Caravan
motorradtraeger

Suche nach dem Frühling in Italien, Elba u. Sardinien 2013


liesje am 20 Apr 2013 22:21:52

Nach dem langen unfreundlichen Winter wollten wir auf jeden Fall in den Süden! Sardinien sollte endlich unser Ziel sein. Den Teil Italiens kannten wir noch nicht. Wir, das sind mein Göttergatte Paul und unser "Bus" Peterle, ein 18 Jahre alter Peugeot Boxer (mit Hilfe selber ausgebaut!) und ich.
Schon im Dezember hatte ich die Fähre von Livorno nach Porto Aranci gebucht, für knappe 200 €. Paul schüttelte den Kopf, weil doch das Peterle noch nicht durch den TÜV war. Aber ich brauchte das Ticket in Sichtweite am Esszimmerschrank, wie der Esel die Mohrrübe, um durch den Winter zu kommen.
Wenn nun der TÜV uns größere Probleme bereitet hätte oder uns gar zur Trennung von unseren Peterle gezwungen hätte, dann wären die 200€ auch "wurscht" gewesen.
Aber es ging - fast - alles gut! Gut 1000€ ärmer konnten wir nun in die intensivere Planung gehen. Reiseführer sichten, ausleihen und ergänzen - den "Müller" hatte ich schon Weihnachten geschenkt bekommen. Den neuen Womoführer kaufte ich und hoffte damit, meinen Paul auch öfter zum "frei" stehen bewegen zu können (Er schläft nur auf Campingplätzen gut!)
Ab dem 8.4. hätte es für zwei Monate los gehen können, aber ich hatte einen Friseurtermin auf den 12. gelegt. So hatten wir vom letzten abgereisten Osterbesuch bis zur Abfahrt noch 4 Tage Zeit und alles geriet langsam und gründlich.
Asci-Karte und Campcard hatten wir besorgt, Gas gefüllt, Peterle innen und außen geputzt - wir konnten uns auf den Weg machen.
12.April 2013
Paul wartete im gepackten Bus vor dem Friseur und dann ging es gleich los auf die Autobahn nach Basel und durch die Schweiz.
Es nieselte ab und zu, aber immer wieder und nach dem Gotthard immer öfter kam die Sonne hervor und schickte zur Vorfreude ein paar Strahle runter.
Ab Bellinzona hatten wir keine Lust mehr zu fahren und bogen ab zum Lago Maggiore.
Wir wollten an dem östlichen Ufer bleiben und suchten nach einem Platz oder Camping, aber die Schweizer halten nicht so viel von Campern. Die wenigen Parkplätze, die es überhaupt gab, waren mit 2m Barrieren versehen und sonst überall "Parkverbot". Dabei ist die Strecke wunderschön, wenn auch sehr kurvig.
Das bekamen wir dann zu hören: Ein stetiges Pfeifem in den Linkskurven! Der Keilriemen! Aber der ist noch nicht alt! Morgen suchen wir eine Werkstatt!
In Italien wurden wir dann pfündig mit einem Acsi-Platz. Auf dem "Lido di Monvalle" standen wir in der 1. Reihe von vielen ganz leeren Reihen. Die Aussicht über den See war überwältigend. Immer wieder gab es ein Loch in den Wolken und die Sonne ließ einige Streifen Sonnenstrahlen über die Berge und den See fallen.
Hier, an dem Platz "La Foce" in Marina di Campo auf Elba, ist die Internetverbindung so miserabel, dass ich keine Bilder hochladen kann. Damit muss ich, müsst ihr, warten bis Sardinien!

liesje am 21 Apr 2013 20:30:12

Zweiter Teil - zum zweiten mal geschrieben, weil die Kiste mich zur Unzeit rausschmeißt!! :cry:
Abends genossen wir unsere Aussicht so:
Morgens schien dann die Sonne und die verließ uns auf unserer Tour erst mal nicht.

liesje am 21 Apr 2013 21:25:57

13.4.2013 in Italien

Das Pfeifen hatte sich verflüchtigt und eine Werkstatt war eh keine in Sicht, also fuhren wir weiter ein bisschen Landstraße und dann um Mailand herum. Autobahn fahren ist nicht so unsere Sache und so beschlossen wir - wie auch schon einmal vor ein paar Jahren - Lodi --> Link) zu besuchen.
Dort interessierte mich die Incoronata-Kirche sehr. Nach Parkplatzsuche und und ein wenig Herumirren standen wir vor der Kirche und sie war zu! Siesta! Von 11.20 Uhr bis 15.30 Uhr! Es war grad mal 11.25 Uhr und uns fiel ein, dass das genau so gewesen war beim letzten Besuch in Lodi.
Aber die Stadt, bzw. das "Centro storico" ist sehenswert. Nette schmale Gassen, schöne Plätze und interessante Bauten!

Wir genossen das Bummeln und Kaffee und Rotwein am Hauptplatz.

Anschließend ging es über die SS9 weiter Richtung Piacenza, Autobahn bis fast la Spezia, weiter Richtung Sarzana und schmale Sträßchen rauf nach dem mittelalterlichen Ameglia.
Dem angekündigten Parkplatz oben trauten wir nicht so recht, blieben auf halber Strecke stehen und hatten dank einer Joggerin, die von oben kam, einen wunderbaren kleinen Treppenweg zu wandern.
Oben ging es meist rauf durch schmale dunkle Gässchen, über Stufen und durch viele Bögen, ein - etwas verschlafenes - Labyrinth!
Die Marmorsteinbrüche von Carrara sahen wir schon von oben und steuerten darauf zu. Aber Pech, die Brücke über den Magra war gesperrt und wir mussten zurück und auf die Autobahn. Dort auf der A 12 blieben wir bis hinter Viarreggio. Dort auf dem gleichnamigen Campingplatz wollten wir die nächste Nacht verbringen. Ein Abendspaziergang sollte zum Meer führen, aber die Italiener hatten wohl auch sehr mit dem schlimmen "Frühlingswetter" zu kämpfen gehabt - der Weg war total sumpfig und stand noch teilweise ganz unter Wasser!
Paul kochte was Leckeres, ich gewann beim Kartenspielen und wir "krabbelten" dann ins Bett.

