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HRZ Reisemobilbau Sprinter - katastrophales Geschäftsgebaren 1, 2


1reiseoptimist am 24 Mär 2020 19:50:18

Hallo allerseits.

In der Absicht nach meiner Pensionierung mit einem neuen, komfortablen Reisemobil meinen Ruhestand genießen zu können, habe ich mich gemeinsam mit meiner Frau entschlossen bei HRZ ein Reisemobil speziell nach unseren Bedürfnissen und Vorstellungen anfertigen zu lassen.
Die Wahl dieses Herstellers haben wir zwischenzeitlich jedoch schon mehrfach bereut. Hätte ich es nicht selbst erlebt, hätte ich das Geschäftsgebaren des Geschäftsführers dieses Unternehmens nicht für möglich gehalten. Ein derart dubioses und kundenunfreundliches Verhalten wie wir es erfahren haben, ist schon mehr als bemerkenswert.

Begonnen hatte es damit, dass ich um ein Angebot für einen Sprinter mit langem Radstand und der von mir gewünschten Ausstattung gebeten hatte. Das benötigte zulässige Gesamtgewicht des Basisfahrzeugs konnte nicht vorgegeben werden, da der Hersteller keinerlei Gewichtsangaben gemacht hatte. Der Geschäftsführer der Fa. HRZ hat mir daraufhin ein Angebot für einen individuellen Ausbau eines Sprinters auf der Basis des Modells "Racing" mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 t angeboten. In Ermangelung anderer Informationen habe ich mich, als technischer Laie, darauf verlassen, dass in dem Angebot zumindest die Vorgaben der DIN 1646-2 berücksichtigt worden sind und eine reisemobiltypische Nutzung auch uneingeschränkt möglich sein würde. In diesem Glauben habe ich das Angebot dann auch angenommen.

Dann jedoch kam der Tag der Übergabe.
Zunächst konnte ich zu meiner Freude feststellen, dass rein äußerlich das Reisemobil meiner Bestellung entsprach. Etwas getrübt wurde die Vorfreude dann schon als mir der Geschäftsführer bei der Übergabe zu meiner Überraschung mitteilte, der Gutachter habe die Einzelgenehmigung lediglich für 2 Personen und nicht, wie gewünscht, für 4 Personen erteilt. Das Reisemobil sei letztlich zu schwer geraten. Als Nachweis hierfür legte er mir ein am Vortag der Übergabe durch einen seiner Mitarbeiter erstelltes Wiegeprotokoll vor. Das Problem könne jedoch durch eine entsprechende Auflastung durch einen Fachbetrieb ohne weiteres behoben werden.

Und genau hier begann das böse Erwachen. Nach einer Vorprüfung durch den benannten Fachbetrieb lehnte dieser eine Auflastung mit der Begründung ab, die Vorderachse sei mit einer zulässigen Belastung von 1.650 kg viel zu schwach ausgelegt. Dieses Problem bei der Vorderachse war mir bis dato völlig unbekannt. Auch bei der Übergabe des Reisemobils war ich hierauf nicht hingewiesen worden. Die tatsächlichen Achslasten ließen sich aus der Einzelgenehmigung jedenfalls nicht entnehmen. Erst ein Abgleich mit dem mir am Übergabetag vorgelegten Wiegeprotokoll ergab, dass die Vorderachse bei der Übergabe bereits mit 1.560 kg belastet war. Dies hatte zur Folge, dass schon allein mit meinem Gewicht und einem vollen Dieseltank eine Überlastung der Vorderachse von ca. 20 bis 30 kg vorgelegen hat und damit das Fahrzeug bereits bei der Übergabe nicht zulassungsfähig gewesen ist. Schon allein aus diesem Grund hätte eine Einzelgenehmigung durch den beauftragten Gutachter niemals erteilt werden dürfen.
Darüber hinaus hat der Gutachter in der Einzelgenehmigung ein anderes, wesentlich höheres Leergewicht festgestellt als dies in dem Wiegeprotokoll des Herstellers ausgewiesen worden war. Sehr dubios war in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass das Wiegeprotokoll des Herstellers zeitlich nach den Feststellungen des Gutachters erstellt worden war.
Die strafrechtliche Relevanz dieses Vorgehens wird jedenfalls durch die Staatsanwaltschaft noch zu prüfen sein.

Durch die Gewichtsproblematik aufmerksam geworden habe ich dann festgestellt, dass möglicherweise weitere zulassungsrelevante Probleme bestehen. Für den als Basisfahrzeug genutzten Sprinter existiert lediglich eine EG konforme Zulassung als Van der Klasse N 1 (Nutzfahrzeuge). Durch die Einzelgenehmigung erfolgt jedoch eine Umklassifizierung in die Fahrzeugklasse M 1 (Wohnmobile). Da für diese Fahrzeugklasse aber keine EG Zulassung existiert, dürfte meines Erachtens für die Ermittlung des Leergewichts ausschließlich nationales Recht anzuwenden sein. Einschlägig wäre hiernach § 42 Absatz 3 StVZO. Nach meinem Verständnis ist hiernach unter anderem auch ein gefüllter Trinkwassertank im Rahmen der Leergewichtsermittlung zu berücksichtigen. In meinem konkreten Fall hätte dies zur Folge, dass schon aufgrund meines 130 l Trinkwassertanks das hiernach zu ermittelnde Leergewicht über dem angegebenen zulässigen Gesamtgewicht liegen könnte. Auch dürfte schon allein die Anzahl der zugelassenen Personen definitiv nicht zur Überschreitung des zulässigen Gesamtgewichts führen. Darüber hinaus scheint mir auch die Größenordnung der bei meinem Fahrzeug offenkundig gewordenen Überlastung der Vorderachse darauf hinzuweisen, dass dies möglicherweise kein Einzelfall sondern ein generelles Problem bei HRZ Fahrzeugen sein könnte. Wie bedeutsam der korrekte Umgang mit den in den Fahrzeugpapieren einzutragenden zulässigen Belastungen ist, zeigt sich spätestens bei entsprechenden Fahrzeugkonntrollen. Sollte eine Überschreitung der Achslasten oder des zulässigen Gesamtgewichts festgestellt werden, ist in manchen Staaten mit ganz empfindlichen Strafen zu rechnen. Dazuhin muss das Fahrzeug vor der Weiterfahrt unter Umständen bis zur Grenze der Zulässigkeit entladen werden und, sollte sich dies als nicht ausreichend erweisen, könnte auch die Weiterfahrt ganz untersagt werden, das heißt, das Reismobil müsste abgeschleppt werden. Sollte die Gewichtsüberschreitung im Zusammenhang mit einem Unfall bedeutsam sein, wird vermutlich jede Versicherung eine Schadensregulierung im Rahmen einer Vollkaskoversicherung ablehnen.
Die besondere Bedeutung dieser Problematik hat mich deshalb veranlasst diese dem Kraftfahrtbundesamt zur grundsätzlichen Prüfung vorzulegen.

Nachdem das Fahrzeug wegen der überlasteten Vorderachse von mir nicht zugelassen werden konnte und trotz wochenlangem, letztlich jedoch vergeblichen Schriftverkehr unbenutzbar im Hof stand, habe ich schließlich den Rücktritt vom Vertrag erklärt. Dieser ist jedoch von dem Geschäftsführer nicht akzeptiert worden. An dieser Stelle war ich dann zum ersten mal in meinem Leben froh eine Rechtschutzversicherung zu haben. Für die gerichtliche Durchsetzung des Rücktritts hätte ich ansonsten für die Beauftragung eines Rechtsanwalts, für Gerichtskosten sowie für ein Gutachten ohne weiteres mit Kosten in Höhe von ca. 15.000 bis 20.000 € in Vorleistung treten müssen. Nach mehrmaligem Drängen meines Rechtsanwalts wurde das Reisemobil dann schließlich mit der Begründung abgeholt, man habe jetzt ein Unternehmen gefunden welches die Auflastung durchführen würde. Daraufhin geschah erst einmal wochenlang gar nichts. Schließlich erhielt ich einen Anruf eines mir bis dahin unbekannten Mannes der mir mitteilte, dass die Auflastung meines Reisemobils realisiert sei. Hierbei stellte sich heraus, dass der Geschäftsführer der Fa. HRZ ohne mein Wissen und ohne von mir hierzu autorisiert worden zu sein, die Auflastung in meinem Namen und auf meine Rechnung in Auftrag gegeben hat. Da er dies jedoch nicht in ausreichender Größenordnung getan hatte war das Fahrzeug nach wie vor wegen der überlasteten Vorderachse nicht zulassungsfähig. Zur Realisierung der benötigten Vorderachslast wurde jedenfalls eine weitere Auflastung notwendig. Der Geschäftsführer war zunächst nicht bereit die mir hierdurch entstandenen Kosten in Höhe von mehr als 9.000 € zu erstatten. So musste ich erstmal selbst in Vorleistung treten. Erst später erklärte er sich meinem Anwalt gegenüber zur Kostenübernahme bereit. Gezahlt hat er jedoch trotz eines gerichtlichen Mahnverfahrens bis heute nicht. Die Erstattung meiner Kosten wird somit wohl nur gerichtlich durchgesetzt werden können.

