Caravan
luftfederung

Umrüstung auf LiFeYPO4 1, 2, 3, 4, 5 ... 42


Gast am 21 Jul 2012 00:07:36

Die Zellen sind da


Vorsichtig auspacken . . .


Probestapeln, die Kiste passt schon mal.


Messen ist nun angesagt:


3,311 V
3,306 V
3,307 V
3,307 V
sind die Werte der 4 Zellen.

Doch irgendwie stimmt da was nicht!



M14 messe ich für die Schrauben. Habe ich mich vertan?
Nein, im Datenblatt steht M8, worauf ich auch alles abgestimmt habe.


Ja und die Prints sind für M10 gemacht, passen ja überhaupt nicht auf M14.
Ist ja klar, nichts geht ganz reibungslos.
Mal schauen, wie sich das Problem lösen lässt.

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: --->Link

lisunenergy am 21 Jul 2012 08:01:53

Ja das ist natürlich ein Problem! Da hilft nur ein Flachstahl aus Kupfer mit einer Bohrung M14 auf M10.Platz wäre ja vorhanden.Frag mal beim Klempner ob die so was haben.Eine zweite Lösung die mir einfallen würde wäre: Die M14 Schraube in einer Dreherei auf M8 aufzubohren , plan zu drehen. und den print darauf zu schrauben.Ja das sind Überraschungen :shock:

kintzi am 21 Jul 2012 09:01:28

Gewindeadapter M10 auf M14? pointecker.at Gr. R

walter7149 am 21 Jul 2012 09:23:10

Hier der - --> Link

dazu :wink:

lisunenergy am 21 Jul 2012 13:26:54

Wußte nicht das es so was fertig gibt.Also es gibt immer eine Lösung.Man muß sie nur finden.

Gast am 21 Jul 2012 23:07:43

Danke
Zunächst vielen Dank für die Lösungsvorschläge im Forum.
Mein erster Gedanke war auch sowas wie Gewindehülsen, den ich jedoch wegen verschiedener Bedenken wieder verwarf. Ich war schon auf der Suche nach Kupferband.
Monikas Sohn war die Rettung. Er, Mechatroniker und Maschinenbauingenieur mit eigener kleiner, computergesteuerter Drehbank erkannte die einfachste Lösung.
Also ging es Samstagmittag ans Werk:
Die M14er Schrauben wurden in die Drehbank eingespannt um den Kopf plan zu dreht.
DSC_2930

Anschließend wurde in der Drehbank eine Zentrierungsbohrung gesetzt.
DSC_2929

Dann wurde mit 5mm vorgebohrt und mit 6,8 mm nachgebohrt. . .
DSC_2932

um anschließend das 8er Gewinde rein zu schneiden.
Und so sieht die fertig bearbeitete Schraube aus:
DSC_2933PS

Hier mit eingesetzter 8mm Inbusschraube, über die dann die Anschlüsse verschraubt werden.
DSC_2934PS

Wir sind sehr froh darüber, dass wir für die Umbauarbeiten mehr oder wenig zufällig neben einer Werkstatt von ganz netten Motorradkampfschraubern stehen dürfen, und deren Werkstatt für so kleine Arbeiten, wie die Schraubenbearbeitung mitbenutzen dürfen.

Nun können die Umrüstarbeiten doch noch plangerecht weitergehen.

lisunenergy am 22 Jul 2012 07:46:29

Eine sehr preiswerte und perfekte Lösung.Die Lipros lassen sich jetzt sogar besser montieren,da die Anschlüsse und Verbinder darunter liegen.Bei den kleineren Akkus ist dies nicht ganz ungefährlich.

Mess mal ob die Schraube auch elektrich leitet! Bei V2A kann das manchmal krittisch sein.!!!!!

achimHH am 24 Jul 2012 18:20:59

[mod=""]die Fragen zu diesem Thema findet Ihr hier: --> Link [/mod]

lisunenergy am 24 Jul 2012 19:44:00

Hier noch mal der Anfang der ganzen Geschichte --> Link

Gast am 25 Jul 2012 00:11:27

Seit vergangenen Samstag war es etwas stressig in unserem rollenden Altersruhesitz, zunächst wegen der nicht dem Datenblatt entsprechenden Polschrauben der Akkus und dann die „Transplantation“ der Akkus selber.
Sonntag um 8 Uhr wurden dann die 3 Gel-Akkus von den Verbrauchern getrennt und ausgebaut. 3 mal 49,5 kg stehen seither neben unserem Mobil.
DSC_2936

40 Stunden und 45 Minuten sollte es dauern, bis wieder Strom im Mobil fließt. Bisher war Strom einfach immer und zu genüge da. Aber so sieht man mal, wie unentbehrlich dieser ist, zumal wir ja durchgehend im Mobil leben. Nichts geht mehr, kein Gas-Gerät, kein Wasser, kein WC, nicht mal die Einzige Eingangstür. Zu letzterem gibt es natürlich eine Notschaltung. Doch, eines funktionierte noch, das Bett, in welches ich jeweils spät abends, oder besser gesagt nach Mitternacht fiel.

Alle Bauteile waren für den Einbau weitgehend vorbereitet, hier z. B. der zweite (linke) Votronic-Solarladeregler, an dessen Stelle vorher der originale cbm Solarladeregler gesessen hatte. Ganz links oben im Schaltschrank und ganz oben rechts auf Kühlkörpern die beiden Crydom SSRs, welche die Akkus vor Überladung schützen indem sie die Stromzufuhr von den Photovoltaik-Modulen vor den zwei Votronic-Laderegler unterbrechen.
DSC_2945
DSC_2948
DSC_2947

Es ging trotz aller Vorbereitungen zäh voran, denn wie bei einem Prototyp üblich gibt es Korrekturen hier und kleine Änderungen dort. Das ganze Batteriefach war natürlich auch erst nach Ausbau der alten Akkus komplett einsehbar. Da musste eine Steckdose versetzt werden, der Kabelverlauf etwas geändert werden, eine Aluschniene entfernt werden usw.
DSC_2937

Mit kleinen Bearbeitungen passte dann jedoch alles. Hier der Kasten, in dem später die 4 Lithium-Zellen untergebracht werden.
DSC_2938

Diese kleinen Arbeiten halten unheimlich auf. Im Vorfeld war es nicht möglich, schon alle Kabel fertig zu verlegen. Man glaubt es ja nicht, wie lange es dauert, bis diese über verschlungene Wege dort raus kommen wo sie benötigt werden. Und dann fängt der Spaß erst richtig an, Ringkabelschuhe und Kabelhülsen in nicht geahnten Größen werden benötigt. Besorgungsfahrten für Kleinkram fallen zusätzlich an. Das hört sich zwar etwas nach Chaos an, aber es treten einfach nicht vorhersehbare Situationen auf, wenn man solch ein Projekt das erste Mal als Greenhorn durchführt. Für verschiedene Unwägbarkeiten hatte ich vorgesorgt und Material für den Fall X besorgt. Das kostet zwar Geld, spart aber unheimlich Zeit, denn es durfte keineswegs der Fall eintreten, dass wir mehrere Tage ohne Strom sind.

