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LiFePo4 12V200AH mit 4S 3,2V 150Amp smart BMS


walef am 11 Mai 2020 15:19:16

Guten Tag in die Runde!
Ich möchte hier mal mein Projekt vorstellen.
Mit der Bestellung eines Pössl’s im Sep 19, hatte ich mir Gedanken über eine Stromversorgung mit LFP Batterien gemacht.
Die Lieferanten auf der Messe in D-dorf hatten zu meinen technischen Fragen keine zufriedenstellenden Antworten parat, somit wusste ich nicht, was in der black box bei Fertigbatterien verbaut wird. So lag es nahe, eine LFP Batterie als DIY Projekt zu bauen.
Meine Vorgaben waren, die Batterie soll unter den Sitz eines Kastenwagens passen, als plug & play installiert werden können, über ausreichend Kapazität verfügen um einen elektr. Kühlschrank zu versorgen und mit Solarpanelen eine erhöhte Autarkie zu ermöglichen.
Nach ausgiebiger Auseinandersetzung mit der Materie in den US Formen, skandinavischen Marine LFP DIY Leuten und europäischen Firmen, habe ich mich für folgende Auslegung entschieden:
Verwendung von prismatischen LiFePo4 3,2V, 200AH, Calb SE200Fi.
BMS und Leistungsschaltung werden von einem BMS board 4S 3,2V 150Amp, mit Temperaturabschaltung und smart APP realisiert.
Ich habe mich gegen eine elektromechanische Schaltung entschieden, da mir eine low Temperaturabschaltung nicht einfach zu realisieren schien. Die Schaltung sollte aus möglichst wenig Einzelkomponenten und Leitungsverbindungen bestehen, um die Systemzuverlässigkeit zu erhöhen.
Die Inbetriebnahme gestaltete sich zunächst als sehr schwierig, da ich zwar gute Kenntnisse in der Elektromechanik habe, mir aber Verständnis für smarte Anwendungen mit Software Applikationen fehlt. Hinzu kamen noch eine fehlende Dokumentation des BMS Boards für die Installation und eine holprige Verständigung mit Fernost. Ich denke der Techniker in Fernost hat meine dilettantischen Fragen zunächst nicht verstanden und ein gewisses System-wissen vorausgesetzt. Nach und nach habe ich eine Lernkurve entwickelt, die mich System und Softwareapplikation ganz gut verstehen ließ. Dank der Hilfe eines IT Spezialisten, der es verstand Software Pakete zu entpacken, das Scenario der verschiedenen SW files sofort zu überblicken, habe ich das System ans Laufen gebracht.
Über eine serielle Schnittstelle habe ich Zugriff auf Parameter, Einstellung und Systemüberwachung. Schaltzustände und Meßwerte können in Echtzeit überwacht werden. Die APP, bluetooth, funktioniert einwandfrei. Die per default eingegebenen Parameter passen ganz gut für Lifepo4 Applikation und können nach eigenem Profil verändert werden. Die Mosfet’s schalten den Strom in beide Richtungen, charge und discharge, Stromwerte können kalibriert werden. Es können bis zu 4 NTC’s angeschlossen werden. Die Qualität der NTC’s bestimmt die Genauigkeit der Strom Ab- und zuschaltung. NTC’s lassen sich zu- oder ausschalten.
Für den Labor- und Prototypaufbau habe ich einen detaillierten Testplan erstellt.
Messungen für OVP bei Einzelzellen und des gesamten Batteriepacks habe ich abgeschlossen. Balancing gemäß Vorgabe ist überprüft.
Als nächstes folgt ein Kapazitätstest der Batteriezellen, UVP test für Einzelzellen und pack, low Temp. Test und ein Hochstromtest bei annähernd Nennleistung mit Temperaturmessung des boards.
Hierzu fehlt mir allerdings noch geeignete Hardware in Form von geeignetem Anschlußkabel mit Crimp und Wechselrichter zum Aufbau einer hohen Last.
Das Board verfügt über einen integrierten shunt zur Sicherheitsabschaltung der Mosfets bei > 160Amp und Batteriekapazitätsmessung, insofern könnte auf einen Batteriecomputer, Coloumbmeter, mit zusätzlichen Leitungsverbindungen verzichtet werden.
Auf eine Hochlastsicherung, ANL???, an B+, möchte ich trotzdem nicht verzichten.
Die Kontaktflächen des boards bestehen aus ca. 2mm Kupferplatte. Die Leistungskabel werden angeschraubt.
Aus dem Forum erhoffe ich mir Hinweise zur Ausführung einer guten elektrischen Verbindung der Batteriekabel (crimp) zur Kontaktfläche des BMS board. Ebenso für den Anschluß B+ zur Hochlastsicherung. Hierzu habe ich schon einige Beispiele im Forum mit Kupferband gesehen, muß ich mir aber nochmal genau ansehen.

