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Italien - Sizilien 2013 1, 2, 3


shoe1 am 05 Mai 2013 20:03:07

Rundreise - Ostern 2013
22.03. - 02.04.2013
Tour: Kuchl - San Marino - Castel del Monte - Trulli de Alberobello - Taormina - Gola dell Alcantara - Etna - Siracusa - Portopalo di Capo - Agrigento (Tal der Tempel) - Porto Empedocle - San Vito lo Capo - Isola delle Femmine - Palermo - Pompeji - Greve - Kuchl (4876 km)

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Kurzvorstellung:
Rupert, 52 J jung
Von Beruf: Schuhmacher und Schuhhänderl
Hobby: Reisen (eh klar ...), Feuerwehr (eher Berufung als Hobby), Musik (Schlagwerker) ...
Daheim in Kuchl (Salzburg - Österreich)

Wie alles begann:
Alles sagten: Sizilien ist zu weit: Über 4500 km in 12 Tagen ist nur eine sinnlose Hetzerei - Sizilien ist zu gefährlich: Mafia und so - Sizilien ist zu dreckig: Überall liegt der Müll meterhoch herum - Nach Sizilien bei dem Verkehr: Da muss man ja Selbstmörder sein - usw. ...
Mein Freund und Reisegefährte sagte: Zu weit? Das schaffen wir schon, wenn wir es uns gut einteilen - Zu gefährlich? Vor wem oder was fürchten wir uns - Zu dreckig: Vorurteil oder nicht - das müssen wir uns ansehen - Verkehr: Entweder man kann Autofahren oder nicht. Wir können es ---
Also: Wir fahren zu Ostern nach Sizilien.
Ich sagte: Eigentlich hätte ich Korsika bevorzugt, aber wenn mein Reisegefährte Sizilien sagt, dann fahren wir eben nach Sizilien und so habe ich mir ein Büchlein gekauft, mich im Internet ausgiebig umgesehen und ein paar erfahrene Wohnmobilisten befragt und mich so auf Sizilien vorbereitet.
Sepp und Heidi sind dann leider nicht mitgefahren, weil es sich zeitlich nicht ausgegangen ist. Also sind Sonja (meine allerliebst Gattin), ich und unser neues Womo /(Chausson Flash 26) alleine losgezogen, um selbst zu erleben, wie denn nun Sizilien wirklich ist ...

Die Anfahrt:
Man glaubt es kaum - aber dieses Mal, ziemlich pünktlich - machen wir uns fluchtartig auf den Weg in den Süden. Warum fluchtartig? Ganz einfach: Der Wetterbericht hat für die Karwoche 2013 in unserer Gegend Schneefall und Minustemperaturen angesagt! Also, nichts wie ab in den Süden ...
... allerdings auch hier ein kleines Problem: Der Wetterbericht für Sizilien hat Mitte der Woche Regen und stürmischen Wind angesagt. Wir wären auch kurzfristig in eine andere Richtung gefahren, aber im Umkreis von 1000 km: Schnee, Regen, Sturm und Temperaturen um den Gefrierpunkt ...
Also doch nach Sizilien, immerhin werden Temperaturen von 10 - 15 ° C prognostiziert - Plus versteht sich. Meiner allerliebsten Reisegefährtin Sonja habe ich von den Sturmprognosen auf der größten Mittelmeerinsel nichts erzählt. Schauen wir mal wie es wird und dann kann man immer noch jammern ...

Wir verlassen die schneebedeckten Berge im Salzburgerischen Tennengau und kutschieren mit unserem neuen Wohnmobil der Marke Chausson Flash 26 auf der Tauernautobahn in Richtung Villach. Der Fiat-Ducato-Motor läuft ruhig und so gelangen wir ohne Probleme durch das Kanaltal in Friaul (Bundesstraße) auf den großen Stellplatz nach Spilimbergo, in der Nähe von Udine.

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Nach einem ausgiebigen Frühstück geht es nun weiter in die Republik San Marino. Da war ich noch nie - da möchte ich hin. Schon die Anfahrt auf den Monte Titano ist ein bisschen abenteuerlich: Teilweise ist die steile Straße abgerutscht - teilweise ist sie im Bau. Unser neues Womo und auch ich schaffen das locker und auch Susi hat die Sprache wieder gefunden. Wir stellen das Womo gegen eine Gebühr auf einem der vielen Parkplätze ab und begeben uns zum Teil mit einem Lift und zum anderen Teil zu Fuß auf den Berg ...

