CampingWagner
hubstuetzen

Reisebericht Kroatien 2008 (Achtung, lang!) 1, 2


Gast am 10 Aug 2008 22:37:30


Angeregt durch die vielen positiven Berichte hier im Forum und auch durch das sehr gute Buch "Die schönsten Routen durch Kroatien" von Rainer Höh (nein, ich bekomme nichts für diese Werbung), hatten wir Kroatien als Ziel für den diesjährigen Sommerurlaub auserkoren. Dort waren wir vor über 20 Jahren einmal, als es noch zu Jugoslawien gehörte, und zwar auf Rab. Damals war der Urlaub dort noch unschlagbar billig, was sich inzwischen wohl erledigt hat.

Zunächst hatten wir noch Bedenken, ob die zu erwartenden Temperaturen unserem Border-Collie Fly Probleme bereiten würden. Ihn zuhause zu lassen käme für uns nie in Frage, da würden wir lieber woanders hinfahren und den Besuch der warmen Länder auf den Herbst verschieben. Plan B, nämlich eine Nord-Ostsee-Tour, wurde deshalb als Reserve eingeplant. Aber nach Beratschlagung mit Leuten, die schon mehrmals mit Hunden in Kroatien waren, war dann klar, dass das keine allzu großen Probleme bereiten würde. Die Leute dort sind sehr hundefreundlich und an die Temperaturen gewöhnen sich die Vierbeiner genau wie wir, man braucht eben ein paar Tage dazu.

Die folgenden Zeilen geben unsere ganz persönlichen Eindrücke der Orte und Campingplätze wieder, eben so, wie wir es in dem Moment empfunden haben, als wir dort waren. Da eure Bedürfnisse und Empfindungen natürlich völlig anders sein können als unsere, übernehmen wir keine Gewähr, dass es euch dort genauso gefällt (oder eben nicht), wie uns.

Hier also unser Reisetagebuch:


Fr, 27.06.2008
Wegberg - Prien, 854 km


Gegen 07:00 Uhr rollen wir los. Unser Abschied von der Heimat fällt Petrus sichtlich schwerer als uns, denn er weint uns bittere Tränen nach. Bis kurz hinter Köln gibt er sein Bestes, danach ist sein Reservoir wohl erstmal erschöpft und die Straßen wieder trocken. Als erste Zwischenstation auf dem Weg Richtung Süden soll uns der Stellplatz "Bavaria-Boote" in Prien direkt am Chiemsee dienen. Wir sind eigentlich immer gemütlich unterwegs und fahren selten schneller als 90 km/h (echte, laut Navi, nicht nach Tacho), dazu kommen noch die regelmäßigen Pausen für Fly. Und so brauchen wir für die 854 Kilometer fast 11 Stunden, obwohl bis auf einen Mini-Stau bei Würzburg alles frei war. Egal, wir sind ja im Urlaub und nicht auf der Flucht.

Der Stellplatz liegt sehr schön, bis zum See sind es rund 100 Meter. Allerdings hat der Platz teilweise erhebliches Gefälle, so dass man auch als eingefleischter Nicht-Keil-Benutzer ins Grübeln kommt. Die Toiletten sind sauber und ihre Benutzung ist im Preis von 10 EUR für die Übernachtung inbegriffen. Die Ver-/Entsorgung ist ebenfalls kostenlos möglich, Duschen gibt es leider keine. Strom ist nur im Paket mit dem Fernsehanschluss für zusammen 3 EUR zu bekommen.

Hunde dürfen verständlicherweise nicht mit auf die Liegewiese, die sich zwischen Stellplatz und See befindet. Aber läuft man gleich hinter dem Eingang rechts am Kiosk vorbei bis zum Ende des Bootsanlegers, dann findet sich dort ein Plätzchen, wo auch die Fellnase mal kurz ins Wasser kann, ohne dass es jemanden stört.

Bilder zu diesem Platz habe ich dem entsprechenden Eintrag in der Stellplatzdatenbank hinzugefügt:
--> Link


Sa, 28.06.2008
Prien - Šilo, 528 km


Den von renato100 --> Link erwähnten "Camp Tiha" in Šilo auf Krk wollen wir uns mal ansehen. Ob man da auch während der Hauptsaison so direkt am Wasser stehen kann, wie es auf seinem Foto zu sehen ist? Aber zunächst müssen wir ja mal durch Österreich, und da gibt es natürlich mehrere Möglichkeiten. Unser TomTom schlägt die Tauernautobahn als schnellste Strecke vor. Nach dem Ausschließen der Autobahnen routet er über die Tauernstraße parallel zur A10, was gut 2 Stunden länger dauern soll. Wir entscheiden uns gegen die Autobahn und die Tunnel, weil wir Berge mögen und etwas von der Landschaft sehen wollen. Und davon finden wir in den nächsten Stunden reichlich, garniert mit traumhaften Straßen, die sich herrlich durch die Hügel schlängeln, so ganz nach unserem Geschmack. Das wäre was, hier mit dem Motorrad...

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Schöne Mopedstrecken

Aber genug geträumt, langsam wird die Strecke steiler, und spätestens ab dem Schild "15% Steigung" am Katschberg heißt es, sich zu konzentrieren. Zunächst geht es ganz gut im 3. Gang, aber wegen der vielen Kehren können wir die dafür notwendige Geschwindigkeit nicht halten und fahren deshalb den Rest des Bergs im 2. hoch. Na also, klappt doch! Auf dem Weg nach unten bleiben wir natürlich im kleinen Gang, aber trotzdem ist die Motorbremse eher dürftig, und so müssen die Bremsbeläge ihre Standfestigkeit beweisen. Irgendwann, so nach der gefühlsmäßig 500. Kurve, fangen sie an, nach verbranntem Metall zu riechen. Aber da hört das Gefälle auch schon wieder auf und die Bremse kann sich wieder abkühlen. Der erste Pass ist geschafft, und so schwer war es doch gar nicht.

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Jetzt wird's steil

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Geschafft!

Nach einer weiteren sehr schönen Fahrt kommt dann die nächste Herausforderung: Der Wurzenpass mit satten 18% Steigung. "Die 15 haben wir doch gut geschafft, so viel steiler sind 18% doch auch nicht, oder?" bemerkt meine Holde noch. Um es gleich vorweg zu nehmen: Man merkt die 3% Unterschied sehr wohl! In weiser Voraussicht gehen wir den Berg gleich im 2. Gang an, um ein paar Kurven weiter festzustellen, dass auch der noch zu lang übersetzt ist. Aber wie sagte Otto früher immer: "Einen hab ich noch". Also 1. Gang rein, und mit der vom Navi mit unerbittlicher, digitaler Genauigkeit ermittelten Geschwindigkeit von exakt 16 km/h streben wir gen Gipfel. Es wären schon noch ein paar km/h mehr drin, das Gaspedal hat noch etwas Luft. Aber dann müsste ich den armen Motor in den roten Bereich drehen, was ich noch nie getan habe und womit ich auch jetzt nicht anfangen werde. Die Leute in den 2-3 Autos hinter uns (mehr sind es tatsächlich nicht) sehen wohl ein, dass wir ihren Stundenschnitt nicht aus Spaß an der Freude ruinieren und verschonen uns mit Hupkonzerten. Ich würde sie ja gern an einer der Haltebuchten vorbei lassen, aber ob wir da jemals wieder wegkommen? Die 95 PS haben mit unseren knapp 3.5 t Lebendgewicht nicht gerade leichtes Spiel. Meine Frau hat inzwischen ihre Augen verschlossen, nach dem Motto "Wenn ich nichts sehe, kann mir auch nichts passieren". Unsere Tochter hat sichtlich Spaß an unserer Schräglage und ist fast traurig, als wir endlich oben ankommen. Bergab kommt es uns viel weniger steil vor, vielleicht haben wir uns aber auch schon daran gewöhnt. Auch hier nutzen wir natürlich wieder die Motorbremse zur Unterstützung der Bremsanlage. Und auch hier ist rechtzeitig zum erneuten Stinken der Bremsbeläge die Abfahrt wieder zu Ende, gutes Timing ist eben alles.

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Und noch etwas steiler

Ach ja, irgendwo zwischen den beiden Pässen kam im Radio die Meldung, dass man am Tauerntunnel mit bis zu 2 Stunden und am Karawankentunnel mit etwa 1 Stunde Wartezeit rechnen muss. Da war unsere Entscheidung zu Gunsten der Berge ja goldrichtig. Ich fahre doch lieber 2 Stunden durch eine schöne Gegend, als die gleiche Zeit mit dem Rumstehen vor einem Tunnel zu verplempern und dafür auch noch Geld zu zahlen!

So, die Berge haben wir geschafft, weiter geht es durch Slowenien. So schön hatte ich mir das gar nicht vorgestellt. Wir kennen es aus Berichten eigentlich nur als Durchreiseland Richtung Kroatien. Aber wir sehen auch hier tolle Landschaften und beschließen spontan, uns das Land irgendwann einmal genauer anzusehen.

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Einfach schön hier

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Erstmal Richtung Ljubljana

Jetzt aber wollen wir erstmal ans Wasser, also auf nach Krk. Da die slowenische Vignette für mindestens 35,- EUR erst ab dem 01.07.2008 fällig wird, nutzen wir die sehr guten Autobahnen, um unser Fahrwerk und auch uns zu schonen. Ein paar Kilometer lang haben wir es auf der Landstraße versucht, aber die verdienen bestenfalls die Bezeichnung Feldweg.

Nur wenige Autos stehen an der Grenzstation zu Kroatien vor uns. Als wir an der Reihe sind, reiche ich dem Zöllner unsere Papiere mit einem freundlichen "Hallo", denn slowenisch spreche ich kein Wort und "Hallo" klingt für mich internationaler als z.B. "Guten Tag". Mein Gegenüber bleibt stumm, wirft einen flüchtigen Blick auf die Ausweise und gibt sie mir mit einem freundlichen Nicken, aber immer noch stumm wieder zurück. 20 Meter weiter das gleiche Spiel bei seinem kroatischen Kollegen. Den Haustierpass habe ich beiden Beamten zusammen mit unseren Dokumenten übergeben, beide haben nicht mal reingesehen, ob unser Hund tatsächlich geimpft wurde. Na gut, auch egal, auf jeden Fall geht es relativ zügig weiter.

Noch zweimal verschließt meine Frau ihre Augen, bis wir in Šilo sind. Und zwar zum einen auf der wirklich abenteuerlichen Abfahrt von der Autobahn runter nach Rijeka, wo es selbst mir etwas mulmig wird, als wir plötzlich quasi über dem Abgrund schweben. Und zuletzt bei der Überfahrt nach Krk auf der Krk-Most, von wo man übrigens eine herrliche Aussicht über einen Teil der Kvarner Bucht hat.

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Abenteuerliche Abfahrt (bei Dunkelheit aus dem fahrenden Auto aufgenommen)

Am "Camp Tiha" angekommen, beantwortet sich auch gleich unsere Frage von ganz oben: Ja, man kann auch jetzt noch direkt am Wasser stehen. Allerdings hat die Saison gerade erst angefangen, wer weiß, wie es hier in 4 Wochen aussieht.


So, 29.06.2008
Šilo, "Camp Tiha"


07:30 Uhr, ich werde wach, weil es fast unerträglich warm ist. Meine Frau hat zwar die Bettdecke von sich geworfen, schläft aber ansonsten tief und fest. Von unserer Tochter gar nicht zu reden, die ist eingemummelt wie im tiefsten Winter und macht ebenfalls nicht den Eindruck, als würde sie gleich aufwachen. Puh, hat jemand versehentlich die Heizung angemacht? Nö, die ist aus, die Hitze muss wohl von draußen kommen. Ich öffne die Tür und falle gleich wieder hintenüber ins Auto. 32 Grad schon um diese Zeit, was soll da noch kommen?

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Abstand zum Wasser: 5 Meter

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Andere Perspektive

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Blick aus unserem Esszimmer

Ich muss mich abkühlen! Aber bloß nicht die Wasserschuhe vergessen, es soll ja hier vor Seeigeln nur so wimmeln. Am besten gleich mit Schnorchelausrüstung rein und das Ganze mal aus der Fischperspektive betrachten. Aha, tatsächlich, spätestens 5 Meter vom Ufer entfernt findet man die ersten, eher kleinen Exemplare. Die Dinger sind wirklich überall, und so gibt es hier auch niemanden, der ohne entsprechendes Schuhwerk ins kühle Nass geht.

Heute Mittag wird es rund 38 Grad warm, und zwar im Womo gemessen. Denn das einzige Problem, das der Platz hat, ist, dass es keinerlei Schatten gibt. Man findet zwar ein paar kleinere Bäume und Sträucher, aber die wurden gerade erst gepflanzt und brauchen noch ein paar Jahre, bis sie als Schattenspender dienen können. Die kombinierten Strom- und Wassersäulen sind dünn gesät, werden aber noch aufgestockt. Gerade wird neben uns der Betonsockel für eine neue Säule gegossen:

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Men at work

Natürlich besteht Leinenpflicht auf dem CP, an die auch wir uns halten. Allerdings scheint es kein Badeverbot für Hunde zu geben, denn entsprechende Hinweise haben wir keine gesehen und so gut wie jeder hier lässt seinen Vierbeiner ins Wasser. Also auch wir, und zwar in dieser niedlichen Bucht, 5 Meter vom Womo entfernt:

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Zwar künstlich angelegt, aber trotzdem schön

Wir werfen ein paar Stöckchen ins Wasser, die Fly mit Begeisterung wieder rausholt. Das Salzwasser ist ihm zwar suspekt, aber der Spieltrieb siegt über den ekelhaften Geschmack. Eine handvoll Leute um uns herum sieht lachend dabei zu, es scheint also niemanden zu stören und wir spielen weiter. Irgendwann gesellen sich der 4-jährige Leon und seine Großeltern, deren Namen ich leider wieder vergessen habe, aus der Nähe von Gera zu uns. Supernette Leute, wie sich schnell herausstellt. Uns allen tut es schnell leid, dass sie am nächsten Tag wieder abreisen müssen. Wie auch immer, auf jeden Fall fragt sie mich sehr freundlich, ob wir den Hund mal für eine Weile aus dem Wasser halten könnten, weil ihr Enkel eine solche Angst vor Hunden hat, dass er wegen ihm nicht ins Wasser geht. Gar keine Frage, selbstverständlich bleibt der Hund ab jetzt neben uns liegen. Ich komme mit Leons Opa ins Gespräch. Niemand weiß warum, aber der Kleine hat eine solche Angst vor jedem noch so winzigen Hund, dass er sofort die Straßenseite wechselt, wenn er schon in der Entfernung einen sieht. Hm, mir kommt gleich eine Idee. Als Leon wieder aus dem Wasser kommt, frage ich ihn ganz vorsichtig, ob er vielleicht mal mit unserem Fly spielen möchte. Er schüttelt energisch den Kopf, was zu erwarten war. Ich zeige ihm daraufhin, wie Fly einen abgebrochenen Ast, der zufällig herumliegt, wieder zu mir zurückbringt, wenn ich ihn wegwerfe. Aha, Leon zeigt sich interessiert. Ich wiederhole das noch 1-2 Mal und frage Leon, ob er es auch mal versuchen möchte. Und siehe da, der erste Schritt ist getan. Er wirft den Ast weg und lacht, als Fly ihn wieder vor seine Füße legt. Er schreckt zwar etwas zurück, wenn Fly angesaust kommt, aber die große Angst scheint überwunden zu sein. Aufheben will er den Ast nicht, denn der Hund könnte ja nach seiner Hand schnappen. Aber wenn ich ihm das Stöckchen gebe, wirft er es mit Begeisterung weg und freut sich, wenn Fly es zurückbringt. Leons Opa kann es kaum glauben.

