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Norwegen: Lofoten und Fjordland


Engis am 09 Jul 2013 14:42:30

Vorfreude, so sagt man, sei die schönste Freude.

Ich will nicht hoffen, dass das wirklich stimmt, denn dann wäre der Urlaub quasi schon vorbei. Die letzten Tage sitze ich im Büro immer wieder einmal vor den Webcam-Bildern des Geiranger-Fjords oder der Lofoten und kann mich gar nicht satt sehen. --> Link

Endlich geht es wieder los. Noch einmal auf die Lofoten.

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Vor zwanzig Jahren waren wir schon einmal dort, jetzt sind meine Töchter fast erwachsen und wir möchten gemeinsam mit ihnen die Schönheiten Norwegens erfahren.
Das Wetter könnte in Deutschland nicht schöner sein, doch in Nordnorwegen hat es derzeit nur 10 Grad und ein Sturmtief rast über das Land. Nach dem es zuhause die vergangenen Monate eigentlich nur regnerisch und kalt war, hatten wir die Hoffnung, ein wenig Sommer zu erwischen. Aber danach sieht es erst einmal nicht aus. Egal. Es kommt, wie es kommt und wir werden wieder das Beste daraus machen.

Hoffentlich kommen wir dieses Jahr Unfall- und Pannenfrei wieder nach Hause. Vergangenes Jahr platzt uns am Wohnwagen ein Reifen im Tunnel in Österreich auf der Heimfahrt von Kroatien. Im Jahr davor beendete fast ein Motorbrand die Reise durch die Toskana. Der Kompressor der Klimaanlage hatte sich fest gefressen.
So hege ich einige Befürchtungen und lese die Motorschadenberichte bei Ford Transits einfach nicht mehr, sonst würde ich vielleicht gar nicht mehr los fahren.

Unser Euramobil Profila 580 LS ist vollgeladen, das Kajak auf dem Dach verstaut, die Kletterausrüstung sortiert und die Fotoausrüstung verstaut. Ein paar Kleinigkeiten fehlen noch, dann können wir los fahren. Zuerst geht es noch auf eine Waage. Mit unseren 3,5t bei vier Reisenden wird es verdammt knapp werden.
Die letzten Wochen haben wir optimiert und aussortiert und am Ende sogar die Anhängerkupplung abgebaut: 41 kg können wir besser in Form von Bier und Fressalien mitnehmen.

Die Reise wird uns von Frankfurt nach Travemünde führen, dann mit der Fähre nach Trelleborg und als erstes Ziel wollen wir Vaxjo ansteuern. Dort spielt am Donnerstag die deutsche Nationalmannschaft gegen Holland. Gemeint ist die Frauen Fußball-EM. Und da meine Töchter Fußball spielen, nutzen wir die Gelegenheit Deutschland direkt vor Ort anzufeuern.

Die Strecke führt uns dann auf dem schnellsten Weg zwischen den großen Seen hindurch nach Mora und dann auf der größten Tagesetappe nach Bodo. Vor zwanzig Jahren war diese Strecke schon lang und die 1070 km werden sicherlich nicht weniger geworden sein. Von Bodo geht es dann mit der Fähre auf die Lofoten. Dort wollen wir klettern, Kajaken, wandern und auf den Vesteralen den Pottwalen zuschauen.

Über Mo i Rana geht es nach Trondheim und dann über die Adlerstraße zum Geiranger. Etliche Abstecher haben wir eingeplant: Briksdalbreen und Hardangervidda, bis wir nach Bergen kommen werden. Unbedingt wollen wir dieses ja zum Torghattan und auf jeden Fall wieder auf den Preikestolen.

Über Oslo und die schwedischen Schären geht es wieder nach Trelleborg und dann nach Hause.

Rund 8500km und dreieinhalb Wochen liegen vor uns. Wenn die verdammte Arbeit nicht wäre, könnte man die Tour auf drei Monate strecken, ohne sich zu langweilen.

So müssen wir im August wieder arbeiten und dementsprechend wird die eine oder andere Sehenswürdigkeit wohl ausfallen müssen.

Wann immer ich online bin, werde ich hier über unsere Tour berichten.

Engis am 10 Jul 2013 20:45:37

Tag 1: Ahrensburg

Unterwegs nach Travemünde
Es ist immer wieder erstaunlich, was man noch alles findet und wahrscheinlich unbedingt brauchen wird im Urlaub. Am Ende werden wieder dutzende Sachen ausgeladen werden, die wir nicht einmal benutzt haben. So machen wir uns um 11 Uhr auf den Weg.
Ein Abstecher auf die hiesige Waage bringt dann zumindest Beruhigung. Alles innerhalb der Toleranz. Randvoll, aber ok. Noch den Luftdruck kontrolliert und nun geht es wirklich los.

