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Es gibt Leute die alles verkaufen und nur im Womo leben... 1 ... 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19 ... 24


Verratnix am 27 Mai 2016 20:14:34

Eved hat geschrieben:Für mich ist fraglich wie die das mit der Schulpflicht hier in Deutschland geregelt haben!

Wohnsitz verlegen, zB Frankreich. Dort gibt es eine "Bildungspflicht", keine Schulpflicht. Ca 20.000 Kinder in F besuchen keine Schule.

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Verratnix am 27 Mai 2016 20:50:09

Nachtrag:
Ich sehe gerade dass Frankreich bei weitem nicht das einzige Land ist wo das möglich ist. --> Link

womo-reisende am 01 Jun 2016 10:09:05

ich kenne auch jemand...
mit 50 Frührentner geworden.... Wohnung gekündigt... Kredit aufgenommen und Womo gekauft...
er lebt jetzt seit 8j. in seinem "neuem Haus" mit Hund..und ist total glücklich...würde es jederzeit wieder machen...bei einer guten Freundin Meldeadresse...und fast ständig on Tour...

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mitko512 am 01 Jun 2016 21:15:44

Tinduck hat geschrieben:Du bist ja auch lieb. Der durchschnittliche Personaler leider nicht. Ausserdem sollte man nicht Äpfel (Hauptschule) mit Birnen (Abitur) vergleichen.



Kann man sich ein freier Mensch nennen, wenn man bereitwillig die beschränkte Sichtweise irgendwelcher "Personaler" zum Leitfaden für die Erziehung seiner Kinder kürt?

Tinduck am 02 Jun 2016 06:34:23

Kann man sich ein kluger Mensch nennen, wenn man als Lebensweg seiner Kinder eine Hartz-IV- oder McJob-Karriere billigend in kauf nimmt?

Freiheit ist eine Illusion. Jeder unterliegt Zwängen. Und weitestgehende Selbstbestimmung funktioniert nur mit genug Geld oder niedrigen Ansprüchen. Der Personaler ist nur einer unter vielen, die direkt oder über Umwege Macht über einen selber haben.

Und was die Kinder als Erwachsene mal machen wollen, wissen nur sie selber und auch erst dann. Ich finde es aber fahrlässig, ihnen ca. 80% der möglichen Lebensentwürfe durch den eigenen Egoismus zu verbauen.

Meine Meinung, als Vater von drei Kindern.

bis denn,

Uwe

angelatorsten am 07 Aug 2016 12:59:21

Freiheit ist eine Illusion? :eek:

Ich bin ja überwiegend ein stiller Mitleser, aber hier sträuben sich meine verbliebenen Nackenhaare :D !

Sollte ich mit dieser Lebensweisheit den Sprung in die letzte Kiste antreten, wäre mein persönlicher Lebensentwurf gescheitert.
Nun gut, ich möchte keine allgemeingültige Formel verbindlich aufstellen.

Wie viele Kinder halten in der Grundschule dem Leistungsdruck nicht mehr stand, weil engagierte Eltern unbedingt für den Nachwuchs das Abitur anstreben?
Die psychischen Erkrankungen berufstätiger Erwachsener steigen stetig an.

Die deutschen Arbeitnehmer sind weltweit für ihre Pflichtauffassung, Zuverlässigkeit und Arbeitsmoral positiv bekannt.
Der im weltweiten Vergleich hohe Lebensstandard und die damit verbundene Sicherheit sind Güter, um die uns viele Nachbarn beneiden.
Aber wir zahlen, wie schon genannt, einen hohen Preis!

Und hierzu gehört die Freiheit!
Ich fühle mich in meinen Entscheidungen frei, habe trotz akademischer Ausbildung und Meistertitel keine Karriere hinter oder vor mir und arbeite als Helfer mit 60 Jahren in der Betreuung demenzerkrankter Personen. Für einen Appel und ein Ei, weil ich es möchte und mir diese Tätigkeit Befriedigung verschafft. Nebenbei haben meine Frau und ich ein Expeditionsmobil im Verlauf von 5 Jahren aufgebaut, mit dem wir nächstes Jahr in die weite Welt starten (wollen). Übrig bleibt nur eine Meldeadresse.

Sicherheit? Wozu, sterben werden wir mit Sicherheit. Wo dieses passiert ist uns schnurzegal und der Zeitpunkt sollte möglichst in ferner Zukunft liegen.
Reisende, die uns begegnet sind, haben ohne Ausnahme die gewonnene Freiheit gerne gegen Sicherheit und alle damit verbundenen Abhängigkeiten eingetauscht.
Kinder auf Langzeitreisen lernen und erfahren Toleranz, beginnen über den Tellerrand zu blicken und vermissen nichts.
Sie leben einfach mit den Eltern zusammen, in unserer Leistungsgesellschaft ein seltener Luxus.

Freiheit bedeutet Verzicht auf Status, monetäre Abhängigkeiten, Sicherheit (die Anzahl deutscher Versicherungen möchte ich gar nicht wissen, suche aber selbst verzweifelt eine Versicherung gegen das Altern)!
Freiheit bedeutet das Ausscheren aus dem mainstream, Nein sagen können (bitte nicht mit Egoismus verwechseln), Neid nicht zuzulassen sondern sich am Erfolg des Nachbarn zu erfreuen.
Materielle Dinge schränken die Freiheit enorm ein, müssen gepflegt und gehegt werden.

All diese Ansätze, die ich in Gesprächen mit Reisenden häufiger vorgefunden habe, schaffen Freiheit!
Komisch, wie häufig interessierte Fremde unseren 27 Jahre alten Iveco/Magirus mit Zeppelin - Aufbau und 8m² Wohnfläche als erstrebenswert angesehen haben.