Letztlich konnte das Reisemobil erst ca. 9 Monate nach der Übergabe zugelassen werden. Bis heute hat es keinerlei Entschuldigung oder Worte des Bedauerns gegeben.
Möge jeder selbst seine Schlüsse aus dem mir gegenüber an den Tag gelegten Verhalten des Geschäftsführers ziehen. Dieser rühmt sich immerhin mit einer über 30-jährigen Erfahrung im Ausbau von Premiumreisemobilen auf Sprinterbasis. Schwer vorstellbar, dass er über Achslasten und Leergewicht etc. nicht Bescheid weiß.
Ich jedenfalls habe die Schnauze von dieser Firma gestrichen voll. Nie wieder HRZ.

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Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: --->Link

Torsti5 am 24 Mär 2020 21:03:19

Hallo,

wurde der Sprinter von HRZ geliefert oder von Dir selbst so für den Ausbau geordert?

Für einen Laien ist es am Anfang oft schwierig. Auch die ganz großen Serienhersteller bieten ihre Autos oft mit dem kleinsten Fahrgestell an und bauen dem Kunden alles Zubehör ein was er haben möchte. Oft fehlt dann der Hinweis des Händlers/Herstellers, dass ein tragfähigeres Chassis mit entsprechenden Aufpreis bestellt werden sollte. Liegt vielleicht daran, dass der Händler/Hersteller an den Einbauten und Zubehör kräftig verdient und nicht am Fahrzeug. Im Gegenteil, der Mehrpreis für das größere Chassis könnte ja einen Käufer sogar abschrecken. Anderseits gibt es wieder genügend Schlaumeier die meinen Geld am Chassis sparen zu können und machen hinterher das große Geschrei wenn die Fuhre bei Mitnahme eines Chihuahua schon die Grätsche macht.

Grüße
Thomas

selbstschrauber am 24 Mär 2020 22:17:11

Nur zum Verständnis: Wurde der Kauf jetzt rückabgewickelt, oder nicht?
Wenn eine Bestellung als 3,5t mit 4 Personen vorlag, musstest Du keine Auflastung akzeptieren, sondern kannst erwarten dass das Auto mit 4 Personen nach Din Norm nutzbar ist. Aber anscheinend hast Du dich auf eine Auflastung eingelassen und diese sogar bezahlt und rennst nun dem Geld dafür hinterher ?
Hatte der Anwalt Dir geraten, die Rechnung des Auflastungsbetriebes zu bezahlen?
Ist das Fahrzeug denn nun wenigstens als Womo nach DIN benutzbar?

Jedenfalls ist dieser Vorfall kein Ruhmesblatt für diesen Hersteller. Mit der Erfahrung, dass die Geschäftsführung sich nach dem Kauf bei Kundenreklamationen nicht mehr besonders engagiert zeigt, um es mal vorsichtig zu formulieren, bist Du wohl nicht alleine.

LG

Selbstschrauber

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Joachim260 am 24 Mär 2020 22:42:01

Hallo

gib in der Suche doch mal HRZ ein, die haben sogar schon gegen das Forum geklagt.

Joachim

Entschleunigter am 24 Mär 2020 22:58:43

Moin,
was mich hier sehr interessiert ist, ob Ihr vor Vertragsabschluss die Abhandlungen zur Firma HRZ hier im Forum gekannt habt? Vor allem dieser hier: --> Link
Oder habt ihr das nicht gekannt?

gastino am 24 Mär 2020 23:08:39

Sofern im Vertrag 4 Personen und 3,5 t vereinbart wurden, war doch allein damit schon der Weg für eine Rückabwicklung frei. Den Weg hätte man wohl von Anfang an klar beschreiten müssen, anstatt den Streitgegenstand irgendwie noch zu einem schlechten Kompromiss umarbeiten zu lassen.

Noch eine Empfehlung von mir, für die es im beschriebenen Fall zu spät ist: Das erste Wohnmobil würde ich von der Stange, also von einem etablierten Ausbauer kaufen. Den Ausbau nach eigenen Vorstellungen ohne Erfahrung trägt viel Potential für Fehler in sich.

tztz2000 am 24 Mär 2020 23:40:48

Das ist so ziemlich alles schiefgegangen, was schiefgehen kann!

Vorweg mal zum Modell:
Der Racing ist ein 7 m Sprinter. Ich fahre selber einen 7 m Sprinter, allerdings nicht von HRZ (zum Glück hat sich Herr A. vor 10 Jahren schon bei der Fahrzeugauswahl selbst in's Abseits geschossen), aber so ein Fahrzeug ist schon mit 2 Personen und 3,5 to extrem knapp, aber mit 4 Personen ist so etwas ein Ding der Unmöglichkeit.

Wenn ich in den Prospekt des Racing schaue, dann wird das sehr deutlich sichtbar:

--> Link

Auf Seite 2
Grosszügige Sitzgruppe mit grossem Tisch und 2 Personen Zulassung
Optional 3 oder 4 Personen Zulassung, abhängig von der Tonnage


Noch deutlicher wird das, wenn man sich die technischen Daten anschaut:

Auf Seite 4
Basisfahrzeug
Mercedes-Benz Sprinter VS30, 2.2 L
Länge/Breite/Höhe
6,96 m / 1,99 m / 2,85 m
Zul. Gesamtgewicht
3,88 t optional mehr
Leergewicht
ca. 3.000 kg
(ohne Fahrer, Wasser und Diesel)


Ein Leergewicht von ca. 3000 kg ohne Fahrer, Wasser und Diesel.... also spätestens da müsste auch einem technischen Laien klar sein, dass das mit 4 Personen und 3,5 to nie und nimmer funktionieren kann. Dort steht zul. Gesamtgewicht 3,88 to, das könnte man noch auf 3,5 to ablasten, aber dann wirklich nur für 2 Personen.

Zum Vergleich: mein Sprinter ist für 2 Personen und nicht mehr zugelassen, aber das war uns von vornherein klar. Ebenso haben wir alle Optionen seitens MB bestellt, die nötig wären, um eine Auflistung auf 4,1 to zu ermöglichen, falls wir das später wünschten bis jetzt nicht erforderlich). Nur dazu muss man sich natürlich vorher etwas mit der MB-Preisliste des Sprinters beschäftigen.


Eine Sache ist mir nicht klar, die serienmässige Vorderachslast ist 1650 kg, wie hat dann die Auflastung funktioniert? Dafür ist eine Unbedenklichkeitsbescheinigung seitens MB erforderlich sowie eine aufpreispflichtige Vorderachslast von 1800 kg. Und was hat daran 9k € gekostet, wurde da evtl. die Achse getauscht?

Aber jetzt noch mal im Klartext: Es hat keine Rückabwicklung gegeben, Du nutzt das Fahrzeug jetzt (mit welchem zul. Gesamtgewicht?) und es geht Dir um die Erstattung der bezahlten 9k € Umrüstungskosten von HRZ.

In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage nach der Rolle, die Dein Anwalt in der ganzen Affäre spielt. Für mein Dafürhalten spielt er da keine so glückliche Rolle. Oder war der Kaufvertrag so löcherig formuliert, dass da nicht mehr rauszuholen war?

Da sind für mich zu viele Fragen offen!

hampshire am 24 Mär 2020 23:59:56

Was ich als Leser daraus lernen kann ist ein Reisemobil bei der Auslieferung nicht anzunehmen wenn gravierende Mängel vorliegen. Ein Mobil für 4 Personen und der Vertragspartner sagt es sei dann doch nur für 2 - nicht mitnehmen. Thema verfehlt, Auftrag nicht ausgeführt, "setzen 6" und kein Geschäft.

gastino am 25 Mär 2020 00:13:35

Jedenfalls dann, wenn die Mängel schon von Anfang an ganz offensichtlich nicht durch Nachbesserungen behoben werden können, denn das Recht muss man dem Händler ja eigentlich einräumen.

