unmöglichkeit. Das heißt, Vermieter können die vertraglich vereinbarte Leistung nicht erbringen."

Embo am 04 Apr 2020 00:35:28

Okay, bin dann weg.

Auf Dienstreise... mit gemietetem Miet-Womo... über Ostern... Schlüssel-Übernahme machen wir per Drohne... Zur Rückgabeinspektion besorgt der Vermieter/Reiseveranstalter einen ferngesteuerten Roboter von der Kampfmittelbeseitigung...

Bleibt sauber und gesund!
M

abnachlapalma am 04 Apr 2020 09:58:25

Unser Vermieter stellte sich als freundlich und kulant heraus, wir haben die gesamte vorab bezahlte Miete zurück bekommen. Dort machen wir dann irgendwann den nächsten Versuch.

Es handelt sich um einen größeren Betrieb in Kirchheim/Neckar, Name und Adresse gerne per PN.

donaldmobil am 04 Apr 2020 10:54:34

grabo hat geschrieben:haben wir letztes Jahr für kommenden August ein Wohnmobil gemietet und mussten 20 % der Miete anzahlen. Wenn die Pandemie im Sommer dazu führen sollte, daß wir bedingt durch behördlich angeordnete Isolation das Wohnmobil nicht abholen können, haben wir ein Recht auf Erstattung der Anzahlung?


Unabhängig von der rechtlichen Bewertung wäre - sollte der Vermieter die Anzahlung nicht zurückzahlen (z.B. weil ihm das Wasser bis zum Hals steht, er Mitarbeiter nicht entlassen und Firmenräume nicht aufgeben möchte und - sollte er pleite gehen - das von Dir / Euch gemietete WoMo eh in die Insolvenzmasse kommt und Euch dann nicht mehr zur Verfügung stehe würde) ihn um einen Gutschein zu bitten: das hilf ihm jetzt und Euch dann in der Zukunft, wo er dann hoffentlich wieder Oberwasser hat. Und sollte es zur Insolvenz kommen, behaltet Ihr wahrscheinlich sogar Euren Anspruch...

Columbiane am 05 Apr 2020 14:51:22

Embo hat geschrieben:
Sorry wenn ich noch mal einhake - der Zweck der Mietsache ist eindeutig das Campen auf einem Campingplatz. Und ich zitiere aus dem BGB §651h:

"... (1) Vor Reisebeginn kann der Reisende jederzeit vom Vertrag zurücktreten. Tritt der Reisende vom Vertrag zurück, verliert der Reiseveranstalter den Anspruch auf den vereinbarten Reisepreis. Der Reiseveranstalter kann jedoch eine angemessene Entschädigung verlangen... (darauf zielen wahrscheinlich ManfredK und Dragster)

--- (3) Abweichend von Absatz 1 Satz 3 kann der Reiseveranstalter keine Entschädigung verlangen, wenn am Bestimmungsort oder in dessen unmittelbarer Nähe unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Durchführung der Pauschalreise oder die Beförderung von Personen an den Bestimmungsort erheblich beeinträchtigen. Umstände sind unvermeidbar und außergewöhnlich im Sinne dieses Untertitels, wenn sie nicht der Kontrolle der Partei unterliegen, die sich hierauf beruft, und sich ihre Folgen auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Vorkehrungen getroffen worden wären."


Wenn ich mich mal kurz einklinken darf. Der oben zitierte § bezieht sich auf Reiseveranstalter und Pauschalreisen aber eben nicht auf Privatpersonen, die ein WoMo mieten oder ein Hotelzimmer o.ä. buchen. Das ist das Problem. Während man vom Reiseveranstalter eine Erstattung in solchen Fälleb verlangen kann, ist das für Privatpersonen eben nicht so einfach. Man kann nur auf Kulanz setzen.
--> Link
Inzwischen ist es wohl auch so, dass die Erstattungspflicht für Fluggesellschaften ausgesetzt werden soll und die Annahme eines Gutscheins verpflichtend wird.

ManfredK am 05 Apr 2020 18:37:36

Columbiane hat geschrieben:Inzwischen ist es wohl auch so, dass die Erstattungspflicht für Fluggesellschaften ausgesetzt werden soll und die Annahme eines Gutscheins verpflichtend wird.


