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Das Gogolobil unterwegs: Frühsommer am Atlantik 2014 1, 2, 3, 4


Gogolo am 08 Mai 2014 14:08:01

Lange halten wir es zu Hause nicht aus, die Reiselust kribbelt wieder! Frankreichs Norden und die Atlantikküste ist diesesmal das primäre Ziel. Die Reiselust kribbelt schon, seit wir Ende März von der Überwinterung auf den Kanaren zurück gekommen sind... Aber so ein Zwischenstopp zwischen den Reisen zu Hause ist wichtig und notwendig. Körper und Fahrzeug brauchen Pflege und auch die sozialen Kontakte sind aufzufrischen, damit unsere Freunde uns nicht wie Fremde ansehen.

Nachdem die diversen Untersuchungen und Services für Fahrzeug (u.a. war eine neue Starterbatterie fällig) und Körper beendet sind, wird das Gogolobil beladen und wieder reisefertig gemacht. Dieses mal kommen die Pedelecs mit auf die Frühlingsreise, denn wir wollen auch etwas für unsere Fitness und Gesundheit tun.

Wie schaut unser neuer Reiseplan nun aus? In langsamen Etappen fahren wir noch vor Ostern in Richtung Holland um dort unsere Reisepartner der Asienreise 2012 zu treffen und mit ihnen ein paar nette Tage zu verbringen. Nach dem Treffen in Holland sagt uns das Blütenbarometer des „Alten Land“ wohin wir als nächstes fahren: entweder zuerst ins „Alte Land“ zur Baumblüte oder gleich weiter nach Belgien an die Atlantikküste. Von dort an der Kanal- und Atlantikküste Frankreichs entlang (Normandie und Bretagne) bis hinab zur spanischen Atlantikküste. Von dort aus dann quer durchs Land und über die Pyrenäen wieder zurück. Rückkehr wird Ende Juni/Anfang Juli sein.


Aber zunächst kommen unsere Reisefreunde der Asienreise Elfi und Werner aus Innsbruck zu uns um mit uns gemeinsam zum Treffen zu fahren und uns anschließend noch eine Weile durch Frankreich zu begleiten. Schon am Vortag der geplanten Abreise kommen sie am Abend absprachegemäß mit ihrem Wohnmobil zu uns und wir fahren mit dem Pkw zu einem gemütlichen bayerischen Lokal mit einheimischen Spezialitäten um uns nochmals zu stärken.

Ihr Wohnmobil kann in der Nähe von uns ruhig und unbehelligt in einer Seitenstraße stehen. Am nächsten Morgen gibt es bei uns noch ein gemeinsames, gemütliches Frühstück bevor es auf große Fahrt geht.

Nach dem Kälteeinbruch der letzten Tage hat sich das Wetter gebessert und wir starten bei Sonnenschein in Richtung Norden. Über München, Nürnberg geht es für heute nur nach Sommerach zum dortigen Campingplatz. Dieser liegt in fußläufiger Entfernung zum bekannten Weinort, den wir natürlich besuchen. Am Abend wird es „feucht-fröhlich“ in einem Weinlokal mit örtlichen Weinen und fränkischen Speisen.

Der „feucht-fröhliche“ Abend hält uns nicht ab, am nächsten Morgen los zu starten und über Frankfurt nach Limburg zu fahren. Nicht wegen des Bischofs, sondern wegen des schönen Doms, den ich schon oft von der Autobahn aus gesehen habe und schon seit langem besuchen wollte. Der Wohnmobilstellplatz vor dem Campingplatz war schon überfüllt und so ergatterten wir uns schöne Plätze auf dem Campingplatz. Für den nächsten Tag war keine Fahrstrecke eingeplant, sondern eine Besichtigung der Stadt und des Doms. Es ist Ostersamstag (Karsamstag), in der Stadt sind viele Touristen und auf dem Marktplatz sind Marktstände aufgebaut.