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In den Kasseler Bergen erwischt es uns dann doch wieder: Die Motorkontrollleuchte leuchtet und der Waagen geht ins Notprogramm. Weder die AGR-Reinigung, noch das Lösen des Turbos hat den Fehler also beseitigt. Natürlich hatte ich mehrere Probefahrten absolviert und der Fehler war nicht mehr aufgetreten. Nun ist er also wieder da.
Während der Fahrt kurz den Motor aus und wieder angeworfen und der Fehler ist weg, der Wagen fährt wieder normal. Egal was ich versuche, ich kann den Fehler nicht provozieren. Mal kommt er unter Volllast am Berg, das nächste Mal aber wieder nicht. Dann schon bei einer kleinen Steigung, einmal sogar auf Ebener Strecke bei viel Seitenwind.

In Hannover telefonieren wir mit der Werkstatt und der Mann gibt insoweit Entwarnumg, dass dem Motor nichts passieren kann. Ärgerlich, aber kein echtes Problem. Wir entscheiden uns weiter zu fahren.

In Ahrensburg gehen wir einkaufen und schauen uns das schöne Schloss an.
Am Marstall stehen wir nun und schauen uns die Eröffnungsspiele der Frauen-EM in Schweden an. Später werden wir zur Fähre fahren und uns schon einmal anstellen.
Jetzt ist langsam Urlaub!

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Schloss Ahrensburg

Engis am 12 Jul 2013 00:20:40

Norwegen 2013: Tag 2 - Travemünde Växjo und ein überraschendes EM-Spiel

Am morgen in der Nähe von Ivendorf direkt an einer Kuhweide zu frühstücken und sich die Sonne auf den Pelz brennen lassen.
So kann es weitergehen.
In der Nacht noch wir an das Skandinavienkai gegen, Doch tomtom hat uns am das falsche Ende geschickt. So standen wir wir vor einem Zaun und kamen nicht weiter. Mit Navigon wissen wir dann richtig geführt und fanden einen netten Stellplatz.

Das einschiffen war unproblematisch und neu der Abfahrt der Nils Holgerson saßen wir bei traumhaften Wetter an Deck in der Sonne und sagen am Timmendorfer Strand Deutschland auf Wiedersehen.
Langsam kehrte Ruhe ein und mir wurde wieder klar, warum es so schön ist, mit einer Fähre nach Skandinavien statt auf dem Landweg zu fahren:
Man hat sieben lange Stunden Ruhe!
Loslassen. Abschalten.
Internet ist ausgeschaltet. Keine Mails mehr.
Die Welt dreht sich ohne und weiter.
Da wir wie immer unter der Woche in den Urlaub starten, ist das Schiff nicht voll. Ich möchte nicht hier an einem Wochende sein, wenn alles voll besetzt ist. Und da wir in einer Aktionswoche buchten, war die Kabine im Preis dabei. Duschen, schlafen. Einfach Pause machen. Wie schön ist das.

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Die Überfahrt endete tiefenentspannt und wir freuten uns auf Schweden, doch unser Zeitplan trieb uns voran: Um 20:30 h sollte das Spiel in Vaxjo angepfiffen werden und ich fuhr was das Zeug hielt. Natürlich nur so schnell, wie es in Schweden erlaubt war, eine empfindliche Strafe wollte ich auf keinen Fall riskieren. Und tatsächlich, wir kamen am Stadion um 20:32h in Vaxjo an.

Leider zeigte die Kassen schon von weitem sichtbar: Ausverkauft.

Schade, wäre schön gewesen. Aber die „Partymeile“ in der Innenstadt hatte ich schon zuhause durch die Webcam gesehen. Feiern wir eben dort.

Nach einer Odyssee durch die sehenswerte Einkaufsmeile kamen wir dann am Marktplatz an. Gespielt waren nun 20 Minuten. Mit Erstaunen stellten wir fest, dass niemand, aber auch niemand dort war! Und auch kein Fernseher oder eine Großbildleinwand das Spiel übertrug. Ein Ordner erklärte uns dann, dass die Uefa das Public Viewing verboten habe. Frustriert kehrten wir zum Auto zurück und schauten zumindest noch die letzten 15 Minuten der ersten Halbzeit. Am schlimmsten war es zu sehen, dass um Stadion etliche Plätze leer waren. Das kann doch nicht sein. Von wegen „Ausverkauft“.

Also fuhren wir in der Halbzeitpause die kurze Strecke zum Stadion und Nadja versuchte noch einmal ihr Glück an der Kasse. Und siehe da, ein hohes Tier kam angeschwebt und schenkte ihr vier Karten auf der den Kameras gegenüberliegende Seite. Man wollte offenbar die Lücken schließen.

Uns konnte es egal sein. Ich parkte das Wohnmobil rasch direkt vorm Stadion. Das wäre in Deutschland absolut unmöglich gewesen. Aber keinerlei Ordner waren mehr zu sehen. Und dann rannten wir zu unseren Plätzen, um tatsächlich das erste Spiel der Deutschen Frauen gegen Holland LIVE IM STADION anzuschauen. Es endete zwar unentschieden, aber wir waren glücklich für diesen gelungenen Start unseres Urlaubs.

