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Mit dem Wohnmobil auf die Kanaren - Details und Infos


carthagocliff am 23 Apr 2012 22:00:00

Nachdem es kaum Literatur über Womo-Reisen auf die Kanaren gibt und ich auf den Inseln laufend angesprochen wurde und über Details ausgefragt, mal eine kurze Zusammenfassung über die meistgestellten Fragen:

Wir waren 1 ½ Monate auf Gran Canaria und 2 Monate auf Teneriffa. Unser Dank gilt auch den einen User aus diesem Forum, der über seine Reise auf die Kanaren hier so ausführlich berichtet hat. Ich stelle bewußt meine Zeilen in die Rubrik SPANIEN, zu denen die Kanaren ja politisch gehören.

Anreise : Eine Direktfährverbindung gibt es mit der Gesellschaft ARMAS von Huelva in Südspanien aus. Die Fahrtstrecke von Hannover nach Huelva beträgt ca. 2700 km. Die Reisezeit übers Meer beträgt ca. 30 Stunden, also nur eine Übernachtung. Preis für die Hin- und Rückfahrt für Womo und zwei Personen ohne Kabine ist ca. 1100 Euro. Die zwei Schwesternschiffe, die im Dienst sind, sind sehr komfortabel und großzügig ausgestattet.

Für Hundebesitzer gibt es zwei Möglichkeiten, seine Lieblinge unterzubringen. In Käfigen unter Deck (wo auch die Autos stehen), dort ist es etwas stickig und man darf nur mit Besatzungsbegleitung alle 4 Std. zu gewissen Zeiten runter. Gassigehen ist auf dem blanken Stahlbleckdeck möglich.
Auch am Oberdeck gibt es Käfige, die allerdings zwar überdacht, aber unter dem Schornstein / Maschinenraumluftauslaß stehen. Es ist also laut. Vorteil ist, daß man im Freien mit seinen Hund die ganze Zeit verbringen kann und Gassigehen, allerdings nur in begrenzten Zonen. Nachteil ist, daß es windig ist und in der Nacht sehr kalt.
Dritte Möglichkeit ist, seinen Hund im Womo zu lassen. Wir haben eine Kombination von Womo und Außendeck praktiziert. Trotzdem ist es für Hunde, die gerne in Ruhe auf Wiese machen, etwas gewöhnungsbedürftig.

Sowie auf Gran Canaria als auch Teneriffa gibt es kaum Campingplätze, so wie wir es vom Festland kennen, also große Plätze am Meer. Auf jeder Insel sind da vielleicht 2 – 3 solcher Plätze, oft in einfachster Art.
Offizielle Wohnmobil Stellplätze gibt es so gut wie nicht, deshalb auch keinerlei Infrastruktur. Was vorhanden ist, sind Plätze von einheimischen Womo-Clubs und vereinzelte Privatplätze, die auch manchmal an Auswärtige vermieten. Dies ist günstig, die Plätze sind aber oft außerhalb und haben vielfach kein Wasser und Strom.

Dafür gibt es sehr wenig Verbotsschilder und wenn doch, werden die von den Einheimischen ignoriert 8) . Ja, man glaubt es kaum, aber es gibt relativ viele Canarios, die Wohnmobile besitzen. Am Wochenende sind die dann alle unterwegs an den Stränden, es gibt aber kein Campingleben. Selbst ein Parken neben Campingplätzen !! ist üblich und toleriert. Ich schätze mal, daß es auf jeder Insel so um die 20 bis 25 Stell- / Parkplätze gibt, auf denen man stehen kann.
Toll sind manchmal die tolerierten Plätze in den Städten, nur wenig von den Promenaden entfernt, an denen Womos stehen. Unglaublich für europäische Verhältnisse. :-o

Wasser: auf GC problematisch, denn auf der ganzen Insel gibt es nur im Landesinneren zwei ! Quellen. Deshalb gibt es auch kaum Strandduschen oder Brunnen oder öffentliche Wasserhähne. Man braucht also große Tanks im Womo und muß die Augen aufhalten.
Auf Teneriffa ist die Situation deutlich besser, durch den Teide ist Wasser vorhanden und man findet Strandduschen, Wasserhähne, Brunnen, etc.