Limburg ist eine sehr schöne Stadt mit vielen alten und gut erhaltenen Fachwerkhäusern. Man könnte so viel fotografieren aber man weiß gar nicht wo man anfangen und aufhören soll. Dom – das ist klar, das muss sein, aber bei den Fachwerkhäusern ist eines schöner und spektakulärer als das andere.











Von Limburg aus fahren wir am Ostersonntag weiter nach Norden, über Köln und das Ruhrgebiet bis nach Rieste am Alfsee. Der Verkehr auf den Autobahnen ist erträglich, weil die Lkws am Ostersonntag nicht fahren dürfen. Von früheren Besuchen kenne ich den Campingplatz am Alfsee und wir ergattern noch zwei Plätze auf der Wohnmobilwiese. Das Wetter ist recht gut und die Temperaturen liegen bei 20°C. Das ändert sich aber in der Nacht, es fängt an zu regnen und wir haben nur noch 10°C. Holland ist nicht mehr weit und die letzten 250km bis zum Treffpunkt der Asienreisegruppe von unserer Tour im Jahre 2011 nehmen wir dann am Ostermontag unter die Räder.

Als wir dann am frühen Nachmittag in Abbekerk ankommen sind wir nicht die Ersten, denn Norbert und Bruni (die wir auch auf unserer letzten Überwinterungstour auf den Kanaren getroffen haben) sind schon eine Stunde vor uns eingetroffen. Die Wiedersehensfreude ist groß, sind wir alle schon gemeinsam durch „dick und dünn“ gegangen. Annemarie und Fons, die in Abbekerk wohnen, haben für uns Plätze auf dem netten örtlichen Campingplatz reserviert. Wir stehen hier zwischen blühenden Kirsch-, Apfel und Birnbäumen und gleich in der Nähe fließt ein kleiner Kanal am Rande des Campingplatzes. Außerhalb des Campingplatzes sind riesige Felder mit blühenden Tulpen in allen möglichen Farben. Hier bleiben wir bis zum nächsten Sonntag. Wir warten noch auf die restlichen Teilnehmer, die wohl morgen und übermorgen eintreffen werden. Annemarie und Fons haben für das Treffen ein schönes, abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Hoffentlich bessert sich das Wetter, denn es ist ziemlich bewölkt.

Wir machen in der Zwischenzeit mit unseren Elektrorädern Ausflüge in die nähere Umgebung, denn die Tulpenfelder, auf denen die Blumenzwiebeln gezogen werden, stehen prächtig in voller Blüte. Riesige Felder in allen möglichen Farben sind zu sehen, bevor die schönen Blumen brutal mit einer Maschine geköpft werden damit sich Tochterzwiebeln für die Zucht und den Verkauf ausbilden können. Entlang dieser Felder fahren wir u.a. nach Medemblik ans Ijsselmeer.











Langsam trudelten am nächsten und übernächsten Tag alle angemeldeten Teilnehmer hier ein. Die Wiedersehensfreude war groß und es gab viel zu erzählen – besonders von den zwischenzeitlichen Reisen. Am Nachmittag gab es von Annemarie und Fons holländischen Kuchen und Gebäck zum Kaffee. Und zum Abendessen kochte Annemarie eine sehr schmackhafte Erbsensuppe. Toll!





Unsere erste „Gruppenreise“ führte uns zum Zuidersee-Museum. Obwohl wir nicht die großen Museumsgänger sind hat uns dieses Museum ausnehmend gut gefallen. Die Museumsfähre bringt uns vom Eingang über das Ijsselmeer zum Freilichtmuseum. Mehr als 130 authentische Häuser sind hier zu besichtigen und Museumsleute demonstrieren eindrucksvoll das Leben in früheren Zeiten.











Weiter ging die Fahrt zu einem Holzschuh- und Käsehof. Beim Käse haben wir nicht widerstehen können und uns entsprechend „eingedeckt“ - Holzschuhe haben wir uns nicht gekauft. Bei einem gemeinsamen Matjesessen (ganz hervorragend!) haben wir den erlebnisreichen Tag auf dem Campingplatz ausklingen lassen.

