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HYMER B 680 Starline – wenn „Wohnmobil“ eigentlich „rollendes Technikprojekt“ bedeutet
Ein Wohnmobil von der Stange kann jeder.
Dieses hier wurde über Jahre so umgebaut und optimiert, dass es inzwischen eher ein autarkes kleines Haus auf Mercedes-Basis ist.
Die Basis
HYMER B 680 Starline auf Mercedes-Benz Sprinter 519 CDI
• V6-Diesel OM642
• 190 PS
• Heckantrieb
• Zwillingsbereifung
• 5-Gang-Automatik
• 5,3 t zulässiges Gesamtgewicht
• robuste Mercedes-Technik
Und das Ganze mit dem Platz und Komfort eines großen integrierten HYMER.
️ Ein Grundriss, der heute noch funktioniert
Der Innenraum zeigt ziemlich gut, warum gute Grundrisse so lange aktuell bleiben.
Hinten gibt es Einzel-Längsbetten, davor ein Raumbad mit separater Dusche und eine Schiebetür zum Wohnraum, vorne eine L-Sitzgruppe mit Seitenbank.
Dazu kommen die drehbaren Fahrerhaussitze, die im Stand vollständig in den Wohnraum integriert werden.
Im Prinzip ist das genau die Raumaufteilung, die man auch heute noch bei vielen großen Premium-Integrierten findet.
Sitzen wie in der Oberklasse
Die serienmäßigen Fahrerhaussitze wurden gegen zwei hochwertige ISRI-Komfort-Ledersitze ausgetauscht.
Sie bieten:
• hochwertige Lederausstattung
• Sitzheizung
• umfangreiche Lordosenunterstützung
• deutlich bessere Ergonomie auf langen Strecken
• hohen Langstreckenkomfort für Fahrer und Beifahrer
Und die Sitzheizung ist nicht nur während der Fahrt nutzbar:
Auch auf dem Campingplatz bei abgestelltem Motor lassen sich die Sitze beheizen.
Gerade morgens oder an kühlen Abenden ist das ein Komfortdetail, das man sehr schnell nicht mehr missen möchte.
☕ Das wichtigste Gerät im Wohnmobil
Natürlich hat auch der De’Longhi ECAM 23.463.B Kaffeevollautomat mit Cappuccino-Funktion seinen festen Platz.
Nicht irgendwo im Schrank.
Nicht erst hervorholen.
Nicht erst anschließen.
Sondern:
immer betriebsbereit, jederzeit erreichbar und sofort nutzbar.
Espresso, Kaffee oder Cappuccino gibt es unterwegs damit praktisch genauso bequem wie zu Hause.
Und weil die Komfortelektrik mit 200 Ah LiFePO₄ und 2-kW-Sinus-Wechselrichter genau für solche Verbraucher ausgelegt ist, funktioniert das natürlich auch ohne Landstrom.
Aufstehen → Knopf drücken → Cappuccino.
Für ein Wohnmobil vermutlich die wichtigste Form von Autarkie.
☀️ Eigenes Kraftwerk auf dem Dach
Auf dem Dach arbeiten inzwischen rund 930 Wp Photovoltaik.
Mehrere Solarmodule versorgen getrennte elektrische Systeme und laden die LiFePO₄-Batterien über leistungsfähige MPPT-Regler.
Das Ziel ist einfach:
So wenig Landstrom wie möglich.
Zwei getrennte Stromwelten
Eine Besonderheit des Ausbaus ist die getrennte Bordelektrik.
Für die normalen Wohnmobilfunktionen arbeitet eine eigene 100-Ah-LiFePO₄-Batterie. Sie versorgt die klassische Fahrzeug- und Aufbautechnik wie Beleuchtung, Steuerung, Heizung, Wasserpumpe und die üblichen 12-V-Verbraucher.
Davon getrennt gibt es eine zweite Energieversorgung mit 200 Ah LiFePO₄ ausschließlich für die Komfortverbraucher.
Darüber laufen zum Beispiel:
• ❄️ Klimaanlage
• ☕ Kaffeevollautomat
• Mikrowelle
• ⚡ Wechselrichter
• weitere leistungsstarke Komfortverbraucher
Der große Vorteil:
Die normalen Wohnmobilfunktionen bleiben von den großen Komfortverbrauchern getrennt.
Auch wenn Kaffee, Mikrowelle oder Klima kräftig Leistung ziehen, bleibt die Standardversorgung des Fahrzeugs davon weitgehend unberührt.
