Die Änderung des Luftdrucks lässt sich rechnerisch recht einfach ausrechnen:
p2 (Luftdruck nach Erwärmung) = p1 (Luftdruck bei 20 - 25°C) * T2 (Gastemperatur des Warmen Reifens)/T1 (Gastemperatur bei 20 - 25°C)
Temperaturen immer in Kelvin!
z.B.
p2 = 5,0bar bei 20°C; nach flotter Fahrt Gastemperatur 50°C --> 5,0 * (323/293) --> 5,0 * 1,102 --> ca. 5,5 bar
Die Ermittlung der Gastemperatur ist tatsächlich ein messtechnisches Problem und erfolgt eigentlich nur im Rennsport mittel Sensorik. Im Alltag kann daher die Gastemperatur nur geschätzt werden und liegt unterhalb der Temperatur der Reifenlauffläche. Halbwegs zutreffende Werte erhält man an der Reifenflanke.
Bei der Druckänderung ist nicht berücksichtigt, dass der Reifen natürlich auch eine Volumenänderung erfährt wenn er erwärmt wird. Ebenso ist nicht berücksichtigt, dass die Luftfeuchtigkeit innerhalb des Reifens durch die Veränderung des Gasdrucks für einen stärkeren Druckanstieg sorgt als es das "ideale
Gas Luft" tut. Ob diese beiden Faktoren in der Realität eines Wohnmobils eine Rolle spielen darf man daher durchaus kritisch hinterfragen.
Pro 10° Kelvin Temperaturänderung darf man für 1 Bar Druck im Reifen mit einem Druckanstieg von 1,03 bar ausgehen
1 bar = Steigerung um 0,03 bar bei 20°C --> 30°C
2 bar = Steigerung um 0,06 bar bei 20°C --> 30°C
3 bar = Steigerung um 0,09 bar bei 20°C --> 30°C
4 bar = Steigerung um 0,12 bar bei 20°C --> 30°C
5 bar = Steigerung um 0,15 bar bei 20°C --> 30°C
6 bar = Steigerung um 0,18 bar bei 20°C --> 30°C
Wird ein Reifen mit 5,0bar also um 60° wärmer steigt der Luftdruck um ca. 0,7 bar