Am Montagabend wurden als letzte Arbeit die 4 Lithium-Zellen in Reihe geschaltet, die Balancer verkabelt, diese dann auf die Pole geschraubt und alles mindestens dreimal überprüft. Hier ein ganz besonders kritischer Punkt in Verbindung mit dem Kabelschuh vom 70mm² Kabel zur Schalttafel. Zum Glück hatte ich genügend Schrauben in diversen Längen besorgt, denn zwischen Kabelschuh und Platine mussten einige Beilagscheiben für die nötige Distanz sorgen, da die kleinen Platinen sind sehr empfindlich sind. Die Schrauben sind natürlich nicht aus V2A.

Nach Mitternacht soll es soweit sein, nach der x-ten Überprüfung aller Anschlüsse konnte das letzte Kabel am Akku angeschlossen werden. Baustrahler sorgten wiederholt die ganzen Nachtsunden fast für Tageslicht. Das Massekabel war die letzte noch herzustellende Verbindung. Ein spannender Moment, Monika war extra lange aufgeblieben, dann ran mit dem Kabel, der Hauptschalter klackte, sonst war es still. Also die Schraube festziehen und einige Kontrollmessungen vornehmen. Dann ins Wohnmobil und den cbe Bordcomputer einschalten, er ging, Licht ging auch, Wasser lief wieder, alles perfekt.
Irgendwie kann man das dann nicht ganz glauben. In der Anspannung der vergangenen 3 Tage saß ich dann in der Heckgarage mit dem Laptop, genoss den kleinen Erfolg und schickte an einzelne Freunde noch eine Mail. Zwischendurch immer wieder Messen und Werte aufschreiben und freuen.

Hier die komplette Anlage:
DSC_2941

An der linken Wand steht die ca. 35 x 58 cm große Schalttafel, hier kommen Plus- und Minus-Kabel vom Akku an, von hier gehen alle weiteren Verbindungen ab.

Im oberen rechten Viertel der Tafel sind Masseverteiler und Mess-Shunt für den Philippi Batterimonitor BCM1 untergebracht (schwarze Kabel). Hier befindet sich auch ein Sammelpunkt, an dem die Massekabel aller Systemverbraucher angeschlossen sind, z. B. die Sicherheitsschleifen der 4 Crydom-SSRs.

Darunter sitzt eine Sammelschiene für die Plus-Leitungen (rot).
Diese verzweigen zu einem Stromverteiler (rot und rund), der vor dem Hauptschalter sitzt und systemwichtige Verbraucher versorgt, z. B. die Sicherheitsschleifen auf den Platinen.

Die andere Leitung geht zum Trennschalter. Der automatische Trennschalter TSA260-12V von Philippi,erkennbar an dem roten und gelben Punkt, ist ein ganz wichtiges Bauteil (seit April 2012 lieferbar. Damit können Lasten von 260 A geschaltet werden!!! Gesteuert wird dieser ebenfalls über ein SSR von Crydom (ganz links unten). Links daneben eine Sammelschiene (Heavy Duty Bus 300A) an der u.a. das blaue Kabel an die Bordelektrik ab geht (dies war zuvor direkt an den GEL-Akkus angeschlossen). Darunter ein Sammelpunkt (roter Knopf) welcher diverse andere Verbraucher bedient, z. B. den neuen Philippi Monitor für die Ultraschall-Tankanzeigen.

Der weiße Kasten in der Mitte ist ein Strombegrenzungsmodul, welches den Eigenverbrauch des Systems etwas einbremst. Dies habe ich von Sonnentau bekommen, ganz herzlichen Dank an ihn, der mich unheimlich motivierte und mir bei vielen Fragen beratend zur Seite stand.

Dann befinden sich noch 3 Sicherungskästchen auf der Schalttafel. Ein richtig dickes, fettes für den Wechselrichter ganz rechts in der Mitte mit dem weißen Deckel.
DSC_2942

Ja und dann der Akku, 4 LYP400AHA in Reihe geschaltet und liegend verbaut. Auch das ist möglich und wird häufiger praktiziert als es sich vermuten lässt. Denn nur so waren die Lithium-Zellen im bestehenden Akkufach unterzubringen. Wenn fertige Systeme nachgerüstet werden, stehen die voluminösen Blechkästen oftmals in der Heckgarage.
Auf allen Pluspolen werden Balancer montiert, in die auch zwei Sicherheitsschleifen integriert sind, eine OVP zum Schutz vor Überspannung und eine LVP zum Schutz vor Unterspannung. Unterspannung von ca. 10 V ist bei diesen Akkus bereits einmalig absolut tödlich. Schwarze Leitungen sind LVP, rote Leitungen sind OVP und natürlich in falscher Farbe, der Masseanschluss an den jeweiligen Minuspol der Zelle (hätte ich eigentlich schwarz machen sollen, sorry).
DSC_2940
DSC_2943

Der Tag danach zeigte es, 3300 Wh lieferten die Solarladeregler, die Akkus sind bei 13,5 V angekommen.
DSC_2954

So, jetzt muss ich erst mal relaxen. Berichte über den weiteren Betrieb folgen natürlich.

lisunenergy am 25 Jul 2012 06:26:18

Hallo Gerd,

so jetzt sehe ich deine Anlage in seiner ganzen Pracht.Es zeigt das es möglich ist normale Anlagen auf den neuen Akku mit alten Komponenten umzurüsten.Meine Idee hat also funktioniert.Dir und Monika viele schöne Stunden mit dem neuen Strom.

Sonnentau

macagi am 25 Jul 2012 08:31:51

Super dokumentiert, danke.

Würde mich interessieren wie die Sache im Winter funktioniert. Aber da ihr ja im Womo lebt wird es dort nicht kalt, oder?

Was passiert wenn sich eure Batterien mal entladen sollten:
--> Link

Teurer Ziegelstein!

lisunenergy am 25 Jul 2012 15:50:14

macagi hat geschrieben:Super dokumentiert, danke.

Würde mich interessieren wie die Sache im Winter funktioniert. Aber da ihr ja im Womo lebt wird es dort nicht kalt, oder?

Was passiert wenn sich eure Batterien mal entladen sollten:
--> Link

Teurer Ziegelstein!


