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Mehrwertsteuer für neues Wohmobil 16 Prozent?


OpaEdu am 04 Aug 2020 23:30:16

Hallo,
wir bekommen unser neues Wohnmobil jetzt die Tage ausgeliefert. Haben dieses im November letzten Jahres bestellt.
Nun weigert sich der Händler, uns die Differenz von 19 % auf 16 % gutzuschreiben. Er hat einfach den Nettopreis erhöht,darauf 16 % MWST berechnet, so daß der
gleiche Bruttopreis dabei herauskommt.
Was sind Eure Erfahrungen?


WolleM am 04 Aug 2020 23:42:08

Ihr habt doch eine Bestellung über einen Preis. Netto plus das, was der Staat bekommt. Die Anhebung des Nettopreises scheint mir nicht rechtsgültig, Vertrag ist Vertrag! Da würde ich nur Netto plus derzeit 16% zahlen wollen.
Diese 16% führt er dann ja auch nur ans FA als Umsatzsteuer ab. Für mich glatter Vertragsbruch...

uli644 am 04 Aug 2020 23:52:44

Wie steht es denn in der Bestellung? Meist ja Netto plus MwSt und in den Vertragsbedingungen häufig eine Klausel, dass bei Änderung (Erhöhung) der Mwst der aktuelle Satz gilt.

Wenn das bei Dir auch so ist solltest Du nur 16% MwSt zahlen müsse.

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tztz2000 am 05 Aug 2020 00:00:29

Das Thema hatten wir hier schon mal:

--> Link

Nettopreis erhöhen geht gar nicht, er kann nicht einfach auf kaltem Weg seinen Erlös erhöhen....

.... freundliches Schreiben an den Händler mit dem dezentem Hinweis, dass das nächste Schreiben vom Anwalt kommt und die Sache dann für ihn kostenpflichtig sein wird!


Schade nur, dass durch solche Vorkommnisse die Geschäftsbeziehung ziemlich nachhaltig gestört wird! :?

Solofahrer am 05 Aug 2020 00:00:40

Wenn in dem Kaufvertrag ein "Nettopreis plus Mehrwertsteuer" angegeben ist, dann hat Wolle Recht. Wenn dort aber ein Kaufpreis "inklusive Mehrwertsteuer" angegeben ist, dann kannst Du leider von der befristeten Mehrwertsteuerreduzierung nicht profitieren. — So ist zumindest mein Verständnis der Lage. :?

wiebke am 05 Aug 2020 00:01:39

guck hier auf die Homepage der Bundesregierung
den Artikel zur Mehrwertsteuersenkung
--> Link

DigiMik am 05 Aug 2020 00:55:34

Moin,

Endverbraucherpreise sind grundsätzlich Endpreise und beinhalten die gesetzl. USt. Wenn in Deinem Kaufvertrag ein Endpreis genannt wird, so gilt dieser, unerheblich, ob sich die USt geändert hat.
Ärgerlich, aber ist so...

Allerdings haben viele Verträge eine Anpassungsklausel eingebaut, hier hilft ein Blick in den Vertrag, bzw. das Kleingedruckte.

Manche Händler werfen in ihren Verträgen einen Nettopreis + USt aus, dann darf der Händler nicht einfach den Nettopreis erhöhen, das wäre ein Vertragsbruch und zur Not ein Fall für den Anwalt.

LG vom Mikesch

Fazerfahrer am 05 Aug 2020 03:42:59

Hallo,

in unserem im Februar abgeschlossen Vertrag steht der Bruttopreis mit der darin enthaltenen Mehrwertsteuer separat ausgewiesen.

Die Lieferung unseres Fahrzeugs wird für Ende August erwartet und der Händler hat auf schriftliche Nachfrage ohne Zögern den angepassten Bruttopreis auf Basis der 16% bestätigt. Der Händler erwähnte in seiner Antwort noch, daß es selbstverständlich wäre da gesetzlich geregelt.

Bringt uns eine Ersparnis von cirka € 1.800,-

Alex1608 am 05 Aug 2020 06:07:36

Wir hatten diesbezüglich ebenfalls keine Probleme mit unserem Händler. Unsere neues Fahrzeug haben wir Ende April bestellt.
Weil es ein Modell 21 wird und damals noch keine Preiselisten vorlagen haben wir im Kaufvertrag einen festen Rabatt in Prozent auf den Listenneupreis 2021 fixiert. Die 3 Prozent Mehrwertsteuersenkung hat er sofort vom Endpreis abgezogen als der Beschluss da war.
In meinem Augen ist das Vorgehen so korrekt und fair für beide Seiten. In unserem Fall mehr als 2000,-€...

mv4 am 05 Aug 2020 06:31:38

tztz2000 hat geschrieben:...ein freundliches Schreiben an den Händler mit dem dezentem Hinweis, dass das nächste Schreiben vom Anwalt kommt und die Sache dann für ihn kostenpflichtig sein wird!


