Caravan
hubstuetzen

RemiSTAR Dachhaube Aus- und Einbau


Pechvogel am 01 Jul 2020 10:00:14

Ich möchte Euch hier von dem Aus- und anschließendem Wiedereinbau der Remistar-Dachhaube ( 90x80cm, elektrischer Antrieb ) an meinem Womo berichten.

Was war passiert?
Ich war beim Rangieren mit der geöffneten Haube vor eine Strebe ( hätte auch ´n dicker Ast sein können ) gefahren. Dabei sind die beiden Aufsteller gebrochen und die Haube ist entsprechend zugefallen. Übrigens: die Haube konnte noch verriegelt werden. D.h. man konnte die Haube elektrisch ganz zu fahren und anschließend verriegeln => man konnte also mit dem Womo fahren.
Die beiden Aufsteller kann man als Ersatzteile einzeln kaufen. Liegen preislich bei etwa 12,50€ / Stück.

Vom Aufbau her wird im Prinzip die kompl. fertige und funktionstüchtige Haube von oben auf das Dach geklebt! D.h. für jede Art der Reparatur am Antrieb muß die ganze Haube erstmal abgebaut werden! :eek: Ausnahmen bilden hier nur die beiden Getrieberäder und der Motor an die man von innen kommt wenn der Innenrahmen abgebaut wurde.


Vorab:
zum Aus- / Einbau benötigte Teile:
- gutes und stabiles Cuttermesser
- zwei Anhängerkeile ( die einfachen aus Kunststoff )
- Arbeitshandschuhe ( die eng anliegenden die u.a. auch im KFZ-Bereich benutzt werden. Nicht die dicken Lederhandschuhe zum Steine schleppen :mrgreen: )
- Japanspachtel ( die dünnen Kunststoff-Spachtel )
- "Terostast 110"; die Dichtschnur zum späteren Wiedereinbau
- Schraubendreher
- diverse dünne Schraubendreher / Inbusschlüssel / ´stabile´ Drähte als Führungsstifte
- zum Einbau mind. eine zweite Person

Das Cuttermesser und die Anhängerkeile waren anschließend reif für die Verwertung!!


Nun denn, ran an den Feind:
von innen erstmal die Blenden und Lüftungsgitter vom Innenrahmen abbauen. Die Blenden und Gitter sind nur geklipst und lassen sich relativ einfach abnehmen.
Dann die sichtbar gewordenen Schrauben rausdrehen und den kompl. Innenrahmen ( incl. Verdunklungs- und Fliegenrollo ) abbauen. Dabei die Stecker der Elektrik lösen.



Wenn man jetzt von innen auf den Außenrahmen guckt sieht man dass da Klammern festgeschraubt sind die den Außenrahmen mit dem Dach verbinden. Einfach die Schrauben rausdrehen und die Klammern abnehmen.
Von innen war´s das dann auch schon.

Also rauf auf´s Dach:
der Außenrahmen ist werkseitig rundrum mit dauerelastischer Dichtschnur eingeklebt. Alleine das müsste gefühlt schon die Haube auf dem Dach halten! Jede Schraube von innen ist bestimmt nur "Alibi" :D .
Es ist jedenfalls eine elendige schei. Arbeit diese Dichtung zwischen Aussenrahmen und Dach zu trennen.
Ich habe an einer Ecke des Rahmens mit dem Cuttermesser und "langer Klinge" mühselig durch die Dichtung geschnitten. Die Dichtschnur liegt an der Innenseite des Rahmens. Das Messer muß also entsprechend lang sein.
Wenn man nun eine kleine Ecke des Rahmens von der Dachhaut getrennt hat muß diese auf Distanz gehalten werden. Wenn die Ecke wieder auf die Dichtmasse kommt klebt sie wieder. Als "Abstandshalter" habe ich einen Anhängerkeil benutzt: der ist aus Kunststoff, zerkratzt also weder Dach noch den Rahmen. Zwar mit "Gewalt" zwischen Rahmen und Dach gedrückt aber trotzdem mit soviel Gefühl dass der Rahmen nicht bricht!! Ist bestimmt auch hilfreich wenn man die Arbeiten bei Temperaturen über 20 Grad macht => je kälter und älter der Kunststoff umso eher....
Wenn die erste Ecke "angehoben" ist schneidet es sich schon einfacher. Dann den Keil immer weiter zwischen Dach und Rahmen gedrückt. Irgendwann benötigte ich dann einen zweiten Anhängerkeil und irgendwann hatte ich den Aussenrahmen kompl. ab. :razz:



Jetzt war aber die Hälfte der Dichtschnur auf dem Dach und die andere Hälfte auf dem Rahmen. Das musste beides sauber gemacht werden.
Gerade auf dem Dach läßt sich die Dichtmasse gut mit "mit sich selbst" aufnehmen. D.h. man nimmt etwas Dichtmasse, formt daraus einen Ball und rollt diesen über die Dichtmasse auf dem Dach. Der Ball wird dabei immer größer, wie beim Schneemann bauen.



Den Rest auf dem Dach und vor allem auch auf der Unterseite des Aussenrahmens habe ich mit einem Japanspachtel abgekratzt.
Weder Dach noch Rahmen wurden dabei "porentief rein". Eine ca. 0,5 - 1mm dicke Schicht ist geblieben. Aber die neue Dichtschnur hat 8mm Durchmesser und gleicht so einiges aus.

Auf den eigentlichen Ausstausch der beiden Aufsteller möchte ich hier nicht eingehen. Ist eigentlich Plug-and-Play.

