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Renault Master Umbau "Bussi Deluxe" 1, 2, 3


Cheesus am 29 Nov 2013 00:19:23

Hallo zusammen,

ich wollte mich noch mal bei allen bedanken, die mir Tipps für den Umbau meines Renault Master gegeben haben. Als kleines Dankeschön hier der Bericht über den Umbau vom 9-Sitzer Bus zum Wohnmobil:

Fahrzeugwahl:

Irgendwie waren wir 2013 dem Campingbusthema verfallen. Da uns ein Wohnmobil zu teuer war sollten wir stattdessen lieber einen Kastenwagen selbst umbauen. Ein passendes Fahrzeug war bald gefunden:
Ein Renault Master Baujahr 2008 mit knapp 200.000 km für 6000,- EUR.
Der Wagen hatte verschiedene Vorzüge, die ihn interessant machten:
- Scheiben ringsherum
- Scheiben vedunkelt
- Tempomat
- 146 PS
- grüne Plakette
- geringer Verbrauch (ca. 10 l)
- Innen bereits verkleidet
- angenehme Farbe (kein weiss!)
- angenehmer Preis

Ich schlug also zu und begann mit dem Ausbau.

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Cheesus am 29 Nov 2013 00:27:52

Boden

Als erstes ging es an die Bodenplatte. Verwendet wurde eine 18 mm dicke OSB Platte. Eine Isolierung konnte ich leider nicht mehr unterbringen, da sonst die Sitze nicht mehr "eingeschnappt" wären.

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Darauf kam ein grauer Teppichboden. Wir entschieden uns für Teppich, weil das mit nackten Füßen angenehmer ist.
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Cheesus am 29 Nov 2013 00:40:07

Planung

Wir wollten weder eine Dusche noch ein Porta Potti einbauen. Uns war nur eines wichtig: ein großes bequemes Bett!
Da der Renault Master innen nur ca. 175 cm breit ist schied ein quer eingebautes Bett aus: zu kurz! Stattdessen plante ich das Bett längs einzubauen und als Sitzgruppe für die komplette Familie umbauen zu können.

Die Standardmäßig eingebauten Sitze hinten gaben mir ebenfalls ein gewisses Maß vor, an das ich mich zu halten hatte.
Heraus kam diese Planung:
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Mit Strom wollte ich mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht befassen. Stattdessen plante ich den Einbau so, dass er leicht wieder zu entfernen war. Die Bettkästen (gelb) bestehen aus 3 Teilen und sind nur mit 4 Schrauben im Boden befestigt. Der Küchenblock (blau) ebenfalls. Nur die Hochschränke (grün) sind etwas aufwändiger verschraubt.
Was man auf dem Plan ebenfalls gut erkennt: die Aufteilung der Matratzenstücke.

Cheesus am 29 Nov 2013 00:59:02

Der Bettkasten

Der Bettkasten wurde aus Dachlatten gefertigt und mit Pappelsperrholz verkleidet. Als Deckel wurden OSB-Platten verwendet. Diese sind jeweils hinten miete einem Scharnier angeschlagen, so dass sie von vorne aufgeklappt werden können.
Zu Anfang hatte ich die Scharniere noch seitlich angeschlagen, das hatte sich allerdings als wenig praxistauglich erwiesen, weil die Polster sich beim Öffnen immer mit den Seitenwänden verkeilt haben.

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Auf diese Weise hat man 2 Kisten, die von innen erreichbar sind sowie einen Staudamm, der von hinten bedient werden kann. Die Strebe in der Mitte habe ich mittlerweile klappbar gemacht, damit man auch größere Gegenstände gut rein und raus kriegt.

Gepolstert wurde das Bett mit einer Ortho-Relax-Matratze vom Aldi (70,- EUR), die wir zurecht geschnitten haben. Kleiner Tipp von mir: immer einen neuen scharfen Cutter verwenden, dann franzen die Matratzenstücke auch nicht aus, so wie bei mir zu Anfang :D

Die Polsterbezüge haben wir dann von einer Hobby-Schneiderin für wenig Geld nähen lassen. Allerdings hat sich die Farbwahl als nachteilig erwiesen, weil das Beige doch sehr heikel ist.


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Der Tisch besteht aus einer glänzenden IKEA Tischplatte, die mit einem Rohr und 2 Rosetten befestigt ist. Die Ecken habe ich inzwischen abgerundet, damit man sich leichter an den Tisch setzen kann.

Nach den ersten Praxisefahrungen habe ich noch ein wichtiges Detail verbessert, das man hier leider noch nicht sieht: das Tischbein ist nun außermittig etwa 15 cm weiter rechts angebracht (sowohl am Tisch als auch auf dem Boden). Somit ergeben sich durch 180° Drehen des Tisches 2 Stellungen:
einmal mittig für 5 Personen und einmal 30 cm weiter rechts (für 2 Personen). Bei letzterem kann man nun ganz bequem zwischen de linken Sitzbank und dem Tisch hindurch gehen um zum hinteren Hängeschrank zu Geländen.

Das Bett ist in unter 2 Minuten fix und fertig auf- und abgebaut und man hat riiiichtig Platz!

Hier noch die Ansicht mir eingebauten (Kinder-) Sitzen:

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Cheesus am 29 Nov 2013 01:04:17

Isolierung

Der Bus hatte zwar schon eine Innenverkleidung vom Vorbesitzer, allerdings war die erstens zu dunkel für unseren Geschmack und zweitens schon sehr schmuddelig. Wir beschlossen, den Innenraum mit hellem beigen Kunstleder zu beziehen. Doch zuerst musste die Isolierung dran.

Ich habe Armaflex verwendet, weil dies günstiger als XTreme-Isolator ist und die Matten selbstklebend sind (danke für den Tipp aus dem Forum). Damit habe ich sämtliche zugängliche Stellen des Außenbleches isoliert.
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Cheesus am 29 Nov 2013 01:09:19

Küchenblock

All die Isoliererei hat mich dann ganz ungeduldig gemacht und ich beschloss, erst einmal mit dem Küchenblock fortzufahren, damit ich wieder einmal etwas "konstruktives" machen konnte. Also flugs eine Trennwand zwischen Fahrersitz und Küchenblock eingepasst.