Freitags ist in Alkmaar der berühmte Käsemarkt. Da mussten wir natürlich hin um das Spektakel zu besichtigen. Tausende von den großen Käselaiben wurden gewogen, von Trägern zu den Händlern getragen und dann abtransportiert. Sicher, das Ganze ist ein Spektakel für die Touristen, aber dennoch ganz nett anzusehen. Eine Grachtenfahrt auf den Kanälen von Alkmaar rundete den Besuch ab.









Der Tag war aber noch lange nicht zu Ende, denn wir besuchten auch noch die Schermer Mühlen. Hier wird eindrucksvoll das Wasser mit der Windkraft aus den tiefliegenden Feldern abgepumpt. Heute machen das aber nicht mehr die Windmühlen, sondern leistungsfähige moderne Pumpenanlagen.





Am Samstag war in ganz Holland „die Hölle“ los, denn König Wilhelm Alexander feierte an diesem Tag seinen Geburtstag. Eigentlich hatte der König am Sonntag Geburtstag, aber einen Tag vorher wird schon gefeiert. Wir fuhren deshalb nach Hoorn, die Hauptstadt von Westfriesland. Hoorn ist eine sehr schöne Stadt mit markanten Gebäuden. Es war aber im Stadtzentrum nicht viel davon zu sehen, denn die Straßen in der Fußgängerzone und in der Stadtmitte wurden zum farbenprächtigen Flohmarkt umfunktioniert. Es spielte Musik in den Straßen und die Leute trugen meist orangefarbene Kleidung sowie Hüte, Perücken, falsche Wimpern (die Mädls) und Fingernägel – alles in orange. Das Wetter war ebenfalls in Feierlaune, die Sonne schien vom blauen Himmel herunter.






Zum Abschluss unseres Treffens am Sonntag luden uns Annemarie und Fons noch zu einem typischen holländischen Frühstück mit verschiedenem Brot, Eier, Butter, Käse, Marmelade, Joghurt und Obst ein. Dann fuhren alle wieder ab – nur wir sowie Werner und Elfi blieben noch einen Tag. Danke, Annemarie und Fons, für die hervorragende Organisation und für die Mühe, die ihr euch gegeben habt.

Am nächsten Tag war es auch für uns soweit, wir kämpften uns aus der nassen Wiese des Campingplatzes heraus (es hatte zwischenzeitlich kräftig zu regnen begonnen) und fuhren nach Belgien weiter. Um Antwerpen herum war viel Verkehr und auch Stau. Am Nachmittag erreichten wir unser Etappenziel Brügge. Mit Werner und Elfi (sie begleiten uns auf unserer Reise noch durch die Normandie) besuchten wir am nächsten Tag diese alte Handelsstadt, machten eine Stadtrundfahrt mit dem Bus und mit einem kleinen Boot. Brügge ist wirklich sehr sehenswert – trotz der vielen Touristen in der Stadt. Brügge nennt man auch das „Venedig des Nordens“, hat viele wunderschöne Häuser aus dem Mittelalter, die meisten in eindrucksvoller Ziegelbauweise.










Jetzt geht es aber schnurstracks nach Frankreich. Und was wir da erleben, davon erzählt dann unser nächster Bericht.


Bis dahin viele in die Heimat.


Habe die Ehre

Gogolo

Gogolo am 08 Mai 2014 15:17:38

An die Frankreichfahrer:

Wenn wir in der Bretagne angekommen sind, möchte ich gerne einen bretonischen Wildschweinbraten im Womo machen. Hat jemand ein gutes originales Rezept in deutscher Sprache?

Danke im voraus.


Habe die Ehre

Gogolo, z.Zt. in Eretat/Normandie bei Regen...

Anne42 am 08 Mai 2014 15:34:01

wieder ein herzliches Dankeschön für den schönen Bericht, ich bin zur Zeit in Zeeland und genieße es sehr.