Bis zum späten Nachmittag schaffen wir es, dass Leon auch mal selbst den Ast aufhebt. Er fragt zwar zwischendurch immer mal wieder "Fly beißt mich nicht?", aber das ist schon in Ordnung, ein wenig Respekt vor Hunden soll er ruhig behalten. Schließlich sind nicht alle so gutmütig und schon der nächste kann einen vollkommen anderen Charakter haben.

Dass wir einen wirklich großen Schritt geschafft haben, bestätigt Leon selbst am eindrucksvollsten. Wir sitzen am Abend noch etwas zusammen um uns zu verabschieden, die Kinder und Fly spielen mit einem Ball. Und als sie zurück kommen sagt Leon: "Fly ist mein Freund". Was soll man dazu noch sagen?

Zurück im Wohnmobil diagnostiziert mein holdes Weib einen ziemlichen Sonnenbrand auf meinem Rücken. Ja klar, ich weiß, Sonnencreme und so. Aber bei den Temperaturen war ich fast den ganzen Tag im Wasser und habe nicht auf meine Frauen gehört, die mich mehrmals aufgefordert hatten, mich einzucremen. Mein Rücken gleicht vom Farbton her einem Feuerlöscher, aber es tut eigentlich nicht weh.


Mo, 30.06.2008
Šilo, "Camp Tiha"


Die Nacht war ganz passabel, trotz meines Sonnenbrands habe ich gut geschlafen. An den Schultern spannt die Haut etwas, aber das ist noch auszuhalten. Trotzdem bekomme ich von meiner besseren Hälfte eine Feuchtigkeitscreme verschrieben, die wirklich gut tut. Ab jetzt wird nur noch mit T-Shirt geschnorchelt.

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T-Shirts gegen Sonnenbrand

Am frühen Abend wollen wir einen kleinen Stadtbummel unternehmen und dort etwas essen. Der Bummel fällt erwartungsgemäß kurz aus, denn schon bei der Anfahrt zum CP sind wir über die Hafenpromenade gefahren und haben dabei wohl schon 2/3 der Stadt gesehen. Ist aber nicht schlimm, im Gegenteil, wir mögen solche verschlafenen Dörfer. In einem kleinen Café am Ende des Hafenbeckens werden wir so richtig satt und sitzen noch eine Weile einfach so an der Kaimauer. So stellen wir uns Urlaub vor.

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Das Hafenbecken, in 5 Minuten zu Fuß zu erreichen


Mo, 30.06.2008
Šilo, "Camp Tiha"


Da der Füllstand unserer Toilette auf die 100% zustrebt, sehen wir uns mal die Entsorgungsstation an. Wir haben fest eingebaute Tanks und können unsere Fäkalien leider nicht einfach in die Toilette kippen. Die Zufahrt zum Bodeneinlass ist durch das letzte, völlig unnötig steile Stück für Fahrzeuge mit langem Überhang eher ungeeignet. Auch ein sehr großer Radstand ist hier alles andere als hilfreich und könnte zum Aufsetzen tief montierter Anbauteile wie z.B. Tanks führen. Es gibt zwar die Möglichkeit, schräg an den Schacht zu fahren, aber das geht nur rückwärts und gleichzeitig bergauf, und der Untergrund besteht dort aus losen Steinen. Die Chancen, sein Abwasser problemlos zu entsorgen, fallen weiter, wenn der Ablass vor der Hinterachse liegt. Da hilft nur noch ein Schlauch oder ein Eimer, denn wenn der Deckel des Schachts aufgeklappt ist, kann man nicht mehr darüber fahren. Und fährt man bei geschlossenem Deckel darüber, lässt er sich nicht mehr öffnen. Eben das typische Henne-Ei-Problem. Zum Glück ist unser Überhang nicht sehr groß, der Radstand eher durchschnittlich und die Entsorgungsöffnung des Fäkalientanks rund 60 cm hinter dem rechten Hinterrad. Wir können also einigermaßen unkompliziert unser Abwasser loswerden.

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Das Waschhaus, am dem es nichts auszusetzen gibt...

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...im Gegensatz zum Entsorgungsschacht, der noch verbesserungswürdig...

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...und zudem auch nur schlecht zu erreichen ist.

Während des Entsorgens kommen wir mit Leuten aus Hessen ins Gespräch. Es sind, wie ich später beim Lesen des Forums feststelle, Tom und Helga. Sie geben uns den Tipp, doch mal nach Baška zu fahren. Sie kommen gerade von dort, wo sehr viel mehr los ist, als in Šilo. Und sie haben beim "Camp Mali", direkt neben dem riesigen "Camping Zablace" gestanden und dort pauschal nur 15,- EUR pro Tag bezahlt. Da wir bis jetzt noch nicht wissen, wo wir als nächstes hin wollen, nehmen wir den Tipp dankend an.


Mi, 02.07.2008
Šilo - Baška - Punat - Njivice, 87 km


Also auf nach Baška, im Süden von Krk gelegen. Die Fahrt ist angenehm, wenn die Straßen auch manchmal recht eng werden, ihr Zustand ist gut bis sehr gut. In Baška angekommen merkt man gleich, dass hier einiges los ist, denn alle Leute scheinen gleichzeitig auf dem Weg zum Strand zu sein. Der "Camping Zablace" ist schon am Ortseingang ausgeschildert. Dort angekommen, findet man auch gleich nebenan besagten "Camp Mali", der durch seine kompakte Größe einen netten, familiären Eindruck macht. Aber wo ist das Wasser? Und wieso pilgern so viele Leute mit Sonnenschirmen und Kühltaschen bepackt Richtung "Camping Zablace"? Antwort: Weil dort der Strand ist. Und vom "Camp Mali" aus ist ohne minutenlangen Fußmarsch nichts vom Wasser zu sehen. Wir sind diesbezüglich von Šilo wohl zu sehr verwöhnt. Also doch lieber gleich auf den großen Platz stellen? Nein Danke, viel zu voll hier, wie auch der Rest der Stadt. Damit hat sich Baška für uns erledigt, bevor wir richtig dort waren. Schade eigentlich, vielleicht versuchen wir es im Herbst nochmal.

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Unterwegs

Im Moment wollen wir nur schnell wieder hier weg, raus aus dem Trubel. Das war für uns etwas zu viel des Guten. Aber wohin fahren wir jetzt? Ein schneller Blick in unser Buch weist "Camping Pila" in Punat als einen der "Top-Plätze Kroatiens" aus, also sehen wir uns den doch mal an. Aber auch hier werden wir enttäuscht. Rappelvoll und einen Strand gibt es auch nicht. Stattdessen finden wir im Anschluss an den Platz eine perfekt betonierte Uferpromenade, von der aus man zwar auch ins Wasser kann, aber das ist natürlich kein Ersatz für einen Strand. So langsam glaube ich wirklich, dass wir schon zu verwöhnt sind. Übrigens: Der Stellplatz gleich neben der Rezeption, der eigentlich nur eine Wiese ist, kostet das Gleiche wie eine Parzelle auf dem CP. Nein Danke, verarschen können wir uns auch allein.

Wir ziehen also nochmal unser schlaues Buch zu Rate und finden dort den "Camping Njivice". Nach dem Motto "Schlimmer geht's nimmer" nehmen wir Kurs dorthin. Und siehe da, hier sind wir richtig. Das Gelände liegt in einem Eichenwald und ist in zwei Bereiche unterteilt. Auf dem ersten befinden sich ausschließlich feste Parzellen, die für die Gespanne und Dauercamper vorgesehen sind. Der zweite Bereich ist für Womos und Zelte gedacht und man darf sich hinstellen, wie und wo gerade Platz ist. Obwohl es auch hier schon recht voll ist, finden wir eine schattige Bleibe in direkter Nähe zum großzügigen und sehr sauberen Waschhaus, von wo es rund 50 Meter bis zum Strand sind.

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Die Rezeption...

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...mit gegenüberliegendem Markt

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Das blitzsaubere Waschhaus

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Gleich nebenan der betonierte Weg zum Strand

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Bis hierher sind es rund 50 Meter

Am frühen Abend gehen wir zur angrenzenden Strandpromenade und ärgern uns schon bald, dass wir bereits gegessen haben. Gleich mehrere Restaurants bieten ihre Leckereien an, und bei allen duftet es so gut, dass wir uns am liebsten gleich reinsetzen würden. Dazu noch einige Cafés, eine Wechselstube, die keine Provision nimmt, ein Verleih für Fahrräder und Motorroller u.s.w., also wirklich toll und trotz Saisontrubel immer noch gemütlich. Für uns ist klar, dass wir morgen mit leerem Magen wiederkommen.

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Ganz links der Weg zur Promenade

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Ein Glasbodenkatamaran

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Angrenzender Hafen

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Etwas später, buntes Treiben rund um die kleinen Boote

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An der Kaimauer


Do, 03.07.2008
"Camping Njivice"


Heute lassen wir es ruhig angehen und schnorcheln einfach so vor uns hin. Aus etwa 3 Metern Tiefe holen wir einige Muscheln aus dem Wasser. Das Mittagessen lassen wir ausfallen, denn wir freuen uns schon auf eines der kleinen Restaurants an der Uferpromenade.

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Ein paar Muscheln und ein Seeigel-Skelett

Wir gehen gegen 19:00 Uhr los und laufen zunächst einmal bis zum Ende des bunten Treibens. An der Kaimauer zeigt jemand, dass man mit Spraydosen auch andere Sachen anstellen kann, als Fassaden zu verunstalten. Er zaubert damit Bilder auf Papierbögen, die wahrscheinlich nicht künstlerisch wertvoll, wohl aber nett anzusehen sind. Dieses hier wollte meine Tochter gerade kaufen, als es ihr vor der Nase weggeschnappt wurde. Aber das nächste war auch sehr schön, also hat sie das genommen.

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Daraus...

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...wird das hier

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Unsere Tochter beobachtet genauestens, wie "ihr" Bild entsteht

Und dann endlich soll der Magen etwas zu tun bekommen. Wir bestellen im "Viktoria" und werden nicht enttäuscht. Fleisch, Beilagen, Salat, alles erste Klasse. Wir sind danach so satt, dass wir uns nicht einmal mehr ein Eis gönnen. Das war richtig lecker!


Fr, 04.07.2008
Njivice - Voz - Plitvicer Seen, 209 km


Nach ein paar Tagen Schwimmen und Schnorcheln wollen wir mal etwas anderes sehen. Der Familienrat hat die Plitvicer Seen als nächstes Ziel auserkoren. Bevor wir aber Krk wieder verlassen, machen wir einen Abstecher nach Voz, von wo aus man eine tolle Aussicht auf die Krk-Most hat. Allerdings sind die in Rainer Höhs Buch erwähnten Schiffswracks mittlerweile wohl entsorgt worden, wir konnten jedenfalls nur ein einziges altes Schiff entdecken.

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Steinbruch auf dem Weg hinunter nach Voz

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Hat die besten Zeiten schon hinter sich

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Hat noch ein paar schöne Jahre vor sich

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Krk-Most in voller Länge

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Die Straße von Voz hinauf zur Brücke

Wir sagen TomTom wo wir hin wollen und folgen seinen Anweisungen. Aber nicht allzu lange, denn schon bald hört die Straße auf und wird zu einem Eselspfad. Wahrscheinlich haben die Dorfbewohner, an denen wir vor zwei Kilometern vorbeigefahren sind, deshalb so ungläubig, ja fast schon mitleidig geguckt. Es hilft nichts, wenn wir das Womo in einem Stück nach Hause kriegen wollen, dann müssen wir hier umdrehen. Meine Frau schließt mal wieder die Augen, als ich auf der 5 Meter breiten "Straße" unser 6,20 Meter langes Auto in 12 Zügen wende. Von nun an folgen wir der Küstenstraße bis Senj, von dort aus soll der Weg ausgeschildert sein.

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In Senj scharf links, dann rauf auf den Vratnik-Pass

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Was der kann, können wir schon lange

Kurz hinter Otočac passieren wir ein Schild der "Strabag", die gerade damit begonnen hat, die Bundesstraße 52 auf einer Länge von rund 20 Kilometern zu restaurieren. Nicht Stück für Stück, sondern die gesamte Strecke auf einen Schlag. 20 Kilometer lang nur Schotter, Staub und Löcher ohne Ende, letztere zum Teil so groß, dass locker zwei Fußbälle darin Platz finden. Die Bäume an der Straße sehen aus, als wären sie befroren. Sie sind schneeweiß, wie auch die Dächer der Häuser. Wenn wir das geahnt hätten, wären wir den Umweg über die B42 gefahren, das hätte sicher auch nicht länger gedauert. Am Ende der Motocross-Strecke haben sich zwei unserer Schubladen in ihre Einzelteile zerlegt :-(

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Der Weg fängt ganz harmlos an...

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...wird langsam schlimmer...

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...und mündet schließlich in einer Buckelpiste

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Staub, egal wo man hinsieht

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Und noch mehr Staub

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Endlich geschafft

Als wir endlich am Eingang zu den Seen ankommen, ist es für uns schon zu spät, um noch rein zu gehen. Es sind zwar noch zwei Stunden bis Toresschluss, aber wir wollen uns dieses Naturschauspiel ja nicht im Dauerlauf ansehen. Also reservieren wir den nächsten Tag komplett für die Besichtigung und machen uns jetzt erst mal an der Information schlau. Dazu darf man übrigens bis zu 30 Minuten lang kostenlos parken, sehr angenehm. Es gibt mehrere ausgeschilderte Routen unterschiedlicher Länge und Dauer, von etwa 2 Stunden bis über 8 Stunden. Wenn wir schon mal hier sind, wollen wir natürlich alles sehen und planen schon mal die ganz große Tour ein.