San Marino ist die älteste bestehende Republik der Welt und sie ist quasi von Italien umgeben. Für Statistiker: In diesem Kleinstaat leben laut Wikipedia 32471 Einwohner. Davon oben in der Hauptstadt - 4214 Einwohner. Ein bisschen mehr als die Hälfte davon sind Frauen. Einen Teil davon sehen wir bei unserem Spaziergang in den engen Gassen stehen. Mir kommt - ich weiß auch nicht warum - ein ähnliches Bild von der Reeperbahn in Hamburg in den Sinn. Hamburg hat zwar keine so netten, mittelalterlichen Gässchen wie San Marino und ist auch nicht auf einem Berg erbaut, aber auch dort stehen ein paar Damen an die Hausmauern gelehnt ...
In San Marino jedoch mit dem Zweck, uns potentielle Kunden in ihre Geschäfte zu locken (vielleicht ist der Unterschied gar nicht so groß?). Wir widerstehen schweren Herzens diesen Verlockungen, es ist doch sehr viel Ramsch zu sehen. Was auffällt, ist die Tatsache, dass außer ein paar ganz wichtige Polizisten nur sehr wenige einheimische Männer zu sehen sind. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO ist das schuldenfreie San Marino der Staat mit der höchsten Lebenserwartung für Männer - vielleicht sollte ich in diesen Kleinstaat ziehen?
Was gibt es noch zu sehen: Viele, viele Touristen, schöne Plätze und Kirchen, majestätische Burgen und einen wundervollen Ausblick bis nach Rimini ... aber sehen Sie selbst:
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Danach geht es weiter in Richtung Sizilien. Wir über nachten in Fossarcesia, wo ich zum ersten Mal die Zecherl in das Meer halte ..

Nach einer ruhigen Nacht kommt mir am nächsten Tag die literarische Erleuchtung:
"Man reist nicht nur, um anzukommen, sondern vor allem, um unterwegs zu sein"
Johann Wolfgang von Goethe

Oder anders gesagt: "Der Weg ist das Ziel" und so geht es heute am Palmsonntag mit Volldampf weiter in Richtung Sizilien.
Es war klar, dass als Palmesel (netter Brauch in unserer Heimat) nur die Sonja in Frage kam, nachdem ich in aller Früh einen Morgensparziergang unternehme.
Als erstes Zwischenziel steht Castel del Monte auf dem Programm: Wir parken unser Wohnmobil auf einer großen Wiese unterhalb des Hügels und zahlen dafür € 5,--. Dafür werden wir von einer netten Dame mit dem Shuttlebus zum Castel von Friedrich II. gefahren, dass ja eigentlich gar keine Burg sein soll, aber so genau weiß das anscheinend niemand ...

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Nach dem Mittagessen geht die Fahrt wieder entlang der Küste weiter, an Bari vorbei nach Alberobello. In dieser Gegend sind die sogenannten Trulli-Häuser (Einzahl: Trullo) wegen ihrer eigenwilligen Bauweise berühmt. Deren Errichtung begann im 17. Jhdt. um sich Steuern zu sparen. Für uns eine ausgezeichnete Gelegenheit, um uns die Füße zu vertreten, eine Kaffeepause einzulegen und die netten Häuser zu besichtigen.