Entsorgung: auch hier ist große Kapazität kein Nachteil. CP´s, Tankstellen, öffentliche WC Strandhäuschen, etc. gibt es zum Entsorgen. Man muß allerdings ein bißchen vorschauend planen :? .

Gas: Repsol oder Cepsa, die in Festlandspanien so omnipräsent sind, gibt es auf den Kanaren nicht, deshalb auch nicht deren Flaschen. Der Gas-Versorger auf den Inseln ist DISA, die eigene 13,5 kg Flaschen haben. Ich habe mir eine Flasche gegen Bares von einem Gasflaschenlieferwagen um ca. 35,- Euro Kaution gekauft, zusätzlich die Füllung um 15 Euro. Einen Regler bekommt man um 12 Euro in jeder Eisenwarenhandlung. Die Flaschen kann man dann an jeder DISA Tankstelle tauschen. Sowie in GC wie als auch auf TF gibt es eine Möglichkeit, deutsche Flaschen zu füllen.

Strassenverhältnisse: Bis auf die Autobahnen, die gut befahrbar sind, sind die Straßen auf den Kanaren vor allem eines, nämlich ENG !! Wer so wie ich meint, durch Reisen nach Südtirol, Südfrankreich oder Spanien schon enge Verhältnisse kennengelernt zu habe, der wird auf den Kanaren lernen, was eng wirklich heißt. Wehe dem, der nur einmal nicht aufpaßt und falsch abbiegt. Gerade die Ortsdurchfahrten / Ortsstrassen sind teilweise so eng und steil, daß schon kleine Pks´w aufpassen müssen. Manche Strassen durch die überall vorhandenen Bananenplantage und deren hohen Mauern sind nur etwas über 2,5 m breit, sodaß wir schon das ein oder andere Mal die Spiegel einklappen mußten.
Auf GC ist es am schlimmsten. Die auf der Landkarte rot gekennzeichneten Bundesstrassen sind im Landesinneren so schmal, daß wir teilweise vor jeder Kurve, die größtenteils in den Felsen gesprengt sind, hupen mußten. Gegenverkehr mit Pkw´s sind mit Abbremsen und Langsamfahren verbunden, bei Linienbussen und Lkw´s muß man auch mal warten oder zurücksetzen. Selber erlebt haben wir, daß es bei einem Zusammentreffen von Bus und Lkw bis zu einer halben Stunde dauern kann, bis sie (und die Hinterfahrenden) vorbei sind. Auf Teneriffa ist es auch im Landesinneren etwas besser, allerdings kommt man auch dort mit dem Womo nicht überall hin.

Parkplatzsituation: Wir stellen uns mal vor, daß vor 40 Jahren (noch unter dem Diktator Franco) die Kanaren ein sehr arme Gegend war ohne viel Tourismus. Heutzutage kommen auf jede Insel fast 4 Millionen Touristen jährlich, von denen viele mit Mietautos rumfahren. Zusammen mit den Einheimischen ergibt dies eine Mischung von Autofahrern, die jedlichen Parkraum gnadenlos zuparken. Große Parkplätze in Städten, die morgens noch leer sind, werden dann mittags so vollgestellt, daß man mit seinem Womo nicht mehr vom Platz kommt (ist uns zweimal passiert). Also warten auf die Siesta. Mit dem Womo, welches 4 Pkw-Parkplätze braucht, einen Parkplatz zu finden, ist sehr schwer. Auch normale Pkw Parkbuchten oder Plätze sind mit Pickup´s oder Geländewagen überausgefüllt, die Hecks oder Seiten stehen dann in die Fahrstreifen rein. Ein Fahren durch Orte ist also sehr nervenaufreibend und erfordert große Konzentration.

Fahrräder und sonstige Fortbewegung: Fahrräder kann man eigentlich zu Hause lassen. Selbst am Meer gehen die Dörfchen so steil in die Berge hinein, daß man selbst zu Fuß kaum raufkommt. Auch sonst sind die Strassen so schmal, daß Fahrradfahren keinen Spaß macht. Fahren kann man noch in den Massentourismuszentren auf den Promenaden, dort ist es aber meist zu voll. Ein Motorroller wäre hier das Optimum, auch um sich kleine Dörfchen im Landesinneren anzuschauen. Möglich wäre auch sich ein Mietauto zu nehmen, da gibt´s schon ab 50 Euros einen kleinen Citroen für 3 Tage.