Schade nur, dass durch solche Vorkommnisse die Geschäftsbeziehung ziemlich nachhaltig gestört wird! :?


Die Geschâftsbeziehung ist schon durch die falsche Rechnungslegung gestört. Das wäre der erste Satz den der Händler von mir hören würde, und ob er das möchte?
In jeden Kaufvertrag vom Händler an Privat muss ein Brutto und ein Nettopreis dargestellt sein. Dazu üblicherweise die Klausel das sich die gesetzl.MwSt. ändern kann.

kedi3001 am 05 Aug 2020 07:39:58

Das halte ich für eine riesen Unverschämtheit! Er führt ja auch nur 16 % ans FA ab.
Sollte der Nettopreis angegeben sein, würde ich mit Einschaltung eines RA drohen, nur leider wird dann die Geschäftsbeziehung einen großen Schaden abbekommen.

Übrigens weisen wir in unserer eigenen Firma seit Rechnungsdatum 1. Juli immer 16 % aus. Dies gilt laut Steuerberater auch dann, wenn die Leistung bereits vorher begonnen hat. Ich würde mich schämen, es anders zu handhaben und könnte auf die Geschäftsbeziehung mit diesem Händler gut verzichten!

LG
Conny

Pechvogel am 05 Aug 2020 08:02:40

Vielen Händlern geht es doch nur um das nackte verkaufen. Das Folgegeschäft ist denen unwichtig.
Und wenn ein Käufer z.B. 500km fährt weil sein neues Womo bei dem Händler billiger ist dann weiß der Händler auch das da nicht viel mit Folgegeschäften sein wird.

Im Gesetzestext steht übrigens der Verkäufer SOLL die Steuersenkung an den Endverbraucher weitergeben. Und es heißt ausdrücklich auch der Verkäufer ist NICHT dazu verpflichtet!!

Es kommt also immer auf den vertraglich geregelten Einzelfall an!


Grüße
Dirk

abenn am 05 Aug 2020 08:08:56

Entscheidend ist eigentlich immer das Datum der Leistungserbringung (im Fall eines Wohnmobil der Auslieferungstag) und nicht der Tag der Bestellung bzw. Auftragserteilung!
--> Link

Viel Erfolg und trotzdel vil Spass mit dem neuen WoMo
Alf

kdupke am 05 Aug 2020 09:13:57

Es hängt davon ab, wann der Vertrag geschlossen wurde, denn dazu gibt es einen Paragraphen im Umsatzsteuergeschäft --> Link

Wer vor dem 1. März den Vertrag unterschieben hat, hat einen Anspruch auf Ausgleich - in der Praxis heisst das es wird mit 16% gerechnet.

Siehe dazu auch --> Link Punkt 2.6.3

NB: Ein Ausschluß ist nur gegeben, wenn der Fall einer Umsatzsteueränderung explizit genannt wurde. Eine allgemeine Regelung wie 'Alle Preise sind Endpreise/Bruttopreise' etc. ist nicht hinreichend.

gruss kai

xiquadrat am 05 Aug 2020 10:13:20

OpaEdu hat geschrieben: Er hat einfach den Nettopreis erhöht,darauf 16 % MWST berechnet, so daß der
gleiche Bruttopreis dabei herauskommt.


Die Erfahrungen werden wohl durchwachsen sein, also ein Teil der Händler gibt die 2,5% an die Kunden weiter, die anderen nicht. Wir hatten das Thema ja auch schon in einem anderen thread --> Link.

Kurz gesagt, es kommt dabei auf die Ausgestaltung des Kaufvertrags an. (Siehe auch Punkt 2.6.1 in --> Link )

Sofern nicht anders vereinbart, sind im Endkundengeschäft die vereinbarten Preise Bruttopreisvereinbarungen. Dabei ist die Umsatzsteuer zwar ausgewiesen (muss sie ja sein), sie ist aber kein eigenständiger Preisbestandteil. Will heissen, eine Änderung des Umsatzsteuersatzes wirkt sich nicht auf den vereinbarten Endpreis aus. So jedenfalls scheint es auch dein Händler zu sehen.