Zur Ansicht füge ich ein paar Bilder hinzu.
Über den weiteren Fortschritt kann ich gerne berichten.

Gruß,
Waldemar


walef am 11 Mai 2020 15:43:25

Bilder im Anhang:
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Casi82 am 11 Mai 2020 17:01:04

Hallo Waldemar,

meine SE200FI warten noch auf die Abholung durch UPS in Fernost. Als BMS habe ich einen 200A Daly vorgesehen, der eigentlich im Fahrzeug zum Einsatz kommen soll. Zusätzlich habe ich noch einen JBD-SP04S, wie du ihn hast, geordert. Welcher es am Ende wird...schauen wir mal. Der 2. BMS wird im Gartenhausprojekt dann zum Einsatz kommen.
Ich bin auf deine Ergebnisse gespannt. Ich muss mich leider noch etwas gedulden.

Gruß
Carsten

Anzeige vom Forum


walef am 11 Mai 2020 19:11:37

Hallo Carsten,
dann lass uns mal Erfahrungen austauschen. Wir haben einen vergleichbaren Projektumfang.
Ich glaube der Daly verfügt über keine Temperaturabschaltung, ansonsten aber ein sehr funktionsfähiges Teil.
Gruß,
Waldemar

Casi82 am 11 Mai 2020 19:26:35

walef hat geschrieben:...Ich glaube der Daly verfügt über keine Temperaturabschaltung...


Der Daly hat nur eine Abschaltung bei Übertemperatur. Der JBD ist da konfigurationsfreudiger. Da aber meine komplette Lade-Infrastruktur den Frostschutz schon hat, sollte das erstmal kein Problem sein.

Freue mich auf Austausch.

landstrasse am 12 Mai 2020 10:33:53

Hallo zusammen,
das BMS sieht ein wenig so aus, wie das aus der Liontron Batterie von Bosswerk /Greenakku.
das kann bei 1 Grad die Ladung reduzieren. Sind dort zwei Anschlüsse für Temperaturfühler dran?

Gruß Landstrasse

matties am 12 Mai 2020 11:10:53

Hallo Waldemar!
Wie Landstrasse schon sagt das BMS ist auch in meinem Liontron Akku verbaut. Der Balancerstrom beträgt nur 50 bis 60 mA. Dieser schwache Strom hat in meinem 150Ah Akku nicht ausgereicht um die Zellen zu Egalisieren. Sonst gibt es an dem Teil nichts Auszusetzen.

LG. Wolfgang

Casi82 am 12 Mai 2020 11:12:03

landstrasse hat geschrieben:Hallo zusammen,
das BMS sieht ein wenig so aus, wie das aus der Liontron Batterie von Bosswerk /Greenakku.
das kann bei 1 Grad die Ladung reduzieren. Sind dort zwei Anschlüsse für Temperaturfühler dran?

Gruß Landstrasse


Laut Waldemar können 4 NTCs angeschlossen werden.