Freiheit fängt im Kopf an!

Allen Reisenden wünschen wir tolle Erlebnisse und Begegnungen,

Angela und Torsten (der Schreiberling) :razz:

wolfherm am 07 Aug 2016 18:03:54

Na ja, der eine Lebensentwurf sieht so aus und der andere eben so. Deswegen können beide richtig, passend oder auch nicht sein. Wer will es bestimmen?

July123 am 08 Aug 2016 09:44:17

wolfherm hat geschrieben:Na ja, der eine Lebensentwurf sieht so aus und der andere eben so. Deswegen können beide richtig, passend oder auch nicht sein. Wer will es bestimmen?


Der letzte Satz ist der doch springende Punkt.
Es bestimmen doch sehr viele, das Marketing der Eltern,Staat und des Konsum und vor lauter Vermarktung bemerken viele nicht
das man eine Marionette ist. Du brauchst dies und das und wenn du es hast dann bist du zufrieden, glücklich und frei. :?:

Ich habe Torsten (angelatorsten) gut verstanden und sein Bericht ist einer von wenigen der sich gelohnt hat zu lesen.

Grüßle Wolfgang

HeikeD am 08 Aug 2016 10:43:58

Danke Torsten!

Man braucht nicht viel! Wie ich damals davon geträumt habe mit einem Zirkus zu reisen und mein Kind einfach mit zu nehmen. Aufgrund mangelnder akrobatischer Fähigkeiten und auch die Tierdressur lag mir nicht... hätte ich als Kassiererin oder als Paussenclown anfangen können.
Hat nicht geklappt, sollte wohl so sein.
Dann stand Auroville (Indien) zur Debatte, auch das hat (zum Glück im Nachhinein) nicht funktioniert. Ich wollte immer schon aussteigen und was anderes machen.

Heute täte ich das nicht mehr (wegen der Tiere - das Verhältnis zu Tieren hat sich nicht geändert, ich liebe alle Tiere (auch Wildtiere) - sehe sie aber gerne da wo sie hin gehöhren - und das ist nicht der Zirkus).
Auch Auroville wäre nicht das Optimum gewesen, also wars gut so wie es gekommen ist.

Heute wünsche ich mir ein Leben im WoMo ohne Kinder (auch ohne die Enkel). Reisen wohin ich will, wann ich will und wie lange ich will. Nicht in Abhängigkeit von anderen, eben so für mich (uns) alleine herum reisen.

Wenn das mit dem Geld nicht wäre. Hartz4 war nie ein Thema, das möchte ich nicht. Stellt sich also die Frage was tun, wenn man noch nicht soweit ist um Rente zu bekommen. Weiter schackern und hoffen, dass man mit einem passablen Einstiegsalter (60-63) die Möglichkeit hat die Platte zu putzen und den Traum zu verwirklichen. Verzichten würde ich dafür auf jeden Fall auch auf ein bisschen Geld, ich muss ja eigentlich bis 67 arbeiten. Was nutzen mir 250 Euro im Monat mehr, wenn ich mit 67,5 Jahren dann den Deckel schließen muss?

Was ich mir nicht vorstellen kann, hier weiter zu arbeiten (also im Büro) und im WoMo zu leben. Das wäre mir dann doch bisschen zu eng.

bluecamper am 08 Aug 2016 17:04:19

Hallo Heike,

kommt natürlich auf den Job an den Du machen kannst. Wenn es online geht, dann auch von fast allen Orten der Welt aus...

July123 am 08 Aug 2016 17:50:34

Hallo Heike,
mit träumen kann man so schön seine Wünsche und Sehnsüchte ablaufen lassen, ist noch schöner wie Urlaubsvorbereitungen treffen.
250€ haben und nicht haben sind schon 500€. :)
Halte durch, unternehme alles damit du möglich bis ins hohe Alter autark sein kannst. Wer rastet der rostet und die paar Jahre mehr haben Millionen schon vor dir auch gepackt. 2013 nach 47 Arbeitsjahren mit 63 die Reißleine gezogen. Jetzt noch 27 Jahre = 324 Monate x 250€
= 81.000€ als Bonbon zur Rente wird die Rentenkasse bluten müssen. Mit 90 ist dann Schluss.

Grüßle Wolfgang

HeikeD am 08 Aug 2016 18:13:52

bluecamper hat geschrieben:Hallo Heike,

kommt natürlich auf den Job an den Du machen kannst. Wenn es online geht, dann auch von fast allen Orten der Welt aus...


Liebend gerne, den Job habe ich aber leider noch nicht gefunden oder sagen wir so, die Idee oder den Vorsatz hatten wir noch nicht (müssten ja auch so 1,5 Jobs sein für mich und den Gatten) ....... ansonsten wäre ich/wir ab nächsten ersten garantiert auf Achse.
Unser Fehler, wenn man will, findet man vermutlich :D ich bewundere die, die das machen und frage mich immer, was arbeiten die wohl? Meine Firma bietet jedenfalls keine home office an.

konkretus am 08 Aug 2016 18:15:25

Ich hätte das perfekte Womo, zum ewig drin leben. Jedesmal wenn ich unterwegs bin, will ich gar nicht mehr nach Hause :cry:

DigiMik am 08 Aug 2016 23:08:04

Moin,
HeikeD hat geschrieben:ich bewundere die, die das machen und frage mich immer, was arbeiten die wohl? Meine Firma bietet jedenfalls keine home office an.

in einem festen Job geht das in der Regel nicht.
Ich kenne 2 Journalisten Pärchen, Fotografen, IT-Leute, jemand betreibt einen Online-Shop und hat die Packer zu Hause, Internet-Geschichten, überhaupt Freelancer für allerlei Geschichten, auch im Handwerk. Einige verdienen sogar richtig gut.
Allerdings ist der Kampf hart und die Konkurrenz groß. Man muss schon was können um sich zu behaupten und auch gewisse Charaktereigenschaften mitbringen.

