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Das Gogolobil unterwegs: Frühsommer am Atlantik 2014 1, 2


Gogolo am 08 Mai 2014 14:08:01

Lange halten wir es zu Hause nicht aus, die Reiselust kribbelt wieder! Frankreichs Norden und die Atlantikküste ist diesesmal das primäre Ziel. Die Reiselust kribbelt schon, seit wir Ende März von der Überwinterung auf den Kanaren zurück gekommen sind... Aber so ein Zwischenstopp zwischen den Reisen zu Hause ist wichtig und notwendig. Körper und Fahrzeug brauchen Pflege und auch die sozialen Kontakte sind aufzufrischen, damit unsere Freunde uns nicht wie Fremde ansehen.

Nachdem die diversen Untersuchungen und Services für Fahrzeug (u.a. war eine neue Starterbatterie fällig) und Körper beendet sind, wird das Gogolobil beladen und wieder reisefertig gemacht. Dieses mal kommen die Pedelecs mit auf die Frühlingsreise, denn wir wollen auch etwas für unsere Fitness und Gesundheit tun.

Wie schaut unser neuer Reiseplan nun aus? In langsamen Etappen fahren wir noch vor Ostern in Richtung Holland um dort unsere Reisepartner der Asienreise 2012 zu treffen und mit ihnen ein paar nette Tage zu verbringen. Nach dem Treffen in Holland sagt uns das Blütenbarometer des „Alten Land“ wohin wir als nächstes fahren: entweder zuerst ins „Alte Land“ zur Baumblüte oder gleich weiter nach Belgien an die Atlantikküste. Von dort an der Kanal- und Atlantikküste Frankreichs entlang (Normandie und Bretagne) bis hinab zur spanischen Atlantikküste. Von dort aus dann quer durchs Land und über die Pyrenäen wieder zurück. Rückkehr wird Ende Juni/Anfang Juli sein.


Aber zunächst kommen unsere Reisefreunde der Asienreise Elfi und Werner aus Innsbruck zu uns um mit uns gemeinsam zum Treffen zu fahren und uns anschließend noch eine Weile durch Frankreich zu begleiten. Schon am Vortag der geplanten Abreise kommen sie am Abend absprachegemäß mit ihrem Wohnmobil zu uns und wir fahren mit dem Pkw zu einem gemütlichen bayerischen Lokal mit einheimischen Spezialitäten um uns nochmals zu stärken.

Ihr Wohnmobil kann in der Nähe von uns ruhig und unbehelligt in einer Seitenstraße stehen. Am nächsten Morgen gibt es bei uns noch ein gemeinsames, gemütliches Frühstück bevor es auf große Fahrt geht.

Nach dem Kälteeinbruch der letzten Tage hat sich das Wetter gebessert und wir starten bei Sonnenschein in Richtung Norden. Über München, Nürnberg geht es für heute nur nach Sommerach zum dortigen Campingplatz. Dieser liegt in fußläufiger Entfernung zum bekannten Weinort, den wir natürlich besuchen. Am Abend wird es „feucht-fröhlich“ in einem Weinlokal mit örtlichen Weinen und fränkischen Speisen.

Der „feucht-fröhliche“ Abend hält uns nicht ab, am nächsten Morgen los zu starten und über Frankfurt nach Limburg zu fahren. Nicht wegen des Bischofs, sondern wegen des schönen Doms, den ich schon oft von der Autobahn aus gesehen habe und schon seit langem besuchen wollte. Der Wohnmobilstellplatz vor dem Campingplatz war schon überfüllt und so ergatterten wir uns schöne Plätze auf dem Campingplatz. Für den nächsten Tag war keine Fahrstrecke eingeplant, sondern eine Besichtigung der Stadt und des Doms. Es ist Ostersamstag (Karsamstag), in der Stadt sind viele Touristen und auf dem Marktplatz sind Marktstände aufgebaut.

Limburg ist eine sehr schöne Stadt mit vielen alten und gut erhaltenen Fachwerkhäusern. Man könnte so viel fotografieren aber man weiß gar nicht wo man anfangen und aufhören soll. Dom – das ist klar, das muss sein, aber bei den Fachwerkhäusern ist eines schöner und spektakulärer als das andere.