Im Winter hat der Akku noch über 84 % seiner Kappazität.Der Lipro verhindert eine Entladung des Akkus.Sollte dieser wirklich mal Kaputt gehen unterbricht es die gesammte Ladung.Durch die Print gibt es auch kein Rätselraten mehr wie viel ich noch entnehmen kann.

Es gibt nur ein Problem die Lieferzeiten des Akkus werden immer länger!

andwein am 25 Jul 2012 16:43:07

Echt saubere Arbeit !!!, Gratulation Macht richtig Spass, das anzuschauen. Auch im Detail,
Andreas

Gast am 25 Jul 2012 16:57:08

macagi hat geschrieben:. . . Würde mich interessieren wie die Sache im Winter funktioniert. Aber da ihr ja im Womo lebt wird es dort nicht kalt, oder?


Laut Hersteller liegen die max. zulässige Arbeitstemperaturen für Laden/Entladen im Bereich von minus 45 bis +85 Grad!
Wintston-Akkus sind meines Wissens die einzigen, die einen solchen Bereich (ohne Akkuheizung) abdecken.

Im Winterbetrieb kommt in Verbindung mit Photovoltaik der hohe Ladewirkungsgrad der Lithium-Akkus zum tragen. Damit landet der von den PV-Modulen erzeugte Strom zu einem höheren Anteil im Akku als bei Blei-Akkumulatoren.

LongJohn am 25 Jul 2012 17:08:51

Hallo

Könnte mal jemand eine Aufstellung machen von den Teilen die man
benötigt wenn die bisherigen AGM-Akku schlapp machen.
Ich fang mal an...

4 Zelle a`3.2 Volt
4 Balancer
?
?
Neuer Regler ?????
?

Gast am 25 Jul 2012 18:01:33

sonnentau3 hat geschrieben:. . . Es zeigt das es möglich ist normale Anlagen auf den neuen Akku mit alten Komponenten umzurüsten. Meine Idee hat also funktioniert. Dir und Monika viele schöne Stunden mit dem neuen Strom.
Sonnentau


Hallo Lars,
hattest du da etwa Zweifel dran? Ich nicht, deine Beiträge in verschiedenen Foren und deine hervorragenden Informationen haben in mir keine Bedenken aufkommen lassen.

Aber ich muss sagen, sowas erfordert sehr viel Einarbeitung und eine gute Planung. Man sollte die Elektrik seines Mobils in den entscheidenden Punkten kennen. Machen lassen halte ich - momentan zumindest - für nicht machbar. Aber da wird sich in nächster Zeit doch hoffentlich was tun.

Gast am 25 Jul 2012 18:14:27

LongJohn hat geschrieben:. . . Könnte mal jemand eine Aufstellung machen von den Teilen die man benötigt wenn die bisherigen AGM-Akku schlapp machen. . .


Hallo LongJohn,
alles was benötigt wird ist eigentlich auf den Bildern zu sehen. Ich habe aber auch eine Tabelle, in der alles drin steht. Nur die muss jetzt überarbeitet werden, denn da stehen auch Dinge für den Fall X drin, die nicht gebraucht wurden. Entscheidendes Kleinmaterial fehlt noch.
In einigen Tagen werde ich das überarbeiten und nebst Erklärungen einstellen.

Zu bedenken sind jedoch die fallweise erheblichen Lieferzeiten von bis zu 3 Monaten, die mit ein Grund für meinen frühzeitigen Austausch waren. Meine GELs hatten ja erst 4 Jahre auf dem Buckel.

lisunenergy am 25 Jul 2012 23:51:14

superduty hat geschrieben:
sonnentau3 hat geschrieben:. . . Es zeigt das es möglich ist normale Anlagen auf den neuen Akku mit alten Komponenten umzurüsten. Meine Idee hat also funktioniert. Dir und Monika viele schöne Stunden mit dem neuen Strom.
Sonnentau


Hallo Lars,
hattest du da etwa Zweifel dran? Ich nicht, deine Beiträge in verschiedenen Foren und deine hervorragenden Informationen haben in mir keine Bedenken aufkommen lassen.

Aber ich muss sagen, sowas erfordert sehr viel Einarbeitung und eine gute Planung. Man sollte die Elektrik seines Mobils in den entscheidenden Punkten kennen. Machen lassen halte ich - momentan zumindest - für nicht machbar. Aber da wird sich in nächster Zeit doch hoffentlich was tun.
Ich bin kein Elektroniker .Da durchblickt man manchmal nicht alles.Es gibt selbst für den Profi Sachen die vorher nicht klar waren.Zwischen Idee und Umsetzung waren max 4 Monate.Das ist für eine Serienfertigung eine kurze Zeit.Um so mehr freut man sich, wenn es klappt.Vielleicht hat ECS doch noch Lust die Sache gemeinsam voranzutreiben.Es muß einfach noch einfacher werden.Das schönste wäre ,wenn alles mal im Akku verbaut ist.Ich überlege mir da mal was :D

Gast am 26 Jul 2012 22:38:06

sonnentau3 hat geschrieben:. . . Das schönste wäre ,wenn alles mal im Akku verbaut ist. Ich überlege mir da mal was :D


Hallo sonnentau3
Klar, so ein Kasten lässt sich bauen. Du schaffst das bestimmt.
Manche können ihn unterbringen, manche auch nicht, die brauchen dann eine individuelle Lösung.

Bei mir passt z. B. keines der bereits angebotenen Systeme in den vorgesehenen Ort im Batteriefach. Mein Fach ist zwar riesig groß, aber die LiFeYPOs sind zu hoch dafür, weshalb ich sie legen musste.
Was ich auf der "großen" Schalttafel habe lässt sich sicher stark vereinfachen und auf weniger Raum unterbringen.
Ganz Entscheidend für so einen Umbau halte ich den automatischen Hauptschalter von Philippi, welcher über ein SSR gesteuert wird.

Wegen der unterschiedlichen Stromzufuhren in einem Wohnmobil (Photovoltaik, Landstrom-Netzladegerät, Generator, Brennstoffzelle usw.), sind dort sicher oft individuelle Arbeiten mit SSRs notwendig. Das dürfte aber kaum ein wirkliches Problem sein.