LG vom Mikesch

HeikeD am 09 Aug 2016 09:22:14

DigiMik hat geschrieben:Ich kenne 2 Journalisten Pärchen, Fotografen, IT-Leute, Packer zu Hause, Internet-Geschichten, überhaupt Freelancer für allerlei Geschichten, auch im Handwerk.
Allerdings ist der Kampf hart und die Konkurrenz groß. Man muss schon was können um sich zu behaupten und auch gewisse Charaktereigenschaften mitbringen.


IT-Leut und Fotograf könnt ich ja noch bieten.... bei den gewissen Charaktereigenschaften bin ich auch dabei... aber unsicher ob genau DIE auch gemeint sind :lol:

Nein, im Ernst... ich wäre da wirklich risikobereiter und offensiver, mein Gatte aber ist kein Klinkenputzer, der würde aufgrund mangelnder Werbung verhungern müssen.
Aber es wird auch niemanden geben, der ihm die Aufträge vors Womo trägt. Da liegts dann tatsächlich am Charakter, der eine ist extrovertierter als der andere.

xbmcg am 09 Aug 2016 09:54:50

Es gibt ja verschiedene Varianten des Aussteigens.

Die Einen steigen aus, bevor sie überhaupt irgendwo eingestiegen sind (Lebenskünstler),
die anderen steigen aus nach einem mehr oder weniger langen Arbeitsleben mit ausreichend
Polster und Pensions- / Rentenbezüge... oder machen eine Ausgedehnte "Lebensabend-Reise",
bis sie irgend wann nicht mehr können und dann in betreutes Wohnen wechseln.

Der Tröt zielt wohl eher auf die 2. Zielgruppe - denke ich, denn bevor man alles verkaufen kann,
muss man es erst mal erwerben / besitzen. Ich finde die Idee auch gut, wer will schon der Reichste
auf dem Friedhof sein? Besser ist doch, alles, was man sich erarbeitet hat, auch selbst aufzubrauchen,
bis auf den letzten Taler für Charon den Fährmann für die Überfahrt über den Styx.

Also ich finde die Idee gut, keine Erbschaftssteuer, kein Streit in der Familie und ein Lebensabend
in einem altersgerechten Klima....

Das heißt nicht, dass man erst mit 65 aussteigen kann, manche sind mit 35 schon so weit und können
sich über Wasser halten. Es gibt tolle Beispiele im Netz, allerdings sind das alles Leuchttürme, die es
dauerhaft geschafft haben, viele andere haben es versucht und sind nach kurzer Zeit gescheitert,
von denen hört man normalerweise nicht viel.

Eine solide Ausbildung / Beruf ist sehr nützlich, wenn es mal schief geht, um wieder Fuß zu fassen, auch
Partnerschaften können unterwegs zerbrechen / gesundheitliche Proble usw. können die Planung
über den Haufen schmeißen und zu einem vorzeitigen Abbruch führen.

Meinen Respekt haben sie alle.

Wenn Kinder mit im Spiel sind, würde ich sehr darauf achten, dass sie ordentliche Abschlüsse erreichen,
und sie unterwegs die regulären Lehrpläne und Abschluss-Prüfungen machen lassen, vielleicht sogar die
letzten 2-3 Jahre vor einem Abschluss in ein Internat schicken, um auch die soziale Kompetenz und
den Wettbewerb zu erfahren. Jedenfalls würde ich ihnen nicht die üblichen Wege in die Gesellschaft
verbauen. Die Erwachsenen können eine qualifizierte Entscheidung treffen und die Konsequenzen
der Ausstiegs tragen, die Kinder haben keine Wahl.

WomoTechnikService am 09 Aug 2016 10:40:45

Ich bin ja nun seit mehr als einem Jahr dauerhaft im Wohnmobil unterwegs, kann ja den Job --> Link ideal mit meinen Touren verbinden. Am Anfang war es mehr ein Experiment, ob es funktioniert, es hat sich aber als ideal erwiesen und wird sicher bis zur Rente oder auch darüber hinaus so weitergehen. Zum Leben braucht Man(n) ja nicht viel. Meine Freundin schon mehr, manchmal fährt sie ein paar Tage mit, aber dann fehlt ihr ihre Badewanne und der Platz in ihrer Wohnung... meine Mädels sind erwachsen, mein Sohn ist jetzt 15, lebt bei Exfrau, aber in den Ferien ist er mit mir unterwegs. Hat auch diesen Sommer schon viel mit geholfen, Solaranlagen aufgebaut usw., vielleicht lernt er ja doch mal einen Handwerksberuf, studierte Schwätzer hat das Land genug... Immer dabei ist meine Schäferhündin Roxy



LG Peter

Campofant am 19 Aug 2016 22:15:37

Wir leben seit knapp 3 Monaten in unserem Allrad-LKW. Wir haben unsere guten, sicheren Jobs gekündigt und unser Haus mit allem drum und dran verkauft. Seit dem reisen wir nun durch die Welt. Wir waren jetzt in den letzten 3 Monaten in Skandinavien und im Oktober/November geht es kurz zurück nach Deutschland und dann weiter in exotischere Gefilde :D

Wir finanzieren das Ganze durch das, was uns vom Hausverkauf usw. übrig geblieben ist. Das sollte als Budget für ca. 2 Jahre reichen. Was danach kommt steht in den Sternen. Aber man weiß sowieso nie was kommt.

Mein Mann ist im übrigen fast 40 und ich bin 31. Wir haben lange davon geträumt und unseren Traum nun wahr gemacht. :wink:

Tinduck am 20 Aug 2016 07:43:37

WomoTechnikService hat geschrieben: ..studierte Schwätzer hat das Land genug...