Nachdem wir bescheid wissen, suchen wir uns ein Quartier für die Nacht. Ich will vom Parkplatz aus schon nach rechts abbiegen, um den Berg ganz hinunter zum "Camping Korana" zu fahren, als meine Frau sagt: "Auf dem Weg hierhin war so ein Schild von einem privaten Womo-Stellplatz, lass uns doch mal dahin zurück fahren". Schild? Was für ein Schild? "Zimmer frei" steht an jedem zweiten Haus, aber ein Stellplatz, wo war der denn? Wir fahren also noch mal ein paar Kilometer zurück und finden tatsächlich ein kleines Wohnmobil-Symbol auf einem ansonsten nicht zu übersehenden Schild direkt an der Straße. Also scharf rechts abgebogen, den schmalen Weg hochgefahren und schon stehen wir vor der Hofeinfahrt.

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Hier scharf rechts, bitte (von den Seen kommend)

Ein sehr freundlicher älterer Herr begrüßt uns in sehr gutem Deutsch und zeigt uns, wo wir das Auto hinstellen können. Der Preis ist nicht ohne, 25,- EUR will er haben (10 pro Erwachsenem, 5 pro Kind, der Hund ist gratis), dafür sind aber Strom, Wasser, Dusche und Toilette inklusive. Das Bad, das für die Womo-Besatzungen zur Verfügung steht, ist vom allerfeinsten. Sehr schön gefliest, alles peinlich sauber. Der CP unterhalb der Seen käme sicher auch nicht billiger, wäre dafür aber auf jeden Fall unpersönlicher. Wir fühlen uns wohl, also bleiben wir hier.

Wir stehen kaum 20 Minuten, da gesellt sich ein weiteres Womo zu uns. Aha, ist das Schild also doch noch jemandem aufgefallen. Ich muss gestehen, dass ich das Ding vollkommen übersehen habe, aber zum Glück hat meine Frau Adleraugen.

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Ein befestigter Platz mitten in den Bergen, was will man mehr?

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Besser als jeder Campingplatz

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Hinter unserem Womo ist das Haupthaus, ganz rechts das Gästehaus

Wie sich herausstellt, ist der nette ältere Herr ein Freund des Besitzers, Željko Cvetkovic. Ihn und seine Frau lernen wir wenig später kennen. Željko spricht gutes Englisch und wir unterhalten uns bald sehr angeregt. Er hat einen alten VW Campingbus gekauft und so haben wir gleich das richtige Gesprächsthema.

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Željko mit einem seiner Zwergspitze

Unsere Tochter freundet sich recht schnell mit seiner Nichte Marija an, die aus Bosnien zu Besuch ist. Sie ist ein Jahr älter als unsere Kleine und die Beiden verstehen sich auf Anhieb, obwohl sie sich kaum unterhalten können. Kinder eben, wirklich beneidenswert. Beide sprechen nur wenige Wörter englisch, aber das ist vollkommen ausreichend.

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Melina, Marija und eine Auswahl der tierischen Bewohner

Auch Fly findet schnell Anschluss, denn neben ihren eigenen drei kleinen Hunden, mit denen er eher wenig anfangen kann, hat die Familie noch Luna, einen Hund von Freunden, zu Besuch. Der ist genau seine Kragenweite und die Beiden spielen sofort drauf los.

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Luna und Fly

Abends sitzen wir noch lange zusammen und erzählen über alles Mögliche. Die Erwachsenen leben normalerweise alle in Zagreb, wohnen aber während der Sommermonate von Mai bis September hier in Jezerce. Zusätzlich zum Geschäft mit den Stellplätzen vermieten sie auch Gästezimmer, wie fast jeder hier im Dorf. Dazu haben sie ein kleines Häuschen hinter dem Haupthaus sehr schön hergerichtet, wirklich gemütlich. Der ältere Herr heißt Dr. Pivarski Dejan, ist pensionierter HNO und weiß so ziemlich alles über die Geschichte Jugoslawiens und Kroatiens. Wir unterhalten uns stundenlang, ohne dass es langweilig wird. Er bietet uns spontan an, uns morgen zu den Seen zu fahren, weil es zu weit zum Laufen ist und wir mit dem Womo 1 EUR pro Stunde Parkgebühr zahlen müssten. Wir nehmen natürlich dankend an.

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Meine Wenigkeit, die Dame des Hauses (deren Namen ich leider vergessen habe) und Dr. Dejan

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: --->Link

Gast am 10 Aug 2008 22:38:59


Sa, 05.07.2008
Jezerce, Plitvicer Seen


Dr. Dejan fährt uns wie versprochen zum Eingang des Parks. Er gibt uns seine Handynummer, damit wir ihm bescheid sagen können, wann er uns wieder abholen soll. Klasse Service!

Die Seen mit ihren unzähligen Wasserfällen sind wirklich einmalig schön, das sollte sich niemand entgehen lassen. Per Bus kann man sich zu den oberen Seen bringen lassen, wir laufen aber lieber. Durch die Größe des Parks verlieren sich die Menschenmassen, so dass es nirgends wirklich voll ist. Auf den Straßen, auf denen die Busse den Berg hochfahren, sind wir 45 Minuten lang völlig alleine unterwegs, so dass Fly auch mal ein Stück ohne Leine laufen kann.

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Leergefegte Straßen

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Eine romantische Bootsfahrt

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Einer der unzähligen kleineren Wasserfälle

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Und hier einer in mittlerer Größe

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Durch die relativ lange Verschlusszeit von 1/8 s wirkt das Wasser wie gemalt

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Einer der zahlreichen Seen

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Vorsicht, hier kann's nasse Füße geben

Wieder an den unteren Seen angekommen, besteigen wir das Boot, das uns zur Anlegestelle 1 bringt. Von dort gehen wir zum (laut Aussage eines der Parkangestellten) schönsten Aussichtspunkt der Seen. Und das ist, glaube ich, nicht übertrieben.

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Kein schwimmendes Haus, sondern eines der Elektroboote

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Das muss man mal live gesehen haben

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Treppensteigen bis zum Abwinken

Nach fast 10 Stunden Fußmarsch gönnen wir uns den Bus, um zum Eingang zurück zu gelangen. Dort rufen wir Dr. Dejan an, der uns 10 Minuten später wieder abholt. Auf der Rückfahrt bietet er uns an, uns morgen früh, bevor wir weiterfahren, eine alte Wassermühle zu zeigen. Sie liegt an einem der Zuläufe der Plitvicer Seen, die Gegend soll sehr schön sein. Auch dieses Angebot nehmen wir gerne an.

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Einer der "Busse"


So, 06.07.2008
Jezerce


Wir fahren zu einer uralten Wassermühle, die immer noch täglich in Betrieb ist und von einem 82 Jahre alten Mann in Schuss gehalten wird. Von ursprünglich 19 Stück, die mal hier an diesem Fluss standen, ist sie als letzte übrig geblieben. Das glasklare, eiskalte Wasser treibt über handgeschnitzte (!) Schaufelräder die Mühlsteine an, echt beeindruckend.

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Alt, aber noch voll funktionsfähig

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Die eigentliche Mühle befindet sich hinter dem Haupthaus

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Handgeschnitzte Schaufelräder!

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Die Mühlsteine, noch täglich im Einsatz

Zurück am Wohnmobil will meine Tochter vom Weiterfahren nichts wissen. Sie hat sich mit Marija angefreundet, der Hund kann den ganzen Tag rumtoben, alles ist prima. Ihr gefällt es hier so sehr, dass sie gern noch bleiben möchte. Also gut, hängen wir noch einen Tag dran.

Am Abend essen wir alle zusammen, es gibt herrlich riechenden, geräucherten Käse und Schinken, dazu selbstgebrannten Slivovitz. Diese Gastfreundlichkeit ist einfach toll. Wir reden noch über Gott und die Welt und haben eher das Gefühl, bei alten Bekannten statt Fremden zu stehen. Željko muss morgen sehr früh raus und verabschiedet sich deshalb schon gegen 21:30 Uhr von uns. Als Abschiedsgeschenk gibt er uns eine Flasche seines besten Weines mit, die wir mit guten Freunden leeren sollen. Das machen wir, versprochen!


Mo, 07.07.2008
Jezerce - Sveti Petar, 168 km


Heute wollen wir aber wirklich weiter, wieder Richtung Wasser. Für die tolle Bewirtung und die Fahrten zu den Seen und der Mühle wollen wir uns erkenntlich zeigen und geben Dr. Dejan 100 Kuna extra. Er lehnt diese aber so vehement ab, dass wir das Geld wieder einstecken müssen. Die Verabschiedung erfolgt genauso herzlich wie alles hier, und obwohl 25,- EUR pro Tag sicher kein Pappenstiel sind, würden wir immer wieder hierher kommen.

Das nächste Ziel soll weiter südlich liegen und so bemühen wir wieder unser Buch. Die Beschreibung von "Camping Filko" in Sveti Petar entspricht unseren Vorstellungen, also nix wie hin.

Der Platz ist wirklich sehr schön gelegen und nicht sehr groß, also so, wie wir es gern haben. Wir bekommen eine Parzelle in 30 Metern Entfernung zum Wasser, echt klasse.

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Ein schöner Platz, hier kann man es aushalten

Der Strand ist zwar winzig, dafür aber sehr sauber und es gibt zwei Duschen in unmittelbarer Nähe:

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Kleiner, aber feiner Strand

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Hier gibt's natürlich nur kaltes Wasser

Sauber sind auch die Toiletten und Duschen im Waschhaus, da gibt es nichts zu meckern. Das Entsorgungsbecken für Kassetten-Toiletten ist auch wirklich gut gemacht und sauberer als so manche Dusche, die wir schon gesehen haben. Was mir dagegen nicht gefällt, sind die Mini-Schächte zur Abwasserentsorgung. Sind die Abdeckungen schon nur etwa so groß wie ein DIN-A4-Blatt, sieht es darunter noch schlechter aus:

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Genaues Zielen ist hier angesagt, wenn man keinen Schlauch dabei hat

Laut Rainer Höh "perfekt", für uns ohne einen flexiblen Schlauch schlichtweg unbrauchbar. Da gibt es weitaus bessere Lösungen mit größeren, trichterförmigen Schächten, über die man einfach rüber fährt und den Hahn aufmacht. Egal, unser Tank hat noch ausreichend Reserve, so dass wir erst gar nicht versuchen, das Mini-Loch zu treffen.

Leider ist das Meer heute etwas trüb, wofür natürlich der Campingplatz nichts kann. Der Wind steht einfach ungünstig und bläst so einiges an Schmutz an die Küste, das kann sich morgen wieder ändern.


Di, 08.07.2008
Sveti Petar - Sukošan - Zadar - Sveti Petar, 39 km


Wir müssten mal wieder etwas einkaufen und der Bestand an Bargeld ist auch nicht mehr üppig. Wir fragen an der Rezeption nach, ob es eine Bank oder einen Geldautomaten in der Nähe gibt. In Sukošan soll es beides geben, also fahren wir die 8 Kilometer dorthin. Wir finden eine Poststation, wo wir Geld ausgezahlt bekommen. Auf unsere Nachfrage, wo man hier am besten einkaufen kann, bekommen wir "Zadar" als Antwort. Also fahren wir noch mal 10 Kilometer in die Richtung, aus der wir erst gestern gekommen sind. Gleich am Ortseingang ist rechts ein Lidl-Markt, dem wir einen Besuch abstatten. Wir bunkern vor allem Getränke, davon kann man bei diesen Temperaturen nie genug haben. Die Preise sämtlicher Artikel liegen durchweg über denen in Deutschland. Wenn man jetzt bedenkt, was die Leute hier so verdienen, dann kann man sich ausrechnen, wie teuer das Leben in Kroatien sein muss.

Abends erreicht mich eine SMS eines Arbeitskollegen: "Wetter in Deutschland: 19 Grad, Nieselregen. Viel Spaß noch." Zum Glück haben wir nicht auf Plan B (die Nord-Ostsee-Tour) gesetzt. Bei uns sieht es im Moment nämlich so aus:

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Wir vermissen gerade gar nichts


Mi, 09.07.2008
Sveti Petar, "Camping Filko"


Morgens ist das Wasser wieder klar, dafür weht kein Lüftchen, wodurch es sehr heiß ist. Als gegen Mittag wieder Wind aufkommt, ist kurz darauf auch das Wasser wieder voller Unrat. Wirklich schade. Am Nachmittag geht es aber wieder, so dass wir ein paar schöne Muscheln beim Schnorcheln finden.

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Der Wind treibt das Wasser und leider auch den Schmutz ans Ufer

Und hier noch etwas für die Kuriositätensammlung: Finde den Keil...

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Nicht, dass das Auto noch umkippt

Das kleine Restaurant gegenüber der Rezeption ist eigentlich keines, denn man kann nur zwischen 3 Gerichten wählen. Eine Karte gibt es nicht, die Bedienung erklärt uns, was heute zur Auswahl steht. Wir probieren die Schweinekoteletts und sind zufrieden, kein 3-Sterne-Menü, aber lecker und wir werden satt. Danach noch ein Eis (Mist, Vanille ist aus), und schon sitzen wir wieder am Ministrand und sehen uns den Sonnenuntergang an. Das Leben kann wirklich schön sein.

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Wir vermissen immer noch nichts


Do, 10.07.2008
Sveti Petar - Krka Nationalpark - Seget Vranjica, 140 km


Den Krka Nationalpark wollen wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen. Dazu fahren wir nach Skradin und parken direkt am Ortseingang, das kostet 25 Kuna für den ganzen Tag. Von hier aus sind es 15 Minuten Fußweg zum Hafen, von wo kostenlose Boote alle 45 Minuten zum Eingang des Nationalparks fahren. Achtung Hundebesitzer: Vierbeiner müssen auf den Booten einen Maulkorb tragen, egal wie lieb sie auch sein mögen! Zum Glück haben wir immer einen dabei, seit wir in Malcesine deswegen mal nicht in die Seilbahn durften. Die Überfahrt dauert etwa 20 Minuten, danach kann der Maulkorb wieder im Rucksack verschwinden.

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Hier entlang geht's zum Hafen

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Die Gassen werden langsam enger

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Ups, da wären wir doch beinahe ins falsche Boot eingestiegen

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Das Ding kann übrigens jeder chartern, etwas Kleingeld vorausgesetzt

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Mehr Infos? --> Link

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Das hier ist das Richtige, mit dem geht's zum Park

Der Park selbst ist traumhaft, wir laufen etwa 5 Stunden an tollen Wasserfällen vorbei und sehen jede Menge Frösche und Libellen. Die Wasserfälle sind nicht so zahlreich wie an den Plitvicer Seen, dafür aber meistens breiter und mehrstufig und dadurch nicht weniger imposant.