Preise: Lebensmittel Discounter gibt es in genügend mit vergleichbaren Preisen wie Deutschland. Die Kanaren haben keine UST, nur eine 5% Inselabgabe. Diesel kostete Anfang 2012 pro Liter 0,93 Euro. Essengehen ist wie in D, Pizza ab 7 Euro. Günstiger sind die wenigen Campingplätze, da beginnen die um die 6 Euro (allerdings ohne Strom und Wasser) und gehen bei guten bis zu 18Euros. Private Stellplätze gab es ab 3 Euro, bis 10 Euro.

Wetter: einfach toll :) . In 4 Monaten gab es nur einen einzigen !! Tag mal ein bißchen Regen. Jeden Tag Temperaturen ab 18 Grad, nachts um die 16 Grad. Ganzen Tag Sonne, im Norden auch mal leicht bewölkt. Aber durch die Sonnenstrahlung immer angenehm warm. Ich habe fast 4 Monate kurze Hose getragen. Im März wurde es dann auch schon heißer, man mußte schon auf seine Haut aufpassen. Unglaublich sind die Temperaturunterschiede auf kurzer Distanz. Man fährt nur 30 km auf den Teide, wo wir in der Früh MINUS 8 Grad !! hatten und wenige Stunden später steht man wieder am Strand bei 20 Grad.

Menschen und Mentalität: die Leute sind sehr freundlich und zurückhaltend. Auch Behörden und Offizielle sind nett und zuvorkommend. Mir schien, daß die Menschen sehr bescheiden und einfach sind. Viele einheimische Wohnmobilisten, mit denen ich gesprochen habe, kommen vom Landesinneren am Wochenende zu den Küsten, um zu fischen und zwei ruhige Tage zu verbringen. In 4 Monaten Aufenthalt gab es kein unangenehmes Erlebnis mit der Polizei, nur einmal im Naturschutzgebiet des Teide hat in der Früh (nachdem wir die Nacht dort verbracht haben) ein Wildhüter bei uns angeklopft, wir mögen von den Keilen runterfahren, denn das wäre Camping, aber (mit Augenzwinkern :wink: ) gegen Parken können er nichts machen.

Landschaft: faszinierend. Kleine Kontinente. Im Norden grün und oft auch bewölkt, im Süden wüstenähnlich und supersonnig . Toll der Kontrast zwischen brutalen Massentourismus wie Puerto Rico, Playa Ingles, Maspalomas, Playa de los Americanos, etc. und ruhigen und einsamen Stränden, sowie kleinen Dörfern oder Urbanisationen. Im Landesinneren gibt es auf beiden Inseln eine andere Welt, dort leben Menschen teilweise wie vor 50 Jahren in nicht zugänglichen Dörfern in den Bergen (von uns auf Wanderungen gesehen)

Sicherheit: wir haben uns deutlich sicherer als in Festlandspanien gefühlt. Das einzige was nervt, ist halt, daß durch das schöne Wetter und die Enge auf den Inseln sich viel in der Nacht dort abspielt, wo auch wir Wohnmobilisten sich aufhalten, am Strand. Dorthin kommen auch die Liebespärchen (die ja noch relativ ruhig sind :D ), aber auch Hardrockfans, die um Mitternacht ihre neuesten Hits anhören müssen. Glücklicherweise hatten wir nur wenige Male das Vergnügen. Nur einmal habe ich mich nächtens umgeparkt :twisted: .
In den Tourizentren gibt es natürlich auch all die Lebemänner und Gaukler und Musikanten, die man überall trifft, wie auch die Taschendiebe, Abzocker, etc..

Mein persönliches Fazit: Lange Reise (bei uns gesamt 8000 Km), sehenswert bei längeren Aufenthalt, interessant für Womobilisten, die gerne länger auf einen oder wenigen Orten stehen. Schlecht für Leute, die Kultur und Abwechslung haben wollen oder klar definierte Wohnmobilinfrastruktur. Rumfahren mit dem großen Womo ist nur bedingt machbar und wenn nur mit sehr guten Nerven. Unbedingt von Nöten wäre Motorroller oder kleiner Pkw.

Bewußt muß sich jeder sein, daß er zwar politisch sich noch in Europa befindet, geografisch aber schon in Afrika. Alles wird ein bißchen lockerer genommen, vor allem was Müll und Umwelt betrifft.