Hier liegt das Kind aber schon im Brunnen, da man sich nun um die Kosten für die Auflastung streitet. Da ist vieles schiefgelaufen...

Maxima am 25 Mär 2020 00:22:33

tztz2000 hat geschrieben:(zum Glück hat sich Herr A. vor 10 Jahren schon bei der Fahrzeugauswahl selbst in's Abseits geschossen)


Wir hatten auch Glück, bei uns fand der Abseitsschuss vor 12 Jahren statt. :D

FWB Group am 25 Mär 2020 13:17:07

Hallo
Mein herzliches Beileid zu so einem Murks!
Unglaublich so was. Es gibt nichts, was es nicht gibt.

Ansonsten sind auch für mich etliche Fragen offen.
Das bin ich bei tztz 2000!

Für die meisten Fragen ist es nun zu spät.
Eine wirkliche Lösung des Problem dürfte nun nur noch mit extremen finanziellen Aufwand möglich sein.

Du solltest dir einen Fachanwalt nehmen, der die Branche kennt. Deine RSV hat ja schon mal funktioniert.
Wichtig dabei, nimm einen Juristen, der wirklich im Stoff steht!

Problem dabei, das Fahrzeug sollte abgemeldet stehen!
Sonst kommen bei der eventuellen Rückabwicklung noch Kosten auf dich zu.

Wie du bemerkt hast, hat man bei der besagten Firma inzwischen ein dickes Fell!
Da hilft eine Amtsgerichts - oder Landgerichts Entscheidung gar nichts.

Ansonsten hast Du ja schon eine Entscheidung über die Zahlung der von dir bezahlten Auflastung für hinten ( 9000 € ).
Hier würde ich nicht lange fackeln. Einmal mit Fristsetzung ( 14 Tage ) mahnen und dann direkt Mahnbescheid.
Das sollte dein RA aber wissen.

Alternative:
Selber Hand anlegen, auch wenn das schwer fällt.

Beschränkung auf 2 Personen, zum Beispiel den Wassertank mit einer Fahrstellung versehen.
Optimierung der Ladung nach Achslast, selbstverständlich wiegetechnisch, dabei Ausnutzung von kleinstem Stauraum,
zum Beispiel Alu oder Komposit Gasflaschen, Umverpackung weglassen, zum Beispiel für Grill, Tisch, Stühle etc..

Beispiel, ist die Vorderachse, so wie ich es gelesen habe, nicht gewechselt worden, würde ich alles was vorn rumoxidiert
und entbehrlich ist, nach hinten räumen, usw....).

Das sind aber alles Dinge, die mich persönlich extrem an dem Wunsch Auto nerven würden!!

kheinz am 25 Mär 2020 14:42:48

Ich könnte Wetten, das HRZ schon in den ersten Gesprächen mit dem Kunden zweifel an der Umsetzung zum Ausdruck gebracht hat.
Des Auftrages wegen aber Zugeständnisse gemacht hat (z.B. 120 L Kühlschrank, Backofen, Kaffeemaschine, Fußbodenheizung, 200 l Wasse- + 200L Abwassertank, 100 l Dieseltank usw.) die von jedem der unter dem Strich rechnen kann und vor allem will, schon vorab zu der Erkenntnis hätte führen müsse: Das geht, vom Gewicht her, nicht.

MfG kheinz

rkopka am 25 Mär 2020 16:07:10

kheinz hat geschrieben:Ich könnte Wetten, das HRZ schon in den ersten Gesprächen mit dem Kunden zweifel an der Umsetzung zum Ausdruck gebracht hat.
...
die von jedem der unter dem Strich rechnen kann und vor allem will[/b], schon vorab zu der Erkenntnis hätte führen müsse: Das geht, vom Gewicht her, nicht.

Zweifel sind nicht genug. Wenn sie nicht wissen, ob sie was bauen können und dann sagen, ja, machen wir, und am Ende etwas liefern, das alle möglichen Vorgaben nicht erfüllt, so ist das einfach unprofessionell und baut nur darauf, daß der Kunde ja ein Womo haben will und deshalb klein beigibt. Wenn sie es schon vorher wissen, ist das vielleicht kein Betrug, aber doch rechtlich sehr fraglich.

RK

andwein am 25 Mär 2020 16:52:52

kheinz hat geschrieben:Ich könnte Wetten, das HRZ schon in den ersten Gesprächen mit dem Kunden zweifel an der Umsetzung zum Ausdruck gebracht hat. Des Auftrages wegen aber Zugeständnisse gemacht hat (z.B. 120 L Kühlschrank, Backofen, Kaffeemaschine, Fußbodenheizung, 200 l Wasse- + 200L Abwassertank, 100 l Dieseltank usw.) MfG kheinz

Das ist möglich, aber das spricht dann auch nicht für eine Fachfirma!!! Ich habe selbst schon einige Aufträge abgelehnt weil die Kundenwünsche nur schwer mit dem vorhandenen/gewünschten Fahrzeug ausführbar waren. Da zeigt sich halt erst wer der Fachmann ist indem man dem Kunden einen alternativen Weg aufzeigt!!
Gruß Andreas

FWB Group am 25 Mär 2020 21:59:32

Das sehe ich genau so.
Man muss auch nach dem Auftrag dem Kunden offen ins Auge blicken können.

Hier nach Betroffenenangaben ist das Vorgehen dreist und sehr kontraproduktiv, für den Geschäftsführer, der das Problem nicht löst.
Dem Kunden ein Auto hinzustellen, das laut Vorgabe nicht abnahmefähig ist hinzustellen, scheint aber nach Betroffenenangaben möglich zu sein!

Nun jede Sache hat 2 Sichtweisen.

Es ist für uns nach meiner Meinung sehr schwer, ohne die Argumentation der Gegenseite zu kennen zu beurteilen, was wirklich abging.
Damit will ich weder dem TE noch der ausführenden Firma zu nahe treten.

Aus meiner Sicht würden wir als Fachfirma handeln und die Kuh vom Eis holen, um es mal locker aus zu drücken.
Dem TE drücke ich alle Daumen, inklusive Zehen!

Vielleicht erklärt sich der TE ja noch mal....zu den Dingen.

Roman am 25 Mär 2020 22:57:27

FWB Group hat geschrieben:...Vielleicht erklärt sich der TE ja noch mal....zu den Dingen.


Ich hoffe es, das war sein erster Beitrag hier....mein ja nur.... :wink:

Gruß
Roman

1reiseoptimist am 26 Mär 2020 20:12:28

Hallo allerseits!

Bin etwas überrascht über soviel Beiträge in der kurzen Zeit. Da es wohl doch noch viele Fragen gibt will ich versuchen diese so gut es mir möglich ist zu beantworten. Ich bitte um Nachsicht wenn ich zum besseren Verständnis auch einige Wiederholungen mit einbaue.

Zunächst zu meiner Motivation für den Beitrag. Ich bin überzeugt, dass es viele exorbitante Probleme im Zusammenhang mit dem Erwerb von Reisemobilen gibt. Wenn alle Betroffene von außergewöhnlichen Problemen berichten würden, könnte man im Laufe der Zeit allein aus der Art und der Häufigkeit solcher Beiträge entnehmen ob es sich lediglich um ärgerliche Einzelfälle handelt oder um ein grundsätzlich mieses Geschäftsgebaren. Dann kann man als Kunde sich selbst eine Meinung darüber bilden ob man einem Hersteller vertrauen kann oder doch besser von einem Kauf absehen sollte. Dies dürfte meiner Ansicht nach längerfristig auch die einzige Möglichkeit sein negativ auffallende Hersteller zu einer Verhaltensänderung zu bewegen. Als einzelner Betroffener kann man da sicher nichts bewirken. Zwar war mir der vor Jahren veröffentlichte Beitrag mit der riesigen Mängelliste bekannt. Da aber in den Jahren danach mir nichts weiteres in dieser Art bekannt geworden ist habe ich die damaligen Vorgänge als einen sehr ärgerlichen Einzelfall interpretiert. Bemerkenswerte qualitative Mängel habe ich bei mir nicht feststellen können. Leider habe ich jedoch das miese Geschäftsgebaren ziemlich unterschätzt. Eine Verhaltensänderungen hat da wohl offensichtlich nicht stattgefunden.

Nur so am Rande, auch wenn es vielleicht anders interpretiert werden könnte, ich habe diesen Beitrag nicht geschrieben nur um der Fa. HRZ noch eins auszuwischen. Meinem Ärger habe ich bereits auf anderem Weg Luft gemacht. Anwaltliche Drohungen oder Gerichtsverfahren beeindrucken mich hierbei nicht besonders.