Andererseits kann der Kaufvertrag Anpassungsvereinbarungen im Falle einer Änderung des Umsatzsteuersatzes enthalten, oder es können sich andere Anhaltspunkte für eine Nettopreisvereinbarung finden, bei der dann die Umsatzsteuer zum eigenständigen Preisbestandteil wird. Und somit eine Änderung des Umsatzsteuersatzes auch preisrelevant. Pauschal ist das nicht so einfach zu beurteilen.

Da bei einem neuen Wohnmobil die 2,5 % Ersparnis bei der Umsatzsteuer ja doch eine relevante Summe darstellt, würde ich den Kaufvertrag von einem Anwalt prüfen lassen.

DoReNo am 05 Aug 2020 10:16:09

Hallo,
Man muß sich in diesem Fall doch garkeine Gedanken über die Mehrwertsteuer machen.
Der Händler hat genau in dem Moment als er eigenständig ohne Einwilligung des Vertragspartners nachträglich die Nettosumme “angepasst“ hat, gegen sämtliche Vertragsregelungen verstoßen und erkennen lassen, dass er wohl wusste, dass er die 16% berechnen muß sonst hätte er ja hier nicht eine “kosmetische“ Korrektur vorgenommen.

Ich stimme meinen Vorkommentatoren zu, das Geschäftsverhältnis hat Schaden genommen, da ist nichts mehr von Vertrauen in Seriösität und Ehrlichkeit vorhanden.
Ich würde mir einen anderen Händler für die Wartung + evtl Garantiearbeiten usw suchen.
Abgesehen vom Vertrags-und Vertrauensbruch ist evtl sogar strafrechtlich ein Tatbestand gegeben.
Ein Hinweis hierauf könnte den Händler evtl zu Verstand bringen.

DoReNo am 05 Aug 2020 10:19:44

Nachtrag
Der Händler hat doch die 16% Mehrwertsteuer schon akzeptiert....sh Beitrag des Threaderstellers. Der Händler hat “ nur “ den Nettopreis “ passend gemacht “

Birdman am 05 Aug 2020 10:26:16

Vielleicht meldet sich der TE ja noch mal. Kommt mir aber etwas seltsam vor. Wie kann ein Händler mal eben den Nettzopreis erhöhen, da muss ja eine Leistung oder zumindest sachliche Begründung geliefert werden, sowas wie zusätzliches Zubehör, gestiegene Zubehörpreise, erhöhter Montageaufwand etc.? Und was bedeutet denn "Differenz ... gutzuschreiben"? Ist das Mobil schon bezahlt worden und man will jetzt was zurück?

Jonny898 am 05 Aug 2020 11:03:08

Hallo in die Runde,
wir sind auf der Suche nach einem Wohnmobil seit Mai und beobachten demzufolge den Markt. Kurioserweise haben viele Händler, ich möchte keine Namen nennen, auf Ihrer Website zu stehen:" Wir geben die vorübergehende Mehrwertsteuersenkung an unsere Kunden weiter"
Aber die Händler haben wahrscheinlich vergessen die Endsumme zu korrigieren, und haben nur aus der 19 eine 16 gemacht. Denn die Bruttopreise meiner in Frage kommenden Wohnmobile, wurden am 1. Juli nicht verändert!!!!! Letztendlich bezahlt der Endverbraucher die Mehrwertsteuer und wenn diese gesenkt wird, dann sollte auch er davon profitieren. Wenn der Händler seinen Bruttopreis beibehält, zahlt er nur die 16% ans Finanzamt und die 3% Mehrwertsteuersenkung erhöhen seinen Gewinn!

Ich habe von einem Händler im Juli 2020 ein Angebot bekommen, der sagte es gelten schon die neuen Preise von 2021 und die waren gleich mal um 5% höher als die Preisliste von 2020. Im Juli wohlgemerkt, da war die Preisliste 2020 gerade mal 6 Monate gültig! Das Angebot hat er aber natürlich mit 16% Steuer gemacht und sagte gleich, das das Fahrzeug erst im nächsten Jahr kommt und er dann noch 3% dazu rechnen muss wegen der Mehrwertsteuererhöhung!!!
So wird im Moment mit Kunden umgegangen die lange auf ihren Traum gespart haben und auch viel Geld ausgeben wollen.
Wie soll man Vertrauen gewinnen, wenn man von Anfang an das Gefühl hat betrogen zu werden??
Wer auch plant im Moment ein neues Wohnmobil zu kaufen, kann gerne über seine Erfahrungen berichten.

xiquadrat am 05 Aug 2020 11:13:35

Jonny898 hat geschrieben:Das Angebot hat er aber natürlich mit 16% Steuer gemacht und sagte gleich, das das Fahrzeug erst im nächsten Jahr kommt und er dann noch 3% dazu rechnen muss wegen der Mehrwertsteuererhöhung!!!


na ja, wenn es nächstes Jahr ausgeliefert wird, dann gelten voraussichtlich ja auch wieder die 19% Umsatzsteuer. Insofern schon ok finde ich. Andererseits würde ich einen Händler, der nicht in der Lage ist, mir einen nachvollziehbaren und kompletten Kostenvoranschlag zu machen, sowieso gleich wieder aussortieren.