Von Limburg aus fahren wir am Ostersonntag weiter nach Norden, über Köln und das Ruhrgebiet bis nach Rieste am Alfsee. Der Verkehr auf den Autobahnen ist erträglich, weil die Lkws am Ostersonntag nicht fahren dürfen. Von früheren Besuchen kenne ich den Campingplatz am Alfsee und wir ergattern noch zwei Plätze auf der Wohnmobilwiese. Das Wetter ist recht gut und die Temperaturen liegen bei 20°C. Das ändert sich aber in der Nacht, es fängt an zu regnen und wir haben nur noch 10°C. Holland ist nicht mehr weit und die letzten 250km bis zum Treffpunkt der Asienreisegruppe von unserer Tour im Jahre 2011 nehmen wir dann am Ostermontag unter die Räder.

Als wir dann am frühen Nachmittag in Abbekerk ankommen sind wir nicht die Ersten, denn Norbert und Bruni (die wir auch auf unserer letzten Überwinterungstour auf den Kanaren getroffen haben) sind schon eine Stunde vor uns eingetroffen. Die Wiedersehensfreude ist groß, sind wir alle schon gemeinsam durch „dick und dünn“ gegangen. Annemarie und Fons, die in Abbekerk wohnen, haben für uns Plätze auf dem netten örtlichen Campingplatz reserviert. Wir stehen hier zwischen blühenden Kirsch-, Apfel und Birnbäumen und gleich in der Nähe fließt ein kleiner Kanal am Rande des Campingplatzes. Außerhalb des Campingplatzes sind riesige Felder mit blühenden Tulpen in allen möglichen Farben. Hier bleiben wir bis zum nächsten Sonntag. Wir warten noch auf die restlichen Teilnehmer, die wohl morgen und übermorgen eintreffen werden. Annemarie und Fons haben für das Treffen ein schönes, abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Hoffentlich bessert sich das Wetter, denn es ist ziemlich bewölkt.

Wir machen in der Zwischenzeit mit unseren Elektrorädern Ausflüge in die nähere Umgebung, denn die Tulpenfelder, auf denen die Blumenzwiebeln gezogen werden, stehen prächtig in voller Blüte. Riesige Felder in allen möglichen Farben sind zu sehen, bevor die schönen Blumen brutal mit einer Maschine geköpft werden damit sich Tochterzwiebeln für die Zucht und den Verkauf ausbilden können. Entlang dieser Felder fahren wir u.a. nach Medemblik ans Ijsselmeer.











Langsam trudelten am nächsten und übernächsten Tag alle angemeldeten Teilnehmer hier ein. Die Wiedersehensfreude war groß und es gab viel zu erzählen – besonders von den zwischenzeitlichen Reisen. Am Nachmittag gab es von Annemarie und Fons holländischen Kuchen und Gebäck zum Kaffee. Und zum Abendessen kochte Annemarie eine sehr schmackhafte Erbsensuppe. Toll!





Unsere erste „Gruppenreise“ führte uns zum Zuidersee-Museum. Obwohl wir nicht die großen Museumsgänger sind hat uns dieses Museum ausnehmend gut gefallen. Die Museumsfähre bringt uns vom Eingang über das Ijsselmeer zum Freilichtmuseum. Mehr als 130 authentische Häuser sind hier zu besichtigen und Museumsleute demonstrieren eindrucksvoll das Leben in früheren Zeiten.











Weiter ging die Fahrt zu einem Holzschuh- und Käsehof. Beim Käse haben wir nicht widerstehen können und uns entsprechend „eingedeckt“ - Holzschuhe haben wir uns nicht gekauft. Bei einem gemeinsamen Matjesessen (ganz hervorragend!) haben wir den erlebnisreichen Tag auf dem Campingplatz ausklingen lassen.

Freitags ist in Alkmaar der berühmte Käsemarkt. Da mussten wir natürlich hin um das Spektakel zu besichtigen. Tausende von den großen Käselaiben wurden gewogen, von Trägern zu den Händlern getragen und dann abtransportiert. Sicher, das Ganze ist ein Spektakel für die Touristen, aber dennoch ganz nett anzusehen. Eine Grachtenfahrt auf den Kanälen von Alkmaar rundete den Besuch ab.









Der Tag war aber noch lange nicht zu Ende, denn wir besuchten auch noch die Schermer Mühlen. Hier wird eindrucksvoll das Wasser mit der Windkraft aus den tiefliegenden Feldern abgepumpt. Heute machen das aber nicht mehr die Windmühlen, sondern leistungsfähige moderne Pumpenanlagen.





