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zusätzliche Batteriesicherung bei LiFePo4


ka10 am 16 Jul 2020 11:19:09

Hallo zusammen...
eine Frage an die "Fachleute"
Bei einer Bleibatterie wird ja immer eine Sicherung an der Batterie angebracht.
Meine neue Li-Batterie hat ein BMS, das ja auch als Sicherung funktionieren soll.
Braucht man dann noch eine Schmelzsicherung für die elektronische Sicherung?
Grüße Wolfgang


lisunenergy am 16 Jul 2020 11:24:21

Ja. Ich empfehle diese als Schmelzsicherung auszuführen. Eine elektronische Sicherung kann durchlegieren und ist daher nicht sicher.

MountainBiker am 16 Jul 2020 11:48:11

Hallo,

eine Schmelsicherung in ausreichender Dimensionierung (Sicherungsträger) ist hier auf jeden Fall zu empfehlen, denn Schmelzsicherungen haben durch das ausgeprägte "Kaltleiterverhalten" eine strombegrenzende Wirkung, d.h. der Kurzschlußstrom kann nicht ins "unermeßliche" ansteigen. Dies ist bei Li-Batterien besonders wichtig, da diese einen extrem geringen Innenwiderstand haben!

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pfeffersalz am 16 Jul 2020 11:52:17

ka10 hat geschrieben:Hallo zusammen...
eine Frage an die "Fachleute"

Grüße Wolfgang


Ich hoffe, die meinst das mit den Anführungsstricheln nicht negativ?

Das BMS hat die Aufgabe die Batterie zu schützen.

- Für den Schutz der Anlage im Wohnmobil musst die die Leitungen und die Verbraucher betrachten. Im Gegensatz zu der sehr wenig detailierten Antwort des ersten Vorschreibers empfehle ich dir, bis zum ersten Sicherungsverteiler die Verdrahtung so auszuführen, dass das BMS auch diese eine Leitung absichert. Also erst mal ohne zusätzliche Sicherung, um nicht unnötig Leistung und Spannung zu vernichten. Diese Leitung ist kurz, sorgfältig verlegt und "kurzschlussicher" weil aus der Batterie nicht mehr kommen kann als das BMS durchlässt. Ein kleines "Restrisiko" gibt es immer, es könnte ein Zellenkurzschluss oder innerhalb der Batterieverdrahtung sein. Auch Halbleiter sind übrigens "Kurzschlussbegrenzend", lieber Mountainbiker.

Im bzw. nach Verteiler dann alle ankommenden und abgehenden Leitungen je nach Querschnitt oder Last absichern
- auch alle speisenden Geräte wie zum Beispiel Solar und Ladegerät direkt nach dem Verteiler mit passender Sicherung anschliessen.

Beispiel: bei einem BMS mit 100 A machst du eine Leitung von 35 mm² (mindestens 25 mm²) von max. 2m bis zum Verteiler. Dann am Verteiler die weitere Absicherung für die einzelnen Stromkreise. Absicherung immer jede Leitung einzeln und so gering wie möglich. für Leitungen oberhalb 15 A (Kühlschrank) am besten Midi-Sicherungen verwenden.

Eine Ausnahme: Willst du einen Wechselrichter betreiben, dann vom BMS bis zum WR direkt mit separatem Kabel und keine Sicherung, aber auch hier zum BMS passende Querschnitte und so kurz wie möglich.

rkopka am 16 Jul 2020 12:05:43

pfeffersalz hat geschrieben:empfehle ich dir, bis zum ersten Sicherungsverteiler die Verdrahtung so auszuführen, dass das BMS auch diese eine Leitung absichert. Also erst mal ohne zusätzliche Sicherung, um nicht unnötig Leistung und Spannung zu vernichten. Diese Leitung ist kurz, sorgfältig verlegt und "kurzschlussicher" weil aus der Batterie nicht mehr kommen kann als das BMS durchlässt. Auch Halbleiter sind übrigens "Kurzschlussbegrenzend", lieber Mountainbiker.

Elektronik vertraue ich nur begrenzt (hab zuviel Erfahrung damit). Also kann man eine Schmelzsicherung mit einer elektronischen Stromsicherung vergleichen ? Zumal die ja eher dem Schutz des Akkus dient und weniger der Leitungen dahinter. Normalerweise sollte das reichen. Aber auch bei Sonderfällen ? Wenn z.B. wer eine Starthilfekabel verkehrt oder kurz anschließt ? Oder wenn der WR plötzlich Amok läuft.
"Kurzschlußbegrenzende Halbleiter" sind was ? Ich hab schon genug Leistungshalbleiter gesehen, die komplett abgebrannt sind, bis das Kabel sich entlötet hat. Irgendwann ist Schluß mit Strom. Aber bis dahin kann viel passieren. Da würde ich doch eher auf eine Schmelzsicherung vertrauen. Wobei natürlich deren Erwärmung ein Thema ist.