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Gegenverkehr

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Schwimmen im Nationalpark? Kein Problem!

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Wasser ohne Ende

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Da sind wir hergekommen

Zurück am Wohnmobil legen wir erstmal eine längere Pause ein und kochen uns etwas. Der Parkplatz ist ja bezahlt, also immer mit der Ruhe. Danach fahren wir weiter Richtung Süden, zum "Camping Belvedere" in Seget Vranjica bei Trogir. Ein sehr großer Platz, was ja eigentlich nicht unser Ding ist. Aber der Strand soll vom Hörensagen sehr schön sein, also versuchen wir es einfach mal.

Der erste Eindruck ist sehr gut. Gleich hinter der Rezeption liegen rechts ein Minigolfplatz, mehrere Tennisplätze und ein kleiner Markt. Am Strand gibt es einen Bootsverleih und eine Anlegestelle, von der aus man per Taxi-Boot für 15 Kuna nach Trogir fahren kann. Und auch an die Vierbeiner wurde gedacht: Am südlichen Ende des Platzes befindet sich ein Hundestrand und neben dem Waschhaus gibt es eine spezielle Dusche für sie.

Wir finden einen Platz auf der zweiten Ebene vom Meer aus gesehen, gleich neben der Treppe, die zum Strand hinunter führt. Die Duschen und Toiletten sind auch nur einen Steinwurf entfernt, also alles paletti. Nachdem das Womo steht, will ich noch den Strom anschließen, denn durch unsere relativ kurzen Fahrzeiten schafft es die Lichtmaschine nicht, die Bordbatterie komplett zu laden. Ein großer Verteilerkasten befindet praktisch neben uns auf der nächsten Etage des Platzes, also Kabel rein und... oh Mann, 20 Steckdosen, aber alles normale Schukos. Also den Adapter holen, wo isser denn gleich? Nach 5 Minuten suchen ist klar, er liegt Luftlinie geschätzte 1.500 Kilometer entfernt in der Garage. Na gut, dann eben ohne Strom, für das bisschen Licht wird's schon noch reichen.

Wir gehen gleich mal runter zum Strand, der wirklich sehr schön ist. Feiner Kies statt der sonst üblichen groben Felsen, echt toll. Das Wasser ist im Moment sehr klar, aber wir wissen ja inzwischen, wie schnell sich das ändern kann.

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Bootsvermietung

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Weiter links ist ein nicht so schöner "Betonstrand"

Zurück am Wohnmobil wollen wir den Abend schön ruhig ausklingen lassen. Wobei "ruhig" auf einem Platz mit mehreren 100 Leuten halt so eine Sache ist. Dazu kommt noch eine wahre Invasion von winzigen Fliegen, die sich wirklich überall niederlassen, so dass wir schon bald die Waffen strecken und uns ins Bett zurückziehen.

Wenn man so ganz still daliegt und eigentlich schlafen will, hört man alle Geräusche natürlich noch viel intensiver. Das Kindergeschrei im Wohnwagen gleich gegenüber, das auch nach 20 Minuten nicht weniger wird. Oder die Heerscharen, die wild diskutierend vom gemeinsamen Grillen zurückkehren. Oder die Besoffenen, die bis in den frühen Morgen Heimatlieder singen.


Fr, 11.07.2008
Seget Vranjica, "Camping Belvedere"


Meine Frau ist da im Gegensatz zu mir relativ empfindlich und hat kaum ein Auge zugemacht. Noch dazu liegen im ganzen Innenraum tote Fliegen rum, was ihre Laune nicht gerade verbessert. Sie schickt mich und unsere Tochter raus, damit sie klar Schiff machen kann. Also gehen wir zum Wasser, und auch hier finden wir die toten Fliegen in Form von großen schwarzen Flecken, die auf dem Wasser treiben. Wir gehen trotzdem rein und schnorcheln ein wenig, aber das Wasser ist total trüb, die Sicht entsprechend schlecht und als wir wieder rauskommen, sind wir mit einer geschlossenen Schicht Fliegenleichen überzogen. Zum Glück gibt es Duschen direkt am Strand, die wir gleich mal ausgiebig testen. Es dauert schon ein paar Minuten, bis kein Ungeziefer mehr aus den Haaren fällt. Wir sind erstmal bedient.

Am Nachmittag versuchen wir es noch einmal am Hundestrand. Dort ist das Wasser tatsächlich viel klarer, obwohl es bis hier nur rund 150 Meter sind. Ein paar Fliegen fangen wir uns auch hier ein, aber längst nicht so viele wie heute Morgen.

Durch unseren Hund kommen wir mit einer Familie aus Viersen ins Gespräch, die mit zwei Leonbergern unterwegs ist. Das sind sehr große, unglaublich gemütliche und gutmütige Teddybären, wirklich sehr schöne Tiere. Wir bekommen den Tipp, runter bis in den südlichsten Zipfel Kroatiens nach Molunat ins "Camp Monika" zu fahren. Das sind laut Navi gut 300 km, die in 5 Stunden zu schaffen sein müssten.

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Der Platz ist eigentlich nicht schlecht, wenn er nur nicht so laut wäre


Sa, 12.07.2008
Seget Vranjica - Molunat, 333 km


Auch diese Nacht war alles andere als ruhig, zumindest für meine bessere Hälfte. Ich habe geschlafen wie ein Murmeltier, aber das tue ich eigentlich immer. Somit steht der Entschluss fest, dass wir heute weiterfahren. Da wir noch gut eine Woche Zeit haben, wollen wir uns Molunat mal ansehen.

Wir folgen der Adria Magistrale, und obwohl wir uns schon seit Tagen an der Küste aufhalten, können wir uns kaum daran satt sehen. Hinter jeder Kurve ein neues Panorama, einfach nur schön. Kurz hinter Dubrovnik nutzen wir die Gelegenheit, unsere Lagerbestände noch einmal aufzufüllen. Schon einige Kilometer vorher weisen unübersehbare Schilder auf den wohl südlichsten Lidl Kroatiens hin. Gleich nebenan ist auch ein Getro-Markt, auf dessen Parkplatz sehr viele Autos stehen, während beim Konkurrenten vergleichsweise wenig los ist. Wir geben deshalb zunächst einmal unsere leeren PET-Flaschen bei Lidl ab und merken uns ein paar Preise, um sie anschließend mit denen von Getro zu vergleichen. Ein Unterschied ist kaum feststellbar, allerdings ist das Warensortiment bei Getro sehr viel größer. Während man bei Lidl das bekommt, was man von Deutschland gewohnt ist, kann man bei Getro von Lebensmitteln über Fahrräder bis zu Autoreifen so ziemlich alles kaufen. In Deutschland eher mit Real zu vergleichen als mit den bekannten Lebensmitteldiscountern.

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Cool, eine Bucht, die nur mit dem Boot erreichbar ist

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Gut ausgebaute Serpentinen

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Schöne Straße, super Wetter, was will man mehr?

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Kurz vor Dubrovnik

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Gleich hinter Dubrovnik scharf links

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Letzte Möglichkeit für einen Großeinkauf

Auch das "Camp Monika" wird frühzeitig angekündigt, und zwar schon 100 km im Voraus, kein Witz! Leider konnten wir an dem Schild wegen des Verkehrs nicht anhalten, wir hätten gern ein Foto davon gemacht. Es folgen noch zwei oder drei weitere dieser Hinweise, bevor man in Molunat ankommt.

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Kurz vor dem Ziel

Das, wie ich kurz darauf feststelle, letzte Schild schickt uns einen schmalen Weg mit einigem Gefälle hinunter. Wir rollen langsam an einem Seitenweg vorbei, in dem ein Wohnwagen steht, dann kommen ein paar Zelte und plötzlich dämmert es mir: Wir sind schon mittendrin im "Camp Monika". In Seget Vranjica hatten wir noch den Rat bekommen, vor der Einfahrt auf den CP von oben zu schauen, wo noch ein geeigneter Platz ist. Das Gelände ist in mehrere Terrassen unterteilt, und einmal ganz unten angekommen, könnte man sich mit kurzen Fahrzeugen vielleicht noch drehen, aber mit längeren müsste man den Berg rückwärts wieder rauf fahren bis zu der entsprechenden Ebene.

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Wer hier runter fährt, sollte sich schon erkundigt haben, wo noch ein Platz frei ist

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Am besten vorher hier an der Information halten

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Aber davon wussten wir ja zu dem Zeitpunkt noch nichts

Na gut, zu spät. Von oben war nichts von einem Campingplatz zu sehen, und jetzt stehen wir schon fast an der Rezeption, die sich auf der untersten Etage befindet. Also weiter, wird schon schiefgehen. Ganz unten angekommen, werden wir auch gleich von der Inhaberin begrüßt. Monika heißt sie, was den Namen des Platzes erklärt, und ist vor etlichen Jahren aus Deutschland hierher ausgewandert. Sie zeigt uns einen Platz auf der Ebene gleich über der Rezeption, der uns sofort zusagt. 3 Meter bis zur Stromsäule (ja, CEE-Dosen!), 20 Meter bis zu den peinlich sauberen Duschen und Toiletten, Luftlinie 30 Meter bis zum Wasser (durch die Terrassen vielleicht 50 Meter zu laufen). Was will man mehr?

Ob ich wenden oder es rückwärts versuchen möchte, fragt sie abschließend. Wenden wäre mit unseren 6,20 m so gerade noch möglich, aber dann müsste ich noch mal nach ganz oben und wieder runter fahren, nur um ein Stockwerk höher zu gelangen. Ich vertraue meinen Fahrkünsten und benutze den Rückwärtsgang. Da der länger übersetzt ist als der 1. Gang und ich die Kupplung nicht unnötig schleifen lassen will, geht es recht zügig den Berg rauf. Rangieren nur mit Blick in die Rückspiegel kenne ich noch aus meiner Zeit als LKW-Fahrer, und so kommen wir problemlos auf die nächste Etage.

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Blick aus dem Küchenfenster

Nachdem das Womo vernünftig steht, gehen wir noch mal zur Rezeption, um uns ordnungsgemäß anzumelden. Für den Hund ist der Platz kostenlos, sehr gut, das haben wir auch schon anders erlebt. Mit ihm zum Strand zu gehen ist auch kein Problem, es gibt kein Verbot. Allerdings empfiehlt sie uns, möglichst morgens oder abends mit ihm zu schwimmen, denn es hat wohl auch schon mal Leute gegeben, die sich darüber aufgeregt haben. Da sei sogar die Polizei gerufen worden, die allerdings nichts gemacht hat, da es wie gesagt kein Verbot für Hunde gibt. Da wir sowieso lieber dann zum Strand gehen, wenn wenig los ist, haben wir damit kein Problem.

Abends ist tatsächlich niemand in der Nähe des Strands, so dass wir in Ruhe das Wasser testen können. Ergebnis: Trotz Sandstrand (!) das bisher klarste Wasser auf unserer Tour. Und sehr flach ist es hier auch, 20 Meter vom Strand entfernt geht uns das Wasser gerade mal bis zum Bauch.


So, 13.07.2008
Molunat, "Camp Monika"


Am nächsten Morgen sieht man erst so richtig, wie schön der Campingplatz gelegen ist. Die kleine, wunderschöne Bucht sieht aus wie gemalt, das Wasser ist glatt wie gebügelt, ein echter Traum. Direkt an den Platz angrenzend befindet sich ein kleines Restaurant, und im Dorf, das man zu Fuß in 10 Minuten erreicht, gibt es eine Bäckerei und einen kleinen Markt. Auf dem Weg dorthin kommen wir an zwei weiteren Campingplätzen vorbei, die uns aber nicht so sehr gefallen. Dazu finden wir noch etliche Häuser, die Zimmer vermieten sowie 2-3 Bootsverleiher. Alles in allem sehr übersichtlich, aber urgemütlich. Eben ein nettes, kleines Fischerdorf.

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Links kann man gut die Terrassen erkennen. Das Weiße in der Mitte ist das Restaurant

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Das Dorf liegt noch etwas weiter rechts

Schnorcheln macht hier so richtig Spaß, denn man kann bestimmt 10 Meter tief sehen. Felsige Abschnitte wechseln sich mit schneeweißem Sandboden ab, und stellenweise glaubt man, man schwebt über eine Wiese. Unglaublich schön und total ruhig, für uns ganz klar der bisher schönste Platz auf unserer Tour.


Mo, 14.07.2008
Molunat, "Camp Monika"


Wir wollen die Bucht mal genauer erkunden und gehen deshalb am Ende des Strands in Richtung der alten Mauer. Dort treffen wir einen Einheimischen mit seinem Hund, einem pechschwarzen Riesenschnautzerweibchen, "Jerra" genannt. Der Name wird wahrscheinlich anders geschrieben, aber so hat er ihn ausgesprochen. Jerra und Fly verstehen sich auf Anhieb, was der alte Mann ganz toll findet. Er spricht eine sympathische Mischung aus Englisch und Deutsch, wobei das Englisch klar überwiegt. Ob wir einen schönen Platz sehen wollen, fragt er. Na klar wollen wir, und schon läuft er los, dass wir fast Mühe haben, ihm mit unseren Badeschlappen zu folgen. Er zeigt uns ein paar wirklich schöne Aussichtspunkte und erzählt uns einiges zur Geschichte des Dorfs. Leider hat er heute wenig Zeit, weil er Besuch erwartet und dafür noch einiges vorbereiten muss. Er verabschiedet sich mit dem Hinweis, dass seiner Schwester das große Haus am Hang gehört und sie sehr gut Deutsch spricht. Und falls wir irgendwelche Probleme hätten, sollen wir einfach vorbeikommen, sie wird uns weiterhelfen. Wir sind mal wieder von der Gastfreundlichkeit hier verblüfft. Wildfremde Leute behandeln dich sofort wie alte Freunde, echt toll!

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Da geht's lang

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Die Bucht aus einer anderen Perspektive

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Wir folgen ihm über Stock und Stein (mehr Stein als Stock)

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Irgendwo da hinten liegt Italien

Nachmittags das Übliche, wir schwimmen und schnorcheln, denn sonst kann man hier nicht viel unternehmen. Hier gibt es nur Ruhe, nichts als Ruhe. Genau der richtige Ort, um die Seele baumeln zu lassen. Es gibt auch eine Tauchbasis ganz in der Nähe, da wir aber über das Schnorcheln noch nicht hinaus gekommen sind, nützt uns das im Moment wenig. Die angebotenen Anfängerkurse dauern leider länger, als unsere Zeit es zulässt. Wirklich schade, denn ausprobieren würden wir das schon gern.

