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Reisebericht Schottland Mai/Juni 2012 1, 2


lucy05 am 02 Jul 2012 19:05:31

Wir waren 3 Wochen in Schottland unterwegs, toll war es, mit richtig gutem Wetter. Die Route dürfte recht klassisch gewesen sein: Südschottland, Edinburgh, Skye, Harris and Lewis, ein Stück noch in den Norden, dann zum Abschluss die Speyside.

Wir hatten den blauen WoMo-Führer aus dem WoMo-Verlag dabei und den Michael Müller Reiseführer. Letzterer ist sehr ausführlich, kaum ein Örtchen, das er nicht erwähnt. Als Straßenkarte kann ich die Road Maps von Ordnance Survey empfehlen, die sehr detailliert sind. Wir hatten von einer Bekannten diese Road Map für "Western Scotland and the Western Isles" dabei, ist ein Maßstab von 1:250.000. Ich weiß nicht, ob man die auch schon in Deutschland kaufen kann.

Oh, und den Rother Wanderführer hatten wir dabei. Die meisten der Rundwanderungen, die wir gemacht haben, sind aus diesem Wanderführer. Den kann ich also auch empfehlen :)

Wir haben uns entschieden, Mitglied bei Historic Scotland zu werden, da wir dann in viele Sehenswürdigkeiten umsonst rein kommen. Quasi. So grob durchgerechnet kommen wir etwa mit +-0 aus der Sache raus, aber es dürfte psychologisch doch etwas zur Urlaubslaune bei tragen. Es macht einen Unterschied, vor einer Sehenswürdigkeit zu stehen und zu denken: wow, da komm ich umsonst rein, anstatt sich zu fragen, ob es das wirklich Wert ist, schon wieder 10Pfund oder so auszugeben…


Wir sind von Ijmuiden nach Newcastle mit der Fähre rauf, um mehr Zeit für Schottland selbst zu haben. Da es vielleicht den ein oder anderen interessiert, hier das Prozedere zur GB-Einreise mit Hunden:

Der Hund muss gechipt sein, anschließend (!) gegen Tollwut geimpft werden, die 3Jahresimpfung wird anerkannt. Ansonsten muss er noch 1-5 Tage vor Ankunft in England vom Tierarzt gegen Bandwürmer behandelt werden.

Das wussten wir natürlich vorher, trotzdem waren wir etwas aufgeregt, ob tatsächlich alles in Ordnung sein würde.

Die DFDS-Halle war bis auf uns und eine nette Frau hinter einem der Schalter rund 1 Stunde vor Check-In Beginn menschenleer. Die Dame meinte, wir können direkt bei ihr hier und jetzt die Hunde einchecken, prüfte die Impfpässe und ließ uns selbst den Chip der Hunde auslesen. 2 Minuten später waren wir aus dem Gebäude wieder draußen und die Hunde in England willkommen :D

Anschließend stellen wir unser WoMo in die noch sehr kurze Schlange am Check In und machen einen Spaziergang durch den angrenzenden Fischereihafen. Zu unserer Freude beginnt kurz dahinter ein ausgedehntes Hundefreilaufgebiet, eine Art grasbewachsene Dünenlandschaft, wo freundliche Schilder zum ableinen auffordern. Nachdem die Hunde restentleert sind, essen wir Fish and Chips am Hafen und sind pünktlich zum Check-In wieder am WoMo.

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Unsere Route durch Schottland mag anfangs den Eindruck erwecken, etwas im Zick-Zack zu verlaufen. Der Grund ist, dass unsere dritte Urlaubswoche in die Schulferien fällt, es sind Bank Holidays und das Kron-Jubiläum der Queen… Deshalb haben wir uns entschieden, alles an südlichen Sehenswürdigkeiten und auch Edinburgh in die erste Woche zu packen, so dass wir die dritte Woche in einsameren Gefilden unterwegs sind. Kam dann aber doch etwas anders…


Tag 1 Sa 19.05. Newcastle – Housestead – Gretna Green – Caerlaverock Castle- Glencaple

England begrüßt uns Stilecht mit Nieselregen. Die Nacht war unbequem und nicht wirklich erholsam im winzigen Kabüffchen, selbst Schuld, wenn man die billigste Kabinen-Kategorie bucht…
Der morgendliche Kaffee kostet 4€ pro Pappbecher, aber ein kleiner Schock macht immerhin wach. Wir stellen uns draußen in den kalten, feuchten Wind, das wirkt fast noch besser, als Koffein.
Die Hunde begrüßen uns jeder auf seine Weise: Grisu flüchtet bei unserem Auftauchen schnell vom Fahrersitz (eigentlich darf er nicht auf Möbel, aber wir haben ihm wohlweislich eine Decke darauf gelegt ;) ), Lucy wedelt uns aus einem Haufen Schuhe und Kissen entgegen, die sie um sich gesammelt hat. Alles wie erwartet.

In Newcastle kämpfen wir uns durch eine Reihe Roundabouts durch den Linksverkehr, bis wir auf Höhe des Hadrian-Walls ankommen. Den hat Kaiser Hadrian vor etwa 1900 Jahren als Abgrenzung zu den Barbaren im Norden erbaut, die heutige Grenze zu Schottland verläuft aber ein wenig nördlicher. Der Wall zieht sich über 100km das Land entlang, auch Überreste von Festungen und anderen römischen Hinterlassenschaften können noch besichtigt werden. Wir halten am römischen Kastell von Housestead, das relativ gut erhalten ist. Es bietet außerdem einige Erklärungstafeln und schöne Blicke übers Land, sowie viele Schafe. Das ist doch mal eine nette Einstimmung. Das Wetter bleibt bedeckt, aber trocken, es passt. Wir laufen noch ein Stück den Wall entlang und frühstücken endlich.

Grisu begutachtet sein neues Reich:

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Am frühen Nachmittag erreichen wir dann Gretna Green. Das liegt direkt an der englisch-schottischen Grenze, wir sind jetzt tatsächlich auf schottischem Boden. Der Ort ist „berühmt“ dafür, dass hier im 18. Und 19. Jahrhundert heiratswillige Minderjährige aus England hin flohen, um sich dank des schottischen Mindestalters zum Heiraten von 16 Jahren schnell und heimlich trauen zu lassen. Heute sind es nur noch ein paar Souvenierläden, die aber erstaunlicherweise massig Reisebusse anlocken. Uns treiben vor allem 2 Umstände dorthin: 1. Es liegt auf dem Weg und 2. Es bietet eine kostenlose Ver- und Entsorgungsmöglichkeit für Wasser/Grauwasser am Busparkplatz.

Anschließend geht es die restlichen Kilometer bis zum Caerlaverock Castle, dessen Besichtigung gar nicht so einfach ist, zumindest, wenn man kein Mini-WoMo fährt. Wir hatten im Vorfeld in Erfahrung gebracht, dass die Zufahrt zu Schloss und Parkplätzen von einem engen, niedrigen Tor begrenzt wird (das können wir hiermit bestätigen) und dass der Wanderparkplatz in der Nähe über einen Höhenbalken verfügt (stimmt ebenfalls). Wir sind also gar nicht so weit gefahren, sondern haben vorher schon nach Parkmöglichkeiten Ausschau gehalten. Und tatsächlich: etwa 1km, bevor es zum Schlösschen geht, zweigt nach links eine Single Track Road ab, mit einem Hinweisschild zum Caerlaverock WWT, also zum Center des Vogelschutzgebietes. Nach etwa 1,5km gabelt sich die Straße. Links geht es zum WWT und rechts endet die Straße nach etwa 300m an einem kleinen Wanderparkplatz direkt neben einem Bauernhof. Übernachten wäre wohl erlaubt, aber das liegt wirklich im Nirgendwo mit muhenden Kühen als Nachbarn. Wie auch immer, wir entnehmen einem Kästchen unter der WWT-Tafel ein Faltblatt und vermuten nach dessen Studium, von dort aus zum Castle kommen zu können. Das Vogelschutzgebiet ist vor allem im Winter interessant, dann sind hier viele Zugvögel anzutreffen. Nun laufen wir durch eher Vogel-leere, aber trotzdem schöne Landschaft gespannt in die Richtung, in der wir das Castle vermuten. Die Bewegung tut gut, es klart weiter auf und dann, als wir es schon nicht mehr wirklich glauben, taucht nach etwa 40 Minuten tatsächlich auch das Castle auf. Wir werden Mitglied bei Historic Scottland und schreiten zur Besichtigung. Das Schlösschen ist eine Ruine, aber relativ gut erhalten.

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Auf dem Rückweg zum WoMo wird uns bewusst, wie müde wir sind. Kurz nach 18Uhr erreichen wir den Wanderparkplatz und möchten nur noch ein nettes Plätzchen zum übernachten finden. Der nächste im WoMo-Führer erwähnte Platz ist etwa 6km entfernt: der alte Pier am Ufer des Nith in Glencaple. Dort erwartet uns eine positive Überraschung: es handelt sich tatsächlich um einen offiziellen, kostenfreien WoMo-Stellplatz, Glencaple lädt Wohnmobilisten gerne zum Bleiben ein. Wer mag, darf ein wenig spenden dafür, gerne doch. Blöderweise ist der Parkplatz brechend voll mit PKWs, es muss an diesem Samstagabend irgendeine Veranstaltung stattfinden. Wir stellen uns mittig hinter einen LKW-Anhänger, den braucht doch bis morgen früh sicher niemand mehr… Diese Einstellung ist offensichtlich keine schottische, wie sich zeigt… 2 Minuten später fährt ein Auto und wir ergattern einen netten Platz am Fluss. Mit einem Rundumblick hätte ich auf dem kleinen Parkplatz noch mindestens 4 Parkplätze für PKW ausfindig gemacht. Ehrlich, mal stelle sich einen deutschen Parkplatz ohne eingezeichnete Parkbuchten vor: och, wenn der Nebenmann nicht da raus kommt, sollte er besser keinen Führerschein haben… okay, halb in der Botanik, aber was stellt der neben mir sich auch so blöd hin… Mitten rein, na können doch alle noch drum herum kurven… nicht so die Schotten. Die nächste Stunde kommen massig Autos, niemand quetscht sich noch in irgendwelche Lücken, nein sie fahren alle wieder… Selbst die Frau, die den zwischenzeitlich frei gewordenen Platz vor uns einnimmt (wir hatten uns anfangs gewissermaßen dahinter gequetscht), kommt erst zu unserem WoMo und fragt, ob sie stören würde (wir wären da locker wieder raus gekommen). Sehr höflich, die Schotten…

Wir schlafen übrigens fantastisch dort in völliger Ruhe (nachdem die Autos dann gegen 10Uhr alle wieder weg waren).

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Tag 2 So 20.05. Glencaple, Dumfries, Sweetheart Abbey, Sandy Hill Camping

Als ich morgens früh aufwache, mich schon am rumdrehen bin, um noch was zu dösen, fällt mein Blick auf blauen Himmel. Ein zweiter Blick und raus aus dem Bett. Gegen 6 Uhr (immerhin 7 Uhr deutscher Zeit!) bin ich mit den Hunden unterwegs am Nith-Ufer entlang. Strahlendblauer Himmel, wow. Ich habe wunderbar geschlafen und die Welt ist einfach schön.

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2 Stunden später sind wir wieder am WoMo und schmeißen Frank aus dem Bett.


