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Projekt Autark - Leben und Arbeiten im Wohnmobil 1, 2


smkkk am 01 Mai 2014 18:48:06

Freunde der Sonne,

vielen Dank für die klasse Informationen hier im Forum.

Ich bin Bus Neuling und plane ab Anfang kommendes Jahres ein Wohnmobil zu beschaffen.
Voraussichtlich werden dann ca. 30.000 km im Jahr gefahren.
Insgesamt plane ich ein autarkes Leben und Arbeiten in diesem Auto.
Meine selbständige Arbeit erlaubt mir das weltweit freie Schaffen.

Ich möchte Deutschland und Europa kennenlernen.
Selbstbestimmt unterwegs sein, stehen bleiben, arbeiten wo es mir gefällt und weiterfahren.
Dabei soll eine größtmögliche Unabhängigkeit erreicht werden Der Konsum wird minimiert, das Leben maximiert.
Ich plane ein Zusammenleben mit der Natur, sowie viele Aufenthalte in umweltzonen Großstädten.
Eine exakte Reiseroute ist noch offen. Voraussichtlich werden ca. 30.000 km im Jahr gefahren.
Dieses Projekt ist für 2 Jahre angesetzt.

Ein Wochenende wird wie folgt aussehen:
- Arbeiten in der Großstadt (z.B. Köln, Hamburg, Zürich) vor Ort beim Kunden oder im Fahrzeug.
- Übernachten im Fahrzeug auf freistehenden Parkplatz, Stellplatz, Privat Parkplatz (ampido), Übernachten in Wohnung nicht ausgeschlossen.
- Reisen in die Natur und autark stehen (eigener Strom, Wasser, Gas)




Folgende Fragen habe sich ergeben:

• Ich suche das kleinstmögliche Fahrzeug (ca. 5m Länge), welches Unauffälligkeit, Alltagstauglichkeit, Nasszelle, Autarkie, Wintertauglichkeit, 4 Schlafplätze beinhalten?
Welche zusätzlichen Fahrzeuge bis max. 15.000,00 € erfüllen die Anforderungen und könnt ihr empfehlen.?
- VW T4 Carthago Malibu 32.2
- Fiat Ducato Concorde Comapact

• Ist es möglich ein Wohnmobil mit Büro steuerlich als „Konferenzfahrzeug“ oder „Sonder-KfZ“ anzugeben?

• Mein Ziel ist, von März bis Oktober völlig autonom ohne Landstrom auszukommen.
Ist eine Efoy Brennstofzelle sinnvoll, oder ist diese zu teuer und nach 2 Jahren fertig?
Ein 120 W-Solarpanel, eine 95 Ah-Batterie und ein Honda 10i sind ausreichend für ein Homeoffice mit folgenden Geräte und 12V Adapter?
- Satellitenanlage
- MacBook Air
- Zweitbildschirm
- iPhone
- iPad
- Externe Festplatte
- Kamera
- Rasierer

• Wie kann ich mich zusätzlich vor Diebstahl des Fahrzeugs und Einbruch schützen?
- Unauffälig dreckig sein
- Unauffällig parken
- Bearlock (mechanische, abschließbare Gangschaltungsperre)
- GPS Sender

• Da ich ebenfalls beim Kunden vor Ort im Büro sitze, benötige ich sichere Großstadt Plätze für das Fahrzeug.
Welche weitere kostengünstige europäische Optionen existieren außerhalb von CP, SP und Rastätte?
- Private Parkplätze über ampido
- Freistehen gegenüber einer Polizeistation
- Eine Halle über Kleinanzeigen finden

• Durchschnittlichen Kosten sind realistisch?
Beispielrechnung am VW T4 Carthago Malibu 32.2 Benziner

Fahrzeug Anschaffung
Ø Kaufpreis ..................................................14.000,00 €
Ø Umrüstung auf LPG........................................2.000,00 €
Ø Sanierung ...................................................1.500,00 €
Ø Sicherung (Bear-Lock, uvm) ..............................1.000,00 €
Ø Anmeldung ....................................................150,00 €
Gesamt............................19.650,00 €

Fahrzeug Jahresunterhalt bei 30.000 km
Ø KFZ Steuer ....................................................290,00 €
Ø Vollkaskoversicherung ......................................405,00 €
Ø Rechtsschutzversicherung...................................150,00 €
Ø Inhaltsversicherung (Neuwert) .............................180,00 €
Ø TÜV / AU / GAS Prüfung ................................... 100,00 €
Ø Spritkosten Benzin 555 Liter a`1,40€ .....................777,00 €
Ø Spritkosten LPG 3.750 Liter a`0,75€ ...................2.812,00 €
Ø Reparaturen / Wartung ...................................3.000,00 €
Ø Motoröl / Filterelemente .....................................40,00 €
Ø Waschen / Pflege ..............................................20,00 €
Im Jahr...............................7.774,00 €
Im Monat...............................647,83 €

Leben Jahresunterhalt
Ø Campingplatz/Stellplatz/Parken ........................1.825,00 €
Ø Gas (Kochen, heizen, kühlen) ...............................208,00 €
Ø Moppel Strom Benzin 178 Liter a`1,40€....................250,00 €
Ø Filiago Internet ................................................240,00 €
Im Jahr...............................2.523,00 €
Im Monat................................210,25€

• Wie kann ich diesbezügliche Kosten minimieren?


Lieben Dank für eure Einschätzungen und Hilfe.

Sonnige ,
smkkk

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: --->Link

biauwe am 01 Mai 2014 19:00:32

smkkk hat geschrieben: Welche zusätzlichen Fahrzeuge bis max. 15.000,00 € erfüllen die Anforderungen und könnt ihr empfehlen.?
- VW T4 Carthago Malibu 32.2


Das währe eine gute Wahl. --> Link

Nur gibt es kaum gute gebrauchte Malibus.

franz_99 am 01 Mai 2014 19:10:00

Sorry, leben im T4, schau nach richtigen Womos. Doppelboden sollten die auch haben. Wirst wohl einen Alkoven brauchen mit Dusche und richtiger Heizung.

ollybär am 01 Mai 2014 19:21:58

Da ich ebenfalls beim Kunden vor Ort im Büro sitze,


In dem Fall solltest Du eventuell auch an Wäschewaschen, Bügeln und ausreichende Körperpflege achten, ist im T4 wahrscheinlich problematisch.