Momentan beobachte ich meine Anlage genau:


Besonderheiten:
26.07.12 = Zelle4: Balancer arbeitet, zeitweise OVP aktiv
25.07.12 = Zelle 4: OVP nachmittags zeitweise, PV-SSRs trennten
24.07.12 = 1. Laden über PV
20.07.12 = Lieferzustand

An Zelle 4 hatte schon immer eine geringfügig höhere Spannung. An ihr ist auch die Fahrzeugmasse angeschlossen. Zum heutigen Messzeitpunkt arbeitete lt. LED-Anzeige der Balancer von Zelle 4.

lisunenergy am 27 Jul 2012 06:25:07

Hallo Gerd,

beobachte mal die nächsten Tage wie es sich verhält.Wenn Du Zeit hast könnte man auch mal eine Zelle tauschen um zu sehen ob der Wert so bleibt.Wichtig ist,das das OVP Signal schaltet.Es zeigt aber auch,das bei billigen Balancern ohne Abschaltung eine Zelle schnell mal die 4 Volt Marke erreichen könnte(Das ist dann der Tot)Hättest Du jetzt eine Anlage wo nur der Akku getrennt wird,wäre es jetzt dunkel,und Du müsstest ständig zum Resetknopf rennen.Das übernimmt jetzt der Lipro für Dich.

lisunenergy am 27 Jul 2012 15:27:47

LongJohn hat geschrieben:Hallo

Könnte mal jemand eine Aufstellung machen von den Teilen die man
benötigt wenn die bisherigen AGM-Akku schlapp machen.
Ich fang mal an...

4 Zelle a`3.2 Volt
4 Balancer
?
?
Neuer Regler ?????
?


Habe ich ganz überlesen.Du brauchst 4 Zellen 4Balancer,und für jede Ladequelle ein SSR Relais.Für die Abschaltung als Tiefentladeschutz ein SSR mit Trennrelais von Phillipi oder 2 SSR Relais für DC Last Verbraucher 12 Volt und eins für den Wechselrichter über den An und Aus Schalter.Die vorhandenen Ladegeräte können wie Du siehst mit verwendet werden.Es macht ja keinen Sinn alles neu kaufen zu müssen.Wenn Du Fragen hast nur her damit.

mogger am 27 Jul 2012 21:40:38

Hallo sonnentau3,

wäre es möglich eine Lithium Eisen Batterie auch als Starterbatterie einzusetzen?
Bin was Elektrotechnik angeht leider nur ein Laie.

!
Oskar

lisunenergy am 27 Jul 2012 22:31:52

mogger hat geschrieben:Hallo sonnentau3,

wäre es möglich eine Lithium Eisen Batterie auch als Starterbatterie einzusetzen?
Bin was Elektrotechnik angeht leider nur ein Laie.

!
Oskar
Ja den Block von Thundersky.Du benötigst da noch Poladapter .Die Kappazität kann die Hälfte sein wie die derzeit verbaute Starterbatterie. --> Link --> Link

Gast am 28 Jul 2012 08:13:42

könnte man zwei dieser blocks auch in reihe schalten, um 24 V zu bekommen? was wäre dabei zu beachten?

andwein am 28 Jul 2012 10:11:52

Variofahrer hat geschrieben:könnte man zwei dieser blocks auch in reihe schalten, um 24 V zu bekommen? was wäre dabei zu beachten?

Technisch gesehen kann man die auch in Reihe schalten. Ob es Sinn macht und der Lebensdauer dient steht auf einem anderen Blatt.
Du brauchst dann einen "Balancer" zusätzlich für das Austarieren des Ladestroms zwischen den beiden 12V Blöcken.
So sehe ich es jedenfalls.
Andreas

lisunenergy am 28 Jul 2012 12:15:18

Variofahrer hat geschrieben:könnte man zwei dieser blocks auch in reihe schalten, um 24 V zu bekommen? was wäre dabei zu beachten?
Es gab mal eine Platine die nannte sich sich Akkumon .Würde aber abraten die Blöcke in Reihe zu schalten. Bei diesen Blöcken könnte man mal nachfragen ob es der hersteller erlaubt --> Link

Gast am 31 Jul 2012 12:51:06

Die LiFeYPO4 Zellen verrichten nun seit 6 Tagen problemlos ihren Dienst.
Der Strom ist sicher kein anderer als aus Blei aber er fließt dank großer Solaranlage reichlich. Wenn wir abends zu Bett gehen, stehen in der neuen Philippi Anzeige noch 3,3 V und 95% Restkapazität.

Natürlich wird die neue Anlage genau beobachtet und täglich überprüft.

Zum einen wird gemessen, was die Photovoltaikmodule an Strom liefern:


Zum anderen wird die Spannung der einzelnen Zellen gemessen:


Weil ich die Zellen vor der Montage nicht einzeln auf exakt 4V aufladen konnte, macht sich in der Folge die leicht erhöhte Spannung von Zelle4 bemerkbar. Ein Hundertstel Unterschied ist bei diesen Zellen viel. Die Zelle4 kommt daher deutlich früher, also nachmittags, in den Bereich, in dem die LiPRO1-1 gut zu tun haben. Da Schalten die Sicherheitsschleifen, da arbeiten die Balancer. Da die Balancer mit < 1 A ausgleichen, wird es noch einige Zeit dauern, bis Zelle4 auf dem Level der übrigen Zellen ist.

Zur Überwachung der Temperaturen habe ich vorübergehend zwei Fernthermometer min min./Max. Anzeige angebracht. Eines am Kühlkörper des SSR vom 450W Solareingang, eines an den LiFeYPO-Zellen. Es ist in beiden Fällen jedoch gegenüber der Raumtemperatur keine erhöhte Wärmeentwicklung zu verzeichnen.
Auch in diesem Punkt sind die Zellen durch die LiPRO1-1 gut geschützt. Bei 60 Grad C werden alle Sicherheitsschleifen getrennt, sodass kein Laden und kein Verbrauch mehr stattfinden kann.

Inzwischen habe ich etwas Feinarbeit geleistet und die restliche Verkabelung fixiert und/oder in kleine Kabelkanäle gelegt, damit die Kabel nirgends scheuern können.

Die Schaltung der Steckdose für das Netzladegerät (bei Landstrom) habe ich auch nochmal neu gemacht, da mir die ursprüngliche Baumarktware nicht robust genug erschien.
An das Crydom Relais wird dann links die OVP-Sicherheitsschleife der LiPOS1-1 angeschlossen.
In die Steckdose kommt das Netzkabel vom WAECO PerfectCharge.
Rechts aus der Steckdose kommt jenes weiße Kabel, welches per Stecker an die interne Steckdose angeschlossen wird, über die Landstrom fließen kann.
Von der Steckdose zum SSR geht eine Phase der 220 V Zuleitung. Ist die Sicherheitsschleife geschlossen, kann – sofern vorhanden - Landstrom über die Steckdose fließen, das Netzgerät arbeitet bzw. lädt die LiFeYPO-Zellen. Erkennen die LiPOS1-1 den Soll-Ladezustand, öffnen sie die OVP-Sicherheitsschleife, das Netzladegerät ist stromlos, die Ladung erst mal beendet.
DSC_2957PS
DSC_2959

Die Montageplatte wird rechts neben den Kasten mit den LiFeYPO-Zellen verbaut, davor werden Ladegerät und Wechselrichter positioniert.