Alles im Blick
Booster, Solarregler und Batterien lassen sich inzwischen gemeinsam über die ECTIVE-App überwachen.
Auf einen Blick sieht man:
BB60 – SC60 – LIONTRON – Ladezustände – Ströme – Spannungen.
⚡ 230 Volt wie zu Hause
Ein Dometic SinePower DSP 2012C Sinus-Wechselrichter mit 2 kW versorgt die großen Verbraucher.
Damit laufen unterwegs unter anderem:
☕ Kaffeevollautomat
Mikrowelle
❄️ Klimaanlage
Ladegeräte und sonstige 230-V-Geräte
Besonders praktisch:
Der Wechselrichter kann die maximale Landstromaufnahme begrenzen.
Auf einem Campingplatz mit nur 4-A-Sicherung lief deshalb sogar die Klimaanlage problemlos – fehlende Leistung kam automatisch aus der Batterie.
Die LiFePO4 kann auch vom Stromnetz mit bis zu 100A geladen werden, wenn die Stellplatzsicherung dies zulässt (min 8A) dies zulässt.
Fernsehen auch unter Bäumen
Im Wohnbereich sorgt ein webOS Smart TV für Unterhaltung.
Der große Vorteil: Fernsehen funktioniert nicht nur über klassische Sat-Technik, sondern auch komfortabel per Internet und Streaming.
Damit ist man deutlich unabhängiger von der freien Sicht zum Himmel.
Wenn die Oyster-Satellitenanlage unter Bäumen keinen Empfang bekommt, läuft das TV-Programm trotzdem weiter – vorausgesetzt, Mobilfunk bzw. Internet sind verfügbar.
Gerade auf schattigen Stellplätzen ist das ein echter Komfortgewinn.
Gerade stehen auf Knopfdruck
Auch beim Aufstellen ist Komfort angesagt:
Das Wohnmobil verfügt über Hubstützen, mit denen sich das Fahrzeug schnell und komfortabel stabilisieren und ausrichten lässt.
Gerade auf unebenen Stellplätzen ist das Gold wert:
ankommen → Stützen ausfahren → Fahrzeug ausrichten → fertig.
Zusätzlich kommen große Ausgleichs- bzw. Unterlegplatten unter die Stützen.
Das verteilt die Last besser auf weichem oder unebenem Untergrund und sorgt für einen sicheren, ruhigen Stand.
Zwillingsbereifung ohne Ventil-Frust
Die Zwillingsbereifung des 5,3-t-Sprinters ist robust und belastbar – aber serienmäßig ist die Reifendruckkontrolle an den inneren Ventilen ausgesprochen unpraktisch.
Deshalb wurden Füllverlängerungen mit innerer Betätigungsseele montiert.
Die Anschlüsse sitzen jetzt direkt in den Radkappen.
Das bedeutet:
Reifendruck prüfen oder korrigieren, ohne Räder auszubauen oder zwischen die Zwillingsräder greifen zu müssen.
Gerade beim schweren Sprinter ist der richtige Reifendruck wichtig für Fahrverhalten, Komfort und Reifenverschleiß.
Was früher umständlich war, ist heute:
Ventilkappe ab → Manometer dran → fertig.
So muss eine praktische Lösung aussehen.
❄️ Eigene Tiefkühltruhe unterwegs
Zusätzlich gibt es eine ICEQube X30 Kompressor-Gefrierbox.
Sie sitzt auf dem eigens aufgebauten Garagenauszug und erreicht ungefähr −17 °C bei lediglich rund 37–39 W Leistungsaufnahme.
Perfekt für Tiefkühlkost, Eis oder Vorräte auf längeren Reisen.
Heckgarage – beladen, ohne hineinkriechen zu müssen
Ein echtes Highlight ist die große Heckgarage mit ihrem rund 1,5 Meter weit ausziehbaren Garagenauszug.
Und das Entscheidende:
Der Auszug lässt sich von beiden Fahrzeugseiten herausziehen.
Damit entfällt eine der typischen Wohnmobil-Disziplinen fast vollständig: auf allen Vieren in die Garage kriechen, um an etwas heranzukommen, das ganz hinten steht.
Stattdessen zieht man sich einfach den Stauraum nach draußen.
Pedelecs können bequem ein- und ausgeladen werden.
Campingstühle und Tisch sind schnell erreichbar.
Kisten, Getränke und Reisegepäck lassen sich sinnvoll sortieren.