Bergbewohner1 am 05 Aug 2020 17:21:44

Bei uns steht auf Angeboten: es gilt die zur Zeit der Rechnungslegung gültige Mehrwertsteuer.
Natürlich kann der Händler bei Privat den Bruttopreis beibehalten, wenn er das macht, hat er halt mehr verdient.
Die Nachfrage bestimmt den Preis, meinen doch viele "Geschäftsleute".

kdupke am 05 Aug 2020 19:21:10

Jonny898 hat geschrieben:So wird im Moment mit Kunden umgegangen die lange auf ihren Traum gespart haben und auch viel Geld ausgeben wollen.
Wie soll man Vertrauen gewinnen, wenn man von Anfang an das Gefühl hat betrogen zu werden??


Das verstehe ich nicht, offensichtlich war das doch für Dich ganz transparent, oder?

Und irgendwann nächsten Sommer kommt dann die Preisliste mit den 2022 Wohnmobilen, auch da wird der Preis wahrscheinlich wieder höher sein. Nennt sich Inflation und Nachfragemarkt.

Ich wüsste nicht, wo da irgendein Betrug sein sollte.

gruss kai

WolleM am 05 Aug 2020 22:10:18

Ganz ehrlich, ich verstehe das Rumgeeiere nicht. Preis zum Vertragsdatum Summe x plus gestzl. MwSt. von damals 19%. Verkauf und Rechnungsstellung: Summe x plus gesetzlicher MwSt. derzeit bei 16%. Der Verkäufer versucht sich um 3% zu bereichern, entgegen dem Vertrag. Denn die MwSt. gehörte ihm damals und auch heute nicht!

Frage an Advokat.

xiquadrat am 05 Aug 2020 23:17:39

WolleM hat geschrieben:Ganz ehrlich, ich verstehe das Rumgeeiere nicht. Preis zum Vertragsdatum Summe x plus gestzl. MwSt. von damals 19%. Verkauf und Rechnungsstellung: Summe x plus gesetzlicher MwSt. derzeit bei 16%.

eben nicht. Wird im Vertrag nichts anderes festgelegt, ist ein Endpreis vereinbart (Bruttopreisvereinbarung). Dieser enthält dann die Umsatzsteuer, die zwar ausgewiesen werden muß, aber nicht als eigenständiger Preisbestandteil gilt.
Unabhängig davon steht es dem Händler natürlich frei, zugunsten des Käufers von den Kaufvertragsregelungen abzuweichen, und den Endpreis um 2,5 % zu senken.

Was du aber beschreibst wäre eine Nettopreisvereinbarung. Da ist dann die Umsatzsteuer tatsächlich eigenständiger Preisbestandteil. Das muß aber explizit aus dem Vertrag hervorgehen.

WolleM am 05 Aug 2020 23:21:53

Jo, falls es eine Bestellung über Summe x gab, wo es hieß incl Steuer, gebe ich Dir Recht. Meine zwei Neukäufe sahen da anders aus.

kdupke am 06 Aug 2020 01:17:56

Leute, es gibt ganz klare Regeln und Gesetze. Siehe weiter oben.

Davon unabhängig ist die Frage, was ist fairer Umgang mit der Mehrwertsteuersenkung? Das ist aber wie mit Kulanz - ein Händler, der mir entgegenkommt, bekommt von mir Werbung dafür und evtl. das nächste Mobil/Service etc.

gruss kai

Pechvogel am 06 Aug 2020 08:43:24

xiquadrat hat geschrieben:...
Was du aber beschreibst wäre eine Nettopreisvereinbarung. Da ist dann die Umsatzsteuer tatsächlich eigenständiger Preisbestandteil. Das muß aber explizit aus dem Vertrag hervorgehen.


Sorry aber das wäre illegal! :eek: :eek:
In der sog. Preisangabenverordung ( --> Link ) heißt es ausdrücklich dass Preise zwischen Gewerbetreibenden und privat Personen incl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer ausgehandelt werden.