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Gegen Abend durchqueren wir den unteren Teil des italienischen Stiefels und bis auf eine Polizeikontrolle passiert nichts Außergewöhnliches. Kurz nach 21:00 Uhr erreichen wir den Fährhafen Villa San Giovanni. Wir stellen uns da an, wo sich die anderen auch anstellen. Sonja löst ohne irgendwelche Italienisch-Kenntnisse fachmännisch das Ticket und befragt zugleich die umstehenden LKW-Fahrer nach der Abfahrtszeit: Es soll bald losgehen, der Busfahrer neben uns startet sein Fahrzeug und fährt zur Sicherheit um einige Zentimeter nach vorne. Es dauert doch einige Zeit und der anscheinend nervöse Nachbar bewegt seinen Bus alle paar Minuten in Richtung Abfahrt. Der Grund für die verzögerte Abfahrt ist, laut einem perfekt italienisch, sprechenden Fährangestellten, der stürmische Wind in der Straße (- quasi Meeresenge) von Messina. Als ich schon fast die Hoffnung aufgegeben habe und der Busfahrer fast schon eine ganze Fahrzeuglänge vor mir steht, geht es doch noch los. Von hektisch winkenden Arbeitern werden wir gegen 23:00 Uhr auf die Fähre gewunken. Es geht alles gut, ich stehe in der dritten Reihe und stelle meinen Motor ab - Denkste: Ein noch mehr hektisch winkender Arbeiter erklärt mir im perfekten Italienisch, dass ich zurück setzen muss - ganz zurück und dann an den Rand. Ich fluche auf "Kuchlerisch". Aber dank meiner neuen Rückwärtskamera, dank meiner nicht ganz neuen Gattin und dank des italienischen Arbeiters gelingt dies bemerkenswert gut. Wir laufen aus - eine Matrose schickt uns wegen dem Sturm in den sicheren Aufenthaltsraum an Deck. Ein letzter Blick auf unser Wohnmobil, auf die schwankende Fähre und die ebenso schwankenden LKW's erzeugt ein leicht mulmeliges Gefühl in mir.
Im ebenso schwankenden Aufenthaltsraum singt eine Gruppe italienischer Schulkinder das Lied aus dem Film: Untergang der Titanic. Mein mulmeliges Gefühl verstärkt sich zusehends ...

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Sizilien
Unsere erste Nacht in Sizilien verbringen wir in Taormina.
Die Parkplatzsituation in Taormina ist laut Reiseführer für Wohnmobile nicht gerade erfreulich. Aus diesem Grund fahren wir nach dem Frühstück in die naheliegende Ortschaft Letojanni (I-98037) und stellen unser Wohnmobil bei der Vigile del Fuogo (unseren Feuerwehrkollegen) in der Via Fiumara ab und spazieren zur Bushaltestelle an der Hauptstraße neben einem Hotelkomplex. Nach einer kurzen Busfahrt haben wir zusammen mit vielen Touristen den Hauptplatz von Taormina erreicht ...

Taormina soll eine der schönsten sizilianischen Städte sein, die schon zahlreiche Persönlichkeiten - unter ihnen Wolfgang Johann von Goethe, Kaiserin Elisabeth von Österreich, Jim Kerr von Simple Minds, Rupert, ein kleiner Schuhmacher aus Kuchl, usw. - besucht haben. Auf jeden Fall ist sie mit Abstand, die bei Touristen beliebteste Stadt Siziliens. Und das aus gutem Grund: Die Lage auf einem Felsen hoch über der Bucht von Naxos und dem Meer ist schon mal sehr beeindruckend, die Küste vor Taormina mit der kleinen Isola Bella, was soviel heißt wie schöne Insel, ist wie der Name eben sagt. Die Innenstadt Taorminas, mit ihren engen Gassen macht auf uns einen lieblichen Eindruck, mit sehenswerten Kirchen und vielen Plätzen, die einen herrlichen Ausblick auf das Mittelmeer und den Etna bieten (wenn er nicht gerade in den Wolken versinkt ...).



Wir verbringen einen wunderbaren Tag in Taormina, mit allem was dazu gehört: Spaziergang durch die engen Gassen und Geschäfte, Besichtigung der Sehenswürdigkeiten, Fahrt mit dem Bus nach Castelmola, das 521 Meter über dem Meer liegt und einen herrlichem Blick auf die Küste bietet, anschließend zu Fuß Rückweg auf dem Kreuzweg nach Taormina, italienische Köstlichkeiten und vieles mehr ...



Nach einer Fahrt durch die Berge erreichen wir Gola dell' Alcantara, eine Schlucht ähnlich wie bei uns in Österreich in der Salzachklamm oder die Lammeröfen, mit dem Unterschied, dass die bizarren Wände der Schlucht aus erkaltetem Lavagestein bestehen.


Die Wanderung durch die Schlucht tut uns trotz leichtem Nieselregen außerordentlich gut. Die Alcantaraschlucht ist wirklich sehenswert. Leider können wir wegen Hochwasser nicht direkt durch den Fluss wandern, aber es ist auch so schön.