liesje am 23 Apr 2013 00:34:24

Anderntags war es nicht mehr weit bis Piombino. Ruckzuck waren wir auf der Fähre, kletterten hoch aufs Deck in die Sonne und schon rief da jemand: Paul! Liesje! Unsere Freunde, die wir auf Elba treffen wollten - da auf der gleichen Fähre waren sie.
Das war ein Hallo! Nullkommanix waren wir im Hafen von Portofferaio auf Elba.
Die Fahrt in den Süden der Insel nach Marina di Campo auf den Campingplatz "La Foce" kam uns lang vor.
Zum 4. Mal stehen wir auf dem gleichen Platz, auf dem Bild dort, wo der Sandstrand links in der Ecke endet.
Abends waren wir dann zusammen an der Ecke la Foce bei Marina di Campo im „Golfo“ essen. Da hat schon wieder der Besitzer gewechselt und das Essen ist wieder gut (und teuer!) Hubert, der seit Jahren hier lebt, hat sofort den Paul freudig begrüßt. Ich bin ja nicht so markant!
Am 14.4. haben wir nur gefaulenzt. Ich war natürlich heute morgen mit allseitiger Bewunderung schwimmen. Es hat ungefähr 16-17° und die Bucht ist wie immer spiegelglatt und ganz für mich.
Aber das Unwetter vom November 2011 hat bis heute Spuren hinterlassen. Vom Berg wurden jede Menge Steine runtergespült, die noch nicht ganz vom Sand verschluckt sind.
Das mit W-lan ist hier eine Misere: ist für alle da und ohne Weiteres kriegt man einen Zugang. Nur – es funktioniert nicht oder besser: Es funktioniert nur im Büro vorne. Manchmal auch kurz vor dem Büro auf den Treppen.
Egal wie, ich schreibe erst mal off-line und hoffe auf eine Verbindung morgen oder übermorgen.
Morgen jedenfalls wandern wir sehr gemütlich los mit Peter und Uschi, zwar in die Berge, aber sicher nur 2-5km! Ist vielleicht besser für meine Füße. Mit den Turnschuhen – ich habe aus Versehen die neuen, nicht eingelaufenen erwischt – habe ich mir eine Blase gelaufen.
Unsere Wanderung - ich mit anständigen Wanderschuhen - ging mehr an der Küste entlang von Porto Azzuro bis zur grünen Lagune und zur Terra nera. Wie immer sind dort eine Unmenge Verbotsschilder. Das ehemalige Abbaugebiet für Erze ist halt wenig gesichert, aber trotzdem überall begangen. Mit den Schildern sind die Besitzer – wer immer das auch ist – abgesichert, wenn da doch mal einer abstürzt oder ein verrostetes Kranteil an den Kopf bekommt.
Die grüne Lagune „Laghetto di Terranera“ ist tatsächlich nur 2-3m vom Meer weg, aber sehr schwefelhaltig und giftgrün. Das Schwimmen ist strikt verboten und der kleine See rundherum gut eingezäunt. Die Farben sind fantastisch: Schwarzblau und glitzernde „Eisensteine“ (Es gibt sie in allen Größen, aber schon die kleinen haben ein irres Gewicht!), rote und gelbe Felsen, schwarzer Sand und rote Erde, blassgrünes Schilf und der giftgrüne See.
Oberhalb die Ruinen der Minenanlage und der Häuser der ehemaligen Minenarbeiter.
Wenn nur der viele angeschwemmte Müll nicht wäre!
An einer Stelle könnte ich einen Schuhladen für Einbeinige eröffnen. Es gab unendlich viele Schuhe aller Arten, aber nie ein Paar!
Der Weg hin und zurück führte uns oft steil runter oder rauf und das brauchte Zeit und Kraft.
Zum Glück hatte die Bar beim Camping „Mario“ auf, sowohl auf der Hintour, wie auch auf der Rücktour.
In Porto Azzuro erwarb der Paul (schon wieder hier für Elba den Rucksack vergessen einzupacken!) einen kleinen Rucksack, denn Getränke muss man mitnehmen, mittags wird es ganz schön heiß.
Im „Conad“ Supermarkt fanden wir tatsächlich eine gutes Vollkornbrot und – wie jeden Tag – Erdbeeren!
Abends machte der Paul Apfelpfannkuchen, die fast so gut waren wie die von der leider verstorbenen Frau Steckle (?) vom Valentin. (Für alle nicht Einheimischen: St. Valentin ist eine Ausflugsgaststätte im Wald bei Freiburg. Dort buck die gute Frau bis zu ihren Tod – ich glaube mit 92 Jahren - die besten Pfannkuchen, die ihr euch denken könnt!)
Morgen ist Markttag hier in Marina di Campo – eine Pflichtveranstaltung!!!
Mal gucken, ob ich da vorher noch ans Netz komme.
17.4. und ich bin - o Wunder!
Es ist so warm inzwischen, dass wir nun schon den 3. Tag keine Heizung brauchen (das sollte allerdings nicht so bleiben!)
Morgens war ja Markttag und alle Bewohner des Platzes trafen sich da wieder. Mit uns haben die Marktleute aber kein gutes Geschäft gemacht.
Wir bummelten noch durch das kleine Städtchen Marina di Campo, tranken einen Latte Machiato und einen Rotwein (ab sofort abgekürzt: LM+R!), dann legte ich mich in die Sonne auf den warmen Sandstrand bis Abends und kam tatsächlich ohne Sonnenbrand davon. Später waren wir bei Uschi und Peter, die haben einen Fernseher und so konnten wir das Spiel Stuttgart-Freiburg sehen. Blöd, dass die Schwaben gewonnen haben! Die Freiburger hätten es verdient.
Am 18.4. war es morgens zwar sonnig, aber etwas windig und deshalb etwas kühl beim Schwimmen. aber wenn ich ganz im Wasser bin, ist alles gut. Und anschließend unter die sehr warme Dusche. Ohne die würde ich nicht ins Wasser gehen.
Wir hatten eine größere Wanderung geplant, die wir schon einmal gemacht hatten und brachen gleich nach dem Frühstück mit den Rädern auf, um den Bus zu erreichen.
Da hat es sich bewährt, das man mit Paul immer sehr früh dran ist. 20m weit bin ich gekommen, da war mein Rad total platt. Also zurück, Rad hinstellen und zu Fuß bis zur Abfahrtsstelle im Ort, gut 20 Minuten im strammen Marsch. Da waren wir schon mal warm gelaufen!
Mit dem Bus ging es dann bis S. Piero hinauf und ab da bergauf, meist schwitzend in der Sonne, erst bis zur Ruine von S. Giovanni, weiter rauf und im Bogen nach Westen. Einige Mufflons guckten verschreckt, aber sie wähnten sich in sicherer Entfernung und blieben auf ihren Guckfelsen stehen. Sieht immer sehr malerisch aus.
Zur "Pietra Murata", einem riesigen Felsklotz mit einer Steinzeithütte davor, machten wir einen Abstecher. Dann ging es weiter nach Westen. Immer sagenhafte Aussicht über die halbe Insel bis zum Festland und auf die Inseln "Monte Christo" und die ehemalige Gefängnisinsel "Pianosa". Dann schwenkte der Weg erst nach Süden und sehr steil hinunter durch ein ausgewaschenes "Bachbett". Das war eine mühsame Kletterei! Nach dem nächsten Schwenk nach Osten wurde es bald etwas besser, wir ereichten die alte verfallene Mühle und machten erst mal Pause.
Ab hier musste ich mir selbst Durchhalteparolen ausgeben, ich war schon ziemlich fertig! Danach ging der Weg weiter hinunter an den antiken und neuen Granitsteinbrüchen vorbei bis S. Piero hinunter.
Dort warteten wir in einem kleinen Café auf die Busabfahrt und sind tatsächlich beide in der warmen Sonne eingenickt. also auf die müden Beine und zum nächsten Café. Das war eine Gelateria und so kamen wir noch zu einem guten Eis. Mit neuen Lebensgeistern saßen wir dann im Bus - die Fahrerin fuhr äußerst rasant!! - und trabten über den Strand (Abkürzung) nach "Hause".
Paul war so müde, dass er um 9 Uhr ins Bett ging.
Am nächsten Tag 19.4. reichte unsere Energie nur für eine kleine Wanderung an der Ostküste, gegenüber von Porto Azzurro. Dafür tranken wir ausführlich Kaffee, LM und Bier, direkt neben einem riesigen Keramikshop. Der hat neben der üblichen Keramik Dinge/Kram, den wir so nur aus England kennen.
Der Tag klang gemütlich im Bus aus mit Wein.
Tatsächlich hat es in der Nacht zum 20.4. geregnet. Das hat meine fast trockene Wäsche nochmal gespült!
Erst kam noch mal die Sonne heraus, dann aber blieb sie meist hinter den Wolken und ein starker Wind ließ uns frösteln.
Wir radelten ins Städtle, die Bootstour zur Insel Pianosa zu buchen. Aber nach einigem Überlegen haben wir wegen der Kälte und dem Preis Abstand genommen (Fahrt 20.80€, "Eintritt" auf die geschützte Insel 6€, Wanderführer - ohne einen solchen kann man sich nur an der Landestelle aufhalten - 10€!) Und dazu hätten wir nur einen sehr kleinen Teil der Insel gesehen. Bei der Abfahrt um 9.30 Uhr und der Rückkehr um 17 Uhr - was zum Teufel hätten wir da den ganzen Tag gemacht?
So sind wir in Marina rumgebummelt und haben das kleine Café "Tavernetta" wiederentdeckt. Es wird nicht mehr von einem brummigen Alten bewirtet, sondern von zwei netten jungen Frauen. Dazu ist es sehr hübsch hergerichtet und alles ganz bunt angestrichen.
Nachmittags gab es dann einen richtigen "Sonntagskaffee" (war aber noch Samstag!) mit Obsttorte und Sahne bei Uschi und Peter.
Auch am 21.4. bleibt das Wetter wechselhaft und durch den Wind kühl. Das Frühstück gab es noch draußen in der Sonne, aber danach verziehen wir uns in den Bus.
Mittags wollten wir dann mal die "neue" Strecke Nr. 48 von "la Foce" bis auf den "Monte Fonza" ausprobieren. Dieser Weg ist seit mindestens 10 Jahren in allen Karten eingezeichnet, war aber nie zu finden. Schon der Einstieg ist eine Kletterei! Aber erst ging es einigermaßen eben immer ein wenig hinauf, dann steiler hinauf. Na gut, so kommen wir gut auf den Monte Fonza! Denkste, wir mussten wieder runter auf Meereshöhe und dass unglaublich steil und auf rutschigem Geröll!
Auf der anderen Seite des Taleinschnittes wäre es wieder genau so fies weiter gegangen.
Wir gaben auf und kletterten mühsam wieder zurück. Das machen wir nur mit Seil und Hacke!!!

