wie verlief denn Eure "Camperkarriere" bis heute?
Wir haben, so denke ich- die klassische Abfolge hinter uns. Als Kind war ich mit meinen Eltern PKW und Zelt unterwegs, später kam ein Wohnwagen. Im Endeffekt war ich da aber schon zu alt, mehr als 2 Urlaube erlebte ich darin nicht mehr, dann kam die Zeit der eigenen Urlaube.
Zuerst mit dem Fahrrad und dem Zelt. Dann mit dem Auto und dem Zelt. Dazu gibts keine Bilder, die sind irgendwo vergraben und nicht digital.
Dann kam der Quantensprung: Das erste eigene Wohnmobil! Es war ein alter T2 mit 50 luftgekühlten PS. Ein ehemaliges Firmenfahrzeug, das wir mit ca 6 Monaten Resttüv und sich abzeichnendem Motorschaden geschenkt bekamen. Es ist wohl einfacher aufzuzählen, was an dem Auto nicht defekt war, als umgekehrt... Für den TÜV haben mein Vater und ich mehr als 1,5 qm Blech in das Auto geschweißt, der Fahrer konnte vor dieser Aktion schon durch den Kabinenboden mitlaufen. Die Fahrertür hing nur noch an einem Scharnier etc.- Wie der Wagen 1,5 Jahre zuvor TÜV bekam, wird wohl das Geheimis der Beteiligten bleiben.
So sah das Schmuckstück nach den Schweißarbeiten aus:

Der Bilderdienst des Forums schneidet mir den halben Bus ab, keine Ahnung warum. Bin aber zu faul zum suchen. PKW und Zelt gehören Freunden.
Auch den Motor mussten wir uns vornehmen. Wie praktisch alle Busse dieses Typs litt auch dieser Wagen an der chronischen Untermotorisierung gepart mit mangelhafter Kühlung durch den Heckmotor, die Auslassventile waren stark verbrannt, Risse in den Stegen zwischen den Ventilsitzen. Also neue Zylinderköpfe montiert. Aber auch die Zylinder hatten etwas abbekommen, das merkte ich jedoch erst nachdem ich den reparierten Motor einige Zeit gefahren hatte und der Ölverbrauch zu hoch war. Also Motor wieder raus, Köpfe runter und Maschine zum Instandsetzer gebracht. Neue Kolben und Laufbüchsen, die Zylinderköpfe wieder montiert, das ganze erneut eingebaut.

Danach gings an den Einbau einer selbst gefertigten Camperausstattung aus Pappelsperrholz:

(Das Bild zeigt die Ausstattung schon im Nachfolger)

Nach einem ersten Testurlaub in der Camargue (Plage de Piemason, wo sonst :-) ) wurde der Wagen erst einmal von einem Bekannten neu lackiert. Sicher kein Luxus bei dem vorherigen Aussehen. Dann wurde die Gasanlage eingebaut und als Krönung für die Stehhöhe ein superflaches Hubdach eingebaut. Damit blieb der Bus unter 2m.



Lackfarbe sieht etwas komisch aus, liegt am Scan. Schon wieder die halben Bilder abgeschnitten, echt komisch.
Mit diesem Fahrzeug haben wir dann leider nur wenige Urlaube verbringen können, da viel zu schnell der Ernst des Lebens kam, die Studentenzeit war für uns vorüber und das leidige Arbeiten begann. Als Selbständige fehlte die Zeit. Außerdem kamen nach und nach die Kinder. Mit einem Kind sind wir noch mit dem Fahrzeug gefahren, Astrid lag im Fahrerhaus in einem selbst gefertigten Notbett. als dann Ihre Schwester kam, war klar, die Tage sind gezählt. Der Wagen war trotz Top-Zustand, neuer Maschine und neuem TÜV nahezu unverkäuflich, da er keinen Kat hatte. Ein Schwarzafrikaner bezahlte wenige DM letztlich nur den Wert der Tanfüllung und nahm den Wagen freudig mit nach Benin. Auf meine Frage was dort mit dem Auto vorhabe: Wir stellen Stühle rein, das wird ein Taxi.- Wahrscheinlich fährt er da noch heute.
Da die Ausstattung noch neuwertig war, beschlossen wir das gleiche Modell nocheinmal zu kaufen, es wurde dann ein Wassergekühlter 92Ps Wasserboxer mit 3 Wege Kat, EZ 1990.

Das auf diesem Foto zu sehende Hochdach war beim Kauf nicht dabei, sondern stammt vom Schrottplatz und wurde von uns dort abgebaut und auf diesen Bus geklebt.- Schon wieder nur das halbe Auto, langsam gewöhne ich mich daran...
Die Innenausstattung wurde umgebaut, zusätzlich wurde aus der originalen Sitzbank ein Einzelsitz gebaut und als Option erhalten. (Wahlweise 5 oder 6 Sitzer) Das Fahrzeug hatte eine Doppelsitzbank, auch diese wurde zunächst erhalten, da die Mädels beide immer gerne vorne sitzen wollten.Eine überaus weise Entscheidung, wie sich später herausstellen sollte...

Mit diesem Fahrzeug schafften wir dann immerhin 2 Urlaube, dann schlug der Storch wieder zu. Geplant war ein 3. Kind, das hätte dann wieder im Fahrerhaus schlafen sollen, gekommen sind dann unsere beiden Jungs. Damit war klar, die Zeiten des Campens im VW-Bus sind vorbei. Wir nutzten den Wagen dann noch einige Jahre als Familienkutsche, da wir kein anderes Auto mit 6 Sitzplätzen hatten. Dieser Wagen war dann - wenn auch unter dem gefühlten Wert- noch in Deutschland verkäuflich, dank 3 Wege Kat und grüner Plakette ging er nach Norddeutschland an einen jungen Mann.
Wir kauften dann unser heutiges Womo, das wir inzwischen auch schon wieder 10 Jahre nutzen:


Schon wieder nur halbe Bilder, ich gebs auf.
Wie war es bei Euch?
LG
Selbstschrauber






, 2,0 l luftgekühlt