Aretousa am 08 Mai 2014 15:48:21

Ein neuer Reisebericht Gogolo, das verspricht wieder ausgiebige, unterhaltsame Lektüre.
Wie du weißt, waren wir bei deinem Aufenthalt in Limburg nicht zu Hause, ansonsten bieten wir uns immer gerne als Altstadtführer an.
Mit der Aufnahme des Limburger Doms ist dir ein richtig gutes Foto gelungen. Es gibt tatsächlich nur 2 Stellen, von denen aus man alle 7 Türme auf einmal aufs Bild bekommt.
Suchst du ein französisches Wildschweingericht?

Hab nur mein deutsches, statt Gulasch geht natürlich genauso ein Braten.

Wildschweingulasch mit Preiselbeeren

1 kg Wildschwein, aus der Keule
1 EL Gewürzmischung, Wildgewürz (Wacholderbeeren, Koriander, Pfefferkörner. Lorbeer etc.)
2 Zwiebeln
2 Möhren
500 ml Rotwein
2 EL Öl
1 EL Tomatenmark
200 ml Kräftige Gemüsebrühe oder Fleischbrühe
2 EL Preiselbeeren

Zubereitung
Das Wildschweinfleisch in etwa 2-3-cm-große Würfel schneiden. Das Wildgewürz im Mörser möglichst fein zerstoßen. Die Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden. Die Möhren ebenfalls schälen und in kleine Würfel schneiden. Alle Zutaten in einen Gefrierbeutel geben und mit dem halben Liter Rotwein auffüllen. Den Beutel verschließen und 5 Stunden oder auch einen ganzen Tag marinieren. Dabei immer mal den Beutel wenden.

Nach dem Marinieren über einem Sieb gut abtropfen lassen. Das Öl erhitzen und Gemüse und Fleisch in mindestens 2 Portionen scharf anbraten. 1 EL Tomatenmark dazugeben und mit Salz und Pfeffer würzen. Zunächst eine Tasse von der Marinade dazugießen, später nach und nach 200 ml Brühe und dann, bis zum Ende der Kochzeit, immer wieder mit Marinade auffüllen. Nach etwa 45 Minuten die Preiselbeeren hinzufügen und noch ein wenig weiterkochen, bis die Soße ziemlich sämig ist.

Als Beilage empfehle ich meine Südtiroler Speckknödel oder selbst gemachte Spätzle, außerdem Rotkraut und Birnen mit Preiselbeeren. Als Getränk gibt es natürlich den Wein, der für die Marinade benutzt wurde, z.B. einen Baden-Württemberger Trollinger oder einen Pfälzer Dornfelder.

Und der Rotwein wird natürlich in Frankreich ein einheimischer sein.

Tortuga am 08 Mai 2014 15:58:53

Das ist nicht zu glauben, diese Reise steht auch auf unserwer to do Liste. KLasse. Aber da wir hier Neulinge sind halten wir uns mal zurück. :D
Nachdem ich Ende des letzten Jahres ein bischen überraschend das Angebot bekam Mitte diesen Jahres aufzuhören, wälzten meine Holde und ich schon die WoMo Kataloge. Aber das ist eine andere Geschichte und wird sicherlich hier noch erzählt. Euch viel Spass und es wird für uns mal wieder ewin tolles Erlebnis den Berichten zu folgen.

Tortuga am 08 Mai 2014 16:01:54

Und nun noch das Rezept:
Beschwipster Obelix
Marinierte Wildschweinkeule mit Rotweinsauce
2 kg Wildfleisch (Wildschweinkeule, vom Knochen gelöst)
1 TL Salz
½ TL Pfeffer
½ TL Thymian
1 EL Fett
100 g Speck, geräuchert
1 Zwiebel(n)
1 Bund Suppengrün
500 ml Wein, rot
250 ml saure Sahne
1 EL Stärkemehl
Für die Marinade:
1 Liter Buttermilch
125 ml Essig
1 Lorbeerblatt
5 Körner Pfeffer
1 Zwiebel(n)

