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Eine Fahrt fast entlang der saarländischen Grenze


HaMo19 am 22 Apr 2020 14:23:52

Eine Fahrt (fast) entlang der saarländischen Grenze.

Wer möchte mitkommen auf einer virtuellen Fahrt entlang der saarländischen Grenze? Die gesamte Tour ist etwa 230km lang und kann mit dem Motorrad als Tagestour, oder auch mit dem Fahrrad – Wohnmobil in Etappen bewältigt werden. Etappen deshalb, weil auch die einzelnen Städte mit ihren kulturellen Schätzchen einen Tagesaufenthalt wert sind.




Das Saarland stellt sich vor.
Das Saarland ist ein Land im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland. Das kleinste der Flächenländer und hinsichtlich der Einwohnerzahl das zweitkleinste Land (nach Bremen) grenzt im Norden und Osten an das Land Rheinland-Pfalz, im Süden an die französische Region Grand Est, dort an das Département Moselle, und im Westen an das Großherzogtum Luxemburg. Gemeinsam mit diesen Nachbarn und der belgischen Region Wallonien bildet das Saarland die europäische Großregion Saar-Lor-Lux. Landeshauptstadt, größte Stadt und einziges Oberzentrum des Saarlands ist Saarbrücken.
1920 entstand das Saarland als politische Einheit (damals noch als „Saargebiet“ in kleineren Grenzen, die Nordgrenze lag weiter südlich) infolge des Versailler Vertrages. Es wurde aus dem Deutschen Reich ausgegliedert und bestand 15 Jahre als Völkerbundsmandat, bis es 1935 nach der im Vertrag vorgesehenen Saarabstimmung aufgrund von rund 90-prozentiger Zustimmung wieder ins Deutsche Reich, damals unter nationalsozialistischer Führung, zurückgegliedert wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Saarland Teil der französischen Besatzungszone. Frankreich gliederte es daraus aus und entzog es der Zuständigkeit des Alliierten Kontrollrates. Eine eigene Saarregierung und die Annahme einer saarländischen Verfassung am 8. November 1947 sollten ein formell selbständiges (autonomes) Staatsgebilde schaffen. Nach einer weiteren Volksabstimmung im Jahr 1955 trat das Saarland jedoch 1957 der Bundesrepublik politisch bei („kleine Wiedervereinigung“). Der wirtschaftliche Anschluss durch Übernahme der D-Mark (im Volksmund „Tag X“) erfolgte am 6. Juli 1959.
Das Saarland stellte bei den Olympischen Sommerspielen 1952 in Helsinki durch das saarländische NOK (SAA) das erste (und letzte) Mal eine eigenständige, zweite deutsche Olympiamannschaft. Bis 1956 nahm das Saarland als eigenständiges FIFA-Mitglied mit der Saarländischen Fußballauswahl an internationalen Wettbewerben teil, u. a. an der Qualifika-tion für die Fußball-Weltmeisterschaft 1954.
Das Saarland war nach dem Zweiten Weltkrieg ein autonomer Staat und wirtschaftlich an Frankreich angeschlossen. Anlässlich des ersten Spiels der saarländischen Fußballnationalmannschaft im Jahr 1950 gegen die Schweiz war deswegen eine eigene Nationalhymne notwendig geworden. So entschied man sich für das Lied „Ich weiß, wo ein liebliches, freundliches Tal“.
Quelle: Wikipedia


Natürlich kann dem Grenzverlauf direkt nicht gefolgt werden. Es ist daher ein Kompromiss zwischen angenehmem Straßenverlauf und der Nähe zur Grenze.
Start ist das Landhotel Rauber in Obertal, von dem es aus uns zunächst nach Bliesen führt. Die Hauptstraße schlängelt sich vorbei am Restaurant Kunz, das Anwesen des Sternekochs Alexander Kunz.
Sankt Wendel ist die erste Stadt, die wir passieren. Gelegentlich wird der Blick frei auf die Wendelinusbasilika aus dem 14. Jahrhundert, in der auch der heilige Wendelin seine letzte Ruhestätte fand.
Eine kleine Ausfallstraße führt uns aus Sankt Wendel raus auf die B420, das Ostertal. Ihr folgen wir leider nicht sehr lange, sondern biegen ab Richtung Bexbach um dann Homburg zu Umkurven. In Homburg befinden sich nicht nur die größten Buntsandsteinhöhlen Europas die besichtigt werden können, sondern auch das größte Brauereikonsortium des Saarlandes: die Karlsberg Brauerei.
Wir durchqueren nun den beschaulichen Bliesgau und steuern auf Auersmacher zu, einem Ort direkt an der französischen Grenze. Wenn wir jetzt dem direkten Grenzverlauf auf deutscher Seite folgen würden, wäre das Ballungsgebiet rund um die saarländische Hauptstadt Saarbrücken nicht zu vermeiden. Deshalb wählen wir die französische Seite und setzen unsere Grenzlandfahrt in Nassweiler fort.
Unweit von diesem Grenzort finden wir nicht nur das berühmte Postamt des Sankt Nikolaus, nein – sogar der Ort heißt so. Hier werden im Dezember alle Briefe die an den Sankt Nikolaus adressiert sind gestempelt und auch beantwortet.