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Danach dann den Küchenblock auf Maß gefertigt, eine Arbeitsplatte mit Spüle drauf und die Wassertanks angeschlossen. Diese sind mit 15 l zwar etwas klein, uns haben sie aber bis jetzt immer gereicht.

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Cheesus am 29 Nov 2013 01:19:07

Innenverkleidung

Weiter ging es nun mit der Innenverkleidung. Das Kunstleder vom freundlichen Türken auf dem Wochenmarkt habe ich auf Anraten eines Bekannten aus der Car-Hifi-Branche mit einem Spezialkleber auf die Panels geklebt. Dieser härtete allerdings nie richtig aus und das Ergebnis war alles andere als tauglich. Daher habe ich das Leder schließlich nur noch von hinten festgetackert.
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Lustiges Detail am Rande: der komplette Umbau fand mangels eigener Garage auf der Straße vor unserem Wohnhaus statt.

Bei der Seitenverkleidung der Säulen war festtackern natürlich nicht möglich, daher bin ich nach einigen Fehlversuchen auf Pattex Montagekleber ausgewichen. Dieser hält bis jetzt sehr gut.
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Mit dem halbfertigen Bus ging es dann auf eine erste Wochenendtour. Ein leckeres "Schöffi" hatte ich mir bis dahin redlich verdient. :)
Was man hier sehr gut sieht ist der geniale Ausblick durch die riesigen Fensterflächen. Man beachte auch die schönen Fensterbänke aus dem restlichen Holz der Küchen-Arbeitsplatte.

Cheesus am 29 Nov 2013 01:31:51

Küchenblock und Hängeschränke

Nach der Verkleidung wurde der Küchenblock fertiggestellt. Hierzu habe ich Schubladen und Schranktüren maßgefertigt (bzw. vom Baumarkt zuschneiden lassen) und mit Magneten befestigt. Als Fronten klebte ich Hochglanz beschichtete Pressspanplatten aus dem Baumarkt auf die Pappelholzplatten, da mir die oft verwendete Furnierholzoptik üblicher Wohnmobile nicht zusagt.

Als Kühlschrank dient uns eine günstige Kühlbox von Waeco mit 12 und 230 V Anschluss (ca. 50 EUR). Diese habe ich hochkant eingebaut und den Ksten drumrum zusätzlich mit Armaflex isoliert. Uns was soll ich sagen: es reicht vollkommen! Die Getränke bleiben auch in der Sonne den ganzen Tag angenehm kühl (nicht kalt) - selbst bei ausgeschalteter Kühlbox! Man darf zwar keine Wunder erwarten, aber ich persönlich bin damit hoch zufrieden. Zudem kann man die Kühlbox auch mal mit an den Strand nehmen, wenn man möchte.

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Zu guter Letzt waren die Hängeschränke dran. Diese wurden ebenfalls mit der weißen Hochglanzoptik versehen. Allerdings hielten die Federscharniere das Gewicht von Papelsperrholz + Pressspanplatte nicht aus. Daher habe ich das Pappelsperrholz direkt mit einer weißen Folie beklebt. Das Ergebnis ist identisch mit den Presspanplatten.
Verschlossen werden die oberen Schränke mit Push-Locks, damit meinen Kindern das Geschirr nicht um die Ohren fliegt.

Auf dem letzten Bild sieht man auch schon die ersten Gardinen aus sog. "Blackout"-Stoff. Dieser lässt absolut kein Licht nach draussen (und nach drinnen), was uns wichtig war, da wir vorhaben auch innerhalb von Städten zu übernachten.

Cheesus am 29 Nov 2013 01:51:05

Beifahrersitz + sonstiges

Die Original-Beifahrersitzbank haben wir gegen einen drehbaren Pilotensitz getauscht, den ich in den original Renault-Bezügen bei Ebay geschossen habe. Für den kompletten Sitz inkl. Sitzkonsole und Drehteller habe ich 375,- EUR bezahlt.

Der Zugewinn an Komfort und Platz ist wirklich enorm!!! Endlich kann man bequem nach hinten durch gehen und der Wohnraum ist nun deutlich größer, weil der gedrehte Sitz nun Teil des Wohnraums wird, wo vorher eine "schwarze Wand" den Blick nach vorn versperrt hat. Unser Bussi wirkt nun sehr geräumig, wenn die Kinder-Sitze ausgebaut sind.
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Außen habe ich noch eine Kederschiene angebracht, mit der bei Bedarf eine Markise aufgebaut werden kann. Das ist zwar nicht ganz so bequem wie eine Fiamma Markise, kostet dafür aber auch nur ca. 80,- EUR inkl. Schiene.
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Heck-Ablage
Was hier leider noch nicht mit Bildern dokumentiert ist ist die offene Ablage hinten oberhalb des hinteren Stauraums. Diese besteht im Grunde nur aus einem Brett in gleicher Höhe wie die Hängeschränke über die gesamte Busbreite, mit einer kleinen Kante, damit nichts herunter fällt. Dort packen wir tagsüber unser Bettzeug rein, so dass es abends mit einem Ruck herausgezogen werden kann.
Nächstes Jahr überlege ich mir, das Brett zusätzlich als Bettkonstruktion für die jüngste Tochter zu benutzen (falls es mal stark regnet und die Kids keine Lust haben im Zelt zu schlafen). Die größere Tochter schläft dann auf dem Boden mit den Füßen "unter dem Tisch".

Cheesus am 29 Nov 2013 02:05:35

"Bussi Deluxe on tour"

Im September ging es dann endlich auf große, vierwöchige Tour: Von Berlin über die Schweiz nach Italien. Dort die Cote d'azur entlang bis nach Barcelona. Anschließend wieder zurück durch die Provence, vorbei an der Ardeche bis nach Hause. Ein traumhafter Urlaub im neuen, selbstgebauten Wohnmobil!