Unser erstes Ziel nach dem Frühstück ist das etwa 6km entfernte Dumfries, die Robert Burns Stadt. Es ist Sonntag, also haben die Geschäfte (noch) zu. Wir besichtigen das Grab von Burns, schlendern am Nith entlang, decken uns in der öffentlichen Toilette mit Hundekotbeuteln und Parkscheiben ein (ja, das gibt es dort tatsächlich. Franks Kollege, stolzer Besitzer eines neuen Minis, wird sich sicher über das Präsent freuen. Die Parkscheibe meine ich natürlich).

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Vormittags ist unser nächstes Ziel dann wenige km weiter die Ruine der Sweetheart Abbey. Ich vermute, die Stimmung einer Abteiruine kommt bei düsterem Wetter besser rüber, aber man will sich ja nicht beklagen.

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Anschließend möchten wir nur noch eins: das Wetter nutzen und ausspannen. Etwa 18km hinter der Abbey liegt Sandy Hill mit einem kleinen CP. Man zahlt 13,50Pfund ohne Strom (Strom, ich glaub 3Pfund extra?!), steht direkt am Strand und einem Küstenwanderweg. Der Strand ist ohne Beschränkung auch für die Hunde nutzbar (wie übrigens jeder schottische Strand, den wir in der Folge noch besucht haben, aber zu dem Zeitpunkt fanden wir das noch bemerkenswert). Um 12:30Uhr sind wir dort und verbringen den Rest des Tages mit faulenzen, Sonne genießen und einer kurzen Küstenwanderung. Abends grillen wir.

der Campingplatz:

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jeder genießt den Strand auf seine Weise…

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Tag 3 Mo 21.05. Sandyhill, Grey Mare‘s Tale, Jedburgh

Früh am Morgen, ich drehe mich rum… Moment, was war das…? Blauer Himmel! Och nö, hatten wir doch gestern schon, nicht schon wieder so früh raus. Ich bleib liegen! 10 Minuten später, es ist 5:30Uhr, stehe ich mit einer Tasse Kaffee in der Hand vor dem Wohnmobil. Pünktlich zum Sonnenaufgang sind wir am Meer (genauer: im Schlick) und ein kleines Stück Küstenwanderweg laufen wir auch noch mal. Als wir um halb 8 wieder am WoMo ankommen, ist Frank sogar schon wach.

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Heute machen wir einen Sprung in die Borders-Region, das bedeutet leider ein paar Kilometer mehr. Aber etwa auf halbem Weg liegt der Grey Mare’s Tail: ein großer Wasserfall, oben das Loch Skeen und ein „Donald“, also ein kleinerer Berg, zum Munro hat es nicht gereicht. Wir möchten eigentlich nur bis zum Loch laufen, aber das Wetter ist fantastisch, die Ausblicke wundervoll, die Stille, unsere erste kleine Schottland-Wanderung… wir laufen auf den Höhen um das Loch herum. Das ist eine gute Idee, bis auf die letzten 25 Minuten zurück am Loch, nun wissen wir auch, was Bogholes sind… Der Weg besteht eigentlich nur daraus, wir laufen im Zickzack um Schlammlöcher und Moor-Tümpel und versinken doch das ein oder andere mal. Fast trockenen Fußes kommen wir nach knapp 4 Stunden wieder am WoMo an. Mein Nacken brennt, die Wangen auch, ein Sonnenbrand… Wer bitte nimmt denn Sonnencreme mit nach Schottland???


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Die Straße von Moffat rüber ist übrigens landschaftlich richtig schön, allerdings teils sehr eng und mit vielen Schafen auf der Straße… Auch Fasane sehen wir massig, Rehe, Hasen und tief fliegende Kampfjets, bei denen ich jedesmal aufs neue zusammen zucke.

Gegen 16:30Uhr erreichen wir dann Jedburgh. Wir fragen in der Touri-Info, ob wir eine Nacht auf dem Parkplatz in der Nähe der Abtei-Ruine stehen dürfen, und erhalten die Erlaubnis. Die Ruine selbst ist richtig beeindruckend, sehr viel mehr steht noch, als von der Sweetheart Abbey.

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später mehr :)

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: --->Link

sujokain am 02 Jul 2012 19:19:40

Freu mich schon auf die Fortsetzung,da wir auch mal mit Hund nach Schottland wollen.

nuvamic am 02 Jul 2012 19:26:05

Hoffentlich kommt noch mehr!!! Danke für die schöne Reise (im Geiste).... weiß noch nicht, ob ich dieses Jahr noch mal rauskomm, dann genießt man so einen Ausflug über die Bilder seeeehr.

Und übrigens wurde die "Sonnenbrand-Gefahr" in GB und Irland glaub ich durchaus schon in unserem Plauderthread angesprochen. Wir haben gewarnt! ;)

pfalzcamper am 02 Jul 2012 19:35:40

Super Bilder!

Unser letzter SCO-Trip ist nun ziemlich genau 1 Jahr her und in ziemlich genau 1 Jahr steht der naechste an :)

lucy05 am 03 Jul 2012 09:47:46

Tag 4 Di 22.05. Dryburgh und Melrose Abbey, Edinburgh

Dankenswerterweise beginnt der Tag mit Hochnebel, was mir die Gelegenheit gibt, mal auszuschlafen. Vormittags wird es dann wieder sonnig und richtig warm.

Da uns die Abtei-Ruinen bisher so beeindruckt haben, beschließen wir spontan, auch die Dryburgh Abbey zu besuchen, liegt ja fast auf dem Weg. Ganz in der Nähe sind auch die Wallace Statue und Scott’s View, die beide sicher auch gute Übernachtungsplätze abgeben würden.

William Wallace, sehr ähnlich sieht er Mel Gibson nicht

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Dryburgh Abbey liegt still und verträumt inmitten alter Bäume am River Tweed und ist eher wenig besucht. Umso schöner lässt sich die Stimmung erspüren.

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Die Melrose Abbey liegt dagegen im sehr touristischen Örtchen Melrose, viele Reisebusse umlagern sie. Allerdings wird dort ein wirklich gut gemachter Audio-Guide in Deutsch kostenlos dazu geboten. So verbringen wir fast 2 Stunden dort und lauschen den Geschichten zum Klosterleben, zum Herz von Robert the Bruce und dem Dudelsack spielenden Schwein.

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Den Campingplatz in Edinburgh haben wir für 2 Nächte von Zuhause aus vorgebucht, was aber nicht nötig gewesen wäre. Es ist eher wenig los im Mortonhall Park. Es gefällt uns recht gut hier: große Parzellen, viel Grün und Spazierwege, ruhig, saubere Sanitäranlagen, Restaurant, Shop, Waschmaschine… Wir verbringen 1,5 Stunden im Liegestuhl, noch mal rein nach Edinburgh? Schließlich fahren wir doch noch. Um kurz nach 5 sind wir mit dem Bus in der Stadt (1,40Pfund, etwa 25Min Fahrzeit), der erste Eindruck ist toll. Überall prächtige Gebäude, der Park mit Blick auf das Castle, die Royal Mile… Aber die Beine werden schnell müder, unsere Aufnahmekapazität ist am Ende. Es war eindeutig etwas viel Neues die letzten Tage. Nach knapp 2 Stunden steigen wir wieder in den Bus zurück zum Campingplatz.

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ich war ja fast versucht, Grisu einen mit zu nehmen :D

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das schottische Parlament…

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Tag 5 Mi 23.05. Edinburgh

Spätestens heute wird klar, dass sich die Historic Scotland Mitgliedschaft gelohnt hat. Als wir um kurz nach 10 am Edinburgh Castle ankommen, steht dort bereit eine lange Schlange Menschen vor dem Kassenhäuschen. Da fällt uns ein kleines Schild ins Auge: HS-Members können ihr Ticket am Visitor Center abholen. Also vorbei an der Schlange, kurz den Stempel abgeholt und rein geht es :D .
Das Gelände ist erwartungsgemäß unglaublich voll, so wirklich Atmosphäre kommt da nicht auf. Es gibt viel militärisches zu sehen, Kanonen, Kriegsmuseum, Geschichte einzelner Regimenter, Kriegerdenkmal… Daneben z.B. einen Hundefriedhof, das Zimmer, in der Mary Queen of Scots/Maria Stuart ihren Sohn James den VI zur Welt brachte, die Kronjuwelen und das Militärgefängnis. Ich persönlich fand das Kriegsgefangenen-Lager am interessantesten, mit Einblicken in deren Alltag und audiovisuellen Effekten.

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Auf der Tür haben sich Menschen im 18. Jahrhundert verewigt. Wer diese Menschen waren, was sie dachten und hofften, weiß heute niemand mehr. Da fühlt sich die Zeitspanne des Lebens sehr klein an.

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Beim anschließenden Stadtbummel kann ich Frank zu meiner großen Freude überreden, einen Mary Queen of Scots Weihnachtsbaumanhänger zu erstehen.

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Zum Abschluss besuchen wir die Unterwelt: eine Führung durch die verlassenen früheren Altstadtstraßen, die nun unter der Erde liegen, da die neuen Gebäude mit der Zeit einfach drauf gesetzt wurden. Die früheren Wohnsituationen, die Pest und Geistergeschichten werden präsentiert. Leider verstehen wir nur die Hälfte der Führung, der starke schottische Akzent des Guides ist nichts für unsere Schulenglisch-Ohren.




Tag 6, Do 24.05. Stirling und Ben Aan

So langsam sind wir drin im Urlaubstrott, die anfängliche Übermotiviertheit ist deutlich mehr Entspannung gewichen. So ist es nach 11Uhr, als wir endlich Abfahrbereit sind. Eigentlich wollten wir heute direkt zum Wanderparkplatz am Ben Aan und endlich mit dem ruhigen Naturteil des Urlaubs beginnen. Nachdem das Edinburgh Castle nun aber wenig von dem hatte, was Frank sich unter einem prächtigen schottischen Castle vorgestellt hat, nehmen wir auch noch das Stirling Castle mit. Dieses ist extrem sehenswert, vor allem in Kombination mit der (deutschen) Audioführung: ein Hörspiel von der Krönung des Vaters von Maria Stuart im Alter von 17 Monaten, bis zur Flucht von Maria Stuart selbst nach Frankreich. Die königlichen Gemächer wurden in den letzten Jahren originalgetreu eingerichtet, die Aussicht ist toll, die mit Wachsfiguren bevölkerte Küche amüsant. Für HS-Members kostenfrei, liegt der Normalpreis allerdings bei happigen 13Pfund pro Person. Spätestens jetzt hat sich die Mitgliedschaft auch finanziell gelohnt.

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so wie das Gebäude rechts, sah das früher alles mal aus, aber Zeit und Abgase setzen dem Sandstein zu:

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Beim anschließenden Stadtbummel wird uns beim Wiederaufstieg zum Schloss bewusst, wie unglaublich heiß es heute ist, fast 30 Grad haben wir.


Gegen 5 Uhr erreichen wir dann den Wanderparkplatz am Ben Aan, direkt am Loch Achray gelegen, ruhig am Fuße des Berges. Wir bleiben für die Nacht und beschließen, nicht mehr auf den Berg zu laufen heute Abend, es ist einfach zu warm. Stattdessen sitzen wir noch eine Weile am Ufer des Lochs und genießen die Sonne. Wer weiß, wie lange sie uns noch erhalten bleibt.