Gast am 01 Mai 2014 19:44:07

smkkk hat geschrieben:• Wie kann ich mich zusätzlich vor Diebstahl des Fahrzeugs und Einbruch schützen? - Unauffälig dreckig sein
Ich habe mir Deinen Beitrag durchgelesen und mich gefragt ob Dein Beitrag Dein Ernst ist oder nicht.

Entweder hast Du noch nie in einem Wohnmobil gewohnt, dann kann ich es verstehen oder .... egal....

Da wir ebenfalls im Wohnmobil wohnen und arbeiten, das Fahrzeug zeitweise dauerparken usw. haben wir uns für einen VI entschieden, der am meisten Platz auf wenig Platz bietet --> Link

Durch die sehr gute Dämmung benötigen wir wenig Heizung und wenig Kühlung, haben viel notwendigen Raum etc. bei großen Wassertanks ( ca. 120 l Frischwasser ) können mit Gas, Diesel und Strom heizen usw.

Ist aber ein anderer Preis, aber da kann man vernünftig drin leben.

Autark stehen ist kaum möglich, denn wo hat man im Winter den notwendigen Stromanschluss, den man benötigt. Toilette und Grauwasser muss entsorgt werden etc.

Wir stehen in der Regel zu 50 % auf CP und ansonsten ist das WOMO gegen Entgelt Dauergeparkt. Auf einem CP hast Du Schwimmbad, Toilette, Dusche, Entsorgung etc.

Freistehen ist grundsätzlich verboten und das in ganz Europa, für eine Nacht ist alles kein Problem. --> Link

Deshalb ist das Wohnen in einem Wohnmobil nicht ganz billig und ich würde es nur auf einem CP machen, da ist er auch bewacht. Da kann man auch Wäsche waschen und sie aufhängen etc.

topolino666 am 01 Mai 2014 19:48:06

Hallo!

Die €-Rechnung ist mMn äusserst "rosarot" gerechnet:

Beispiel:

Gas erscheint mir viel zu wenig - das sind ca. 9,5 Flaschen im Jahr, wir benutzen das WoMo auch im Winter - aber eben sporadisch (ca. 60 Übernachtungen im Jahr) und brauchen auch schon ca. 10 Flaschen! 8)

Beispiel 2:

Waschen für 20 EUR / Jahr :!: - da bekommen ich unser WoMo genau halb gewaschen! - einmal! :?

smkkk am 01 Mai 2014 19:49:27

biauwe hat geschrieben: Welche zusätzlichen Fahrzeuge bis max. 15.000,00 € erfüllen die Anforderungen und könnt ihr empfehlen.?
- VW T4 Carthago Malibu 32.2

Das währe eine gute Wahl. Link

Nur gibt es kaum gute gebrauchte Malibus.



Danke Uwe,

ich liebe eure starke Site.
Die Infos, Tipps und Tricks zum Malibu sind absolut superklasse.

Dein bestätigendes Feedback stärkt mich absolut.
Ich kann mir gut vorstellen in der eierlegenden Wollmichsau (VW T4 Carthago Malibu 32.2) zu leben und zu arbeiten.
Im Prinzip ist dort alles nötige vorhanden.

Gebrauchte gute Fahrzeuge sind selten aber findbar. Nach Beobachtung des Marktes seit Anfang Februar wurden drei gute 32.2 angeboten.

• Ist die Rechnung zum diesem Fahrzeug realistisch?
• Hatte euer Malibu mit 254.000 km hohe Wartungskosten?
• Du könntest dir tatsächlich auch vorstellen in diesem Fahrzeug zu leben und zu arbeiten?

Freue mich!

Die besten Sonnengrüße,
smkkk

biauwe am 01 Mai 2014 20:49:00

ollybär hat geschrieben:In dem Fall solltest Du eventuell auch an Wäschewaschen, Bügeln und ausreichende Körperpflege achten, ist im T4 wahrscheinlich problematisch.


Wir haben den T4 14 Jahre gefahren, ohne zu stinken :D

wolfherm am 01 Mai 2014 20:53:48

T4 als Hauptwohnsitz und Arbeitsplatz? Respekt.

biauwe am 01 Mai 2014 21:03:21

smkkk hat geschrieben: Hatte euer Malibu mit 254.000 km hohe Wartungskosten?
• Du könntest dir tatsächlich auch vorstellen in diesem Fahrzeug zu leben und zu arbeien

Wartungkosten: keine besonderheiten, nur normale wartung, 2x Zahnriemen, 1x Kupplung, 1x Getriebe (ein Zahnrad)

Zum Leben Ja und nein.

Bei uns lebt auf einem Stellplatz einer im T4 ohne Dusche seid ca. 7 Jahren, aber neben dem Schimmbad :D

pipo am 02 Mai 2014 08:10:03

Also Dein Vorhaben kann nur funktionieren, wenn Du den Winter (November/März) in Spanien verbringst. Im Winter mit einem Kasten/T4 = Nogo
Ich würde eher zu einem größerem Womo/Kasten tendieren. Evt sogar zu einem kleinen/kurzen Alkoven/TI wie zBsp. Hymer Compact.
Vorteil ist, mehr Stauraum und vor allem Du kannst Ordnung halten. Die Isolierung ist deutlich kompakter. Du hast einen großen Kühlschrank und kannst durch mehr Platz Dein Womo entsprechend aufrüsten. Wo willst Du sonnst SAT TV und Internet Schüssel und Solar unterbringen?

Strom gibt es per Solar, Ladestrom oder Moppel. Auf eine Brennzelle würde ich verzichten.

Steuerliche Anerkennung durch das Finanzamt muss entsprechend vorbereitet werden. Sollte aber möglich sein.

Tchja und dann Dein Kostenplan. Beim Fahrzeug mag es noch grob stimmen, aber vor allem die laufenden Kosten sind stark schöngerechnet.

Ich empfehle Dir einfach mal mit Rolf --> Link Kontakt aufzunehmen. Er lebt auch das ganze Jahr in Wohnmobil ähnlichen Fahrzeugen und hat einen Plan davon ob Du auf dem richtigen Weg bist :!:
Apropo, Andre wäre vielleicht auch ein kompetenter Ansprechpartner: --> Link

Und hier noch ein super Blog eines ganz ähnlich gelagerten Vorhabens: --> Link
Ich empfehle vor allem die Seiten Wohnmobil. Und ganz besonders empfehle ich Dir seine Erfahrungen mit seinem Womo im Winter :ja:

LongJohn am 02 Mai 2014 08:27:51

Hallo

Google mal nach ,, Tikro,, hat allerdings keine 4 Schlafplätze. --> Link

Und ein Fahrzeug was deinen Vorstellungen entspricht, muß sowieso erst noch gebaut werden.