liesje am 28 Apr 2013 10:19:29

Wenn die Schrift jetzt wackelt, dann sind die Wellen schuld – wir sitzen nämlich in der Fähre von Livorno nach Golfo Aranci auf Sardinien. Ziemlich hoch die Kiste, 8 Decks, der Bus steht im 3. und wir haben es uns gerade im 7. gemütlich gemacht.
Wifi gibt es nicht, für einen Film müsste ich zu laut stellen und würde evtl. von den Nachbarn über Bord geworfen und die Spielkarten haben wir vergessen. Also schreibe ich erst mal offline.
Das Abendessen am Sonntag hat den Tag noch rausgerissen: Spargel mit leckerer Soße, Kartoffeln im Geschnetzelten mitgekocht . Lecker! Und danach Quarkspeise mit Erdbeeren.
Was will man mehr!
Montag 22.4. haben wir es uns dann ganz gemütlich gemacht. Wir haben mit den öffentlichen Bussen einen Teil der Insel weiter erkundet.
Nach Rio Marina wollten wir, der letzte Ort auf Elba, den wir noch nicht kannten.
Diesmal klappte die Radtour zum Bus. Während wir warteten, tauchten auch die schweizerischen Nachbarn auf. Die fuhren so aus Prinzip und hatten eine 6-Tageskarte für 22€ erworben. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass wir für einen Tag schon 10,40€ geblecht haben (eine Tageskarte kostet allerdings nur 8,50€, das hatten wir verpasst.
Die Schweizer verließen uns in Porto Azzurro und wir hätten noch 2 Orte weiter müssen, eine lange und eine ganz kurze Distanz. Aber nachdem wir nach Rio nell'Elba ewig lang bergauf fuhren und nicht kurz Richtung Meer, habe ich erst meine Karte studiert und dann bin ich mühsam im schaukelnden Bus – die Straße war fürchterlich – nach vorne zum Fahrer gewackelt. Dort erfuhr ich dann, dass wir in Cavo (der letzte Zipfel von Elba!) umsteigen müssten und dann nach Rio Marina kämen. Also ca. 30 Minuten längere Fahrt und ein weiteres ordentliches Gerüttel!
Erst der Fahrer des Kleinbusses ab Cavo konnte mir erklären, dass die Straße zwischen Rio Nell'Elba und Rio Marina in „reconstructione“ sei.
Endlich in Rio Marina, eine sehr überschaubares Örtchen fanden wir den Markt, bummelten drüber und ich erwarb drei „Unaussprechliche“ .
Am Hafen gab es einen Turm, früher zur Warnung vor Seeräubern, heute ist obendrauf eine Uhr. Schöne Aussicht zum Festland, zu Piombino rüber.
Dann schlenderten wir durch die Gässchen, fanden einen Edelstein-Laden, stöberten rum und wurden mit hübschen Kleinigkeiten pfündig.
Irgendwann zwischendurch kamen wir wieder an der Bushaltestelle vorbei und, als ob ich es geahnt hätte, als ich auf den Plan guckte, da stand eine „dicke“ Änderung: Wir mussten 30 Minuten früher wieder starten.
Also nichts ist mit der Wanderung auf den Monte Giove!
Aber Hunger hatten wir und fanden ein wunderbares Restaurant „El Mare“ (Via del Pozo 3). Alles sah super aus und schmeckte vorzüglich!
Falls wir – oder ihr – je da wieder hinkommen, dann essen wir „frittata mista“. Das sah irre aus und wurde von vielen Leuten an den Nachbartischen geordert.
Die Rückfahrt haben wir dann für einen Bummel und Kaffeetrinken in Portofferaio unterbrochen. Die Schweizer hatten wir schon beim Umsteigen in Cavo wiedergesehen. Nun fuhren wir wieder gemeinsam zurück.
Mein Schnupfen wächst sich zu einer Erkältung aus. Aber das Schwimmen habe ich schon am Donnerstag sein lassen. Es war mir zu windig.
Dienstagmorgen konnten wir schon wieder in der Sonne frühstücken und anschließend die letzte Wanderung mit Uschi und Peter machen, eine kurze nur zur Wallfahrtskapelle Montserrat.
Unterwegs haben wir kräftig eingekauft, denn diesen letzten Abend auf Elba waren Uschi und Peter bei uns zum Essen eingeladen.
Paul kochte Spaghetti und machte Salat und ich sorgte für den Nachtisch.
Es war so warm, dass wir fast bis zum Dunkelwerden draußen saßen.
Mittwoch morgen 24.4. packten wir gemütlich, denn unsere Fähre zurück nach Piombino ging ja erst um 13.30 Uhr.
Unterwegs fing die Kiste wieder grässlich an zu pfeifen. Weil wir aber keine Werkstatt am Wege erspähten, fuhren wir erst mal zum Hafen, um zu gucken, wohin wir müssten. Aber schwupps waren wir auf einer Fähre, die schon im 11.30 Uhr fuhr! Auch gut, dann suchen wir in Piombino eine Werkstatt. Dort pfiff aber nichts mehr und so verschoben wir das auf Livorno.
Dort im Hafen gibt es einen praktischen Stellplatz mit V/E, Toiletten gibt es eine Ecke weiter und sogar duschen könnte man (4€) ein paar Meter weiter Richtung Fußgängerausgang.
Letzteren haben wir genommen und wollten uns die Stadt ansehen. Aber es gibt auf den ersten Blick nicht so viel Sehenswertes: Breite schnurgerade Straßen mit schmucklosen „Klötzen“, ähnlich den Stalinbauten in Ostberlin. Erst der Dom und die Via della Madonna zeigte und erkärte mehr. Einiges ist im 2. Weltkrieg zerstört worden, vieles ist einer Umgestaltung zum Opfer gefallen.
Was aber noch einen besonderen Charakter bewahrt hat, das ist das „Quartier Venezia“, so benannt, weil es umgeben und durchzogen ist von Kanälen mit vielen Brücken darüber. Das Ganze ist ein Vieleck und entsprechend schräg sind die Sträßchen und Kanäle.
Mitten drin S. Katarina, ein Zentralbau mit schöner Kuppel, zwischen Renaissance und Barock mit einem Altarbild von Vasari. Da hätte es an diesem Abend ein – sogar kostenloses – Konzert gegeben, aber der Weg vom Hafen war einfach zu lang. Schade!
Geschlafen haben wir erstaunlich gut, es war sehr ruhig.
Morgens allgemeines Aufwachen und Abfahren, die einen nach Korsika, die anderen, wie wir, nach Sardinien.
Die Fähre nach Golfo Aranci war ziemlich groß und es gingen auch sehr viele Autos rein. Kein Wunder, der 25.4. war Nationalfeiertag in Italien und mit dem 1.5. gab das ein Urlaub mit wenigen Tagen.
Die Fähre stand noch, da saßen wir schon an einem sehr angenehmen Frühstück.
Fast pünktlich legte die Fähre ab und 6,5 Stunden später waren wir in Sardinien.
Etwas südlich von Olbia fanden wir den Campingplatz „Tavolara“, zwar nicht am Meer, aber mit dem Rad höchstens zwei Minuten hin.
Dazu die „Stagno“, Lagunen hinter den wunderschönen Sandstränden.
Am 26.4. erkundigten wir die, wanderten ein Stück neben den Stagnos und bestaunten Flamingos (die weiß sind, weil sie keinen Lachs zu fressen kriegen?!).
Zum Baden in dem wunderbar klarem, türkisblauen Wasser schien es uns zu kalt, dabei war es eindeutig wärmer hier, als es in Elba war.
Zum Einkaufen fanden wir leider am Meer entlang keine Verbindung zum Ort Porto Paolo. Wir mussten mit den Rädern auf die Hauptstraße (125) und ich regte mich fürchterlich über die unmöglichen Autofahrer auf, die ganz dicht an uns vorbeibretterten.
Eigentlich wollten wir von Porto Paolo zur Insel Tavolara, dem „kleinsten Königreich Italiens“ schippern. Aber die jetzige Königsfamilie schafft erst wieder im Sommer!
Damit ihr nicht weiter rätselt: Anfang des 19.Jh. kam ein Korse auf die unbewohnte Insel und lebte dort mit seiner Famile. Eines Tages kam der italienische König auf die Insel und der Sohn des Korsen empfing ihn mit den Worten: „Der König von Tavolara grüßt den König von Italien!“ Das amüsierte den König so, dass er dem sogenannten „Re“ die Insel schenkte. Der ließ sich das schriftlich geben und so kommt es, dass bis heute nur diese eine Familie auf der Insel lebt.
Früher lebten sie vom Fischfang und ihren Ziegen, heute von den Touristen.
Aber nur im Sommer („Nix Tourist – nix Bohnesupp!“- So heißt es bei uns, wenn es was noch nicht gibt wegen der Vorsaison, so wie wir in Kroatien unten am Berg die Werbung für Bohnensuppe gesehen hatten und oben dann diese Antwort bekamen.)!
Nach einem netten Café-Besuch fuhren wir wieder zurück. Diesmal kämpften wir mir dem starken Gegenwind. Manchmal dachte ich, der bläst mich von der Straße!
Den Rest des Tages legte ich mich in die Sonne. Internet gibt es nicht.
Apropos „Bohnensuppe“, die machte der Paul sich, mit viel Bohnen und sauscharf! Ich bekam eine gemäßigte Suppenversion ohne Bohnen! Und wieder Erdbeeren – leider nur Spanische!
Am nächsten Tag wurden wir schottisch geweckt – es nieselte so vor sich hin und der Himmel war erst mal durchgehend grau. Nur die Temperatur war sardisch warm!
Wir machten uns auf die Socken, auf nach Süden. Am 30.4. sind wir mit Marlene und Peter Roth in Cagliari verabredet für das große Fest, die „Sagra di Sant'Efisio“ ab 1.5. welches 5 Tage andauert!!
Aber ganz so eilig war es noch nicht. Das Bergstädtchen „Posada“ lockte uns. Wir durchstreiften die Gässchen, kletterten bis zum Castell hoch (Eintritt 3€) und auf den Turm. Das letzte Stück auf einer steilen Leiter und aus dem Loch im Dach war schon grenzwertig! (Aber was macht man nicht alles für 3€!)
Aber die Aussicht rundherum war phänomenal und die Sonne gab sich auch die Ehre! Das Castell heißt „Bohnenburg“, weil die Bevölkerung, als sie dort oben belagert wurde, mit frischen Bohnenschalen runter warf und die Belagerer daraufhin abzogen, da die da oben ja so viel zu essen hätten, dass eine Belagerung evtl. nutzlos gewesen wäre.

Weiter ging es am östlichsten Punkt Sardiniens vorbei, dem Capo Comino.
Danach wollte ich endlich mal eine Nurraghe sehen, aber wir fanden sie nicht.
Pause, netter Imbiß bei „Manu“ und durch eine paar Altstadtsträßchen laufen in Orosei.
Ab da ging es durch die Berge, eine traumhaft schöne Strecke.
Zuerst besuchten wir ein Nurraghendorf „Serra Orrios“ - beeindruckend! Die abfotographierte Postkarte zeigt das Ganze!

Dann ging es Kurve um Kurve durch die Berge, immer auf der 125.
Bewölkung, Sonnenstrahlen, Nebel und strahlende Sonne wechselten sich ab.
Unser Peterle musste ständig zum Fotographieren anhalten.

Bei Tortoli waren wir dann wieder am Meer, rechtzeitig um die roten Felsen bei Arbatax in der Abendsonne glühen zu sehen.

Nun sitze ich hier im komfortablen Campingplatz „Telis“ und deren W-Lan geht mal wieder nicht!!! Aber die Fotos kommen noch!

liesje am 12 Mai 2013 00:06:20

28.4.Wir starteten – und wurden gleich in Tortoli ausgebremst. Keine Ahnung, was da los war: Prozession? Demo? Straßenfest?
Wir mussten Umwege über die Dörfer fahren und dabei stellte ich fest, dass meine neue Landkarte (von Marco Polo: "Sardinien" 1:200 000 ) nichts taugt. Sie enthält Straßen, die noch nicht gebaut sind. Andere, die es gibt, kommen nicht vor. Alle Nurraghen, die wir laut Karte neben der Straße finden sollten, waren entweder nicht da oder unerreichbar weit weg in der Pampas.
Die braunen „Kultur-Hinweis“-Schilder haben wir auch fürchten gelernt. Ohne Km Angabe ist das eine oft abenteuerliche Fahrt.
Z.B. der Pozo-Tempio, ein nurraghisches Brunnenheiligtum, war weder in den Reiseführern noch in der Karte beschrieben. Wir folgten dem Schild von der 125 nach links genau vor der Brücke vor der Bar San Giorgio – vor der Bar-Terrasse kann man wenden, falls ihr, wir wir auch, das Schild zu spät wahrgenommen habt!- erst über einigermaßen angenehme Schotterpiste, dann mittels einer Furt durch den Fluss, weiter steil hinauf und hinab auf sehr ausgewaschener Piste ohne je zu ahnen, wie lange das noch so geht.
Irgendwann weitete sich der Weg. Ich sagte zu Paul: „Lass mal den Bus stehen, hier können wir auch wenden!“ Dann umrundete der Weg einen Busch und schwupps standen wir vor einer Schranke. Noch eine Stück weiter zu Fuß und tatsächlich – Luftlinie kaum 200m vom Schild entfernt – gab es dieses Heiligtum. Sehr interessant gebaut mit sehr genau zubehauenen Steinen.
Das Ganze wieder zurück und dann wurde es Zeit für LM und R.
Wir versuchten immer der alten 125 zu folgen, über Villaputzu, Muravera, San Priamo. Kurz weiter auf der 125 über die "dicke" Zufahrt zur neuen Schnellstraße fanden wir – unübersehbar – eine Nurraghe in den Himmel ragen. Die soll 1976 aus den Trümmern einer echten wiedererrichtet worden sein. Sie ist sehr unzugänglich (diente ja auch dem Schutz und der Verteidigung!) und man kann vorsichtig auf die sehr hohen Mauern klettern und auch reingucken. Zum winzigen Eingang rein in die Steinburg traute ich mich nicht – einfach zu viel Steinbrocken, alles ohne Mörtel!, über mir!
Von da ist es nicht weit bis zum Capo Ferrato, aber wir nahmen die falsche Straße und ich dachte, der Camping „Capoferrato“ liegt an selbigem. Weit gefehlt – erst mit absolut krummen schlaglochgesegneten Schotterpisten erreichten wir die richtige Straße. Da hatten wir das Capo schon zweimal umrundet!
Mit einigem Hin-und Hergurken landeten wir endlich hier an dem wunderschönen Sandstrand „Costa Rei“. Der Platz ist in Ordnung. Wir haben hier einen Logenplatz ergattert. Genauer geagt: eigentlich ist nur die erste Reihe zum Strand hin überhaupt besetzt. Aber alles ist reserviert ab 18.5. - Pfingstferien und die Schwaben und Bayern fallen ein!
WiFi ist wieder nicht, funktioniert noch nicht, liegt noch im Winterschlaf!