walef am 14 Mai 2020 12:26:11

# Landstrasse,
# Wolfgang,
das JBD BMS hat noch 4 unbelegte Anschlüsse mit je 2 Kontaktterminals. Drei davon sind mindestens für NTC's.
Die Anwender SW zeigt im layout mehr mögliche Anschlüsse für NTC's, wahrscheinlich universell und je nach board Ausführung. Ich werde es sehen, wenn die NTC's bei mir ankommen. Die Teile sind per airmail auf dem Weg. Der NTC der verwendet wird, ist ein 10k B3950. Ist ein handelsübliches Teil. Das der Ladestrom bei Annäherung der kritischen Temperatur reduziert wird, wurde im US Forum auch so erkannt.
Der Balancerstrom von max 50-60 mA ist mir bewusst, balanced allerdings aktiv zwischen den Zellen. Die SW schaltet den Balancestrom zZ, wenn der Mosfet Ladung erkennt > 3400mV Zellenspannung und bei Spannungsdiff. >50mV.
Beim Thema 'balancing' gibt es zwischen den Lifepo4 Experten und Händlern hier, oder bei skandinavischen Marine DIY'n und Amerikaner unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen im Langzeitbetrieb. Ich möchte an dem Kral der vorherrschenden Meinung auch nicht rütteln, sondern nur meine eigenen Schlüsse ziehen.
Aber eins ist mit Sicherheit notwendig um einen frühzeitigen Spannungs-drift zur verhindern, dass ist ein sehr, sehr gutes top balancing vor Komplettierung und Inbetriebnahme der Zellen durchzuführen um die Ladung auszugleichen und auf eine sehr gute Verkabelung der Anschlüsse zu achten. Sind die Zellen erst einmal ausser Takt, reichen 50mA nicht aus.
Alles andere wird man sehen.
BTW, würde mich mal interessieren, wie all die Fertigbatterien bei den Kunden mit der geringen Balancingleistung zurechtkommen? Sollten die Zellen außer Takt kommen, bei 50mA max balancing Leistung, sollte das zu einer Einschränkung und Minderung der gesamten Batteriekapazität führen, somit zu Reklamationen.

# Carsten,
-wir haben ja fast gleiche Projekte- sollen wir außerhalb des Forums auf einer anderen Kommunikationsebene uns über die kleinen Ausführungsplanungen austauschen? Ich bin gerade dabei das Behältnis für Zellen, BMS Platine, Verkabelung und Peripherie festzulegen. Alles soll ja so gut wie möglich, als plug&play, kompakt, robust unter den Sitz beim Kasten passen.
Da ich zZ kein WoMo vor der Tür stehen habe, ist es manchmal nicht einfach Sachverhalte einzuschätzen.

Gruß,
Waldemar

womooli am 28 Jun 2020 22:55:24

Hallo Waldemar, ich hab mir auch dieses BMS bestellt.
Leider musste ich auch feststellen das 0 Anleitung dabei ist. :(
Könntest du eine kleine Skizze machen wie du es angeschlossen hast?

Dank dir schon mal
Olli

fschuen am 29 Jun 2020 08:18:45

walef hat geschrieben:Die Schaltung sollte aus möglichst wenig Einzelkomponenten und Leitungsverbindungen bestehen, um die Systemzuverlässigkeit zu erhöhen.


Das widerspricht sich. Das zuverlässigste System besteht aus Zellen, soliden Kupferverbindern und einer Sicherung an Plus. Ich persönlich habe gerne noch ordentliche (3 A) Passivbalancer direkt auf den Zellen. Man kann sich natürlich noch nach Herzenslust aus der Spielzeugkiste bedienen, wo sich dünne Kabel, BMSe und Bluetooth-Gedöns finden - zuverlässiger wird das aber dadurch natürlich nicht.

Ohne Wechselrichter kannst du eine hohe Last problemlos erzeugen, indem du Widerstandsdraht in einen Wassereimer hängst.

Ich hab mein mobiles Gartenhaussystem (auch mit 200er prismatischen Zellen) am Wochenende mal geladen und getestet, und dabei gute Erfahrungen mit einer Wärmebildkamera gemacht - da sieht man schön, ob die Balancer arbeiten und ob was warm wird. Finger dranhalten geht aber auch.

Gruss Manfred

George67 am 29 Jun 2020 10:46:43

at Waldemar, at Carsten,
schade, dass ihr mit euren Projekten schon so weit seid, ich hätte euch gerne in der 24 Volt-Welt gesehen. Der Zug ist aber abgefahren, nachdem ihr die Zellen schon gekauft habt.
Falls ihr nicht wisst, wovon ich rede, ich betreibe 36 V LiIon über eine bidirektionalen Wandler an 12 V Aufbau. Die höhere Batteriespannung gibt kleiner Ströme für den (Sinus) Wandler. Wenns euch trotzdem interessiert, schaut bitte in mein Blog und den zugehörigen Thread.
Das BMS scheint auch aus der chinesischen Pedelecwelt zu stammen, ich erkenne das Bedienprogramm wieder. Der Originalhersteller ist wohl SZLLT, da stammen auch die Apps her. Ich benutze die auch.
Daher benutze ich auch den nur niedrigen Balancerstrom, und entgegen der allgemeinen Meinung hier halte ich das auch für völlig ausreichend. Ich habe meinen Block jetzt knapp ein Jahr in Betrieb, alles bleibt sauber. Wäre ja auch verwunderlich wenn nicht, sonst hätten Pedelec Akkus ein Problem.
Dabei ist anzumerken, dass Akkus natürlich oft und lange genug im 100 % SOC bereich sind, damit balancervorgänge laufen können. Das ist bei LiIon, die ich verwende, anders, da kan ich den blancerbereich bis auf 70-100 % SOC ausdehnen.