Moderation:Entsprechend unserer Nutzungsbedingungen sind die Mitglieder gehalten, einen respektvollen Umgang mit anderen Mitgliedern, Firmen oder Moderatoren zu pflegen und in ihren Postings auf Beleidigungen oder Unterstellungen zu verzichten.
Der Inhalt dieses Beitrages wurde daher gegen diesen Hinweis ersetzt. Bitte beachte den Absatz 4 unserer --> Link



Merkst Du was? Solche Vorurteile bringen selten eine Erweiterung des eigenen Horizontes.

bis denn,

Uwe

DieterM am 24 Okt 2016 11:35:32

Campofant hat geschrieben:Wir leben seit knapp 3 Monaten in unserem Allrad-LKW ... Wir haben lange davon geträumt und unseren Traum nun wahr gemacht. :wink:


Ihr seid zu beneiden! :) Das Leben ist kurz, man sollte es genießen. Ihr tut das Richtige. Viel Glück und eine schöne Zeit!

LG aus Berlin
Dieter

quax1968 am 24 Okt 2016 12:43:07

Campofant hat geschrieben:Wir leben seit knapp 3 Monaten in unserem Allrad-LKW. Wir haben unsere guten, sicheren Jobs gekündigt und unser Haus mit allem drum und dran verkauft.
Wir finanzieren das Ganze durch das, was uns vom Hausverkauf usw. übrig geblieben ist. Das sollte als Budget für ca. 2 Jahre reichen. Was danach kommt steht in den Sternen.


Ich finds mutig, fast schon naiv. Aber habe auch sehr viel Respekt, vor so einer Entscheidung.
Viel Glück und viel Spaß.

foxontrail am 29 Okt 2016 15:03:00

Hallo Zusammen,

mein Verlobter und Ich leben mittlerweile seit Juni diesen Jahres Vollzeit in einem selbst ausgebauten LDV. Seitdem waren wir in Spanien, Frankreich, England (seine Heimat) und gerade in Schottland. Über den Winter geht es dann nach Marokko. Wir sind beide Freiberufler (ich arbeite als Übersetzerin, er als Programmierer) und arbeiten von unserem Womo aus.

Der Vorteil bei uns beiden ist, dass wir nur unsere Laptops und Internet brauchen, um zu arbeiten. Strom gibts von unseren Solarpanelen, Internet entweder von unseren Smartphones oder Wifi-Verbindungen in Cafés. Es ist also definitiv auch für Leute möglich, welche keine großen Vermögenswerte (wie Immobilien etc.) veräußern können. Es war eine spontane Entscheidung, aber keine, die wir bis jetzt bereut haben. :)

Liebe Grüße,

Russel am 01 Nov 2016 17:57:42

Ganz ehrlich spielen wir auch mit dem Gedanken. 42/36 Jahre.
So in 10 Jahren, Firma und Imobilien verkaufen, eine kleine Wohnung behalten, ein schönes Womo und ab.
Wir haben keine Kinder und Erben würden irgendwelche Neffen Und Nichten.
Im Prinzip arbeitet man ein Leben lang für Haus und Hof, warum nicht verkaufen und das Geld stück für stück ausgeben?
Wenns Heim zieht, dann fahre ich in unser Örtchen.

Aber wer weiß was irgendwann ist.....

schnatterente am 02 Nov 2016 12:25:48

Russel hat geschrieben:So in 10 Jahren, Firma und Imobilien verkaufen

Und warum nicht jetzt schon Firma und Immobilien (vorausgesetzt, es ist alles abgezahlt) am besten weiter vermieten, wenn keine Kinder da sind? So hat man immer eine Einnahmequelle und steht nicht irgendwann bei null da, sollte sich der Lebensstil doch wieder ändern.

Strebt man keine Weltreisen an, kann man hier in Europa mit erheblich weniger Geld sehr gut im Womo leben. Man muss sich nur vorher im Klaren sein, alles mal grob durchgerechnet haben und in Zukunft nicht auf jede Kommerzverlockung anspringen. Denn meist gibt man daheim viel zu viel Geld für unnütze Dinge aus, die dann kurzfristig das eigene Ego befriedigen und langfristig Wohnzimmer, Keller, Kleiderschränke und und und füllen. Wir merken das auf unseren Touren, steht man irgendwo in der Pampa, lebt man von der Natur, gibt im Durchschnitt ca. 10-15€ pro Tag für Essen und Klenigkeiten aus, dazu noch ab und an eine Tankfüllung fertig. Ja, ich weiß, ist einfach gerechnet, denn wo bleiben denn die ganzen Nebenkosten? Die muss man eben vorher noch kalkulieren, hat man aber so oder so, im Steinhaus wie im Blechzelt.

thomas56 am 02 Nov 2016 12:38:56

schnatterente hat geschrieben:dazu noch ab und an eine Tankfüllung fertig.

....und wenn das derzeitige Womo total aufgebraucht ist, zieht man einfach 100.000 unterm Kopfkissen raus und kauft sich ein neues!

andwein am 02 Nov 2016 12:48:43

thomas56 hat geschrieben:....und wenn das derzeitige Womo total aufgebraucht ist, zieht man einfach 100.000 unterm Kopfkissen raus und kauft sich ein neues!

So stellen die meisten sich das gar nicht vor. Die Frage "und dann" stellt sich halt nicht. Man lebt für das jetzt und den Augenblick. Mit was und wie man sich später ab 65 (Entschuldigung, ab 67, oder vielleicht 70??) finanziert bleibt meist offen.
Ist aber vielleicht nur mein Eindruck, entstanden durch Gespräche auf Stellplätzen in ganz Europa mit "sogenannten Austeigern" die Haus und Hof verkauft haben.
Gruß Andreas

schnatterente am 02 Nov 2016 13:00:42

thomas56 hat geschrieben:....und wenn das derzeitige Womo total aufgebraucht ist, zieht man einfach 100.000 unterm Kopfkissen raus und kauft sich ein neues!