Da hier EU-Recht im Spiel ist --> --> Link , Fluggesellschaften evtl. durch Insolvenz den Gutschein nicht mehr einlösen können, sollten sich Verbraucher nicht auf dieses Spiel einlassen, sondern das zustehende EU-Recht auf Erstattung des Flugpreises in Anspruch nehmen.

meier923 am 05 Apr 2020 20:50:30

ManfredK hat geschrieben:Da hier EU-Recht im Spiel ist --> --> Link , Fluggesellschaften evtl. durch Insolvenz den Gutschein nicht mehr einlösen können, sollten sich Verbraucher nicht auf dieses Spiel einlassen, sondern das zustehende EU-Recht auf Erstattung des Flugpreises in Anspruch nehmen.


Versuch doch mal einen nackten Mann einen 100 Euro Schein aus der Tasche zu ziehen -> Die EU kann Hier gar nichts - Die Bundesregierung will hier schlichten , das nicht alles krachen geht :wink:
Die Finanzielle Hilfe ist ein Tropfen der Verdampft !

Gutscheine und Verschiebungen -> alles Suboptimal -> Die Einnahmen fehlen so oder so . Egal ob Vermieter , Veranstalter oder Frisör ! Da hilft es auch nicht das die Bundesregierung für die Anzahlungen bürgen möchte ... --> Link
Wenn die Einspringen sind wir nächstes Jahr Tot :eek: und tausende Unternehmen ebenfalls .Es fehlen die Einnahmen des ganzen Jahres....denn Normalität wird es dieses Jahr garantiert nicht mehr geben ... und ich bin Optimist !

jochen-muc am 06 Apr 2020 08:55:29

Grundsätzlich gilt, dass bei der Anmietung eines Wohnmobils (juristisch eine Individualreiseleistung) eine kostenlose Stornierung bei „höherer Gewalt“ – anders als bei Pauschalreisen (z.B. gemeinsame Buchung von Flug und Wohnmobil) – nur in seltenen Ausnahmefällen in Betracht kommt. Viele aktuelle Berichte in der Presse über „Stornierungsrechte bei Pauschalreisen“ sind auf Wohnmobilanbietungen leider nicht anwendbar. Eine kostenfreie Stornierung kommt daher nur in Betracht, wenn der Vermieter dies aus Kulanz anbietet. Eine Ausnahme könnte dort gelten, wo eine Abholstation aufgrund eines Gesundheitsnotstands geschlossen wurde. Bei bloßen Einreisebeschränkungen (z.B. Einreise ist möglich, der Einreisende muss sich danach aber in Selbstquarantäne begeben) besteht ein solches Recht bei Individualreisen grundsätzlich nicht.

Columbiane am 06 Apr 2020 11:52:02

meier923 hat geschrieben:
Versuch doch mal einen nackten Mann einen 100 Euro Schein aus der Tasche zu ziehen -> Die EU kann Hier gar nichts - Die Bundesregierung will hier schlichten , das nicht alles krachen geht :wink:
Die Finanzielle Hilfe ist ein Tropfen der Verdampft ! !



Bei dem Ganzen hätte es durchaus eine andere Möglichkeit gegeben, wie z.B., dass die Bundesregierung für solche Fälle Kredite vergibt, die die Unternehmen langfristig zurück zahlen können und die Kunden ausgezahlt werden, also die Konditionen beim Kauf nicht einfach über den Haufen geworfen werden, entsprechende Vorschläge wurden auch gemacht. Die derzeitige Situation, insbesondere auch für Privatpersonen, die nicht kostenlos stornieren können, bedeutet doch letztlich, dass wir doppelt zahlen. Einmal durch den vollen Mietpreis, Fähre, Flug etc. wenn keine Kulanz gewährt wird und das zweite Mal über die Steuern. Auch die Bürgschaft der Bundesregierung ist nicht gerade Konsumenten freundlich, denn wenn ich einen Flug kaufe, möchte ich auch zu dem Zeitpunkt fliegen und nicht ein Jahr später, vielleicht habe ich da bereits was anderes vor. Krise hin oder her aber Konditionen nachträglich zu verändern zu Gunsten von Unternehmen und ausschließlich auf Kosten von Steuerzahlern, z.T. doppelt oder dreifach, kann ja wohl nicht der richtige Weg sein.



.