❄️ Die Gefrierbox ist komfortabel zugänglich.
Auch die Ladegeräte für die Pedelecs können direkt am Auszug genutzt werden.
Gerade bei schweren Pedelecs macht das einen riesigen Unterschied:
Nicht in gebückter Haltung irgendwo in der Garage hantieren, sondern den Auszug herausziehen und praktisch von außen arbeiten.
Und weil der Auszug von beiden Seiten zugänglich ist, muss nicht erst die halbe Garage ausgeräumt werden.
Die Garage hat ihre eigene Infrastruktur
Auch elektrisch ist die Heckgarage entsprechend ausgebaut:
• zusätzliche 12-V-Versorgung
• zusätzliche 230-V-Steckdosen
• feste Ladeplätze
• Stromversorgung auf dem beweglichen Auszug
• Versorgung der Gefrierbox
• fest montiertes Makita-18-V-Ladegerät an der Garagenwand
Das Ergebnis:
Tür auf → Auszug heraus → Fahrrad, Campingmöbel, Kühlbox oder Werkzeug greifen → fertig.
Kein Kriechen.
Kein Klettern.
Kein „Wo liegt das jetzt wieder ganz hinten?“
Der nächste Schritt
Der bisherige Absorber-Kühlschrank soll langfristig (wenn er irgendwann einmal nicht mehr will) einem modernen Kompressor-Kühlschrank weichen.
Dann heißt es endgültig:
Kein Gas mehr zum Kühlen, keine Probleme mit Schräglage und wesentlich bessere Kühlleistung.
️ Elektronik bekommt ihre eigene Klimapflege
Leistungsfähige Elektronik wird warm.
Deshalb haben Wechselrichter, Solarregler und Ladebooster eigene temperaturgesteuerte Lüfter.
Temperatur messen → Lüfter regeln → Elektronik kühl halten.
Cockpit ohne Saugnapf-Chaos
Navigation und Smartphone sollen auch auf schlechten Straßen dort bleiben, wo sie hingehören.
Deshalb wird zunehmend auf RAM Mount umgebaut.
Das Smartphone sitzt in einer motorisch klemmenden Auckly-Qi-Halterung auf einer massiven RAM-Kugel.
Handy hineinhalten → Halter fährt automatisch zu → kabelloses Laden.
Saugnäpfe?
Haben lange genug versucht, sich selbstständig zu machen.
Immer online
Mobilfunk-Router sorgen unterwegs für Internet.
Der nächste mögliche Ausbau wäre 5G mit Außenantenne – aber nur, wenn es wirklich einen praktischen Vorteil bringt.
Denn die wichtigste Regel dieses Umbaus lautet mittlerweile:
Nicht Technik einbauen, weil man es kann – sondern weil sie unterwegs wirklich etwas verbessert.
✅ Fast das perfekte Wohnmobil
Wenn der derzeit problematische ECTIVE BB60 Ladebooster ersetzt ist, bleibt eigentlich nur noch Feinschliff.
Dann steht da ein Wohnmobil, das möglichst lange autark sein kann und trotzdem erstaunlich viel Komfort von zu Hause mitnimmt:
☀️ rund 930 Wp Solar
100 Ah LiFePO₄ für die Standardfunktionen
200 Ah LiFePO₄ für die Komfortversorgung
⚡ 2-kW-Sinus-Wechselrichter
zwei ISRI-Komfort-Ledersitze mit Sitzheizung
Sitzheizung sogar bei abgestelltem Motor
☕ De’Longhi Kaffeevollautomat mit Cappuccino – immer betriebsbereit
️ Einzel-Längsbetten
Raumbad mit separater Dusche
️ L-Sitzgruppe mit Seitenbank
Hubstützen mit Ausgleichsplatten
leicht zugängliche Ventile an der Zwillingsbereifung
❄️ Kompressor-Gefrierbox
️ Klimaanlage
Mikrowelle
webOS Smart TV – auch ohne Sat-Empfang unter Bäumen
beidseitig ausziehbare Heckgarage
Pedelecs bequem laden und verstauen
Qi-Laden
Internet
und jede Menge Ingenieurs-Spieltrieb
HYMER B 680 Starline – 2013. Ausbaustufe: vermutlich niemals endgültig fertig.
Sollte jemand Fragen haben oder Unterstützung brauchen, einfach eine persönliche Nachricht senden. Ich bin seit 2 Jahren im "wohlverdienten" Ruhestand und erfahrene Camper helfen immer gerne.