LongJohn

andwein am 02 Mai 2014 11:06:59

biauwe hat geschrieben:Wir haben den T4 14 Jahre gefahren, ohne zu stinken :D

Sorry, aber bestimmt nicht am Stück und über den gesamten europäischen Winter!!
Es könnte z.B. vorkommen, dass der "winteroffene" CP nicht mit dem Arbeitsort Kunde übereinstimmt. Dann wirds mit Duschen und frische Kleidung vielleicht etwas schwierig.
Es könnte, rein theoretisch, auch sein, das Gasheizung und Karosserie im Winter einen Konkurenzkampf "Wärme Zufuhr und Wärme-Abfuhr" zu Lasten des Bewohners führen.
Aber Schwierigkeiten sind ja bekanntlich dazu da überwunden zu werden.
Andreas

gespeert am 02 Mai 2014 19:38:19

Bau Dir nen 7,5 t Kühler aus.
Am Besten ein Lebensmittelkühler oder Blumentransporter.
Ein Fleischerwagen könnte ggf. riechen wenn nicht gut gepflegt.
Für gebrauchte Lkw frage mal die Vermieter, oder Transportfirmen die für die Lebensmittelketten Waren fahren (Backwaren usw.).

Für die Solaranlage lege die Winterzeit als Maßstab an!! Der Sommerverbauch ist weniger das Problem.
Im Winter mußt Du aufs Dach zum Freikehren (oder heize das Ding mit dem Holzofen frei), daneben brauchst Du schon ca. 1 kW Solarleistung.
Kennst Du die Seite von jonson, der Mann wohnt seit 30 Jahren in Fz.!!!!

Flatus am 02 Mai 2014 19:42:34

Hallo

Aber den 7,5-Tonner unbedingt als Wohnmobil anmelden, sonst gilt in vielen Ländern Sonntags- und/oder Nachtfahrverbot.

Flatus

biauwe am 02 Mai 2014 19:58:54

gespeert hat geschrieben:Bau Dir nen 7,5 t Kühler aus.
...daneben brauchst Du schon ca. 1 kW Solarleistung.


So was stand in Frankreich monatelang im Skigebiet:



Uns reichen 700 Wp, auch im Winter:


pipo am 02 Mai 2014 21:12:55

smkkk hat geschrieben:Ich plane ein Zusammenleben mit der Natur, sowie viele Aufenthalte in umweltzonen Großstädten.
- Arbeiten in der Großstadt (z.B. Köln, Hamburg, Zürich) vor Ort beim Kunden oder im Fahrzeug.

Jungs, ich nehme an, dass der Kollege "unauffällig" in der Stadt übernachten möchte. Zudem ist auf seiner Kalkulation kein individueller Ausbau vorgesehen.
Klar ihr habt recht, aber ich glaube mit einem Ausbau hat sich unserer Kollegen noch nicht Gedanklich beschäftigt.. :wink:

Gast am 03 Mai 2014 23:29:25

Sorry, ich halte das Ganze für eine Schapsidee,das fängt schon beim Fahrzeug an und hört mit der Kalkulation auf.Wenn ich lese Pflegekosten 20.-EUR für ein ganzes Jahr kann ich das nur als lächerlich bezeichnen.Leider sieht ein ganzer Teil der Kalkulation so aus.

Arno

SaharaJoe am 04 Mai 2014 17:44:12

Ich schreibe nicht sehr viel in Foren bzw. Internet, daher, wenn es unverständlich/missverständlich ist, einfach nachfragen.

Ich lebe und arbeite seit ca. 15 Jahren im Wohnmobil.

Ein wenig Grundüberlegung:

Wähle Dein Wohnmobil auf Hinblick auf den Winter aus, das ist in vielerlei Hinsicht die schwierigste Jahreszeit im Wohnmobil.
Dort trägt das Thema Wärme entscheidend zu Deinem Wohlfühlen bei. Wichtige Sachen solltest Du berücksichtigen:
Wintertaugliche Isolierung:
Du brauchst kein Doppelboden ist aber hilfreich (Teppich und dicke Socken tuen es auch)
Die Isolierung sollte sehr gut sein, (Mein erstes Wohnmobil hatte hier die größten Probleme (Der Rücken war eingefroren und der Bauchspeck brutzelte vor Hitze)
Gas(LPG), Wasser, Scheiße oder wie das heißt sollte dringend Frostfrei sein. Bei Dauerfrost solltest Du es schaffen den Butan-Rest in der LPG-Flasche zu verdampfen (Heizmanschette??)
Ich verbrauche im Winter so 1-3 11kg-Füllungen in der Woche, in der Zwischenzeit ca. 1 Füllung für 14 Tage und im Sommer 1 Füllung pro Monat.

Stromversorgung,
auch ein schwieriges Thema: ich hatte bisher 1 x 95 Ah, 2 x 95 Ah, 4 x 95 Ah, 2 x 110 Ah in „normal“, „Solar“ und Gel-Qualität mit und ohne Solar 50-700Wp, Honda 10i, Honda 20i, TEC 29.

Batterien1:
Ein Satz Batterien hält bei mir ca. 1 Jahr, nicht mehr, eher weniger, egal was Hersteller, „Fachleute“ und sonst wer schreibt und erzählt. (Wenn man Batterien nicht benutzt, halten die sicherlich 10 Jahre, aber das hast Du nicht vor, also rechne/träume nicht so) (Ich plane gerade eine Umrüstung auf Lithium, diese scheint für mich bei einer Benutzung über 3 Jahre gesehen die günstigste alternative)

Baterien2 Ah:
Ich habe ein sparsamen Laptop 2-8Ah (incl. Wechselrichterverluste) die Stunde, einen Fernseher 3-4Ah die Stunde, Heizung, Licht (LED) sind im Winter höher, ich schätze so 2Ah/Tag Sommer bis 20Ah/Tag Winter ohne dem LPG-Problem, den Drucker/Scanner sowie andere 220v Geräte liegen so im Standby-Betrieb bei mir in Summe bei 3,6W -> 7Ah/Tag. Sehr guter Wechselrichter 12v-220v auch noch mal 6Ah/Tag

Von einer 95Ah-Baterrie kannst Du ca. 45Ah entnehmen, wenn die voll war, praktischer weise bekommst Du die Batterie nie so richtig voll. Gehe mal eher von einer 95Ah Batterie aus die auf 80 Ah geladen ist aus. Dir bleiben nur noch 30Ah übrig! (Geteilt durch die Tage, die Du Autark stehen willst.) Entnimmst Du mehr, verlierst Du massiv an Zyklen. Es ist dann aus Sicht der Batterie kein Problem wenn sie nach einem ½ Jahr oder früher nicht mehr will.