Nun zum Entstehen des Kaufvertrags. Ich habe diesbezüglich lediglich meine Sonderwunschliste für einen Sprinter mit langem Radstand bei dem Geschäftsführer mit der Bitte um ein Angebot eingereicht. Eine Beschränkung bezüglich des benötigten zulässigen Gesamtgewichts oder der Kosten habe ich hierbei nicht gemacht. Auch habe ich keinerlei Bezug auf das Modell "Racing" genommen. Konnte und wollte ich auch gar nicht da es uns ausschließlich auf die Realisierung unserer Vorstellungen ankam. Sowohl meine Frau als auch ich dürfen Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,5 t fahren. Der Hersteller selbst hat weder vor noch in seinem Angebot irgendwelche Gewichtsangaben gemacht. Die Dimensionierung und Beschaffung des angebotenen Sprinters erfolgte ausschließlich durch die Fa. HRZ. Angeboten wurde mir sodann eine Sonderanfertigung auf der Basis des Modells "Racing". Dies war mir insoweit egal als es mir ja nur auf die Realisierung unserer Vorstellungen ankam. Da ich weder wusste wieviel allein ein Sprinter wiegt noch wieviel der Ausbau an Gewicht mit sich bringen würde, war ich auch nicht in der Lage die Unterdimensionierung zu erkennen.

Bei dem derzeitigen Internetauftritt des Herstellers handelt es sich um eine geänderte Darstellung. Diese Änderungen sind erst vorgenommen worden als die Situation zwischen uns unter anderem genau wegen dieser Problematik bereits eskaliert war. Die derzeitigen Angaben wie z. B. zulässiges Gesamtgewicht 3,88 t optional mehr oder Leergewicht ca. 3.000 kg (ohne Fahrer, Wasser und Diesel) hat es im Zeitpunkt des Vertragsschlusses noch nicht gegeben. Der seinerzeit von ihm genutzte Begriff des Leergewichts war an keiner Stelle definiert. Auch hat es bauliche Veränderungen gegeben. So fasst der Trinkwassertank seitdem nur noch 80 anstatt wie vorher 130 l, der Gasvorat ist auf lächerliche 2 x 2,8 kg reduziert worden.

Überhaupt ist das so eine Sache mit den Begrifflichkeiten wenn von dem Leergewicht die Rede ist. Insoweit keine anderen Angaben gemacht werden ist nach meinem Verständnis grundsätzlich die Definition des § 42 Absatz 3 StVZO einschlägig. Hiernach sind unter anderem neben einem zu 90% gefüllten Treibstoffbehälter auch zu 100% gefüllte Systeme für andere Flüssigkeiten mit einzurechnen, d. h. der gefüllte Trinkwassertank, das Wasser im Boiler und das in der Toilettenspülung sind hierbei mit einzubeziehen. Wenn der Begriff des Leergewichts anders gebraucht werden sollte besteht meines Erachtens eine Verpflichtung des Herstellers dies auch vollumfänglich offenzulegen. Dies ist in meinem Fall jedoch zu keinem Zeitpunkt der Fall gewesen. In meinem Fall beträgt die Differenz zwischen dem leeren Reisemobil und der gesetzlichen Definition des Leergewichts immerhin ca. 300 kg. Unter anderem auch wegen dieser Problematik habe ich das Kraftfahrtbundesamt eingeschaltet. Sobald mir das Prüfergebnis vorliegt werde ich, falls es allgemein bedeutsame Informationen enthält, hierüber berichten bzw. auch die einschlägigen Medien informieren.

Was die Achslasten anbelangt kann ich jedem nur anraten sich diese Gewichte durch ein Wiegeprotokoll nachweisen zu lassen. Aus der Einzelgenehmigung lassen sich diese Angaben nämlich nicht entnehmen. Zum Glück habe ich seinerzeit die ursprüngliche Einzelgenehmigung so kurz vor der Fahrzeugübergabe erhalten, dass ich das Fahrzeug nicht mehr rechtzeitig zulassen konnte. Hätte mir der Geschäftsführer nicht zur Begründung für die nicht mögliche 4 Personenzulassung das Wiegeprotokoll vorgelegt, wäre mir die massive Überlastung der Vorderachse vermutlich gar nicht aufgefallen. Mit einer derartigen Überlastung wäre ich bei absolut jeder Gewichtskontrolle aus dem Verkehr gezogen worden. Von den damit verbundenen Kosten gar nicht zu reden.

Was die Auflastung de Sprinters anbelangt habe ich letztlich noch großes Glück gehabt. Die Auflastung der Hinterachse war durch den Einbau von zusätzlichen Federn vergleichsweise einfach zu bewerkstelligen. Problematisch war die Auflastung der Vorderachse wegen der hier verbauten Querblattfeder. Seitens der Daimler AG ist hier meines Wissens nichts zu erwarten. Weder gibt es diesbezügliche Freigaben noch anderweitige Unterstützung. Durch den ausführenden Betrieb ist die bestehende Blattfeder durch eine Sonderanfertigung ersetzt worden. Dies allein hat lediglich ca. 500 € gekostet. Mit ca. 4.000 € hat dann aber die vom TÜV deswegen verlangte Festigkeits- und Bremsenprüfung der betroffenen Bauteile zu Buche geschlagen. Hierfür ist das Fahrzeug in einer technischen Hochschule in voll beladenen Zustand umfangreich getestet worden. Im Ergebnis dieses Prüfverfahrens wurde eine zulässige Vorderachslast von 2.000 kg und ein zulässiges Gesamtgewicht von 4.050 kg ermittelt. Dementsprechend hat der TÜV eine entsprechende Einzelgenehmigung erteilt und das Fahrzeug konnte letztendlich auch so zugelassen werden.

Im Ergebnis entspricht das Reisemobil nun unseren Vorstellungen. Wenn auch erst ca. 9 Monate nach der Übergabe. Die Kosten der Auflastung klage ich nach einem ergebnislosen Mahnverfahren derzeit ein.

Ganz schlimm hätte es kommen können wenn ich den Rücktritt vom Vertrag gerichtlich hätte durchsetzen müssen. Um ein Zivilverfahren durchzuführen zu können muss der Kläger grundsätzlich bei den Gerichtskosten, den Anwaltskosten und Gutachterkosten in Vorleistung treten. In meinem Fall wären locker zwischen 15 und 20.000 € fällig geworden. Dieses Geld muss man erstmal aufbringen können, zusätzlich zu dem bereits bezahlten Kaufpreis. Auch kann man sich letztlich nicht sicher sein auch vor Gericht zu gewinnen. Bei der Durchführung des Zivilverfahrens muss dann mit einer Verfahrensdauer von mehreren Jahren gerechnet werden, insbesondere wenn mehrere Instanzen benötigt werden bevor man den Kaufpreis zurück bekommt. Noch länger dauert es wenn die Rückerstattung dann noch durch einen Gerichtsvollzieher realisiert werden muss. Letztendlich braucht es dann noch zusätzlich Zeit für eine Neubeschaffung. Für mich hätte das zur Konsequenz gehabt, dass ich über viele Jahre ein nicht benutzbares, weil nicht zulassungsfähiges Reisemobil im Hof hätte stehen gehabt. In meinem Alter und bei meinem Gesundheitszustand hätte es dann vielleicht schon keinen Sinn mehr gemacht überhaupt ein Reisemobil zu beschaffen. Für mich zählen die kommenden Jahre mehr als doppelt. Ich denke es ist jetzt verständlich warum ich unter allen Umständen eine gerichtliche Rückabwicklung vermeiden wollte. Ich hege den Verdacht, dass der eine oder andere Hersteller im Hinblick auf das zeitlich und finanziell aufwendige Verfahren darauf spekuliert, dass Kunden eine gerichtliche Rückabwicklung vermeiden wollen und sich zähneknirschend mit einer eingeschränkten Reisemobilnutzung zufrieden geben.

Tut mir leid wenn das alles etwas umfangreicher geworden ist, hoffe aber alle Fragen zur Zufriedenheit beantwortet zu haben.

Rockerbox am 26 Mär 2020 21:13:10

Servus,

deine Story ist echt Hammer.

Womit ich aber nicht konform gehe ist deine Aussage, dass

„ .... es viele exorbitante Probleme im Zusammenhang mit dem Erwerb von Reisemobilen gibt.“

Die überwiegende Mehrheit ist mit ihren Fahrzeugen zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Ausnahmen gibt es - wie leider in deinem Fall - natürlich auch.

Ob dies bei Individualausbauern verstärkter als bei Massenware Auftritt kann ich nicht beurteilen.

