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Rund um Deutschland - vom Vogtland nach Brandenburg


womo-2 am 12 Aug 2020 10:36:31

Hier kommt die Fortsetzung meines Reiseberichts um um die Bundesrepublik Deutschland. Im Forum gab's den ersten ersten Teil --> Link

Der Übergang vom Freistaat Bayern in den Freistaat Sachsen verläuft fließend. Würde nicht ein Schild an die ehemalige innerdeutsche Grenze erinnern, wäre ich ganz unbedarft an dieser historischen Stätte vorbeigefahren. Von den ausgedehnten Grenzanlagen ist nichts mehr zu sehen. Alles ist eins geworden. Gut so! Und so fahre ich direkt vom fränkischen ins sächsische Vogtland. Unweit der bayrischen und der tschechischen Grenze liegt mein erstes Ziel in Sachsen: Bad Elster

Den vollständigen Bericht mit viel mehr Bildern findet ihr hier: --> --> Link



Rund um die Weiße Elster, einem von vielen kleinen Bächen gespeisten Fluss, erstreckt sich der traditionsreiche Ort. Die Kultur- und Festspielstadt befindet sich im Dreiländereck zwischen Tschechien, Bayern und Sachsen in einem Tal auf 480 Meter über NN. Bis zu 650 Meter steigen Berge mit dichten und dunklen Wäldern fast rundherum in die Höhe.

Mir gefällt Bad Elster sofort. Ein sehr hübscher Ort in dem sich alles um den Kurbetrieb dreht. Wo einst die “Upperclass” des 19. Jahrhunderts weilte, kann man sich heute in einem modernen Kurbad verwöhnen lassen. Das gesamte Heilbad ist vom Flair der Gründerzeit mit eleganten Hotelanlagen und gepflegten Pensionen beeinflusst. Das mondäne königliche Kurhaus sowie das renommierte König Albert Theater vervollkommnen das Bild des schicken Kurortes. Und im historischen Kurpark kann ich herrlich promenieren und einen Logenplatz im Kurpark Café einnehmen.









Nicht ganz so schön wie das benachbarte Bad Elster ist Bad Brambach, welches ebenfalls zu den “Sächsischen Staatsbädern” zählt. Ich fahre die wenigen Kilometer bis ganz nah an die tschechische Grenze, aber der Ort erscheint mir unscheinbar und viel weniger anziehend als Bad Elster. Es gibt ebenfalls einen schönen Kurpark zu begehen, aber die besondere Atmosphäre von Bad Elster fehlt.

Ich fahre deshalb dorthin zurück und finde etwas außerhalb einen schönen Übernachtungsplatz am Schwimmbad und beim Museum “Kleines Vogtland”, das vogtländische Sehenswürdigkeiten en miniature ausstellt. Und ich habe sogar Handyempfang! In Bad Elster war absolute Funkstille. Wenigstens gab es dort ein gut funktionierendes öffentliches WLAN.

Am nächsten Morgen ist Weltuntergangsstimmung. Es regnet ununterbrochen, der Himmel ist schwarz. Ich lasse es erst einmal ruhig angehen. Schon wieder einen Regentag im Wohnmobil? Ich beschließe, nach Plauen zu fahren. Dort gibt es zentral einen großen Parkplatz, auf dem ich abwarten kann, wie sich das Wetter entwickelt. Aber es schüttet weiter ununterbrochen. Erst am frühen Nachmittag hört das Trommeln des Regens auf dem Wohnmobildach auf. Also nichts wie los … stadtfertig machen, Fotoapparat nicht vergessen und los geht‘s. Doch kaum bin ich losgestürmt, regnet es schon wieder! Es reicht kaum, um ein paar Fotos zu machen – ich komme klatschnass zurück ins Wohnmobil. Mist!

Plauen ist aber selbst bei Regenwetter anschaulich. Die Stadt ist unbestritten die Metropole des Vogtlandes, die ihre Wurzeln in der jahrhundertealten Tradition der Textilherstellung hat. Von hier wurde die “Plauener Spitze” weltbekannt. Plauen wirbt deshalb auch mit dem Motto “echt Spitze”.

Der Großparkplatz bietet sich dazu an, dort die Nacht zu verbringen. Es ist nachts erstaunlich ruhig, ich muss nicht mehr fahren und kann mich heute noch mit der notwendigen “Hausarbeit” beschäftigen. Denn auch 8m2 müssen in Schuss gehalten werden!









