Viel Spaß beim Lesen des Reiseberichts!
Den vollständigen Reisebericht findet ihr wie immer auf meiner Webseite: --> Link
Kürzlich habe ich wieder einmal einen der Krimis mit Kommissar Bruno gelesen. Der löst seine Fälle ja bekanntlich im Périgord. Diese Geschichten haben in mir die Sehnsucht nach einer Reise an die Dordogne geweckt. Die Dordogne ist einer dieser geheimnisvollen Flüsse Frankreichs. Sie entspringt in der Auvergne, fließt durch das Tal der Dordogne in Zentralfrankreich, vereinigt sich in der Nähe von Bordeaux mit der Garonne und mündet schließlich bei Royan in den Atlantik.

Dordogne
Die Dordogne entspringt an den Hängen des Puy de Sancy, einer teils felsigen, teils grünen Gebirgslandschaft und mit 1.885 m der höchste Berg des Zentralmassivs. Genau genommen entsteht die Dordogne aus dem Zusammenfluss zweier kleiner Gebirgsbäche, der Dore und der Dogne. Ihr Name ist die schlichte Verschmelzung dieser beiden Ursprungsgewässer. Beide Bäche sammeln das Schmelzwasser und die Niederschläge des umliegenden Hochplateaus der Monts Dore, einer zerklüfteten Landschaft im Zentrum der Auvergne.

Dordogne bei Beaulieu-sur-Dordogne
Die Dordogne ist der einzige Fluss Frankreichs, dessen gesamtes Einzugsgebiet zum UNESCO-Weltbiosphärenreservat gehört. Er durchfließt Regionen, die nie stark industrialisiert waren. Unberührte Landschaften und gut erhaltene mittelalterliche Städte und Dörfer säumen ihren Lauf. Auf ihrer gesamten Länge ist die Dordogne zudem einer der saubersten Flüsse Europas.
Das Tal der Dordogne gilt als Wiege der Menschheit. Das benachbarte Tal der Vézère wird sogar Vallée de l’Homme, Tal der Menschheit, genannt. Eine der ersten Menschengruppen lebte in dieser Gegend. Viel später wurde es von den Römern erobert und war im Mittelalter, während des Hundertjährigen Krieges, ein begehrtes Ziel der Engländer.

Dordogne bei Argentat
Die Dordogne ist auch ein Synonym für das Périgord – für mich die schönste Region Frankreichs. Wenn es irgendwo ein Paradies gibt, dann muss es so sein wie das Périgord!
Hinter dem Bergdorf Le Mont-Dore, tief in der Auvergne, beginne ich eine Wanderung mit schöner Aussicht auf den Puy de Sancy, um an die Quelle der Dordogne zu gelangen. Mächtig erheben sich die steilen Felsen der umliegenden Gipfel, als ich nach etwa 30 Minuten das Quellgebiet der Dordogne erreiche. Auf etwa 1600 m Höhe vereinigen sich hier die kleinen Gebirgsbäche Dore und Dogne.

Source de la Dordogne

Source de la Dordogne – Die Dore auf der rechten Seite und die Dogne auf der linken Seite vereinigen sich zur Dordogne
Die Umgebung der Dordognequelle ist geprägt von der typischen Hochlandschaft der Auvergne: Weite Almwiesen, die im Sommer leuchtend grün schimmern, dunkle Basaltfelsen und der allgegenwärtige Wind, der über die baumlosen Kuppen streift. Im Winter liegt das Gebiet oft tief unter Schnee und die Quelle selbst ist dann kaum zu erahnen.
Leider verlief meine Wanderung zur Quelle der Dordogne nicht ganz wie geplant. Dass ich zunächst den falschen Weg einschlug und viele unnötige Höhenmeter zurücklegte, lag an meiner Ungeduld, endlich am Ursprung des Flusses zu sein. Das hat sich vielleicht doch auf den Rest der Wanderung ausgewirkt, denn ich war schon ziemlich erschöpft, als ich endlich an der Quelle angekommen bin.
Mich beeindruckt es, an diesem Ort zu sein, an dem ein so mächtiger und geschichtsträchtiger Fluss entspringt. Ich empfinde es nahezu als mystisch. Ich mache Fotos für meinen Reisebericht und beginne dann mit dem Abstieg.
Und dann passiert das Unglück!
Offensichtlich habe ich eine Stufe oder ein loses Brett auf dem etwa einen Meter über der Dordogne verlaufenden Holzsteg übersehen, der nur auf einer Seite ein Geländer hat. Ich knalle auf den Steg und stürze in den Bach! Eine Gruppe Wanderer kommt mir schnell zu Hilfe. Zunächst scheint mir nichts Schlimmes passiert zu sein. Ich bin bei klarem Verstand und es scheint nichts gebrochen zu sein. Die netten Franzosen fischen meine Brille, mein Handy und meine Kamera aus dem Wasser. Und ich sitze nass wie ein begossener Pudel im Bach.

Source de la Dordogne
Als sich der Schock gelegt hat, merke ich, dass mir schwindelig ist und ich Schmerzen in der Brust habe. Hilfe naht in Form der herbeigerufenen „Gendarmerie Montagne”. Nach einem mehr als fragwürdigen „Gesundheitscheck” liefern sie mich einfach mit dem Jeep am Wohnmobil ab. Ich habe mich noch nie so einsam gefühlt wie in diesem Moment!
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