Was lernt man daraus? Im Vorhinein möglichst alles genau zu definieren, das vor allem schriftlich, um dann keine bösen Überraschungen zu erleben. Aber nachher ist man bekanntlich immer klüger ....

Ich hoffe, alles geht doch noch zu deiner Zufriedenheit aus.

FWB Group am 26 Mär 2020 21:17:56

Danke für deine Antwort.

Torsti5 am 26 Mär 2020 21:29:44

Sehr ausführlich und gut erklärt.

Ich denke, dass dies ausreicht um sich ein Bild vom ganzen Geschehen machen zu könne.

HRZ war bei mir gedanklich auch schon in der engeren Wahl. Ein Sprinter, Crafter oder MAN mit Allrad soll es vielleicht mal werden. Wahrscheinlich werde ich HRZ von meiner Liste streichen.

Vielen Dank für den Bericht!

Grüße
Thomas

Labrador am 26 Mär 2020 21:44:38

FWB Group hat geschrieben:Mein herzliches Beileid zu so einem Murks!
Unglaublich so was. Es gibt nichts, was es nicht gibt.


:daumen2:

nethunter am 26 Mär 2020 21:51:22

ät 1reiseoptimist
Erstmal Beileid zu dem Ärger.

Habe da eine Anmerkung, du schreibst:
"Nun zum Entstehen des Kaufvertrags.... mit der Bitte um ein Angebot eingereicht. Eine Beschränkung bezüglich des benötigten zulässigen Gesamtgewichts oder der Kosten habe ich hierbei nicht gemacht."

Ich denke hier liegt der Hase im Pfeffer.
Der Fahrzeugbauer hat scheinbar die Mehrkosten einer Auflastung im Angebot nicht berücksichtigt. Dieses hat er dann auf knapp ehrlicher Weise versucht dem Kunden aufs Auge zu drücken.

Hier fehlte es sicher an Fachkompetenz bei der Beratung.

Dir kann man nur den Fehler unterstellen...nachdem du auf Rückabwicklung gedrängt hattest.... die Auslöse der Auflastung zu bezahlen.
Damit hast du dir viel Arbeit und Ärger ins Haus geholt, wäre das nicht geschehen hättest du nur abwarten brauchen bis Erfüllung des Vertrages.

Was aber gaaaanz wichtig ist, du bist soweit zufrieden mit dem Auto :ja: :ja:

felix52 am 26 Mär 2020 22:12:25

Ich bedanke mich für diese dezidierte Darstellung unseriöser Geschäftspraktiken.
Die diesbezüglichen Äußerungen des TE sind letztendlich leicht verständlich und
nachvollziehbar.Ebenso, wie der aus persönlichen Gründen ausgesprochene Verzicht
auf jur. Weiterungen.
Es gibt halt "Wichtigeres"!

:)

rkopka am 26 Mär 2020 23:27:01

Rockerbox hat geschrieben:Die überwiegende Mehrheit ist mit ihren Fahrzeugen zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Ausnahmen gibt es - wie leider in deinem Fall - natürlich auch.

Zufrieden ist eines. Aber wenn man hier so liest, dann hat noch keiner geschrieben, er hat sein neues Fahrzeug abgeholt und es hat alles so gepaßt und funktioniert, wie es sollte. Ich bin mit meinem zufrieden. Trotzdem es vorher schon in der Vermietung gereift sein dürfte und Carado relativ wenig Klagen macht, hatte ich trotzdem einige Fehler (die klaglos behoben wurden). Oder kann jemand sagen, er hat sein (neues oder junges) Fahrzeug bekommen und hatte mindestens ein Jahr lang keinerlei Probleme oder Fehler, die von der Herstellung herrühren ? Und damit meine ich auch lose Schrauben, die man halt selber wieder anzieht. Etwas das niemand bei einem halb so teuren Mercedes akzeptieren würde.

nethunter hat geschrieben:Der Fahrzeugbauer hat scheinbar die Mehrkosten einer Auflastung im Angebot nicht berücksichtigt. Dieses hat er dann auf knapp ehrlicher Weise versucht dem Kunden aufs Auge zu drücken.
Hier fehlte es sicher an Fachkompetenz bei der Beratung.

Sie wählen einen Basisfahrzeugtyp, der normalerweise gar nicht für die Belastung ausgelegt ist ? Und das hätten sie ja einfach vorher ausrechnen und dann in die Fahrzeugdaten schauen können. Das ist eher fahrlässig. Wenn das einer neuen Firma mit wenigen oder keinen fertigen Ausbauten passiert, kann man das verstehen (nicht akzeptieren). Aber eine "professionelle" Firma, die schon jahrelang im Geschäft ist ? Der saubere Weg wäre gewesen, wenn sie das selber herausgefunden hätten, dem Kunden von sich aus die entsprechende Auflastung angeboten und natürlich bezahlt hätten, da sie (nach der Beschreibung) den Fehler gemacht haben.
Und ich will jetzt nicht wieder lesen, der Kunde hätte das ja ahnen oder wissen müssen. Dafür hat man einen FACHMANN.

Das wär doch mal eine Idee für eine TV-Serie wie das österreichische "Pfusch am Bau".

RK

nanniruffo am 27 Mär 2020 12:32:06

Kompliment. Hier wurde nun endlich einmal ein gravierender Missstand in 2 Beiträgen ohne beleidigende Aggressivität und ohne Verschleierung der eigenen Fehler sachlich klar geschildert. Offenbar ging es hier nicht um Rache, sondern um Aufklärung. So sollten solche Beispiele vorgetragen werden.

Tom

Tinduck am 27 Mär 2020 13:52:26

Bleibt die Frage, warum man bei einem namhaften, erfahrenen Hersteller von Individualausbauten so einen Mist verkauft bekommt? Der TE hat ja offensichtlich nicht (wie schon oft hier gelesen) eine eierlegende Wollmilchsau à la ‚3,5 Tonnen aber gross wie ein 12-Tonner‘ bestellt, warum also verkauft man ihm dann seinen Ausbau auf einem unterdimensionierten Auto? Wollte da etwa jemand Kosten sparen?

Ein Trauerspiel.

Gelernt: das Basisfahrzeug legt man gemeinsam im Detail fest, und zwar mit grosszügiger Gewichtsreserve nach oben. Anscheinend haben einige Ausbauer ja keinen Schimmer, was ihr Ausbau wiegt...

bis denn,

Uwe

pipo am 27 Mär 2020 14:53:42

Wahnsinns Geschichte :ja:
Der Teufel liegt oftmals im Detail und ich würde mal wetten, dass 99,99% aller Käufer einfach aufgelastet hätten ohne die Probleme an der Vorderachse näher zu betrachten :mrgreen:

tztz2000 am 27 Mär 2020 15:41:09

pipo hat geschrieben:Der Teufel liegt oftmals im Detail und ich würde mal wetten, dass 99,99% aller Käufer einfach aufgelastet hätten ohne die Probleme an der Vorderachse näher zu betrachten :mrgreen:

Das reguläre Auflasten ging ja gar nicht, weil die "verstärkte Vorderachse" fehlte. Daher gab's auch keine Freigabe von MB dazu!

Ich hab grad mal in meine Auftragsbestätigung aus dem Jahr 2010 geguckt.... verstärkte Vorderachse (A50).... CHF 395.... damals waren das ca. 300 €.
Dazu noch ein paar Kleinigkeiten wie 2-stufige HA-Feder (C21), verstärkte Stossdämpfer (C47), Stabilisator HA (C42), Stabilisator VA verstärkt (C45), Schlechtwegepaket (Z11)

Die letzte Pos. hat nichts mit der Auflastung zu tun, aber alles Andere war zusammen für knapp 1000 € zu haben. Damit könnte ich meinen Sprinter problemlos auf 4050 kg zGG auflasten.... will ich bloss nicht!


Aber nochmal:

Das Fahrzeug ist für 4 Personen mit 3,5 to zGG definitiv nicht machbar, egal in welcher Konfiguration, das muss auch HRZ wissen, so doof können die gar nicht sein! Irgendwo ist da ein massiver Kommunikations-GAU passiert!

kheinz am 27 Mär 2020 15:51:57

Irgendwo ist da ein massiver Kommunikations-GAU passiert!


Diesen - Gau - kannst du denen unterstellen die hier mit Überlastungen ihrer Fahrzeuge herumheulen.
Sie wollen einfach nicht das hören was mit Sicherheit vor jedem Kauf eines Fahrzeuges angesprochen wurde.
Oder was man hier im Forum immer und immer wieder lesen kann.