Dass wir uns in einer alten Bergbaugegend befinden, sieht man häufig auf Kreisverkehren verewigt.



Hier ein sogenannter TH-Ausbau eines Untertage Querschlages.


Nachdem wir den Warndt hinter uns gelassen haben nähern wir uns Überherrn und umrunden so zu sagen den Linslerhof. Das Anwesen, auf dem Wendelin von Boch (V&B) seine Erziehung genossen hat. Das Romantikhotel mit zwei Restaurants und einem Biergarten lädt kulinarische Liebhaber zum Verweilen ein.






Im Folgenden setzt wieder der ehemalige saarländische Bergbau seine Akzente. Wer während der Auffahrt zum Felsberg nicht nur den Fahrbahnbelag im Auge behält, sondern seinen Blick nach rechts richtet, der erkennt auf der ehemaligen Bergehalde Ensdorf das Saarpolygon.



Ein Denkmal an das letzte Bergwerk im Saarland, das 2012 geschlossen wurde. Die Wolkenfabrik rechts neben dem Polygon ist das Kraftwerk Ensdorf.



Nachdem wir Rehlingen-Siersburg hinter uns gelassen haben, begleiten wir die Saar am linken Ufer bis Schwemlingen, machen dann einen kleinen Bogen über Tünsdorf, bis wir in Orscholz den Abzweig zur Cloef passieren. Das Bild der Saarschleife, wie es in jedem Prospekt zu sehen ist wurde von dem alten Aussichtspunkt aus geschossen.



Mittlerweile ist der neu errichtete Baumwipfelpfad ein Touristenmagnet, der nicht nur die heimische Botanik hervorragend erklärt, sondern auch vielfältige Motive und Perspektiven für Fotografen bietet.


Könnte man von hier aus über den Pellinger Berg Richtung Luxemburg schauen, sähe man direkt auf Schloss Berg, die Wirkungsstätte von Christian Bau. Er und Klaus Erfort (Saarbrücken) sind zwei von elf 3Sterneköchen (Stand: 2018) bundesweit. Beide zaubern im Saarland Gaumenfreuden der ganz besonderen Art auf den Teller.
Auf der weiteren Fahrt liegt Mettlach vor uns, Heimat und Produktionstätte von Villeroy & Boch.
Nach Losheim am See, Weiskirchen und Wadern nähern wir uns wieder unserem Ausgangspunkt, dem Landhotel Rauber in Obertal.

Ich hoffe, ich habe ein klein wenig Lust auf`s Saarland gemacht, das touristisch noch nicht so überlaufen ist wie die bekannten Hotspots.

Corona verschwindet ja auch wieder – bleibt gesund.

PS: Die Tour wie oben gezeigt habe ich als GPX Datei. Wenn sie jemand haben möchte, einfach KN an mich.

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pipo am 22 Apr 2020 16:40:56

Danke fürs mitnehmen :zustimm:
Wirklich eine sehr schöne Gegend :ja:

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Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: --->Link

Lancelot am 22 Apr 2020 18:04:31

Sehr schöne Tour ... :gut:
Danke für´s mitnehmen ... :dankeschoen:

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LSNM am 22 Apr 2020 18:47:04

Michael, Dankeschön für die - mit vielen historisch interessanten Details gespickte - Tour durchs Saarland.

Dafür gerne ein "+"

Vor allem die kulinarischen Tipps! Als ich anfing zu lesen dachte ich noch "ob er wohl mit BaseCamp arbeitet und mir die .gpx Daten geben könnte" .... und tattaa bietest du das an. Nehme ich gerne an und sende dir meine Email per PN.

Die Tour mit dem Motorrad zu fahren wäre sicherlich reizvoll - aber die entsprechende Garderobe um die Sternelokalitäten zu besuchen führe ich dabei nie mit. Also mit dem Mobil :D

Gibt es hier schon einen Faden mit Foodp*rn? Den könnte ich massenweise füttern...

HaMo19 am 22 Apr 2020 19:20:00

Danke,

hat mich gefreut Mitfahrer gefunden zu haben.

frankjasper8 am 22 Apr 2020 20:25:21

Hallo Michael,

ein Dankeschön auch von mir für diese kleine Runde durch das Saarland, von dem ich bisher nur die Saarschleife (das Foto von der Aussichtsstelle aus fotografiert habe ich auch :) )
und Mettlach mit der markanten Kirche kenne. Von der Nahe kommend, war ich vor ein paar Jahren über Mettlach und die Saarschleife dann nach Saarburg und zur Mosel gefahren. Vielleicht ein Grund, mal wieder in den westlichen Zipfel unserer Republik zu reisen.
Danke für die Idee! :)

Elgeba am 22 Apr 2020 21:02:52

Auch von mir danke fürs mitnehmen.In Großrosseln war ich schon,in diesem Gemeindenamen ist auch mein Name enthalten,natürlich nach mir benannt. :lol:


Gruß Bernd

Espumas am 23 Apr 2020 19:46:10

Tolle Idee! Danke!
Wir sind schon im Bliesgau gewesen.
In der Tat kein Hotspot :)

Viele Grüße Espumas


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