Hier ein paar Bilder von unserem "Stealth-Camper" Urlaub:

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Cheesus am 29 Nov 2013 02:19:34

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Lago die Locarno

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Lago di como

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Spotorno mit sehr geilem Parkplatz am Meer

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San Remo

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Monaco

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Cote d'Azur

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"Stealth Camping" mitten in Barcelona + Parc Güell

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Platja d'Aro (Spanien)

Cheesus am 29 Nov 2013 02:42:40

Kosten

Hier noch eine grobe Übersicht über die Kosten des Umbaus:

Renault Master: 6.000,- EUR
Holz: 400,- EUR
Isolierung: 185,- EUR
Kunstleder: 55,- EUR
Beifahrersitz: 375,- EUR
Kühlbox: 55,- EUR
Wasser, Spüle: 120,- EUR
Gaskocher: 15,- EUR (wir wollten bewusst keinen fest eingebauten Gasherd)
Matratze: 70,- EUR
Bezugsstoff: 100,- EUR
Gardinen: 80,- EUR
Näherin: 100,- EUR
Markise: 70,- EUR
Fahrradträger: 215,- EUR
Diverses*: ça. 200 - 300,- EUR

* Schrauben, Magnete, Kleber, Pushlocks, Keile, Einstiegstritt, etc.

Summe: ca. 8000,- EUR
Für ein Wohnmobil wahrlich ein Schnäppchen!

Der Umbau hat mit Unterbrechungen ca. 6-8 Wochen gedauert, wobei ich die tatsächlichen Stunden nicht dokumentiert habe. Kollateralschäden: ein Bandscheibenvorfall, der mich zwang ca. 4 Wochen auf Krücken zu gehen. :(



Fazit:
Ein wirklich schönes Projekt, ein tolles neues Hobby und sehr sehr viel Spaß!

bandit-le am 29 Nov 2013 08:06:56

Stark! Und meinen größten Respekt vor dieser Leistung!
Geiles Kennzeichen :ja: ...
Ich wünsch euch noch viele schöne Urlaube mit dem Selbstausgebauten!
aus Leipzig,
Heiko

Espumas am 29 Nov 2013 09:04:02

hallo cheesus,

feines mobil!
mensch und so günstig, glücksgriff!

wir hatten auch erst überlegt ein auto mit fenstern rundherum zu holen.
wegen der privatsphäre, dann aber doch den mixto genommen (scheiben links und rechts und hinten)
da braucht es nicht so viele vorhänge ...

viel freude in der nächsten saison,

grüsse team espumas
(auch mit kind unterwegs)

tztz2000 am 29 Nov 2013 09:29:46

Respekt, schöner und vor allen Dingen günstiger Umbau zum Reisemobil! :top:

Das "Stealth Camping" mitten in Barcelona ist auch Klasse!

HarryOWL am 29 Nov 2013 09:51:01

SUPER!

schöner bericht, klasse umbau! :)

Cheesus am 29 Nov 2013 11:47:59

Espumas hat geschrieben:hallo cheesus,

feines mobil!
mensch und so günstig, glücksgriff!

wir hatten auch erst überlegt ein auto mit fenstern rundherum zu holen.
wegen der privatsphäre, dann aber doch den mixto genommen (scheiben links und rechts und hinten)
da braucht es nicht so viele vorhänge ...


Ja, der Wagen war wirklich günstig. Das hatte aber damit zu tun, dass er fälschlicherweise eine grüne Plakette trägt und ich den Verkäufer dadurch im Preis noch einmal "drücken" konnte. Zudem hat der Wagen ja schon 200 Tausend auf dem Buckel. Aber die Motörchen halten in der Regel ja sehr lange.

Das mit der Privatsphäre ist ein nachvollziehbarer Gedanke, aber die können wir ja jederzeit mit den Vorhängen herstellen. Und den Rundblick (auch beim Einparken und Abbiegen) möchte ich nicht mehr missen. Die schwarze Folie lässt tagsüber schon mal keinerlei Blicke nach innen zu, weshalb man praktisch nie irgendwelche Passanten reinschauen sieht.
Nachteil ist allerdings, dass der Blick nach draussen auch etwas dunkler ist. Bei schönem Wetter sieht es da manchmal schon etwas düster aus. Aber man gewöhnt sich dran. Uns schließlich sitzt man ja eh selten drin, wenn's draussen schön ist.

Cheesus am 29 Nov 2013 12:10:37

tztz2000 hat geschrieben:Das "Stealth Camping" mitten in Barcelona ist auch Klasse!


In der Tat!
Ist schon irre, wenn du morgens aufwachst und um dich herum hat das Treiben bereits begonnen. Dann sitzt Du im Bus bei einer Tasse Kaffee und schaust den Menschen zu, wie sie zur Arbeit gehen. :)
Anschließend schnappst du dir die Fahrräder und erkundest die Stadt, quasi vom Zentrum aus...

Allerdings darf man auch nicht zimperlich sein, denn wir wurden so manches mal auch unsanft von der Müllabfuhr geweckt.

Thomas

Gast am 29 Nov 2013 13:36:00

Tolle Arbeit, sauber durchdacht und umgesetzt mit hohem Nutzwert für Freizeit und Beruf. :bindafür:

Cheesus am 14 Sep 2014 15:27:54

So, nach fast einem Jahr nun noch einmal aktualisierte Fotos von meinem Bus-Umbau.

All zu viel hat sich zwar seither nicht getan, aber immerhin gibt es hier nun ein paar Fotos von den Details, die ich bereits beschrieben hatte.

Los geht's mit dem Tisch, der außermittig befestigt ist. D.h. durch Drehung des Tisches um 180 Grad wandert der Tisch ca. 20-30 cm weiter nach links bzw. rechts (je nachdem wie man's sieht). Das ermöglicht einen besseren Zugang zu den hinteren Hochschränken.

Tisch mittig...


...Tisch außermittig.


Dann noch mal ein Bild des geöffneten Stauraumes. Der linke Stauraum ist natürlich nur zu öffnen, wenn der Tisch mittig gedreht ist.


Als nächstes folgen zwei Bilder, die den Umbau zum Bett veranschaulichen. Die Tischplatte wird auf 2 Kanthölzer rechts und links an den Stauboxen aufgelegt und die Matratzenteile werden zusammengeschoben. Fertig. Eine Sache von 30 Sekunden, mit Bett beziehen 1 Minute. Wir schieben tagsüber in der Regel das Spannbettlaken inkl. Bettzeug nur nach hinten auf das hintere Polsterstück, so dass wir uns tagsüber mal anlehnen können. Abends wird dann alles nur nach vorne gezogen und ist daher in Sekunden einsatzbereit.