ManfredK am 06 Apr 2020 12:49:21

Columbiane hat geschrieben:[...möchte ich auch zu dem Zeitpunkt fliegen und nicht ein Jahr später, vielleicht habe ich da bereits was anderes vor. ...


So ist es auch - ich hatte einen Flug am letzten Samstag nach Spanien.... den habe ich genau am 04.04.2020 gebraucht. In 2021 brauche ich diesen Flug nicht mehr, selbst wenn ich in 2021 einen Flug brauchen würde könnte die Destination eine andere sein, ein anderer Anbieter der bessere sein....

Die Rückerstattung ist beantragt. Verständlicherweise bin ich bei den Abwicklungszeiten kulanter... es muss nicht in 14 Tagen passiert sein, kann gerne auch 1 oder 2 Monate länger dauern. Einen Gutschein werde ich nicht akzeptieren, schließlich betreibe ich keine Bank die einen zinsfreien Kredit vergibt.

jochen-muc am 06 Apr 2020 15:53:26

Du redest jetzt aber von einem Flug ManfreK oder ?

Weil den Rat

ManfredK hat geschrieben: Einen Gutschein werde ich nicht akzeptieren, schließlich betreibe ich keine Bank die einen zinsfreien Kredit vergibt.


bezüglich einer geplatzten Wohnmobilanmietung zu geben fänd ich etwas gewagt 8)

WomoToureu am 06 Apr 2020 16:05:54

ManfredK hat geschrieben: - ich hatte einen Flug am letzten Samstag nach Spanien.... Einen Gutschein werde ich nicht akzeptieren.....
Ich könnte mir vorstellen, was die Frage des TE betrifft und auch Dein Flug, sowie auch meine im April gebuchten Flüge ( die man stoniert hat, da Einreisen nach Spanien nicht möglich sind ) das man National oder International ein Gesetz zur Regulierung von derartigen Buchungen herausbringt.

Auch ich habe Rückzahlungen beantragt und mir wurde von verschiedenen Seiten bisher mitgeteilt, das mein Rückzahlungsantrag eingegangen sei und bearbeitet werde, ich solle mich in Geduld üben ...

Ich gehe mal davon aus, dass man auf eine Gesetzliche Reglung wartet. Frei nach dem Motto, die Reisen finden ja zur Sicherheit aller nicht satt und es wäre unbillig den Fluggesellschaften, Vermietern, Reisegesellschaften usw. jetzt in die Pflicht zu nehmen und den Reisenden zu dessen Schutz mal ja auch die Reise verboten hat, hat alle Rechte aber keine Pflichten.

Nur mal so ein Gedanke, wie gesagt ich bin selbst betroffen, wäre normalerweise ebenfalls im April in Spanien gewesen. Allerdings würden bzw. haben wir "freiwillig" auf unser Reiseland Spanien verzichtet ( siehe auch hier --> Link ) bei derzeit 135 tsd Infizierten und über 13 tsd Toten durch Covid-19 ist Spanien erst mal OUT.

ManfredK am 06 Apr 2020 19:19:39

jochen-muc hat geschrieben:Du redest jetzt aber von einem Flug ManfreK oder ?


Ja -die Wohnmobilanmietung ist ja schon durch.... .--)

Columbiane am 06 Apr 2020 20:36:06

WomoToureu hat geschrieben:Ich gehe mal davon aus, dass man auf eine Gesetzliche Reglung wartet.


Es gibt gesetztliche Regelungen, die auch nach wie vor in Kraft sind und die zur Erstattung verpflichten. Worauf die Fluggesellschaften jedoch warten, ist, dass genau diese von der Bundesregierung außer Kraft gesetzt werden. Und um sich möglichst viel Zeit bis dahin zu verschaffen, vertrösten sie die Kunden damit, sie hätten so viel zu tun und könnten nicht in der gesetztlich vorgegeben Frist der Rückzahlung nachkommen. Ist die Gutscheinpflich erst mal durch, ist unser Geld weg. Was mich an der ganzen Sache stört ist, dass sich die Fluggesellschaften, Manager etc. sich in guten Zeiten den Geldsack vollstopfen und sobald es kritisch wird, dürfen wir Steuerzahlen blechen.