Als wir gegen 7 fröhlich unsere Tortellini essen, kommen noch einige PKW auf den Parkplatz, deren Besatzungen machen sich an die Bergbesteigung. Scheint sich ja zu lohnen im Sonnenuntergang… hm… Schließlich gehen wir auch noch. Es sind nur etwa 400 Höhenmeter, vielleicht 3km an Strecke pro Richtung, am Ende sehr steil. Und es hat sich gelohnt, auch wenn wir nicht ganz bis zum Sonnenuntergang geblieben sind, um sicher im Hellen wieder runter zu kommen.

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nuvamic am 03 Jul 2012 10:00:44

Schöööööön :)

Übrigens Edinburgh. Wer dort Schloss gucken will, sollte sich lieber den Palace of Holyrood House anschauen (am unteren Ende der Royal Mile). Und meine wichtigste Empfehlung ist die Camera Obscura (knapp unterhalb des Castle). Wer nicht weiß, was es ist, vorher mal nachlesen. Aber das beste: anhand des Ausblicks von da oben bekommt man ne erste "Stadtführung" mit netten komischen Einlagen, wenn Passanten "vom Papier hüpfen"....

kompakt am 03 Jul 2012 10:59:15

Sooo schön! :)

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung. :)

pitb am 03 Jul 2012 11:31:24

Wunderbarer Reisebericht - klasse Bilder!!!! :top:

ottomar am 03 Jul 2012 11:48:36

Hallo Lugy05,

sehr schöner Reisebericht mit eindrucksvollen Bildern, der Erinnerungen weckt!

Bin gespannt, wie es weitergeht.


@Nuvamic, alter Besserwisser :D

Aber Du hast ja Recht, besonders die Geschichten um Rizzio, mit dem Mary - na ja, man weiß es nicht ... jedenfalls war er dann plötzlich mausetot. :(

Mit freundlichen n,
Ottomar

lucy05 am 03 Jul 2012 12:16:52

nuvamic hat geschrieben:Und meine wichtigste Empfehlung ist die Camera Obscura (knapp unterhalb des Castle). Wer nicht weiß, was es ist, vorher mal nachlesen. Aber das beste: anhand des Ausblicks von da oben bekommt man ne erste "Stadtführung" mit netten komischen Einlagen, wenn Passanten "vom Papier hüpfen"....

Da haben wir auch sehr überlegt, hätten wir uns gerne angesehen... Nur die Hunde haben ja im WoMo auf uns gewartet, da mussten wir uns für ein paar wenige Sehenswürdigkeiten entscheiden...

Gast am 03 Jul 2012 12:27:21

Die Bilder mit den Hunden am Berg sind einmalig schön!!

:daumen2:

chrralf am 03 Jul 2012 12:30:58

Servus Lugy!

Vielen Dank für den tollen Bericht und die noch schöneren Fotos!

Sie wecken die Erinnerung an unseren letztjährigen Schottland Trip und bestärken uns darein, nächstes Jahr wieder dorthin zu fahren!


Viele

Christian

lucy05 am 03 Jul 2012 19:19:26

die nächsten drei Tage :) .


Tag 7 Freitag 25.05. diverse Lochs und Glen Coe auf dem Weg nach Norden.

Heute hatten wir eigentlich vor, endlich zu unserem Haupturlaubsziel, dem Nordwesten Schottlands vorzudringen, beginnend mit der Isle of Skye. Regentage sind Fahrtage, sagt man. Nur scheint mal wieder die Sonne bei gut über 25Grad. So beschließen wir gaaanz langsam Richtung Isle of Skye zu bummeln, wir wählen dazu die längere Route, die uns per Brücke zur Insel bringt. Die Route ist landschaftlich einfach nur schön. Den Vormittag fahren wir am Loch Lomond hoch mit einigen Spazierstopps.

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Mittagspause am Rannoch Moor:

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Kleine Wanderung bei Glen Coe, dem Tal der Tränen.

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Unser Steinmännchen am Loch Garry

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Und schließlich ein aussichtsreicher Parkplatz am Loch Cluanie, den wir als Übernachtungsplatz auswählen. Ruhig und untouristisch ist es hier.

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Tag 8 Samstag 26.05., endlich die Isle of Skye: Elgol und Sligachan.


Merke: ein rötlich angehauchter Horizont bedeutet nicht, dass die Sonne jeden Moment aufgeht. Ich wache auf, schaue raus: hey, ein schöner Sonnenaufgang, und stehe kurz darauf mit Kaffee und Hunden am Loch. Ein erstes Foto, das nutze ich, um zu schauen, wie spät es eigentlich ist.

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4:19, sagt die Kamera. Huch… Nun gut, jetzt bin ich wach, da kann ich auch noch auf die Sonne warten.

Dies ist das 2. Foto, es entstand um 5:24, so viel dazu…

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Lucy stört das nicht, die schläft einfach…

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Noch mal hin legen? Lohnt jetzt auch nicht mehr. Ich entscheide mich stattdessen für einen Spaziergang über die Hügel. Als ich um halb Acht wieder am WoMo bin, schwöre ich mir, in diesem Urlaub für keinen Sonnenaufgang mehr aufzustehen!

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Nach dem Frühstück geht es die restlichen Kilometer auf die Isle of Skye. Gegen halb 11 erreichen wir den Wanderparkplatz ein paar Kilometer vor Elgol auf Skye. Der WoMo-Führer beschreibt von hier aus eine leichte 14km Rundwanderung. Die ersten 9,3km sind wirklich schön, aussichtsreich geht es über den Kamm, dann runter zur Küste und an dieser entlang bis Elgol.

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Der WoMo-Führer erwähnt am Ende einen Rückweg entlang der Straße, wobei wir nicht von fast 5km ausgegangen sind… Es ist weniger das Laufen, aber es ist brütendheiß und klar, die Hunde tapern nur noch an der Leine mit. Wir sind sicher alle froh, als endlich das WoMo in Sicht kommt…

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Es ist nun 15:30Uhr und ich bin mittlerweile eh nur noch müde, selber Schuld... Also wählen wir den nächsten gesicherten Übernachtungsplatz, die Campsite am Sligachan Hotel. Eigentlich ist es durchaus nett, ein einfacher großer Wiesenplatz, auch Schotterplätze gibt es, ein Sanitärhaus (mäßig sauber), nette Aussicht. Das Ganze kostet 6Pfund pro Erwachsener, ob mit Zelt oder WoMo oder was auch immer, ist egal. Inbegriffen sind heiße Duschen und Ver- und Entsorgung. Nun ist halt Samstag, tolles Wetter, der Platz ist richtig voll, wobei es mehr Zelte, als WoMos sind. Das ist uns schon deutlich zu viel Trubel. Wir grillen noch und gehen früh ins Bett.




Tag 9 Sonntag 27.05.: Portree, Waternish und Neist Point

Der Tag plätschert so dahin und endet dann richtig toll.

Der Morgenspaziergang an der Campsite:

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Dann geht es nach Portree, einkaufen. Portree ist der Hauptort der Insel, trotzdem klein und sehr schnuckelig.

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In der dortigen Touristen-Info erfahren wir, dass es auch ein Tauch-Center auf der Insel gibt, im Örtchen Stein auf der Halbinsel Waternish. Also wird das zu unserem nächsten Ziel. Der Ort ist winzig, weiß getüncht und erstaunlich viele Touristen sind an diesem sonnigen Sonntag hier. Das Tauchcenter entpuppt sich als Wohnhaus umgeben von einem Garten voller Müll und Gerümpel. Zuhause ist niemand. Wir fragen im örtlichen Pub nach, ja das ist das Tauchcenter, die sind wohl gerade mit dem Boot unterwegs, aber eigentlich ist dort immer jemand Zuhause. Hm… Wollen wir dem Tauchcenter überhaupt noch eine Chance geben? Wir werfen einen Blick in unsere Skye-Karte, ob es in der Nähe irgendwas Sehenswertes gibt. Die Single Track Road durch die Waternish-Halbinsel ist wenige Kilometer hinter Stein zu Ende, bis dahin können wir ja zumindest mal fahren. Am Schluss macht die Straße einen Kreis durch 2 kleine Örtchen, mittig in diesem Rundkurs, mit schöner Aussicht an einer Kirchenruine mit Friedhof gelegen, ist ein Parkplatz. Wir sind wenig motiviert, heute wandern zu gehen, folgen aber ein Stück einem Feldweg oberhalb der Küste, der wohl irgendwann an einem Leuchtturm endet. Wir haben Kuchen dabei, machen ein aussichtsreiches Mittagspicknick und dösen noch was in der Sonne.

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Gegen halb 3 sind wir dann wieder in Stein, aber in dem „Tauchcenter“ ist immer noch niemand anzutreffen. Okay, Schicksal, also geht es weiter. Aber wohin? Ein weiteres mal konsultieren wir die Karte und unsere Notizen zu möglicherweise lohnenswerten Zielen. Neist Point ist nicht weit weg. Ein Stückchen einsame Küste eine Halbinsel weiter, mit Kurzwanderung zu einem Leuchtturm. Die Straße dorthin ist eine immer enger und löchriger werdende Single Track Road, dennoch ist der Parkplatz und der Parkstreifen davor überfüllt. Wir quetschen uns ein kleines Stück weiter an den Rand und laufen erst mal los. Die Steilküste ist tatsächlich spektakulär, der Leuchtturm mehr eine Ruine. Ein Schild gibt an, dass man sich dort für Bed and Breakfast einmieten kann, aber ich glaube kaum, dass das noch zutrifft. Wir laufen auch noch ein Stück über die Höhen und sind erst um halb 6 wieder am WoMo. Die Mini-Straße wieder zurück? Und wohin? Auf dem Parkplatz prangt ein no overnight parking Schild, auf dem Schotterstreifen ein Stück davor jedoch nicht… Und aussichtsreicher kann man kaum stehen. Wir bleiben. Lange bobachten wir noch die Möwen an der Steilküste, die wilde Flugakrobat im Anflug auf ihre Nester betreiben und dabei einen Heidenlärm machen. Der Sonnenuntergang ist einfach nur wunderschön.

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gnarz18 am 03 Jul 2012 19:24:21

Danke, sehr schöner Bericht und tolle Bilder, weiter so.


Michael

nuvamic am 03 Jul 2012 19:57:15

Wie haste denn auch noch die Schafe dressiert? Wenn ich Lämmer fotografier, drucksen die immer nur rum ;)

Eure Reise war einfach nur toll..... Klasse, wie ihr euch zwar vorbereitet, aber trotzdem offen seid für alles, was euch begegnet. Macht total gute Laune, das hier nachzulesen und auch "nachzuschauen" mit den tollen Bildern.

Beduin am 03 Jul 2012 20:22:21

Klasse hast du das gemacht. Bericht und Bilder vom feinsten!

freiheit2012 am 03 Jul 2012 20:30:51

Wow, was für ein toller Bericht und super-superschöne Fotos.
Danke !!!!!

lucy05 am 04 Jul 2012 19:53:48

Nun 2 Tage, die unter „schöner geht es kaum“ fallen :)


Tag 10, Montag 28.05.: Neist Point und Trotternish-Halbinsel

In der Nacht stürmt es, morgens haben wir endlich mal etwas spektakuläreres schottisches Wetter. Es ist nach wie vor sehr windig und über die Steilküste vor unserem Wohnmobil ergießt sich ein Wolkenwasserfall. Man sieht es auf den Bildern nicht, die Wolken waberten über den Rand, stürzten in die Tiefe und lösten sich dort einfach auf… Ein fantastischeres Bild haben wir zum Frühstück noch nie genossen.

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Mit den Hunden wandere ich noch etwas über die Höhen, einfach schön ist es hier.