Danach geht es gemütlich hoch in Richtung Etna.
Naja "gemütlich" ist vielleicht übertrieben: Die Nacht bricht herein, der Regen und der Wind nehmen stark zu und die Gegend wirkt einsam. Zuerst werden die Häuser weniger und die Besiedelung hört ganz auf, dann passieren wir auch die Baumgrenze. Ich suche einen Übernachtungsplatz und stelle unser Wohnmobil in einer Stichstraße, mitten in einem alten Lavastrom. Die Aussicht auf die Küste muss bei Sonnenschein und Tageslicht beachtlich sein - der Sturm ist es allemal. Alleine und verlassen stehen wir auf ca. 1500 Meter Höhe und unser Wohnmobil wird ordentlich vom Sturm hin und her geschaukelt. Eigentlich hatte ich heute schon genug Abenteuer und was ist, wenn der Regen in dieser Höhe in Schneefall übergeht und wir morgen mit unseren Sommerreifen im Schnee stehen? Also, vernünftig wie wir sind, fahren wir ein paar hundert Höhenmeter hinunter auf einen kleinen Parkplatz: Hier ist es ruhiger und so können wir nach diesem ereignisreichen und intensiven Tag erschöpft in's Bett fallen ...



Nächster Teil folgt bald ...
lg
Rupert

shoe1 am 06 Mai 2013 08:58:22

So nun geht es weiter:

Relaxen an der Westküste:
Man kann es fast nicht glauben, aber wir wollen nach den vielen Sehenswürdigkeiten auf unserer Entdeckungsreise auch einmal ausspannen und genau das haben wir uns für die nächsten zwei Tage vorgenommen. Ich bin ja sowieso der Meinung, dass man in einem Urlaub nicht das ganze Land sehen kann. Da würde man schon eher zwei Monate benötigen und selbst dann, sieht man nicht alles. Mit dieser Grundeinstellung auf unseren Reisen nehme ich auch relative gelassen zur Kenntnis, dass ich die eine oder andere Sehenswürdigkeit vielleicht ein anderes Mal sehen werde und wenn nicht - dann eben nicht ...



Unser Stellplatz und der Strand von Realmonte bieten sich zum Relaxen optimal an. Also spaziere ich am Morgen gemütlich den Strand entlang und entdecke nach einem guten Kilometer einen herrlich weißen Kalkfelsen. Nach dem Frühstück wandern Sonja und ich noch einmal gemeinsam zu dem eigenartigen Felsen. Naja "wandern" und "gemeinsam" ist vielleicht etwas übertrieben. Während ich voll Stolz über meine Entdeckung eiligen Schrittes voran eile, kann man das von Sonja nicht behaupten. Sie will laut ihren Aussagen zwar auch den Felsen sehen - aber das sind zuerst einmal die vielen Muscheln am Strand und die gehören begutachtet, sortiert und gesammelt, sagt Sonja. Ich finde Muscheln auch nett und würde eventuell so eine handtellergroße und extraschöne Muschel auch behalten, aber diese vielen hundert kleinen Muscheln? Man muss ja nicht immer der gleichen Meinung sein wie die beste Ehefrau von allen und so dauert unser Spaziergang für meine Begriffe eine halbe Ewigkeit. Schließlich erreichen wir doch den weißen Kalkfelsen, der von den Einheimischen (wir treffen zwei nette, redselige Sizilianer) "Scala dei Turchi" - die "Türkenstiege" genannt wird, weil hier nach einer alten Legende, früher sarazenische Piraten an Land gegangen sind ...



Ein befreundeter Salzburger Wohnmobilist hat mir den Tipp gegeben, ein deutsches Aussteigerpaar zu besuchen und genau da wollen wir nun nach dem Mittagessen am Strand hin. Zuerst entdecken wir aber noch in der Nähe Montallegro ein großes sizilianisches Weingut mit hervorragenden Produkten.
Anschließend besuchen wir Lisa und Manfred, die uns sehr gastfreundlich zu einem typischen sizilianischen Kaffee und Kuchen einladen. Auf ihren früheren Wohnmobilreisen sind sie auch öfters nach Sizilien gekommen und sie haben sich hier vor 10 Jahren einen Grund mit Oliven- und Orangenbäumen gekauft. Nun verkaufen sie ihre Produkte an immer willkommene Gäste. Nach vielen Geschichten von Manfred, Lisa, Tochter und Enkeltochter (die auf Besuch sind) und nach ein paar Zeilen in das Gästebuch, brechen wir am Nachmittag voll gepackt mit Olivenöl wieder auf, um in den Norden der Insel zu gelangen ...