Die Keule von Haut und Sehnen befreien, zusammenrollen und mit einem Baumwollfaden umwickeln. In eine tiefe Schüssel legen. Buttermilch und Essig darüber gießen und Lorbeerblatt, Pfefferkörner und in Ringe geschnittene Zwiebel dazugeben. Die Keule 48 Stunden marinieren und in dieser Zeit 8-10 Mal wenden.
Die Keule herausnehmen und gut abtrocknen, mit Salz, Pfeffer und Thymian einreiben. Das Bratfett in einer großen Bratpfanne erhitzen und das Fleisch darin von allen Seiten anbraten. Den Speck in dünne Scheiben schneiden und die Keule damit belegen. Die Zwiebel in Scheiben schneiden und mit dem geputzten Suppengrün zu der Keule in die Pfanne geben. Im vor geheizten Backofen 5-10 Minuten bei 250°C auf unterer Schiene braten.
Rotwein zugießen und die Keule weitere 3 Stunden bei 200°C auf unterer Schiene braten, dabei immer wieder mit Bratensaft begießen.
Die durchgebratene Keule herausheben, den Faden entfernen, das Fleisch warm stellen. Den Bratensaft in einen Topf gießen, das Stärkemehl und die Saure Sahne verrühren und damit den Saft binden. Aufkochen lassen, mit Salz, Pfeffer und ein wenig Thymian abschmecken und die Sauce gesondert zum Braten servieren.
Dazu Preiselbeeren und eingelegte Birnen, Pfifferlinge, Rotkohl und Petersilienkartoffeln reichen.

nordlicht03 am 08 Mai 2014 22:51:34

Hallo Gogolo!
Das Lesezeichen ist gesetzt. Ich freue mich auf unterhaltsame Lektüre und wünsche euch eine pannenfreie, tolle Reise!

WOmO_Udo am 09 Mai 2014 09:14:46

huch es geht schon wieder los.... Werde auch dieses Mal wieder virtuell mitreisen.

Asterixwelt am 09 Mai 2014 09:20:02

Bin gespannt was noch alles kommt.

Gogolo am 09 Mai 2014 16:33:05

Danke für die Rezepte! Mal schauen, welches Fleisch ich bekomme, ob es ein Braten oder ein Gulasch wird...

Wir stehen derzeit in der Normandie bei Étretat und warten den Feiertagsverkehr zum verlängerten französischen Wochenende ab. Das Wetter ist leider ziemlich gemischt. Am Sonntag geht es weiter. Wir haben aber beschlossen, die Etappen gaaaaanz gemütlich anzugehen und dafür die Strecke in Spanien zu verkürzen. Grund: wir kennen den Norden Frankreichs noch gar nicht und es gefällt uns hier ausnehmend gut; Spaniens Norden dagegen haben wir schon einmal früher bereist.


Habe die Ehre

Gogolo

strassenfuchs245 am 09 Mai 2014 18:10:07

Hallo Gogolo
Frankreichs Norden ist einfach zu schön und bietet viele Sehenwürdigkeiten. Aber auch die Natur ist einzigartig. Bei unserer ersten Tour in die Normandie und die Bretange haben wir manchmal nur Etappen von 3 - 5 km geschafft, dann gab es schon wieder vas Neues zu sehen.
Wünsche euch viel Spaß, ich werde euch folgen (leider nur im Forum)
Evi

Gogolo am 18 Mai 2014 14:20:05

Wir haben Brügge in Belgien verlassen und sind über Calais entlang der Küste von Dover auf der D940 auf der schmalen Küstenstraße gefahren. Leider war die Landschaft meist in dichtem Nebel (oder waren es tief hängende Wolken?) gefahren. Sicher hätte es gute Fotos gegeben, aber die wären alle „grau in grau“ geworden. So sind wir bis nach Le Treport gekommen. Die örtlichen Stellplätze – sowohl am Stadtrand, als auch oben auf der Klippe – haben uns überhaupt nicht zugesagt. Entweder es war vom vorhergegangenen Regen tiefer Morast auf dem Platz (Klippen-SP) oder die Womos standen wie die Heringe in der Dose (Stadtrand-SP). Wir stehen daher schön ruhig und in angenehm großen Parzellen auf dem örtlichem städtischen Campingplatz.