Eine "Initialladung" ( Angleichung des ladezustandes) ist natürlich notwendig, weil das sonst ewig dauert, wenn das BMS das alleine machen muss. Ich habe das mal probiert, in ´dem ich eine zelle meines Akkus um 10 % SOC ausser tritt gebracht habe, das BMS hat dann 4 tage gebraucht, bis alles wieder stimmte, währenddessen natürlich der Akku mit kleinem Ladestrom im BMS Fenster gehalten werden musste. Geht also, auchso kleine Ströme summieren sich zu Ladung, aber mit Initialladung gehts halt einfach schneller.

George67 am 29 Jun 2020 19:33:18

walef hat geschrieben:Die Schaltung sollte aus möglichst wenig Einzelkomponenten und Leitungsverbindungen bestehen, um die Systemzuverlässigkeit zu erhöhen.

fschuen hat geschrieben:Das widerspricht sich.

Das sehe ich anders, denn :

fschuen hat geschrieben:Das zuverlässigste System besteht aus Zellen, soliden Kupferverbindern und einer Sicherung an Plus.

.... dabei übersiehst du, dass du ungleiche Funktionalität vergleichst.

fschuen hat geschrieben:Ich persönlich habe gerne noch ordentliche (3 A) Passivbalancer direkt auf den Zellen.

Aus diesem Board weiss ich von mehreren Fällen, in denen Akkus ausser Balance geraten sind, weil ein defekter Zellenbalancer Reststrom gezogen hat.
Und mehrere Fälle, in denen Akkus gamz ohne Balancer ausser Balance gekommen sind, nach Zeiten im Jahr-Bereich.

Dagegen kenne ich keinen fall, in denen ein Akku mit Balancern, die du als Spielzeug (siehe unten) bezeichnest, gleiches passiert ist.

fschuen hat geschrieben:Man kann sich natürlich noch nach Herzenslust aus der Spielzeugkiste bedienen, wo sich dünne Kabel, BMSe und Bluetooth-Gedöns finden
.....

Natürlich darfst du das als Spielzeug ansehen, aber....

fschuen hat geschrieben:- zuverlässiger wird das aber dadurch natürlich nicht.

Naja, Wenns nur Spielzeugs wäre, hätten alle Pedelecs ein Problem.

Einschliesslich derer, die in ihrem Womo ihre Pedelec Akkus transportieren, und auch laden. Gerade aktuell ist gefühlt jeder 5. Thread im Lipothread einer, bei dem nach dem Laden der Pedelecs gefragt wird....

Wenn die LiIons so gefährlich wären, hörte man was davon, und von "gehören nicht ins Womo" kann man da auch nicht mehr sprechen.

Ich frage mich, wo der Unterschied zwischen "Benutzen" (als Womo Akku) und Transportieren + Laden liegt....

fschuen am 30 Jun 2020 07:27:28

walef hat geschrieben:Aus dem Forum erhoffe ich mir Hinweise zur Ausführung einer guten elektrischen Verbindung der Batteriekabel (crimp) zur Kontaktfläche des BMS board. Ebenso für den Anschluß B+ zur Hochlastsicherung.


Entweder Kabelschuhe crimpen, oder Flachmaterial verwenden. 1 mm Kupfer kannst du noch bequem mit der Blechschere schneiden, 2 oder 3 mm solltest du in der passenden Breite kaufen - gibt es bei ebay - und entsprechend absägen. Lässt sich biegen (Schraubstock), auch verdrehen; bohren und Gewinde reinschneiden kein Problem. Wenn du gerne bastelst, kannst du die ANL-Sicherung direkt draufschrauben; in den meisten Fällen empfiehlt sich aber ein entsprechender Sicherungshalter - da ist die ordentliche Isolierung gleich dabei.