Nach dem wir schon am südlichen Cap (Portopalo di Capo Passero) waren, wollen wir nun auch an die nördliche Spitze Siziliens - In die Gegend von Capo San Vito. Wir folgen wieder einem Tipp von dem "lockeren Typen" aus Salzburg, dem wir dafür hiermit ganz herzlich danken und schlagen im Naturreservat "Riserva Monte Confano" unsere Zelte auf, bzw. stellen unser Wohnmobil ganz einsam am wunderschönen Strand ab.



Um den 659 Meter hohen Monte Cofano führt ein wunderbarer Wanderweg, für den vier Stunden veranschlagt sind. Der Weg führt entlang der Küste (die frührer durch den Thunfischfang berühmt war) und anschließend am Berg entlang wieder retour.
Wir begeben uns auf eine vierstündige Rundwanderung um den Monte Cofano mit einem herrlichen Ausblick auf den Golf von Cofano und auf interessante Steinformationen. Orchideen, Zwergpalmen, Scheinkrokus und viele andere Blumen verbreiten den Duft Siziliens. Hoch oben in den Felsen versuchen junge Albatrosse ihre ersten Flugversuche und eine herrliche Bucht lädt zum Abkühlen ein ....






Wandern, baden, relaxen und faulenzen - und ein leichter Sonnenbrand ...

irgendwann müssen wir wieder weiter in Richtung Palermo. Nach einer kurzen Fahrt treffen wir am Campingplatz "La Playa" ein und erleben in Isola delle Femmine (Insel der Frauen) einen, an Röte kaum zu überbietenden Sonnenuntergang ....

Nächster Teil folgt in Kürze ..
Bis dahin
lg
Rupert

shoe1 am 06 Mai 2013 15:05:21

Heute steht die Hauptstadt Siziliens auf dem Programm. Die perfekt deutsch sprechende Chefin des Campingplatzes - Daniela - wies uns am Vorabend in die Besonderheiten ein: In Palermo findet zwar nicht mehr jeden Tag ein Mord statt, auf seine Wertsachen sollte man allerdings doch aufpassen ...
Die Karten (€ 4,50 pro Person) werden schon in der Campingplatzrezeption gekauft, also steht der Zugfahrt nichts mehr im Wege. Mit einem netten, älteren Ehepaar aus Deutschland treten wir gemeinsam die Reise an.

Im Zentrum lassen wir das fast schon orientalische Flair von Palermo auf uns wirken: Eine Fülle von barocken und sonstigen Sehenswürdigkeiten (Quattro Canti, Piazza Pretoria, Normannenpalast, Parlament, Capella Palantia, Porta Nuovo, Cathedrale di Palermo, usw.) erwecken unseren Entdeckersinn.


Wir stürzen uns im wahrsten Sinne des Wortes in den atemberaubenden Markt von La Vucciria: "Genuss mit Geschrei" heißt hier die Devise. Hier merkt man, dass "Palermo fast in Afrika liegt" und die verschiedenen Kulturen auf einander treffen. Lauthals preisen die schreienden und singenden Händler ihre köstlichen Waren an und die Augen fassen kaum die Vielfalt von allen, nur vorstellbaren Meerestieren, von Fleisch in Hülle und Fülle und von Obst und Gemüse in so unterschiedlichen Farben und Geschmacksrichtungen, dass man aus dem Staunen nicht mehr heraus kommt ...


Die Farben hingegen im "Convento dei Cappuccini" gehen über verschiedene Grau- und Schwarztöne kaum hinaus. In den Katakomben dieses Kapuzinerklosters werden an die 5000 mumifizierten Leichen aus den Jahren 1600 bis 1800 sitzend, liegend und hängend ausgestellt. Sie dienten früher als Mahnmal für die Mönche, die sich auf das Sterben vorbereiten sollten und jetzt - böse gesagt: als Tourismusattraktion. Wenn man gute Nerven hat - absolut sehenswert.

