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Versicherung für Crafter mit LKW-Zulassung


seackone am 09 Jun 2020 13:40:42

Hallo Leute,
wir haben gestern einen Crafter gekauft, mit dem Ziel ihn zum Wohnmobil umzubauen. Bis es allerdings so weit ist, werden wir noch reichlich Zeit benötigen.
Der Crafter ist derzeit als LKW zugelassen und ich befinde mich gerade auf der Suche nach einer geeigneten Versicherung.. Ich schreibe hier, weil ich mir vorstellen kann, dass es bereits andere User in einer ähnlichen Situation gibt/gab. Leider mussten wir heute mit erschrecken feststellen, dass bereits die Beitragszahlungen zur Haftfplichversicherung unglaublich hoch sind und überlegen daher, den Crafter doch lieber vorerst als PKW anzumelden (Steuern sind 220€ teurer, die Versicherung ist hingegen wesentlich günstiger). Also ich meine falls es problemlos geht.

Vorher wollte ich aber mal nach euren Erfahrungen fragen. Gab oder gibt es jemanden in einer ähnlichen Situation? Wie konntet ihr die Problematik der hohen Versicherungsbeiträge lösen, wenn das Fahrzeug noch nicht als Wohnmobil zugelassen ist? Könnt ihr vielleicht eine gute/günstige Versicherung empfehlen (wobei sich beides oft gegenseitig ausschließt).

Viele Grüße

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Hornberger am 09 Jun 2020 14:01:34

Hallo "seackone", Kriterien für WOMO Zulassung/Abnahme im Netz in Erfahrung bringen und "Schlichtausrüstung" in den Kasten einbauen und abnehmen lassen. Dadurch Geld sparen und Zeit für den Ausbau gewinnen. Die einfache Ausrüstung muß auch nicht hübsch aussehen. Sehr häufig gewählte Verfahrensweise bei Kleinbussen, in die ein Element mit Waschbecken und Kocher und ein altes Bett hineingestellt wird, um dann als WOMO abgenommen zu werden. Ist nicht viel, um als "Wohnmobil" laufen zu können. Vorher mal mit dem örtlichen TÜV besprechen, damit es keine Probleme gibt.
Gruß Holger

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seackone am 09 Jun 2020 14:10:58

Hallo Hornberger,
vielen Dank für deine Antwort. Soetwas habe ich mir auch schon überlegt. Dann werde ich mich wohl so schnell wie möglich um einen Termin beim TÜV bemühen, damit die nötigsten Umbaumaßnahmen für eine Wohnmobilzulassung besprochen werden können. Allerdings haben wir nichtmal Fenster im Laderaum, ich denke die sollten mindestens vorhanden sein ;)

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Hornberger am 09 Jun 2020 14:12:31

Hallo, Fenster sind vermutlich nicht einmal Voraussetzung. Ist dann vorübergehend einfach eine Wohnhöhle. Gruß Holger

andwein am 09 Jun 2020 16:11:04

seackone hat geschrieben:Der Crafter ist derzeit als LKW zugelassen ...doch lieber vorerst als PKW anzumelden ....oder vielleicht als Wohnmobil?????
Viele Grüße

Hier einmal ein paar Antworten zu den aufkommenden Fragen:
Wohnmobile oder auch Reisemobile sind im zulassungstechnischen Sinne alle Kfzs, die verschiedene Bedingungen erfüllen. Sie haben:
• Eine fest montierte Sitzgelegenheit mit Tisch, der Tisch darf abnehm-, abklapp- oder wegdrehbar sein. Weitere Sitze in Fahrtrichtung mit Rückhaltvorrichtung, also 3 Punkt Gurt, wenn im Wohnteil noch Personen mitfahren.
• Einen fest montierten Schlafplatz, er darf auch eine umgeklappte Sitzgelegenheit sein, sofern sich hierdurch eine mindestens 1,8 x 0,7m große, ausreichend ebene Liegefläche ergibt.
• Kücheneinrichtung mit Spüle und Abwasserführung sowie Kocher, sie muss zur Verrichtung von Küchenarbeit und zum Verstauen von Küchenutensilien geeignet sein. Der Kocher muss fest im Fahrzeug eingebaut und für den Betrieb in Fahrzeugen geeignet sein.
• Einen Schrank bzw. Stauraum, er muss für das Verstauen von Kleidung und Proviant während der Fahrt und zum Wohnen geeignet sein. Es müssen Staumöglichkeiten vorhanden sein, die über die bei Pkw und Leicht-Lkw üblichen Ablagen, wie Handschuhfach und Kofferraum, hinausgehen.
• Zündsicherungen bei allen im Innenraum eingebauten Gasgeräten.
Die Einrichtungen müssen fest eingebaut und so beschaffen sein, dass auch bei Unfällen die Gefahr oder das Ausmaß von Verletzungen möglichst gering gehalten werden.

