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Reisebericht Rügen mit dem Womo spontan in der Hauptsaison


WehrReinhold am 16 Aug 2020 16:39:29

Im August 2020, also mitten in der Hauptsaison, haben wir uns spontan entschieden, 10 Tage nach Rügen mit unserem Wohnmobik zu reisen. Geht das überhaupt? Bekommt man überhaupt vernünftige Stellplätze, insbesondere wo ganz "Wohnmobil-Deutschland" zu Corona-Zeiten im Lande bleibt? Diese Fragen und mehr beschäftigten uns bei der Planung eine Woche zuvor!!! Eines vorweg - die Antwort lautet: Jawohl, eine spontane Reise nach Rügen ist immer möglich und wenn man soviel Glück hat wie wir, bekommt man sogar noch kurzfristig absolute Premium-Stellplätze in erster Front am Meer.

Lest unseren Reisebericht und erfahrt, wie es uns ergangen ist. Der gesamte Reisebericht mit viel mehr Bildern gibt es auf unserer Website --> Link zu entdecken.


Erste Etappe nach Techentin
Unsere Anfahrt nach Rügen versuchen wir stressfrei zu gestalten, und so führt uns unsere erste Etappe lediglich bis nach Techentin, über Uelzen und Ludwigslust. Mit 250 Kilometer Entfernung ist das kleine Dörfchen in Mecklenburg-Vorpommern ein idealer Zwischenstopp auf dem Weg an die Ostseeküste.

Hier haben wir uns eingebucht auf dem Landvergnügen-Stellplatz „Gutes vom Hof“. Einen Hofladen gibt es nicht, aber direkt aus dem Kühlhaus werden feinste Spezialitäten vom Uckermärker Rind, der jüngsten Rinderrasse Deutschlands sowie vom Wagyu Rind, auch als Kobe-Rind bekannt, der wohl edelsten und auch teuersten Rindfleischart überhaupt, verkauft. Der Hof bietet auch einen Versandhandel an.

Die Hausherrin begrüßt und herzlich, ebenso wie die beiden niedlichen Töchter, Lena und Malia, 4 und 6 Jahre alt, die sich sogleich mit uns anzufreunden versuchen. Beim Abendessen weichen sie uns nicht von der Seite und plaudern mit uns, als wenn´s kein morgen gäbe!

Wir sind bewegungshungrig und so drehen wir noch eine Runde um das idyllische Dörfchen mit seinem Löschteich und sehen auch noch die schwarzen Wagyu-Rinder des Hofes auf einer Weide am Ende des Dorfes. Matthias, der Inhaber des Hofes, verdient hier sein Geld neben der Zucht von Edel-Rindern mit einer Biogasanlage.



Von Techentin nach Dranske/Rügen

Am nächsten Morgen kaufen wir zunächst einmal ein paar Fleisch-Delikatessen ein, leider hat Matthias nur Steaks vom Wagyu-Rind, die über ein Kilogramm wiegen und somit um die 90,– € kosten, so dass wir dann doch lieber auf die kleiner portionierte und auch deutlich günstigere Uckermärker Variante zurückgreifen. Ganz auf Wagyu-Rindfleisch müssen wir dennoch nicht verzichten, da auch Würstchen und Hackfleisch von den Edel-Rindern verfügbar sind.

Die Halbinsel Wittow liegt ganz im Norden von Rügen. Wir haben für den ersten Teil unserer Reise einen Stellplatz in Dranske auf dem Campingplatz Ostseeblick reserviert und haben das unglaubliche Glück, einen der besten Stellplätze in erster Linie zum Wasser mit Blick auf die gegenüber liegende Insel Hiddensee zugewiesen zu bekommen.

Wir sind absolut begeistert und werden die Zeit hier sicher sehr genießen. Der Stellplatz kommt schon sehr nah an die traumhaften Ostsee-Stellplätze im Baltikum heran!

Die absoluten Premium-Stellplätze befinden sich in erster Reihe am Strand und tragen die Bezeichnungen A – U. Ab N hat man zudem nicht einmal mehr eine Hecke vor der Nase und freie Sicht auf das Meer (wir haben P!). Beim nächgsten Mal würdei wir in jedem Fall versuchen, einen dieser Stellplätze zu ergattern!


In der Wildblumenwiese, die unseren Stellplatz vom Strand trennt, beobachten wir bunte Stieglitze, die von Blüte zu Blüte eilen.

Auf ganz Deutschland kommt gerade eine Hitzewelle mit Temperaturen von zum Teil über 40 ° C zu, während das Thermometer hier angenehme 25 ° C erreicht – so lässt es sich in diesem 1-A Ambiente aushalten!