Wie man sieht hat man im vorderen Bereich immer noch genug Platz sich zu bewegen oder etwas zu kochen. Und das bei einer Bettgröße von 1,90 x 1,75 m in einem so kleinen Bus.


Neu ist übrigens auch das Induktionskochfeld, welches der TÜV verlangte. Im Nachhinein bin ich eigentlich recht glücklich darüber, dass der TÜV den mobilen Gaskocher nicht als feste Kochstelle abgenommen hat. Denn auf dem Campingplatz ist so ein Kochfeld schon sehr praktisch. Den Gaskocher betreiben wir jedoch nach wie vor wenn wir in der Pampa stehen oder draußen kochen möchten.
Das Induktionskochfeld ist eigentlich nur provisorisch eingebaut und wird im nächsten Schritt noch plan in die Arbeitsplatte eingelassen.


Hier sieht man den Außenanschluss für den Strom, den ich mir im Nachhinein betrachtet lieber in Schwarz hätte besorgen sollen.


Als nächstes noch mal ein Blick von hinten in den Bus, wo man den Stauraum und die neue Ablage oben sieht.
Die Ablage war anfangs auf der gleichen Höhe wie die Hochschränke eingebaut, was optisch natürlich wesentlich harmonischer war. Vor unserer letzten Tour nach Schweden im August diesen Jahres habe ich die Ablage aber dann mittels Ketten etwas weiter nach unten montiert, um es als Hochbett für meine kleine Tochter umzufunktionieren. Sie hat ihr eigenes kleines Reich geliebt, bis auf die Tatsache, dass Ihre Bettdecke gerne mal seitlich nach unten rutschen wollte.
Geplant ist es, die Ablage auch wieder auf ursprünglichen Höhe befestigen zu können. Hierzu werde ich wohl je eine L-Schiene rechts und links an den Wänden befestigen, auf die man das Brett einfach auflegen kann.



Auf dem nächsten Bild einmal ein Blick nach vorne bei geschlossenem Vorhang. Der Blackout-Stoff ist wie bereits beschrieben absolut blick- und lichtdicht. Der Vorhang rechts ist derzeit noch ein Provisorium. Hier folgt noch ein (passender) Vorhang mit eingenähten Magneten, den man ganz leicht anbringen und entfernen kann.

Im Küchenbereich haben wir uns für ein Rollo von IKEA entschieden, weil ein Vorhang a.) immer etwas im Weg wäre, b.) eine Brandgefahr bei der Benutzung des Gaskochers darstellt und c.) schnell schmutzig werden würde.
Was ich übrigens nicht missen möchte ist die Küchenrollen-Halterung. Sie ist kompakt und formschön ohne viel Firlefanz.

Weiteres nützliches Detail: die Schrankbeleuchtung in den Türen. Sie beleuchten nicht nur die Schränke sondern beim Kochen auch die Arbeitsplatte.

Die übrige Beleuchtung ist noch etwas chaotisch und provisorisch. Allerdings macht die Blumen-Lichterkette (eine Idee meiner Freundin) ein wirklich schönes Ambiente.

Hier noch einmal ein Panoramabild des gesamten Ausbaus:



Wie geht's weiter?
In diesem Jahr war ich etwas umbaufaul. Im nächsten Jahr werde ich mich aber um ein paar Dinge kümmern, die überfällig sind:
- Dachfenster
- Stromverlegung und 2. Batterie
- Innen-Beleuchtung mit 12V Kronleuchter (!)
- optisches Finish der Staukästen (diese werden durch die Schuhe doch recht schmutzig)

Vermutlich werde ich dann wieder neue Bilder hoch laden.

Bis dahin

Thomas

Cheesus am 14 Sep 2014 15:57:37

Und hier noch ein paar Urlaubs-Impressionen von unserer Schweden-Reise im August:

Unser Stellplatz in Eckernförde:


Stealth-Camping in Kopenhagen:


Auf dem Campingplatz in Jönköping:


Ankunft in Stockholm:


Hier unser genialer Stellplatz auf einem öffentlichen Parkplatz mitten in Stockholm. Der nahe liegende Camping-Stellplatz war erstens überfüllt, zweitens unter einer Brücke und drittens nicht kostenlos.


Unser Blick aus dem Bus:


Stealthcamping in Kopenhagen auf der Rückfahrt:


Und erneutes Stealthcamping in der Kieler Förde.


Lustige Anekdote hierzu: Das "Campingbus-Verbot" Schild hatte ich nachts irrtümlich als "Camping erlaubt" Schild identifiziert, weil der rote Strich durch das Bussymbol so dünn ausgefallen war. :) Die Polizei, die am nächsten Tag erschien hat es allerdings wenig interessiert, dass wir da standen...

Cheesus am 11 Jul 2015 17:21:55

Hallo Ihr Lieben!

Nach langer Zeit hier endlich mal wieder neue Bilder von meinem Bus-Umbau.



Felgen

Als erstes habe ich dem Bus ein paar schönere Felgen verpasst. Dafür waren lediglich zwei Farbdosen (Matt-Schwarz und Silber) aus dem Baumarkt notwendig. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen:





Das Hochbett

Meine letzte Konstruktion mit den Ketten hat sich nicht als praktikabel herausgestellt, da a.) die Ketten beim Fahren ständig nervige Geräusche gemacht haben und b.) das Bett unkontrolliert hin und her baumelte und gegen die Hecktüre bollerte. Ich habe mir daher eine bessere Konstruktion überlegt:

Die Ketten wurden gegen Gurte ersetzt und bei dieser Gelegenheit auch gleich verlängert, damit man müheloser ins Bett gelangt. Zudem habe ich auf der einen Seite eine L-Schiene befestigt, auf der das Hochbett während der Fahrt aufgelegt wird. Auf der anderen Seite wird es mit Hilfe zweier Scharniere befestigt. So hält das ganze sicher und macht beim Fahren keinen Mucks mehr.