MfG kheinz

rkopka am 27 Mär 2020 16:03:43

kheinz hat geschrieben:Diesen - Gau - kannst du denen unterstellen die hier mit Überlastungen ihrer Fahrzeuge herumheulen.
Sie wollen einfach nicht das hören was mit Sicherheit vor jedem Kauf eines Fahrzeuges angesprochen wurde.
Oder was man hier im Forum immer und immer wieder lesen kann.

Das Thema hatten wir ja schon öfter.
- Zum einen liest nicht jeder erstmal das Internet kreuz und quer vor einem Kauf. Auf den Seiten der Zeitschriften ist das Thema nur sehr dünn vorhanden.
- Wenn ein Fahrzeug als 3,5t gekauft wird und dann nur noch der Fahrer einsteigen darf, hätte das der Händler sagen müssen - er ist der Fachmann. Warum muß das der Kunde selber rechnen. Dann kann ich gleich beim Hersteller bestellen (wenn das ginge).
- Ich habe ein 3,5t mit bis zu 6 zugelassenen Plätzen. Schon bei 4 Personen müßte ich praktisch alles ausräumen, um noch legal fahren zu können. Für mich geht das so, aber das war NIE ein Punkt beim Gespräch mit dem Händler. Auch nicht bei vielen anderen, wo ich geschaut habe. Auch auf Nachfrage kamen eigentlich nur beschwichtigende Platitüden, aber keine realen Infos. Die (meisten) Händler wollen nur verkaufen. Wenn sie dann noch an einer (zwingenden) kostenpflichtigen Auflastung verdienen, umso besser.
- Es gibt genug Womofahrer, die gar nicht wissen, daß ein 3,5t Womo auch schwerer sein kann. Die kaufen das mit dieser Angabe und räumen dann rein wie bei einem PKW, wo man sich ja auch nicht drum schert. Hab ich bei den letzten Womos auch noch gemacht, weil das überhaupt nicht in meinen Überlegungen war.

RK

nanniruffo am 27 Mär 2020 17:20:47

kheinz hat geschrieben:Diesen - Gau - kannst du denen unterstellen die hier mit Überlastungen ihrer Fahrzeuge herumheulen.
Sie wollen einfach nicht das hören was mit Sicherheit vor jedem Kauf eines Fahrzeuges angesprochen wurde.
Oder was man hier im Forum immer und immer wieder lesen kann.
MfG kheinz


Aber wenn man die Texte des TE mal wirklich durchliest, müsste man eigentlich auch erkennen, das es am Ende gar nicht darum geht, das das Fahrzeug aufgelastet werden musste, sondern daß es weder als 3,5 Tonner (zuwenig Zuladung) noch als 3,88 Tonner (zu geringe Vorderachslast) vom zuständigen Strassenverkehrsamt zugelassen werden konnte. Egal was der Verkäufer erwähnt oder nicht erwähnt hat, er hat ein Fahrzeug verkauft, das im serienmäßigen Zustand nicht zugelassen werden konnte.

Und eine Mitschuld des Käufers an diesem gravierenden Mangel des Produkts kann ich beim beßten Willen nicht erkennen. Also ich würde sagen, dieser "Gau" ist einzig und alleine dem Verkäufer zuzuschreiben.

Tom

tztz2000 am 27 Mär 2020 18:38:23

nanniruffo hat geschrieben:.... sondern daß es weder als 3,5 Tonner (zuwenig Zuladung) noch als 3,88 Tonner (zu geringe Vorderachslast) vom zuständigen Strassenverkehrsamt zugelassen werden konnte. Egal was der Verkäufer erwähnt oder nicht erwähnt hat, er hat ein Fahrzeug verkauft, das im serienmäßigen Zustand nicht zugelassen werden konnte.

Siehe 1. Posting des TE, 3. Absatz.... da heisst es, dass der Gutachter für 2 Personen....

andwein am 27 Mär 2020 18:58:03

rkopka hat geschrieben:....Zufrieden ist eines. Aber wenn man hier so liest, dann hat noch keiner geschrieben, er hat sein neues Fahrzeug abgeholt und es hat alles so gepaßt und funktioniert, wie es sollte. RK

Dan schreibe ich das jetzt ausdrücklich auch. Ich war mit meinem letzten Fahrzeug voll zufrieden, besser gesagt " es war gelungen". Bei den drei vorherigen waren allerdings zwei nicht so gelungen.
Aber kaum einer schreibt das extra, man erwartet es. Ein funktionierendes Fahrzeug, das allen gesetzlichen Vorgaben entspricht sollte der Standard sein. Wenn man hier im Forum die Beiträge liest und die Art der Fehler sieht weis man allerdings, dass keine Endkontrolle vor der Übergabe stattfindet!
Gruß Andreas

Entschleunigter am 27 Mär 2020 20:46:58

Moin,
der Trick mit unzureichender Zuladung und allem was dazu gehört, zieht sich beim Kauf von Campingfahrzeugen wie ein roter Faden durch die Jahrzehnte. Bei meiner letzten Recherche nach einem neuen WoWa vor 20 Jahren bin ich auf einen Anbieter gestoßen, Marke jetzt egal, weil ich nicht weiß ob das heute noch so ist, bei dem dieser Trick mit einer teuren Auflastung Programm war. Die Fahrzeuge hatten durch die Bank eine so geringe Zuladung dass mit ein bisschen Wasser, 2 x 11 Kg Gasflaschen, Vorzelt mit Gestänge und ein paar Möbel und Bettzeug und Geschirr das zulässige Gesamtgewicht immer überschritten war. Ob damals schon die heutigen Regeln zu den gesetzlich vorgeschrieben Angaben bei der Zuladung gegolten haben, weiß ich heute nicht mehr. Meine Frage an den Händler damals, warum die Zuladung so absolut unterdimensioniert sei, kam die Antwort, dass eine kostenpflichtige Auflastung problemlos möglich sei. Es gäbe auch Kunden, die ohne diese klar kommen. Ich habe nur gelacht und gesagt, dass das wohl nur Leute sein können, denen auch sonst alles egal ist und dann das Gelände verlassen. Der Händler hat damit m.E. mit der immer notwendigen Auflastung, wenn man nicht bei einer Kontrolle ins Messer laufen wollte, einfach nur einen günstigen Preis vorgegaukelt. Gekauft habe ich dann einen anderen WoWa, der von Haus aus eine praxisgerechte Zuladung bot und der vom Preis her auch im gleichen Rahmen war. Die Praxis mit der zusätzlichen kostenpflichtigen Auflastung ist offensichtlich noch heute so, wenn man an den „richtigen“ Anbieter kommt. Ähnliches Thema: Ich habe bei der Suche nach einem neuen WoMo keinen, aber wirklich keinen Anbieter gefunden, der für den Preis auf seinem Preisschild am Fahrzeug oder auch im Prospekt oder auf seine Homepage eine notwendige Minimalausstattung angeboten hat. Das stand immer nur im Kleingedruckten, das noch was zusätzlich Sinn macht oder gebraucht wird. Da fehlten z.B. eine Aufbaubatterie, das Radio, eine Rückfahreinrichtung, eine Markise, Beifahrerairbag, Tempomat, Nebelscheinwerfer, Einstiegsstufe, Mückengittertür, Verdunklung, Überführung und Zulassungsdokumente usw.. Über manches lasse ich mit mir reden, ob man das unbedingt braucht. Aber nur über manches! Das damit generierte Zusatzgewicht erreicht dann auch ganz schnell dreistellige Werte. Mancher Verkäufer macht das dem Kunden wohl auch nicht immer bewusst, welche Konsequenzen das hat! Vor kurzem selbst erlebt. Auf jeden Fall wird damit regelmäßig der Preis nach oben getrieben. Wenn dann mit der mehr oder weniger notwendigen Zusatzausstattung „großzügig“ ein Rabatt angeboten wird, dann ist das die nächste Nebelkerze. Jeder der ein bisschen die kaufmännischen Gepflogenheiten kennt weiß, dass dieser Nachlass vorher drauf gehauen wird. Geschenkt, ist bekannt! Jeder muss leben. Aber dass bei einem Fahrzeug der Käufer, der sein Vertrauen auf den Geschäftsführer setzt, so aufs Glatteis geführt wurde, ist ein Unding. Das soll sich mal z.B. ein Schiffsausrüster oder Motorenhersteller mit einer Werft erlauben, die einen Kutter für hunderte von Millionen herstellt. Ware die dann beim Kunden auf seine Kosten reift? Undenkbar! Aber bei einem Freizeitfahrzeug, das ein Käufer wohl selten aus der Portokasse bezahlt, ist dies wohl nicht die Ausnahme, so mein subjektiver Eindruck. Bei den normalen PKW kennen wir so was eigentlich gar nicht. Warum wohl? Beim Kauf eines WoMo/KaWa kann ich mich wohl nur gegen so ein Verhalten wehren, indem ich vor der Bezahlung des Kaufpreises wirklich jedes Detail prüfe ob es meinen Wünschen und den rechtlichen Vorgaben entspricht. Und bei einer letzten Besichtigung dann eine Liste ab arbeite, nach der wirklich alles auf Funktion überprüft wird. Sinnvoll wäre es auch, jemanden dabei zu haben, der selbst langjährige Erfahrungen auf dem Gebiet hat. Bleibt gesund!