George67 hat geschrieben:Ich frage mich, wo der Unterschied zwischen "Benutzen" (als Womo Akku) und Transportieren + Laden liegt....


Ganz einfach: die elektrische Integration ist der Unterschied. LFP passt als 4s-Batterie perfekt in die Bleiumgebung, im Prinzip ohne jede Elektronik. Sie sind sicher, ungiftig und ausgesprochen robust. Natürlich sind Cobalt- oder Manganzellen nochmal rund die Hälfte kleiner und leichter, aber das wiegt in meinen Augen die Nachteile nicht auf. Und auch beim Lagern von Pedelec-Akkus im Womo würde ich auf eine nicht brennbare Umgebung achten (Sitzkonsole, Blechkiste, Fliese drunter).

Die defekten Balancer kenne ich auch, ich sammel ja sowas. Die Fälle sind selten, und eine aus der Balance geratene Batterie ist kein Drama. Man merkt das an der verringerten nutzbaren Kapazität, und bekommt es durch Balancing oder separates Laden der entladenen Zelle leicht wieder "geflickt". Würde das häufiger passieren, wäre ein zuschaltbarer Aktivbalancer der Königsweg: dann hat man die Pflege auf Knopfdruck, und einen elektronikfreien Alltag.

Gruss Manfred

George67 am 30 Jun 2020 17:39:53

fschuen hat geschrieben:Entweder Kabelschuhe crimpen, oder Flachmaterial verwenden. 1 mm Kupfer kannst du noch bequem mit der Blechschere schneiden, 2 oder 3 mm solltest du in der passenden Breite kaufen - gibt es bei ebay - und entsprechend absägen. .......

Nur mal als Anmerkung, mir ist zufällig aufgefallen, dass gekaufte Bügel eine Biegung drin haben als Dehnungsausgleich. Gleichzeitig habe ich gesehen, dass viele Fotos flache Bleche haben....
Letztens hat irgendein netter Kollege eine diesbezügliche Anmerkung gemacht (ob die Biegung notwendig ist), und keiner ist darauf eingestiegen.
Ich wollte das Thema hier nur mal anmerken und z.B. dir zur Beurteilung überlassen. Ich hätte zwar eine Meinung dazu, aber ich habe noch nie einen solchen Akku in der Hand gehabt.

George67 hat geschrieben:Ich frage mich, wo der Unterschied zwischen "Benutzen" (als Womo Akku) und Transportieren + Laden liegt....

fschuen hat geschrieben:Ganz einfach: die elektrische Integration ist der Unterschied.

Eigentlich hatte ich das NUR auf das Thema Feuergefahr bezogen gemeint, aber die Antwort von dir ist auch diskussionswürdig.

fschuen hat geschrieben:LFP passt als 4s-Batterie perfekt in die Bleiumgebung, im Prinzip ohne jede Elektronik.

Ich sehe das aber etwas anders.
Natürlich scheint der Spannungsbereich von LiFe auf den ersten Blick gut zu Blei zu passen, anders als ein 4s LiIon, der bis über 16 Volt gehen würde, das ist natürlich unmöglich.
Aber nur auf den erste Blick, denn wenn man genauer hinsieht:
- der Arbeitsbereich des LiFe liegt eigentlich um 4 * 3,37, also etwa 13,2 Volt. Das ist etwas höher als die Ruhespannung eines geladenen bleiakkus, es gehen als geringe Mengen Energie ständig zum Bleiakku "verloren". Na, veloren ist es nicht, er ist gut gepflegt dadurch.
- Balancieren geht nur um 14 Volt herum. Darunter weiss man den SOC anhand der Spannung nicht.
- 14,4 Volt aus dem Auto sind schon böse, hat man eine AGM2 Umgebung, sogar 14,7 mit Haltezeit, für LiFe ganz böse.
- hat man ein modernes Auto mit intelligenter Lichtmaschine, kommt man selten über 13,8, das ist für Balancieren schon knapp.Da brauchts dann wieder einen Booster.
So gibt es eine Menge kleiner Lästigkeiten, wenn man den LiFe blank an die Bleiumgebung verbinden will. Ich sehe das nicht als "Perfekt" an, sondern als "mit Ach und Krach". Die Diskussionen, ob was wo passt, füllen das ganze LiFe Forum.
Letztendlich ist es wieder so, dass das Ergebnis der Betrachtung von einer Bewertung abhängt - was ist jemandem wichtig. Und da das unterschiedlich sein kann (und darf), sind hat auch Schlussfolgerungen unterschiedlich...

