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Truma Boiler mit Lochfraß - Chausson 640


sabobosa am 03 Aug 2026 19:07:21

Hallo zusammen,

ja ich weiß - ... nicht schon wieder dieses Thema - Reinigung mit Danchlorix und Lochfraß

aber sorry - mich hat es erwischt und mein Boiler leckt!



Ich habe einige sehr spannende und detailliert recherchierte Posts zu dem Thema gelesen, die besagen, dass das Reinigen mit Chlorreiniger unschädlich für die Edelstahlboiler sei. Hierzu gibt es ja nun auch u.a. die Untersuchung der Dekra im Auftrag von Truma, die bereits in einem Post verlinkt ist.

Ich habe mich dann entschieden zum Ende der letzten Saison (und der ersten für den Chausson 640 BJ 25) den Frischwassertank, den Boiler, die Leitungen und den Abwassertank mit einer stark verdünnten Lösung Chlorreiniger zu reinigen, wie es anscheinend viele von uns machen. Ich wollte halt sicher gehen, dass sich kein Schleim o.ä. in der Ruhezeit im System befindet.

Bei Saisonbeginn ist mir auch noch nichts aufgefallen, aber nun ist leider ist aber jetzt doch Lochfraß sichtbar - knapp oberhalb der Schweißnaht an der Rundung des Deckels ist Rost und ein kleines Loch aufgetreten. Bei Druck über die Druckwasserpumpe läuft dort Wasser aus.

Bemerkt habe ich es erst, als das Wasser außen unterhalb des Kamins des Truma Gas/Elektroboilers austrat. Im Wohnmobil ist es zum Glück trocken geblieben.
Ich denke ja, dass es an der unsauberen Schweißnaht liegt, da lt. Dekra Chlorreiniger für Edelstahl unschädlich ist. Mindestens in einem Post habe ich auch gelesen, dass es nicht am Chlorreiniger sondern an schlechten Schweißnähten liegen soll, wenn es Lochfraß gibt.

Daher habe ich bei dem Truma Spezialisten Eicker aus Mönchengladbach nachgefragt.
Er sagte, dass sei - obwohl mein Boiler gerade einmal 1 1/2 Jahre alt ist und abgesehen davon, dass eine solche Reinigung nach so kurzer Zeit gar nicht nötig gewesen wäre - KEIN Garantiefall und er würde den Edelstahltopf nicht auf Garantie tauschen, da ich ihn mit verdünntem Chlorreiniger gereinigt hätte.
Dies sei absolut schädlich für den Edelstahl und die Dichtungen.

Das widerspricht dem Dekra Gutachten, das im Auftrag von Truma erstellt wurde - aber was soll ich machen?

Gibt es evtl. noch weitere Unterlagen oder Truma Informationen, die Chlorreiniger als unschädlich für den Boiler bestätigen?
Gibt es evtl Beispiele, dass Truma in ähnlichen Fällen auf Garantie repariert hat?

Da ich wie gesagt befürchte, dass ich auf dem Schaden sitzen bleibe, würde ich mich über hilfreiche Rückmeldungen freuen!

Vielen Dank, viele Grüße und schöne Ferien

Michael

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Niteliner am 03 Aug 2026 19:52:48

Hm. Mir stellt sich als erstes die Koinzidenzfrage. Du vermutest, der Schaden sei wegen falscher Reinigung aufgetreten. Wieso? Womöglich konstruierst du Zusammenhänge, wo gar keine sind.

Dann frage ich mich, warum du das auch noch jedem lautstark erzählst, anstatt den Trumaservice anzurufen und einen leckenden Boiler zu melden. Nach anderthalb Jahren ist da doch noch Garantie drauf.

sabobosa am 03 Aug 2026 21:32:15

Natürlich stellt sich diese Frage, aber zum einen bin ich ein ehrlicher Mensch, ausserdem liegt die Beweislast im 2. Garantiejahr beim Kunden (wenn ich das richtig recherchiert habe) Im Zweifel lässt sich auch nachweisen, dass es ein Chlorschaden ist. Ich kann ja schlecht hingehen und sagen: „Mein Name ist Haase, ich weiss von nichts“.
Bevor ich dann die Werkstatt- und Gutachterkosten zahlen muss, spiele ich lieber von vornherein mit offenen Karten.

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Niteliner am 03 Aug 2026 23:57:51

Gutachterkosten? Bei einem Austauschteil von ein-, zweihundert Euro?