Fly widmet sich auch hier wieder seiner Lieblingsbeschäftigung: Mit Kindern Fußball spielen. Und zwar so richtig, mit den Vorderbeinen, nicht so ein Gestupse mit der Nase. Der Kerl haut teilweise unter den Ball, dass man Mühe hat, ihn festzuhalten. Schon mehrmals sind wir mit ihm gefilmt worden, so auch hier in Molunat. Bin mal gespannt, wann unser Hund im TV zu sehen ist, vielleicht bei "Die lustigsten Tiervideos" oder was es da sonst so gibt.

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Mittendrin statt nur dabei

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Da staunt auch so mancher Erwachsene, Kinder sowieso

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Immer volle Konzentration

Abends testen wir das Restaurant und sind durchweg begeistert. Ich genehmige mir gegrillte Calamares, während die Mädels wenig Experimentierfreude zeigen bei den ihnen von zuhause bekannten Schnitzeln bleiben. Wie auch immer, alles schmeckt sehr gut, absolut empfehlenswert und gar nicht teuer.

Gast am 10 Aug 2008 22:39:42


Di, 15.07.2008
Molunat - Žigljen, 472 km


Eigentlich war die Heimreise erst für Mittwoch geplant, aber man weiß ja nie, ob nicht unterwegs etwas dazwischen kommt. Also beschließen wir, schon heute langsam wieder die Heimat anzusteuern. Unsere Platznachbarn geben uns noch den Rat mit auf den Weg, doch mal auf die Insel Pag zu fahren. Bei Zadar über die Brücke rauf und von Žigljen mit der Fähre wieder runter. Eine sehr schöne Landschaft soll man dort sehen können.

Die Rückfahrt über die Küstenstraße verläuft unspektakulär, allerdings sitze ich jetzt auf der westlichen Seite und kann so mal den einen oder anderen Blick auf die Adria werfen, ohne wie bei der Hinfahrt das halbe Fahrerhaus im Blickfeld zu haben. Wir beherzigen die Empfehlung aus Molunat und fahren hinter Zadar auf Pag. Gleich hinter der Brücke (Paški-Most) fahren wir links die kleine Straße zur Brückenfestung (Most Fortica) rein, machen eine Pause und essen dabei ein Süppchen.

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Paški-Most, von der Most Fortica aus gesehen

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Von der Festung ist nicht mehr viel übrig

Die Sonne steht schon sehr tief, als wir weiterfahren. Mal sehen, wo wir ein Plätzchen zum Übernachten finden. Wir kommen zum "Camping Šimuni" und fragen nach einem Stellplatz. Platz wäre schon noch vorhanden, aber schlappe 41,30 EUR für uns Vier, ja geht's denn noch? Für einen einfachen Platz für eine Nacht, nur so zum Stehen und Schlafen, denn wir brauchen weder die Toiletten noch Strom oder Wasser. Allein für den Hund werden 5,90 EUR fällig, in Worten: Fünf Euro Neunzig! Die haben doch einen an der Klatsche, wir fahren weiter. Aber auch der zweite Campingplatz auf der Insel, "Camping Straško" hat Mondpreise, will sogar 42,50 EUR haben. Ich gehe kopfschüttelnd zurück ins Womo.

Meine Frau hat eine Idee: Freistehen. Aber mitten in der Saison? Das könnte Ärger geben, denn natürlich ist es Verboten. Außerhalb der Saison, wenn hier nichts mehr los ist, mag es vielleicht geduldet werden, aber jetzt? Keine Chance! Auf dem Weg hierher waren zwar durchaus einige Möglichkeiten, wo es ganz sicher niemanden stören würde. Aber: siehe oben. Am besten fahren wir aufs Festland und sehen und dort nach einem Schlafplatz um.

Als wir kurz vor der Anlegestelle bei Žigljen sind, fahren wir links von der Straße runter, um kurz zu parken und uns das Ganze mal von oben anzusehen. Es ist mittlerweile fast dunkel. Die Straßenlaternen an der Anlegestelle und vor allem die hell beleuchtete Fähre sehen schon toll aus. Letztere legt gerade ab, so dass wir uns nicht zu beeilen brauchen. Wir stehen also so etwa 20 Minuten da oben rum, vielleicht 15 Meter von der Hauptstraße entfernt und kaum ein Auto kommt vorbei. Obwohl die Fähre rund um die Uhr fährt, ist der Bedarf nach 22:00 Uhr wohl eher gering. Und schnell ist der Entschluss gefasst: Wir bleiben einfach hier, Vorhänge zu und fertig.

Gegen Mitternacht werde ich wach, weil Fly unruhig herumläuft. Er hat anscheinend Stimmen gehört, die ich jetzt auch wahrnehme, allerdings aus weiter Entfernung. Ich sehe mal nach. Die Stimmen kommen vom Anleger, wo eine Gruppe junger Leute mit ihren Autos auf die Fähre wartet und zum Zeitvertreib eine Runde Fußball spielt. Völlig harmlos, ich will schon wieder reingehen, als ein Wohnmobil an uns vorbeifährt. Unten an der Anlegestelle angekommen, fährt es an den wartenden Autos vorbei und parkt schließlich am Rand des großen Parkplatzes. Die Lichter im Innenraum gehen an, die Vorhänge zu und das Licht wieder aus. Der bleibt über Nacht da stehen!


Mi, 16.07.2008
Pag - Mason, 439 km


Tatsächlich, das Wohnmobil von gestern Abend steht auch heute Morgen um 7 noch da. Ob heute Nacht tatsächlich keine Polizei vorbeigekommen ist oder es ihnen einfach egal war, kann ich natürlich nicht sagen. Auf jeden Fall haben wir gut geschlafen.

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Blick aus dem Badezimmerfenster

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Da geht's zur Fähre

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Schöner Stellplatz mit toller Aussicht, und das für lau!

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Nicht viel los hier

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Die Anlegestelle, unsere Fähre (rechts zu sehen) hat gerade in Prizna abgelegt

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Gleich hat uns das Festland wieder

Die Fähre kostet für uns komplett 228 Kuna, wobei 188 schon allein für das Womo fällig sind. Nicht schlecht für 15 Minuten Überfahrt. Danach touren wir schön gemütlich die Küstenstraße entlang, es ist nichts los, kaum Verkehr.

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Auf dem Heimweg, schnief

Wir wollen die 35 EUR für die Vignette in Slowenien sparen und fahren deshalb über die B7 nach Trieste. Die Straßen sind wie ausgestorben, ich hätte viel mehr Verkehr erwartet. Im Internet habe ich einiges über den Trubel rund um Trieste gelesen, aber davon ist absolut nichts zu sehen.

Unterwegs fragt unsere Tochter, ob wir nicht noch am Gardasee vorbei fahren können. Liegt zwar nicht auf dem Weg, aber wir haben ja noch ein paar Tage Zeit. Also rauf auf die Autobahn Richtung Mailand. Mit der Maut habe ich übrigens kein Problem, solange der Gegenwert stimmt. Und das ist in Slowenien mit der aktuellen Regelung ganz einfach nicht der Fall. Aber das ist eine andere Geschichte.

16:40 Uhr, etwa 1000 Meter vor der Ausfahrt Soave auf der A4. Ich setze zum Überholen eines LKWs an, da dreht der Motor plötzlich hoch, als wäre der Gang rausgesprungen. Ist er aber nicht, das wäre ja auch zu einfach. Fünfter Gang hinüber? Ist ja ein bekanntes Problem bei den alten Ducatos. Aber auch in den restlichen Fahrstufen passiert nicht das, was man eigentlich erwartet. Vortrieb gleich Null, wir rollen 100 Meter vor der Ausfahrt in einer Not-Haltebucht aus, nichts geht mehr. Zum ersten Mal kommen unsere Warnwesten zum Einsatz. Meine Frauen gehen hinter die Leitplanke, um mit Fly eine Runde Gassi zu gehen. Ich lege mich kurz unters Auto, kann aber natürlich nichts Außergewöhnliches feststellen.

ADAC in Italien, wie war das noch gleich? Keine Ahnung, aber in unserem Kroatien-Buch finden wir die internationale ADAC-Nummer, die also auch für Italien gilt. Es ist die bekannte 222222, allerdings in Verbindung mit der internationalen Vorwahl für München. Na darauf hätte ich auch selber kommen können. Die nette Dame am anderen Ende der Leitung verbindet mich wieder zurück nach Italien, wo sich ebenfalls eine angenehme Stimme meiner annimmt. Nach dem Angeben aller relevanten Daten will sie sofort einen Abschleppdienst vorbei schicken. Allerdings könnte es bis zu dessen Ankunft etwa eine Stunde dauern, weil gerade viel los sei. Kein Problem, wir warten hier, was sollen wir auch sonst tun?

17:25 Uhr, der ACI-Mann ist da, schneller als erwartet. Er spricht aber leider kein Deutsch und nur wenige Worte Englisch, und ich versuche deshalb, ihm mit Händen und Füßen zu erklären, dass wir wahrscheinlich ein Problem mit dem Getriebe haben. Er zuckt nur mit den Schultern und lädt in aller Ruhe das Wohnmobil auf den Abschleppwagen. Ich soll mit zu ihm nach vorn, weil ich ja das Maut-Ticket an der Ausfahrt zahlen muss, soviel verstehe ich noch. Da das Abschleppfahrzeug nur 3 Sitze hat, bleiben meine Frauen und Fly im aufgeladenen Womo sitzen. Keine Ahnung, ob das so erlaubt ist, auf jeden Fall fährt der junge Mann wirklich sehr vorsichtig, da gibt es nichts zu meckern.

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Aussicht auf dem Schleppwagen

Er bringt uns zu einer freien Werkstatt in einem abgelegenen Industriegebiet in der Nähe von Mason. Auch da spricht leider niemand etwas anderes als Italienisch. Mein entsprechendes Vokabular beschränkt sich auf vielleicht 20 Wörter und beinhaltet natürlich keinerlei technische Begriffe wie Kupplung, Getriebe oder Antriebswelle. Ich verstehe allerdings, dass ich starten und den 1. Gang einlegen soll, während der Meister sich halb unter den Motor legt. Er kommt wieder vor und erklärt mir etwas von "Frictione", während er die Handflächen drehend gegeneinander reibt. Aha, die Kupplung soll hinüber sein. Aber kündigt sich ein Kupplungsschaden nicht vorher durch heftiges Rupfen beim Anfahren oder ein Durchrutschen beim Beschleunigen allmählich an? Wieso sollte sie von einer auf die andere Sekunde so stark verschleißen? Ich vermute immer noch einen Getriebeschaden, aber wie soll ich ihm das erklären?

Der Meister ruft beim ADAC an, damit die Dame dort mir das Problem auf Deutsch schildern kann. Sie bestätigt mir, dass nach Meinung der Werkstatt vermutlich die Kupplung das Problem ist. Ich erkläre ihr, dass ich eher einen Getriebeschaden vermute, was sie dem Meister auch prompt übersetzt. Wie auch immer, falls es wirklich die Kupplung ist, kostet die Reparatur auf jeden Fall 600 EUR plus Märchensteuer und das Fahrzeug würde bis spätestens Samstag fertig werden. Ist es das Getriebe, schleppt der ADAC das Auto zu uns nach Hause, damit wir es dort reparieren lassen können. Was genau defekt ist, stellt sich aber erst morgen früh heraus, denn für heute ist Feierabend.

Für unseren Verbleib gibt es ebenfalls 2 Möglichkeiten:

1. Wir suchen uns ein Hotel, denn ein ADAC Vertragshotel gibt es nicht in der Nähe. Die Kosten müssten wir vorstrecken und würden sie zuhause erstattet bekommen. Im Wohnmobil zu übernachten geht natürlich schlecht, während es auf der Hebebühne steht. Zusätzlich würden wir einen Leihwagen bekommen, damit wir nicht im Hotel festsitzen.

2. Wir bekommen ein Auto vom ADAC, um damit nach Hause zu fahren. Das sind über 1000 km. Und falls die Kupplung tatsächlich das Problem war, würde das Womo wie gesagt bis Samstag fertig und müsste dann natürlich hier abgeholt werden. Also noch mal die gleiche Strecke 2 Tage später wieder hier runter gurken. Nicht sehr sinnvoll.

Wir beschließen zusammen mit der Dame vom ADAC, dass wir heute vor der Werkstatt im Wohnmobil schlafen und morgen die Diagnose der Werkstatt abwarten. So schnell kann es gehen: Gerade noch auf dem Weg zum Gardasee, und nur eine Stunde später sitzen wir buchstäblich mitten im Nirgendwo fest :-(

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Die kleine Werkstatt...

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...mitten im Nichts


Do, 17.07.2008
Mason


Geschlafen haben wir trotz des Ärgers ganz passabel, auch wenn an der 100 Meter entfernten Mautstation alle paar Minuten irgendeine Alarmhupe getrötet hat. Das Rauschen des Verkehrs auf der ebenfalls rund 100 Meter entfernten A4 ersetzt zwar nicht das Meeresrauschen der letzten Tage, wirkt aber auch irgendwie beruhigend und einschläfernd.

Ich bin schon um 06:30 Uhr wach und gehe mit dem Hund raus. Um uns herum ist immer noch nichts los. Also lege ich mich noch ein Stündchen hin, was soll man hier auch sonst tun außer schlafen?

07:50 Uhr, es regt sich was, der Meister ist da und schiebt das Tor auf. Fast zeitgleich kommt der Abschleppwagen angefahren und lädt einen italienischen Audi ab, um den sich sofort gekümmert wird. Vielleicht nur eine Kleinigkeit, die schnell behoben ist. Und tatsächlich, nach nur 20 Minuten klappt die Haube wieder zu. Allerdings bleibt das Auto in der Werkstatt und sein Besitzer alles andere als ruhig. Also wohl doch etwas Größeres, das nicht sofort repariert werden kann.

Ich sehe mir die Werkstatt einmal genauer an. Die Belegschaft besteht nur aus einer Büroangestellten, einem Mechaniker und dem Meister, also nicht gerade ein Großbetrieb. Die verhältnismäßig große Halle ist blitzsauber, dagegen sieht meine Garage zuhause aus wie ein Schlachtfeld. Es gibt 2 Hebebühnen, die aussehen, als wären sie gestern erst eingebaut worden. Alle Spezialwerkzeuge hängen fein säuberlich sortiert an der Wand, und auch die Werkzeugwagen der Mechaniker sind in allerbestem Zustand und penibel aufgeräumt. Das hier hat nichts von einer Hinterhofwerkstatt, was mich wirklich sehr beruhigt.

09:30 Uhr, der Audi wird wieder aufgeladen. Anscheinend kann oder soll er hier nicht repariert werden.