Richtig schön wird es dann wieder in der naheliegenden Stadt Monreale. Hier auf dem Hügel hat man einen wunderbaren Bick auf Palermo und der örtliche, prunkvolle Dom ist weltbekannt.


Nach dem wir den ganzen Tag von Langfingern und Dieben verschont geblieben sind, kommen wir bei der Heimfahrt mit dem Zug fast selber noch mit dem Gesetz in Konflikt: Sonja hat nämlich vergessen, die Zugkarten vor Antritt der Fahrt am Bahnsteig zu entwerten. Der mürrische Kontrolleur lässt nach einigen Diskussionen aber Gnade vor Recht ergehen, bevor wir todmüde in unser Womobett am Campinglatz fallen ...

Am nächsten Tag soll es schön langsam wieder in Richtung Heimat gehen - ist ja noch ein weiter Weg. Eine Sache wäre da noch ...
Mich wurmt noch immer, dass wir bei unserem Besuch am Etna so schlechtes Wetter hatten und ich deshalb kein vernünftiges Foto von dem Vulkan zusammen brachte. Manche mögen das als komisch bezeichnen, aber wer mich kennt weiß, dass mich das ärgert und Ärger soll man ja bekanntlich vermeiden, weil der auf das Gemüt schlagen kann. Also kam mir der etwas eigentümliche Gedanke, einen kleinen Umweg von ca. 100 km zu machen und auf gut Glück (man weiß ja bei dem über 3300 Meter hohen Berg nie ...) versuchen, ein annehmbares Bild zu schießen. Meine aller-allerliebste Ehefrau von allen hat Verständnis für mich (juchhuuuuuu) und sagt, dass bei fast 5000 km der Umweg von lächerlichen 100 km ein Klacks sei. Also auf - noch einmal nach Taormina, wo ich - ansonsten ein äußerst gesetzestreuer Bürger - ein Fahrverbot, ein Park- und Halteverbot und einen wild gestikulierenden Parkwächter missachte und dank der Mithilfe meiner allerliebsten (aber das erwähnte ich schon ...) Sonja doch noch ein paar befriedigende Bilder von der Isola Bella und vom Etna, der drei Tage nach unserem ersten Besuch wieder einen Ausstoß hatte, schießen konnte ...



Mit den Bildern des Vulkan's im Gebäck geht es mit der Fähre - dieses Mal relativ ruhig - zurück auf das Festland. Auf der Heimfahrt kommt noch ein kurzer Abstecher nach Pompeji dazu. Gefällt uns aber wegen der Touristenmassen nicht ganz so ...

So geht der Weg weiter über Rom zu unserem nächsten Übernachtungsplatz: Greve in der Toskana, mit dem es eine, für uns, besondere Bewandtnis hat: Bei unserer Norditalienreise 2010 sollte dies der erste Stellplatz in der Toskana sein. In Greve angekommen, mussten unsere Freunde und wir leider bemerken, dass die Servoleitung defekt war. In Folge dessen standen wir 3 Tage bei einem Mechaniker in der Nähe von Florenz vor der Tür, während unsere Freunde die toskanische Landschaft genossen ,-))
Dieses Mal wollen wir ohne Defekt das Versäumte nachholen und genießen nun einen großen Bauernmarkt mit ausgiebigen Einkauf in der Altstadt und ein köstliches Essen. Es regnet zwar - es ist aber trotzdem schön und wie als Entschädigung begrüßt uns nach dem Abendessen ein leuchtender Regenbogen beim Stellplatz ...



Nach dem Zwischenstopp in der Toskana empfängt uns am Brenner und neben der Autobahn im "großen deutschen Eck" wieder eine Schneedecke. Kein sympathischer Anblick nach den wunderschönen Tagen auf Sizilien, die uns sicherlich positiv in Erinnerung bleiben.
--------------------------------------------------------
Ich hoffe, dass ihr an der "Mitreise" gefallen finden konntet. Ein bisschen mehr Bilder und (noch mehr) Text gibt es auf unserer Reiseberichtseite.
Herzlichen Dank für's Mitlesen
lg
Rupert