Zu Beginn den Arbeiten hatte ich bei Monikas Sohn Jens einen Crashkurs für professionelles Löten und Anbringen von Kabelschuhen gemacht. Die Detailaufnahme schaut doch ganz gut aus und die Kabelschuhe sind bombenfest mit den Kabeln verbunden.

biauwe am 31 Jul 2012 13:00:43

Hallo superduty,

wie war das Wetter, an den Tagen wo Du gemessen hast?
Temperatur und Wolken.

singlefreiheit am 31 Jul 2012 13:29:26

Für das Schalten von 230 V tut es sowas auch: --> Link

lisunenergy am 31 Jul 2012 17:38:54

singlefreiheit hat geschrieben:Für das Schalten von 230 V tut es sowas auch: --> Link
Das Problem liegt im Stromverbrauch.Jeder Lipro darf pro Optokopller mit max 50 mA belastet werden.An der Strombegrenzungsbox laufen diese SSR nicht richtig.Nur bei Crydom funktioniert das ohne Probleme.Das Problem ist der Eigenverbrauch,der noch niedriger werden muß.Der Spannungsabfall liegt so bei 3 Volt unter Akkuspannung,so das die niedrigste SSR Spannung ohne Begrenzer bei 9 Volt liegt.

Gast am 31 Jul 2012 19:01:19

Danke Lars, du kannst das viel besser erklären, da du richtig tief in der Materie drin steckst. Ich treibe trotz gelungenem Umbau noch immer an der Oberfläche.

@ biauwe
Das Wetter war mit Ausnahme des 29.07an den Tagen sehr gut, vereinzelt mal ein Wölkchen. Aus den gelieferten Strom lässt sich jedoch nicht ableiten, was die Solaranlage wirklich zu leisten im Stande ist. Denn die Balancer schalten oft ab. Wie du dem Einbaubericht entnehmen kannst, erfolgt die Abschaltung zwischen Photovoltaik-Modul und Laderegler.
Zu bedenken ist auch, dass bis 10 Uhr Baumschatten auf den Modulen ist und auch die drei letzten Sonnenstunden des Tages bekomme ich Schatten auf die Anlage.
Am Aussagekräftigsten wäre da noch der erste Tag (24.07.), an dem die neuen Zellen angeschlossen waren, da haben sie ohne Abschaltung vollen Strom gezogen, also in der Zeit von ca. 10 bis 18 Uhr insgesamt 3,3 Kw/h.

Ich kann dir aber versichern, dass auch bei völlig bewölktem Himmel noch einiges an Strom rein kommt, und selbst bei Regen fließen noch einige Watt. Über einen Regentag gesehen summiert sich da auch etwas zusammen. Muss das mal protokollieren, so aus dem Gedächtnis hat man keine konkreten Zahlen parat.
Interessant wäre noch, dass der erzeugte Strom der beiden unterschiedlichen Solarflächen (cbe 240 W und Kyocera 450 W) mit 1,2 % Abweichung dem Verhältnis der Nennleistungen entspricht, welches wiederum mit 2/100 % Abweichung dem der Flächen entspricht. Die beiden Module können als absolut gleichwertig angesehen werden, auch wenn bei ganz schlechten Lichtverhältnissen aus dem Kyocera-Strang noch beispielsweise 10 W kommen, während aus den cbe-Modulen nichts mehr kommt.

biauwe am 31 Jul 2012 19:27:40

Hallo superduty,

danke für die Infos.
Das deckt sich mit meiner Anlage. Je nach Wetter und Platz im Akku schwank auch die Ausbeute.

singlefreiheit am 31 Jul 2012 22:25:32

sonnentau3 hat geschrieben:
singlefreiheit hat geschrieben:Für das Schalten von 230 V tut es sowas auch: --> Link
Das Problem liegt im Stromverbrauch.Jeder Lipro darf pro Optokopller mit max 50 mA belastet werden.An der Strombegrenzungsbox laufen diese SSR nicht richtig.Nur bei Crydom funktioniert das ohne Probleme.Das Problem ist der Eigenverbrauch,der noch niedriger werden muß.Der Spannungsabfall liegt so bei 3 Volt unter Akkuspannung,so das die niedrigste SSR Spannung ohne Begrenzer bei 9 Volt liegt.


Ich hatte die verlinkten SSRs (ZG3NC-240B) zum Schalten von den 230 V vorgeschlagen, also als Alternative zu den crydom D2425, da die nur ein Viertel kosten wie die crydons
Beides sind Triac-SSRs und beide haben bei 230 V einen Spannungsverlust von 1.6 V - und das ist bei 230 V wurscht. Beide sind nur zum Schalten von Wechselspannung verwendbar.
Zum Schalten der 12 V sind beide ungeeignet, da habt ihr ja auch die richtigen FET-SSRs (D06D80) eingesetzt.

lisunenergy am 01 Aug 2012 06:13:50

singlefreiheit hat geschrieben:
sonnentau3 hat geschrieben:
singlefreiheit hat geschrieben:Für das Schalten von 230 V tut es sowas auch: --> Link
Das Problem liegt im Stromverbrauch.Jeder Lipro darf pro Optokopller mit max 50 mA belastet werden.An der Strombegrenzungsbox laufen diese SSR nicht richtig.Nur bei Crydom funktioniert das ohne Probleme.Das Problem ist der Eigenverbrauch,der noch niedriger werden muß.Der Spannungsabfall liegt so bei 3 Volt unter Akkuspannung,so das die niedrigste SSR Spannung ohne Begrenzer bei 9 Volt liegt.


Ich hatte die verlinkten SSRs (ZG3NC-240B) zum Schalten von den 230 V vorgeschlagen, also als Alternative zu den crydom D2425, da die nur ein Viertel kosten wie die crydons
Beides sind Triac-SSRs und beide haben bei 230 V einen Spannungsverlust von 1.6 V - und das ist bei 230 V wurscht. Beide sind nur zum Schalten von Wechselspannung verwendbar.
Zum Schalten der 12 V sind beide ungeeignet, da habt ihr ja auch die richtigen FET-SSRs (D06D80) eingesetzt.
Es ging mir mehr darum,das der Verbrauch auf der DC Seite minimiert werden muß,damit die Optokoppler nicht überlastet werden.Verbrauch der billigen SSR war bei mir 18mA pro Stück.