Das Wetter hier in Sardinien war ähnlich schlecht wie zu Hause. Alle jammern! Ein Sarde meinte, er sei wohl eher auf Island!
Wir können das allerdings nicht so nachempfinden. Es ist warm, wärmer als in Elba und heute haben wir noch lange im Dunkeln draußen gesessen.
Gestern und heute gab es nur Sonne, davor war es diesig, fast neblig mit Sonne durchsetzt, aber null Aussicht. Nachts hat es geregnet – kratzt uns nicht! Aber bevor wir kamen muss es schlecht gewesen sein.
Unsere Freunde, Marlene und Peter, hatten wohl miese Tage bevor wir kamen.
Das Treffen am Dienstag, dem 30.4. hat super geklappt. Sie erwarteten uns schon auf einem netten, leicht chaotischen Campingplatz bei Capitana, dem einzigen in der Nähe zu Cagliari.
Gemeinsam wollten wir am 1.5. zur Sagra di Sant'Efisio. Aber ein wenig Sightseeing in Cagliari musste auch sein. Da haben wir uns schnell mal getrennt, denn die Beiden hatten schon einen Besichtigungsvorsprung.
Die Stadt ist interessant, aber schön würde ich sie nicht nennen. Es ist nett auf dem Castell und in der Altstadt unten.
Überall standen schon die Absperrgitter bereit für den großen Tag morgen.
Wir fuhren – wieder vereint – mit dem öffentlichen Bus zurück (1Stunde!) und kochten und futterten gemeinsam.
1.5. Der nächste Tag begann mal früh, denn 8.17 Uhr fuhr der Bus ab, allerdings genau vor dem Campingplatz.
Wir kamen gerade richtig, das Spectakel fing 9.30 Uhr an. Ein Riesenmeander begab sich durch die Stadt: wunderschön geschmückte Ochsenkarren aus etwa 20 verschiedenen sardischen Orten, sehr gut besetzt und begleitet von Bewohnern dieser Orte, alle in unglaublich aufwendigen Trachten. Männer, Frauen, Kinder, aber danach ging es ungefähr drei Stunden weiter. Jedes Dorf, jedes Städtchen und jeder Stadtteil Cagliaris schien vertreten mit einer – natürlich in der örtlichen Tracht gewandet – Fußgruppe. Erst kamen zwei, oft Kinder, die auf einer Fahne den Namen des Ortes vorraustrugen. Dann kamen die Jungfrauen, die Verlobten (oft durch eine Kette verbunden), die Frauen, junge, alte, Witwen, dann die Männer. Manchmal kamen sie auch gemischt, oft als Familien mit Kleinkindern – ebenfalls in Tracht – auf dem Arm. Immer wieder dazwischen Musikanten, die Hirtenflöten spielten.
Dazu wurde gebetet, meistens gesungen, denn für die Sarden ist das ein tiefreligiöses Fest.
Als diese Fußtruppen vorbei waren, kamen die Reiter – unglaublich viele!
Ab da brauchte man viel Geduld. Der Heilige und seine Begleiter verspäteten sich. Wir aßen dann mal schnell eine Wurstsemmel und kauften uns Wasser, denn der Heilige Efisios hat immer strahlende Sonne.
Es ging weiter mit Reitern, aber bestimmte Gruppen. Alles haben wir nicht verstanden. Einige Männer, Reiter kamen im Frack mit einer hellblauen Binde um den Bauch. Sie verkörperten den Magistrat und den Bürgermeister, die eigentlich den Pilgerweg hin nach Pula und 2 Tage später wieder zurück, mitmachen sollten.
Dazu kamen rot gewandete „Soldaten“, die seit dem Mittelalter als Begleitschutz gegen Banditen und Piraten mitgehen mussten.
Aber echte Soldaten waren auch dabei – in ihrer Tracht: Tarnanzüge! Die trugen einen kleineren hl. Efisios aus Silber und mussten alle naslang sich abwechseln beim Tragen.
Die Polizei ließ es sich auch nicht nehmen. Hoch zu Ross kamen sie mit.
Und dann – einen Raunen und Rufen ging durch die Menge der Zuschauer- kam die goldene Kutsche des Sant'Efisio, gezogen wieder von zwei riesigen Ochsen.
Von der Kutsche und dem Heiligen habe ich fast nichts gesehen, denn eine turbulente Traube von Menschen drängelte und hing an der Kutsche. Alle wollen ganz nahe an den Heiligen, ihn möglichst berühren, oder wenigstens die Kutsche.
Das ganze seit Jahrhunderten, weil Efisios, ein röm. Soldat, Christ wurde. Daraufhin wurde er in der heutigen Krypta der Kirche S.Efisios in Cagliari gefangengesetzt und dann in Pula enthauptet.
Danach lief ein Teil der ehemaligen Zuschauer mit Richtung Pula, aber der größte Teil versuchte in Cagliari etwas zu essen zu kriegen. Alle Restaurants waren proppevoll. Alle Schlauen – da gehörten wir nicht dazu – hatten reserviert und hockten da an langen Tischen.
Wir ergatterten nur ein Panino!
Dafür gingen wir dann zu viert gut essen in Flumini – ein Tipp vom Campingmensch. Das Lokal war sehr schön mit viel Kunst eingerichtet, Bilder, Plastiken wo man hinschaute. Aber sie wollten nichts verkaufen!
2.5. Morgens gab es noch ein gemeinsames Frühstück am Platz und dann trennten sich unsere Wege wieder.
Peter und Marlene haben nur noch 9 Tage und wollten gleich Richtung Norden. Wir haben noch ein wenig länger Zeit.
Irgendwie haben wir den Italienern eine 40 km lange Wanderung nicht zugetraut. Aber wir wurden eines Besseren belehrt!
Kurz vor Pula standen wir im Stau. Ganz langsam ging es nur weiter. Ich stieg aus und lief nach vorne an der Schlange vorbei. Und da waren sie, die Pilgerer. Tatsächlich die Ochsenwagen, als letzter der Heilige, dazu jede Menge Leute. Mittendrin eine Pause! Die Einwohner von Saroch hatten Blumen auf die Straße gestreut und einen Stand aufgebaut mit Getränken usw.
2km schlichen wir mit, dann bog der Zug ab auf einen Feldweg und wir hatten freie Fahrt nach Santa Margarita di Pula.
Da sitze ich nun. Paul ist schon einer Etage höher und schläft.
Er ist ganz schön müde. Wir haben aber auch heute noch eine Mordsradtour gemacht. Das hat mal wieder meine „tolle“ Landkarte verbockt.
Hier am Meer geht Richtung Pula erst eine wunderschöne kleine Straße entlang. Dann kommt ein Fluss und man muss erst hoch auf die Hauptstraße. Da kann man – sagt die Karte!!! - gleich nach der Brücke wieder auf einer kleinen Straße Richtung Meer und weiter bis Nora bei Pula.
Da wollten wir hin. Erstens gibt es da eine große punisch-römische Ausgrabung, zweiten ist da in der Nähe die kleine Efisioskirche und der ganze Rummel, denn „Sagra“ heißt Kirmes!
Na denkste: ab der Hauptstraße war es Schotter/Sandpiste mit etlichen Schlaglöchern, dann waren es immer wieder nur ausgefahrene Zufahrten zu Stränden und dann war eigentlich Schluss. Ein Abhang, Sumpf, Berge von Algenablagerungen, wieder Sandstrand und dann endlich eine Straße.
Nach der Besichtigung von Nora sind wir dann ganz über die Hauptstraße zurück.
Morgen suchen wir uns einen „wilden“ Platz in der Nähe, denn es gibt ein riesiges Fest mit Feuerwerk und über den Kirmesmarkt wollen wir auch noch.
Anschließend geht es nach Südwesten, nach Teulada und zur (Halb)-Insel Sant'Antioco.
Paul muss sich ans Freistehen gewöhnen. Die Campingplätze werden selten.
So das war es für heute.
4.5.
Mit dem Internet ist das so ein Trauerspiel. Heute im Café von Teulada bei LM+R sollte es WiFi- free geben. Ich trabe zum Auto und hole den Laptop, denkste: „Bohnesupp!“ Hier am Meer auf dem Camping Tramutzu bei Porto Teulada das Gleiche.
Den Campingplatz "Ostia" südlich von Pula hatten wir am 3.5. morgens verlassen und uns einen Parkplatz in der Nähe der „Sagra“ gesucht. Zum Glück haben wir ja die Räder. Zuerst sind wir mal zum Gucken hin zur Kapelle des Sant'Efisio und über den Markt geschlendert. Außer viel unnützem Kram gab es nichts für uns. Dann haben wir in unserer noch sehr ruhigen Ecke zu Mittag gegessen und ein Schläfchen in der Sonne gehalten. Allmählich füllte sich der Platz und gegen 18 Uhr war er voll und wir wieder mit den Rädern unterwegs zur Kapelle. Dort wurde der Heilige grad rausgetragen und eben mal zur Ausgrabungestätte gebracht in einer kleineren Prozession. Wir verfolgten das im gegenüberliegenden Café. Anschließend war Messe in der Kapelle, die aus allen Nähten platzte. Wir schlenderten herum und bestaunten alle ankommenden Trachtenträger, die da herkamen, zu Fuß oder zu Pferd. Auch die Ochsen mit der goldenen Kutsche waren wieder da.
Wir holten uns noch etwas Wärmeres zum Anziehen und dann ging die Prozession auch schon los. Wir mehr oder weniger mitten drin mit den Rädern, im Ochsentrott 3 km bis nach Pula rein, immer wieder kurze Stopps, wenn irgendjemand dem Heiligen mit Blumen oder Geschenken was Gutes tun wollte. Eigentlich wollten wir ja vorfahren und das Ganze gemütlich sitzend irgendwo erwarten, aber an den sehr unruhigen Pferden kamen wir nicht vorbei. Die rutschten nur so auf dem Pflaster herum und der langsame Trott und die vielen Blitzlichter der Fotografen machten sie zusätzlich nervös.
Immer wieder war der Weg mit Kräutern bestreut: Rosmarin, Pfefferminze, Oregano... In Pula dann beiderseits der Straße Palmwedel, im Rinnstein Kerzen und die Häuser mit Blumen geschmückt. Sehr romantisch!
Wir ließen sie alle in der Kirche verschwinden.
Inzwischen war es 22.30 Uhr, das Stadtzentrum von Pula voll von Menschen, die in alle Richtungen strömten.
Wo sollte bloß das Feuerwerk stattfinden? Ich fragte eine Polizistin und diese beschrieb uns den Weg zum Fluss und zur Brücke.
Mühsam mit unseren alten, etwas ungelenken Knochen kletterten wir die Böschung zu einem Damm hinauf. Da konnten wir die Brücke gut sehen.
Aber alle Leute strömtem auf die Brücke und wir hinterher. Dabei sahen wir zu unserer Erleichterung, dass es zur Brücke rauf und wieder runter von der Böschung eine Treppe gab.
So nun standen wir in der Menge auf der Brücke und konnten nur hoffen, dass die Menge nicht irren kann. Eine Stunde verging!
Und dann ging es los! So ein fulminantes Feuerwerk habe ich noch nie erlebt. Es war genau vor und über uns und dauerte mindestens 20 Minuten.
Anschließend waren wir mit unseren Rädern sehr schnell wieder in unserer inzwischen wieder einsamen Ecke auf dem Parkplatz bei der Kapelle.
Morgens gab es ein nettes kleines Frühstück in einem Café mit anständigen Toiletten.
So waren wir gerüstet für die 40 km zum Platz hier.
Unterwegs bestiegen wir noch den Torre Chia und bewunderten die Aussicht die Südküste entlang. Schöne Buchten mit weißem Sand und Felsen gesäumt!
Café-Besuch in Teulada, wie gesagt ohne Internet aber mit viel Kunst auf den Straßen und Plätzen, eine sehr saubere, hübsche Stadt mit beinahe mehr Zebrastreifen als Bäumen.
Es wurde ganz schön heiß und hier am schönen und völlig unverbauten Sandstrand stürzte ich mich mal wieder ins klare türkisblaue Wasser. Das hatte bestimmt schon geschätzte 19°!
6.5.
Hier faulenzen wir nun schon den 3. Tag. Gestern haben wir die Gegend per Rad erkundet, ich hätte so gerne einen Kaffee gehabt. Aber es war wie mit der „Bohnensupp“. Unterhalb vom Campingplatz ist ein kleiner Hafen, keine Menschenseele und keine Kneipe. 6 km weiter wieder ein sehr kleiner Hafen – alles zu!
Aber dazwischen lag eine Trattoria ganz versteckt. Und die hatte auf und war sogar gut besucht. Kaffee gab es nicht, weil sie keine Bar hatten. Also nahmen wir Platz und legten gleich los mit Wein und Muscheln, unglaublich lecker!
Ich konnte den Paul gerade noch von den Sepia-Nudeln abhalten. Aber Nachtisch gab es: Limonen-Tiramisu und Budine (Pudding, wie sich dann rausstellte!) mit Erdbeersoße, dazu „due Espressi“! Für dieses Lokal würde ich auch bis ans Ende der Welt fahren!
Heute mit warmem Aprilwetter blieb uns nur die Fantasie, weil die Vorräte aufgebraucht sind. Aber was willste mehr: Brötchen (riesige) gibt es jeden Morgen am Empfang und gestern abend hat der Paul sogar in einem Winkel dieses Platzes eine Bar gefunden, die scheinst manchmal auf hat.
Heute Mittag hat er – weil die Milch weg muss – Griesbrei gekocht. Dazu gab es Rhabarberkompott.
Jetzt probieren wir mal die Bar aus.
Leider hat sie wieder geschlossen („Bohnesupp“)! Dafür sind wir vom anderen Ende des Platzes raus und über den Huckel gewandert, mit uns eine Menge Ziegen. Zum Hafen kann man von da aus gleich gelangen und da steht doch tatsächlich ein Getränkeautomat, der für 50 ct einen LM ausspuckt.
Beim Rückweg entdeckten wir, dass zwar die Bar weiterhin zu ist, aber der Minisupermarkt hatte die Tür einen Spalt offen. Wir nix wie rein und mit Wein und Dosen-Böhnchen wieder raus.
Jetzt gibt es ein feudales Mahl und morgen begeben wir uns wieder in belebtere Gegenden.