Habe ich etwas vergessen ?? Noch Fragen ?? Her damit !!

Viele
C.


mobilist2010 am 24 Apr 2012 08:50:06

Hallo carthagocliff,
interessante Zusammenfassung Bild

Da wir ab Dezember 2013 den Winter auf den Kanaren verbringen wollen, ist dieser Bericht für uns sehr hilfreich.Bild

LG Hans

thomas56 am 24 Apr 2012 09:16:52

interessant geschrieben! :dankeschoen:

Anzeige vom Forum


Lancelot am 24 Apr 2012 09:29:36

Das nenn ich umfassende Info ... :gut:

gib8 am 15 Mai 2012 10:07:48

Danke für den feinen Bericht.

Gab es einen Grund, warum ihr andere Inseln nicht besucht habt?

Wir planen ebenfalls Ende 2012 für einige Monate auf die Kanaren zu fahren.

ciao
Bruno

carthagocliff am 18 Mai 2012 20:14:35

gib8 hat geschrieben:Danke für den feinen Bericht.

Gab es einen Grund, warum ihr andere Inseln nicht besucht habt?
Bruno


Wir wollten ggfs. noch nach La Gomera übersetzen, aber mehrere Mobilisten und Einheimische rieten uns nicht dazu, weil mit einem großen Mobil nur zwei oder drei Plätze anzufahren sind. Aber auch weil Teneriffa so großartig und vielfältig war, verging die Zeit so schnell.

Das nächste Mal, wenn ich auf die Kanaren komme, habe ich einen Motorroller dabei. Habe gerade mir einen zugelegt, weiß aber nicht wie ich ihn transportiere :D

Viel Spaß auf den Kanaren, wenn Ihr Fragen habt, nur her damit.
Liebe
C.

ingridm am 11 Nov 2012 14:05:02

danke für den guten Bericht.
Ich kenne die Kanaren sehr gut, war aber noch nie mit dem Womo dort, da mir die Anreise zu kostspielig ist.

Ostwestfale am 11 Nov 2012 14:43:54

Toller und sehr detaillierter Bericht.
Danke!


Bon Voyage

puget am 11 Nov 2012 15:50:20

danke für deine sehr anschauliche Beschreibung.
Das nenne ich mal eine breit gefasste Information - besonders für mich, da ich noch nie auf den Kanaren war.

ukwlutze am 15 Jan 2013 10:48:59

Prima Beschreibung, bin momentan selbst bis März 2013 auf den Kanaren. Ich kann nur alles bestätigen, was dort gesagt wurde!!!
ukwlutze

RaiWo am 15 Jan 2013 12:33:42

Guude!
Mich würde mal die Fährüberfahrt interessieren. Wäre das mit einem 8 x 2,5 x 3.6 m möglich?
Hab noch keine Fährgesellschaft gefunden.
Danke
Vutscko

carthagocliff am 16 Jan 2013 14:09:12

RaiWo hat geschrieben:Guude!
Mich würde mal die Fährüberfahrt interessieren. Wäre das mit einem 8 x 2,5 x 3.6 m möglich?
Hab noch keine Fährgesellschaft gefunden.
Danke
Vutscko


Letztes Jahr habe ich einen Deutschen gesehen, der mit einem bescheidenen Monaco 12 m Mobil und dahinter einem Anhänger, indem ein noch bescheideneres Mc Laren Mercedes Cabrio drinnen stand, im Süden von TF auf einen Campingplatz stand. Den hat die Fährgesellschaft auch mitgenommen :D

Aber mal ernst: Nachdem in den Fähren viele Container mitfahren, dürfte die Größe von normalen Womos keine Rolle spielen.
aus Teneriffa
C.

coseb am 24 Jan 2013 14:50:54

Hallo C

ich hab eben deinen Bericht von den Inseln unter dem Winde gelesen,
ist alles so wie ich es auch immer wieder erlebe, da ich aber immer in relativ kurzen Abständen in die Unikl Köln muss , Fliege ich, wenn möglich mehrfach im Winter nach GC, nun wenn alles klappt wieder am 08.03 für 3 Wochen .
schöne Zeit noch wo auch immer
Rudolf

dudelduke am 15 Okt 2013 10:34:27

Super Zusammenfassung! By the way: Motorroller ist doch sowieso Pflicht beim größeren Womo, oder?