Gast am 14 Aug 2012 13:31:13

Nun sind die Winston LYP400AHA-Zellen seit 20 Tagen erfolgreich im Einsatz.
Die anfängliche Spannungsdifferenz der einzelnen Zellen zueinander hat stark abgenommen, und bewegt sich bei morgendlichen Messungen nur im 1000stel Voltbereich.
PV_120813

Die Balancer arbeiten, die OVP-Sicherheitsschleife funktioniert und schaltet über den Tag die PV-Module immer mal wieder weg.
Der täglich über die PV-Module kommende Strom hängt sehr stark von unserem Verbrauchsverhalten ab.
PV_120812

Momentan können wir den zur Verfügung stehenden Strom bei weitem nicht verbrauchen. Wenn wir am Abend zu Bett gehen, sind die Akkus noch immer zu 95% und mehr gefüllt.

Würden wir uns ausschließlich unter sonnigem Himmel bewegen, also im Winter an der Mittelmeerküste, dann könnten wir sicher einen Kompressorkühlschrank und eine Waschmaschine mit dem Strom betreiben.

Es stellt sich mir die Frage, inwieweit Tage mit ca. 5% Stromentnahme und entsprechendem Ladevorgang überhaupt als Zyklus auf die zu erwartende Lebensdauer angerechnet werden können.
So wie ich das sehe, dürften damit die 13.000 Zyklen erreicht bzw. überschritten werden, bei denen die Czech Technical University Praque den Test einer Winston LFP90AH-Zelle abbrach, da ein „Ende“ mit defekter oder nicht mehr leistungsfähiger Zelle nicht abzusehen war.

Gast am 14 Aug 2012 14:29:30

demnach hättest Du nun Batterien für die nächsten 35,6 Jahre :D :D :D

Ich wünsch dir vieeeeeeeeele schöne Urlaube damit :)

Gast am 14 Aug 2012 14:57:35

So ist es, ich brauche mir um Aufbauakkus vermutlich nie mehr Sorgen machen.
Und schließlich wollen Monika und ich 100 Jahre alt werden :D

walter7149 am 14 Aug 2012 16:25:33

Hallo, bei nur 5 % täglicher stromentnahme kannst du ja deine nächsten nachbarn auch gegen einen kleinen obolus mit strom versorgen, oder nur jeden 2. oder dritten tag nachladen, dann verdoppelt oder verdreifacht sich die lebensdauer der Li-akkus :D :D :D

35,6 x 2 = 71,2

und ihr müßt auf die 100 noch 71 jahre durchhalten.

tober am 14 Aug 2012 18:51:53

Und in 30 jahren sagen die Erben: Die Karre schmeißen wir weg, aber die Akku's sind noch gut - die bauen wir vorher aus. :D

schnatterente am 14 Aug 2012 19:30:14

superduty hat geschrieben:Momentan können wir den zur Verfügung stehenden Strom bei weitem nicht verbrauchen. Wenn wir am Abend zu Bett gehen, sind die Akkus noch immer zu 95% und mehr gefüllt.


Wenn ich das richtig sehe, habt ihr am Abend ca. -20 Ah auf den Akkus, oder?

Das wäre schön, wenn wir solch einen Idealfall hätten, bei uns durchlaufen die Gel-Akkus nur im sonnigen "Modus" Ladeschlussspannung und Erhaltungsladung, am Abend haben wir meist schon wieder ca. -60 Ah und am Morgen ca. -90 Ah auf der Uhr. Da würde das mit den Zyklen schon anders aussehen. :)

Aber sonst wirklich sehr gut umgesetzt. :top: Na dann, auf eine lange Lebensdauer. :prosit::

rossifumi am 14 Aug 2012 21:02:58

tober hat geschrieben:Und in 30 jahren sagen die Erben: Die Karre schmeißen wir weg, aber die Akku's sind noch gut - die bauen wir vorher aus. :D

Das ist genau das, was ich schon vor Jahren zu der Entwicklung der LiFePo gesagt hatte.
Wurde damals natürlich ausgelacht :eek: :D :D :D .
Jetzt müssen nur mal meine 200Ah kommen, dann gehts los 8) .
Rossi

Gast am 14 Aug 2012 23:00:34

schnatterente hat geschrieben:. . . Wenn ich das richtig sehe, habt ihr am Abend ca. -20 Ah auf den Akkus, oder? . . .


Ja, unser Hauptverbrauch findet Tagsüber statt und wird reichlich vom Solar gedeckt. Am Abend noch ein paar Lämpchen und der Laptop oder ab und zu TV. Deshalb sind beim zu Bett gehen die Akkus noch so voll.

Gast am 15 Aug 2012 20:27:28

tober hat geschrieben:Und in 30 jahren sagen die Erben: Die Karre schmeißen wir weg, aber die Akku's sind noch gut - die bauen wir vorher aus. :D


Das mag ja durchaus sein, aber bedenke nur mal den vielen Ärger den man sich mit defektem Blei in der Zeit erspart.
Der Blei-Akku geht doch meist irgendwo im Urlaub über den Jordan, und dann kann man rennen oder im dunkeln und auf dem trockenen sitzen. Wir können ohne Strom nicht mal die Toilette benutzen und müssen die elektrische Außentür immer über die Notentriegelung bedienen. Heizung, Kühlschrank und Kochplatten funktionieren bei uns ohne Strom auch nicht mehr.

Also für mich wäre schon alleine die Lebensdauer ein Umrüstungsgrund, obwohl es da noch viele weitere gibt.

Gast am 15 Aug 2012 20:39:09

Von verschiedenen Seiten wurde die Frage an mich herangetragen, was so ein Umbau kostet und woher man die Teile bekommen kann.

Vorab: wie jeder Geschäftsmann weiß, ist die Kostenseite unter Berücksichtigung der zu erwartenden Lebensdauer zu betrachten. Also wie viele Blei-Akkus muss ich austauschen, um die Lebensdauer der Lithium-Zellen zu erreichen?

Ich habe meine Planungsliste der Realität angepasst und diese auf das reduziert, was mit dem Umbau von Blei auf die Winston LYP400AHA-Zellen bei mir im RV notwendig war. Darin enthalten ist auch ein Batteriemonitor, welcher sehr empfehlenswert, aber nicht unbedingt notwendig wäre, denn die Aufgabe eines BMS übernehmen die LIPRO1-1 Balancer.

In der Liste nicht enthalten ist ein Strombegrenzungsmodul für die OVP + LVP Sicherungsschleifen, welches ich von einem Freund gebaut bekam und welches vermutlich nicht käuflich zu erwerben ist (wäre im Einzelfall abzuklären).