Entweder hast Du im Winter jeden Tag über mehrere Stunden den Generator am Laufen oder Du hängst spätestens jeden 2. Tag für 24 Stunden an der Steckdose oder Du killst Deine Batterie innerhalb einer Woche. Ach ja, „sinnlos“ umherfahren, um die Batterie zu laden, geht auch noch.

Trotz 700Wp Solar und 220Ah Batterie und reduziertem Stromverbrauch bin ich im Winter (Mitte Dez – Mitte Januar) nicht Autark. (Daher rüste ich auf 1000Wp und 700Ah Lithium auf)
Wenn ich bis tief in die Nacht viel Arbeite und es eine bewölkte Woche ist reicht auch im April meine Stromversorgung nicht!! (Da würde der Generator weiterhelfen)

Mein Rat: mindestens 2 x 95Ah bei mindestens 300Wp Solar und für Notfälle Honda 10i bzw. Kipor-Generator und im Winter öfters an die Steckdose. (Um Deine Batterien voll zu Laden benötigst Du ca. 10-15 Stunden! (Gel noch länger!!)


Generatoren:
es gibt ab und zu Probleme mit der Lärmbelästigung und sollte nur so kurz wie möglich laufen. Der Honda 10i läuft bis ca. 400W leise, danach wird dieser auch laut, der Honda 20i ist nach meiner Erfahrung der sparsamste (lief bei mir bis 28 Stunden mit einer Tankfüllung, nimmt aber viel Stauraum weg. Der TEC 29 hatte ich in einem Stauraum fest eingebaut. Lärmbelästigung drinnen und draußen vorhanden trotz verstärkter Schalldämmung. Nach ca. 3500 Betriebsstunden wurden die Reparaturkosten zu hoch, die Zuverlässigkeit sank dazu noch sehr stark. (Ich habe keinen Generator mehr im Einsatz)

Wenn Du „illegal“ Frei stehen willst, solltest Du so unauffällig wie möglich sein.
- Kein Lärm (Generator, lauten Fernseher, laute Musik, …).
- Abends und nachts dringt kein Licht nach draußen.
- Kein Schlüssel im Zündschloss lassen.
- Blickdichter und Lichtdichter Vorhang zwischen Cockpit und Wohnraum (Die Cockpit-Verdunklung offen lassen)
- Sat-Schüssel eingefahren
Die meisten Menschen sind Tollerrand, ganz wenige nicht.
Manche große Industrie-Unternehmen haben große Parkplätze, auf den sieht man ab und zu externe „Techniker“ / „Berater“ in ihren Wohnmobilen, die in der Woche dort bleiben.
Gegeüber einer Polizeiwache würde ich nicht übernachen, wenn die Besetzt ist, werden die irgend wann neugierig, wenn nicht, "nützt" es Dir nicht.

Zu Thema Einbruch ins Wohnmobil, kann ich Dir nur sagen, wer reinkommen will, der kommt rein.
Die Schlösser und Halteriegel sind meist ein Witz. Wenn der „Einbrecher“ die nicht aufbekommt, dann schlägt er halt die Scheibe ein. Das Wohnmobil ist kein Tresor. Ich habe bis jetzt 4 Einbruchsversuche mitbekommen, davon waren 2 nach dem Motto „Gelegenheit macht Diebe“ (ich habe mich bemerkbar gemacht, da haben die die Flucht ergriffen), einen wurde durch einen überzeugenden Hund vereitelt. Der gefährlichste war in Spanien an einer Autobahnraststätte. Die Überraschung war, ich schlief noch nicht, die Bande ist dann schnell über die Felder in die Dunkelheit verschwunden. Die Gefährlichste Zeit für Einbrüche schätze ich so zwischen 23 und 3 Uhr ein.
Normal kannst Du in Deutschland problemlos für eine Nacht fast überall Übernachten, wenn Dir Dein Bauchgefühl sagt, es ist OK, dann bleibe. Wenn nicht, fahr weiter, denn einen erholsamen Schlaff bekommst Du wegen der Angst eh nicht.
Zum Thema Sicherheit gibt es ganz viel im Internet zu lesen, und verbindliche Tipps kannst Du nicht erwarten. Wenn Du Angst hast, dann bleibe zuhause, oder kaufe die Produkte der Angst-Industrie. Zum Tresor wird Dein Wohnmobil trotzdem nicht.

Zu der Größe Deine Wohnmobils kann ich Dir nur den Tipp geben: Wähle es nicht zu klein.
In mein VW-T5 1,2,3 Wochen im Sommer für den Urlaub sind OK.
Mein erstes Wohnmobil hatte 5,5 m es passte noch recht gut auf ein Parkplatz, mein jetziges hat 6,5 m und benötigt 2 Parkplätze. Ich halte mittlerweile 6 m als Ideal, das passt mit viel Wohlwollen noch auf ein Parkplatz.


Dein ganzes Zahlenspiel kannst Du vergessen, ich sehe so etwas immer als Spielerei/Freizeitbeschäftigung an.
(Ich gebe es zu, ich mache es auch manchmal, ich sehe es aber auch bei mir als Spielerei an, die Realität sieht meist anders aus. Um ein Überblick zu bekommen ist es aber meist gut)
Das Leben Unterwegs kann sehr viel teurer sein oder auch viel billiger sein. Das lässt sich im Vorfeld nicht so genau kalkulieren.
Zudem brauchst Du immer eine größere Reserve, wenn der Motor, Kupplung oder der gleichen kaputt geht.
Die Werkstätten merken, wenn Not am Mann ist, und Du kommst dann netterweise in Genuss eines Abhängigkeitsaufschlag.