Bett während der Fahrt:



Heruntergelassenes Bett:



Und hier die Konstruktion im Detail:

Links...


und rechts:





Der Kronleuchter

Um noch ein bisschen mehr wohnliches Flair in die Bude zu bekommen schwebte mir schon lange vor, einen Kronleuchter einzubauen. Alle Kronleuchter, die ich fand waren jedoch viel zu groß und zu schwer. Zum Glück fanden wir auf einem Flohmarkt einen Teil einer goldenen Lampe, der als Kronleuchter geeignet war. Über den Winter hatte ich ausreichend Zeit, diesen mit LEDs und etwas Heißkleber auf 12 V umzubauen und Silber zu lackieren.





Aber damit nicht genug: Ich bestellte mir auf Ebay einen 12V Dimmer mit Fernbedienung, mit dem ich die Helligkeit nun stufenlos regeln kann, selbst vom Bett aus! Einfach genial!
Die Wartezeit von 3 Wochen, bis der Dimmer aus Hongkong geliefert wird muss man natürlich einkalkulieren.



Unter dem Dimmer sind 4 Kippschalter angebracht: einer für die Arbeitsplattenbeleuchtung, einer für die Kühlbox und zwei in Reserve, die noch nicht verkabelt sind.



Die Elektrik

Die komplette Elektrik habe ich leicht zugänglich hinter dem Fahrersitz verlegt. Evtl. mache ich noch eine Abdeckung oder einen Vorhang davor.





Die Zweitbatterie

In diesem Jahr kam auch endlich die lang ersehnte 2. Batterie hinzu: eine AGM-Batterie mit 85 Ah. Eine größere Batterie hat leider nicht unter den Fahrersitz gepasst. Und selbst diese hier hat mich einiges an Nerven gekostet: ich musste den kompletten Sitz demontieren und zwei Bleche mit dem Hammer aus dem Weg räumen. Erst nach ca. 1-2 Stunden saß die neue Stromversorgung endlich an ihrem vorgesehenen Platz und konnte verkabelt werden.

Das ganze ist natürlich zweifach abgesichert und mit einem Relais von der Hauptbatterie getrennt. Jetzt darf die Kühlbox endlich auch mal ohne schlechtes Gewissen an bleiben… :)





Das Dachfenster

Ebenfalls neu in diesem Jahr: das Mini Heki Dachfenster. Dieses habe ich jedoch einbauen lassen, da ich mir den Stress nicht geben wollte und vor allem sicher sein wollte, dass es dicht ist. Das Wohnmobil ist nun wesentlich heller als vorher, was auch daran liegt, dass ich abgedunkelte Scheiben habe. Zudem ist es nachts beim Schlafen natürlich auch nicht mehr so stickig.





Die Schubladen

Seit heute sind auch meine beiden Schubladen für vorne und hinten fertig. Damit lassen sich Werkzeugkisten und Reisegepäck viel leichter entnehmen. Verwendet wurden zwei Vollauszüge mit 55 cm Länge.




Der hintere Stauraum ist nun Dank der großen Kiste deutlich aufgeräumter als vorher. Und auch meine Keile haben nun endlich ihren Platz gefunden. :)



Kostenauflistung
Felgenfarbe: 16,- EUR

Kronleuchter LEDs: 10,- EUR
Dimmer: 9,- EUR
Elektrik (Kabel, Schalter, Sicherungskasten, Sicherungen, Flachhülsen, Crimpzange, etc.): ca. 60,- EUR

AGM Zweitbatterie 85 AH: 150,- EUR
2 Batterieklemmen: 15,- EUR
2 Sicherungshalter: 12,- EUR
Schaltrelais: 60,- EUR

Dachfenster Mini Heki: 110,- EUR
Dachfenster Einbau: 200,- EUR

2 Paar Schubladen Vollauszüge: 100,- EUR
sonstiges (Holz, etc.): ca. 30,- EUR

Ich bin mal auf Eure Kommentare gespannt…


Thomas

Bardo am 13 Jul 2015 09:37:50

Hallo Thomas,
das sieht richtig gut und solide aus, vor allem euer Raumkonzept ist super ausgetüftelt. Mich interessieren 3 Dinge: Wo hast du die Tischsäule gekauft? Und wie sieht es beim Fahren mit den Geräuschen durch die Einbauten aus? Und letztlich, warst du mit dem Auto mal auf der Waage, bezüglich der Zuladungsreserve?
Ich überlege zur Zeit auch für unseren mittlerweile volljährigen Nachwuchs, einen Transporter zum Reisen umzubauen. Natürlich nur als "helfende" Hand- bauen muss er schon alleine... :)

Cheesus am 13 Jul 2015 17:58:16

Hallo Bardo,

danke für das Lob. Ich finde das Raumkonzept auch super und habe es erst gestern wieder getestet: 2 Erwachsene und 2 Kinder bei Regen im Bus zu Mittag gegessen. Das geht wirklich problemlos. Vorausgesetzt, 3 Sitzen am Tisch und 1 kocht :D

Zu Deinen Fragen:
Das Tischbein und die beiden passenden Rosetten habe ich bei Reimo bestellt:
Stahlrohr Tischsäule: --> Link
Aufschraubrosette Chrom: --> Link
Ist dort sogar günstiger als bei Amazon.

Die Geräusche sind eigentlich gleich Null. Klar hört man bei holprigen Straßen schon mal etwas, aber es ist nicht so, dass bei normaler Fahrt alles quietscht und knarzt. Ist ja auch alles gut verschraubt Am meisten Geräusche macht vielleicht noch das Hochbett und die Pushlocks (eben alles, was sich bewegen kann). Aber wie gesagt: kaum hörbar.
Die Wärmeisolierung und der Teppichboden dienen hierbei natürlich auch gleichzeitig als Schalldämmung.

Gewichtstechnisch kann ich Dir leider keine genaue Auskunft geben. Laut TÜV war aber alles im grünen Bereich. Wahrscheinlich auch deswegen, weil ich mit wesentlich weniger Wasserreserve (19 l) herumfahre als so manch anderes Wohnmobil. Und schließlich wurde ja bewusst hauptsächlich Pappelsperrholz verwendet, um Gewicht zu sparen.