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Überraschung: Wir sind im EM-Stadion in Växjo

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Engis am 12 Jul 2013 22:54:30

Tag 3: Von Växjö nach Mora

3. Tag
Gegen morgen, noch im Halbschlaf, müsste ich grinsen: Was uns alles so passiert. Da kommen wir doch tatsächlich noch bei der EM ins Stadion.
Solchermaßen gut gelaunt haben wir gefrühstückt und den Tag begrüßt. Heute soll es bis Mora gehen. Mora am Siljansee ist das schwedische Urlaubsparadies. Neben unzähligen Fischerhütten findet man im Wald überall Jagdhütten und wer nicht jagt und fischt, flaniert am Ufer des rostroten Sees. Stellenweise ist das Wasser tiefschwarz und zusammen mit der tiefstehenden Sonne, dem satten Grün der Inseln prägte sich uns vor Jahren das Bild dieser Landschaft unwiederbringlich ein.

In Schweden gibt es Autobahnen mit Tempo 110. Was einem rasch auffällt: keiner rast und es geht alles sehr entspannt zu. Und weil keiner rast und drängelt, gibt es keine Stauungen. Allemal zähflüssiger Verkehr. Das liegt natürlich auch an der Verkehrsdichte. Denn je weiter wir in den Norden kommen, desto weniger Mitreisende gibt es.
Richtung Skövde kommen wir rasch auf die größeren Landstraßen, auf denen man 90 km/h fahren darf. Diese Straßen sind breiter und wenn einmal nur 80 erlaubt sind, kommt einem das ungebührlich langsam vor. Später vor Mora, werden die Straßen noch schmaler und da sind manchmal 90 ziemlich rasant und 80 noch schnell. So kann sich die Wahrnehmung ändern.
Auf jeden Fall muss man in Schweden von seinen in Deutschland gewöhnten Reisleistungen Abschied nehmen. Für 100 km braucht man 1,20 Stunden. Wenn es gut geht. Es können auch 1,40 werden.
Nach Skövde kommen wir an einer Kirche vorbei und ich halte spontan. Denn schon vor 20 Jahren hat mir gefallen, dass die Gräber nur mit Grabsteinen bestückt sind und dazwischen einfach Rasen wächst, der gut gepflegt und sattgrün ist. So möchte ich einmal begraben werden.
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Mittagspause machen wir mitten im Wald!
Am Götakanal steht die Straße plötzlich vor uns senkrecht. Erst raffe ich gar nicht, was da passiert, bis mir klar ist, dass der Kanal hier ist und gerade ein Schiff durch fährt. Das können wir uns nicht entgehen lassen und schauen der „Marianne“ beim schleußen zu.
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Gibt es etwas Schöneres als naturnaher Wald, mit Moosteppichen und Elfen und Zwergen, die an jeder Ecke um die Steine schauen? Die Sonne wirft ein zauberhaftes Licht durch die Äste und wir genießen eine ruhige Stunde.
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Zwischen dem Vännern und Vättern fahren wir an vielen kleinen Seen vorbei. Die Kinder meutern langsam. Seit Stunden fahren wir im Auto. Ich möchte aber eigentlich rasch zum Siljansee und vielleicht dort noch baden.
Aber irgendwann fahren wir an einen so einladenden See vorbei und finde sogar eine schmale Einfahrt, dass ich gar nicht anders kann. Bei 25 Grad und strahlendem Sonnenschein stürzen wir uns in den überraschend warmen See. Wären nicht Schwärme von Bremsen gewesen, hätten wir uns sicherlich noch auf die Steine zum sonnenbaden gelegt. So hatten wir einen guten Grund nach einer Kaffeepause weiter zu fahren.
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In Mora fanden wir dann unseren alten Campingplatz nicht mehr und sind am Ende bei Mora Parkens Camping hängen geblieben. Eine gute Entscheidung. Für 25 Euro haben wir einen tollen Stellplatz und können noch eine Runde mit dem Kajak drehen. Morgen schauen wir uns dann Mora an, bevor es weiter geht.
Gefahrene Kilometer: 560 km – Diesel Preis: 14,23
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Da mir der Computer gleich wegen fehlendem Acku abschmiert, bitte ich die anderen Bilder auf meiner Webseite anzuschauen

Engis am 14 Jul 2013 23:26:44

Da ich den Foreneigenen Bilderdienst nicht benutzen kann (meine Unfähigkeit)
beende ich den Bericht an dieser Stelle und führe ihn nur noch auf meine Webseite weiter.
Habe ich leider eben erst gelesen, dass ich das machen muss um nicht wieder gegen die hiesigen Regeln zu verstoßen.


Engis

Engis am 03 Aug 2013 08:51:27

Sind nun wieder zurück aus Skandinavien und habe gerade den Bericht für den 26. Tag geschrieben. Stehen nun am Timmendorfer Strand und lassen uns die ganze Reise noch einmal durch den Kopf gehen. Es waren tolle Augenblicke dabei aber auch sehr anstrengende Passagen.
Natürlich waren die Wale in Andenes ein Highlight oder die Trolltunga oder die Kajaktour durch die Schären.
Für all die Ideen, die uns begleiteten, hätten wir noch einmal zwei Wochen länger gebraucht. Oder besser zwei Montae länger.
Aber das geht manchmal nicht.

Viele
Jürgen

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