Ich bin auch immer für ehrliche Worte. Aber nur weil du ein Mal mit dünnem Chlorwasser gespült hast, geht kein Boilertopf kaputt. Wenn du natürlich damit hausieren gehst, macht das dem Kundendienst des Herstellers die Angelegenheit sehr leicht… der argumentiert mit Fehlbedienung, und die Messe ist gelesen.

Allein die von Dir skizzierte Konzentration des Chlors ist ungeeignet, Schäden hervorzurufen. Lies auch mal z. B. --> Link.

HaMo19 am 04 Aug 2026 07:59:11

sabobosa hat geschrieben:Hallo zusammen,
....
Da ich wie gesagt befürchte, dass ich auf dem Schaden sitzen bleibe, würde ich mich über hilfreiche Rückmeldungen freuen!
Vielen Dank, viele Grüße und schöne Ferien
Michael


Hast du hier mal gelesen?
--> Link

Das ist jetzt 7 Jahre her und alles noch in Ordnung. Du hast jetzt die Wahl ein Fass mit der Firma aufmachen und dich lange Ärgern oder, reparieren (lassen) und fertig.

sabobosa am 04 Aug 2026 11:55:52

Danke für die Infos, Links, Einschätzungen und Argumentationshilfen.

Mal schauen, wie es ausgeht.

Scout am 04 Aug 2026 23:27:50

Der Boiler ist aus nichtrostendem Edelstahl der Werkstoffgruppe V4A gefertigt und weist eine hohe Korrosionsbeständigkeit gegenüber den in DanKlorix enthaltenen Wirkstoffen Hypochlorit-Ionen und hypochloriger Säure auf.

Hierzu zitiere ich aus einem Artikel Seite 11 aus dem „Merkblatt 893 Edelstahl Rostfrei für die Wasserwirtschaft“. --> Link
Zitat Anfang
Ozon ist ein zunehmend verwendetes alternatives Oxidationsmittel, welches entweder allein oder in Verbindung mit Chlor in der
Wasseraufbereitung zur Anwendung kommt. Nichtrostende Stähle der V4A Gruppe sind hier beständig.
So wird beispielweise der Edelstahl 1.4404 vorzugsweise für den Bau von Ozongeneratoren verwendet.
Ferner ist Chlor auch als hypochlorige Säure oder Hypochlorition aus chlorhaltigen Desinfektionsmitteln als starkes Oxidationsmittel zu nennen.

Zitat Ende.
'Das besagt, dass der Edelstahl 1.4404 gegen chlorhaltige Mittel genauso resistent ist wie gegen Ozon.

Edelstähle enthalten als Legierungsbestandteil Chrom. Dieses bildet an der Oberfläche in Verbindung mit dem Sauerstoff der Luft eine schützende Chromoxidschicht. Chlorbleichlauge (z. B. DanKlorix) ist ein starkes Oxidationsmittel und kann diese Schutzschicht nicht angreifen.

Warum tritt bei einem Boiler trotzdem Lochfraß auf
?
Die Boiler werden geschweißt. Beim Schweißen bilden sich auf den Schweißnähten Beläge, die später Lochfraß verursachen können. Diese Beläge müssen daher sorgfältig entfernt werden.
Arbeitet der Schweißer hierbei nicht sorgfältig und werden die entstandenen Beläge nicht ordnungsgemäß entfernt, kann dies im späteren Betrieb zu Lochfraß und damit zu Schäden am Boiler führen.
Ein Artikel über einen Schaden an einem Boiler. --> Link

Gruß
Scout

sabobosa am 05 Aug 2026 14:14:55

Danke Scout für die Infos und die detaillierte fachliche Ausführung.

Das hilft mir bei der Diskussion mit der Werkstatt bzw. dem Truma Service.

Vielen Dank und viele Grüße

Michael

villadsen am 05 Aug 2026 14:34:07

Wenn Chlor einen Warmwasserboiler aus Edelstahl zerstören könnte, gäbe es in ganz Nordamerika kein einziges Wohnmobil mit einem intakten Warmwasserboiler. Das Wasser dort ist so stark gechlort, dass es riecht wie in einem Schwimmbad.

Scout am 05 Aug 2026 17:57:31

Die Zeitschrift Reismobil schreibt:
Truma hat nun die Auswirkungen von chlorhaltigen Präparaten auf den Boiler der Combi durch Experten der DEKRA in einem aufwendigen Langzeittest überprüfen lassen.
--> Link
Weiß jemand wo man das Gutachten hierzu finden kann?

Gruß
Scout

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