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Am frühen Vormittag kommen wir in Uig an, um unser Fährticket für den nächsten Tag zur Doppelinsel Harris and Lewis zu buchen. 3 Nächte möchten wir dort bleiben, das Rückfahrticket buchen wir gleich mit. 78Pfund kostet es alles in allem, das geht in Ordnung.
Nun geht es zu einer Wanderung, auf die ich mich mit am meisten gefreut habe in diesem Urlaub: der Rundweg durchs Quiraing Gebirge. Die meisten Menschen laufen nur das erste Stück bis zu den Felsformationen The Needle/Table/Prison, eventuell noch das steile Stück auf den Table rauf. Es lohnt sich aber absolut, den gut 6km langen Rundweg zu machen, der einen hoch über den Felsformationen mit fantastischen Ausblicken wieder zurück führt. Das ist keine schwierige Strecke, wir verstehen beim besten Willen nicht, warum wir da oben quasi alleine sind, schöner geht es kaum noch.

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oben versinken wir erst mal im Nebel

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Nun ist es kurz nach 3Uhr, wir sind randvoll mit tollen Naturschauspielen und möchten den Tag ruhig ausklingen lassen. Wer mag, kann auch in der wundervollen Natur oben auf dem Wanderparkplatz übernachten, zumindest verbietet es kein Schild. Nur wenige Kilometer weiter ist in Staffin ein kleiner Campingplatz. Der liegt etwas im Hinterland, sehr ruhig (sehr angenehm ruhig im Vergleich zu Sligachan, wo wir uns nicht wirklich wohl gefühlt haben) und kostet uns 13Pfund die Nacht inklusive VE und heißen Duschen. Hunde sind umsonst. Wir richten uns häuslich ein und verbringen erst mal ein gutes Stündchen im Liegestuhl. Dann reizt es uns doch noch, dem Schild Dog Walk/to the Beach zu folgen. Man läuft etwa 1km quer über eine Schafweide, dann einen Hügel hinab zur Küste. Sand ist dort nicht, sondern Wiese vor eine Steilküste. Würde man dem Zubringer zum Slipway um die Ecke folgen, käme man irgendwann zum Kieselstrand von Sligachan. Das tun wir heute nicht mehr. An dem Slipway unten ist ein Parkplatz, auf dem sich schon einige WoMos für die Nacht niedergelassen haben. Ist nicht spektakulär dort, aber sehr ruhig und halt direkt am Meer. Wir schauen noch ein Weilchen den schäumenden Wellen zu und gehen dann zurück, um heiß zu duschen und zu grillen.

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Tag 11, Dienstag 29.05.: Insel Harris

Der Tag beginnt wolkig, ich muss trotzdem um 5.20Uhr raus, Grisu hat Durchfall… Dann können wir auch gleich unseren Morgenspaziergang machen, die Fähre geht ja schon um 9:40Uhr. Zurück am WoMo fällt ungefähr eine Milliarde Midges über uns her… Das sind Mücken, die nicht mal die Größe unserer Fruchtfliegen haben und in Schwärmen auftreten. Das ist so unangenehm, wie es klingt. Auf Grund des guten Wetters sind die wohl sehr früh dran dieses Jahr.
Wir wählen die kürzere Passroute quer rüber nach Uig, die nur wenige Kilometer lang ist und längst nicht so schlecht zu fahren, wie es in manchem Reiseführer anklingt. Tatsächlich hat man schon das schlimmste geschafft, wenn man am Wanderparkplatz am Quiraing-Gebirge angekommen ist.

Auf der Fähre gibt es ein wirklich empfehlenswertes Frühstück: für gerade mal 6 Pfund erhält man an Spiegelei, Würstchen, Black Pudding, Pilzen, Tomaten, Kartoffelecken, Bacon, Bohnen, Toast etc., was man möchte, und noch einen Kaffe/Cappuccino oder ähnliches nach Wahl oben drauf. Das nehmen wir gerne wahr, zum frühstücken sind wir noch nicht gekommen. Da das Wetter kühl und bewölkt ist, beschließen wir, mit dem Butt of Lewis anzufangen, der Steilküste am „Hintern“ der Welt, für die das Wetter sicher passend ist. Kurz vor der Doppelinsel verschwinden die Wolken allerdings. Über Skye hängen sie immer noch, hier ist Sonne pur. Okay, umplanen. Es geht auf direktem Weg die knapp 20km an die Sandstrände von Harris, die wir kurz vor 12Uhr erreichen. Hier kann man sich für mittlerweile 12 Pfund ein Plätzchen auf den Wiesen direkt am Meer suchen, der Blick ist traumhaft, die Strände schneeweiß, die Sonne lacht. Wir haben keinerlei Ambitionen, nach einem „freien“ Übernachtungsplatz zu suchen, es ist einfach zu schön hier. Der Rest des Tages ist schnell umrissen: wir liegen, dösen, lesen am Meer, steigen mal auf den Hügel neben dem Strand, bespielen die Hunde und dösen und sonnen uns weiter. Einfach herrlich.

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Nessie!!! Lucy hat Nessie erlegt!!

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kompakt am 04 Jul 2012 20:25:45

Einfach dort bleiben müsste man können...träum....
Und natürlich immer solch ein Wetter haben. :)

lucy05 am 06 Jul 2012 19:00:23

Tag 12, Mittwoch 30.05.: Stornoway und Butt of Lewis


Das Wetter ist weiter sonnig, aber mit jedem Tag wird es kälter. Ein kleiner Morgenspaziergang:

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Nun geht es zum Butt of Lewis, ein Leuchtturm an Rande der Welt. Auf dem Weg dahin machen wir Halt in Stornoway, dem Hauptort der einsam-kargen Doppelinsel. Das Städtchen ist überraschend groß. Wir bummeln durch die Fußgängerzone und am Hafen entlang, kaufen im sehr gut sortierten Supermarkt ein und fahren dann noch bis an die Spitze der schmalen Halbinsel, die an Stornoway angrenzt. Hier soll man mit etwas Glück Wale, Haie und Delphine sehen können, aber wir sehen nur Möwen und am Horizont die Isle of Skye.

Der Butt of Lewis ist der hinterletzte Zipfel der Insel, mit Leuchtturm, Traumklippen, diversen Wasservögeln und Sanddünen. Das Gestein hier, Lewis-Gneis, gehört zu den ältesten Gesteinen, die auf der Erde entstanden, 1,5 bis 2,7 Milliarde Jahre alt sind die Felsen vor uns! Wir spazieren noch gut 3 Stunden an den Klippen entlang mit vielen Pausen zum genießen, bis zum Strand gehen wir und wieder zurück. Für die Nacht bleiben wir hier, aussichtsreich und absolut ruhig.

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Tag 13, Donnerstag 31.05.: Black Houses, Standing Stones und Ardroil Beach

Morgenspaziergang am Butt of Lewis:

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Heute steht etwas Kultur auf dem Programm: nach dem Frühstück geht es zuerst nach Arnol, wo man die traditionelle Hausform der Insel besichtigen kann: die Black Houses. Bis in die 1960er hinein lebten noch einige Familien in ihnen, heute sieht man noch viele Ruinen. Das Visitor Center lohnt einen Blick, denn anschließend erkennt man die Raumaufteilung bei jeder Ruine wieder: der Stallbereich (Tiere lebten mit unter dem Dach, da sie Wärme spendeten), den Hauptraum mit permanent brennendem Torffeuer (ohne Kamin (!) und mit nur winzigem Fenster), dann die Schlafnischen und hinten raus zum Garten die Vorratskammern. Abgerundet, für wenig Windwiderstand. Es gibt wohl noch ein restauriertes Dorf hier auf der Insel, da kann man sich in ein solches Black House einmieten. Mein Leben würde ich nicht in einem verbringen wollen, aber es strahlt durchaus eine gewisse Behaglichkeit aus.


ohne Blitz, denn so dunkel war es halt :razz:

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Wenige Kilometer weiter machen wir einen Zwischenstopp am Strand von Dail Mor. Als erstes springt der Friedhof ins Auge, die Toten haben einen weitaus besseren Ausblick, als die paar Häuser etwas die Straße rauf. Ein Parkplatz, WCs, ein Picknickplatz mit Grillstelle (!) und ein Küstenwanderweg sind außerdem hier zu finden. Der Strand ist nicht groß, aber richtig schön. Ein Übernachtungsverbot gibt es auch hier nicht, die Insel hat eindeutig zu wenig Touristen für so was…

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Unser nächstes Ziel ist ein Broch, tatsächlich der besterhaltenste Schottlands. Brochs, bzw. deren karge Überreste, gibt es viele in Schottland. Gebaut wurden sie in der Eisenzeit, vermutlich inspiriert durch die Wikinger. Der fensterlose, kuppelförmige Rundbau mit meterdicken Wänden (es sieht ein wenig wie diese runden Bienenstöcke aus), mag als Wohnhaus der Ranghöchsten und als Rückzugsort bei Überfällen für das Dorf gedient haben. Genau weiß man es nicht. Die Stockwerke existierten wohl nur in den Mauern, der gesamte Innenraum war hohl. Wahrscheinlich jedenfalls.

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Jetzt geht es endlich zum Steinkreis, älter als Stonehenge, gebaut aus den uralten Steinen des Lewis-Gneis, sich eindrucksvoll auf einem Hügel zwischen Lochs erhebend. Wir kommen Mittags da an, wollten eigentlich bis zum Abendrot (und über Nacht) dort bleiben und die Stimmung erspüren. Nur… na ja…, klar, war es eindrucksvoll, das war der Broch aber auch… Vielleicht muss man empfänglicher für so was sein. Der Gedanke, ein Bild der Steine vor rot leuchtendem Himmel zu machen, kam mir nur noch… hm, falsch und kitschig vor. Für andere Menschen waren sie wirklich wichtig.

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Frank möchte eh lieber an den Strand, es sieht wirklich nicht mehr so aus, als bliebe uns die Sonne noch lange erhalten, da muss man sie nutzen. Ein Blick in den WoMo-Führer, Ardroil Beach bietet Sanddünen und einen offiziellen Übernachtungsplatz auf einer großen Wiese direkt am Strand für 2 Pfund pro Person. Das klingt erst mal toll und sieht auch toll aus. Aber zwei Dinge trüben den Genuss: das Meer ist ziemlich weit weg (auch wenn uns nur Sand von ihm trennt) und es ist unheimlich windig. Wir richten das WoMo so aus, dass es größtmöglichen Windschatten bietet und legen uns 2 Stündchen im Liegestuhl in die Sonne. Dann weißt Frank darauf hin, falls wir noch vor unserem ersten schottischen Regen (ja wirklich, wir hatten noch keinen!) ans Meer wollen, sollten wir das besser jetzt tun. Am Horizont kommen die grauen Gewitterwolken immer näher… Es ist wirklich schön, die Landschaft, die Dünen, die Weite…

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Wir werfen bei der Gelegenheit auch einen Blick auf die Zufahrt zur Wiese, ob da irgendwas bezüglich Bezahlung zu lesen ist. Erst mal suchen wir ein Weilchen vergeblich. Finden ein Lobschreiben auf den örtlichen Supermarkt (es gibt keinen Ort, ehrlich) und überraschend saubere Toiletten. Schließlich ein winziger Zettel an einem seitlichen Gatter: 2 Pfund pro Person, zu zahlen bei Haus Nr.6. Na prima, ein Suchspiel. Ein Blick über die Hügel, ja da steht vereinzelt mal ein Haus. So mit ungefähr 2km Abstand zum nächsten Nachbarn. Wir werden uns morgen mal auf die Suche begeben und berichten.