Ist ein Argument, aber wenn man zuhause im Eigenheim wohnt, fallen auch ständig Instandhaltungsmaßnahmen an und da ist noch kein Urlaub gezahlt ;-) Womo,PKW und Zuhause belasten dann die Kasse. Lebt man im Womo, muss man die Kosten natürlich unterhalten, keine Frage. Die Einnahmen aus den Immoblien sollten dann schon Instandhaltung und eigenen Verbrauch decken, daher schrob ich auch von durchrechnen (von nix, kommt nix). Und 100.000€ können sein, sind aber nicht die Regel (Beispiel unser Forenkollege mit den meisten Wp auf dem Dach ;-) - bei seinem EK-Preis kommen mir heute noch die Tränen). Ein gutes Womo gebraucht gekauft, kann ein super Schnäppchen sein und hält bei guter Pflege locker 15-20 Jahre.

quax1968 am 02 Nov 2016 13:09:55

Schön, dass die Menschen so verschieden sind.
Die einen benötigen mehr Sicherheit, die anderen weniger. Egal ob man im Womo unterwegs ist oder sich ein schönes Zuhause wünscht, jeder kann sich das ja selbst aussuchen.

Mir gefällt mein Zuhause mit Freunden, Bekannten und Familie und die Flexibilität mit dem Womo auch mal fortzufahren.
Man muss denke ich aufpassen, dass man seine Entscheidungen nicht aus einer Laune herausfällt und Dinge aufs Spiel setzt die man später vielleicht bereut. Gerade als Mitvierziger die gerade eine Midlife-Crisis durchleben, ist die Gefahr groß falsche Entscheidungen zu treffen.

Evtl. würde es Sinn machen, ersteinmal eine Auszeit von einem Jahr zu nehmen und dann zu schauen wie einem die neue Lebensart gefällt, bevor man sein Haus und Hof verkauft. Der Alltag lässt einen vieles Überdenken..

andwein am 02 Nov 2016 13:18:09

quax1968 hat geschrieben: Gerade als Mitvierziger die gerade eine Midlife-Crisis durchleben, ist die Gefahr groß falsche Entscheidungen zu treffen.

Das ist eine wahre Erkenntniss und gut ausgedrückt!
Gruß Andreas

schnatterente am 02 Nov 2016 13:25:30

quax1968 hat geschrieben:jeder kann sich das ja selbst aussuchen

Richtig, so soll es sein. Nur mal kurz mit dem Wohnmobil Urlaub machen und dann aussteigen, wäre eh der völlig falsche Weg. Wenn man dann noch Kinder zu versorgen hat und finanziellen Verpflichtungen nachkommen muss, macht solch ein Gedankengang wenig Sinn.

Wir haben uns jedoch schon mittelfristig für das "abgesicherte Aussteigen" entschieden und vermissen keine bewohnte Immobilie mit Gerümpel und Arbeit an jeder Ecke. Wir lieben unsere 20m² und brauchen nicht mehr. Im Gegenteil, für unsere Nocharbeit im Winter haben wir nur 13m² in einem Steinhaus zur Verfügung :-D

Enge Freunde fallen vielleicht bei diesem Lebensstil etwas weg (wobei z.B. in unserem Freundeskreis von selbst schon viele weg gezogen sind und überall verstreut wohnen). Dafür lernt man unterwegs sehr, sehr viele neue Gleichgesinnte kennen, die dann auch so ticken, wie man selbst.

quax1968 am 02 Nov 2016 14:22:30

Tatsächlich ist es bei mir auch so, dass ich mir viel Zeugs gekauft habe was ich nicht benötige.
Derzeit fange ich viele Dinge an zu verschenken und zu verkaufen. Dinge die ich mal gekauft habe und die dann nach kurzer Benutzung irgendwann in der Ecke wiederfinde :-)

Am Anfang fand ich es echt schwierig loszulassen. Mittlerweile geht das gut. Wir ziehen demnächst nun auch in ein Haus mit weniger Wohnfläche. Und da tut es ganz gut vorher sein Haus zu entrümpeln. Man lernt unheimlich viel über sich selbst :-)
Stetig fragt man sich: Warum habe ich denn das gekauft...
Und was zum Teufel, haben 10 Jahre alte Handys noch in unserem Haushalt zu suchen :-)

Andere Dinge die ich vor Jahren aufgehört habe, machen aber plötzlich auch wieder Spaß. So habe ich nun wieder angefangen Motorrad zu fahren. Manchmal überlege ich mir sogar das Womo zu verkaufen, weil wir es nicht mehr ganz so oft nutzen. Es macht zwar immer Spaß, wenn wir mal unterwegs sind, aber nach 10 Tagen finden wir es auch zu Hause wieder schön.

Was ich damit sagen will, ich persönlich möchte mich gar nicht in irgendeine Art festfahren. Der Weg vom Womo wieder zurück, stelle ich mir schwer vor. Und nur im Womo würde mich vermutlich irgendwann einengen.

Aber das sind ja alles persönliche Präferenzen. Jeder hat da so seine eigenen Maßstäbe.