Frag, wenn Du Fragen hast.

Jochen

pipo am 04 Mai 2014 19:10:17

Besser kann man es nicht zusammenfassen oder erklären!! :klatschen:

WOmO_Udo am 04 Mai 2014 20:06:29

Saharajoe das ist mal eine ordentliche und realistische Rechnung

Danke dafür

SaharaJoe am 04 Mai 2014 21:09:19

Nochmal Ich.

Ich habe mir erst jetzt Deine Wohnmobil-Vorschläge angeschaut. Entschuldige.

Die sind quasi Unisoliert. Für den Sommer sicherlich OK, für Kurztrips im Frühjahr und Herbst auch OK, aber wie willst Du das Fahrzeug im Winter dauerhaft Heizen? Bei der Isolierung könnte es passieren, dass Du bei -20 °C mit einer vollen 5 kg Flasche nicht über die Nacht kommst.

Im Winter löst sich allerdings Dein Stromproblem relativ einfach. Du musst jeden Tag los fahren, um Dein Gas Vorrat aufzufüllen.

Ich habe mir diese Kategorie von Wohnmobilen sehr genau auf Messen angeschaut, teils auch sehr intensiv mit den Herstellen/Händlern gesprochen. Es gibt isolierte Wohnmobile dieser Kategorie, meist kommen diese von kleinen Herstellern mit entsprechenden Erfahrungen im Individual-Ausbau, dann aber mit entsprechen Preisen. Wenn Du Deine Preisvorstellung mal 3 nimmst könnte es für einen guten Gebrauchten reichen. Neu liegen die meist zwischen 60.000 und 100.000 EUR mit der Tendenz weiter nach oben.

Ich denke Du solltest die Fahrzeug-Kategorie wechseln oder Dein Budget massiv aufstocken.
Am besten beides.
Mit Deinen Rahmenbedingungen lässt sich Dein Wunsch nicht umsetzen, weder technisch noch finanziell.


Du merkst, Du brauchst noch ganz viel „input“ für Dein Projekt. Jeder hat mal angefangen und das gute am Menschen ist, er lernt aus seinen Fehlern. (Ausnahmen mal abgesehen)
Nur manchmal gehen die Fehler an die Existenz und für weiter Versuche bleibt nichts mehr übrig.

Wenn ich Dir mit meinen Erfahrungen / Fehlversuchen weiter helfen kann, freut es mich, wenn nicht ist das auch OK.

Jochen

franz_99 am 04 Mai 2014 22:07:21

Ich denke du wirst ihm nicht geholfen haben, das waren die Antworten die er garantiert nicht hören wollte. Aber vielleicht sind sie für jemand anderen nützlich.

andwein am 05 Mai 2014 10:09:19

Hallo Sahara Joe,
eine hervorragende sachliche Zusammenfassung!
Andreas

schnatterente am 05 Mai 2014 11:12:10

rosselarno hat geschrieben:Wenn ich lese Pflegekosten 20.-EUR für ein ganzes Jahr kann ich das nur als lächerlich bezeichnen.

Du weißt schon, dass damit nur die Außenreinigung des Fahrzeugs gemeint ist. Wir sind mit 18,50€ für 7 Monate hingekommen, das ist schon realistisch.

Gast am 05 Mai 2014 18:26:23

Kommt immer darauf an welche Möglichkeiten man hat und welche Ansprüche man an die Sauberkeit des Fahrzeugs stellt.Ich wasche ein ganzes Jahr zum Nulltarif,glaube aber nicht das der TE das auch kann.

Arno

pipo am 12 Mai 2014 15:43:46

Hallo SMKKK, was wird denn nun aus Deinem Projekt????
Wäre nett wenn Du zumindest mal ein Fazit postest.. :ja:

franz_99 am 12 Mai 2014 16:01:10

da fragst du noch, der wird neen VW kaufen, ich bin mir sicher :mrgreen:

camper24 am 13 Mai 2014 10:58:14

Hallo zusammen,

unsere Freunde haben in einem Teilintegrierten 7m-Wagen sechs Monate überwintert. Bei Minus 22° wurde es selbst auf dem CP mit Zusatzheizung ungemütlich und man musste abbrechen. Gasverbrauch in dieser Phase: 1x11kg pro Nacht + 2KWStrom !!!

Wir selbst standen bei nur -12° draußen und mussten abbrechen, weil die Wasserleitungen zugefroren waren. OK – beides waren Serienfahrzeuge aus Italien, bzw. Slowenien – und sicher nicht für solche Verrückte wie uns gemacht, die darin auch im Winter übernachten, bzw. überwintern wollen.

Aber selbst die gehobene Klasse hat bei hohen Minusgraden Probleme. Mir berichtete ein Liner-Fahrer, der bei Minus 36° in Schweden innen mit der Warmwasserheizung gemütliche 20° Plus erzeugte – und anschließend verzogene Wände und undichte Wand-/Deckenübergänge zu beklagen hatte. Als Kunststoffexperte kann ich das nachvollziehen, da hier Kräfte entstehen, denen die maximal 40mm Wandisolation aus PU-Schaum nichts entgegenzusetzen haben. Hier taugt allenfalls eine Monocoquebauweise und selbst die hat Grenzen.

Die Idee mit dem Kühllaster finde ich daher nicht schlecht und würde aus o. g. Gründen sogar einen Tiefkühltransporter wählen. Hier sind dann sicher solche Probleme bereits beim Gehäusebau berücksichtigt worden.

Immerhin willst du ja dauerhaft darin wohnen – und da musst du andere Maßstäbe ansetzen, als bei nur gelegentlicher Nutzung. Es sei denn, du fährst damit im Winter in den sonnigen Süden. Dann mag deine Rechnung aufgehen – auch mit dem Gas.


Camper24

nuvamic am 13 Mai 2014 11:36:07

camper24 hat geschrieben:Die Idee mit dem Kühllaster finde ich daher nicht schlecht und würde aus o. g. Gründen sogar einen Tiefkühltransporter wählen. Hier sind dann sicher solche Probleme bereits beim Gehäusebau berücksichtigt worden.