liesje am 12 Mai 2013 00:51:21

7.5.
Da sitze ich nun in dem reichen Weinort Santadi, war auf dem Bürgermeisteramt, habe mir ein Password geholt und lese und schreibe mitten auf dem Platz hier schön im Schatten Mails.
Schön, dass es wenigstens im Norden Deutschlands Sonne gibt. Ist wahrscheinlich gerecht, weil wir doch sonst in Freiburg immer das beste Wetter haben.
Hier scheint heute auch wunderbar die Sonne. Gestern hätten wir sie mehr gebrauchen können. Da waren wir noch am Meer.
Eben haben wir eine Höhle besichtigt, "Is Zuddas" mit ganz seltenen Stalaktitenformen, einmalig in der Welt!
Etwas nördlich von der Höhle gibt es die Necropole "Monte Essu". Eine Begräbnisstätte der Nuraghier. Ein ganzer Berg ist gelöchert wie ein Schweizer Käse. Grabkammern wie Wohnungen in den Felsen gehauen. Das ganze ist verbunden mit einem langen und an dem Tag heißen Marsch über den Berg und die Felsen. Dazu eine traumhafte Aussicht rundherum.
Dann wurde es aber Zeit für das Meer und die Insel S'Antiocco. In der Hauptstadt der Insel mit gleichem Namen schlenderten wir ein bisschen rum und nahmen uns vor, Besichtigungen auf dem Rückweg zu machen. Eine nette Stadt, aber mit wenig sardischem Eindruck. Bauweise und - laut Reiseführer - Dialekt, Musik, Essen eher eine Mischung aus Ligurischem und Afrikanischem. Und das kam so: Auf der afrikanischen Insel Tabarka (Schreibweise unbekannt!) lebten diese Ligurer und wurden da von den Piraten und Sarazenen sehr bedrängt, die Hälfte von ihnen "wanderte" in die Sklaverei. Der Rest der Bevölkerung bat den italienischen König um Hilfe und dieser bot ihnen Antiocco und San Pietro an, die seit Jahren aus ähnlichen Gründen entvölkert waren. Seit 1770 leben die Ligurer nun da und die 800 in die Sklaverei verschleppten kamen nach einiger Zeit wieder frei und dazu.
Wir haben nach einem LM+R eine Inselrundfahrt begonnen, um einen Platz zum bleiben anzusteuern. Im Norden die Hafenstadt Calasetta war sehr nett und passte auch nach Tunesien, aber die Durchfahrt war sehr eng. Der Bus musste die Ohren anlegen.
Den in der Nähe liegenden Campingplatz fanden wir, schlüpften durch das Tor und erfuhren, dass wegen "Bohnensupp" alle Plätze (noch) geschlossen seien.
Also machten wir die Rundfahrt weiter und suchten einen Platz zum Freistehen.
Das war gleich eine Besichtigungstour an den verschiedenen Küstenabschnitten entlang.
Und siehe und staune, wir fanden den zweiten Platz offen, schön gelegen und sehr komfortabel, mit Schwimmbad, Restaurant, Bar, Strand und Spazierwegen runddherum.
Nur mit dem Wi-Fi war es ein Trauerspiel: Es kostete 5 € für einen Tag und ging gar nicht. Also wieder zum Beschweren den Berg zur Rezeption rauf und da hieß es, es ginge nur an der Bar. Ich wollte meine 5 € zurück. Ne, ginge nicht. Also zähneknirschend in die Bar und - hallo! - ohne Code gleich drin!
Aber nur kurz, am Abend ging nix und ich merkte, dass ich mittags irgendein unverschlüsselten Zugang hatte. Über den Code (der bis auf meine Schuhgröße alles von mir wissen wollte!) ging immer noch nichts.
Da bin ich wütend rauf und habe "meine" 5€ wiedergeholt! Bloß - ich hatte noch gar keine bezahlt! Der Empfangsmensch hatte sie nur auf die Rechnung gesetzt. Paul wollte gleich wieder hochlaufen, ich konnte ihn grad noch stoppen.
Drei Tage haben wir da verbracht mit Sonnen, Lesen und Schwimmen.
Dann wurde es langweilig und wir gingen wieder auf Tour weiter um die Insel mit viel Aussicht. Übrigens: die erbeuteten 5 € habe ich dann bezahlt, weil sie auf der Rechnung standen. So ging es Null auf Null aus!
In der Hauptstadt haben wir dann die Altstadt mit der sehr alten (6.Jahh.) Basilika besichtigt und in letzterer die Katakomben, erst Begräbnisstäten der Punier, dann der Römer und dann der Christen. Es ist wie ein Labyrinth und durchhzieht unterirdisch die ganze Altstadt. Wir wurden aber nur in einen sehr kleinen Teil geführt. Das Bild habe ich aus Versehen geschossen, es herrschte Fotografierverbot!
Aber vorher haben wir noch etwas ganz einmaliges erlebt und gesehen: Die einzige Muschelseidenspinnerin von (wahrscheinlich) ganz Europa.
Es gibt eine Muschelsorte - der Bestand ist sehr gefährdet - die sich mit klebrigen Fäden am Felsen festhängt. Diese Fäden erstarren im Wasser und geben etwa 20cm lange Babyhaarähnliche Seidenfäden zum Abernten. Hier in der Ausstellung zu sehen:
Signora Vigo, die Muschelseidenspinnerin, hat einen geheimen Platz, wo sie diese Muscheln findet und mit  Absprache mit der Universität Cagliari die Fäden abschneidet, ohne die Muschel zu beschädigen.
Das gereinigte Büschelchen Muschelseide (ich merkte absolut nichts, als ich die Augen schließe und Frau Vigo mir dieses Büschelchen auf die Hand legt!) wird dann unter "Beschwörungssprüchen und -Gesängen" zum Faden gesponnen. Dieser Faden - mehrfach gedreht - wird in Zitronensaft gebadet, getrocknet, mit dem Ehering der Großmutter geknetet(!) und ist dann golden schimmernd. Kaufen kann man eigentlich nichts von den gewebten oder gestickten Teilen - wäre viel zu teuer! Signora Vigo arbeitet hauptsächlich für Museen.
Wir verließen die Stadt Richtung Iglesias (Stadtbummel und Imbiss) und machten dann eine Panoramatour an der Küste Sardiniens entlang mit Stopp bei einer Bar in Nebida an einem der schönsten Aussichtsplätzen der Welt. Von der Sonne beschienen und mit Blick auf den Pan de Zucchero genossen wir die Ruhe und ein Glas Wein. Und das ganz alleine in aller Stille mit wunderschöner Musik.
Der Rest war nicht so toll. Der Stellplatz in Buggeru hatte zwar großartig "Duschen und WC" angekündigt, aber nur die kalten Duschen waren da. Und Internet nirgends in dem Städtchen.