Thomas

kutz.i am 17 Jul 2015 02:45:32

Hallo Thomas,

dein Ausbau ist wirklich super! Die Ideen und Umsetzung sind sehr praktisch und reisetauglich.
Ich habe selbst einen blauen Master mit B-US :) allerdings als Halbkasten d.h. die hinteren Seitenfenster sind geschlossen.
Was mich brennend interessiert sind zwei Dinge. Wo hast du das nervige Innenraum Reserverad untergebracht? Vielleicht hast du es ja geschrieben, dann hab ich's übersehen. und welche zweier Sitzbank hast du hinten drin?
Zudem möchte ich eine Dachluke einbauen und habe zwei Favoriten. Das Mini Heki oder das Vision Star M Pro von MPK. Letzteres hat laut Tecdocs nur 8cm Höhe über Dach das Heki 10cm. Wie ist's bei deinem Heki mit den Windgeräuschen?

aus Berlin,
Kutzi

Cheesus am 17 Jul 2015 09:08:09

Hallo Kutzi,

das Reserverad habe ich mangels Platz ersatzlos rausgeschmissen! "Mut zur Lücke", heisst die Devise. Aber angesichts der Tatsache, dass ich seit ca. 20 Jahren keinen Platten mehr hatte halte ich das Risiko für minimal. Im Notfall müsste man eben den platten Reifen abmontieren und per Anhalter für Ersatz sorgen.

Als Sitzbank kommt eine der beiden original Dreiersitzbänke zum Einsatz (es handelte sich ursprünglich ja um einen 9-Sitzer). Allerdings habe ich einen der drei Sitze abgeflext, da ich nur 2 Sitze brauche und den frei gewordenen Platz für die Küche benötige. Den TÜV hat das komischerweise überhaupt nicht interessiert. Wichtig war nur, dass die Original-Gurthalterungen verwendet wurden. Verankert ist die Sitzbank an den Original-Haltepunkten im Boden, nur eben jetzt an 3 statt 5 Punkten.
Falls Du eine brauchst: ich habe die zweite 3-er Sitzbank noch hier im Keller stehen (Prenzlauer Berg).

Zur Wahl des Dachfensters kann ich nicht viel sagen, da ich nur das Mini Heki kenne, mit dem ich sehr zufrieden bin. Windgeräusche kann ich keine feststellen.

Thomas

Jonah am 17 Jul 2015 15:16:17

Toll, dein Bus sieht richtig schick aus Thomas. Richtig professionell finde ich vor allem die Optik der Schränke. Da hast du dir ja viele praktische Details ausgedacht, bin ganz beeindruckt. Sag mal, beim Foto in Barcelona kam mir die Frage in den Sinn, wie machst du das denn mit der Toilette, wenn ihr so frei übernachtet? Weil du schreibst, dass ihr dann morgens zuerst in Ruhe Kaffee trinkt, ich könnte da nicht in Ruhe was trinken, wenn ich kein Klo in der Nähe habe. Wie löst ihr das Problem auf euren Reisen?

Cheesus am 17 Jul 2015 15:37:00

Vielen Dank, Jonah.

Das mit den Details ist mittlerweile zur Obsession geworden. In jeder freien Minute, in der ich im Bus liege, mache ich mir Gedanken, was noch optimiert werden könnte. Und ich werde sicherlich noch so einiges finden…!

Toilette ist überhaupt kein Problem: irgendwo gibt es immer einen McDonalds oder ein Café. Zur Not kann man auch mal in den Wald gehen (was natürlich in Barcelona etwas schwierig wird). Und spätestens alle 2-3 Tage stehen wir ja auch wieder ganz normal auf einem Campingplatz, zwecks ordentlicher Dusche.

Thomas

itschikodo am 19 Jul 2015 20:36:09

Erst mal ein riesiges Kompliment.

Eine Frage: ist der master ein L2H2, ja oder ?

LG

Schrauber71 am 19 Jul 2015 21:30:05

Ja so ein Kreativumbau ist immer eine klasse Sache. Bei meinem T3 lag ähnliches an- fühle mich da zeitlich zurückversetzt.
Einziger Wärmutstropfen bei diesen "kisten" ist, das sanitär immer "improvisiert" werden muß- hat mich aber auch jaaahrelang nicht gestört.
Von Vorteil ist, daß diese Selberbaukisten eher nicht als Wohnmobile erkannt werden. Es ist leichter damit inkognito iiirgendwo zu stehen ohne gleich von Ordnungshütern auf Wohnmobil Stellplätze verwiesen zu werden, also in Tourihochburgen.

Viel Spaß und weiterhin viele Bilder.
Manfred

Cheesus am 20 Jul 2015 01:39:06

Ja, es ist ein L2H2.

Thomas

hanodifax am 28 Jul 2015 16:39:23

super Beschreibung und Respekt vor der feinen Umsetzung
:-)
Baue auch seid einem Weilchen einen Renault Master L2H2 aus. und in 3 Wochen geht es auf die erste Fahrt

Angelika

Gast am 13 Dez 2015 14:50:24

Hallo Thomas,

mein Glückwunsch zum sehr gut ausgeführten Ausbau, gefällt mir :ja:

Ich finde es immer toll, wenn ein Ausbau auch so gut Dokumentiert geteilt wird ...

Cheesus am 19 Jun 2016 20:46:16

Ich wollte hier Bericht erstatten, dass sich in meinem "Bussi Deluxe" mal wieder etwas getan hat. Die von mir selbst gebaute Küche hatte zwar seit Jahren seinen Zweck erfüllt, war aber alles andere als komfortabel. Ich musste mir eingestehen, dass ich nun mal kein Schreiner bin und dementsprechend war alles etwas laienhaft gebaut und schwergängig. Mir stand der Sinn nach etwas Edlerem, etwas Professionellerem.

Bei einem schwedischen Möbelhaus wurde ich schnell fündig. Dort gibt es verschiedene Küchenelemente zu bezahlbaren Preisen, die man nach Lust und Laune kombinieren kann. Für rund 320,- EUR erwarb ich also 3 Elemente mit Hochglanz-Fronten, die der alten Küche optisch und funktional weitgehend ähnelten.