Zu den Kosten:
Oft wird ja das Haus ja mit dem Womo verglichen. Ich finde das greift zu kurz. Ein Wohnmobil schreibt sich nach einer gewissen Zeit auf 0 ab. Bei einem Haus hat man hingegen evtl. eine Wertsteigerung (vorausgesetzt gute Lage), auch wenn man die Kosten für Instandhaltungen etc. nicht vernachlässigen sollte. Zumindest hat man aber immer einen gewissen Gegenwert. Ein Haus birgt von daher schon etwas mehr Sicherheit.

schnatterente am 02 Nov 2016 15:25:43

quax1968 hat geschrieben:Bei einem Haus hat man hingegen evtl. eine Wertsteigerung (vorausgesetzt gute Lage), auch wenn man die Kosten für Instandhaltungen etc. nicht vernachlässigen sollte. Zumindest hat man aber immer einen gewissen Gegenwert.

Es sei denn, es taucht bei RTL2 in der Rubrik "Die Bauretter" auf :D

gotthilf am 02 Nov 2016 17:07:41

"Eventuell würde es Sinn machen erst einmal ein Jahr Auszeit nehmen"
Wer das macht muß damit rechnen das das Jahr nicht aufhört! Mit Ende 40 haben wir es gemacht. Das Jahr ist nach fast 20 Jahren immer noch nicht vorbei!
Wir haben nie gehungert oder gefroren aber erkannt was
im Leben wichtig ist und das "Jahr Auszeit" nie bereut.
Andere erfahren bereits nach wenigen Wochen das ist nichts für uns, haben es aber probiert.
G.G.

Hermanunterwegs am 12 Nov 2016 20:46:49

Also wir haben auch ALLES hergegeben, was nicht in unsere 12 Quadratmeter passt und sind nun seit 1,5 Jahren ohne feste Wohnung. Wir würden es immer und immer wieder tun, auch, wenn es manchmal nicht so einfach ist - aber was ist das schon ;)

Dem Punkt: Ein Wohnmobil schreibt sich im Laufe der Zeit auf Null ab, beim Haus hat man vielleicht sogar ne Wertsteigerung, würde ich nicht zu 100% zustimmen: Unseren LKW haben wir für grade mal 6000,- Euro gekauft. Wir haben ihn dann liebevoll restauriert und selbst eine Wohnkabine drauf gebaut. "Herman" hat ein H-Kennzeichen und ist in der Globetrotterszene ein recht beliebtes Fahrzeug. Wenn wir ihn jetzt verkaufen würden, würden wir vermutlich zumindest wieder das herausbekommen, was wir bezahlt und dann hineingesteckt haben.

Gerade wohnen wir in der Nähe von Casablanca, bevor wir über Winter weiter in den Süden ziehen ... ich kann mobil zu leben nur empfehlen! :D Ja, wir sind auch erst Mitte 30 und haben nicht auf die Rente gewartet, aber arbeiten von unterwegs (Internet) geht ja auch! :)
Liebe Grüße erst mal,
Sabine von Herman-unterwegs

quax1968 am 13 Nov 2016 11:34:19

Stimmt bei Oldtimern, welche man günstig aufkaufen und reparieren kann, sieht es evtl. mit dem Wertverlust anders aus.
Eure Webseite gefällt mir :-)

Hermanunterwegs am 13 Nov 2016 22:04:37

Vielen lieben Dank, quax1968 :)

DigiMik am 14 Nov 2016 01:39:28

Moinsen ihr Zwei,
Hermanunterwegs hat geschrieben:Also wir haben auch ALLES hergegeben, was nicht in unsere 12 Quadratmeter passt...

euch Beide und den Rest der handvoll der Gemeinde bewundere ich wirklich!

Ist ein anderer Schnack, diese Lebensform zu wählen und dabei noch seine Brötchen zu verdienen als solche "Weicheier" wie wir, die zwar auch verkauft haben, aber sich über den Lebensunterhalt keine Gedanken machen müssen.

Viel Spaß und vor allem Gesundheit (gute Besserung Sabine, oder schon überstanden?) beim Überwintern!

Liebe Grüße vom Mikesch

Hermanunterwegs am 14 Nov 2016 15:35:15

Hi Mikesch! :)

Also ich stelle es mir auf der anderen Seite gar nicht so einfach vor, alles zu verkaufen, was man sich zuvor in so vielen Jahren harter Arbeit aufgebaut hat! Bei uns war es im Prinzip ja nur eine extreme Wohnungsverkleinerung und das Risiko des sich selbstständig machens, was aber ja jeder trägt, der neu gründet ... also wenn Du jemanden kennst, der eine großartige, neue Webseite braucht, sind wir bestimmt nicht böse, wenn Du an uns denkst! ;)

Ganz dickes Danke für Deine lieben Besserungswünsche. Mir gehts schon wieder besser, doch zuvor habe ich es natürlich noch geschafft, Micha anzustecken ... naja auf 12qm Wohnraum so vielen Bazillen auszuweichen ist auch gar nicht so einfach! ;)
Morgen geht's aber weiter, Micha meinte heute schon: Zwei Ibu rein und los - aber ich pass schon auf ihn auf! :D

Passt Ihr Lieben auch auf Euch auf und seid ganz lieb gegrüßt aus (leider immer noch) Casablanca,
Sabine