09:40 Uhr, der Abschleppwagen postiert sich hinter unserem Fahrzeug. Der Mechaniker kommt, deutet auf die offen stehenden Fenster und sagt: "Close, Camper Garage". Aha, es geht also los. Eine dicke Abschleppstange wird zwischen den Anhängerkupplungen beider Autos montiert und unser Womo so rückwärts in die Halle bugsiert. Das klappt sehr gut, so dass wir nur die letzten Meter etwas vor und zurück schieben müssen, um unser rollendes Heim genau zu positionieren.

10:00 Uhr, eine SMS vom ADAC kommt rein, ein Mietwagen steht zur Abholung am Bahnhof in Vicenza bereit. Nur 2 Minuten später folgt ein Anruf, ob alles soweit in Ordnung ist und wir die Nachricht erhalten haben. Haben wir, aber eigentlich war doch ausgemacht, dass wir abwarten, was genau kaputt ist. Davon weiß der ADAC-Mitarbeiter nichts und weist mich stattdessen darauf hin, dass das Auto bis 11:30 Uhr abgeholt werden kann.

10:10 Uhr, wir holen alle Papiere und Wertsachen aus dem Womo. Irgendwie schaffen wir es, der Bürokraft zu erklären, dass wir ein Taxi nach Vicenza brauchen.

10:35 Uhr, das Getriebe ist raus und die Mitnehmerscheibe sowie der Kupplungsautomat liegen auf dem Werkzeugwagen des Mechanikers. Unglaublich, sowas hab ich auch noch nicht gesehen. Der innere Teil der Mitnehmerscheibe mit dem Ruckdämpfer ist vom äußeren Teil mit dem Reibbelag komplett abgetrennt, einfach durchgebrochen!

10:40 Uhr, ich will noch schnell ein Foto von der Mitnehmerscheibe machen, aber im gleichen Augenblick kommt auch schon das Taxi. Der Fahrer spricht sehr gutes Englisch. Danke, wir sind gerettet! Eine der Antriebswellen hat eine defekte Manschette. Ich bitte den Taxifahrer, dem Werkstattmeister zu erklären, dass das gleich mitgemacht werden soll. Kein Problem, hätten sie sowieso gemacht, ist ja schon alles auseinander geschraubt.

Ich zeige ihm die SMS vom ADAC und erkläre ihm, dass wir nach Vicenza, zur Statione 1 müssen. "Alles klar, Hauptbahnhof Vicenza" antwortet er in fast perfektem Deutsch. Oh Mann, warum sagt er nicht gleich, dass er uns versteht? "Mein Deutsch ist sehr schlecht, Englisch ist besser" antwortet er. Na, wenn ich nur halb so gut Italienisch könnte wie er Deutsch, dann wäre ich mehr als froh.

Es sind rund 25 Kilometer bis Vicenza, während denen wir uns angeregt unterhalten. Am Bahnhof gibt es zum Glück einen Geldautomaten, denn unser Bares reicht nicht mal mehr für das Taxi. Gleich am Eingang finden wir ein Plakat der Mietwagenfirma, so dass wir deren Büro schnell ausmachen können. Wir bekommen einen "Grande Punto", fast neu mit gerade mal etwas über 4.000 Kilometern auf der Uhr. Silbermetallic, vier Türen, eigentlich ein schönes Auto. Wenn da nur nicht dieses nervtötende Geräusch des Blinkers wäre. Piep pip, piep pip, piep pip. Kennt ihr das, wenn es nur eine winzige Kleinigkeit ist, die euch davon abhält, einen Gegenstand zu kaufen? Auch, wenn er ansonsten eigentlich perfekt ist? Dieser Blinker wäre für mich schon der Grund, keinen Punto zu kaufen. Und falls das Teil bei allen italienischen Autos so nervig klingt, dann habe ich auch die Erklärung dafür gefunden, warum hier so gut wie niemand den Blinker benutzt. Ich kann es jetzt nachvollziehen.

Mittlerweile ist es Mittag. Wohin jetzt? Auf dem Weg hierhin hat unsere Tochter McDonalds entdeckt, also erstmal etwas essen. Anschließend frage ich beim ADAC nach, ob sie uns eine Unterkunft besorgen können. Da wir ja jetzt mobil sind, muss das Hotel nicht in unmittelbarer Nähe der Werkstatt liegen. Allerdings weise ich ausdrücklich auf unseren Hund hin, der auf jeden Fall mit muss. 10 Minuten später kommt eine neue SMS, in der die Reservierung eines Zimmers im "Hotel Arie" hier in Vicenza bestätigt wird. Beim folgenden Kontrollanruf sagt die Dame ohne Nachfrage, dass sie sich speziell wegen dem Hund noch mal erkundigt hätte. Das sei gar kein Problem, wir können ihn selbstverständlich mitnehmen. Sie hat auch schon bei der Werkstatt nachgefragt. Morgen um 10:00 Uhr kann der Meister sagen, wann das Womo fertig wird und was die Reparatur genau kostet. Er sagt dann beim ADAC bescheid, der uns wiederum entsprechend informieren wird.

An dieser Stelle möchte ich mich einmal für den wirklich sehr guten Service des ADAC bedanken. Klar, meistens zahlt man jahrelang seine Beiträge, ohne die gelben Engel zu benötigen. Das ist halt so, wie bei einer Versicherung. Und so mancher hat sicher schon darüber nachgedacht, aus dem Club auszutreten und sich das Geld zu sparen. Gut, das muss jeder für sich entscheiden. Aber alleine das Wissen, dass man nur dort anruft und alles wird irgendwie geregelt, ist mir jeden Cent des Jahresbeitrags wert.

Ich gebe die Adresse des Hotels ins Navi ein. Aha, nur 6 Kilometer von hier, also gleich um die Ecke. Na dann wollen wir mal dort einchecken. Die Strecke führt mitten durch die Stadt, und schon nach wenigen Metern kommen mir ernsthafte Zweifel, ob Italiener zum Autofahren überhaupt eine Prüfung ablegen müssen. Die Beachtung von Vorfahrtregeln und Straßenmarkierungen scheint ihnen körperliche Schmerzen zu bereiten. Ich halte an einem Zebrastreifen, an dem eine ältere Frau mit einem Kind an der Hand darauf wartet, endlich über die Straße gehen zu dürfen. Beide können es kaum glauben und bedanken sich bei mir, als hätte ich sie zum Essen eingeladen. Ein Hupkonzert löse ich damit nicht aus, also müssen meine Hinterleute wohl irgendwann schon einmal etwas von einem Fußgängerüberweg gehört haben.

Das Hotel ist wirklich schön, hat 3 Sterne und ein kleines Restaurant. Das Zimmer ist hell und freundlich eingerichtet, das Bad ausreichend groß, die Dusche sogar verhältnismäßig riesig. Und für unsere Tochter ist das Beste ganz klar der Fernseher, den wir im Wohnmobil absichtlich nicht mitnehmen, obwohl eine Sat-Schüssel und ein Receiver vorhanden sind. Das einzige deutschsprachige Programm im Hotel ist zwar RTL, aber besser als nichts.

Unsere Garderobe beschränkt sich zurzeit auf das, was wir gerade am Leib tragen. Also fahren wir zurück zur Werkstatt, um wenigstens ein paar Klamotten zum Wechseln und das Nötigste für die Körperhygiene aus dem Womo zu holen. Das schwebt im Moment allerdings etwa 2 Meter über dem Boden, und da der Motor von unten durch eine Stütze am Herausfallen gehindert wird, kann man die Hebebühne im Moment nicht herunterfahren. Zum Glück wiegt unser Töchterchen keine 30 Kilo, so dass ich sie so weit hochheben kann, dass sie von einem Arm der Hebebühne an die Wohnraumtür gelangt. Sie gibt uns die Sachen herunter, die wir in einem Rucksack verstauen. Als ich sie gerade wieder herunterheben will, kommt der Mechaniker mit einer Leiter um die Ecke. Aber warum sollte man es sich einfach machen, wenn es auch umständlich geht?

Zurück im Hotel probieren wir nacheinander die Dusche aus. Zugegeben, es hat schon was, so eine richtige Dusche in einem richtigen Bad in einem richtigen Zimmer. Aber schnell sind wir uns einig, dass das für 3 Wochen Urlaub doch nicht das Richtige für uns wäre. Wir lieben unser rollendes Heim, mit dem wir jeden Tag woanders stehen können, wenn wir wollen.

Mal sehen, was Vicenza sonst so zu bieten hat, also ab ins Auto Richtung Innenstadt. Mehrmals sehen wir Schilder, die uns den Weg zur Touristen-Information weisen. Und jedes Mal folgen wir ihnen in der Hoffnung, am Ziel etwas über Vicenza zu erfahren. Um es kurz zu machen: Wir haben es in über einer Stunde nicht geschafft, die Touristen-Information zu finden! Die Hinweise enden immer im Nirwana, obwohl wir zu dritt Ausschau halten, was das Zeug hält. Vielleicht stellen wir uns ja auch einfach nur zu blöd an, jedenfalls parken wir irgendwann und laufen einfach Richtung Stadtzentrum.

Vicenza gefällt uns sehr gut, eine interessante Mischung aus Geschäftsstraßen und kleinen Gassen, in denen man gemütliche Cafés findet. Dazwischen sieht man immer mal wieder eine Statue oder ein in eine Hauswand eingelassenes Gemälde, wirklich sehr interessant.

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Die Basilika Palladiana wird gerade restauriert

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Hat schon was von Venedig

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Der Retrone

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Auf dieser Brücke...

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...findet man das hier

Nach etwa 3 Stunden zieht es uns so langsam wieder zurück ins Hotel, der Tag war aufregend und wir sind doch ziemlich müde. Dort angekommen, fallen wir dann auch gleich in die Kojen und schlafen tief und fest.


Fr, 18.07.2008
Vicenca - Gardasee - Vicenza, 0 km mit dem Wohnmobil, 320 km mit dem Leihwagen


Gegen 09:15 Uhr werden wir wach, von draußen klatschen dicke Regentropfen an die Fensterscheibe. Na toll, denn eigentlich wollten wir heute zum Gardasee fahren. Egal, wir machen uns erst mal fertig und gehen runter ins Restaurant. Oh, niemand mehr da? Eine Angestellte ist gerade dabei, die Tische abzuräumen. Es ist 09:45 Uhr. Ich frage an der Rezeption nach, ob wir noch Frühstück bekommen können. "Eigentlich nur bis 09:30 Uhr", ist die Antwort. Wir könnten uns aber auch jetzt noch im Restaurant bedienen, müssten allerdings zum Essen hier in der Bar Platz nehmen. Kein Problem für uns. Da Fly sowieso nicht ins Restaurant darf, hätten wir das auch während der regulären Frühstückszeiten so machen müssen.

Gegen 10:15 Uhr sind wir fertig, sollen wir wirklich zum Gardasee fahren? Der Regen hat inzwischen nachgelassen, aber am Himmel ist nirgends eine Lücke in den Wolken zu sehen. Wir fahren trotzdem, das ist ja doch noch gut 1 Stunde bis dort, vielleicht ändert sich das Wetter bis dahin.

Den nördlichen Gardasee kennen wir schon, waren bereits in Riva, Torbole und Malcesine, sind am östlichen Ufer entlang bis Peschiera gefahren. Also wohin diesmal? Spontan fällt mir Sirmione ein, auf einer Halbinsel ganz im Süden des Sees gelegen. Meiner Frau ist es eigentlich egal, und unsere Tochter will nur mal wieder im Süßwasser schwimmen, am liebsten zusammen mit Fly. Hunde sind in Italien am Strand strengstens verboten, das weiß sie genau, aber vielleicht ergibt sich ja doch eine Gelegenheit?

Als wir von der A4 runterfahren, herrscht plötzlich das schönste Wetter. Kaum zu glauben, aber man muss ja auch mal Glück haben. Und die Götter bleiben uns gewogen, denn wir finden auf Anhieb einen Parkplatz in der Nähe der Scaligerburg, die gleichzeitig den Zugang zur Stadt bildet. Ob sie denn nun schwimmen könne, will unser Nachwuchs wissen, schließlich scheint doch die Sonne. Also so warm ist es ja nun auch nicht, und außerdem wäre sie dann wohl die einzige weit und breit. Die Enttäuschung steht ihr ins Gesicht geschrieben.

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Scaligerburg

Die Burg wird natürlich gleich mal besichtigt. Meine Frau bleibt mit Fly draußen, sie hat ohnehin kein großes Interesse daran. Kinder dürfen kostenlos rein, dass es sowas noch gibt! Wir laufen auf der Außenmauer herum und gehen dann zielstrebig Richtung Turm, der mitten in der Anlage steht und von wo aus man sicher einen tollen Ausblick über die Stadt hat. Und nicht nur das, denn was entdeckt unser Töchterchen von dort oben? Einen Strand, an dem ein paar Kinder rumtoben und tatsächlich auch schwimmen! Also gleich mal zurück zum Auto, die Badesachen holen.

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Turm der Scaligerburg

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Rechts hinter dem kleinen Turm ist ein Strand zu sehen

Es gibt hier am Strand zwar kein Verbot für Hunde, aber sie müssen angeleint sein, was das Schwimmen natürlich ausschließt. Schade, also geht unsere Kleine allein in die Fluten. Wäre die Leine nicht, würde Fly wohl den See mal kurz durchqueren, so sehr zieht es ihn Richtung Wasser. Endlich mal wieder Süßwasser, herrlich! Wir werfen einen angespülten Holzklotz ins kühle Nass, nur ein paar Meter, soweit eben die Leine reicht. Wie gesagt, ein Schwimmverbot haben wir nicht gesehen, und angeleint ist er ja nach wie vor. Niemand regt sich auf, ganz im Gegenteil. Einige Passanten sehen sogar interessiert zu, wie Fly mit Begeisterung immer wieder das Stück Holz heraus holt und es uns vor die Füße legt. Nach 10 Minuten wird es mir zu blöd und ich leine ihn ab. Seine Begeisterung kennt keine Grenzen, er schwimmt mit unserer Tochter um die Wette und will gar nicht mehr raus aus dem Wasser. Und um es noch einmal zu betonen: Niemanden, aber auch wirklich niemanden stört es. Die Leute, egal ob sie selber schwimmen oder nur an uns vorbei spazieren, sehen dem Treiben interessiert zu und sind total begeistert, wenn Fly mit einem Riesensatz dem Stöckchen hinterher springt.