Am Samstag war in ganz Holland „die Hölle“ los, denn König Wilhelm Alexander feierte an diesem Tag seinen Geburtstag. Eigentlich hatte der König am Sonntag Geburtstag, aber einen Tag vorher wird schon gefeiert. Wir fuhren deshalb nach Hoorn, die Hauptstadt von Westfriesland. Hoorn ist eine sehr schöne Stadt mit markanten Gebäuden. Es war aber im Stadtzentrum nicht viel davon zu sehen, denn die Straßen in der Fußgängerzone und in der Stadtmitte wurden zum farbenprächtigen Flohmarkt umfunktioniert. Es spielte Musik in den Straßen und die Leute trugen meist orangefarbene Kleidung sowie Hüte, Perücken, falsche Wimpern (die Mädls) und Fingernägel – alles in orange. Das Wetter war ebenfalls in Feierlaune, die Sonne schien vom blauen Himmel herunter.






Zum Abschluss unseres Treffens am Sonntag luden uns Annemarie und Fons noch zu einem typischen holländischen Frühstück mit verschiedenem Brot, Eier, Butter, Käse, Marmelade, Joghurt und Obst ein. Dann fuhren alle wieder ab – nur wir sowie Werner und Elfi blieben noch einen Tag. Danke, Annemarie und Fons, für die hervorragende Organisation und für die Mühe, die ihr euch gegeben habt.

Am nächsten Tag war es auch für uns soweit, wir kämpften uns aus der nassen Wiese des Campingplatzes heraus (es hatte zwischenzeitlich kräftig zu regnen begonnen) und fuhren nach Belgien weiter. Um Antwerpen herum war viel Verkehr und auch Stau. Am Nachmittag erreichten wir unser Etappenziel Brügge. Mit Werner und Elfi (sie begleiten uns auf unserer Reise noch durch die Normandie) besuchten wir am nächsten Tag diese alte Handelsstadt, machten eine Stadtrundfahrt mit dem Bus und mit einem kleinen Boot. Brügge ist wirklich sehr sehenswert – trotz der vielen Touristen in der Stadt. Brügge nennt man auch das „Venedig des Nordens“, hat viele wunderschöne Häuser aus dem Mittelalter, die meisten in eindrucksvoller Ziegelbauweise.










Jetzt geht es aber schnurstracks nach Frankreich. Und was wir da erleben, davon erzählt dann unser nächster Bericht.


Bis dahin viele in die Heimat.


Habe die Ehre

Gogolo

Gogolo am 08 Mai 2014 15:17:38

An die Frankreichfahrer:

Wenn wir in der Bretagne angekommen sind, möchte ich gerne einen bretonischen Wildschweinbraten im Womo machen. Hat jemand ein gutes originales Rezept in deutscher Sprache?

Danke im voraus.


Habe die Ehre

Gogolo, z.Zt. in Eretat/Normandie bei Regen...

Anne42 am 08 Mai 2014 15:34:01

wieder ein herzliches Dankeschön für den schönen Bericht, ich bin zur Zeit in Zeeland und genieße es sehr.

Aretousa am 08 Mai 2014 15:48:21

Ein neuer Reisebericht Gogolo, das verspricht wieder ausgiebige, unterhaltsame Lektüre.
Wie du weißt, waren wir bei deinem Aufenthalt in Limburg nicht zu Hause, ansonsten bieten wir uns immer gerne als Altstadtführer an.
Mit der Aufnahme des Limburger Doms ist dir ein richtig gutes Foto gelungen. Es gibt tatsächlich nur 2 Stellen, von denen aus man alle 7 Türme auf einmal aufs Bild bekommt.
Suchst du ein französisches Wildschweingericht?

Hab nur mein deutsches, statt Gulasch geht natürlich genauso ein Braten.

Wildschweingulasch mit Preiselbeeren

1 kg Wildschwein, aus der Keule
1 EL Gewürzmischung, Wildgewürz (Wacholderbeeren, Koriander, Pfefferkörner. Lorbeer etc.)
2 Zwiebeln
2 Möhren
500 ml Rotwein
2 EL Öl
1 EL Tomatenmark
200 ml Kräftige Gemüsebrühe oder Fleischbrühe
2 EL Preiselbeeren

Zubereitung
Das Wildschweinfleisch in etwa 2-3-cm-große Würfel schneiden. Das Wildgewürz im Mörser möglichst fein zerstoßen. Die Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden. Die Möhren ebenfalls schälen und in kleine Würfel schneiden. Alle Zutaten in einen Gefrierbeutel geben und mit dem halben Liter Rotwein auffüllen. Den Beutel verschließen und 5 Stunden oder auch einen ganzen Tag marinieren. Dabei immer mal den Beutel wenden.