Dann grillen wir im Windschatten unseres WoMos und gehen Abends noch mal das Meer suchen. Regnen tut es nicht mehr, der Wind hat die Wolken weggepustet.




Tag 14
, Freitag 01.06.: zurück zur Isle of Skye


Wider Erwarten hat es in der Nacht nicht geregnet, es ist aber erst mal weiter bewölkt. Der Wind ist erfreulicherweise eingeschlafen, was die gefühlte Temperatur deutlich ansteigen lässt.

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Haus Nr. 6 ist übrigens gar nicht so schwer zu finden. Wir probieren es erst mit dem Haus direkt an der Campingwiese, das ist Nr. 12 und gerade verwaist. Nr. 6 ist das, auf das man am Ende der Strandzufahrt frontal zu kommt. Dort war zwar auch niemand, das Geld lassen wir trotzdem da.
Um 4 Uhr geht heute unsere Fähre zurück nach Skye. Ein seltsames Gefühl, nun sind schon 2/3 des Urlaubs rum.

Morgens trödeln wir rum, noch ein Strandspaziergang, dann fahren wir die kleine Schleife über Cliff und Kneep langsam Richtung Fährhafen. Bei Cliff ist ein aussichtsreicher Picknickplatz auf dem Hügel über dem Strand. Ein Stück über die Schafweiden spaziert, wird der Blick über die Landschaft immer schöner.

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Auf der anderen Seite ist unten Kneep mit Campingwiese und wunderschönem Strand. Wir bleiben noch ein Stündchen in den Dünen sitzen, bis sich die Fahrt zur Fähre nicht länger aufschieben lässt.

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Der Tag ist immer sonniger geworden, auf Skye erwartet uns endgültig tolles Wetter. Wir hatten eigentlich vor, zu schauen, ob man am Old Man of Storr übernachten kann und sonst eine weitere Nacht in Sligachan auf der Campingwiese zu verbringen, um von dort morgen die Talisker Destillerie zu besuchen. Aber wir kommen nur etwa 8km weit. Die Aussicht vom Wanderparkplatz am Quiraing Gebirge ist bei dem Wetter ein Traum, wir bleiben. Wandern gehen wir heute nicht mehr, nur ein kleiner Spaziergang, diesmal auf den Hügel gegenüber der Felsformationen. Wunderschön!

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Tag 15
, Samstag 02.06.: Old Man of Storr, Talisker und Applecross


Vor 5 Tagen haben wir die Rundwanderung um die Felsformationen des Quiraing-Gebirges gemacht, heute Morgen habe ich daher den Table als Ziel. Um 6:20Uhr ziehe ich los, die Sonne steht längst recht hoch am Himmel. Der Abzweig zum Table ist steil und geröllig, aber der Weg durch die bizarren Felsformen lohnt sich. Nach knapp 2 Stunden bin ich wieder am WoMo und schmeiße Frank aus dem Bett.

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Kilt Rock, ein paar Kilometer weiter (sieht nicht wirklich wie ein Schottenrock aus, oder?)

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Unsere Restziele für Skye sind der Old Man of Storr und die Talisker Destillery. Am Old Man ist schon richtig viel los, klar, Wochenende, Feiertage, tolles Wetter… Wir sind wenig ambitioniert, hier noch eine größere Wanderung zu machen, zumal man schon eine knappe halbe Stunde läuft, bis man überhaupt am frei stehenden 48m hohen Stein ankommt. Aber etwas ganz besonderes hat man hier beim Aufstieg: einen Wald! So langsam fehlt mir bei all den kahlen Hügeln doch schon fast das deutsche Mittelgebirge, in dem ich lebe… Aber das mögen die Nachwirkungen von Harris and Lewis sein, karger geht es kaum…

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Unseren ersten Talisker haben wir bei einer freundlichen Verköstigung diverser hochwertiger Whiskeys vor einigen Jahren am Bangkoker Flughafen erstanden. So ziemlich der einzige Whiskey, den ich jemals probiert habe, der mir wirklich schmeckt. Er hat uns durchs wundervolle Bali begleitet, also sehr positive Assoziationen. Und Frank ist für solche „technischen“ Besichtigungen eh immer zu haben, also auf zur Destillerie. Man bekommt einen guten Schluck zur Begrüßung geboten und eine Führung durch die einzelnen Produktionsstätten. Wenn man sich dafür interessiert, sicher eine nette Sache ;)

Nun haben wir kurz nach 3Uhr, was soll unser Tagesziel werden? Da es ab jetzt auf in die Highlands gehen soll, warum nicht schon mal in die Richtung fahren?! Am Loch Alsh und am Loch Carron bieten sich nette Übernachtungsplätze an, aber Frank ist offensichtlich noch mit viel Tatendrang gesegnet, er möchte weiter. Also überlasse ich ihm das Steuer, soll er doch den Pass nach Applecross überwinden. Die Passstraße ist die höchstgelegene Straße Schottlands, auf 628m steigt sie an, laut unserem Navi. Sehr eng, einige Passing Places zu eng, um Auto und WoMo aneinander vorbei zu lassen und streckenweise sehr steil. Auf dem Pass ist ein großer Parkplatz, aber tatsächlich sind die Blicke beim rauf und runter fahren schöner, zumindest für den Beifahrer. Wir gehen ein Weilchen dort oben spazieren und überlegen kurz, dort zu übernachten. Aber es mag heimeligere Plätze geben, recht karg und windig ist es hier. Kurz vor 6 kommen wir unten in Applecross an. Dort windet sich ein Rasenstreifen am Kieselstrand des Inner Sound entlang, mit einigen WoMos und Zelten. Schön sieht das ganze aus, sehr ruhig und windstill. Endlich wieder T-Shirt-Wetter denken wir, als wir uns im Liegestuhl räkeln.

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daktari110 am 08 Jul 2012 15:51:45

Vielen Dank für den schönen Bericht und die tollen Fotos!

Dank deiner und Stefan-Claudias "Argumentationshilfen" kann ich die Daktarine vielleicht doch überreden, nach vierzehn Jahren Schottland-Abstinenz (der letzte Aufenthalt war seeehr nass) mal wieder zu einer Tour in den Norden "unserer" Insel zu starten......
,
Stefan

freiheit2012 am 08 Jul 2012 20:07:12

Vielen Dank, die Bilder sind einfach nur genial. Bitte verrate mir, wie Du diese Farben hinbekommst. Wunderschön !!!

sujokain am 08 Jul 2012 20:39:37

Wunderbare Bilder!!

lucy05 am 08 Jul 2012 20:48:47

Vielen Dank für den schönen Bericht und die tollen Fotos!

Dank deiner und Stefan-Claudias "Argumentationshilfen" kann ich die Daktarine vielleicht doch überreden, nach vierzehn Jahren Schottland-Abstinenz (der letzte Aufenthalt war seeehr nass) mal wieder zu einer Tour in den Norden "unserer" Insel zu starten......


Ich vermute, es hängt wirklich stark am Wetter. Wir hatten unverschämtes Glück, da ist es halt einfach nur schön. Bei Regen hätten unsere Eindrücke wohl auch anders ausgesehen/geklungen...



Vielen Dank, die Bilder sind einfach nur genial. Bitte verrate mir, wie Du diese Farben hinbekommst.


Das ist die neue Kamera... Die Nikon D7000 ist die erste Kamera, bei der ich die Sättigung bei den raw-Bildern eher rausnehme, statt noch irgendwas an Farben zu verstärken. Die D90 hat keine schlechteren Fotos gemacht, aber das ist schon ein Unterschied (den man mag oder nicht).


Die restlichen Urlaubstage stell ich die Woche noch rein :)

Roman am 08 Jul 2012 22:07:39

Ach ja.......Eigentlich wollten wir ja nächstes Jahr die in diesem Jahr ins Wasser gefallene Tour in den "Lake District" nachholen.

Nach Deinem Bericht, fällt es umso schwerer, nicht doch über die nahe schottische Grenze zu huschen.

Vor allem "Harris" und Lewis" haben es mir angetan. Kann sein, dass ich da auch noch Fragen per KN nachschiebe. Aber auch Skye hat was, wenn das Wetter passt. Bei unserem Aufenthalt vor etlichen Jahren hatten wir weniger Glück - Dauerregen.

Ich denke mal, dass Ihr auch den Zeitpunkt in diesem Jahr glücklich gewählt habt. Ab der 2. Juniwoche wurde es wohl auch in Schottland etwas feuchter. ?

Danke. Toll gemacht.



Roman

Concordino am 08 Jul 2012 22:21:28

Hallo lucy05,

vielen Dank für den sehr interessanten Reisebericht und die wirklich wunderbaren Fotos. Da kommt sofort wieder Fernweh auf, auch wenn wir gerade erst vor ein paar Tagen zurückgekommen sind. Wir waren Anfang/Mitte Juni in Schottland und haben zwar kein wirklich schlechtes Wetter gehabt, mit Tageshöchsttemperaturen von 8 bis max. 12°C waren wir jedoch etwas unzufrieden :( .

Wir freuen uns schon auf die Fortsetzung!

Viele aus Berlin.

ottomar am 08 Jul 2012 22:46:31

Hallo Lucy05,

das ist wirklich sehr animierend, was Du uns hier bietest. Vielen Dank!

Beglückwünsche Euch zu dem tollen Wetter. Wir hatten vor Jahren mal Ende August Schneeregen da oben.

Zu den Photos nur ein begeistertes "Donnerwetter"! Benutze zur Zeit mit großer Zufriedenheit auch eine D90, aber was Du über die notwendige Reduktion der Sättigung bei den RAWs schreibst, kitzelt schon. Was mich noch interessiert: Welche Objektive benutzt Du?

Mit freundlichen n,
Ottomar

Roman am 08 Jul 2012 22:48:32

Concordino hat geschrieben:...und haben zwar kein wirklich schlechtes Wetter gehabt, mit Tageshöchsttemperaturen von 8 bis max. 12°C waren wir jedoch etwas unzufrieden...


Nach all den Erfahrungen, die wir in den letzten Jahren im Norden, auch in Schottland und Irland gemacht haben, war zumindest der Juni 2012 deutlich zu kalt und zu nass.
Wir haben aus dem sonnigen und (für uns zu) heißen Süden das Wetter im Lake District verfolgt. Auch dort kletterte das Themometer nicht über 15°C. Die Nachtemperaturen lagen nahe dem Gefrierpunkt.

Ich bin sicher das war dieses Jahr eine Ausnahme. Nächstes Jahr wir alles wieder besser.



Roman

ottomar am 08 Jul 2012 23:15:15

Roman hat geschrieben:Nächstes Jahr wir alles wieder besser.


Nichts da, dieses Jahr!

Mit freudlichen n,
Ottomar

Concordino am 09 Jul 2012 22:24:48

Hallo Roman,

die letzten drei Jahre waren wir im Juni in Süd- und Mittelengland überwiegend zufrieden mit dem Wetter, im September dagegen eher weniger. In diesem Jahr war es halt nur etwas kühl, von den Überschwemmungen waren wir zum Glück nicht betroffen.

@Ottomar: Dir (und natürlich allen anderen auch) drücken wir ganz fest die Daumen!

@lucy05: Entschuldigung, das war absolut OT in Deinem Reisetröt! Soll nicht wieder vorkommen. Ein paar mehr Bilder würden wir aber gern noch sehen wollen...