Mein System, Akku 36 V mit bidirektionale Wandler, passt perfekt in JEDE Bleiumgebung, ohne wenn und aber. Aber trotzdem ist der Vergleich unfair, denn du spricht von direkter Kompatibilität des Akkus, und ich von der Kompatibilität des Systems.

fschuen hat geschrieben:Und auch beim Lagern von Pedelec-Akkus im Womo würde ich auf eine nicht brennbare Umgebung achten (Sitzkonsole, Blechkiste, Fliese drunter).

Natürlich Zustimmung.
Mein Akku wird nicht im Innenraum bleiben. Unterm Auto ist genug Platz. Da wird meiner hinkommen, mit feuerfester Zwischendecke. Und genau da gehören LiFe imho auch hin. Das Bild des "abgebrannten" LiFe haben wir alle gesehen.

fschuen hat geschrieben:Die defekten Balancer kenne ich auch, ich sammel ja sowas. Die Fälle sind selten, und eine aus der Balance geratene Batterie ist kein Drama.

Ist es auch nicht. Eine fehlende Unter/überspannungsabschaltung ist viel schlimmer....
aber diesbezüglich ist wiederum in des "Spielzeugen" alles überreichlich drin. :mrgreen: :mrgreen:

fschuen hat geschrieben:Man merkt das an der verringerten nutzbaren Kapazität, und bekommt es durch Balancing oder separates Laden der entladenen Zelle leicht wieder "geflickt".

Natürlich. Wenn man es gemerkt hat ( Abschaltung). :D

fschuen hat geschrieben:Würde das häufiger passieren, wäre ein zuschaltbarer Aktivbalancer der Königsweg: dann hat man die Pflege auf Knopfdruck, und einen elektronikfreien Alltag.

Das ärgerliche ist, dass man den LiFe wegen seiner flachen Kennlinie eigentlich nur im Vollzustand balancen kann. Dass man dafür dann deutlich kreativere Möglichkeiten machen könnte als Passiv oder Aktiv balancen, steht genauso ausser Frage. Das habe ich aber hier noch nicht diskutiert oder angewendet gesehen.

Casi82 am 04 Jul 2020 12:40:23

Der Wunsch nach LiFePo4, die Scheu der Investition bei funktionierender Gel-Batterie und die freie Zeit durch einen Virus.

Simultan zu dem Projekt von Waldemar, mit dem ich wärend des Bau in regen Austausch stand, und der mehr oder weniger die gleichen Komponenten verwendet hat, möchte ich hier ein paar Bilder einstellen und bin gerne Bereit Kritik anzunehmen.

Lange Zeit lagen alle benötigten Komponenten in diversen Warenkörben und warteten darauf bestellt zu werden. Der schattige Platz im Garten, auf dem das Wohnmobil wärend der Pandemie stand und als Zweitwohnsitz diente, lies mich nun endlich auf bestellen klicken.

Kriterien neben den Vorzügen von LiFePo4 waren, "so günstig wie möglich ohne Quatsch zu machen" und "die Bude soll nicht abfackeln"
Folgende Dinge wurden bestellt.

4 × Calb CA180FI Zellen mit Kupferbrücken, Schrauben und Abdeckkappen (konnte nicht geliefert werden, daher gab es ein Upgrade auf SE200FI Zellen) Möglich wären vom Platz auch 300Ah gewesen, aber unnötig kostspielig und etwas oversized für meine Bedürfnisse.