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Das macht Spaß

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Unser Dreamteam

Gegen 16:30 Uhr kommt der Anruf vom ADAC, dass unser Auto fertig sei. Was die Reparatur kostet, kann mir die Dame am Telefon zwar nicht sagen, aber wir könnten das Fahrzeug heute bis 18:00 Uhr oder morgen bis 12:00 Uhr abholen. Na gut, heute wird das wohl nichts mehr, denn selbst wenn wir sofort losfahren würden, wären wir nicht vor Feierabend in der Werkstatt. Und wer weiß, wie lange die Autovermietung geöffnet hat? Außerdem kämen wir wohl kaum vor 20:00 Uhr weg, könnten uns also gleich wieder nach einem Stellplatz umsehen. Wozu also der Stress? Das Hotel und auch der Mietwagen sind bis morgen reserviert und wir haben dann noch 2 Tage, um nach Hause zurück zu fahren. Also immer locker bleiben.

Im letzten Herbst waren wir ja schon ein paar Tage am Gardasee und wollten ihn eigentlich mal komplett umrunden. Aber mit dem Wohnmobil ist das so eine Sache, denn vielfach wird einem davon abgeraten. Enge Tunnels in Verbindung mit entgegenkommenden Reisebussen am westlichen Ufer sollen die Fahrt sehr erschweren. Na gut, aber jetzt haben wir ja einen Pkw dabei. Nachdem alle Schwimmbedürfnisse befriedigt sind, nehmen wir somit die Gardasee-Umrundung in Angriff.

Die Tunnel entlang der SS45bis sind zum Teil tatsächlich sehr eng und vor allem für hohe Alkovenmobile schon ohne Gegenverkehr gefährlich, weil man deutlich zur Mitte der Fahrbahn versetzt hindurch fahren muss, will man nicht an den scharfkantigen Felsen an der Decke hängen bleiben. Kommt einem hier noch einer der erwähnten Busse entgegen, dann geht nichts mehr. Landschaftlich hat das westliche Ufer unserer Meinung nach auch nicht so viel zu bieten wie sein östliches Gegenstück. Dort laufen die Berge relativ flach aus und bieten so ausreichend Raum für Ortschaften und jede Menge Grün, während hier im Westen die Berge so steil abfallen, dass kaum genug Platz für die Straße bleibt.

Am nördlichen Ufer angekommen, statten wir natürlich "unserem" Stellplatz "Tr@nsit" in Torbole einen Besuch ab. Im Gegensatz zum jetzt schon aus allen Nähten platzenden "Camping Europa" gleich nebenan, gibt es hier auch während der Saison noch ausreichend Plätze. Wie uns die Dame an der Rezeption sagte, wird sich das bis morgen allerdings ändern, wenn (Zitat) "die Italiener über Torbole herfallen", was sie wohl an fast jedem Wochenende tun.

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Gut gefüllt, trotzdem gibt's noch Platz

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Etwas diesig, aber immer noch schön

Wir streifen noch eine Weile durch Torbole und sind wieder mal begeistert von dem kleinen Städtchen. Wir gönnen uns noch einen leckeren Erdbeerbecher und lassen den Abend schließlich am Strand ausklingen. Schade nur, dass das Womo so weit weg ist, sonst wäre der Tag wirklich perfekt gewesen. Aber so müssen wir noch rund 140 Kilometer zurück ins Hotel fahren, was sicher 1 1/2 Stunden dauern wird. Gegen 22:00 Uhr brechen wir deshalb wieder auf nach Vicenza.


Sa, 19.07.2008
Vicenza - Rastplatz Wunnenstein, 683 km


Der Wecker meldet sich um 07:00 Uhr. Nach dem Duschen packen wir unser Hab und Gut ins Auto und checken aus. Das Frühstück lassen wir ausfallen, denn wir wollen zeitig alles erledigen und losfahren. Das erweist sich allerdings als schwieriger als angenommen, denn als wir in der Werkstatt ankommen, ist der Meister gerade unterwegs und die Büroangestellte hat anscheinend ihren freien Tag. Während wir auf den Chef des Hauses warten, räumen wir schon mal unsere Klamotten wieder ins Womo ein. Ein kurzer Blick unter das Auto, aha, die Manschette wurde auf jeden Fall mitgemacht. Und auch sonst sieht alles sehr sauber aus, kein Grund zur Klage.

08:50 Uhr, der Meister kommt mit dem Schleppwagen angefahren. Wir gehen zusammen ins Büro, wo er mir die Rechnung zeigt und die einzelnen Posten darauf in Italienisch zu erklären versucht. Der größte Posten ist der Arbeitslohn, der mit 325 EUR (Netto, versteht sich) zu Buche schlägt. "Kit Frictione" ist klar, der Kupplungssatz kostet 315 EUR. Dazu die Achsmanschette für vergleichsweise lächerliche 25 EUR, 0,25 l Getriebeöl (Olio Cambio) und noch ein paar Kleinteile, obendrauf noch die Mehrwertsteuer und schon sind wir bei 864 EUR. Puh, das war natürlich nicht eingeplant, aber was soll man machen? Zum Glück können wir mit EC-Karte zahlen, so dass wir nicht erst noch Bargeld organisieren müssen.

09:15 Uhr, wir fahren los, müssen ja noch den Leihwagen zurück bringen. Kurz vor Vicenza tanken wir das Auto voll. 18 Liter für etwas über 400 Kilometer, die wir insgesamt damit gefahren sind, das kann sich doch sehen lassen.

10:00 Uhr, wir sind wieder am Bahnhof. Allerdings ist die Tür der Autovermietung verschlossen und von innen hängt ein Schild daran. Irgendwas mit "rapido" steht darauf, ich übersetze mir den Text selbst mit "Bin gleich zurück". Da kommt auch schon eine junge Dame auf uns zu, die ein paar Meter weiter auf einer Bank saß und sagt uns etwas auf italienisch, was uns natürlich nicht weiter bringt. Aber zum Glück spricht sie etwas englisch und erklärt uns, dass der Mann von der Autovermietung in 5 Minuten wieder hier sein will. Da lag ich doch gar nicht so falsch mit meiner "Übersetzung".

Zeit ist in südlichen Gefilden bekanntlich relativ, je südlicher, desto relativer. Und so wird es 10:30 Uhr, bis wir dem Mitarbeiter der Autovermietung den Schlüssel in die Hand drücken können.

10:40 Uhr, endlich rollen wir wieder. Ab auf die Autobahn? Nö, wir haben ja noch 2 Tage Zeit, also fahren wir lieber über die Dörfer.

TomTom führt uns über die SS46 nach Rovereto und dann auf der SS12 Richtung Bozen, wo wir kurz vorher auf die SP14 zum Kalterer See abzweigen. Weiter geht's von dort über Meran Richtung Reschensee, wo wir natürlich eine Rast einlegen. An einem Modell des Sees kann man nachlesen, wie rücksichtslos die damalige italienische Regierung mit den Bewohnern der Dörfer Graun und Reschen umgegangen ist, als der See aufgestaut wurde. Quasi als Mahnmal ragt noch der Kirchturm aus dem Wasser.

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Irgendwo in den Bergen

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Aussichtspunkt Reschensee

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Kirchturm im Reschensee mit Ortler im Hintergrund

Am Fernpass machen wir schon fast aus Tradition Halt am Aussichtspunkt oberhalb des Blindsees, von wo aus man diese herrliche Aussicht auf die Zugspitze und deren Nachbarn hat:

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Zugspitze, Sonnenspitz, Marienbergspitze (v.l.n.r.)

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Station Zugspitze, freihand aufgenommen aus rund 12 km Entfernung (laut Google Earth)

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Der Wannig, 2.493 m hoch

Wir nähern uns Füssen, sind noch etwa 10 Kilometer von Deutschland entfernt, und was ist? Na klar, es regnet, was denn sonst? 21 Tage lang nicht das kleinste Tröpfchen aus der Luft, aber kaum kommt man Richtung Heimat... es ist zum heulen. Hinter Füssen beruhigt sich Petrus zwar kurz, aber nur, um danach alles zu geben. Am Dreieck Allgäu schüttet es aus Eimern, ach was sage ich, aus Badewannen! Wir fahren zunächst nur noch 60 km/h, aber nach wenigen Kilometern geht gar nichts mehr. Wir reihen uns in die bereits auf dem Seitenstreifen parkenden PKWs ein und warten ab, denn man kann keine 10 Meter mehr weit sehen. Zudem wird es plötzlich so kalt, dass ich die Heizung einschalte. Und spätestens jetzt ist uns allen klar: Wir sind zurück in Deutschland!

Nach 10 Minuten geht es endlich weiter, es regnet natürlich immer noch, aber die Sicht ist wieder ausreichend. Sollen wir uns gezielt einen Stellplatz suchen oder fahren wir einfach, bis wir müde werden? Wir entscheiden uns für Letzteres und fahren noch bis zum Rastplatz Wunnenstein. Von hier aus sind es noch ziemlich genau 400 Kilometer, die wir locker bis morgen Nachmittag schaffen. Wir stellen uns einfach unter die nächste Laterne, machen die Vorhänge zu und Minuten später schlafen wir tief und fest.


So, 20.07.2008
Rastplatz Wunnenstein - Wegberg, 396 km


Was ist denn jetzt los? Tatsächlich, auch in Deutschland kann das Wetter gut sein, kaum zu glauben. Weit und breit keine Wolke am Himmel, und auch das Thermometer zeigt Werte, die man ohne Heizung überleben kann. Frühstück? Einstimmiges "Nein", wir fahren gleich los und essen lieber unterwegs etwas. Der restliche Aufschnitt wird auf den letzten Schnitten Brot verteilt, so dass wir bis etwa 10:00 Uhr den Kühlschrank so gut wie geleert haben. Wieder mal gutes Timing.

Gegen 13:00 Uhr biegen wir in unsere Straße ein. Ich parke das Womo auf seinem Platz neben der Garage. Gang rein, Motor aus, Schluss für heute. Wir sind wieder zurück, 23 Tage Urlaub sind vorbei. Wir gehen ins Haus, sehen uns um, alles wieder wie gewohnt. Und nachdem wir 5 Minuten zuhause sind, sehen wir uns gegenseitig an und denken alle das Gleiche: Lasst uns einfach wieder losfahren.


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Zusammenfassung:

Gesamtstrecke: 4.348 km
Gesamtverbrauch: 405 l
Durchschnittsverbrauch: 9,3 l/100 km
Kraftstoffkosten: 558,- EUR
Übernachtungskosten: ca. 520,- EUR (rund 25,- EUR pro Tag)
Kosten für Lebensmittel: Auch nicht viel mehr, als wenn wir zuhause geblieben wären.
Aufgenommene Fotos: ca. 3.500


Erfahrungen:
  • TomTom bzw. dessen Kartenmaterial (Stand: Ende 2006) taugt in Kroatien nur zur groben Orientierung. Sehr oft ist man laut Anzeige neben der eigentlichen Straße unterwegs. Und manche vermeintliche Hauptstraße entpuppt sich als Eselspfad, auf dem man nur noch mit dem Mountainbike weiter kommt. Zur Routenplanung in Verbindung mit einer guten gedruckten Karte kann das Navi dennoch hilfreich sein, indem man ihm die Strecke vorgibt und dann nach seinen Anweisungen fährt, ohne ständig auf die Karte sehen zu müssen.
  • Je weiter man nach Süden kommt, desto schumimäßiger wird dort gefahren. Die Kroaten stehen den Italienern in nichts nach, überholen auch da, wo es für jeden Mitteleuropäer klar ist, dass das nicht funktionieren kann.
  • Die Befürchtungen einiger Forumsteilnehmer, dass das Winterthermostat von Augustin im Sommer Probleme bereiten könnte, sind völlig unbegründet. Die höchste angezeigte Wassertemperatur war 105 Grad, und zwar am Wurzenpass bei 18% Steigung im 1. Gang. Und auch bei über 40 Grad und schon qualmendem Asphalt war immer alles im grünen Bereich.
  • Die Mitgliedschaft beim ADAC lohnt sich schon bei der allerersten Panne, auch wenn die erst nach 20 Jahren eintritt. Einfach anrufen und fertig, die Jungs und Mädels kümmern sich wirklich um alles. Danke nochmal!

bertiboa am 10 Aug 2008 23:01:40

wow, da werde ich jeden Abend ein Stück weiterlesen, tolle Arbeit habt Ihr da geleistet, da möchte man am liebsten gleich losfahren, vielen Dank für Euren Reisebricht,
lg Berti

Gast am 10 Aug 2008 23:03:25

schöner Bericht und Fotos :)

Maggie am 10 Aug 2008 23:48:14

Whow, nun lese ich seit über einer halben Stunde deinen Bericht und habe ganz und gar die Zeit vergessen.

Da habt ihr in den 3 Wochen ja wirklich einiges gesehen.

Wirklich supertoll geschrieben - für die einen bestimmt ein Grund, auch nach Kroatien zu fahren und für andere wie uns tolle Erinnerungen.

Glückwunsch zu diesem gelungenen Bericht.

Viele aus Köln
von

Maggie

manni63 am 11 Aug 2008 00:06:48

SUPER BERICHT :D

Wir wollen Ende September die fast gleiche Strecke fahren.... haben auch ca. 3 Wochen dafür Zeit :wink:

Jetzt wissen wir das es sich auf jeden Fall lohnt :razz:

Tipsel am 11 Aug 2008 01:48:03

Klasse

:daumen2:

Muss ich mir den Bericht nochmal reinziehen, und richtig genießen.

migula am 11 Aug 2008 02:06:17

Vielen Dank für den tollen Bericht incl. den Fotos. Ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen so spannend ist er geschrieben.

Gast am 11 Aug 2008 08:27:02

Hab bis jetzt nur überflogen, werd Ihn mir auch heute Abend in Ruhe gönnen.
Der erste Eindruck :gut: .

Gast am 11 Aug 2008 09:04:47

Klasse Bericht. :daumen2:

Einige Straßen sind wir dieses Jahr auch gefahren. Camp Monika war leider voll belegt.

Das mit dem Duc. war schade. Aber Abenteuer pur, oder :D Nim es ihm nicht allzu übel. :wink:

Zu Reschen:

Zwischen Reschen und Graun da steht ein Tunnel, wenn de rein fährst wirds dunkel, wenn Du raus fährst wird`s hell :D

Brummel am 11 Aug 2008 09:54:57

Sehr schön zu lesen,
danke für diesen tollen Bericht.

Der macht Lust auf Kroatien. Vielleicht im nächsten Jahr.

Sehr schön auch, das Euch die Panne nicht die Urlaubsstimmung verhagelt hat.

Vielen Dank.

Ute und Klaus

Poldi am 11 Aug 2008 11:49:05

Danke für den wunderbaren Bericht, der in jeder Phase spannend und unterhaltsam geschrieben ist. Um die Fotos noch extra zu erwähnen: Ganz große Klasse!