Viele aus Berlin.

lucy05 am 11 Jul 2012 11:12:00

Rest kommt gleich :)


ottomar hat geschrieben:Was mich noch interessiert: Welche Objektive benutzt Du?

Mit freundlichen n,
Ottomar



ein uraltes Nikkor AF 80-200mm 1:2,8 D und das AF-S Nikkor 17-55mm 1:2,8 G ED (beide habe ich glücklicherweise in gutem Zustand gebraucht erstehen können, die lichtstarken Objektive von Nikon sind ja kaum bezahlbar...)

lucy05 am 11 Jul 2012 11:15:34

Tag 16 Sonntag 03.06.: Applecross bis Gairloch

Die Rundfahrt um die Applecross-Halbinsel lohnt: wunderschöne Blicke über den Inner Sound bis Raasay und Skye, wir bummeln in Sonntagsfahrer-Manier langsam die Küste entlang. Die Rundfahrt endet im hübschen, kleinen Örtchen Shieldaig, das eine ganz offizielle, kostenfreie Campingwiese zu bieten hat, mit schönem Blick über die Bucht.

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An einigen blühenden Rhododendron-Hainen vorbei geht es nun am Torridon-Massiv entlang zum Loch Maree. Viele Schotten scheinen das relativ gute Wetter zum wandern zu nutzen, jeder verfügbare Platz (und auch viele Passing Places) sind zugeparkt. Am Loch Maree selbst ist weniger los. Ein erster Halt am Beinn Eighe Nature Reserve Visitor Center, das vor allem für Kinder viel zu entdecken und zu erleben bietet, inklusive „Reim-Pfad“ zum erraten von Flora und Fauna. Wir spazieren hier ein Stündchen, zu mehr fehlt uns der Elan und der kalte Wind ist auch wieder da.

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Die Victoria Falls sind vom zugehörigen Parkplatz in etwa 1,5 Minuten zu erreichen und lohnen allenfalls wegen des Blicks über das Loch. So kommen wir schon gegen 2 Uhr an unserem Endziel für den heutigen Tag an: dem Campingplatz Big Sands etwas nordöstlich von Gairloch. Der bietet ausgedehnte Wiesenflächen direkt hinter den Dünen am Strand, keine Parzellen, sondern die Vorgabe, mindestens 7m Abstand zum nächsten Nachbarn zu lassen. Sanitäranlagen, Waschmaschine, Küche, Fernsehzimmer, Kinderspielplatz… 14 Pfund ohne Strom, Hunde umsonst. Der wirklich große Platz ist gut gefüllt, ist immerhin ein langes Wochenende. Wir finden noch ein schönes, etwas abgeschottetes Plätzchen mit Windschatten, wobei es mir trotzdem schon wieder zu viel Trubel ist. So langsam denke ich mir, gäbe es gar keine Option des Stehens außerhalb von Campingplätzen mehr, ich würde wohl nur noch im einsamen Winter fahren oder das WoMo-Fahren aufgeben.
Wir sind nur kurz am Strand, es ist zu kühl und windig, auch die Wolken werden dichter. Den Nachmittag verbringen wir lesend im Windschatten des WoMos.

der Campingplatz:

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Tag 17 Montag 04.06.: Ullapool und Stac Pollaidh

Der Tag beginnt mit einem sonnigen Spaziergang über die Hügel, in der Ferne ist Skye zu sehen und sogar Harris and Lewis.

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Nach einer WoMo-Putzaktion und dem VE fängt es an zu regnen: unser erster schottischer Regen!! Mir kommt es ein wenig so vor, als könnten wir erst jetzt wirklich behaupten, in Schottland gewesen zu sein. Frank kann meinen Überschwang allerdings nicht ganz teilen…

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Gegen Mittag erreichen wir Ullapool, ein recht unspektakulärer, relativ großer Ort, der über einen Hafen, einen Supermarkt, diverse kleine Geschäfte sowie Chips and Fish Takeaways verfügt. Wir bummeln am Hafen entlang, essen Fisch und tanken noch mal auf.

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Jetzt geht es zu unserem heutigen Hauptziel: dem Stac Pollaidh. Das ist ein solitär stehender Berg mit markanter Spitze, der viel Aussicht für wenig Anstrengung liefert. Die Regenwolken sind auch verschwunden, es ist warm und fast windstill. In etwa 2km legt man gut 500 Höhenmeter zurück, dann ist man oben. Wow, was ein Blick.

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Man kann mittlerweile auf einem alternativen Weg wieder runter, umrundet den Berg dabei komplett. Das hat sich gelohnt!!

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Nun ist es kurz nach 6Uhr, ein Schlafquartier muss her. Unser WoMo-Führer bietet einen Wanderparkplatz zum übernachten an: Knockan Crag, etwa 14km entfernt. Auch wenn man hier nicht übernachten möchte, ein sehr empfehlenswertes Fleckchen: Schöner, ruhiger Aussichtsparkplatz über dem Loch, interessanter Infopavillon zur geologischen Erdgeschichte (weit weniger trocken, als das jetzt klingt) und Erlebnisrundwege. Da hat sich jemand richtig Mühe gemacht. Wir bleiben hier für die Nacht.

Die markante Form des Stac Pollaidh erkennt man auch von hier noch, hinten in der Mitte des Bildes:

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Tag 18 Dienstag 05.06.: Ardvreck Castle, Handa Island bis Durness

Der Morgenspaziergang ist die größte der ausgeschilderten Runden am Knockan Crag. Nimmt man sich Zeit, für alle Stationen des Lehrpfades, dauert er etwa 1 Stunde, aber auf Grund der Midges absolvieren wir die Runde im Stechschritt. Die Blicke übers Loch sind trotzdem wunderschön.

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Wenige Kilometer weiter ist das Ardvreck Castle, zumindest der karge Rest davon.

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Nun geht es zügig nach Tarbet, von hier legt das Bötchen nach Handa Island ab. Die letzte Fähre hin geht um 14Uhr, bei sehr begrenztem Parkraum, was es empfehlenswert macht, mit einem großen WoMo deutlich früher hier zu sein. Handa Island ist eine unter Naturschutz stehende kleine Insel, auf der es weder Fahrzeuge noch Häuser gibt. Für 12Pfund pro Person wird man hingebracht, irgendwann später wieder abgeholt, und bekommt vor Ort eine Einweisung von freiwilligen Naturschutzhelfern. Die Runde über die Insel ist etwa 6km lang (Wege dürfen nicht verlassen werden, klar), wofür wir etwa 3,5 Stunden gebraucht haben. Zu sehen gibt es massig unterschiedliche Seevögel vor eindrucksvoller Kulisse und im Mai/Juni sogar Puffins! Wir haben doppelt Glück: zum einen sind tatsächlich massig Puffins vor Ort, zum anderen haben wir daran gedacht, ein Fernglas mitzunehmen ;). Die Vögel tun einem leider nicht den Gefallen, direkt neben dem Weg zu posieren.

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Wir beide haben trotz all der Schönheit der Natur Lust auf ein wenig mehr Abwechslung. Also doch noch Richtung Speyside, im mittleren Osten Schottlands… So stellt sich heute nur noch die Frage: schon aufbrechen oder noch eine Nacht bleiben? Da es sonnig ist, entscheiden wir uns schließlich, noch das Stückchen bis Durness ganz im Norden hoch zu fahren, und erst morgen Richtung Speyside aufzubrechen. Wir steuern als erstes den Strand an, damit die Hunde auch noch was von dem Tag haben; auf Handa Island dürfen sie einen nicht begleiten. Der Strand ist wunderschön, wir spazieren noch eine größere Runde durch die Dünenlandschaft. Einzig auf die Kühe hätten wir verzichten können…

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Wir haben keine Lust, noch auf Stellplatzsuche zu gehen oder den Campingplatz in Augenschein zu nehmen, also bleiben wir auf dem Parkplatz zwischen Strand und Friedhof und Golfplatz (ein typisch schottisches Ensemble).

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fenjo am 11 Jul 2012 11:52:07

Failte!
Ich bin sprachlos und begeistet, ehrlich! Wunderschöne Fotos, geniale Landschaften, super Hund :-), was will man mehr, wenn dann auch noch das Wetter einigermaßen mitmacht.
Wir waren 2003 und 2004 im schönen Schottland, mit Auto und gebuchtem Ferienhaus. Jedesmal rund 4000km gefahren, ohne Hund. Letztes Jahr 2011 haben wir mit Miet-WoMo eine Rundreise bis Thurso gemacht. Mit zwei unserer drei Hunde, da bei unserer Hündin der Tollwut-Titer nicht ausgereicht hat. Das Wetter war in alle drei Jahren (insgesamt 7 Wochen) zu 90% schön, trocken und relativ warm, wobei September 2003 im Super-Sommer bei Ankunft in Edinburgh 32° mittags um 11 Uhr herrschten und es in den drei Wochen nur 1 x für 10 Minuten "nieselte". Das war damals der erste Regen seit 4 Monaten und anstatt vieler Grüntöne gabs beige, braun und grau in allen Schattierungen.
Dieses Jahr geht's am 1.9. für drei Wochen mit unserem Schorsch und allen drei Hunden los.
Wenn ich mir eure Bilder anschaue, kann ich's eigentlich überhaupt nicht mehr abwarten und würde am Liebsten heute Abend los!
Viele liebe und herzlichen Dank für euren super aufwändigen Reisebricht!!!!
Holger

lucy05 am 11 Jul 2012 12:20:04

und der Rest :)


Tag 19 Mittwoch 06.06.: Fort George und Dallas Dhu Historic Destillery

der Morgenspaziergang, noch mit einem Rest von Sonne:

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Heute passt zumindest die Regel: Regentage sind Fahrtage. Der Tag beginnt bewölkt, bald fängt es an zu nieseln. Wir hoffen auf besser Wetter im Osten Schottlands, hier angekommen regnet es aber endgültig für den Rest des Tages. Die Strecke entlang diverser Lochs bis Inverness ist recht unspektakulär, gegen 13Uhr passieren wir dann Inverness. Mit dieser Region habe ich mich im Vorfeld nicht wirklich beschäftigt, eigentlich war sie nicht Teil unserer geplanten Rundreise. Aber Schlösser und Whiskey soll es hier geben, so viel wissen wir. Ein Blick in unsere Historic-Scotland Übersicht (wir sind ja immer noch Mitglied), nennt uns hinter Inverness 2 mögliche Schlechtwetter-Ziele: Fort George und die Dallas Dhu Historic Destillery. Fort George reizt uns zwar eigentlich nicht, es liegt aber am Moray Firth, wo man vielleicht Delphine sehen kann. Das Fort wurde kurz nach der letzten großen Niederlage der Schotten gegen die Engländer in der Schlacht von Culloden gebaut, womit die Engländer weitere Aufstände erfolgreicher niederschlagen wollten. Es kam allerdings zu keinen mehr. Dadurch ist das Fort noch perfekt erhalten und wird heute noch als Regimentssitz genutzt, also als eine Art Kaserne. Entsprechend viel Militär ist dort zugegen und die meisten Gebäude sind nicht öffentlich zugänglich. Der Audio-Guide gibt gewohnt informativ Einblick in die verschiedenen Aspekte des Fort-Baus und des Lebens hier damals wie heute. Einige Zimmer sind dafür historisch eingerichtet worden. In der Kapelle gibt es außerdem den einzigen Dudelsackspielenden Engel Schottlands zu sehen. Bei dem anschließenden Spaziergang am Firth sehen wir leider keine Delphine.