Ein „Regenspaziergang“ brachte uns am nächsten Tag in den Ort Le Treport. Überall gab es an kleinen Verkaufsständen Maiglöckchensträuße zu kaufen – es war der 1. Mai. Mit der Standseilbahn sind wir kostenlos hochgefahren auf den Aussichtspunkt Calvaire des Terasses. Es war windig und nass, ein Kaffee entschädigte uns für das Unbill. In einem Fischgeschäft kauften wir noch frischen Fisch für das Abendessen.

Werner und Elfi überraschen uns mit einer schlechten Nachricht: sie müssen wegen der Firma überraschend schnell nach Hause und die gemeinsame Fahrt daher abbrechen. Sehr schade, denn mit den Beiden ist es sehr angenehm zu reisen!

Wir sind noch einmal in den Ort gegangen, da das Wetter sich besserte und auch Fotos ohne Regen möglich waren. In der Nähe des CP befindet sich ein Supermarkt wo wir unsere Vorräte auffüllten.









Nach Le Treport wollten wir eigentlich nach Dieppe auf den örtlichen Stellplatz fahren. Aber sämtliche Zufahrten dorthin waren gesperrt – offensichtlich für eine örtliche Veranstaltung. Nach drei verschiedenen Versuchen wollten wir nicht mehr dorthin und haben es aufgegeben. Kurz umdisponiert und wir sind nach Rouen, die Hauptstadt der Normandie, gereist. Hier stehen wir direkt am Seine-Ufer mit tollem Ausblick auf die Altstadt.

In ein paar Minuten ist man inmitten der Sehenswürdigkeiten und wir besichtigten die Cathedrale Notre Dame, die Gros-Horologe (eine Uhr mit dazugehörigem Turm), die Église Ste-Jeanne-d'Arc, eine höchst interessante Kirche mit faszinierenden Renaissance-Fenstern und Aître St-Maclov, einen von Fachwerksfassaden eingefassten Hof aus dem 16. Jh., einen ehemaligen Pestfriedhof.












Von Rouen fuhren wir wieder Richtung Norden an die Atlantiküste nach Veules-les-Roses. Der charmante Ort ist sehr hübsch mit gepflegten alten Häusern. Die Rosen, die im Sommer den Ort schmücken und ihm einen Teil des Namens geben, waren nur vereinzelt am blühen. Trotzdem ist dieser Ort auch zur jetzigen Jahreszeit durchaus sehenswert.










Eine kurze Etappe bringt uns am nächsten Tag zunächst nach Fékamp. Am Hafen konnten wir mit dem Gogolobil gut parken. Die Abteikirche La Trinité (Dreifaltigkeitskirche) ist eine der größten Kirchen Frankreichs und nur 3m kürzer als Notre-Dame in Paris. Nach einem Einkaufsstopp bei Carrefour fuhren wir weiter nach Ètretat. Hier bleiben wir ein paar Nächte am örtlichen CP Municipal.








Ètretat ist zwar von Touristen überlaufen (Noch dazu ist gerade ein französischer Feiertag wegen des Endes des zweiten Weltkriegs) und trotzdem gefällt uns dieser Ort recht gut. Beschauliche Häuser und Gassen und natürlich der berühmteste Felsen der Normandie (wenn nicht gar Frankreichs) an der Küste. Die Steilküste „Falaise d'Aval“ mit diesem Felsen ist recht beeindruckend.

Zu Fuß und mit den Pedelecs machten wir vom CP aus Fahrten in den Ort und sind natürlich auch auf den Klippenweg gegangen. Von dort aus hat man die beste Aussicht auf den „Elefanten“ und den von uns „Zuckerhut“ getauften Felsen.












Zwischendurch mal ein Ruhetag ist auch etwas schönes – vor allem wenn man es nicht eilig hat. So kommt auch das „Berichte schreiben“ nicht zu kurz. Zum schreiben der Berichte passt auch das Wetter: es ist seeehr durchwachsen mit viel Regen. So „schlechtes“ Wetter hatten wir in den letzten fünf Jahren auf unseren Reisen noch nie gehabt. Ein Regenschauer jagt den anderen und die trockenen Abschnitte dazwischen sind selten und dauern höchstens ein paar Stunden. Eine Besserung ist allerdings in Sicht. Trotzdem werden wir noch den Rest der Normandie, der Bretagne sowie der Atlantikküste bereisen. Wir sitzen ja trocken im Gogolobil...