Nach dem Marinieren über einem Sieb gut abtropfen lassen. Das Öl erhitzen und Gemüse und Fleisch in mindestens 2 Portionen scharf anbraten. 1 EL Tomatenmark dazugeben und mit Salz und Pfeffer würzen. Zunächst eine Tasse von der Marinade dazugießen, später nach und nach 200 ml Brühe und dann, bis zum Ende der Kochzeit, immer wieder mit Marinade auffüllen. Nach etwa 45 Minuten die Preiselbeeren hinzufügen und noch ein wenig weiterkochen, bis die Soße ziemlich sämig ist.

Als Beilage empfehle ich meine Südtiroler Speckknödel oder selbst gemachte Spätzle, außerdem Rotkraut und Birnen mit Preiselbeeren. Als Getränk gibt es natürlich den Wein, der für die Marinade benutzt wurde, z.B. einen Baden-Württemberger Trollinger oder einen Pfälzer Dornfelder.

Und der Rotwein wird natürlich in Frankreich ein einheimischer sein.

Tortuga am 08 Mai 2014 15:58:53

Das ist nicht zu glauben, diese Reise steht auch auf unserwer to do Liste. KLasse. Aber da wir hier Neulinge sind halten wir uns mal zurück. :D
Nachdem ich Ende des letzten Jahres ein bischen überraschend das Angebot bekam Mitte diesen Jahres aufzuhören, wälzten meine Holde und ich schon die WoMo Kataloge. Aber das ist eine andere Geschichte und wird sicherlich hier noch erzählt. Euch viel Spass und es wird für uns mal wieder ewin tolles Erlebnis den Berichten zu folgen.

Tortuga am 08 Mai 2014 16:01:54

Und nun noch das Rezept:
Beschwipster Obelix
Marinierte Wildschweinkeule mit Rotweinsauce
2 kg Wildfleisch (Wildschweinkeule, vom Knochen gelöst)
1 TL Salz
½ TL Pfeffer
½ TL Thymian
1 EL Fett
100 g Speck, geräuchert
1 Zwiebel(n)
1 Bund Suppengrün
500 ml Wein, rot
250 ml saure Sahne
1 EL Stärkemehl
Für die Marinade:
1 Liter Buttermilch
125 ml Essig
1 Lorbeerblatt
5 Körner Pfeffer
1 Zwiebel(n)

Die Keule von Haut und Sehnen befreien, zusammenrollen und mit einem Baumwollfaden umwickeln. In eine tiefe Schüssel legen. Buttermilch und Essig darüber gießen und Lorbeerblatt, Pfefferkörner und in Ringe geschnittene Zwiebel dazugeben. Die Keule 48 Stunden marinieren und in dieser Zeit 8-10 Mal wenden.
Die Keule herausnehmen und gut abtrocknen, mit Salz, Pfeffer und Thymian einreiben. Das Bratfett in einer großen Bratpfanne erhitzen und das Fleisch darin von allen Seiten anbraten. Den Speck in dünne Scheiben schneiden und die Keule damit belegen. Die Zwiebel in Scheiben schneiden und mit dem geputzten Suppengrün zu der Keule in die Pfanne geben. Im vor geheizten Backofen 5-10 Minuten bei 250°C auf unterer Schiene braten.
Rotwein zugießen und die Keule weitere 3 Stunden bei 200°C auf unterer Schiene braten, dabei immer wieder mit Bratensaft begießen.
Die durchgebratene Keule herausheben, den Faden entfernen, das Fleisch warm stellen. Den Bratensaft in einen Topf gießen, das Stärkemehl und die Saure Sahne verrühren und damit den Saft binden. Aufkochen lassen, mit Salz, Pfeffer und ein wenig Thymian abschmecken und die Sauce gesondert zum Braten servieren.
Dazu Preiselbeeren und eingelegte Birnen, Pfifferlinge, Rotkohl und Petersilienkartoffeln reichen.

nordlicht03 am 08 Mai 2014 22:51:34

Hallo Gogolo!
Das Lesezeichen ist gesetzt. Ich freue mich auf unterhaltsame Lektüre und wünsche euch eine pannenfreie, tolle Reise!

WOmO_Udo am 09 Mai 2014 09:14:46

huch es geht schon wieder los.... Werde auch dieses Mal wieder virtuell mitreisen.

Asterixwelt am 09 Mai 2014 09:20:02

Bin gespannt was noch alles kommt.

Gogolo am 09 Mai 2014 16:33:05

Danke für die Rezepte! Mal schauen, welches Fleisch ich bekomme, ob es ein Braten oder ein Gulasch wird...