Den ersten Nachmittag verbringen wir am vorgelagerten Strand, ein schöner Kiesel-Sandstrand, der auch in der jetzigen Hauptsaison keinesfalls, wie die meisten anderen Strände auf Rügen, übervölkert ist. Abends wird gegrillt, während die Sonne vor unseren Augen im Meer versinkt und das Wolkenband am Horizont feuerrot einfärbt. Das 500 Gramm T-Bone Steak, das von einer Kreuzung aus Uckermärker und Wagyu-Rindern vom Hof in Techentin ist ein absoluter Traum – so kann Fleisch auch schmecken, wenn Tiere mit Verstand gehalten werden! Kleiner Wehmutstropfen: Am Abend wird der Campingplatz von einer fiesen Stechmückenplage heimgesucht, bei der selbst Authan Plus kaum Wirkung zeigt!



Zum Kap Arkona
Eine sehr schöne Fahrradtour kann man von Dranske zum Kap Arkona unternehmen. Zunächst jedoch wollen wir für unser Abendessen sorgen: Ganz in der Nähe des Campingplatzes befindet sich die „Fischhalle“, in der ein Fischer freitags und samstags von 11 – 13 Uhr fangfrischen Fisch verkauft. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen und erwerben ein paar Stücke Zander. Wir werden die Filets zunächst rautenförmig einschneiden, die entstehenden Zwischenräume marinieren und dann auf Zitronenscheiben auf dem Grillrost garen. Mit geschlossenem Deckel ist der Fisch so nach ca. 20 Minuten perfekt, lässt sich problemlos vom Rost nehmen und wunderbar saftig!

Der Norma-Supermarkt von Dranske, unmittelbar an einem letzten, unansehnlichen Überbleibsel von „DDR-Einheits-Plattenbaukunst“ gelegen, wirkt schmuddelig und lädt nicht gerade zum Einkaufen ein. Jedoch brauchen wir noch ein paar Kleinigkeiten, die wir notgedrungen dort mangels Alternativen erwerben müssen. Auf dem Rückweg statten wir noch der Seebrücke am Bodden einen kurzen Besuch ab.



Auf dem Hinweg zum Kap Arkona folgen wir der Fahrradweg-Beschilderung, der zumeist über asphaltierte Straßen mehr oder weniger durch das Landesinnere führt. Leider entdecken wir erst auf dem Rückweg den sehr viel schöneren Pfad am Meer, der ebenfalls sehr gut befahrbar ist. Er verläuft zunächst durch einen lichten Wald unmittelbar am Steilufer, später dann durch das riesige Regenbogen-Camp und andere Ferienanlagen. Dort entdecken wir einen kuriosen Trabi mit Dachzelt namens „Sachsenruh“, den man für Übernachtungen mieten kann!



Am Kap ist erwartungsgemäß der Teufel los, dennoch legen wir in einem Gartencafé am Leuchtturm eine Mittagspause ein, die Gerichten haben allerdings schlechten Schnellimbisscharakter und bedürfen keiner weiteren Erwähnung.




Hiddensee
Einen wundervollen Tagesausflug kann man von Dranske aus auf die Insel Hiddensee unternehmen. Im Tourismusbüro bekommen wir mit unserer Kurkarte eine kleine Ermäßigung auf die Überfahrt, die inklusive Fahrradtransport rund 30,– € pro Person kostet.

Wir müssen früh morgens mit dem Fahrrad um den Bodden herum nach Wiek fahren, um das Schiff um 8.45 Uhr zu erreichen. Rund eine Stunde dauert die Überfahrt zum Hafen in Vitte.

Auf der Fähre herrscht natürlich Maskenpflicht, an die sich bei weitem nicht alle Fahrgäste halten. Ein besonders penetranter Fahrgast beginnt gar eine Diskussion über Sinn und Unsinn der Maskenpflicht mit einem Crew-Mitglied, das ihn auffordert, die Maske aufzusetzen, um die anderen Passagiere nicht zu gefährden. Sicher wieder ein Unbelehrbarer, vermutlich AFD-Anhänger oder aber einer jener Wohlstandsegoisten, die in Stuttgart und Berlin gegen die Corona-Beschränkungen, Maskenpflicht und mit Hinweis auf Demonstrationsfreiheit auf die Straße gegangen sind, mit ihrem Verhalten aber die demokratischen Grundrechte der breiten Bevölkerungsmehrheit mit Füßen getreten haben!

