Die letzten Monate hatte uns die Corona-Pandemie voll „im Griff“. Wohnmobil-Touren und geplante Veranstaltungsbesuche fielen aus. Mit den ersten Lockerungen, die uns eine eingeschränkte Nutzung der Wohnmobil-Stellplätze und den Besuch von Restaurants und Biergärten, unter Einhaltung der Pandemie-Bestimmungen, erlauben, wollen auch wir wieder „etwas anderes“ sehen. Kurzerhand entschließen wir uns für den Besuch der hessischen Fachwerkstädte: Wetzlar, Herborn und Dillenburg. Insgesamt haben wir 163 km zurück gelegt.
Freitag, 15.05.2020
Am Spätnachmittag packen wir schnell noch die paar Dinge in unser Wohnmobil, die wir für das Wochenende benötigen, und schon geht es über die B49 nach Wetzlar. Unser Ziel ist der Stellplatz „Auf der Lahninsel“ mit V+E (Gebühr EUR 8,00/24. Std. incl. V+E und Strom). Der Stellplatz liegt verkehrsgünstig und ist Teil eines Großparkplatzes am Rande der Altstadt. Direkt bei dem Parkplatz befindet sich am Ufer der Lahn ein Biergarten, der sogar offen ist. Wir können uns schon gar nicht mehr erinnern, wann und wo wir das letzte Mal so in der Öffentlichkeit draußen gesessen haben. Es muss wohl Anfang Februar auf Malta gewesen sein. Auf jeden Fall genießen wir es, jetzt und heute! Eine besondere Stimmung kommt noch durch die langsam untergehende Sonne auf. Anschließend spazieren wir noch ein wenig durch die Gassen der Wetzlarer Altstadt, ohne ein festes Ziel vor Augen zu haben.


Domplatz
Samstag, 16.05.2020
Danach zieht es uns wieder in die Altstadt. Bei strahlendem Sonnenschein möchten wir auf den Spuren des jungen Praktikanten Johann Wolfgang Goethe, der am 10.Mai 1772 nach Wetzlar kam, durch die Gassen wandeln. Wetzlar war zu dieser Zeit die „Hauptstadt des Rechts“, denn ab 1690 war dort der Sitz des obersten Gerichtes des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, das Reichskammergericht. Von 1756 bis zur Auflösung 1806 diente das Gebäude als Kanzlei des Reichskammergerichtes. Dazu kommen wir aber später. Leider sind die Museen aufgrund „Corona“ noch geschlossen.

links: das "Lottehaus"
Zurück am Stellplatz packen wir, entsorgen und weiter geht es nach Herborn auf den kostenlosen Stellplatz City-Parkplatz/Schießplatz mit V+E an der Dill. Er ist wieder ein Teil eines Großparkplatzes und die Stellplätze liegen entlang der Uferwiesen. Die Mittagszeit ist fast schon vorbei, deshalb gehen wir schnell in die nahe Pizzeria und verköstigen uns mit Pizza und Salat. Nach der Stärkung haben wir nun genug Zeit, um uns die historischen Fachwerkhäuser und das Schloß der mittelhessischen Stadt anzuschauen. Auf dem Weg zum Schloß passieren wir die Gebäude der ehemaligen Hohen Schule, die 1584 vom Grafen Johann VI. von Nassau-Dillenburg gegründet und bis 1817 als universitätsähnliche Hochschule geführt wurde. Sie erhielt aber trotz einer theologischen Fakultät nie das kaiserliche Privileg einer „Universität“.

Marktplatz

Innenhof der Hohen Schule
Sonntag, 17. 05.2020
Da wir uns auf jeden Fall Dillenburg anschauen wollen, fahren wir nach dem Frühstück los. Unser Ziel ist wieder der Stellplatz von Dillenburg. Hierfür umfahren wir die Stadt weiträumig unter Nutzung eines Tunnels. Heute ist das Absperrband verschwunden.
Bis zum Beginn der Altstadt sind es nur ca. 500 m. Anhand der vielen orange und blau leuchtenden Girlanden merkt man schon, dass wir uns in einer Oranierstadt befinden. Als wir den ersten Hinweis sehen, der uns hoch zum Schloß führt, entscheiden wir uns sofort für den Aufstieg. Noch sind wir fit. Es ist ganz schön beschwerlich. Endlich erreichen wir das Burgplateau. Zuerst kommen wir zur „Villa Grün“. Die 1914/15 vom Gruben- und Hüttenbesitzer Carl Grün erbaute Villa beherbergt heute das wirtschaftsgeschichtliche Museum.Vor uns steht der mächtige Wilhelmsturm und die Ruinen der Dillenburg, die Ende des 13. bis Anfang des 14. Jhdt. erbaut wurde. Dies war der Stammsitz des oranischen Zweiges vom Hause Nassau. Die einzelnen Gewerke sind auf Tafeln sehr gut beschrieben. Außerdem befindet sich hier oben auch der Einstieg zu den Verteidigungskassematten.

Villa Grün

Wilhelmsturm
Ganz entspannt fahren wir nach dem Mittagessen und einer ausgiebigen Mittagsruhe über den Westerwald nach Hause.
Den ausführlichen Reisebericht findet Ihr hier --> Link