rutontour am 04 Feb 2021 21:19:48

Hallo, wir leben jetzt seit 9 Jahren im Wohnmobil. Ich kann jedem nur sagen, wer keine entsprechende Vision hat, sollte es lassen. Ich lese immer wieder: „das kann ich mir nicht vorstellen“. Dann ist das auch okay. Und es müssen Beide gleichstark wollen. Der Bauch holt sich sein Recht so oder so, weswegen man gut beraten ist, von Anfang an auf ihn hören. ( das ist unsere Sichtweise und Erfahrung) Andere Meinungen und Erfahrungen gelten genauso!
Bei uns war es so, dass wir aufgehört haben zu arbeiten und dann den ersten Winter in Spanien verbracht haben.
Als wir zurück kamen, musste der Garten gemacht werden, über den Winter musste sich jemand um das Haus und den Bürgersteig(Schneeräumung) kümmern. Als das alles geregelt war, sind wir wieder los, Italien, Spanien und Portugal. Drei Jahre später haben wir einen Traum umgesetzt, unser Wohnmobil nach Halifax verschifft und dann haben wir eine Rundreise Kanada, USA und Mexiko gemacht. Das hat uns soviel Lust auf mehr gemacht, so dass wir nach einem Jahr unser Wohnmobil wieder zurück geschifft haben. Dann sind wir vier weitere Jahre immer wieder rüber, haben uns drüben einen Truckcamper gekauft und Kanada, USA, Baja California, Mexiko Festland besucht und lieben gelernt. Bedingt durch Corona sind wir seit zwei Wintern wieder in Spanien. Sobald möglich, wollen wir wieder rüber über den großen Teich. Der Kontinent ist der Traum für alle Camper, man tut sich leichter, wenn man sich darauf einlassen kann. Die wunderbare Natur drüben ist das eine, die tollen Menschen aber das Entscheidende und Bleibende. Meine Frau und ich haben noch nicht eine Sekunde bereut! Wir haben eine klare Vereinbarung: wenn Einer von uns beiden sich bei irgendetwas nicht wohlfühlt, wird entsprechend reagiert. Keinerlei Argumentation erforderlich. Die großen Vorteile für uns: Wir können uns jederzeit spontan und frei entscheiden, wir müssen nur einer Meinung sein. Wir sind 69/71 Jahre alt und finden jeden Tag spannend und haben noch einiges auf der „Bucketliste“ Dazu trägt auch bei, dass wir eine absehbare Restlaufzeit haben. Es gab diverse Gesundheitsprobleme unterwegs, aber alles ließ sich regeln. Wie gesagt, man muss sich darauf einlassen. Und trotz aller unserer Bemühungen verstehen wir uns immer noch absolut. Was nicht zuletzt auch an meiner Frau liegt.

Beduin am 05 Feb 2021 09:52:49

Klasse! Habt ihr auch eine Homepage wo man was nachlesen kann?

TiborF am 05 Feb 2021 10:45:28

rutontour hat geschrieben:Hallo, wir leben jetzt seit 9 Jahren im Wohnmobil. .....
Meine Frau und ich haben noch nicht eine Sekunde bereut! Wir haben eine klare Vereinbarung: wenn Einer von uns beiden sich bei irgendetwas nicht wohlfühlt, wird entsprechend reagiert. Keinerlei Argumentation erforderlich.


Schreib mal bitte - was habt ihr für ein Wohnmobil ? - habt ihr öfter gewechselt, bis ihr Euer Traumwohnmobil gefunden habt ? usw.

Nach so einer langen Zeit (9 Jahre) habt ihr so viel Erfahrung, davon könnten wir profitieren, wenn ihr ausführlich über eure Erlebnisse und Reisen berichtet.

Wir freuen uns auf einen interessanten Erfahrungsaustausch mit Euch. :daumen2:

goorooj am 05 Feb 2021 12:25:12

Dann möchte ich doch auch mal meinen Senf dazugeben. Ich habe Ende der 80er direkt nach der Schule 2 jahre in Spanien/Portugal gelebt und meine Eltern haben schon in dieser Zeit mal eine zeitlang in einem umgebauten Reisebus gelebt...
ich campe seit... immer. Ich bin so aufgewachsen. Seit dem VW-Bus meiner Eltern Mitte der 70er.

1. Freiheit: Es ist nicht mehr so wie es mal war. Die völlige Freiheit einfach irgendwo im Hochsommer direkt auf den Strand zu fahren mit anderen Gleichgesinnten zu stehen, ein gemeinsames Feuer anzumachen, auf den Sonnenaufgang zu warten, irgendwann zum nächsten Ort zu fahren ohne sich auch nur ansatzweise Gedanken um irgendwelche Verbotsschilder machen zu müssen...
Das gibt es nicht mehr. Das wird auch nie wiederkommen. Die Erinnerung, an Porto Covo, Odeceix, Milfontes, Castillo de Castellar, Santa Clara, Leucate, Garrucha... wie es mal war schmerzt so ein bisschen. Jedes jahr wurde es weniger, Stück für Stück, eine Schranke nach der anderen, ein Platz zugebaut, der andere abgesperrt, hier ein Verbot, da ein Gesetz.... Jedes Stück das abgesperrt wurde hat zu mehr Trubel an den noch freien Plätzen geführt die dann auch abgesperrt wurden...
Jetzt Piemanson, Agua Amarga...

Die Realität sieht heute aus wie hinten beim Mediamarkt die Waschmaschinenabteilung.... in Südspanien im Winter 50x Weissware dicht an dicht auf einem Stellplatz, so dicht dass du grade mal die Tür aufkriegst. Früher waren Wohnmobile eher eine Seltenheit, heute hat jeder eins... und fährt damit auch weg. Das, was früher die Niederländer waren... sind heute wir. Aber die Niederländer sind 17 Millionen, wir 80... Einfach zu viele. Und es hat sich eine unfassbare Spiessermentalität mit Neigung zur Schwarmbildung breitgemacht. Nicht bei allen natürlich, aber es wird immer mehr. Der Gartenzwerg ist im Kopf, nicht auf dem gepflegten Rasen, da nutzt es nichts das Reihenhaus gegen ein 8-meter-Wohnmobil einzutauschen.
Du stehst dann nur in einer mobilen Reihenhaussiedlung.