silverghost am 09 Mai 2013 16:13:24

hallo,
HABE MIT INTERESSE EUREN BERICHT ÜBER SIZILIEN GELESEN.
MÖCHTE MICH ALLEM ANSCHLIESSEN.... WIR WAREN JA AUCH DORT UND SIND SEIT LETZTEN FREITAG WIEDER ZU HAUSE.
DAS WETTER...WIR HATTEN INSGESAMT 2 REGENTAGE IN 5 WOCHEN...WAR NICHT ZU ÜBERBIETEN UND DIE BLÜTENPRACHT EINMALIG.
LEIDER HABEN WIR UNS NICHT GESEHEN OBWOHL ICH IMMER NACH EUREM KENNZEICHEN AUSSCHAU GEHALTEN HABE.
WIR SIND ALLERDINGS DIE ANDERE RICHTUNG GEFAHREN UND HATTEN AUF CAPO MILAZZO UNSEN STOPP.
GRÜSSE
GERT

silverghost am 09 Mai 2013 16:44:33

UND NOCH EIN PAAR FOTOS.....





hanton am 09 Mai 2013 17:04:42

Hallo Rubert,

wunderschöne Aufnahmen und prima beschrieben! Wo hast Du bitte die kleine Bucht fotografiert in dem hufeisenförmigen Fels?

lg
hanton

silverghost am 09 Mai 2013 17:09:54

BLÜTENPRACHT IM APRIL AUF SIZILIEN






silverghost am 09 Mai 2013 17:34:37

PARCO NAZIONALE DEL GARGANO, RAGUSA,MATERA,CASTEL DEL MONTE








silverghost am 10 Mai 2013 11:28:49

Hallo Rupert,
habe heute meine fotos etwas sortiert...
nachdem wir etwas mehr
Glück mit dem Wetter am Ätna hatten, einige Fotos vom Ausbruch !!!!!
grüsse
Gert






shoe1 am 12 Mai 2013 21:41:40

Hallo Gert,
Super-Fotos - Gratuliere!

Wie hat es euch gefallen?

lg Rupert

silverghost am 12 Mai 2013 21:53:19

Hallo Rupert ,
Es hat uns sehr gut gefallen.
Die Natur Tat ein Übriges dazu, ebenfalls kulturhistorisch ein Wahnsinn.
Am besten haben mir die bergstädtchen gefallen.
Es war ein toller Frühling.
Jetzt planen wir im Juni/Juli Schweden.

Gert

shoe1 am 17 Mai 2013 21:24:16

silverghost hat geschrieben:Hallo Rupert ,
Es hat uns sehr gut gefallen.
Die Natur Tat ein Übriges dazu, ebenfalls kulturhistorisch ein Wahnsinn.
Am besten haben mir die bergstädtchen gefallen.
Es war ein toller Frühling.
Jetzt planen wir im Juni/Juli Schweden.

Gert


Hallo Gert,
wir haben Gefallen an den Mittelmeerinseln gefunden und wollen im Juli nach Korsika, aber das ist eine andere Geschichte bzw. ein anderer Reisebericht ...

lg
Rupert

silverghost am 18 Mai 2013 15:55:24

Hallo Rupert,
dann viel spass auf Korsika .
grüsse
gert

waldfee am 23 Mai 2013 22:00:55

Hallo,

vielen Dank für den schönen Bericht und die tollen Bilder. Auch wir waren auf Sizilien und sind vor ein paar Tagen zurückgekommen. Wir sind begeistert von der Insel. Es war ein toller Urlaub. Ich würde am liebsten sofort wieder nach dort starten!

Viele
Sigrid

shoe1 am 25 Mai 2013 11:08:07

waldfee hat geschrieben:Hallo,

vielen Dank für den schönen Bericht und die tollen Bilder. Auch wir waren auf Sizilien und sind vor ein paar Tagen zurückgekommen. Wir sind begeistert von der Insel. Es war ein toller Urlaub. Ich würde am liebsten sofort wieder nach dort starten!

Viele
Sigrid


Hallo Sigrid,
Danke für's Lob - freut mich sehr. Wiel lange seid ihr auf Sizilien gewesen und welche Tour habt ihr unternommen?
Und das mit dem sofort wieder starten -kann ich nach vollziehen - mir geht es immer genauso, aber nach der Tour ist ja bekanntlich schon wieder vor der nächsten Tour ...
lg
Rupert

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