D.h. die vertraglich bindende Summe ist die Bruttosumme die die Mehrwertsteuer enthält.
Dabei ist es für den privaten Käufer vollkommen unerheblich ob die Ware mit dem normalen Steuersatz oder z.B. dem ermäßigten Steuersatz zu besteuern ist.
Und da wir in der EU leben und auch im Ausland kaufen dürfen ist es dem privaten Käufer auch nicht zuzumuten dass er sich darum kümmert ob er in den Niederlanden 20% Mehrwertsteuer, oder halt 19% oder nur 16% bezahlen muß. Ihn interessiert nur die Summe die er dem Verkäufer zu zahlen hat!

D.h. die Preisbindung bei Kaufverträgen zwischen Gewerbe und Privat ist IMMER die Summe in der die Mehrwertsteuer enthalten ist!

Es gibt zwar vertraglich die Möglichkeit " ... es kommt der, bei Übergabe, gültige Mehrwertsteuersatz zur Anwendung...".
Das ist aber nur eine Möglichkeit und die muß explizit im Vertag stehen!

Und wehe da steht "... der Verkäufer ist berechtigt den bei Übergabe gültigen Mehrwertsteuersatz zur Anwendung zu bringen...". Denn "ist berechtigt" heißt nicht ist verpflichtet!!


Grüße
Dirk

PS: die Currywurst die ich in der Imbissstube esse wird auch mit 16/19% versteuert wohingegen die Currywurst die ich mit nach Hause nehme nur dem ermäßigten Steuersatz ( 5/7% ) unterliegt. Da der Bruttopreis gleich ist verdient der Verkäufer am ´außer Haus-Geschäft´ entsprechend mehr

xiquadrat am 06 Aug 2020 10:30:04

Pechvogel hat geschrieben:D.h. die Preisbindung bei Kaufverträgen zwischen Gewerbe und Privat ist IMMER die Summe in der die Mehrwertsteuer enthalten ist!
Es gibt zwar vertraglich die Möglichkeit " ... es kommt der, bei Übergabe, gültige Mehrwertsteuersatz zur Anwendung...".
Das ist aber nur eine Möglichkeit und die muß explizit im Vertag stehen!

genau so ist es und hab' ich jetzt in 2 Beiträgen beschrieben. Der Default ist selbst im B2B die Bruttopreisvereinbarung (war mal anders), alles andere muß explizit im Vertrag stehen. Hier ein Link mit Link zum Urteil :) --> Link

nap1d am 06 Aug 2020 10:30:39

Ich liebe dieses Halbwissen.

Wenn ich im EU Ausland einen Neuwagen kaufe kriege ich eine Rechnung ohne Steuer und muss mich selbst kümmern, bei einem Gebrauchtwagen muss ein Händler die Steuer im Ursprungsland im Normalfall ausweisen. Also klares 'es hängt davon ab' und pauschale Aussagen sind nicht möglich.

Wenn dein Händler eine Klausel hat, in der er Erhöhungen der MWSt weitergeben kann muss er auch Absenkungen durchreichen. Wenn er dir einen Vertrag geschrieben hat, in dem ein Preis steht, dann die Steuer mit 19% ausgewiesen wird und dann der Endpreis angegeben wird stehen deine Chancen auch ganz gut. Wenn da nur steht 'wir verkaufen ihnen dieses Womo mit der Ausstattung zum Endpreis x' eher schlecht.

Quintessenz: Ohne deinen Vertrag und eventuell die AGB des Händlers zu kennen können wir dir hier keine vernünftige Antwort geben.

Eventuell investiere in eine Erstberatung beim Anwalt. Bei dem Kaufpreis könnte sich das lohnen.

xiquadrat am 06 Aug 2020 10:53:55

Pechvogel hat geschrieben:In der sog. Preisangabenverordung heißt es ausdrücklich dass Preise zwischen Gewerbetreibenden und privat Personen incl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer ausgehandelt werden.

noch mal kurz, die Preisangabeverordnung regelt genau das, nämlich wie die Preise angegeben sein müssen. Gegenüber Endverbrauchern als Bruttopreise. Sie regelt aber nicht wie das Verpflichtungsgeschäft (der Kaufvertrag) ausgestaltet werden können. Auch mit Endkunden *kann* eine Nettopreisvereinbarung getroffen werden.

Also nochmal, ob der TE jetzt Anspruch auf die 2,5 % aus der Umsatzsteuerermäßigung hat oder nicht, hängt davon ab, wie sein Kaufvertrag aussieht. Wer's mir nicht glauben möchte kann das auch hier nochmal nachlesen (letzter Absatz): --> Link


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