Die Elemente hatten jeweils eine Breite von 40 cm, was zusammen 120 cm ergab. Das war natürlich für meine Zwecke zu breit. Daher passte ich das rechte der 3 Elemente so an, dass meine Kühlbox genau reinpasste. Bei dieser Gelegenheit verkürzte ich mein Bett um ca. 5 cm auf 1,95 m, was vollkommen ausreichend ist. Dadurch ragt a.) das Bett nicht mehr so weit in den Türbereich hinein, hat man b.) mehr Platz hinter den Fondsitzen und c.) ist die Arbeitsplatte etwas großzügiger.

Im Sockel der Küche habe ich eine Zierblende aus Resten der Arbeitsplatte angebracht, die man dank eines Loches mit dem Finger leicht herausziehen und entfernen kann. So kann man dort zusätzliche Dinge verstauen oder mal den Laptop im Urlaub drin verstecken.

Das Gewicht der IKEA Küche ist übrigens wirklich enorm und alles andere als Gewicht sparend. Wenn ich das vorher gewusst hätte, wäre ich vielleicht ins Zweifeln geraten. Nun ist die Küche allerdings drin und sieht super aus. Alles funktioniert einwandfrei und macht einen sehr wertigen Eindruck. Am Benzinverbrauch hat sich für mich nicht merklich etwas geändert. Von da her: alles top und ich bin happy.

Hier ein Bild der neuen Küche.


Gruß Thomas

olliHST am 20 Jun 2016 02:10:30

Hallo Thomas,
danke für den Bericht und die Bilder. Ich habe mich extra angemeldet, da ich aktuell nach exakt dem selben Bus suche (als Plan B noch Mixto, ohne Fenster hinten).
Auch wenn wir momentan nur zu 2. sind, möchte ich auf die Möglichkeit jmd 3. und 4. mitzunehmen nicht gänzlich verzichten...

Nun habe ich einige Fragen und würde mich sehr freuen wenn Du Sie mir beantworten könntest:
1. Sehe ich das richtig dass im "Alltag" die 2. Bank zu Hause bleibt und nur bei Bedarf eingebaut wird? Wie gut geht der Umbau? Hast Du vllt. ein Bild mit eingebauter Bank?
2. Da ich das Auto auch als Transporter nutzen möchte denke ich angestrengt über ein Hubbett oder etwas ähnliches nach um hinten den Platz ganz nutzen zu können, für wie praktikabel hälst Du Deine Lösung mit einem Bett in den Maßen: so breit wie geht x 2 Meter ?? Ich meine bei Dir sind die Gurte nur mit je 1x Schraube befestigt, da hätte ich mit knapp 90 Kilo (+Frau) doch etwas Bammel...
3. Wie oft sitzt man tatsächlich am Tisch? Ich hatte (als noch solist... ;-)) bereits ein Womo (mit Alkhoven) und einen Wowa. Ich habe so gut wie nie an dem Tisch gesessen, immer zu eng irgendwie.
4. Wie zufrieden bist Du mit dem Basisfahrzeug? Was gab es ggf. für Probleme bisher? Ich grenze bei meiner Suche immer bis 120tsd ein und lande so bei ab 8-9 Tsd Euro...

Soweit das wichtigste, mir fällt sicher noch was ein, was ich vergessen habe.. ;-)
Würde mich sehr freuen wenn Du Zeit und Muße findest zu Antworten!
Gruß aus dem Nordosten Olli

Cheesus am 20 Jun 2016 11:15:38

Hallo Olli,

1. Sehe ich das richtig dass im "Alltag" die 2. Bank zu Hause bleibt und nur bei Bedarf eingebaut wird?

1. Ja, die Bank bleibt meistens zuhause. Wenn ich mit meinen zwei Kindern alleine unterwegs bin kommt vorne die Original Zweiersitzbank rein, damit wir alle drei vorn sitzen können. Nur selten brauchen wir mehr als 3 Sitzplätze. Dann kommt die hintere Sitzbank zum Einsatz.

Hier ein Bild mit Sitzbank hinten (noch während der Umbauphase, ohne Küche). Der Bettüberstand ist wie gesagt mittlerweile kürzer, d.h. man kommt bei eingebauten Sitzen besser hinter den Sitzen vorbei.
Bild

denke ich angestrengt über ein Hubbett oder etwas ähnliches nach

Ich hatte mich Anfang des Jahres an einer Hubbett-Konstruktion für die obere Ablage hinten versucht, bin aber vorerst gescheitert. Man sollte den Aufwand hierfür nicht unterschätzen. Wenn man es hinkriegt ist es natürlich eine tolle Sache.
Je nachdem wie viel Platz Du zum Transportieren brauchst könnte man evtl. über andere Lösungen nachdenken, die technisch weniger aufwendig sind. Z.B. könnte man den hinteren Teil des Bettes eigentlich auch als einfaches Brett bauen, das rechts und links auf Kanthölzern oder Winkeln aufliegt, die mit der Karosserie verschraubt sind. Dadurch ließe sich das Brett bei Bedarf leicht entfernen. Zudem könnte man eine der Bett-Kisten im Falle eines Transportes abschrauben und auf die andere Kiste stapeln. Wahlweise könnte man eine der Kisten auch in sich klappbar machen. Oder man verwendet anstatt einer ganzen Kiste nur ein klappbares Brett mit Füßen, das man bei Bedarf einfach gegen die Wand hoch klappt. Möglichkeiten gibt es hier viele.

Ich meine bei Dir sind die Gurte nur mit je 1x Schraube befestigt, da hätte ich mit knapp 90 Kilo (+Frau) doch etwas Bammel...

Das kann man in der Tat besser machen. Ich bin da etwas minimalistisch eingestellt. Meine Konstruktion hält zwar auch mich aus (ca. 80 kg), aber normalerweise schläft nur meine Tochter darin. Und die wiegt deutlich weniger.

3. Wie oft sitzt man tatsächlich am Tisch?

Ziemlich oft. Wenn das Wetter gut ist sitzt man natürlich zumeist draußen, aber es gibt schon öfter Situationen, wo man den Tisch innen nutzt. Z.B. wenn es abends kühl wird, wenn es regnet, wenn man mal wieder mitten in Barcelona frühstückt :) oder wenn man unterwegs ist und auf der Autobahn mal kurz Mittagessen will.
Der Tisch ist aber wie bereits beschrieben in ca. 30-60 Sekunden aufgebaut.