1 × 4S 200A daly BMS
1 x 4S JBD 120A BMS mit Bluetooth
2 × ANL Halter + 50A Sicherungen
1 × 50A Circuit Breaker
1 × 30A Victron Ladegrät welches nur zum initialen Laden zum Einsatz kommen soll und eigentlich nicht im Auto verbaut werden sollte. Eigentlich sollten wir keinen Landstrom mehr benötigen. Jetzt hat es doch einen Platz gefunden.
1 × VOTRONIC 1212-30 Lade-Booster
1 × 300A BusBar (1 × war bereits verbaut)
1 x Adapter D1 + RJ12 Kabel von Blue-Battery
1 x Starthilfekabel (günstigste Variante an robustes Kupferkabel mit entsprechendem Querschnitt zukommen) Hier muss man allerdings aufpassen das man kein Alu angedreht bekomnt.
Da nur ein kleiner Sinus-Wechselrichter mit 150Watt zum Einsatz kommt und maximal Ströme von 50A (30A Booster/30A Ladegrät + 20A Solar) bei max 1m Leitungslänge zu erwarten sind, sollte 16mm2 ausreichend sein.

Ein VOTRONIC MPPT 430 DuoDigital mit 250Watt auf dem Dach und ein Blue-Battery D1 waren bereits vorhanden. Kleinkram wie Kabelösen Drahtbrücken und Montagematerial um die Zellen an Ort und Stelle zu halten waren auch im heimischen Sortiment vorhanden.

In Summe waren es nun 1380€ incl. Versand und angefallener Einfuhrumsatzsteuer für die aufgelisteten Komponenten.
Die Lieferzeit für die Zellen lag hierbei übrigens bei 44 Tage ab Bestellung. Welchen Weg die Teile aus China genommen haben ist für mich nicht ganz nachvollziehbar. Nehme aber an, da diese laut tacking in Russland und Polen auftauchten, dass diese eventuell den Landweg über die Seidenstraße genommen haben.





Die Zellen wurden durchgemessen und hatten hatten keine für mich messbaren Abweichungen der Spannung. Parallelschaltung der Zellen war also nicht nötig.



Die Zellen wurden in Reihe mit den mitgelieferten Kupferbrücken verbunden. Der BMS und das Ladegrät wurden angeschlossen. Als BMS ist es aktuell der JBD geworden, da es mich doch erstmal gestört hat, nicht zu sehen was passiert. Sah alles ganz gut aus. Der BMS lieferte plausible Werte und schickte Strom in beide Richtungen. Mit dem Ladegerät wurden die Zellen zuerst geladen. Um OVP zu testen wurde die maximale Spannung auf 14.5V gestellt. Hat gepasst, jetzt durfte das Ladegerät bis 14.6V laden. Das Ballancing ist aktiv ab einer Zellspannung von 3.4V bei einer Zellendifferenz von 0.03V. Der Unterschied beim laden lag bei max. 0.014V. Gegen Ende geht die Spannungsdifferenz auf 0.1V bis der BMS abschaltet. Mit dem kleinen 150Watt Sinus-Wechselrichter begann ich nun das Pack über Nacht etwas zu quälen um die UVP-Funktion zu überprüfen. (nebenbei wurde mit ein paar Eiswürfeln im Wasserbad noch der Frostschutz getestet) Wobei der Frostschutz eigentlich schon beim Booster und dem MPP-Laderegler geklärt sein müsste. Die Zellen hatten nach wenigen Sekunden Belastung durch den WR noch eine Messbare Differenz von 0,000V. Sowohl BMS als auch Multimeter waren sich da einig.



Eigentlich wollte ich die Zellen nur mit Umreifungsband miteinander sichern. Ich erinnere mich aber irgendwo gelesen zu haben, die Zellen gegen aufblähen zu sichern um die Funktion der Ventile zu gewährleisten. Und so gab es noch eine kleine bündige Kiste aus 12mm Siebdruckplatten mit 5mm Makrolonabdeckung.



Der Booster wurde zwischen Fahrzeugbatterie und DS300 von CBE verbaut. Das Trennrelais blieb erhalten. Der Simulierte D+ des DS300 am FA5 scheint dem Bosster bisher auch zu bekommen.





Ich bin bin bisher mehr als zufrieden. Sollte sich daran etwas ändern, teile ich es euch mit. Ein längere Test steht mit der nächsten Reise an.

Was der Mann von der Aktion hat: "LiFePo4! Mehr muss man da nicht sagen."
Was die Frau von der Aktion hat: "Kein genörgel mehr vom Mann, dass Sie doch bitte sparsam mit den Verbrauchern umgehen soll!"

Achja, sollte ich irgendwann mal das Bedürfnis haben einen größeren WR anzuschließen, geschieht dies direkt auf der Batterie, am BMS vorbei, mit entsprechendem Querschnitt.

Viele Grüße
Carsten


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