Die Sonne lacht, die Vöglein zwitschern um die Wette – und das schon um halb 5 Uhr. Hier wird es deutlich früher hell als zuhause im Badischen. Und meine Stimmung bessert sich auch sofort nach dem langen Regentag. Ich fahre zum Ent- und Versorgen nochmal zurück nach Bad Brambach. Mit VE’s ist die Gegend nicht gut ausgestattet. Dafür werden mir für 1x Klo leeren und 20 Liter Frischwasser tanken fünf Euro abgeknöpft. So geht Marktwirtschaft!

Mein Weg führt mich weiter entlang der tschechischen Grenze, erst auf der “Deutschen Alleenstraße” und dann auf der “Silberstraße” nach Osten. In Klingenthal mache ich einen kurzen Stopp um mir das Vogtland Stadion anzusehen. Wie mutig muss man sein, um sich hier auf der Sprungschanze in die Tiefe zu stürzen!

Die mit acht Kilometern äußerst langgestreckte Stadt ist durch den Musikinstrumentenbau sowie als Ferienort und Wintersportzentrum bekannt. Schon zu DDR-Zeiten war die Einwohnerzahl der stark industrialisierten Stadt rückläufig. Der wirtschaftliche Niedergang nach der Wende beschleunigte diesen Vorgang und auch die günstige Konkurrenz aus Tschechien, zu der seit 2001 ein Straßen- und Eisenbahngrenzübergang hinüberführt, hat an dieser Entwicklung einen keineswegs geringen Anteil.

In Schwarzenberg, der “Perle des Erzgebirges” sehe ich schon von Weitem das Schloss (das zum Schutz der Handelswege erbaut wurde) und die St. Georgs-Kirche. An deren Fuß ist ein großer Parkplatz, von dem aus ein Schrägaufzug nach oben führt. Perfekt! Ich kann so meine Kräfte stattdessen für einen langen Bummel durch die schöne Stadt einsetzen. Den historischen Kern von Schwarzenberg bildet die Altstadt mit Markt. Auf dem Weg dahin kommt mir aus einer Kaffeerösterei ein herrlicher Duft entgegen. Schnell habe ich der Inhaberin geholfen, für mich einen Tisch im Freien aufzustellen, und schon werde ich mit einem leckeren Cappuccino und einer noch besseren Erdbeertorte verwöhnt.

Schwarzenberg ist bekannt für einen äußerst attraktiven Weihnachtsmarkt. Eine Eisenbahnausstellung findet dann in einem stillgelegten Tunnel statt. Im Winter ist es hier bestimmt auch schön. Und es soll auch immer noch schneesicher sein.

Bis zum Ende der DDR entwickelte sich die Stadt zum wichtigsten Waschmaschinenproduktionsstandort Osteuropas. Von hier kamen auch die im Westen geschätzten Privileg-Waschmaschinen.





Nicht mehr weit und ich bin in Annaberg-Buchholz angekommen. Der neue Wohnmobilplatz ist schnell gefunden und ich helfe erstmal einem Wohnmobilkollegen sein Gefährt mit Frischwasser zu betanken. Er fährt es schon seit August letzten Jahres, aber einen eigenen Wasserschlauch hat er immer noch keinen! Und dann beginnt es wieder zu regnen. Und das schlechte Wetter hält sich so hartnäckig, dass ich wieder einen weiteren Tag auf die Sonne warte. Und zu Basteln gibt‘s leider auch nichts mehr. Ich beauftrage den örtlichen Pizzadienst, mich mit Essen zu versorgen. Und sie akzeptieren tatsächlich mein Autokennzeichen als Lieferanschrift!

Auf Achterbahnsträßchen geht es weiter nach Marienberg. Die Gegend ist karg, vieles sieht noch aus wie zu Zeiten der DDR (ich habe die DDR sehr oft besucht und damals schon viel gesehen). Der Straßenbelag auf Nebenstrecken ist teilweise noch originales Kopfsteinpflaster. Da wird das Wohnmobil ordentlich durchgeschüttelt (und ich auch)!

Marienberg ist eine nettes, aber unspektakuläres Städtchen (sogar Kreisstadt!). Der Ort hat einen zentralen quadratischen Marktplatz, der zusammen mit dem rechtwinkligen Straßensystem dem Idealbild der Renaissance sehr nahe kommt.



Den vollständigen Bericht mit viel mehr Bildern findet ihr hier: --> --> Link


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