Du musst dir also irgendwas zu suchen wo noch keiner war, es trotzdem schön ist... in Instagram-Zeiten ein schwieriges Unterfangen aber machbar. Dann musst du aber erstens unauffällig sein, zweitens autark und drittens die Schnauze halten, sonst ist da im nächsten Jahr schon der Zirkus vor Ort.
Ich weiss wo ich in den Hochalpen mit feiernden Gleichgesinnten mit Womos, Bussen, Zelten wild direkt am Gebirgssee stehen kann und Lagerfeuer machen, aber ich werde mich hüten und das irgendwo öffentlich machen... und ich bin jedesmal aufs neue froh wenn dort noch kein Verbotsschild ist, ich warte irgendwie schon drauf... Park4Night ist Segen und Fluch zugleich. Und die Teppichstangen im Süden werden auch immer niedriger... hatte ich erst einen Vivaro um auch noch unter den 1.90 Meter-Stangen durchzukommen, sind heute auf den gleichen Plätzen die meisten teilweise auf 1.70 runter, kein Grund mehr etwas ohne Stehhöhe zu fahren. deswegen letztes jahr Neubau.

Du kannst frei sein, aber nicht überall und nicht zu jeder Jahreszeit. Ein Widerspruch in sich.
Wenn du das nicht anders kennst weil du jetzt erst angefangen hast bist du glücklich und vermisst nichts.
Wenn du das Reisen im Womo von vor 30 Jahren kennst... eher nicht so.

2. Geld: So ein Wohnmobil ist erstmal nicht billig, und im Gegensatz zu einem Haus wird es immer weniger Wert. Wenn das irgendwann den Geist aufgibt brauchst du das nächste...
Du bist ziemlich darauf angewiesen entweder die eher bekannten Plätze zu meiden, dort ordentlich in Reih und Glied geparkt dicht gedrängelt für einen Camping/Stellplatz ordentlich abzudrücken oder einfach dort nicht hinzufahren.
Die Plätze an den Thermalbädern bringen dir auch nix wenn das Wasser dort das einzige ist was flüssig ist.

3. Ärzte? Im Ausland ein Graus. Ich war mal eine Woche nach einem Unfall in Ungarn im Krankenhaus bis mich der ADAC abgeholt hat... das wünsche ich niemandem.

4. Wenn du keinen alten Führerschein mehr hast bist du mit 3.5t räumlich beengt. Das muss man abkönnen. Einen grösseren Führerschein musst du, wenn du keinen älteren Schein hast hast, regelmässig erneuern. Bist du Brillenträger, kriegst du den gar nicht. Die heutige Rentnergeneration hat es einfach, drunter wirds dann schwierig.

5. Man glaubt nicht was man irgendwann vermisst. Da gibts die seltsamsten Sachen. So ein Heimatding kommt vielleicht gar nicht, vielleicht erst nach einer Weile aber dann kräftig. Deswegen werde ich immer ein kleines Apartment hier haben.

Fazit: Ich bin Informatiker mit Homeoffice und kann prinzipiell überall arbeiten wo ich Internet habe. Das mache ich auch gern. Trotzdem würde ich mein Apartment daheim nicht abgeben... ich bin auch Musiker, und meine ganzen Instrumente müssen irgendwo stehen. Es ist mir verdammt wichtig unabhängig zu sein. Paradoxerweise wäre ich das weniger wenn ich zu 100% in einem grösseren Wohnmobil leben würde.

Meinen Alkoven habe ich verkauft. Ich habe mir jetzt schon den zweiten Guerilla-Camper gebaut, der erste war etwas zu klein. Einen Transporter, unauffällig umgebaut. Wir können uns damit einfach unbelästigt irgendwo hinstellen ohne dass mitten in der Nacht die Gendarmen kommen und das ist mir mehr Wert als ein Backofen oder ein elektrisch ausfahrbares Treppchen. Mit dem Guerillacamper bin ich tatsächlich ein Stück mehr frei und ziehe durch die Gegend wo gerade wenig los ist, stehe wo und wann ich will, belästige niemanden und im Winter steht der daheim.

Was ich mir allerdings gerade überlege ist ein zweites Domizil im Süden für den Winter.... aber ein eigenes kleines Grundstück, mit kleinem Häuschen, am Meer. Nachbarn möglichst weit weg. Kommt deutlich günstiger als ein grosses Wohnmobil und damit bin ich paradoxerweise freier. Das kleine Womo habe ich ja immer noch wenn ich irgendwo hin will, und das ist auch für ein-drei Monate am Stück brauchbar.

Tinduck am 05 Feb 2021 12:36:34

goorooj hat geschrieben:aber ein eigenes kleines Grundstück, mit kleinem Häuschen, am Meer. Nachbarn möglichst weit weg.


Erstmal danke generell für den Reality-Check.

Zum Häuschen... das ist doch genau das, was alle suchen. Sowas dürfte kaum billig zu haben sein?

bis denn,

Uwe

Fledermaus am 05 Feb 2021 12:42:58

Tinduck hat geschrieben:
Zum Häuschen... das ist doch genau das, was alle suchen. Sowas dürfte kaum billig zu haben sein?

bis denn,

Uwe


und schaut in 10 Jahren genauso aus wie die Siedlungen in D/Ö Thujen Hecke und ein paar Gartenzwerge
und wieder eine Verpflichtung: Rasenmähen-Hecke schneiden,.... Sprachschwierigkeiten beim Amt... dann sind es die Gleichen Probleme wie die Ausländer bei uns haben,...

Mobil ist mir lieber....

goorooj am 05 Feb 2021 13:00:54

Tinduck hat geschrieben:
Zum Häuschen... das ist doch genau das, was alle suchen. Sowas dürfte kaum billig zu haben sein?


Kommt auf deine Vorstellungen an und auf dein handwerkliches geschick.

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Alle wollen Spanien oder Portugal, Süditalien hat niemand auf der Uhr.

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