DonCarlos1962 am 28 Mär 2020 00:10:19

Lieber Franz,

so ganz haut das nicht hin. Unser RollerTeam Limited 2018 war mit allem wichtigen Dingen serienmäßig ausgestattet und bei weitem nicht überladen.
Die Frage ist, was ist dem Käufer wichtig?
Wir haben Aufpreis für eine Truma Combi 6 CP Plus Heizung, eine Markise und TV-Außensteckdose bezahlt, weil wir eine Sat-Schüssel auf Dreibein verwenden - oder streamen.

Ansonsten war alles wichtige serienmäßig an Bord:

Solar-Anlage, Aufbaubatterie, 170PS, Fahrer- und Beifahrerairbag, Elektrische Fenster und Spiegel, Fahrerhausklima, Tempomat, Hillholder, ABS, ESP, Radio, MP3, Freisprecheinrichtung, Radiofernbedienung am Lenkrad, Wohnraumtür mit Fenster, Panoramadach, Innenbeleuchtung komplett LED, Remifront Frontscheibenrollo, Rundumverdunkelung, Hubbett und vieles mehr.

Das 7,45m lange, teilintegrierte WoMo hat das Werk trocken mit 2826Kg verlassen. Für 90% Kraftstoff, Wasser und Gas kommen hier 92Kg, für den Fahrer weitere 75Kg drauf.

Macht 2993 Kg fahrbereit, ohne Ausrüstung. Ab da ist dann jeder seines eigen Glückes Schmied.

Darum kann ich nicht sagen, dass es nur schwarze Schaafe auf der Händler/Herstelleseite gibt! Das ist zu pauschal ausgedrückt. Aber man muß tatsächlich die Augen beim Kauf gut auf machen.
Anders, als beim einfachen Autokauf, ist man gut beraten, wenn man sich vorher gut informiert. Das schließt zwar keine Fehler zu hundert Prozent aus, aber etwas hilft das schon.
Ich habe viel in diesem Forum gelernt.

Auch durch dieses Thema. Ich hatte eigentlich gedacht, dass Ausbauer wie HRZ so viel Erfahrung, ganz besonders mit den Gewichtsangaben haben, dass sie den Kunden besonders gut beraten können. Ich hätte wohl auch Vertrauen in die Aussagen des Verkäufers gehabt.
Man muß schon sehr in der Materie stecken, um als Käufer mit Achslasten jonglieren zu können. Das sollte vom Händler nicht ausgenutzt werden.

LG Carsten

Entschleunigter am 28 Mär 2020 01:08:29

Moin Carsten,
danke für Deinen Kommentar zu meinen Zeilen. Es freut mich auch sehr, dass Du von all meinen geschilderten Wiedrigkeiten bei Deinem Liebling verschont geblieben bist. Ich möchte und muss aber aber darauf hinweisen, dass meine Ausführungen nicht ein pauschales Urteil waren, was Du sicherlich erkennst, wenn Du meine Zeilen nochmal genau unter die Lupe nimmst. :) Es gibt genügend Beispiele, dass es Anbieter auf dem Markt gibt, die relativ offen und ehrlich mit ihren Kunden umgehen. Okay, manche Verkaufstricks haben auch die drauf. Das ist für mich verzeihlich, weil die Frontleute in den Häusern nach ihren Umsätzen eingeschätzt und bezahlt werden und daher aus reinem Selbsterhaltungstrieb entsprechend agieren. Wenn ich das weiß, kann ich auch entsprechend reagieren und bleibe nicht zweiter Sieger :mrgreen:
Bei meinem KaWa bin ich mit Stand heute absolut zufrieden und fühle mich bestens und fair beraten. Auch habe ich meinen erworbenen KaWa in aller Ruhe und Gründlichkeit eingehend begutachten können bevor ich den Vertrag unterschrieben habe. Daher bin ich auch, Stand heute, überzeugt, einen guten Deal gemacht zu haben und einen Top KaWa bekomme. Wenn ich mich jedoch durch die Foren lese, dann ist das nicht die Regel. Die Gründe hatten wir. Lieber Carsten, eine gute Zeit und viel Freude mit Deinem Roller :)

tztz2000 am 28 Mär 2020 08:02:07

DonCarlos1962 hat geschrieben: Unser RollerTeam Limited 2018 war mit allem wichtigen Dingen serienmäßig ausgestattet und bei weitem nicht überladen.

Nun ja Carsten, Weissware ist von der Gewichtsproblematik nicht ganz so stark betroffen wie Kastenwagen....

.... Blech ist halt schwerer als Plaste! :D


Das unrühmliche Beispiel mit diesem HRZ zeigt mal wieder überdeutlich, ohne einen Anteil an Selbstverantwortung geht's eben nicht. Klar ist der Hersteller primär in der Verantwortung, aber es ist halt sehr riskant, wenn man die Verantwortung komplett delegiert. Man muss die techn. Daten und Preislisten studieren, und zwar nicht nur die, die einem der Wohnmobil-Hersteller in die Hand drückt, sondern auch die vom Hersteller des Grundfahrzeugs und die richtigen Schlüsse draus ziehen. Immerhin nimmt man für so ein Fahrzeug ja ungefähr 100k € in die Hand!

JTDPower am 28 Mär 2020 09:56:50

DonCarlos1962 hat geschrieben:Das 7,45m lange, teilintegrierte WoMo hat das Werk trocken mit 2826Kg verlassen. Für 90% Kraftstoff, Wasser und Gas kommen hier 92Kg, für den Fahrer weitere 75Kg drauf.

Macht 2993 Kg fahrbereit, ohne Ausrüstung. Ab da ist dann jeder seines eigen Glückes Schmied.


Moin,

:?: liegt da bei dir vielleicht ein Rechenfehler vor, oder rechnest du mit nicht vollem Wassertank und einer 5 kg Gasflasche?
Bei mir wären es in etwa:
90% Kraftstoff = 54 kg, 100L Wasser= 100 kg, 2x11KG graue Gasflsche= 48 kg = 202 kg !
Dann wärst du mit Fahrer schon etwas weiter über 3,0 t.

Es sei denn, du achtest permanent auf das Gewicht, weniger Frischwasser und oder nur eine Gasflasche / 5kg Gasflasche / Alugasflasche!?
Oder läßt der Roller in "Fahrstellung" das Frischwasser bis auf 20/30 Liter ab?

Mit 2 Personen kann man sicher mit den 3,5 t , ohne Überladung auskommen, aber man muss schon hin und wieder mal durchrechnen,
was man in sein WoMo alles einpackt.

Zum eigentlichen Thema:
Das ist schon ein krasses Ding, was sich die Firma HRZ da geleistet hat! Und das er sich gegen den Klageweg entschieden hat, kann ich vollkommen nachvollziehen, die Zeit, die Nerven und die Gebühren können schon an den Nerven zerren und womöglich hat man ein neues Womo auf dem Hof stehen, das man bei dem jahrelangen Klageweg nicht nutzen kann. :(
Gut das es solche Foren gibt, wo man sich informieren kann, den ein oder anderen wird es sicherlich in der Zukunft helfen um seine Entscheidung zu treffen.