RK

MountainBiker am 16 Jul 2020 12:11:40

Hallo pfeffersalz,

jeder Leiter ist natürlich Kurzschlußstrombegrenzend, denn jeder Leiter hat einen Widerstand. Die Sache ist nur, daß Halbleiter als "Heißleiter" gelten und im Kurzschlußfall ihren "Durchleitungswiderstand" durch die extreme Erwärmung noch verringern. Dieser Effekt ist hier nicht gewünscht! Wenn ein SSR durchlegiert schaltet es nicht mehr ab - habe ich alles schon gehabt!

pfeffersalz am 16 Jul 2020 12:21:26

Vielleicht als bessere Erklärung und Klarstellung:

Als ersten Verteiler sehe ich nicht den EBL oder die serienmässige Verteilung sondern einen Sicherungsverteiler direkt in der Nähe der Batterie, von dort nach den Sicherungen zum Ladegerät, zur Solaranlage, zum Booster, zum Kühlschrank, zur Hubstützenanlage, zum EBL (diese Leitung mit z.B. 50 A abgesichert) zum ... usw.

WohnmobilForumUser am 16 Jul 2020 21:18:56

Ich plane meine Konfiguration mit Schmelzsicherung hinter dem BMS, anschließend Batterie-Hauptschalter, beides physisch bei der Batterie, (d.h. wenige cm).
Anschließend folgt erst der erste Verteiler, der dann aber eben nur nahe an der Batterie liegt (1,5m).

Eine kurzschluss-sichere Verbindung bis zu diesem ersten Verteiler ist zwar das Ziel, aber was genau ist das?
Und Kurzschlusssicherheit niemand wirklich garantieren kann, gibt es Sicherungen.

pfeffersalz hat geschrieben:Eine Ausnahme: Willst du einen Wechselrichter betreiben, dann vom BMS bis zum WR direkt mit separatem Kabel und keine Sicherung, aber auch hier zum BMS [...].

Warum siehst Du hier eine Ausnahme?
Auf diese Art hättest Du dann neben dem Kabel zum Verteiler bereits ein zweites Kabel im Womo liegen, das - bis auf das BMS - völlig ungesichert ist.

Bei mir geht auch das Kabel zum WR von der Verteilung ab - ohne weitere Sicherung.
Denn diese Verteilung habe ich physisch bei dem WR verortet, (d.h. wenige cm).

(Die passenden Querschnitte von Batterie zum Verteiler und vom Verteiler zum WR sind natürlich eine Voraussetzung, aber die sind ja nicht Thema dieses Threads.)

Gruß
Wolfgang

ka10 am 21 Jul 2020 12:23:10

danke mal für Eure Beiträge, bin noch am studieren, wenn ich so mal wieder rankomme baue ich die 200A Sicherung noch auf die Batterie.
Grüße Wolfgang

fschuen am 21 Jul 2020 16:52:54

Die Sicherung darf natürlich bei normaler Belastung nicht durchbrennen, und das jeweilige Kabel muss dann dick genug sein für den Strom, den die Sicherung ermöglicht. Wenn die Kabel in unterschiedliche Richtungen gehen, kann es daher sehr sinnvoll sein, mehrere Sicherungen am Pluspol zu haben - z.B. 200 A für den Wechselrichter, 1 A für den Shunt/Batteriecomputer und 50 A für das EBL, wo dann irgendwo anders eine weitere Unterverteilung mit Sicherungen sitzt. Die braucht man immer dann, wenn man auf mehrere dünnere Kabel verteilt. Hat aber nichts mit LFP zu tun, ist bei Bleibatterien genauso.

Gruss Manfred

hmarburg am 21 Jul 2020 17:05:38

Die Sicherungsmaßnahme des BMS schützt die verbauten Zellen im Akku, die Schmelzsicherung am Pluspol die angeschlossene Leitung zum nächsten Verteiler/Verbraucher.
Daraus folgt, dass die Schmelzsicherung auf den Leitungsquerschnitt abzustimmen ist.

George67 am 01 Aug 2020 16:04:45

hmarburg hat geschrieben:Die Sicherungsmaßnahme des BMS schützt die verbauten Zellen im Akku, die Schmelzsicherung am Pluspol die angeschlossene Leitung zum nächsten Verteiler/Verbraucher.
Daraus folgt, dass die Schmelzsicherung auf den Leitungsquerschnitt abzustimmen ist.

Oder kleiner.
Das kann bei Verdrahtungen in 12V, wegen der Überdimensionierung der Querschnitte wegen Spannungsabfall, sinnvoll sein.


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