Aber Vorsicht ist geboten: diese Teile-Liste lässt sich nur bedingt auf andere Wohnmobile übertragen. Zu unterschiedlich sind die Elektroinstallationen der einzelnen Hersteller und Modelle.
Wenn es die Platzverhältnisse erlauben, ist es sicher nicht verkehrt, wenn man zwischen bestehender Bordelektrik und den Winston LYP400AHA-Zellen eine eigene Schalttafel verbaut, so ähnlich wie ich das gemacht habe.
Meine Schalttafel ist dabei etwas komplexer geraten, da ich mich nicht auf das unbedingt Notwendige beschränkte, sondern auch abgesicherte Stromanschlüsse für Verbraucher vorgesehen habe.
Wer hier Zeit und Geschick hat, kann sich Sammelschienen selber bauen, die deutlich kostengünstiger und platzsparender sind.

Solarladeregler und Netzladegerät MÜSSEN über die OVP-Schleife abzuschalten sein.
Ich habe zwischen PV-Modul und Solarladeregler ein SSR montiert (auf keinen Fall zwischen Laderegler und Akku!)
Beim Netzladegerät habe ich ein SSR in die Netzzuleitung verbaut (nicht zwischen Laderegler und Akku). Es gibt für den Zweck SSRs, welche mit Gleichstrom gesteuert werden und Wechselstrom schalten.
Bei mir waren die Ladekabel vom Solarladeregler und vom Netzladegerät neu zu verlegen, denn diese MÜSSEN jetzt zwischen den Winston LYP400AHA-Zellen und dem Trennschalter an einem Sammelpunkt angeschlossen werden – denn Laden sollte immer gehen, auch wenn die LVP-Sicherung alle Verbraucher (die ganze Bordelektrik) von den Winston LYP400AHA-Zellen getrennt hat.

Manche Verbraucher, in meinem Fall der Wechselrichter, waren direkt an den Blei-Akkus angeschlossen. Das sollte besser über einen Sammelpunkt auf der neuen Schalttafel gemacht werden, da die Akku-Anschlüsse neben Batteriekabel und LIPRO1-1 keinen weiteren Anschluss zulassen.

Der Mess-Shunt für den Batteriecomputer sollte direkt zwischen dem Minuspol der Winston LYP400AHA-Zellen und dem Minus-Sammelpunkt montiert werden. Nur so ist gewährleistet, dass der gesamte Verbrauch und Ladestrom darüber laufen (außer den 4 LIPRO1-1). Ein Shunt, der irgendwo in der vorhandenen Bordelektrik montiert ist, zeigt nicht mehr richtig an (= Ladeströme, da Solar und Netzladegerät anders angeschlossen werden müssen).

Der Batterie-Trennschalter, über die LVP-Sicherheitsschleife gesteuert, ist ein zentrales Bauteil der Anlage. Die Bordelektrik muss auf jeden Fall über den Trennschalter laufen und muss komplett durch den Trennschalter automatisch über die LVP-Schleife getrennt werden können. Hier darf nicht gemogelt werden, denn eine Tiefentladung reicht und die Zellen sind unwiderruflich defekt (bei Blei sind dafür meist mehrere Tiefentladungen nötig, bei Lithium reicht eine einzige). Meines Wissens gibt es bisher ausschließlich den Philippi Trennschalter (TSA 260-12V) zum Schalten von 260 A, welcher sich über SSRs steuern lässt.
Die Steuerung über LIPRO1-1 Sicherungsschleifen und SSR ist unbedingt notwendig, da hierbei die Spannung jeder einzelnen Zelle berücksichtigt wird. Eine andere Steuerung, z. B. über die Gesamtspannung, ist keinesfalls zielführend und hat zur Folge, dass trotzdem die eine oder andere Zelle in den tödlichen Bereich driftet, obwohl sich die Gesamtspannung noch wunderbar im grünen Bereich befindet.

Je Sicherheitsschleife (LVP + OVP) sollten max. drei SSRs angeschlossen werden.
Die Platinen der Lipro1-1 müssen sehr vorsichtig auf dem Plus-Pol montiert werden; sie dürfen keinerlei Berührungen und Spannungen ausgesetzt sein. Deshalb sind Messing- oder Kupfer-Beilagscheiben unbedingt erforderlich. Keine V2A-Schrauben und Scheiben verwenden, die elektrische Leitfähigkeit ist ganz schlecht!
Die LIPRO1-1 mit 0,5er bis 0,75er Kabel anschließen.
Alle Kabel, welche in Schraubquetschverbindungen gehen, mit Kabelendhülsen in geeigneter Größe mit spezieller Zange verpressen und diese dann verlöten.
Keine billigen SSRs verbauen (hoher Eigenverbrauch), schon gar keine mit LEDs drauf - das kostet in der Summe viel Strom. Crydoms sind zwar teuer, aber man bekommt erstklassige Qualität und ist damit auf der sicheren Seite.
Die Kühlkörper können problemlos etwas kleiner gewählt werden als ich das getan habe (die Größen der verbauten SSRs und die Schraubabstände sind immer gleich).
Es können die normalen, vorhandenen Solar- und Netzladegeräte verwendet werden. Temperatursensor ganz entfernen, und eine Einstellung wählen, die möglichst um 14 bis 14,4 V liegt, vermutlich GEL.

Je nach Akkugröße muss das Kabel der LIPRO1-1 zum Minuspol durch ein längeres ersetzt werden.
Die LIPRO1-1 sind für max. M10 Befestigungsschrauben gemacht. Deshalb empfehle ich, bei größeren Polschrauben der Akkus (in meinem Fall M14er) diese auf einer Drehbank aufzubohren und mit einem M8er Gewinde zu versehen (da findet sich bestimmt ein Maschinenbauer in der Nähe). Die LIPRO1-1 müssen unbedingt mit Messing oder Kupfer Beilagscheiben unterlegt werden, da sie sonst ungute Berührungen mit sehr breiten Polschrauben oder übrigen Akkuteilen bekommen können.