Interessanter Gedankengang. Nur - wer lebt schon gern in ner Höhle... also wird wohl jeder Selbstausbauer Fensteröffnungen und ne Tür, womöglich noch Lüftungsgitter etc reinschneiden. Wie sieht es dann deiner Meinung nach mit der Widerstandsfähigkeit in punkto Temperaturen aus?

LeVoyageurLT am 13 Mai 2014 11:47:07

• Ist es möglich ein Wohnmobil mit Büro steuerlich als „Konferenzfahrzeug“ oder „Sonder-KfZ“ anzugeben?

Unser Busimobil läuft so: Fahrtenbuch führen, von sämtlichen Kosten (aus D) Vorsteuer ziehen, am Jahresende auf private und gewerbliche Nutzung verteilen. Wir nutzen eine Fahrtenbuch-App.

Vorsteuer aus Kaufpreis geht natürlich nur bei Neufahrzeug, bzw. wenn das Gebraucht-Fz vorher immer als Geschäftswagen gemeldet war (wir hatten das Glück).

biauwe am 13 Mai 2014 11:56:42

camper24 hat geschrieben:Wir selbst standen bei nur -12° draußen und mussten abbrechen, weil die Wasserleitungen zugefroren waren.


Das sollte man vorher testen, wie Wintertauglich das Womo ist.

-12°C ist doch kein Frost.
-36°C dagegen ist wohl die Grenze der Womonutzung!?

SaharaJoe am 14 Mai 2014 07:10:25

Hallo zusammen

ich habe bei mir 3!! Heizungen eingebaut mit einer Gesamtleistung von ca. 11 kW. Wenn es richtig kalt wird schafft es die Hauptheizung nicht mehr alleine, dann stelle ich die 2. Gasheizung an. Für den Notfall habe ich noch eine Diesel-Heizung, falls das Gas mal in der Nacht aus geht. (In diesem Winter war die 2. Gasheizung aus, es war einfach zu Warm)

Meiner Erfahrung nach, gehen die Heizungen immer im Winter kaputt, so ist eine zweite unabhängige Heizung nicht verkehrt.

Bei -20 °C komme ich so 2 Tage mit 1 x 11kg Gas hin.
Bei meinem ersten Wohnmobil lag ich auch so bei 1 x 11kg pro Tag/Nacht. Ich habe dieses dann mit 1 – 2cm von innen zusätzlich isoliert und 11kg reichten dann für 2 Tage. War eine schöne Winterbeschäftigung.

Falls der Kollege sich wirklich den VW holt, dann sollte er sich wenigstens einen sehr guten Schlafsack für den Winter holen. (Wohnfühlbereich bis -20 °C !!!).
Nachts den Motor laufen lassen geht natürlich auch. Nur dann haut die schon sehr knappe Gas/Benzin-Berechnung nun nicht mehr ansatzweise hin.
Die Toleranz der Mitbürger ist da aber meist sehr eingeschränkt. Einmalig, um über die Nacht zu kommen, geht meist, mehr meist nicht.

Wenn das Zahlenspiel weiter betrieben wird, sollten Heizkosten von 150 (sehr gut Isoliert) bis 1000 EUR (sehr schlecht oder gar nicht Isoliert) pro Wintermonat berechnet werden. Vom Wohlführen abgesehen rechnet sich ein gut isoliertes Fahrzeug bei Winterbenutzung relativ schnell. (Grob ca. 2000 EUR pro Jahr)

Die ausgesuchten Fahrzeuge haben keine Isolierung, sondern nur eine Verkleidung, so dass man das Blech nicht sieht. Daher kostet das Nichtfrieren im Winter eher die 1000 EUR pro Monat. Da rechnet sich das Überwintern in Spanien schon wieder. Frieren geht natürlich auch, aber auf Dauer geht das auf die Psyche.
Wenn man wenig Menschen-Kontakt hat, klapp dass auch mit dem nicht Duschen können im Winter, oder man fährt regelmäßig zum Schwimmbad. (In anderen Ländern gibt es öffentliche Dusch/Badehäuser, die sind bei uns nicht so sehr verbreitet, eigentlich kenne ich in Deutschland keines).

Sonst denke ich, wie manche hier, dass sich nicht mehr meldet. Es wurde wohl begeisterte Zustimmung anstatt konstruktive Kritik zum Projekt erwartet. Da sucht man sich halt neue „Freunde“, oder lässt das Projekt klamm heimliche fallen. Wobei ein Aufgeben vor ein Scheitern sehe ich jetzt nicht als schlimm an.

Wenn man die Rahmenbedingung ändert, lässt sich das Projekt auch mit wenig Geld realisieren aber man muss das wollen und kompromissfähig sein.

Da wir nicht wissen wohin tendiert wird, können wir nur spekulieren, konkret helfen ist da kaum mehr möglich.

Jochen

camper24 am 16 Mai 2014 11:10:11

biauwe hat geschrieben:
Das sollte man vorher testen, wie Wintertauglich das Womo ist.

-12°C ist doch kein Frost.
-36°C dagegen ist wohl die Grenze der Womonutzung!?


Hallo biauwe,

Tolle Idee - doch wie testet man das vorher? Gibt mir mal einen Tipp, wenn man keine Kältehalle zur Verfügung hat.


Camper24

biauwe am 16 Mai 2014 13:32:27

Kaunertaler Gletscher oder Stilfser Joch.

andwein am 17 Mai 2014 10:15:34

Aber oben auf dem Liftparkplatz!!! im Dezember!! sieht dann so aus:

Andreas

konkretus am 29 Jun 2014 17:26:59

Hallo smkkk

Es würde mich echt interessieren, wie dein Projekt weiterging :)

schnatterente am 29 Jun 2014 23:22:34

Leider beim Träumen eingeschlafen ;-D

Ostwestfale am 30 Jun 2014 07:13:07

wolfherm hat geschrieben:T4 als Hauptwohnsitz und Arbeitsplatz? Respekt.



Freundlich ausgedrückt :)


Bon Voyage

smkkk am 15 Jul 2014 11:05:47

Hallo Forum,

bestbesen Dank für die zahlreichen Beiträge.
Ich habe mich sehr darüber gefreut.