Hella und Klaus

Fischkopf1 am 11 Aug 2008 14:04:31

Super gut!

schulze am 11 Aug 2008 14:05:41

hi pamakihu,
ein perfekter Reisebericht ,sehr gut geschrieben und bebildert
besser geht´s nicht.
Möglicherweise waren der Katschberg und gleich dannach der Wurzenpass
an einem Tag zuviel für die Kupplung? Vielleicht hat ab hier schon den countdown zur Selbstzerstörung begonnen.

grüße
schulze

Gast am 11 Aug 2008 16:08:11

Hallo zusammen und Danke für die Blumen!

Das mit der Kupplung ist natürlich dumm gelaufen. Kann schon sein, dass der eine oder andere Berg der Auslöser für den Defekt war. Auf jeden Fall war vorher nichts davon zu merken. Und als sie das Zeitliche gesegnet hat, waren wir auf einer topfebenen Straße unterwegs. Ich habe auch nicht runtergeschaltet, einfach nur bei etwa 90 Sachen Gas gegeben, um an einem LKW vorbei zu fahren. Wahrscheinlich war es das bärige Drehmoment des 2,5 l Turbo-Diesel, das ihr den Rest gegeben hat :D . Ansonsten ist unser Oldie völlig reibungslos gelaufen, da dürfen wir nicht meckern.

@CC: Nee, das nehmen wir ihm nicht übel, so ein alter Herr hat halt seine Wehwehchen. Wann wart ihr denn bei Monika?

@Brummel: Als wir da so auf der Autobahn rumstanden, lagen natürlich erstmal die Nerven blank. Auto kaputt, was das wohl wieder kostet, noch dazu im Ausland, wo uns niemand so richtig versteht. Das hat sich aber schnell wieder gelegt und wir haben das Beste daraus gemacht (glaube ich jedenfalls).


Manfred

Gast am 11 Aug 2008 16:15:23

Am 23.06. gegen 15:00 Uhr müsste das gewesen sein. Wir sind dann weiter nach Albanien.

Sind aber sehr nett da. Wir haben gleich ne Karte und einen Ausweichplatz bekommen. Da sind wir aber nicht hin.

schleifer am 11 Aug 2008 19:06:08

toller Bericht :daumen2: freu mich schon wir fahren in 3 Wochen fast die gleiche Tour :D

Camper68 am 11 Aug 2008 19:42:36

Hallo,
der Bericht von euch ist wirklich super :daumen2:
Sehr schön beschrieben, das mit der Panne ist echt schade.

Diese Tour wollen wir Anfang September auch machen.
Weiter so und allzeit gute Fahrt.

Gerd

quez am 11 Aug 2008 20:37:26

Ein toller Bericht, hat unheimlich Spaß gemacht ihn zu lesen. Im September fahren wir wieder nach Kroatien, jetzt brenn ich noch mehr drauf.

Harry13 am 11 Aug 2008 21:27:17

Der Bericht ist suuuuppppper !!!!!!!!!!!
Mit der Panne ist schade aber wie man sieht kann man auch daraus noch etwas machen. In diesem Sinne.

Paule2 am 11 Aug 2008 22:41:09

Hallo pamakihu,

eigentlich wollte ich schon längst "Matrazenhorchdienst" machen, dein Bericht hat mich davon abgehalten. :)

Der Bericht ist einfach toll!

Viele schöne Fotos hast Du gemacht, zwei davon gefallen mir aber besonders gut, als Fly mit einem Riesensatz dem Stöckchen hinterher springt und das, wo er mit deiner Tochter schwimmt. :)

Vielen Dank für Deine Mühe und gute Nacht! :)

MfG Paule

Gast am 11 Aug 2008 23:23:24

Tut mir leid, ich wollte Dich nicht um Deine Nachtruhe bringen ;-).


Manfred

Tom und Helga am 12 Aug 2008 10:48:14

Hallo pamakihu,

gestern Abend hab ich mit Begeisterung Euren klasse Reisebericht gelesen. Alle Achtung, bei der Hitze diese weite Tour. Uns hat es nach knapp 2 Wochen gereicht, deshalb überlegen wir nächstes Jahr schon in den Osterferien runter zu fahren, dann bis nach Dubrovnik. Kroatien ist halt immer wieder schön, auch wenn im April dann noch keine Badezeit ist. Nach 6 Jahren Urlaub in Kroatien (dieses Jahr das erste Mal mit Womo) kennen wir nun schon einiges, doch bei den Plitvicer Seen waren wir immer noch nicht, die Adresse mit dem Womo-Stellplatz werden wir uns auf jeden Fall merken.

Viele aus Hessen
Tom und Helga

LowCostDriver am 12 Aug 2008 14:53:08

Hallo Manfred & Family,

da kann ich mich nur anschließen!
Vielen Dank für 2 Stunden Kroatien- Urlaub vom feinsten. :gut:

Mitgefiebert habe ich, als ihr im 1. Gang die Berge bestiegen habt (nur gut, dass da nicht die Kupplung abgebrochen ist...) oder hab mich ebenfalls süchtig gesehen am Blick über Ziglijen.

Auch die besuchten Plätze wie der Camp Monika oder der familiäre Stellplatz machen echt Lust auf Urlaub dort.

Überhaupt habt ihr mir gerade eine Menge Bock auf Kroatien gemacht, ein Land, in dem ich noch nie war!
Euer Bericht ist spitze geworden, sehr lebendig und durchaus „nachfahrenswert“.

Auch der Schwenk nach Italien hat mir sehr gut gefallen, besonders das mit dem Kirchturm sieht ja wie eine Art „Mahnmal“ aus.

Was mich natürlich traurig macht ist der unvermeidliche Griff in die Reisekasse, echt blöd mit der Kupplung.
Darf ich mal fragen wie viele Kilometer euer Womo schon auf dem Tacho hat?
Habt ihr vorher schon mal Ärger mit der Kupplung gehabt bzw. diese tauschen lassen?


Björn

Gast am 12 Aug 2008 20:49:07

Hallo Björn,

jetzt sind es 171.611 km, bei der Panne werden es rund 1.100 weniger gewesen sein. Ob es noch die erste Kupplung war, kann ich nicht sagen, wir haben das Womo erst mit 152.000 km gekauft.

Wir überlegen noch, ob wir in den Herbstferien nochmal nach Kroatien fahren, so gut hat es uns da gefallen. Allerdings haben wir dann nur max. 16 Tage Zeit, dafür ist es schon sehr weit zu fahren. Andererseits wäre das natürlich die Gelegenheit, sich mal Split und Dubrovnik anzusehen, denn dafür war es jetzt einfach zu heiß.

Für unsere Tochter war der Gardasee mit das Beste, da will sie am liebsten auch im Herbst wieder hin. Endlich mal wieder Süßwasser, wo sie mit Fly zusammen schwimmen kann! Denn ins Salzwasser geht der Kerl zwar auch, aber davon hat er nach ein paar Minuten buchstäblich die Schauze voll.

Mal sehen, was unser nächstes Ziel wird. Auf jeden Fall waren wir nicht zum letzten Mal in Kroatien.


Manfred

Trockentaucher am 12 Aug 2008 21:32:57

Hallo Leute,

ihr macht mich total wuschig.... :P
Leider muss ich noch drei Wochen warten - aber dann geht es endlich los.
Vier Wochen Kroatien runter bis Dubrovnik und dann schön langsam wieder in den Norden schrauben.... 8)
Das Camp Monika unterhalb von Dubrovnik hört sich ja interessant an. Mal sehen, ich werde es mir aber vorher ansehen, ob ich da mit unserem Teil wenden kann oder rückwärts den Berg runter :nixweiss:

Mal sehen, wen wir im diesen Jahr vor Ort aus dem Forum treffen.

Achja, seufz, Fernweh.... ich glaub ich muss jetzt den Bericht nochmals schön langsam lesen :)


Gregor

PS: Achja, die Lorbeeren: Der Bericht ist echt klasse :!:

obba am 12 Aug 2008 22:33:44

Ein suuuuper Bericht.

Hab ihn zwar nur überflogen (werde mir mal die Texte ausdrucken, und als Bettlektüre nehmen!), aber das was ich gelesen habe *TOP*


Obba

Hendy07 am 13 Aug 2008 08:25:21

Ein toller Bericht, Glückwunsch! :D
Vieles erinnert mich an unseren 3 wöchigen Urlaub in Dalmatien, wir waren auch sehr früh im Jahr und konnten die Ruhe u. das Nichtüberfüllt sein geniessen.

Hendy

Gast am 13 Aug 2008 10:42:41

Leider sind wir auf die Schulferien angewiesen, sonst wären wir zwischen den Sommer- und Herbstferien gefahren. Zum Glück waren die Sommerferien in NRW in diesem Jahr sehr früh, so dass wir noch vor dem ganz großen Ansturm nach Kroatien kamen.

Die Regel, dass es weniger voll ist, je weiter südlicher man fährt, kann ich auch nicht bestätigen. Die schönen Plätze sind auch meistens gut besucht, egal wo sie liegen. Sucht man Ruhe und Einsamkeit, dann muss man schon außerhalb der Saison fahren.


Manfred

Maggie am 13 Aug 2008 11:50:49

Hallo Manfred,

gibt es eigentlich auf Kamp Monika den Hund noch? Der ist unseren Zimtzicken am meisten in Erinnerung geblieben.

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Bei Filko in Sv. Petar haben wir diesen Sonnenuntergang genossen:

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Es scheint also jedes Jahr gleich schön dort zu sein.



LG
von

Maggie

Maggie am 13 Aug 2008 12:02:23

@ Björn:

du solltest eine Reise dorthin tatsächlich mal ins Auge fassen - es ist schon eine herrliche Küste in Kroatien:

Makarska Riviera:

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Hinterland Gruda (bei Kamp Monika):

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So kann man sich im übrigen dort unten unterwegs ganz gut versorgen:

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Wenn Manfreds herrlich lebendiger Bericht noch nicht den Ausschlag geben konnte, dann vielleicht diese Fotos?

LG
von

Maggie

Gast am 13 Aug 2008 12:28:45

Hallo Maggie,

diesen Hund haben wir leider nicht gesehen, der wäre uns aufgefallen. Gehört der Monika oder lief der nur so da rum? Freilaufende Hunde sind uns nur 2 begegnet. Ein schwarzer Labrador unten im Dorf, mit dem sich Fly aber nicht so gut verstanden hat. Und dann noch der hier, der oben bei der Information rumlief und den meine Frauen am liebsten gleich eingepackt hätten:

uliane am 13 Aug 2008 12:29:02

Sehr informativer Bericht.

Julia

Maggie am 13 Aug 2008 13:16:40

Hallo Manfred,

der gehörte Monika. War lammfromm, außer zu den Hunden vom Dorf - die ließ er nicht auf den Platz. Hunde der Platzgäste waren kein Problem.

Die Gäste freuten sich immer, wenn er seine Runde über den Platz drehte und sich überall mal Streicheleinheiten abholte. :razz:

Aber der, den ihr kennengelernt habt, war sicher auch der Liebling aller Gäste.


von

Maggie

Gast am 13 Aug 2008 14:13:40

zimtzicke hat geschrieben:Aber der, den ihr kennengelernt habt, war sicher auch der Liebling aller Gäste.

Nö, der kam leider nie bis auf den Platz, lief immer nur oben auf der Hauptstraße rum. Wenn man auf ihn zu ging, war er sehr zutraulich, aber von sich aus ist er nie zu irgendwelchen Leuten hingegangen.

elisabeth am 14 Aug 2008 22:15:31

Ein klasse Bericht mit tollen Fotos, :daumen2: die richtige Einstimmung auf unseren Kroatien-Urlaub Anfang September....3 Wochen... :!: :)



Liebe
elisabeth

stern58 am 20 Aug 2008 10:14:46

Hallo,
danke für einen tollen Bericht bin quasi mitgefahren. :)
Nun meine Frage, bei einem Foto schreibst du 'Station Zugspitze, freihand aufgenommen aus rund 12 km Entfernung (laut Google Earth)'. Hast du mit Spektiv oder der Russentonne fotografiert?

Gast am 20 Aug 2008 16:38:24

Hallo Reiner,
Hast du mit Spektiv oder der Russentonne fotografiert?

weder noch, das Bild ist ein 1:1 Ausschnitt aus einer Aufnahme mit 200 mm Brennweite, siehe unten. Längere Objektive hatte ich leider nicht dabei. Noch dazu zog gerade Nebel auf, weshalb der Ausschnitt in Sachen Kontrast etwas nachbearbeitet wurde. Weitere Daten: f/5.6, 1/1000 s, ISO 800, aufgenommen mit einer Pentax K100Ds.

Für die Fotos aus dem Auto heraus hat meine Frau die Fuji A500 genommen, damit kommt sie einfach besser zurecht.


Manfred

stern58 am 20 Aug 2008 18:07:01

Hallo Manfred,
danke für deine Ausführungen. Ist aber ein sehr guter Crop geworden und für ISO 800 ein sehr gutes Rauschverhalten. :)

M.Brandes am 20 Aug 2008 19:43:10

toll geschrieben, eben lebendig, wie der offensichtliche traumurlaub war

danke

wir fahren am 15.9. und freuen uns schon jetzt

malinska1 am 04 Sep 2008 14:15:06

Finde euer Beitrag wirklich toll, habe schon selbst ganz kroatien und bosnien bereist und bin auch begeistert. Noch ein Tipp am rande, nächstemal macht mal ein Abstecher auf der Insel Cres, war dieses Jahr für ein Tag auf der Insel Traumhaft und das Merr, kristalklar. 2 größte Insel nach krk, aber kaum bewohnt.

Gast am 04 Sep 2008 15:12:53

Ja, Cres hatten wir ursprünglich auch auf dem Plan. Wir sind dann aber davon abgekommen, weil wir keine Lust auf die Fähre hatten. Aber Kroatien hat uns nicht zum letzten Mal gesehen, und irgendwann kommen wir sicher auch nach Cres.


Manfred

mbm am 06 Sep 2008 16:30:02

Hallo Pamahiku, ein ganz toller Bericht. Ich plane schon für das nächste Jahr und wollte meine Gattin für Kroatien begeistern. Da hilft mir der Bericht mit großer Sicherheit. Ich habe ihn richtig genossen und fing an zu träumen.
Die Kupplung hat ja nichts mit Kroatien zu tun.

rudicol am 21 Okt 2008 18:36:20

Wir sind gerade erst auf Euren tollen Reisebericht gestoßen.
Es fällt mir schwer das grinsen aus dem Gesicht zu bekommen.
Eigentlich wollten wir das Womo für Greven packen, aber morgen is ja auch noch ein Tag.
Wir werden Euch mit sicherheit auf diesen Bericht ansprechen.
Vielen Dank dafür!!!

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