Der Zeitaufwand für so einen Umbau ist nicht zu unterschätzen und individuell sicher sehr unterschiedlich.
Ich musste mir erst monatelang das nötige Wissen aneignen, was sicher daran liegt, dass ich alles ganz genau geklärt haben will (weshalb ich dann auch keines der fertigen Systeme von Leab, Mastervolt, Transwatt usw. verbaute – die zudem auch zu raumgreifend sind und teilweise Ladegeräte und Wechselrichter aus dem eigenen Lieferprogramm verlangen = nochmals teurer) Hierbei gilt mein besonderer Dank dem Forumsmitglied Sonnentau. :dankeschoen:

Zu der Aufklärungszeit kommt die Planungsphase. Es ist ganz wichtig, sich einen Schaltplan zu machen, und wenn es nur eine Handskizze ist. Hierbei treten eigentlich immer klärungsbedürftige Punkte auf.
Und dann kann bestellt werden; die Vorarbeiten können anlaufen.
Höchstwahrscheinlich fehlen dann passende Ringkabelschuhe, Kupfer/Messingscheiben usw., die vermutlich auch mit viel Rennerei nicht vor Ort passend und in kleinen Mengen zu bekommen sind (svb oder ebay helfen hier schnell und zuverlässig, sparen Zeit und Ärger).
Nachdem im Vorfeld etliche Kabel bereits verlegt waren, die SSRs schon neben den Solarladereglern befestigt waren, die komplette Schalttafel und die Kiste für die Akkus fertig waren, konnte die eigentliche Umrüstung beginnen, sprich GEL raus und Winston-Zellen nebst Schalttafel rein. Da wir in unserem RV wohnen, sollte die Zeit ohne Strom möglichst kurz sein, von einem Tag träumte ich, es wurden jedoch 40 Arbeitsstunden an 2 sehr langen Tagen. Dank sorgfältiger Arbeit und min. dreimaliger Überprüfung aller Anschlüsse klappte dann auch alles auf Anhieb. Es ist ein äußerst spannender Moment, wenn am Ende das letzte Kabel (Massekabel) mit den Zellen verbunden wird. Ein kurzes Klacken vom Trennschalter und der Strom ist wieder da, und zwar mehr als je zuvor.

Wissenswertes oder Selbstverständliches:
Die Leitungen von den PV-Modulen dürfen erst mit dem Solar-Laderegler verbunden werden, nachdem dieser mit den Akkus über die Schalttafel verbunden ist! Der Anschluss sollte laut meiner Anleitung auch nur bei abgedeckten PV-Modulen geschehen – oder eben abends oder in einer Halle usw. Bei einer Trennung sollte natürlich in umgekehrter Reihenfolge verfahren werden, erst die PV-Module abhängen, dann die Winston-Zellen abklemmen.

Der Batteriecomputer sollte erst Strom bekommen, nachdem die Winston-Zellen angeklemmt sind, sprich die Sicherung des Batteriecomputers/Mess-Shunts erst nach Anschluss der Akkus einsetzen.

Bei der Höhe der Winston-Zellen sind durch die LIPRO1-1, deren Verkabelung und diverse Unterlagscheiben min. 5 cm hinzuzurechnen. Am besten gleich den Akkukasten entsprechend höher anfertigen, damit Anschlüsse und LIPO1-1 zuverlässig geschützt sind.

Winston-Zellen sind meines Wissens die einzigen Lithium-Zellen, welche auch bei bis zu 45 Minusgraden C noch geladen/entladen werden können. Somit eignen sie sich auch bestens zum Einbau in nicht beheizte Räumlichkeiten, und sie bereiten im Winterlager keine Probleme.

Für die Winston-Zellen sollte man im ungünstigsten Fall eine Lieferzeit von bis zu 3 Monaten einplanen. Mit etwas Glück sind sie auch sofort ab Lager zu bekommen.

Zum Schluss noch einige Voraussetzungen fürs selber machen:
• gutes Werkzeug, besonders zum Abisolieren und Verpressen, Lötkolben usw.
• gute Kenntnisse im Verpressen von Kabelschuhen; einfach quetschen reicht nicht, denn bereits ein herausgerutschtes Kabel könnte den schönsten Kabelbrand im Wohnmobil verursachen!!!
• Und deshalb sind auch gute Kenntnisse im Löten angebracht, jeden Kabelschuh und jede Rohrhülse nach dem Verpressen so verlöten, dass das Lötmaterial am anderen Ende der Hülse zu sehen ist. Wenn das nicht zu sehen ist, taugen der Lötkolben und/oder das Lötmaterial nichts.
• Diverses Hilfsgerät zum durchziehen von Kabeln ist notwendig, angefangen vom Kabeleinziehdraht aus Perlon, über dünne lange Bambusstöckchen bis hin zum schmalen Lochband kann man alles gebrauchen.
• Die dicken Kabel sollte man auf jeden Fall verpressen lassen, am besten in einer Fachwerkstatt hydraulisch; svb liefert sowas innerhalb weniger Tage frei Haus, der Bosch-Dienst ist Fehlanzeige, die LKW-Werkstatt hatte nur schraubbare Verbinder, die sich für den Einsatzzweck nicht eignen.
• gute Fertigkeit im Lesen von Schaltplänen und Verkabeln von Geräten usw. Ein falscher Anschluss oder Verpolung kann fatale Folgen haben!
• Erfahrung und sehr sorgfältiges Arbeiten, denn die Winston-Zellen können dauerhaft 3C abgeben, bei den 400ern wären das 1200 A kurzfristig sogar 8000 A - Das könnte dann evtl. der letzte Kontakt gewesen sein !!!!
• Ruhe, viel Ruhe und Gelassenheit, alles mehrfach überprüfen.

Verwendete Abkürzungen:
SSR = Solid State Relay
OVP = over voltage protection = Überspannungsschutz
LVP = low voltage protection = Unterspannungsschutz
RV = recreation vehicle = Freizeit- oder Reisemobil
PV = Photovoltaik (umgangssprachlich Solarmodul, was fachlich richtig gesehen aber ein Modul zur Wärmegewinnung wäre)

Und hier die Liste der von mir verbauten Teile:
Lieferangaben und vor allem Preise sind ohne Gewähr (Stand Mai-Juli 2012)
Interessant auch, die Ah-Angabe von Blei-Akkus ist nicht mit der von Lithium-Akkus vergleichbar.
Verglichen werden können eigentlich nur die Wh, welche bei lebensdauerschonender Entladung bis zur Restkapazität X entnommen werden können. Vorsicht mit Blei-Werbeschlagworten wie zyklenfest oder tiefentladungssicher, das geht ganz erheblich auf Kosten der Lebensdauer.
Um die Gewichtsersparnis errechnen zu können, wären zu den Winston-Zellen noch ca. 12 kg für Kiste, Schalttafel, SSRs und Kabel zu veranschlagen.
Bei mir sieht die Rechnung dann so aus: 148,8 - 57,2 – 12 = 79,3 kg Gewichtsersparnis bei min. 27 % mehr Wh, wobei in dem Vergleich die alten GELs mit einer Entladung bis auf eine fast schon zu tiefe Restkapazität von 40% angesetzt waren, und die Winston-Zellen mit einer Nutzung der möglichen Kapazität zu bescheidenen 75 %
Tabelle:




Sorry, wenn ich hier einiges an und für sich selbstverständliches erwähnt habe, aber es sollte auch für Nichtexperten verständlich sein.
Auf Wunsch maile ich die Datei als PDF auch gerne zu, einfach eine PN an mich schicken schicken.

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