Entschuldigt die Verspätung. Ich bin dabei meine Wohnung zu kündigen, Möbel zu verkaufen und behalte nur das was ich wirklich zum Leben brauche.
Von 4 Dingen gebe ich 3 ab.
Ich war etwas schockiert welche Ansprüche hier diverse Leute vertreten. Dies spiegelt sich auf Fahrzeug, Lebensstiel und Konsumverhalten wieder.
"Weniger ist Mehr" ist absolut eines der wichtigsten Motos für die Zukunft unserer Gesellschaft.
Seit 2 Jahren lebe ich bewusst ein einfaches Leben. wikipedia. org/wiki/Einfaches_Leben
Mit weniger leben, mit weniger Besitztümern, weniger Hausrat und weniger Verpflichtungen.
Ich reduziere meinen ökologischen Fußabdruck, esse vegan, vermeide Abfall, betreibe vordergründig Eigenleistungen und verzichte möglichst auf Fremdleistung.
Ich lebe unter meine Verhältnissen, innerhalb meiner Möglichkeiten und für meine Träume.

Ich reise und wohne im Womo wie als Backpacker minimalistisch, mit kleinem Fußabdruck und einem mobilen 7kg Rucksack.
Komfort ist alles, worauf ich verzichten kannst, ohne dass sich meine Reiseerfahrung grundlegend ändert.
Für ein finales Fahrzeug habe ich mich noch nicht entschieden.
Generell ist ein praktischer, unauffälliger, kurzer Kastenwagen die eierlegende Wollmichsau.

Ich mache mir grade sehr viele Gedanken darüber wie man unauffällig und am besten transparent in urbane, wie auch naturnahen Gegenden stehen kann.
Welche neuen Ideen habt ihr diesbezüglich?
- Eine bedruckte Auto Plane benutzen, wie im Beispiel bit.ly/1rd5hng
- Magnettafeln/Beklebungen einer Service Firma
- in Kommunalorange als Baustellenfahrzeug tarnen
- Transparent sein und Objekte vortäuschen durch elektronische Bildschirmfolien mit Adaptiv-Technologie

Über weitere Tipps, Tricks und verrückte Ideen freue ich mich sehr.
Lieben Dank für eure Einschätzungen und Hilfe.

Sonnige ,
smkkk

Meteor50 am 15 Jul 2014 20:07:46

smkkk hat geschrieben:Ich mache mir grade sehr viele Gedanken darüber wie man unauffällig und am besten transparent in urbane, wie auch naturnahen Gegenden stehen kann.


In einem autarken Kastenwagen Leben und Arbeiten, das geht irgendwie schon. Aber darin Leben und in naturnahen Gegenden auch noch "unauffällig" stehen, das geht nach meiner Erfahrung eher NICHT.
Man sieht immer ob ein Kastenwagen der für ein autarkes Leben ausgestattet ist, an Ort und Stelle bewohnt wird, oder als normales Fahrzeug nur irgendendwo rumsteht. Es ist vollkommen egal was für eine Tarnung du dir auch immer ausdenkst, ein aufmerksamer Beoabachter wird den Unterschied immer erkennen.

schnatterente am 16 Jul 2014 11:53:56

Hätte nicht gedacht, dass nochmal eine Rückmeldung von dir kommt. :top:
smkkk hat geschrieben:Generell ist ein praktischer, unauffälliger, kurzer Kastenwagen die eierlegende Wollmichsau.

Warum nicht, eben ganz einfach: Matratze rein, Wasserkanister rein und los gehts. Ich frag mich nur, was du zukünftig arbeitstechnisch machen möchtest. Soll es etwas mit PC werden, wird es schon aufwendiger, was Strom betrifft. Und dann kommt halt immer (wie schon angesprochen) der blöde Winter dazwischen...

SaharaJoe am 16 Jul 2014 14:20:21

Hallo smkkk,

schön wieder was von Dir zu lesen.

„Generell ist ein praktischer, unauffälliger, kurzer Kastenwagen die eierlegende Wollmichsau“

Ja, da gebe ich Dir recht. Jetzt kommt ein ABER:

Die günstigen „professionellen“ Anbieter von Fertigfahrzeugen orientieren sich in der Ausstattung eher für den 3 Wochen Sommer-Trip und sind entsprechend (nicht) ausgerüstet.
Die professionellen Anbieter orientieren sich nicht an Deinen Preisvorstellungen.
Wie ich vorher mal geschrieben habe lässt sich, meiner Einschätzung nach, Dein Projekt realisieren, nur muss man ein wenig an Deinen Stellschrauben/Wunschvorstellungen drehen um für Dich den besten Kompromiss zu finden.

(Meinen VW T5 für den Urlaub fertig machen war ganz einfach. Mit dem Wagen zum Baumarkt fahren, mit den Zollstock alles ausmessen, alles im Baumarkt zurechtsägen lassen, auf dem Baumarkt-Parkplatz alles einbauen/zusammenschrauben und fertig ist das Wohnmobil (ca. 100 EUR). 2. Batterie und Dieselstandheizung war schon vorhanden. Für die Toilette gibt es fertige Lösungen für 50 EUR und waschen kann man sich mit einem Waschlappen und einer großen Schüssel. Ein kleiner Camping-Kocher fürs warmes Essen und Wasser. Habe ich was vergessen? Ja, den Strom, und da wird es wieder spannend. Da ich viel gefahren bin und ich öfters auf Campingplätze stand hatte ich kein Problem damit. Zur Not hatte ich noch den kleinen Honda. Im Winter noch ein guten Schlafsack, was willst Du noch, es geht. Für den Urlaub OK, aber dauerhaft drin leben?)

Fürs dauerhafte wohnen würde ich mir kein T5 oder ähnliches holen, sondern eher ein Sprinter, Ducato oder ähnliches und selbst ausbauen. Dann kann man den genau auf die Bedürfnisse auslegen.
(Isolierung für den Winter, passende Sitz-, Liege- und Steh-Möglichkeiten, Stromversorgung, usw.)
OK sieht dann nicht so schick aus, aber das braucht man ja eigentlich auch nicht (angeben können andere besser).

Ein weiteres ABER:

Ein herumstehender Kastenwagen ist Auffällig. Im Gewerbegebiet vielleicht nicht, aber sonst, ja.
Es gibt fast überall Aufpasser / Blockwarte oder ähnliches, denen fällt jede Veränderung auf. Dauerhaft und unauffällig in der Natur geht in Deutschland (dauerhaft) nicht. Irgendwo nimmst Du imaginär immer jemanden dabei was weg und sei es den eigenen Traum. Wir leben in Deutschland in einer Neid-Gesellschaft und da kann es nicht sein, dass Du Dir etwas mehr herausnimmst, was eigentlich hier verboten ist. Stichwort: genehmigungspflichtige Sondernutzung. Polizei und besonders das Ordnungsamt ist dann Dein bester Freund (oder auch nicht).