liesje am 13 Mai 2013 01:35:01

Die Eisheiligen sind da. Mit dem recht starken Wind vom Meer her ist es hier in S'Ena Arrubia, zwischen Arborea und Oristano trotz Sonne eher frisch. Aber schwimmen ist hier eh nix drin. Das Schwimmbad sieht aus, als wäre es Dornröschen und kein Prinz in Sicht. Das Meer, na ja, den Rand säumt ein blauer stinkender Streifen fischigem, gelatineartigem Zeug und den eigentlich wunderschönen feinen Sand bedecken "Kiwis", Seekugeln dicht an dicht, einige so groß wie Handballbälle.
Aber Radwege hat es hier und wir beschlossen also eine Tour nach Arborea zu machen. Schön war es durch den Pinienwald zu fahren, aber auch entlang der Hauptstraße ist es noch angenehm. Die Radwege sind meist mit etwas Abstand angelegt.
Leider ist auch dort, wie auf dem ganzen Campingplatz, sehr viel Vernachlässigung zu erkennen.
Der Ort Arborea ist eigentlich nur eine weitläufige, schnurgerade angelegte Siedlung, im Stil zwischen Jugendstil und Faschismus. Auch Anlehnungen an Bauhaus sind zu erkennen. 1928 auf Befehl von Mussolini oder gar ihm zu Ehren aus dem Boden gestampft. Bis 1943 hieß die Siedlung Mussolina!
Heute ist sie das Zentrum für Milch und Milchprodikte, überall "Latte di Arborea". An einigen riesigen Kuhstallungen kamen wir auch vorbei.
Die Molkerei veranstaltete gerade ein (vermutlich) Wettsingen. Wohl für Kinder und Jugendliche. Eine Gruppierung hörten wir uns an. Die waren gut, nur die Technik - Mikros und Verstärker waren nicht gut oder nicht gut eingestellt.
Wir waren ziemliche Fremkörper bei all den sonntäglich gewandeten Zuhörern und verzogen uns.
Paul kochte heute Speckknökel, das viele alte Weißbrot muss weg.
Früher mit den Kindern gab es dann immer "Arme Ritter"!
Zwischen den Knödeln kamen dann die Muttertagsgrüße von meinen Lieben. Das war schön!
Und dann habe ich mich wieder an die Kiste hier gesetzt, denn ich muss es ausnützen. Wer weiß, wann ich wieder mal im Netz bin!
Jetzt will ich euch aber noch vom letzten Tag erzählen, vom 11.5.
Buggeru war nicht so unsere Sache. Ein kahler Riesenplatz, offene kalte Duschen im Bretterverschlag, drei Kaltwasserbecken zum Waschen eher und ganz tief.
Der Sandstrand wäre nett gewesen, aber es stürmte gewaltig, was die Wellenreiter freute.
Aber das ehemalige Bergarbeiterstädtchen ist ganz lebendig. Die riesigen Ruinen der Bergwerksgebäude stehen genau über dem Stellplatz.
Gleich nach dem Start bogen wir ab zum Capo Pécora am Beginn der Costa Verde zu einem Besichtigungs- und Fotostopp.
Wir hatten uns aber den Tempel Antas zum Ziel gesetzt, schön gelegen in einem Tal in den Bergen.
Außer uns und vor uns ein Pärchen, war nur ein netter älterer Holländer da. Also viel Ruhe und ein sehr netter Aufenthalt.
Die ganze Anlage war top gepflegt und mit Blumen hergerichtet. Es gab interessante Erläuterungen zu einzelnen Bäumen und Büschen, leider nur auf italienisch und englisch. Aber ich finde mich rein.
Der Tempel wurde in den 70iger Jahren "wiederhergestellt", d.h. einige Säulen und Mauerteile lassen den Tempel gut erkennen. Er hatte durch Plünderer sehr gelitten. Zuletzt hatten im 2. Weltkrieg wegen Bleimangel die Jäger mit Sprengungen die Bleiklammern aus den Wänden gelöst.
Für uns ging es auf der 126 weiter Richtung Arbus, aber bei Irgutosu bogen wir nach links ab zur Costa Verde.
Auf der ganzen Strecke Bergwerksruinen, im Ort Irgutosu sind einige wenige Gebäude erhalten oder erneuert. Kurioserweise fahren alle durch das Hauptgebäude. Hin ist die Höhenbegrenzung mit 3m angegeben, auf der anderen Seite mit 2,40m! Unser Bus ist allerding 3,06m hoch. Aber wie immer können Italiener nicht messen, ihr seht es auf dem Bild. Ab da war der Rest der Strecke Schotter-/Sandpiste.
Die Dünen sind wohl hoch, aber weitgehend bewachsen, der Strand aber ewig weit und breit. Paul hockte sich in die Strandbar und ich ging durch den Sand zum Meer.
Ihr glaubt es nicht, was das einen Krach machte! Jede Riesenwelle kam mit einem Tosen. Nur eine Handvoll Mutige waren im Wasser, aber nur um sich von den Wellen umschmeißen zu lassen.
Die Strecke von 15km mussten wir wieder bergauf zur 126 und dann rasch zum Messermuseum in Arbus. Das war leicht zu finden: Via Roma 15. Wir starteten bei 259 und kamen so durch die ganze Stadt. Einige Männer mit Kochschürzen empfingen uns, alle sehr freundlich, keiner sprach englisch oder gar deutsch. Aber sie zeigten uns alles: Die handwerklich geschaffenen Messer der Brüder Pruceddo haben es dem Paul angetan.
Es gab viel zu bestaunen, gesammelte sardische Messer aller Art, oft mit wundervoll verziertem Horngriff. Alle ziemlich teuer. Dazu das größte Messer, das unangefochten im Buch der Rekorde steht.
Paul erwarb ein hübsches kleines Messer und einer der Männer schliff sein "Opinel" rasiermesserscharf.
Irgendwie waren wir in die Vorbereitungen für ein Fest, bzw. einen Kunsthandwerkermarkt der Region hereingeplatzt. Schon saßen wir da und futterten einen Linseneintopf, Bratwürste mit Zwiebeln und tranken dazu Wein. Paul musste Mirto probieren, einen Schnaps.
Dann waren wir wieder im Museum und sahen einen Film über Francesco Pruceddo, wie er ein Messer herstellt. Das ist so viel Arbeit und dazu ist so viel Können notwendig, dass Pauls kleines sardisches handgefertigtes Messer ein wahres Schnäppchen ist.
Dann ging es nur noch kurz durch die Berge und schon breitete sich unter uns die Ebene, die Kornkammer Campidano. Ab nun war die Straße schnurgerade und so erreichten wir erst Arborea und dann den Campingplatz S'Ena Arrubia.
Morgen verlassen wir hier den Ort und werden weiter nach Norden zum "Reiskornstrand" Is Arutas fahren.
mal sehen, ob mir den komfortableren Plätzen auch das Vorsaisonangebot sich steigert.