Um mehr Zeit zu haben auf den Inseln wäre es eine Idee, einen frisch getüvten - möglichst kleinen - 3,5Tonner überzusetzen (mein kleines Womo mit 5,55m Lange und 2,80m Höhe würde im November 385,- je Strecke kosten ab Cadiz) und dann für 2 Jahre dort stehen zu lassen. Dann steht er für 2 Jahre und somit mehrere Urlaube dort zur Verfügung.

Ich bin selbst ein eingefleischter Kanaren-Fan und war schon etliche Male dort, allerdings noch nicht mit dem Womo. Alle Mobilisten, die ich dort während meiner Aufenthalte getroffen habe, sagten einhellig: Es ist eigentlich ein Paradies für Womos - und bestätigten die obigen Angaben. Es gibt inzwischen wohl auch auf Fuerte und TF Vermieter, aber natürlich ist das wie immer sehr teuer und nicht dasselbe wie mit dem eigenen Fahrzeug.

In Bezug auf Gomera würde ich sagen: Nix verpasst! Da gibt es meines Erachtens nach nix zu gucken und wandern oder am Strand rumlungern kann man auf den anderen Inseln genau so gut.

Sehr ans Herz legen kann ich allerdings La Palma, eine Insel von grandioser Schönheit (klar: liegt im Auge des Betrachters), auf der es allerdings keine 500m geradeaus geht. Also für große Womos nicht so toll... andererseits gibt es natürlich auch dort Strecken, die von LKW und Reisebussen genutzt werden. Es gibt dort allerdings auch so gut wie keine Infrastruktur.

Zu den erwähnten Zeltplätzen: Es gibt sogenannte "Areas recreativos", dass sind meist Picknickplätze irgendwo nett gelegen, auf denen die Einheimischen gerne auch Zelten. Ich hab mal mit einem Deutschen gesprochen, der einige Jahre auf den Kararen lebte und dort auch ein Womo hatte. Der sagte, man kann einfach bei der Gemeinde anfragen und sich die Erlaubnis holen, dort auch mit dem Womo mehrere Tage zu bleiben. Dann ist man rechtlich auf der ganz sicheren Seite.

Lockenbaeren am 18 Jan 2018 00:17:30

Hallo,
was hat sich inzwischen geändert?
Und speziell zum Hundeaufenthalt auf der Fähre (Huelva-Lanzarote): Duldet es das Personal, wenn die Hunde Nachts im Womo schlafen? (Ich evtl. auch?)
Kann ich mich tagsüber mit ihnen in das Hundeauslaufareal (ohne Rauch und Motorengedröhn) setzen (evtl. mit eigenem Stuhl)?
Danke!
Sybille + 2 Lockenbären

Lockenbaeren am 11 Mai 2018 23:35:34

Hallo,
leider bin ich wieder zurück. :cry:
Super war's: 7 Inseln in 8 Wochen mit einem VW-Campingbus und 2 Hunden.
An-/Abfahrt je 2 Tage für Frankreich (über Bordeaux auf AB für ca. 90 Euro) und Spanien mittendurch (AB 12,60)
Die Hinfahrt (294,-Euro nur Sessel) Anfang März war sehr stürmisch und nass, der Aufenthalt nachts auf dem Hundedeck nicht möglich. Bei gutem Wetter gibt es dort windstille Ecken, Liegen und Stühle. Das Wasser in den Pipi-Aufwischeimern wurde regelmäßig ausgetauscht. Auf der Hinfahrt waren es ca. 20 Hunde, zurück über 40 inkl. einiger weniger unverträglicher oder Dauerkläffer in den Käfigen. Es ist immer möglich, den/die Hunde/Katzen gegen einen schrftl. auszustellende Bescheinigung an der Rezeption, dass das auf eigene Verantwortung passiert, im Auto zu lassen. Über Nacht sind das dann 12 Stunden. Tags sind die 1/2 stündigen Besuchszeiten ins Autodeck öfter (alle 3 - 4h) möglich. Ohne persönliche Begleitung vom Bordpersonal. Es gab auch einige, die über Nacht im Caravan oder Womo geschlafen haben. Die dürfen sich halt nicht sehen lassen.
Im 2t-obersten Deck darf man auf dem Boden oder den 2er-Bänken schlafen.
Hinfahrt 28 h Huelva - Lanzarote, Rückfahrt 32h Teneriffa- Huelva

Alle Inseln hatten für mich Besonderheiten, weswegen mir die Insel gefallen hat.
Ostern bin ich vor den Touristen- und Urlauberströmen der Einheimischen erfolgreich nach El Hierro geflohen.
Auch an den anderen, stark frequenterten Wochenenden konnte ich gut in einsamere Gegenden ausweichen.