Wohnmobile werden als „Sonstige Kfz“ oder als Fahrzeugklasse „M1“ in die Kfz-Papiere eingetragen. Sofern sie keiner gewerblichen Nutzung unterliegen, sind sie (in Deutschland) auch bei einer zuläss. GM über 3,5t keine Lastkraftwagen. Eine andere Art von Kfzs sind Lastkraftwagen, deren Chassis oft als Unterbau für Wohnmobilaufbauten dient, diese werden als „Lkw“ oder als Fahrzeugklasse Nx eingetragen.

Im steuertechnischen Sinne gelten für Deutschland folgende Anforderungen:
Für Wohnmobile, die folgende zusätzliche finanzrechtliche Anforderungen erfüllen, gibt es besondere Steuersätze, deren Betrag von der Schadstoffklasse und dem zulässigen Gesamtgewicht abhängig ist:
• Die Bodenfläche des Wohnteils muss den überwiegenden Teil der gesamten Nutzfläche des Fahrzeugs einnehmen.
• Im Bereich der Kochgelegenheit und der Spüle muss die Stehhöhe mindestens 170 cm betragen (entfällt seit 2013).
• Der Kocher muss fest eingebaut sein.
Hilfe bietet das Merkblatt Nr. 740 des VdTÜV. Erfüllt ein Wohnmobil nur die zulassungsrechtlichen Anforderungen an Wohnmobile, wird es als Pkw und damit nach Hubraum und Schadstoffausstoß besteuert.

Im Sinne von TÜV, AU und Gasprüfung gilt:
Bei Fahrzeugen bis 3,5t zulässigem Gesamtgewicht sind Hauptunter-suchungs- und AU Intervalle wie beim Pkw vorgeschrieben. Bei Fahrzeugen über 3,5t sind bis zum Alter von 6 Jahren 2-jährige, danach jährliche Hauptuntersuchungen vorgeschrieben.
Seit dem 1. April 2006 ist eine gültige Gasprüfung Voraussetzung für die HU beim TÜV! Wohn- und Reisemobilbesitzer sind verpflichtet, ihre Gasanlage nach G 607 (neu) alle 2 Jahre überprüfen zu lassen.
Gruß Andreas

zulu am 09 Jun 2020 20:16:32

... und das sagt die StVZO:

StVZO
Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO)
Anlage XXIX (zu § 20 Absatz 3a Satz 4)
EG-Fahrzeugklassen
(Fundstelle: BGBl. I 2012, 931 - 935)
5.1 Wohnmobil: Fahrzeug der Klasse M mit besonderer Zweckbestimmung, das so konstruiert ist, dass es die Unterbringung von Personen erlaubt und mindestens die folgende Ausrüstung umfasst:
a) Tisch und Sitzgelegenheiten,
b) Schlafgelegenheiten, die u. U. tagsüber als Sitze dienen können,
c) Kochgelegenheit und
d) Einrichtungen zur Unterbringung von Gepäck und sonstigen Gegenständen.
Diese Ausrüstungsgegenstände sind im Wohnbereich fest anzubringen, mit Ausnahme des Tischs, der leicht entfernbar sein kann.

siehe z.B. hier:
--> Link

zulu am 09 Jun 2020 20:21:48

Ein Gas-Kartuschen-Kocher tut es auch wie dieser hier z.B.
--> Link

Der Kochen muss nur fest installiert sein.
Dann braucht es keine Gasanlage und keine Gasprüfung.


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