liesje am 23 Mai 2013 01:32:58

Bevor wir am 13.5. zum Reiskornstrand kamen, war noch so einiges am Wege zu besichtigen.
Noch vor Oristano in Santa Giusta bereiteten sich die Leute auf ein großes fest vor. Wohl wieder eine Kirmes.
Eine nette junge Frau mit einem „wichtigen“ Schildchen an der Brust, zeigte uns die romanische Kirche aus dem 12. Jahrh. mit Krypta und dem Grabmal der heiligen Giusta und warb dafür, doch unbedingt am 14./15.5. da zu sein. Aber wir hatten von Kirmes genug und sind gleich weiter bis Cabras am Stagno die Cabras, einem großen fischreichen Binnensee.
Von diesem See lebten die Menschen drumherum, aber er gehörte einem Adligen. Der knechtete und tyrannisierte die Anrainer so sehr, dass er eines Tages spurlos verschwunden war. Auf Sardinien wird nicht lange gefackelt.
Jedoch heute war der Kirchentag und so landeten wir bei der kleinen sehr alten Kirche San Giovanni aus dem 6. Jahrhundert. Sah aus wie der Übergang von dem Nuraghen zur Kirche.
Aber die Lage war traumhaft. Ganz am südlichen Ende der Sinis-Halbinsel kurz vor dem Capo Marco bestiegen wir den Torre San Giovanni und schauten auf die Ausgrabungen von Tharros und die schönen Strände Richtung Norden hinab.
Also machten wir uns nach einer netten kleinen Wanderung wieder auf die Tour.
Nicht weit entfernt erwartete uns ein etwas komisches Dorf. Ein nach außen hin sehr abgeschlossenes Carree von niedrigen kleinen Häuschen, aneinandergereiht, alle mit Tür und einem Fenster, jedoch alle irgendwie verschieden und – unbewohnt. Das ist San Salvator, ein Ort, der nur bei einem großen Fest genutzt wird.
In den 60ziger jahren hatte er noch eine andere Nutzung: Hier wurden die Italowestern gefilmt, z.B. „Für eine Handvoll Dollar“
In der Mitte entdeckten wir – kaum größer als die Häuschen – eine kleine Kapelle. Sie war offen und ein netter junger Mann bat uns herein und erklärte uns, natürlich in Italienisch!, die Besonderheiten der Kirche.
Ursprünglich war es ein nuraghisches Heiligtum, den Brunnen dazu konnten wir dann im sogenannten Hypogäum unter der Kirche sehen. Aber die sakrale Nutzung ging ununterbrochen weiter, erst die Römer mit dem Kult für Hercules Sotér, aus dem dann in christlicher Zeit Salvator wurde.
Nur eine Stichstraße führte zu den Stränden an der Westküste der Sinis-Halbinsel. So kamen wir zum Campingplatz „Is Arutas“ oberhalb des gleichnamigen Reiskornstrandes. Der weiße feine Kies ist so geschliffen, dass die einzelnen Körner täuschend echt wie Reis aussehen.
Leider war mit Schwimmen wieder nichts. Es windete, stürmte so stark, dass die warme Sonne sich nicht durchsetzen konnte.
Wir erkundeten die Strände mit dem Rad – etwas mühsam auf den ausgefahrenen Pisten.
Der Platz war nicht so der Hit, zeitweise waren wir die einzigen Gäste. Entsprechend war noch der Winterschlaf der Einrichtungen. Nur die Bar war immer offen und Paul wurde dort sehr verwöhnt mit allerlei Knabberzeug zu seinem Bier.
Nachts stürmte es noch mehr und wir mussten das Dach reinrollen.
An Schwimmen am Morgen 15.5. war nicht zu denken, auch die Sonne war meistens weg.
Vor der Abfahrt hatten wir noch einen schlimmen Kampf zu bestehen gegen die Ohrenschleifer. Hunderte steckten in allem drin,was irgenwie mit dem Boden in Berührung gekommen war. Besonders blöd war es mit den Stühlen. Die liegen ja während der Fahrt in unserem Bett. Das ging gar nicht. Die blieben unten, nachdem wir mit Gewalt und Gift die Viecher nicht alle raus bekamen.
Es war ein einigermaßen guter Tag für eine Besichtigungstour, quer durch das Land nach Orgosolo, die Ecke Sardiniens, die wir so schnell „rechts“ liegen gelassen hatten, als wir zum 1.5. in Cagliari sein wollten.
Aber am Wege gab es zwei nuraghische Besonderheiten: Santa Christina und das Brunnenheiligtum gleichen Namens (auch hier eine sacrale Nutzung über Jahrtausende).
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie genau die Steine für letzteres zubehauen wurden. Die Anlage ist ca. 3500 Jahre alt, aus der Bronzezeit, aber diese Kunstfertigkeit, eine falsches Gewölbe ohne Mörtel und in konzentrischen Kreisen aus großen Basaltblöcken zu machen? Wahnsinn!
Bei den Nuraghen sind die Leutchen dann weniger fleißig gewesen. Da blieben die Blöcke roh, passen zwar auch einigermaßen aufeinander, werden aber auch mit kleineren Steinen ausgeflickt. Dafür waren die beiden Nuraghen hoch, zweistöckig, mit Treppe und Dachterrasse. Der Nuraghe Losa dazu – Jährchen später – weiter befestigt mit Eckvorbauten und Schießscharten.
Dann ging es aus der Ebene in die Berge Richtung Supramonte, zum Schluss über ganz krumme Straßen bis Orgosolo, dem „Banditendorf“ mit den vielen Wandbildern, den Murales. Auch wenn wir die Sprüche dazu nicht verstehen konnten, die Bilder waren oft sehr verständlich. Ein Lehrer hat damit angefangen, das schwere Leben der Hirten, ihre Probleme, ihre Geschichte in den 70ziger Jahren an die Wände zu malen. Machmal meint man, Picasso wäre beim Malen dabei gewesen. Inzwischen gibt es viele verschiedene Maler und viele Motive sind international und aktuell. Schaut sie euch im Google Streetview an!
Da saß ich nun 3km über Orgosolo in den Bergen auf einem kleinen Campingplatz und plante unseren nächsten Tag.
16.5. Und draußen fing es an zu stürmen und zu regnen und dass die ganze Nacht.
Morgens war es wieder schön. Wir fuhren die Berge rauf und wichen Kühen und Schweinen aus.
Dann ging es über Oliena, Nuoro und Macomer nach Bosa, eine sehr hübsche Stadt. Ganz bunte Häuschen am Fluss und am Berg. Eine alte Brücke dazu!
Weiter ging es nach Algerho. Dort waren wir auf dem CP "Mari Posa"

liesje am 23 Mai 2013 17:40:54

Bisher waren wir ja so einigermaßen mit dem Wetter zufrieden. Aber jetzt geht es mit Riesenschritten auf Juni zu. Es ist Pfingsten und da haben wir in allen vergangenen Jahren eher geschwitzt. Das tun wir zwar hier auch, mittags in der Sonne, aber der Wind kühlt uns schnell wieder ab.
Die Rückfahrt von unserer Bergtour war wieder in der Sonne. Zwei Nuraghen waren noch am Wege - hier ist es Santa Sabina, die eindeutig den 2000 Jahre älteren Nuraghen kopiert - und dann die schöne Stadt Bosa.
Die Küste rauf nach Alghero fuhren wir wieder im Nebel, schade für die schönen Ausblicke, die alle in der Suppe steckten.
Alghero ist dann wieder eine schöne und interessante Stadt.
Wir konnten alles gut mit den Rädern erkunden. Es gibt super Radwege und auf der Bastion und den Stadtmauern lässt sich auch gut fahren.
Abends sind wir lecker essen gegangen.
Dann ging es wieder weiter, weil das Meer bei Alghereo scheusslich aussieht. Da nützt mir der an sich schöne Sandstrand nichts, wenn jede Welle alle möglichen Tang und sonstige Gräser anschwemmt.
In Porto Torres sind wir wieder in ein Fest geraten. Es fand gerade eine Fischer-Regatta statt. Bei den Wellen gar nicht so einfach!
Zur Zeit, seit 19.5.sind wir fast ganz im Norden bei Castelsardo, einem traumhaft am Berg über dem Meer gelegenen Städtchen mit großer Burg obendrauf. Diesen Berg sehen wir wunderschön von unserem Platz aus.
An Castelsardo vorbei sind wir noch zum Elefanten gefahren.
Wie so oft stehen wir direkt am Meer. Mal sehen, wie lange das so bleibt. Es ist stürmischer Wind angesagt.
Passend zu den Pfingstferien steht rechts von uns ein Bayer und links ein Schwabe!
Die Küste und die Gegend überhaupt ist sehr schön und es gibt mal fast nichts zu besichtigen! Paul kann endlich Schwätzchen halten.
Etwas südlicher gibt es auch einen Stellplatz (15€), aber die dort kamen nicht so gut an den Strand.
Sassari haben wir ganz ausgelassen. dort fand die mehrtägige "Cavalcata sarda" statt. Wir hatten genug von allen Riesenfesten.

liesje am 23 Mai 2013 17:45:40

Trotz nicht so idealem Wetter mit viel Bewölkung und Sturmwind sind Paul und ich jeden Morgen schwimmen gegangen. Morgens schien bis etwa 9 Uhr die Sonne vom klaren blauen Himmel und der Wind hielt sich noch zurück.
Das änderte sich dann und an Strandaufenthalt war nicht zu denken. Wir machten Radtouren nach Rechts (3 km Schotterweg, dann war Schluss) und Links nach San Pietro al Mare, oberhalb der Mündung des Flusses Coghinas. Dort war mal wieder Kirmes und am Abend sardische Gesänge – sehr gewöhnungsbedürftig! Wenn man sich das Ganze von Hirten auf den Bergen gesungen, vorstellte, dann war es schon etwas Besonderes. Leider haben wir die Texte überhaupt nicht verstehen können – Sardisch eben! Auf dem Rückweg hat mich so ein blöder Autofahrer total mit schmutzigem Pfützenwasser eingesaut. Also war dann noch Waschtag, zum Glück mit Trockner. Die Wäsche hätte im starken Wind schnell getrocknet, aber auf den Dünen gab es keine Möglichkeit, eine Wäscheleine aufzuspannen.
Heute, am 20.5. ließ zwar der Wind nach, aber die Sonne auch. Wir machten es uns im Bus gemütlich und bei Sonne draußen.
Morgen geht es weiter mit einem Ausflug in die Berge und dann weiter nach Norden.

liesje am 23 Mai 2013 17:52:58

Unsere Tour nach Castelsardo zur Besichtigung und durch die Berge haben wir gemacht. Castelsardo hat – neben seiner Traumlage auf einem Felsen direkt am Meer – nur drei Sehenswürdigkeiten: Das Castell, die Kathedrale und noch eine Kirche, die wir aber nicht gefunden haben. Paul hatte mit der einen auch schon genug!
Ansonsten waren wir mal wieder zu spät an. All die netten Frauen, die Körbe flechten und verkaufen, waren weg: Siesta!!!
Dabei hätten wir gerne Körbe zum Brotbacken erworben. Pech!
Weiter ging es nach Sedini und zu einer alten pisanischen Kapelle, so eine schwarz-weiß-gestreifte. Die Lage war sehr schön, ganz einsam in einer schönen Landschaft.
Über Perfugas ging es dann nach Tempio Pausania. Erst zu einer Mineralquelle. Die sprudelte ganz schön stark raus und alle füllen sich Kanister und Flaschen. Wir hatten grad nur eine leere Flasche übrig zum Füllen.
In der Stadt dann gab es einen Imbiss und ein wenig Besichtigung, d.h. wir schlenderten durch die Granitstraßen an den Granithäusern vorbei. Das Strenge, Düstere des Granits wurde aufgelockert durch die filigranen schmiedeeisernen Balkone.
Die Berge rundherum sind mit Felsen bestückt, Tafoni-Felsen in unwahrscheinlich wilden Formen. Besonders eindrucksvoll sind die auf- und übereinandergetürmten Felsen im „Valle de la Luna“.
und - mit sehr komfortablen Sanitäranlagen: Toilette und Waschbecken in einem kleinen Räumchen, alles blitzsauber und mit warmem Wasser. So wurde ich meine vom Salzwassser ausgelaugte Haarfarbe los und bin wieder frisch „errötet“.
Geregnet hat es heute - 22.5. -, als ich auf dem CP Saragossa noch beim Duschen war. In der Sonne habe ich nicht geschwitzt. Sie kam nur selten länger als 10 Minuten (2-3 mal in der Stunde) raus und das nur nachmittgs bis jetzt. Aber Wind haben wir genug, nur den Surfern ist es immer noch zu wenig. Unterwegs entdeckten wir den Strand "Rena Maiore" mit schönen, aber sehr windigen Stellen zum Freistehen.
Deshalb haben wir uns hier in Palau auf dem CP "Saraceno" freiwillig in die 2. Reihe gesetzt und gucken nur schräg zwischen Busch und einem Womo auf's Meer. Aber das ist ganz interessant hier bei Palau im Norden. 20Km vorher hätten wir nach Korsica übersetzen können, es war jedenfalls sehr gut zu sehen.
Wie ihr merken könnt, habe ich doch wieder – und das am Platz mit Meeresrauschen – Internet.
Hier sitzen wir mitten zwischen riesigen Tafoni-Felsen und etliche davon sind im Meer vor uns.
Bayern, Schwaben und Badener umgeben uns. Ein Mainzer ist auch da. Paul hat mit Schwätzchenhalten viel zu tun.