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Sehr viel interessanter fanden wir die Dallas Dhu Historic Destillery. Man bekommt einen Audio-Guide, eine geführte Tour gibt es nicht. Dafür hat man massig Zeit, sich alles in Ruhe anzusehen und bekommt so manche Gerätschaft mal von innen zu sehen, die man auf anderen Touren nur aus der Ferne sieht. Der Audio-Guide (auf deutsch) erklärt ansonsten die einzelnen Schritte ähnlich, wie es auch der menschliche Guide in der Talisker Destillerie tat. Die Dallas Dhu Destillerie war bis 1983 in Betrieb, dann musste sie ihre Pforten schließen. Nach der Tour gibt es auch hier einen Whiskey ausgeschenkt, allerdings einen Blended Whiskey, da nur noch wenige Restbestände des Dallas Dhu übrig sind. Die können auch als Single Malt im Anschluss gekauft werden, allerdings auf Grund der Umstände sehr teuer.

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Nun ist es kurz nach 5Uhr, wir brauchen einen Platz zum übernachten. Da wir morgen mit Elgin und seiner Kathedrale anfangen möchten, vorzugsweise dort in der Nähe. Unsere Road Map weist wenige Kilometer nördlich von Elgin am Strand mehrere Campingplatz-Piktogramme auf, die klappern wir nun ab. Der erste Versuch ist Burghead, das Örtchen ist allerdings sehr unschön und der Campingplatz ebenfalls. 16Pfund hätte er gekostet und wäre immerhin direkt am Strand gelegen. Der zweite Versuch, etwa 3km weiter, bringt kein deutlich schöneres Örtchen, liegt auch am Strand und hat immerhin keine Fabrik als Hintergrund-Deko. Und wir haben keine Lust, weiter zu suchen. 15Pfund kostet der Platz für die Nacht. Ein kleiner Hinweis noch zum Platz: einen verwässerten Strandspaziergang später möchte ich duschen. Bislang waren überall heiße Duschen inbegriffen, dass dies hier nicht so ist, merke ich erst, als ich unter der Dusche stehe und verzweifelt versuche, das Wasser aufzudrehen… 40Pence für 6Minuten, an sich nicht schlimm, bloß Geld hatte ich leider keins bei mir…



Tag 20 Donnerstag 07.06.: Elgin Cathedral und Glen Grant Destillery

Der Regen hat in der Nacht aufgehört, der neue Tag bietet einen recht warmen und vor allem trockenen Sonne-Wolken-Mix. Wir kommen Morgens nicht so recht in Gang, es ist schon 12 Uhr, als wir im wenige Kilometer entfernten Elgin ankommen. Hier erwartet uns nun wieder eine sehr sehenswerte Kathedral-Ruine. Diese fiel ausnahmsweise nicht der Reformation zum Opfer, sondern einem Grafen, der sich damit für seine Exkommunizierung rächen wollte. Noch heute ist die einstige Pracht zu erahnen. Wie ein Mensch, aus welchen Gründen auch immer, ein so phantastisches Bauwerk einfach zerstören kann… da fehlt mir jegliches Verständnis für.

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Auch die Kathedrale wird von Historic Scottland betreut, trotzdem wirkt sie im geschäftigen Elgin mehr wie eine Nebensächlichkeit. Eine bescheidene Ausschilderung, kein eigener Parkplatz, kaum Besucher. Leider auch kein Audio-Guide, wenn man sich erst mal daran gewöhnt hat, zu allem, was man sieht, eine interessante Erklärung geliefert zu bekommen POCH, POCH, POCH!!! Ich zucke zusammen, als jemand 20cm neben meinem Ohr an die Scheibe hämmert… „Delphine!!!“ ruft Frank, der draußen sitzt: „schnell, das Fernglas!“. So findet das Schreiben des Reiseberichts erst mal eine 10minütige Unterbrechung, denn da draußen sind wirklich viele Delphine!


Aber nun zurück zum Tag: Unsere nächste Station ist die Glen Grant Destillery, die neben einer Führung durch die Destille auch einen sehenswerten Garten zu bieten hat. Die Führung kostet 3Pfund und hat uns deutlich besser gefallen, als die durch die Talisker Destillery. Sehr nett und persönlich, wobei neben uns auch nur noch 3 Franzosen daran teilnahmen. Im Anschluss bekommt man das 5-8 Jahre alte Produkt in beliebiger Menge (!), die Flasche steht vor einem, man kann sich einschenken, so viel man mag. Daneben darf man sich einmal aus der Flasche mit dem 10Jahre alten Glen Grant bedienen, um den Vergleich zu haben. Da ist es sehr vorteilhaft, dass man im Anschluss einen Rundgang durch den Garten machen kann, um den Kopf wieder ein wenig klar zu bekommen :D . Der Garten ist auf angenehme Art „verwildert“ mit braun hindurch sprudelndem Bächlein und dem eingeschlossenen Spezialtropfen des Majors, der die Destillery groß gemacht hat.

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Theoretisch hätten noch eine Küferei, das Huntly Castle und die Strathisla Destillery auf dem Wunschzettel gestanden, aber es ist schon fast 4 Uhr und damit die Besichtigungszeit ausgeschöpft. Wir werfen einen Blick in den WoMo-Führer, der nächste empfohlene Stellplatz am Meer ist in Cullen. Der Stellplatz liegt hinter dem Hafen, nicht gerade der schönste unserer Rundreise, aber ruhig am Ende des Ortes am Meer und am Küstenwanderweg. Das Örtchen ist auf den zweiten Blick tatsächlich recht charmant, mit alten Gassen, kleinen Geschäften und einem Spazierweg über das Eisenbahnviadukt. Letzteres überspannt den gesamten Ort, da sich vor gut 120 Jahren eine Gräfin weigerte, die Linie durch ihr Land führen zu lassen. Also sorgte man dafür, dass die Eisenbahnlinie einfach darüber hinweg führte… Ja und dann haben wir Abends auch noch Delphine gesehen

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Tag 21 Freitag 08.06.: Fischerörtchen, Strathisla bis St Andrews

In der Nacht windet und regnet es heftig, der Tag bleibt dann trocken, aber wolkenverhangen. Zu unserem Morgenspaziergang entlang der Felsküste passt die Stimmung, ein wenig melancholisch und ohne großen Tatendrang. Der Urlaub neigt sich dem Ende zu.

Vormittags fahren wir ein Stück der Küste Richtung Osten ab, es ist angenehm untouristisch, mit ruhiger Atmosphäre. In Portsoy besuchen wir den alten Hafen, der Ort selbst wirkt auch ein wenig, wie aus einer anderen Zeit.

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Kurz dahinter kommt der Doppelort Banff/Macduff, der sehr viel mehr Leben versprüht. Wir bummeln entlang der interessanten Werft, die meisten Schiffe scheinen nur noch zum ausschlachten hier zu liegen.

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Unsere letzte Station ist Pennan, durch den Film Local Hero bekannt geworden (von dem wir noch nie etwas gehört haben), eine einzige Häuserzeile zwischen Meer und Steilküste gequetscht.

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Wir hätten durchaus gerne noch mehr Zeit hier an der Küste verbracht, aber wir möchten noch bis St Andrews kommen heute und Frank will sich vorher noch die Strathisla Destillery ansehen. Dies soll eine sehr alte, eher kleine Destille mit familiärer Ausstrahlung sein. Es wird dort vor allem der Blended Whiskey Chivas Regal hergestellt, der auf Grund seiner Tauglichkeit für Cocktails wohl weltweit reißenden Absatz findet. So schmeckt er auch, mein Versucherle habe ich erstmals nicht ausgetrunken. Daneben gibt es in kleinen Mengen auch Single Malt der Hausmarke Strathisla, der annehmbarer schmeckt. Die Tour selbst wirkt leider sehr durchorganisiert und wenig herzlich oder gar familiär. Wir werden mit einiger Verspätung einer bereits laufenden Gruppe zugeteilt und verpassen so den Anfang, was vor allem Frank sehr sauer aufstößt. Mich stört es weniger, ich könnte die Erklärungen vermutlich mittlerweile auch selber schon für die Führung runter leiern…

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So bleibt meine Empfehlung für eine Führung, der Besuch der Glen Grant Destillery, auch wenn es natürlich nur Momentaufnahmen sind.


Jetzt geht es endgültig die gut 200km nach Süden bis St. Andrews. Als wir Abends da ankommen, erwartet uns ein kleines Wunder. Man stelle sich vor, man kann direkt zwischen dem berühmten alterwürdigen Old Course und dem Meer stehen, mit Blick auf die Altstadt, ruhig auf weitläufiger Rasenfläche. Ja, so ist das wirklich! Wir haben alles nach einem Haken, also z.B. einem Übernachtungsverbot abgesucht, aber lediglich ein freundliches Schild gefunden, auf dem steht, dass man sich über eine Spende von 1Pfund pro Tag freuen würde, um die Grünanlage mit Picknickplatz erhalten zu können. Aber gerne doch! Es ist zu kalt und uselig draußen, um an diesem Abend noch in die Stadt zu gehen. Die Golfer stört das offensichtlich nicht, die spielen bis zur Dunkelheit.




Tag 22 Samstag 09.06.: St Andrews und Thorntonloch

Der Sandstrand ist kilometerlang, einfach schön ist es hier, trotz des am Morgen noch bescheidenen Wetters. Die Rasenparkfläche zieht sich über 1km hin, immer wieder mit Picknicktischen und Toilettenhäuschen dazwischen. Kaum vorstellbar, dass das hier jemals voll wird.

warum waren wir noch mal auf Handa Island? Hier sind die Vögel nicht so scheu :P

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Nach einem ausgedehnten Morgenspaziergang lassen wir die Hunde im Auto und erkunden das Städtchen. St. Andrews versprüht einen altertümlichen Charme, keine moderne Bausünde gibt es im Zentrum, die Uni-Gebäude sind in der ganzen Stadt verteilt. Überhaupt scheint die Stadt nur aus Studenten, Golfern und darüber staunenden Besuchern zu bestehen.

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Das Castle (von HS betreut), ist an sich nicht sooo interessant, aber bietet einen mit Figuren und Geräuschen nachgestellten Hintergrund zu den Ereignissen rund um die Zerstörung von Kathedrale und Castle, John Knox wettert von der Kanzel, seine Anhänger zerstören die unglaublich imposante Kathedrale.

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Zudem kann man durch die Gänge kriechen, die König Arran von außen und einige Castle-Besetzer mit Arrans Sohn als Geisel von Innen gegraben haben. Der Erzbischof war tot, die Reformation mit all ihren Wirren im vollen Gange, Arran wollte heimlich, still und leise von Außen die Festung (also das „Castle“, tatsächlich das Heim des Bischofs) sowie seinen Sohn befreien, von Innen wurden aber Gegengänge gegraben, bis man auf den von Arran traf. Die Eroberung war gescheitert.

Frank wartet lieber draußen

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ja, Platzangst sollte man hier nicht haben…

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Von der Kathedrale stehen nur noch einige Wände, die allerdings in voller Höhe, was etwas bizarr aussieht. Die Kathedrale muss unglaublich groß gewesen sein.