Dann die neue Dichtschnur auf den Aussenrahmen aufgelegt. Der Rahmen hat eigens dafür eine angedeutete Nut. Ich habe die beiden Enden der Dichtschnur an der langen Seite des Rahmens überlappend zusammenstoßen lassen. Die langen Seiten der Haube liegen bei meinem Womo auf der Alkoven-Schräge so dass hier kein stehendes Wasser zu erwarten ist.
Als ich mit der reparierten Haube wieder auf dem Dach war hat meine Frau innen im Womo lange Inbusschlüssel / Torxschraubendreher durch die Löcher gesteckt durch die später der Innenrahmen wieder am Aussenrahmen festgeschraubt wird. Für mich von aussen eigentlich die einzige Möglichkeit die Haube wieder so zu platzieren dass die Schraublöcher passen. D.h. ich habe die Haube so oberhalb des Daches platziert dass erstmal die Schraubendreher in die Bohrungen der Haube kamen ohne dabei aber die Haube auf das Dach abzulassen!! Vielleicht hätte man die Haube mit mehr oder weniger "Gewalt" in der Dichtschnur verschieben können wenn die Bohrungen nicht gepasst hätten aber das war mir zu unsicher ( auch wegen der Dichtigkeit! ). Dann langsam die Haube auf das Dach abgelassen, runter vom Dach und von innen alle Schrauben durch die Löcher in den oberen Rahmen "leicht" eingeschraubt. Es ging nur um die Ausrichtung der Löcher nicht darum die Haube abzudichten. Das habe ich danach von aussen gemacht: also wieder auf´s Dach und den Aussenrahmen möglichst gleichmäßig von oben auf das Dach gedrückt. Dabei wurde dann die 8mm runde Dichtschnur "breit gequetscht".
Von aussen war es das eigentlich schon.
Von innen die Klammern wieder angeschraubt.
Den Innenrahmen habe ich erstmal weggelassen. Bin dann mit Frau und Womo zum nächsten Waschplatz das Dach ordentlich kärchern :mrgreen: .
Nicht dass meine Socken nicht sauber gewesen wären bei den Aussenarbeiten, :lol: es ging mehr um die Dichtigkeit!

Nachdem etliche Liter Wasser aus allen Richtungen über das Dach geflossen waren und meine Frau sich nicht über nasse Haare beschwert :lach: hatte sind wir wieder nach Hause und haben den Innenrahmen montiert.

Das ganze ist jetzt aber zugegebenerweise schon knapp 2,5 Jahre her. Ich fahre das Womo immer noch, die Haube ist nach wie vor dicht ( auch wenn ich die jetzt immer extra ´im Auge´ habe und extra nach Feuchtigkeit messe ).

Wer also mal ein ähnliches Problem hat: alles machbar aber gerade die Demontage von oben mit der Klebedichtung ist echte "fummelei".

Dichtschnur oder Dichtung aus der Kartusche ( Deakseal o.ä. )??
Keine Ahnung ob das mit einer Dichtung aus der Kartusche auch funktioniert hätte. Keine Ahnung ob die in sich so stabil ist oder ob die ´verläuft´. Kann man über 3m Länge eine gleichmäßig dicke Raupe auftragen? Auch weiß ICH nicht wie dauerelastisch die bleibt. Meine alte Dichtschnur dürfte so 6-7 Jahre alt gewesen sein und war gefühlt wie die neue Dichtschnur.

Sollte ich die Reparatur irgendwann nochmal machen müssen ( ich habe mir vorsichtshalber gleich zwei Aufsteller mehr bestellt :lol: ), ich würde sie genauso wieder machen.


Grüße
Dirk


fschuen am 01 Jul 2020 11:49:56

Die Übung hab ich auch durch, bei mir hatte sich ein Kabel von der Lötstelle gelöst. Eine Kleinigkeit, aber ohne Ausbau unerreichbar. Daher noch zwei Anmerkungen:
- Innerhalb der Dichtung liegt eine Trennschnur. Wenn man diese an einer Stelle mit einem Drahthaken rausangelt und einmal herumzieht, ist die Luke leicht ausgebaut. Funktioniert aber nur, wenn man das vorher weiss ...
- Wenn die Luke ausgebaut ist, sollte man den Kabeln an den Endlagenschaltern noch Kabelbinder gönnen, um die Lötstellen zu entlasten.

Gruss Manfred

Pechvogel am 02 Jul 2020 08:01:36

Hallo Manfred,

ich habe die Dachhaube ja kompl. abgebaut und das Dichtzeugs auf dem Dach und unter dem Aussenrahmen abgekratzt.
Da war definitiv keine Schnur!
Und die neue Dichtschnur hatte ich in 5m bestellt und entsprechend ´zugeschnitten´: da war auch keine Schnur!!



Grüße
Dirk

Anzeige vom Forum


Wesie am 06 Jul 2020 15:59:09

Hallo Pechvogel,

danke für deinen Erfahrungsbericht.

Ich habe das Problem, dass ich das Innenteil meines gleichen Dachfensters irgendwie nicht abbekomme. Ich löse die Verblendungen und dann die sichtbaren Schrauben. Aber das Ding sitzt immer noch fest. Und ich trau mich nicht, da Gewalt anzuwenden. Ist das Innenteil denn noch irgendwo verklippt?

Mit freundlichen Grüßen
Marcus


  • Die neuesten 10 Themen
  •  
  • Die neuesten 10 Reiseberichte
  • Die neuesten 10 Stellplätze

Kosten für Dichtigkeitsprüfungen ?
Remis Dachfenster Reparatur
Alle Rechte vorbehalten ©2003 - 2020 AGB - Datenschutzerklaerung - Kontakt