Reklame oder ähnliches würde ich nicht drauf machen, Du bist dann vom weitem und schneller eindeutig identifizierbar.

Bitte jetzt nicht übel nehmen:
Dir scheint noch eine Menge Lebenserfahrung zu fehlen oder/und Du bist ein Träumer.
Beides nicht schlimm, Du bist nicht alleine, nur zugeben tut es kaum jemand.

Ich könnt jetzt auch einiges aus meinem Leben erzählen, lass es aber lieber hier. Du erinnerst mich an meine Naivität in jungen Jahren.

Wenn ich helfen kann, freue ich mich, wenn ich Dir zu lästig bin, musst Du damit Leben, wenn nicht, kannst Du Dein Traum nicht verwirklichen. (Ich hoffe Du verstehst den Satz)

Jochen

Meteor50 am 16 Jul 2014 18:02:24

SaharaJoe hat geschrieben:Ein herumstehender Kastenwagen ist Auffällig. Es gibt fast überall Aufpasser / Blockwarte oder ähnliches, denen fällt jede Veränderung auf. Dauerhaft und unauffällig in der Natur geht in Deutschland (dauerhaft) nicht.


Genau so ist es. Für einige Tage und Nächte in der Natur stehen, das geht meist schon. Dauerhaft stehen geht meist nicht.
Ich fahre derzeit einen geschlossenen fensterlosen Kastenwagen einer ehemaligen Landschaftsgärtnerei. Das Firmenlogo hatte ich aus Faulheit und Gründen der Tarnung anfangs erst mal drauf gelassen. Von aussen sieht der Kastenwagen keineswegs aus, als wenn jemand darin übernachten oder gar dauerhaft drin wohnen würde. Der Kastenwagen ist auch nicht ausgebaut,man kann aber trotzdem für ein paar Nächte einigermaßen gut drin übernachten. Ich habe ihn eigentlich nur als Zugfahrzeug für meinen autarken Wohnwagen gedacht.
Mit dem Kastenwagen allein kann ich auf den Waldparkplätzen in meiner Region tagelang ungestört auch über Nacht stehen. Die Aufschrift Landschaftsgärtnerei ist offensichtlich hilfreich dabei. Habe ich aber meinen Wohnwagen angekuppelt mal hintendran hängen, habe ich meist schon nach einem Tag einen von der Forstverwaltung der wie zufällig vobeikommt an der Backe kleben.
Und nur deshalb weil die mich kennen und weil ich sichtbar keinen Dreck verursache oder hinterlasse ( ich Depp reinige den gesammten Parkplatz vorher und auch wenn ich gehe immer vom Müll der anderen ) werde ich mit Wohnwagen hintendran auch mal einige Tage bei wissentlicher Dauernutzung auf dem Waldparkplatz "geduldet."
Unbemerkt stehen geht aber nicht, und mit der Duldung kann es auch sehr schnell wieder vorbei sein.
Dauerhaftes wohnen in einem als Campingfahrzeug ausgebauten Kastenwagen geht in der Natur nur, wenn man täglich den Platz wechselt, und hinterher nirgendwo Dreck hinterließ. Wenn man ständig im gleichen Gebiet abwechselnd immer auf den gleichen Plätzen steht, da kennen einem die Leute mit der Zeit schon, und wissen genau bei wem sie ein Auge zudrücken können, und wo nicht.

Abgesehen von der Freisteherei stelle ich mir aber Wohnen und Arbeiten in einem Kastenwagen speziell im Winter in der praktischen Umsetzung recht schwierig vor. Für so ein Leben auf engstem Raum muß man auch gemacht sein, wenn man nach ein paar Monaten nicht schnell wieder die Lust dafür verliert. Das weiß man aber erst, wenn man es mal eine längere Zeit für sich selbst erprobt hat.
Als ich vor Jahren mal auf Wohnungssuche war, dachte ich anfangs nur als gedachte Übergangslösung in meinem Wohnmobil zu wohnen. In meiner Vorstellung ( hatte bis dato nur Urlaube im Womo gemacht) war alles traumhaft einfach und easy, und fragte mich weshalb ich nicht schon früher auf diesen Gedanken kam.
Weil ich durch die Wohnungsauflösung keinen Stellplatz mehr für den Wohnwagen hatte, hängte ich den Wohnwagen dann einfach mit hintendran. Aus der gedachten Übergangslösung wurde dann ein ganzer Sommer, ein ganzer Winter und noch mal ein ganzer Sommer. Aber ich hatte anfangs oft und auch später immer mal wieder die Schnauze gestrichen voll, weil nicht alles so problemlos ablief wie ich mir das Vorstellte.
Wobei ich mit dem autarken winterfesten Wohnmobil und dem autarken winterfesten Wohnwagen hintendran, ja noch bedeutend mehr an Luxus hatte, was man eigentlich zum dauerhaften wohnen und Freistehen bräuchte.
Wenn ich da an dein Vorhaben und die Enge des Kastenwagens denke, und mir die langen Winterabende vor Augen führe, da würde ICH mir das in einem engen Kastenwagen, und ohne richtige Heizung, schon im Ansatz gar nicht erst zumuten wollen.
Obwohl mir ein einfaches und spartanisches Womo Leben auch dauerhaft nichts ausmachen würde, würde ich auf ausreichend Wohnraum, auf eine Dusche, ein bequemes Festbett, und eine wohlige Bewärmung des Innenraums im Winter nicht mehr verzichten wollen.

SaharaJoe am 16 Jul 2014 20:53:28

für Meteor50

Ich zitiere Dich mal:

"Genau so ist es"

Das schleichende Dazugehören (Duldung) muss man sich erarbeiten. Jeder, aber auch wirklich jeder, ist in der Lage Dich mit ein Anruf von "Deinem" Platz zu vertreiben.
Aber zum Glück gibt es auch eine Menge tolerante Leute, die Dir nichts wollen und Deine Lebensweise akzeptieren. Ein Anrecht darauf hast Du nicht.(Wenn man mal von der Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit absieht, der Joker ist mit dem 2. Tag vorbei)

Jochen

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