Fahren: Mit 4motion und dem kompaktem Gefährt konnte ich auch offroad, steil und auf kleinsten Strassen inner- und außerorts fahren. Für Reisen (Jede Nacht woanders) statt Urlaub (an einem Platz) ist das meiner Ansicht nach die beste Möglichkeit. Dementsprechend habe ich (rel.) viele VW-Busse gesehen, vor allem gemietete, einige wenige ausgebaute Kastenwägen. Wenn ich nicht so viel Zeit am Stück hätte (und keine Hunde mitnehmen wollte), würde ich fliegen und dann mieten. Vom nostalgischen T3 mit zerschlissenen Polstern bis zum neusten T6-Modell ist alles möglich.

Diesel -,80 bis 1,20 Euro, AdBlue aus dem Zapfhahn nur auf den großen Inseln.

Essen gehen ist viel günstiger, einheimisches Obst und Gemüse ist auch günstiger, importiertes so teuer wie Zuhause. Die Brotauswahl ist sehr vielfältig, Milchprodukte (Quark, Frischmilch) gibt's in bestimmten Supermärkten auch. In Touristenzentren können sich sogar dt. Bäcker halten! Aber auch der Dino-Supermarkt kann Torten backen, die deutschem Geschmack entsprechen! :D

Übernachten: 2x war ich auf einem Recreation-Camping (für 4,25/Nacht MIT heißer Dusche!!!), sonst habe ich immer frei gestanden, nach Möglichkeit einsam. Manchmal in der Nähe von anderen Übernachtern. In den Dörfern/Städten und auf Kuschel-Camping-Stellplätzen war es mir wegen der Schlafens im Dachbalg zu laut.

Etwas schwierig war die Wetterlage. Wir hatten vor Ostern 3 Tage Calima, den heißen Wüstensandsturm und ein Mal im Norden von La Palma starke Regenfälle. Da bin ich kurz nach einem kleinen Erdrutsch über die Straße fast gestoppt worden. Der vor mir fahrende Einheimische hat dann ein paar Äste beiseite geräumt und wir konnten seitlich dran vorbei kommen. Nächsten Morgen hatte die Gemeinde schon alles beiseite geräumt. Auch auf Teneriffa habe ich anschließend solche Schmutzflecken auf dem Teer der Kammstrasse zwischen Teide und La Laguna gesehen. Ich würde in Zukunft bei starken Regenfällen nicht im steilen Bergland fahren.

Vom Einfluss der Passatwinde hatte ich vor der Reise gelesen. Ich habe dann gelernt, meine Ziele und Route danach zu richten. Mal war es morgens klar und ab Mittag neblig, mal umgekehrt, mal auch 3 Tage am Stück immer klar. Oft war nur eine Seite der Insel (auch Lanza und Fuerte) in Wolken, die andere Küste frei. Oft hingen die Wolken um die Tausend Meter... Die Wettervorhersagen... nun ja. Sie waren ein Anhaltspunkt, mehr nicht.

Traumhaft ist durch die saubere Luft der Nachthimmel, die Sonnen-Unter-Aufgänge. Auch die Brandung, vor allem an den Westküsten hat mich immer wieder fasziniert. Und ich habe sehr großen Respekt vor dem Meer bekommen. Die Wellen haben eine wahnsinnige Wucht und bei ablaufendem Wasser einen entsprechenden Sog nach "Amerika"! :razz:
Selbst in den schönen Meerwasserschwimmbecken war es meist zu wild, um ins Wasser zu gehen. An den Ostküsten, an deren Sandstränden und vor allem in den Touristengegenden war das Wasser dagegen angenehm erfischend mit 18 - 20°C. Die Lufttemperatur entsprach der Meereshöhe. Am Meer tagsüber meist 20 -25°C, nachts bis 15°C. Auf 2400m unterhalb vom Muchachos nachts 7°C, tags auch 20.
Wenn ich eine Jacke über das ärmellose Hemd und die kurze Hose (8 Wochen lang!) gezogen habe, dann meist wegen des Windes.