4. Wie zufrieden bist Du mit dem Basisfahrzeug? Was gab es ggf. für Probleme bisher?

Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Master sehr zufrieden. Ich hatte in den letzten 3 Jahren eigentlich erst 3 größere Reparaturen: das Traggelenk vorne rechts (aktuell schon wieder!), die Kupplung und ein defekter Ladedruckschlauch (Marder?), der dazu führte, dass ziemlich viel Abgase in den Innenraum gelangten, was leider meine komplette Inneneinrichtung mit Ruß überzog. Ansonsten eben typische Verschleißreparaturen wie z.B. Bremsen oder Reifen.

Aber der Renault läuft und läuft. Aktuell bin ich bei knapp 240.000 km. Der Verbrauch liegt je nach Anzahl der Personen und Fahrweise zwischen 9,1 und 11 Litern. Trotz schwerer IKEA Küche. :)

Gruß Thomas

olliHST am 23 Jun 2016 01:04:15

Thomas!
Danke für die ausführlichen Antworten und das Bild!
Je nachdem wie viel Platz Du zum Transportieren brauchst könnte man evtl. über andere Lösungen nachdenken, die technisch weniger aufwendig sind. Z.B.

Ja, stimmt natürlich geht auch immer irgendwie anders, aber wir gehen erstmal vom Optimum (immer alles mit 2 Handgriffen umgebaut bekommen) aus und werden dann realistisch :-).

Bus: Das mit den Traggelenken meine ich nun schon ein paar mal gelesen zu haben, aber denke es ist hinnehmbar.

olliHST am 23 Jun 2016 01:37:04

--> Link

Hier die geniale Heckbettlösung um mit 6! Menschen im Sprinter schlafen zu können. Die Möglichkeit die Bettteile ineinander schieben zu können finde ich super..
Ich dachte an: Bett zusammenschieben und unter die Decke fahren.
Aber mir fehlt Zeit, Geld und handwerkliches Geschick um das so zu realisieren... Da fühle ich mich Deinem pragmatischem Ausbau schon deutlich näher :-)
Ist in nächster Zeit eine Reise Richtung Rügen/Ostsee geplant? Würde mir das gern alles mal Live anschauen :-).

Cheesus am 23 Jun 2016 15:45:10

Hier die geniale Heckbettlösung um mit 6! Menschen im Sprinter schlafen zu können.

Das ist natürlich endgeil! Einzig und allein die kalte "Regal-Optik" würde mich etwas stören, aber ansonsten ist das wirklich absolut genial!
Ist in nächster Zeit eine Reise Richtung Rügen/Ostsee geplant?

Ostsee haben wir erst vor ca. 2-3 Wochen "abgefrühstückt". Aber falls Dual in Berlin bist kannst Du gerne vorbei kommen.

Gruß Thomas

anqymobil am 03 Jul 2016 21:30:50

Hallo Thomas,
Danke für Deinen Bericht über den Ausbau deines Bussi Deluxe.
Ich finde es gut wie Du mit relativ einfachen Mittel einen so praktischen Ausbau auf die Räder stellst. :top:

Ich selber bin auch seit geraumer Zeit beim Umbau eines Transporters (Fiat Ducato L2H2). Auch ich habe einige Sachen 2mal gebaut oder geändert. Aber gerade das ist doch das Erfolgserlebnis wenn es dann am Ende zum guten Ergebnis führt.

Weiter so und vielen Dank für die Tips.

Viele Grüße
Andreas

JoFoe am 03 Jul 2016 22:11:43

Hallo,
den" Bussi Deluxe " finde ich gut. :ja:

FordCX1 am 13 Jul 2016 08:28:53

Hallo
Ein hübsches Teil hast du da gebaut.
Ich bin auch am planen, allerdings für 2 Zwei und 6 Vierbeiner.
Eine Frage habe ich, wie hast du die Hängeschränke befestigt?

Gruß Olaf

Cheesus am 13 Jul 2016 16:03:59

Eine Frage habe ich, wie hast du die Hängeschränke befestigt?

Ich habe oben ein Kantholz ans Dach geschraubt, an dem die Seitenwände des Hochschrankes hängen. Zusätzlich sind die Seitenwände mit der Fahrzeugwand verschraubt (also immer mit den Fahrzeugholmen, versteht sich, nicht mit dem Außenblech). Der Boden ist dann glaube ich nur noch mit den Seitenwänden des Hochschrankes verschraubt.

Schau mal hier --> Link. Dort ist unter "Möbelbau" eine anschauliche Beschreibung, zu finden.

Gruß Thomas

FordCX1 am 13 Jul 2016 23:09:39

Danke Thomas.

Ich war bei uns im Ort beim TÜV. Der gute Mann dort war nicht nur unhöflich, sondern hatte auch wenige Informationen für mich.
Meine Frage nach Befestigungsschrauben in den Holmen bzw. Verstärkungen der Seitenwände und des Daches, beantworteter er mit einem ausführlichen: Nein, darf nicht.

LG Olaf

kiteliner am 14 Jul 2016 07:58:23

Andern TÜV-Prüfer suchen!!! Oder anders bauen. Wenn du selbst Bedenken hast bei Verschraubungen kannst Du auch an den Holmen entsprechende Holzauflagen verkleben, z.B. mit MS-Polimerkleber. Wenn du die Holme, an die du klebst, entsprechend aussuchst ist das auch kein Thema, schau, das Du die Hölzer möglichst vollflächig aufsetzt, die zwischen den angrenzenden Streben verkeilst, dass die auch nicht anders wegkönnen und nur durch den Kleber am Platz gehalten werden. Der Kleber wird das auch so halten, aber für die, die da immer bedenken haben, ist das beruhigender :wink: Längs- und Querstreben nutzen. Dann fällt eher der Hochschrank runter, weil die Verschraubung vom Schrank zu den verklebten Hölzern nicht hält als die verklebten Hölzer von der Decke.

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