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Golfergrabstein

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Dann befreien wir die Hunde und laufen noch was entlang der Golfplätze spazieren. Wir waren am Vorabend etwas baff, dass tatsächlich einige Golfer ihren Hund dabei hatten, aber das scheint hier üblich zu sein. Die Abschläge sind kaum zu verfolgen, irgendwann verliert sich der Ball im Himmel. Wie können sich die Golfer so sicher sein, wo der Ball gelandet ist? Auf dem Old Course dürfen nur nachgewiesen sehr gute Golfer spielen, das ist auch gut so, da vor allem beim Abschlag von Loch 18 genau so gut die zahlreichen Zuschauer oder die ringsum parkenden Autos getroffen werden könnten. Ich habe Golf nie etwas abgewinnen können, es auch nie probiert, aber hier schauen wir eine ganze Weile fasziniert zu.

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Gegen 3Uhr sind wir wieder am WoMo. Wir könnten auch gut noch eine Nacht bleiben und den restlichen Tag am Strand verbringen. Es sind nur etwa 260km bis zur Fähre. Allerdings würden wir gerne entsorgen, mit leeren Tanks nach Hause fahren und vor allem auch Grillen heute Abend. Also beschließen wir, die halbe Strecke schon heute zu fahren und die letze Nacht auf einem Campingplatz an der Küste nahe der englischen Grenze zu verbringen. Das gestaltete sich dann deutlich schwieriger, als gedacht. Der erste angefahrene Platz hätte regulär 35Pfund gekostet (!), wir hätten ihn für einen Sonderpreis von 23 bekommen. Da bislang alle Plätze, die wir im Urlaub besucht haben, deutlich günstiger waren und dieser nicht mal direkt am Meer lag, fuhren wir weiter. Und bereuten es im Laufe der nächsten Stunde, die wir sinnlos von Campingplatz zu Campingplatz an der Küste entlang kurvten. Alles noch teurer und/oder noch unschöner gelegen… Das allerletzte überhaupt auf unserer Schottlandkarte verzeichnete Camping-Piktogramm an der Küste hätten wir also so oder so genommen. Alles zurück kurven zum ersten Platz, war da schon lange keine Alternative mehr. Und ausgerechnet dieser letzte entpuppt sich als Glücksgriff, weshalb ich ihn hier explizit empfehlen möchte, falls man in dieser Region eine Nacht auf dem Campingplatz verbringen will. Er liegt in Thorntonloch (so heißt auch der Platz) zwischen Dunbar und St. Abbs Head, hat zwar auch ein paar Bungalows, ist aber klein und schnuckelig mit Touring-Plätzen mit direktem Meerblick und schönem Strand direkt davor. Das Ganze für 17Pfund inklusive heißen Duschen, VE und Strom, ohne Strom sind die Parzellen nicht zu mieten.
Wir sind gegen 18Uhr da, verbringen erst mal ein Stündchen am Strand und grillen dann. Na, geht doch :)

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Tag 23 Samstag 10.06.: St Abbs und Fähre

Heute wäre ich tatsächlich noch mal für einen Sonnenaufgang aufgestanden, aber der Tag beginnt wolkenverhangen. Mittags steht noch ein allerletztes Ziel in Schottland an, bevor wir zur Fähre müssen. St Abbs Head bietet einen schönen Rundweg entlang der Steilküste mit einer Vielzahl von brütenden Vögeln.

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Auf der Fähre leisten wir uns ein Upgrade, da wir keinesfalls noch mal in diesem Loch von Kabine übernachten möchten. Die Commodore Class bietet eine große Kabine mit Fenstern, Doppelbett und TV, außerdem sind Frühstück und Minibar im Preis auch schon mit drin. So wird die Rückfahrt deutlich angenehmer, als die Hinfahrt.

Roman am 11 Jul 2012 12:59:37

lucy05 hat geschrieben:.....Unsere letzte Station ist Pennan, durch den Film Local Hero bekannt geworden (von dem wir noch nie etwas gehört haben),


Das solltet Ihr aber dringend nachholen. Gibt´s mit etwas Glück noch neu auf DVD. Leider hab ich ihn in einer "BluRay" Version bisher nicht gefunden. Sonst hätte ich auch diese Variante. Ist auch eher ein "Nischenfilm", aber absolut sehenswert, mit typischem trockenem, englischem Humor, einem überragenden Burt Lancanster (eher in einer gut besetzten Nebenrolle) und der phantastischen zu jeder Einstellung passenden Musik von "Mark Knopfler". Letztere gibt es auch auf CD. Die Musik funktioniert auch ohne den Film.

Dazu tolle Aufnahmen von Schottland.


Ansonsten, Deine Bilderreise, was soll ich sagen. Toll !!!



Roman

daktari110 am 11 Jul 2012 13:08:18

Das solltet Ihr aber dringend nachholen. Gibt´s mit etwas Glück noch neu auf DVD. Leider hab ich ihn in einer "BluRay" Version bisher nicht gefunden. Sonst hätte ich auch diese Variante. Ist auch eher ein "Nischenfilm", aber absolut sehenswert, mit typischem trockenem, englischem Humor, einem überragenden Burt Lancanster (eher in einer gut besetzten Nebenrolle) und der phantastischen zu jeder Einstellung passenden Musik von "Mark Knopfler". Letztere gibt es auch auf CD. Die Musik funktioniert auch ohne den Film.


Absolute Zustimmung!

Aber Achtung, es gibt eine "alte" und eine "neue" DVD-Version, auf jeden Fall versuchen, die "alte" aus den 90ern zu bekommen, bei der "neuen" aus 200? ist das Bildformat Mist. (am Besten sowieso das englische Original kaufen).

Ansonsten, Deine Bilderreise, was soll ich sagen. Toll !!!


Auch hier vollumfängliche Zustimmung!

Dank &

Stefan

nuvamic am 11 Jul 2012 13:21:43

Hm - weil ne Freundin den Film seeehr angepriesen hat, hab ich ihn auch mal versucht zu schauen.... für mich war er nix. Einschläfernd. Eben Geschmackssache ;)

Anhand der Beschreibung vorher hatte ich vermutet, so was wie "Der amerikanische Neffe" oder "Lang lebe Ned Divine" (beide sehr zu empfehlen) zu bekommen, aber ich find "Local hero" wesentlich träger. Übrigens obwohl ich Dire straits Musik immer mochte...

Bevor das untergeht - viiiiiiiiiiiiiiiiiielen Dank für den Superbericht und die tollen Fotos. Traumhaft!

ottomar am 11 Jul 2012 17:48:59

Nochmals vielen Dank für die wunderschöne Reise, die Du uns gegönnt hast.

Ganz, ganz tolle Bilder! Du hast ein gutes Auge, wenn ich das sagen darf!

Mit freundlichen n,

Ottomar

Roman am 11 Jul 2012 18:07:14

ottomar hat geschrieben:Ganz, ganz tolle Bilder! Du hast ein gutes Auge, wenn ich das sagen darf!


:daumen2:



Roman

bob2011 am 12 Jul 2012 08:15:51

Ich schließe mich meinen Vorrednern an...super Bericht (habe die Fortsetzungen sehnlichst erwartet), eindrucksvolle Bilder, wertvolle Tipps...sehr ausführlich...einfach nur toll...
Ich freue mich nun noch mehr auf unseren Schottlandurlaub im September...
Eine Frage habe ich noch zur Fähre nach Newcastle...wie lange müssen die Hunde ungefähr im WoMo bleiben (reine Fahrzeit ist klar, aber wie lange dauert das Be- und Entladen?)?

und nochmals Danke für den schönen Bericht
Andrea, Dirk und Bob

wilma57 am 12 Jul 2012 08:39:08

Moin lucy05,

zu deinem Bericht kann ich gar nichts sagen,
nur:

SUPER, KLASSE, GENIAL, ABSOLUT TOP, SEHR BEEINDRUCKEND, GEIL, SCHÖN, SPITZE, BENEIDENSWERT, DAS GRÖßTE, WUNDERBAR, TRAUMHAFT, .....
:bindafür: :yau: :respekt: :gut: :daumen2: :klatschen: :klatschen: :klatschen:
:dankeschoen:


WILMA57

Concordino am 12 Jul 2012 22:29:38

Hallo lucy05,

auch von mir noch einmal vielen Dank für Deinen wunderbaren Reisebericht. Da schließe ich mich voll und ganz den Vorschreibern an. Bewundernswert finde ich dabei auch, dass Du so viel Zeit investiert hast, um uns teilhaben zu lassen. Wir sind nun seit knapp zwei Wochen zurück - ich komme aber kaum zu mehr, als hier abends ein wenig zu stöbern. Insofern ein ganz besonderer Dank an Dich.

@bob2011: Unsere Erfahrung von Ende Mai Ijmuiden: Abfahrt geplant 17.30 Uhr, um 15 Uhr haben wir eingecheckt, standen dann bis kurz nach 17 Uhr im Hafen rum und waren die vorletzte Reihe, die auf das Schiff kam, sah für uns alles etwas unkoordiniert aus, was aber daran liegen kann, dass wir sonst nur die Ärmelkanalfähren nutzen, Abfahrt trotzdem pünktlich. Bei der Ankunft ging alles sehr zügig, also in ca. 10-15 min vom Schiff runter.

Viele aus Berlin.

lucy05 am 13 Jul 2012 21:58:44

Concordino hat geschrieben:Bewundernswert finde ich dabei auch, dass Du so viel Zeit investiert hast, um uns teilhaben zu lassen. Wir sind nun seit knapp zwei Wochen zurück - ich komme aber kaum zu mehr, als hier abends ein wenig zu stöbern. Insofern ein ganz besonderer Dank an Dich.

@bob2011: Unsere Erfahrung von Ende Mai Ijmuiden: Abfahrt geplant 17.30 Uhr, um 15 Uhr haben wir eingecheckt, standen dann bis kurz nach 17 Uhr im Hafen rum und waren die vorletzte Reihe, die auf das Schiff kam, sah für uns alles etwas unkoordiniert aus, was aber daran liegen kann, dass wir sonst nur die Ärmelkanalfähren nutzen, Abfahrt trotzdem pünktlich. Bei der Ankunft ging alles sehr zügig, also in ca. 10-15 min vom Schiff runter.

Viele aus Berlin.


Was die Fähre angeht, sind die Erfahrungen ähnlich. Check In eher früh, aber dann steht man noch bis kurz vor Abfahrt im Hafen rum. Dort könnten die Hunde auch noch mal raus, sich lösen, wenn nötig. Auch darf man die Hunde an Bord besuchen, falls man das sinnvoll findet und quasi auf dem Fahrzeug-Deck Gassi gehen.

Ich hab die Zeit für mich selbst investiert, der Reisebereicht ist während des Urlaubs geschrieben, man vergisst so schnell. Und ich lese zur Reisevorbereitung und Steigerung der Urlaubsvorfreude :D selbst so gerne Reiseberichte. So viele lesen nur und nutzen, aber geben nichts zurück. Ich hoffe, es hilft anderen so, wie andere Reiseberichte mir geholfen haben :)

Stefan-Claudia am 15 Jul 2012 09:13:19

Spitzenmäßig!
Es ist doch immer wieder schön sich etwas Urlaub über den Bildschirm laufen zu lassen und sich zu erinnern wo man überall gewesen ist und auch mal Bilder aus anderer Perspektive sieht.
Bei uns läuft häufig die Diaschau auf dem PC, wenn er nicht gebraucht wird und man kann nebenbei immer mal wieder diese "Ach wie schön!" und "Weisst Du noch?" - Fotos betrachten.

Stefan

bob2011 am 15 Jul 2012 20:49:55

@concordino
@lucy05

Vielen Dank für die Antworten...die Gesamtzeit auf der Fähre ist dann doch nicht so lange wie ich dachte...und wenn man auch noch auf dem Parkdeck "Gassi" gehen kann... :D

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