Oft wurde ich gefragt, welche Insel mir am besten gefallen hat. S.o. Trotzdem habe ich noch ein paar interessante Punkte nicht angeschaut. El Hierro, La Palma und Teneriffa sind im Frühjahr 2019 wieder geplant.
Ich nehme dann kein Bodyboard mit, nicht so viele warme Sachen, dafür mehr für warmes Wetter und eine Luftmatratze für das Schlafen auf der Fährenüberfahrt vom/zum Festland.

Selfservice Waschsalons gibt es nicht so häufig bis gar nicht im Vergleich zu Portugal oder Frankreich. Die habe ich per Internetsuche gefunden.
Trinkwasser habe ich in -Liter-PET gekauft (1 Euro), manchmal konnte ich meine 30 Liter im Bus am Strand (gechlort) oder in El Hierro und La Palma an Brunnen füllen. Auch hatte ich immer 30 Liter zusätzlich in den PET-Flaschen im Bus. Das Wasser habe ich benutzt, um abzuwaschen oder für die Hunde. Auch zum Auffüllen des Bustanks nach dem Duschen.

Eine besonderes Highlight: Ich war dabei, als am Strand von Cofete auf Fuerte 5 Wasserschildkröten (80 cm, 50kg schwer und 8 Jahre alt) aus einem Aufzuchtprogramm in die Freiheit entlassen wurden. Vorher wurden sie besendert und jetzt verfolge ich ihren Weg im Atlantik über tracking Programm.

Falls Ihr Fragen habt, nur her damit! Jetzt ist meine Erinnerung noch frisch :)

Die Statistik:

Wochentag Insel/Ort Km Maut-/Fährpreis
27.02. Dienstag Home F 92,40 ES 12,25
03.03. Samstag Huelva 2794 294,00 Armas
04.04. Sonntag Lanzar 411 34,53 s.o.
09.03. Freitag Fuerte 819 53,10 s.o.
15.03. Donners Gran Canaria 430 50,75 s.o.
19.03. Montag Teneriffa 1 1775 57,40 s.o.
31.03. Samstag El Hierro 515 57,40 s.o.
04.04. Mittwoch Teneriffa 2 85 42,00 s.o.
05.04. Donnerstag La Gomera 440 73,50 Ohlsen
11.04. Mittwoch La Palma 1129 81,00 Ohlsen
22.04. Sonntag Teneriffa 3 433 294,00 Armas
26.04. Donnerstag Huelva
29.04. Sonntag Home 2657

Buskosten Hinreise Rückreise Inseln
Diesel Euro 293,12 dito 617,49 +
Diesel Liter 254,00 dito 670,87
AdBlue L 26,78 Euro

Gogolo am 12 Mai 2018 00:20:02

Danke für den Bericht. Ist die geplante Fähre zwischen Lanzarote und Marokko schon in Betrieb? Oder hast du Informationen, wann diese in Betrieb geht?

Wer werden im nächsten Winter auch die erste Hälfte auf den Kanaren verbringen und möchten dann nach Marokko wechseln. Da wäre es gut, wenn die neue Fähre schon in Betrieb ist, sonst müssten wir im Januar wieder nach HUelva zurück und dann von Gibraltar nach TangerMed. Wäre halt unständlich und teurer.



Habe die Ehre

Gogolo

Lockenbaeren am 13 Mai 2018 19:45:00

Hallo,
sorry, darüber habe ich nichts erfahren.
Ein Paar hat sein Womo auf einer Insel gelassen und ist auf die Kap Verden hin und zurück geflogen.
Viel Erfolg bei der Recherche
Sybille

Gogolo am 13 Mai 2018 21:42:48

Danke


Habe die Ehre

Gogolo

Lockenbaeren am 06 Mär 2019 15:01:44

Hallo,
dieses Mal wollte ich kurzfristig buchen und stelle fest,dass es eine neue Fährgesellschaft gibt (dieselbe Fähre mit neuem Anstrich) und der Preis ist mit 664,- mehr als doppelt so hoch wie im letzten Frühjahr.
Hat jemand Erfahrungen, ob das an meiner späten Buchung liegt?
Hat schon jemand die neue Fährgesellschaft gebucht?


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