Auf der Insel ergreift uns alsbald die Inselgelassenheit – hier laufen die Uhren spürbar ein ganzes Stück langsamer. Gemütlich radeln wir zum nördlichsten Punkt der Insel, dem Enddorn.



Am malerischen Naturstrand wandern wir unterhalb des Steilufers ein Stück entlang. Mehrere Hundert Uferschwalbenpaare nisten hier in den senkrecht abfallenden Lehmwänden. Die Vögel graben ca. 70 Zentimeter tiefe Röhren mit einer kleinen Endhöhle, die sie mit weichem Nistmaterial ausstatten und dort ihre Eiablage vollziehen. Überall luken die neugierigen, noch flugunfähigen Jungtiere aus den Röhren wie auf einem Balkon und warten sehnsüchtig auf die Rückkehr ihrer nach Beute jagenden Eltern.



Das „nördliche Hochland“ ist Naturschutzgebiet und einer der landschaftlichen Höhepunkte der Insel. Überall ragen derzeit weithin sichtbare gelb-blühende Königskerzen aus den Blumenwiesen. Wir wenden uns dem Leuchtturm Dornbusch zu, Wahrzeichen der Insel und Ziel so ziemlich jeden Besuchers Hiddensees. Der Leuchtturm thront malerisch auf einer erhabenen Düne. Wer mag kann die 102 Stufen erklimmen, was wir uns allerdings schenken.



Am Strand von Vitte kühlen wir uns indes am Nachmittag in der erstaunlich frischen Ostsee ab und genießen die Sonne. Unser Boot legt um 19.15 Uhr ab, Zeit genug, um am Hafen in Vitte im Hafenkater noch etwas zu essen. Der Backfisch mit selbst gemachten Kartoffelchips und Remoulade ist sehr empfehlenswert, und das maritime Ambiente am Hafenbecken trägt seinen Teil zu einem genussvollen Dinner bei.

Auf dem Rückweg mit dem Fahrrad von Wiek nach Dranske müssen wir ganze Mücken-Schwaden durchfahren, die unsere schweißige Haut sprenkeln. Angekommen am Platz werden wir dann regelrecht von den kleinen Plagegeistern überfallen. Eine solche Invasion von Stechmücken, die nicht einmal tagsüber vollends verschwindet, haben wir bislang noch nie erlebt.

Der grandiose Sonnenuntergang entschädigt dann für alle erlittenen Qualen!



Lest den Rest des Reiseberichtes mit mehr Fotos über Rügen hier --> Link


TiborF am 16 Aug 2020 18:42:55

Super schöne Urlaubsbilder - dafür Daumen hoch von uns.

WehrReinhold am 16 Aug 2020 18:59:25

TiborF hat geschrieben:Super schöne Urlaubsbilder - dafür Daumen hoch von uns.


Vielen Dank!!!

Anzeige vom Forum


WomoToureu am 16 Aug 2020 19:34:38

Danke für den schönen Bericht, auch wir sind an den Mücken auf Rügen vor vielen Jahren verzweifelt.

Darf ich fragen, womit Du Deine Webseite erstellt hast ?

WehrReinhold am 16 Aug 2020 20:32:24

WomoToureu hat geschrieben:Danke für den schönen Bericht, auch wir sind an den Mücken auf Rügen vor vielen Jahren verzweifelt.

Darf ich fragen, womit Du Deine Webseite erstellt hast ?


Hallo und guten Abend,
aber natürlich - nach langjährigen Versuchen mit dem Homepage-Baukasten.de, auf der ich seit 2006 auf Wehr-Reinhold.com eine Reise-Website betreibe, habe ich die Corona-Zeit genutzt, um mich mit Wordpress vertraut zu machen! Wahrscheinlich ist WP der beste Baukasten, um eine Website, auch ohne HTML Kenntnisse, zu bauen.

Liebe Grüße
Wolfram

WomoToureu am 16 Aug 2020 20:42:55

Dir ebenfalls einen guten Abend und vielen lieben Dank, damit hatte ich mich auch schon mal versucht, muss ich wohl noch mal rangehen.

Wünsche Dir noch schöne Mückenfreie Reisen und bis bald.

iwoi am 17 Aug 2020 09:17:33

Erinnerungen werden wach!
Ich habe den Reisebericht auf deiner Homepage gelesen und die tollen Bilder angesehen. Klasse!

WehrReinhold am 17 Aug 2020 09:18:29

iwoi hat geschrieben:Erinnerungen werden wach! Was für tolle Bilder! Danke fürs mitnehmen!


Vielen Dank! Ja, Rügen ist schon toll!


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