Auf Honfleur, unser nächstes Ziel, habe ich mich schon gefreut, denn er soll sehr schön sein. Und das bestätigt sich auchn, nachdem wir über die längste Schrägseilbrücke Europas diesen Ort erreichen. Der Ort ist sehr malerisch und wurde auch schon von vielen Künstlern besucht. Besonders der Bereich um den alten Hafen, umsäumt von vielen alten Häusern. Unzählige Restaurants und Cafes laden zum Besuch ein und auch wir konnten nicht widerstehen. In einem Cafe am Hafen genossen wir Cafe au lait und ich habe mir in der Sonne auch noch einen Pastis gegönnt. Ausgedehnte Spaziergänge bringen uns den Ort näher.










Eine kurze Strecke weiter sind die Orte Deauville und Trouville, nur getrennt durch den Fluss Touques. Der mondäne Badeort Deauville ist der Anziehungspunkt für viele Reiche und Prominente, besonders wenn Pferderennen oder Golftourniere oder Filmfestivals abgehalten werden. Heute war es abersehr ruhig – es ist noch Vorsaison. Lediglich am Wohnmobilstellplatz herrschte dichtes Gedränge, denn zum einen passen nur maximal neun Fahrzeuge hinauf, zum anderen ist er incl. Wasser, Abwasser und Strom kostenlos.










Bei der Weiterfahrt kommen wir durch die Region Calvados und die Apfelbäume blühen. An der Küste regiert der Fischfang. Am Land ist alles landwirtschaftlich geprägt. Ein Höhepunkt dieser Reise stellt sicher der Mont-Saint-Michel (MSM genannt) dar, der heute das Ziel ist. Im Internet habe ich schon sehr viel von diesem Klosterberg mitten im Meer gelesen und gesehen. Wir stehen am Stellplatz für Wohnmobile am Rande eines riesigen Parkplatzes (20€/Nacht – ohne Ent- und Versorgung). Wir gehen in den Ort um uns ein wenig zu informieren, da wir gleich am nächsten Morgen in aller Frühe mit dem kostenlosen Shuttlebus zur Insel fahren werden – noch bevor die ganzen Touristen da sind.

Schon um 8:30 Uhr sind wir mit einem der ersten Shuttlebus bei strahlendem Wetter zum Klosterberg gefahren. Wir besuchten die Klosteranlage, die Kirche, den Kreuzgang mit doppelten Säulen, das Refrektorium, einen Saal mit Säulen die 5m Umfang haben. Auf der Wehrmauer hatten wir einen tollen Ausblick sowohl auf das Land als auch auf die Klosteranlage. Und das alles fast ohne Touristen – welch ein seltenes Glück (oder: „der frühe Vogel fängt den Wurm“). Als wir dann in den weltlichen Teil der Anlage kamen, waren auch schon die Touristen da: Schulklassen, normale Touristen und natürlich in Unmengen die allgegenwärtigen Asiaten. Im Schnelldurchgang haben wir den MSM verlassen.


















Der MSM liegt am westlichen Rand der Normandie und damit endet auch dieser Teilbericht bevor unsere Reise in die Bretagne weitergeht. Aber davon dann mehr im nächsten Bericht.

Unseren Standpunkt könnt ihr der Karte entnehmen:







Bis zum nächsten Bericht viele in die Heimat


Habe die Ehre

Gogolo

Waldi am 18 Mai 2014 16:38:29

Danke für den schönen Bericht und die wunderbaren Bilder.

Grüßle Waldi

abi65 am 18 Mai 2014 19:22:32

Danke für den tollen Bericht, wir freuen uns auf meer ;)

schnatterente am 18 Mai 2014 20:26:03

Gogolo hat geschrieben:


:lol: der steht ja immernoch da:

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