Schönes Wochenende, bleibt gesund

teuchmc am 28 Mär 2020 11:07:14

Naj Thomas, alles schön und gut, aber als Kunde, welcher 100tEu+ ausgeben will, muß man sich noch ums Basis-Kfz kümmern,ob es passt? Bei einer Firma, welche nur auf MB-Sprinter aufbaut, kann man wohl erwarten, daß die Gewichtsproblematik hinsichtlich "Ankreuzen auf der Aufpreisliste" nicht unbekannt ist. Der MB-Konfigurator ist ziemlich gut gemacht, aber wenn man da sich das Kfz mal "zusammenbastelt", braucht es schon m.M.n. durchaus etwas mehr technisches Verständnis wie den Unterschied zwischen Schalt-u. Automatikgetriebe zu kennen.
Sonnigen weiterhin. Uwe

Dagster am 28 Mär 2020 11:38:10

tztz2000 hat geschrieben:Das unrühmliche Beispiel mit diesem HRZ zeigt mal wieder überdeutlich, ohne einen Anteil an Selbstverantwortung geht's eben nicht.

also ich finde die Selbsverantwortung endet spätestens da, wo ich überhaupt keine Daten haben kann, um der gerecht zu werden. Wenn da ab Ausbauer die Vorderachse bereits bei Auslieferung überlastet ist, wie soll ich das bei der Bestellung erkennen können ? Der Ausbauer gibt ja in der Regel nicht bekannt, was beipsielsweise das von ihm verbaute Mobiliar im einzelnen wiegt. Und um die Vorderachslast bestimmen zu können, müßte man das schon wissen. Genauso wie was wo hinter der Hinterachse verbaut werden soll.

Und wenn ich als Kunde die Statik des Fahrzeugs schon im Vorfeld selbst berechnen soll, wozu brauch' ich dann eigentlich noch eine Spezialfirma mit Erfahrung und entsprechendem Preisaufschlag ?

tztz2000 am 28 Mär 2020 11:56:35

teuchmc hat geschrieben:Der MB-Konfigurator ist ziemlich gut gemacht, aber wenn man da sich das Kfz mal "zusammenbastelt", braucht es schon m.M.n. durchaus etwas mehr technisches Verständnis wie den Unterschied zwischen Schalt-u. Automatikgetriebe zu kennen

Uwe, das ist richtig! Ich meinte auch nicht den Konfigurator in Netz, sondern die gedruckte Preisliste. Äusserst hilfreich ist auch ein Gespräch mit einem Nutzfahrzeugspezialisten in der MB-NFZ-Niederlassung.... das hab ich bei meinem Kauf damals auch gemacht und was der nicht wusste (das gab‘s nämlich auch! :ja: ), da hab ich den Produktmanager bei MB angerufen, der für den Sprinter zuständig ist, und der hat mir dann die letzten offenen Fragen beantwortet.

Das meinte ich mit Selbstverantwortung.

Ich habe in meinem Leben neben einem Kastenwagen sicher ca. 25 - 30 neue PKWs gekauft, ich musste leider ausnahmslos feststellen, dass ich nach entsprechender Vorbereitung immer mehr wusste als der Verkäufer.... ja, das ist traurig, aber das ist leider so.

Mein VW/Audi-Verkäufer in einem grossen Autohaus schob mir immer sein Handbuch rüber, wenn‘s um den Lieferumfang ging.... er hat alles aufgeschrieben, was ich wollte.... und dann hab ich ihm auch noch den Rabatt gesagt, den er aufschreiben soll! :D

DonCarlos1962 am 28 Mär 2020 12:01:11

teuchmc hat geschrieben:Naj Thomas, alles schön und gut, aber als Kunde, welcher 100tEu+ ausgeben will, muß man sich noch ums Basis-Kfz kümmern,ob es passt? Bei einer Firma, welche nur auf MB-Sprinter aufbaut, kann man wohl erwarten, daß die Gewichtsproblematik hinsichtlich "Ankreuzen auf der Aufpreisliste" nicht unbekannt ist.


So hätte ich es auch erwartet. Klar macht man sich Gedanken um den Ausbau und um die Umsetzung der eigenen Bedürfnisse im Fahrzeug. Aber wenn es dann um die Achslasten geht und ich dem Verkäufer klar gemacht habe was ich alles gerne eingebaut hätte, erwarte ich eine faire Beurteilung der technischen Machbarkeit.

Da brauche ich, als Wohnmobilkunde bei einem Ausbauer, nicht mit technischem Wissen um den MB Konfigurator glänzen.
Diese Leistung kaufe ich beim Händler/Hersteller ja mit ein.

Das der Themenstarter einen Weg gefunden hat trotzdem mit dem Mobil glücklich zu werden finde ich sehr schön. Wenn nur HRZ jetzt bei den Kosten noch einlenkt, wird das hier ja auch publiziert und mildert den bitteren Nachgeschmack etwas ab.

JTDPower hat geschrieben:Bei mir wären es in etwa:
90% Kraftstoff = 54 kg, 100L Wasser= 100 kg, 2x11KG graue Gasflsche= 48 kg = 202 kg !
Es sei denn, du achtest permanent auf das Gewicht, weniger Frischwasser und oder nur eine Gasflasche / 5kg Gasflasche / Alugasflasche!?
Oder läßt der Roller in "Fahrstellung" das Frischwasser bis auf 20/30 Liter ab?


Rechnung:
65L Tankinhalt: 90% davon bei einem spezifischen Gewicht von Diesel entspricht 49Kg
Wassertank hat ein Ablassventil zur "Fahrtstellung" bis 20L (wird immer üblicher und reicht uns auch)
Der Hersteller rechnet beim Gas mit einer 11Kg Alugasflasche und deshalb mit max. 15Kg

Da kommen wir auch komischer Weise auf 94 anstatt auf die angegebenen 92Kg. Aber um die 2 Kg will ich mich nicht streiten.

LG Carsten

rkopka am 28 Mär 2020 12:17:54

DonCarlos1962 hat geschrieben:65L Tankinhalt: 90% davon bei einem spezifischen Gewicht von Diesel entspricht 49Kg
Wassertank hat ein Ablassventil zur "Fahrtstellung" bis 20L (wird immer üblicher und reicht uns auch)
Der Hersteller rechnet beim Gas mit einer 11Kg Alugasflasche und deshalb mit max. 15Kg

Auf Alu könnte man wechseln, auch wenn es durchaus kein Standard ist. Und zumindest bei Weißware sind 2 Flaschen üblich. Wenn man länger unterwegs ist, vielleicht auch Frühling/Herbst im Norden, dann braucht man das. Winter sowieso.
Tanks mit 65l sind wohl die neuen ? Da muß man aber wieder das Adblu mit einrechnen. Ist das in den Vorschriften schon drin ?

Fahrtstellung ist IMHO ein Witz. Ja, es reicht, wenn ich einen Tag auf einen CP fahre und dort Wasser bunkere vor dem Abstellen. Für alles andere ist es unbrauchbar. Zu viert reicht das kaum für das Klo für 2 Tage. Duschen sowieso nicht. Und man eine Nacht (oder gar mehrere) irgendwo frei stehen geht nur "trocken". Oder sucht man dann erst ein schönes Plätzchen, fährt dann extra zur Tankstelle zum Bunkern und wieder zurück ? Wobei der Weg mit Wasser u.U. wieder illegal wäre (und das Plätzchen bis dahin besetzt). Das ist NUR für die Rechnung der Hersteller und für die Zulassung, aber nicht für die Realität ! Würde man auch akzeptieren, daß ein Kombi einen 1000l Kofferraum hat und einem dann gesagt wird, wenn du in den Urlaub fährst, darfst du aber nur 200l nutzen, der Rest muß frei bleiben ? Oder man darf mit 6 Leuten fahren, aber nur 20km weit, dann nur noch zu zweit ?

RK

andwein am 28 Mär 2020 12:36:26

rkopka hat geschrieben:Und zumindest bei Weißware sind 2 Flaschen üblich. Wenn man länger unterwegs ist, vielleicht auch Frühling/Herbst im Norden, dann braucht man das. Winter sowieso. RK

Aber das "braucht man das" ist ja genau der springende Punkt. Ich kenne kein "Leergewicht im Fahrbereiten Zustand" in dem vom Werk aus 2x 11 kg Gas inklusive der Flaschen eingerechnet sind!! Bei den Tanks hat sich das "20l im fahrbereiten Zustand" ja schon eingebürgert. Egal wie man dazu steht, es wird zumindest irgendwo mit Sternchen erwähnt. Bei der 2. Gassflasche mit ihren 22kg ist dies nie der Fall (jedenfalls habe ich den Hinweis nirgendwo gefunden).
Mit den echten Gewichten bei der Fahrzeugübergabe bleibt es halt weiterhin im Dunkeln, Gruß Andreas

tztz2000 am 28 Mär 2020 12:48:19

Es hängt auch von der Art der verbauten Heizung ab.

Bei Kastenwagen ist es heute üblich, dass bei verbauter Dieselheizung nur noch eine 2,8 kg Gas-Flasche mitgeliefert wird. Das kommt natürlich dem Gewicht zugute. Aber nur zum Kochen reichen 2,8 kg ewig!




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