Entschleunigter am 06 Apr 2020 20:47:14

Du hast das System begriffen. Ich freue mich immer wenn ich mit meiner Meinung nicht alleine bin. :mrgreen:

steka am 08 Apr 2020 15:03:27

Hi,

ich möchte mich hier mal einhaken und die Diskussion von Flugreisen und Fußballcamps wieder auf Wohnmobile / Wohnwägen lenken.

Auch mich hat es getroffen. Diese Woche wären wir in Bayern gewesen und hätten an anderer Stelle ein Wohnmobil übernommen, um dann die Weiterfahrt nach Bayern anzutreten.

Der angepeilte Campingplatz hat sofort mit Erlass aus Mitte März unsere Buchung storniert, ein anderer Platz war nicht mehr aufzutun.
Der Vermieter beruft sich darauf, dass er Fahrzeuge vermietet und keine Reisen verkauft, daher wäre er auch nicht von dem touristischen Übernachtungsverbot, etc... betroffen.
Ich beharre auf der Stellung, dass ein Wohnmobil/Wohnwagen sich in der aktuellen Zeit nicht bestimmungsgemäß nutzen lässt.

Der Vermieter hat nun nach mehrmaligem Hin und Her einen Gutschein über die volle Höhe angeboten, beharrt jedoch im Zweifelsfall auf den Stornogebühren entsprechend AGB.
Meine Bedenken sind, dass ein solcher Gutschein zwar eine kulantere Lösung als eine schlichte Beharrlichkeit auf AGB ist, jedoch unterwerfe ich mich dann wieder anderen Dingen. z.B., dass das gebuchte Fahrzeug auch verfügbar ist. Es bringt mir mit Kindern nichts, wenn man mir Mietzeiträume außerhalb der Ferien anbieten würde.

Ich bin nach wie vor unsicher, ob ich dieses "Angebot" überhaupt annehmen sollte. Andererseits habe ich Verständnis für die Situation. Mit dem gleichen Vermieter habe ich auch noch eine zweite Miete in diesem Jahr vereinbart, also ist die Einigung in der ersten Sache gewissermaßen auch wegweisend für die zweite Miete.

Reise-Rücktrittsversicherung hat übrigens abgelehnt. Solche Umstände sind nicht versichert. Nur wenn ich selbst von Corona betroffen wäre würden sie zahlen.

Nun soll ich also durch diese Situation meine Eigenschaft als Mieter in die Eigenschaft einer Bank umwandeln. Schließlich decke ich durch meine unverzügliche Zahlung der vollen Mietsumme erstmal den Ausfall des Vermieters - habe meinen Urlaub aber erstmal trotzdem nicht machen können. Wenn es dumm läuft, dann passiert das mit der zweiten Miete genauso (Sommer) und dann bin ich ruck-zuck mit fast 2.000 Euro in Vorleistung gegangen.

steka am 08 Apr 2020 15:06:12

§ 651 wurde in den AGB seitens Vermieter übrigens ausgeschlossen.

Gast am 08 Apr 2020 16:12:05

steka hat geschrieben:Ich beharre auf der Stellung, dass ein Wohnmobil/Wohnwagen sich in der aktuellen Zeit nicht bestimmungsgemäß nutzen lässt.

so richtig weiss ich nicht, was genau du wissen möchtest. Ich denke, das meiste wurde hier im thread ja schon angesprochen. Zur besimmungsgemäßen Nutzung des Fahrzeugs ist es eben so, es verwehrt dir ja keiner, darin zu wohnen. Nur eben nicht auf Camping- oder Stellplätzen im Rahmen einer touristischen Nutzung. Die ist aber nicht Bestandteil des Mietvertrags. Du könntest es dir ja genausogut als temporäres Quarantänequartier in den Vorgarten stellen ;) Also ich seh' da jetzt einfach nicht den juristischen Hebel, vom Vertrag zurückzutreten. Insofern ist doch eine Gutschrift ein kulantes Entgegenkommen.

ManfredK am 08 Apr 2020 16:22:04

steka hat geschrieben:....Der Vermieter beruft sich darauf, dass er Fahrzeuge vermietet und keine Reisen verkauft, daher wäre er auch nicht von dem touristischen Übernachtungsverbot, etc... betroffen.


Hättest du das Wohnmobil in Bayern übernehmen sollen oder in einem anderen Bundesland (Ausgangsbeschränkung wie in Bayern oder Kontaktverbot wie z.B. in NRW?)


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