liesje am 24 Mai 2013 17:11:05

Heute, am 23.5. stürmt es aus Osten, also mehr vom Land. Dabei scheint die Sonne und wärmt sogar, aber nur da, wo der Wind nicht so zu spüren ist.
Mittags setze ich mich in die Sonne und bin nach 2 Stunden völlig eingestaubt.
Paul muss das Vordach reinholen, auch die Stühle fliegen weg.
Schwimmen kann man hier nicht. Als wir es heute morgen probierten, stellten wir fest, dass wir hier an einem Nichtschwimmermeer sind. Dazu gibt es Seeigel und Feuerquallen. Nein,danke!
Zum Essen sind wir im Bus geblieben. Es wäre uns weggeflogen. Ist den Nachbarn passiert.

liesje am 02 Jun 2013 10:38:08

Es geht dem Ende zu mit unserer Fahrt in den Frühling, der für uns in Sardinien eigentlich ein Sommer hätte sein sollen.
Aber auch hier ist Schlechtwetter, nur, dass man es damit ganz gut aushält.
Weil ein CP extrem langweilig ist, wenn man nur im Bus sitzen kann, weil es draußen zu stark windet, haben wir am 24.5. zusammengepackt und sind erst mal auf Besichtigungstour und zu einer Wanderung aufgebrochen.
Eigentlich wollten wir mit den Rädern zum Capo d'Orso, zum Felsenbär. Aber der Wind treibt einen mit dem Rad oft mehr als einen Meter zur Seite. Mit Gegenlenken und Windpause gibt das wunderbare Schlangenlinien. Dazu die rasanten italienischen Autofahrer!!! Das musste nicht sein und unser Peterle hat uns sicher an den Berg gebracht, auf dem der Bär Ausschau hält. Oma-geeignet geht da ein Weg hinauf. Unterwegs immer wieder andere Felsgestalten. Oben landet man unter dem Hinterteil vom Bär und kann unter seinen Bauch, sind wir auch, aber mit Zittern, denn der Sturm jagte durch das Felstor zwischen Vorder- und Hinterbeinen. Dazu ist der Fels glatt und schräg. Wir haben es uns nicht nehmen lassen ein paar Sekunden da zu stehen und uns nicht wegblasen lassen.
Leider haben die Organisatoren den Weg so angelegt, dass man nie den ganzen Bären sieht.
Aber unterwegs war ein wunderbares Plakat mit einer Abbildung und das habe ich abfotografiert. So siehe man ihn im Ganzen.
Inzwischen hat es angefangen zu regnen.
Aber wir verfolgten unseren Plan weiter und fuhren zum Capo Testa. Dort wollten wir eine Wanderung ins „Valle della Luna“ (Mondtal) machen.
Noch vor dem Kap stürmte und regnete es.
Aber als wir - verbotenerweise – die Straße durch das Capo Testa fuhren, hörte es auf und die Sonne kam heraus. Super!
Die Wanderung fing ganz leicht an: ein breiter, gerader Weg. Dann kamen wir oberhalb vom Tal an und dann wurde es schon beschwerlich, aber wunderschön. Überall Felsen in den skurrilsten Formen, es fing mit De Gaul an, dann Hexen, Kröten, Dinos, ein Clown mit einem Papagei auf der Schulter.
Endlich unten standen wir vor zwei Riesenklötzen, die eindeutig bearbeitet waren – ein römischer Steinbruch.
Das Tal weitete sich und schon entdeckten wir Höhlen, die zum Teil noch von „Hippies“ bewohnt waren. In den 70ziger Jahren war hier das große Aussteiger- und Hippie-Treffen. Als der Müll zu sehr überhand nahm, haben die Carabinieres das Tal geräumt.
Nun gibt es nur vereinzelte Gestalten. Von was die leben – keine Ahnung!
Vor einer Höhle war ein Gefäß aufgestellt, um Geld zu erbetteln.
Es gibt eine Quelle und einen Backofen, der sicher noch gut funktioniert.
Das Tal öffnet sich zum Meer hin und wir mussten rechts hinauf und das war etwas zu viel für so zwei steifbeinige Rentner. Natürlich sind wir oben angekommen, aber ganz schön zerkratzt und fertig.
Direkt beim Auto gab es eine nette Kneipe. Da haben wir uns erholt.
Anschließend haben wir unseren – vermeintlich – letzten CP auf Sardinien angesteuert: „Insuledda“.
Gut sieht er ja aus, aber 29€ pro Nacht, das ist uns zu viel.
Am 26.5. war beinahe Windstille und die Sonne zeigte mal, was sie so drauf hat. Also Strandtag mit schwimmen.
Heute fing es erst auch gut an, Strand, schwimmen, Rad fahren, aber jetzt regnet es anständig.
Morgen machen wir einen Ausflug und wechseln 8km weiter unterhalb vom Bären gibt es einen etwas günstigeren Platz für uns.

Eigentlich wollten wir nicht weit fahren und stoppten schon nach ein paar km in Arzachena und bestiegen dort den „Pilz“, einen riesigen Tafoni-Felsen in Pilzform.
Etwas weiter besichtigten wir das Gigantengrab „Coddu vecciu“, das Letzte, was wir uns von den Nuraghiern anschauten.
Die schöne Tour durch die Berge der Gallura ging weiter zum Lago di Liscia, besser gesagt: in einem weiten Bogen drumherum. Leider kann man den See nicht ganz umrunden, an der Staumauer ist jeweils Schluss.
Die nächste besichtigungswürdige Attraktion wartete am anderen Ende der Umfahrung: Drei uralte Olivenbäume, der älteste hat 4500 Jahre „auf dem Buckel“, der zweite 2000 und der dritte „nur“ 1000! Der Stamm des ältesten Baumes hat unten einen Umfang von 12m und alle Bäume sehen gut und gesund aus.
Zurück fanden wir einen anderen Weg. In Luras stolperten wir über Dolmen. Es gab mehrere, aber uns hat einer gereicht. Eigentlich wollte ich ins Museum, weil dort eine Besonderheit gezeigt wird, passend zu einer meiner Lektüren, die wieder passend zu Sardinien: „Accabadora“ von Michela Murgia, einer Sardin aus Cabras. Es ist ein Hammer aus Olivenholz. Damit wurden Todkranke, die unter starken Schmerzen litten, vom Leben zum Tod befördert. Nur eine Frau durfte das tun, denn nur sie gab Leben und konnte es so nehmen. In den Bergregionen, in die kaum je ein Arzt kam und wo ein Transport eines Schwerkranken unmöglich war, wurde dies wohl noch bis in die Mitte des 20.Jahrhunderts praktiziert.
Aber das Museum hatte geschlossen und nur mit telefonischer Anmeldung geöffnet.
Weiter ging es an Lugosanto vorbei zurück nach Palau und weiter zum CP „Capo d' Orso“, wo wir uns auf dem riesigen leeren Platz direkt am Meer installierten. Dort schien es einigermaßen windgeschützt und wir genossen die Sonne bis zur letzten Minute.
Gut, dass wir die Räder dabei haben, die Sanitäranlagen sind elend weit weg.
Am nächsten Tag, dem 29.5. fing es wieder an zu winden. Trotzdem gingen wir schwimmen und es war ein Genuss.
Aber nach dem Frühstück schmissen wir schwere Sachen in den Bus und fuhren ihn grad 20m weiter, besser geschützt gegen den Wind. Den Rest, Räder, Stühle, Tisch trug ich rüber. Nun standen wir genau hinter der kleinen bewachsenen Düne des schönen Sandstrandes. Genau dort war es etwas windgeschützt und ich legte mich in den Sand und las in der warmen Sonne mein vorletztes Buch.
Hier ist leider „Bohnesupp“, kein Wifi, kein Restaurant weit und breit. Unser letzter Tag auf Sardinien ist angebrochen. Ein bisschen fröstelnd im Wind bin ich schwimmen gegangen. Mittags versuchte ich wieder am Strand zu lesen. Aber bald war ich völlig eingestaubt und mit Sand paniert. Im Schatten und im Wind hat es nur 16°. Ein Bisschen haben wir vom Wind die Nase voll und freuen uns auf morgen und die Fähre nach Livorno, die hoffentlich fährt.
Bevor wir starten, machen wir noch einen Abstecher nach Palau zum Camping „Saraceno“ mit freiem Wifi. Deren password kenne ich noch!
Vielleicht hat der Paul noch den Nerv und wir gucken mal kurz an der „Costa Smeralda“ vorbei, bei den Vornehmen und Reichen! Wenn er Lust hat!
Dann sind wir gleich in Golfo Aranci, wo 15.30 Uhr unsere Fähre nach Livorno ablegt.
In der Steiermark werden wir schon erwartet!

liesje am 05 Jun 2013 10:44:49

Mit der schnellen Durchquerung von Italien endet dieser Bericht.
Wir hatten bei der Planung nicht bedacht, dass am 31.5. auch Ferienende für die Bayern und Baden-Württemberger ist. Entsprechend voll war die Fähre und natürlich der Platz für Womos im Hafen.
Also fuhren wir einfach raus aus Livorno und fanden ca. 30 km weiter einen ruhigen Platz, natürlich neben einem Friedhof!
Wir hatten Sonne mitgebracht und die Fahrt durch Italien bis Kärnten war ein Klacks.
Da sind wir nun hier im Trockenen, hören seit 2 Monaten mal wieder deutsches Radio und staunen über das, was uns noch um München herum erwartet. Hochwassersperrungen!!!

womopark
  • Die neuesten 10 Themen
  •  
  • Die neuesten 10 Reiseberichte
  • Die neuesten 10 Stellplätze

Mit dem Womo nach Venedig
Padua Oldtimer- Messe
Alle Rechte vorbehalten ©2003 - 2018 AGB - Datenschutzerklaerung - Kontakt