Wir stehen derzeit in der Normandie bei Étretat und warten den Feiertagsverkehr zum verlängerten französischen Wochenende ab. Das Wetter ist leider ziemlich gemischt. Am Sonntag geht es weiter. Wir haben aber beschlossen, die Etappen gaaaaanz gemütlich anzugehen und dafür die Strecke in Spanien zu verkürzen. Grund: wir kennen den Norden Frankreichs noch gar nicht und es gefällt uns hier ausnehmend gut; Spaniens Norden dagegen haben wir schon einmal früher bereist.


Habe die Ehre

Gogolo

strassenfuchs245 am 09 Mai 2014 18:10:07

Hallo Gogolo
Frankreichs Norden ist einfach zu schön und bietet viele Sehenwürdigkeiten. Aber auch die Natur ist einzigartig. Bei unserer ersten Tour in die Normandie und die Bretange haben wir manchmal nur Etappen von 3 - 5 km geschafft, dann gab es schon wieder vas Neues zu sehen.
Wünsche euch viel Spaß, ich werde euch folgen (leider nur im Forum)
Evi

Gogolo am 18 Mai 2014 14:20:05

Wir haben Brügge in Belgien verlassen und sind über Calais entlang der Küste von Dover auf der D940 auf der schmalen Küstenstraße gefahren. Leider war die Landschaft meist in dichtem Nebel (oder waren es tief hängende Wolken?) gefahren. Sicher hätte es gute Fotos gegeben, aber die wären alle „grau in grau“ geworden. So sind wir bis nach Le Treport gekommen. Die örtlichen Stellplätze – sowohl am Stadtrand, als auch oben auf der Klippe – haben uns überhaupt nicht zugesagt. Entweder es war vom vorhergegangenen Regen tiefer Morast auf dem Platz (Klippen-SP) oder die Womos standen wie die Heringe in der Dose (Stadtrand-SP). Wir stehen daher schön ruhig und in angenehm großen Parzellen auf dem örtlichem städtischen Campingplatz.

Ein „Regenspaziergang“ brachte uns am nächsten Tag in den Ort Le Treport. Überall gab es an kleinen Verkaufsständen Maiglöckchensträuße zu kaufen – es war der 1. Mai. Mit der Standseilbahn sind wir kostenlos hochgefahren auf den Aussichtspunkt Calvaire des Terasses. Es war windig und nass, ein Kaffee entschädigte uns für das Unbill. In einem Fischgeschäft kauften wir noch frischen Fisch für das Abendessen.

Werner und Elfi überraschen uns mit einer schlechten Nachricht: sie müssen wegen der Firma überraschend schnell nach Hause und die gemeinsame Fahrt daher abbrechen. Sehr schade, denn mit den Beiden ist es sehr angenehm zu reisen!

Wir sind noch einmal in den Ort gegangen, da das Wetter sich besserte und auch Fotos ohne Regen möglich waren. In der Nähe des CP befindet sich ein Supermarkt wo wir unsere Vorräte auffüllten.









Nach Le Treport wollten wir eigentlich nach Dieppe auf den örtlichen Stellplatz fahren. Aber sämtliche Zufahrten dorthin waren gesperrt – offensichtlich für eine örtliche Veranstaltung. Nach drei verschiedenen Versuchen wollten wir nicht mehr dorthin und haben es aufgegeben. Kurz umdisponiert und wir sind nach Rouen, die Hauptstadt der Normandie, gereist. Hier stehen wir direkt am Seine-Ufer mit tollem Ausblick auf die Altstadt.

In ein paar Minuten ist man inmitten der Sehenswürdigkeiten und wir besichtigten die Cathedrale Notre Dame, die Gros-Horologe (eine Uhr mit dazugehörigem Turm), die Église Ste-Jeanne-d'Arc, eine höchst interessante Kirche mit faszinierenden Renaissance-Fenstern und Aître St-Maclov, einen von Fachwerksfassaden eingefassten Hof aus dem 16. Jh., einen ehemaligen Pestfriedhof.












Von Rouen fuhren wir wieder Richtung Norden an die Atlantiküste nach Veules-les-Roses. Der charmante Ort ist sehr hübsch mit gepflegten alten Häusern. Die Rosen, die im Sommer den Ort schmücken und ihm einen Teil des Namens geben, waren nur vereinzelt am blühen. Trotzdem ist dieser Ort auch zur jetzigen Jahreszeit durchaus sehenswert.










Eine kurze Etappe bringt uns am nächsten Tag zunächst nach Fékamp. Am Hafen konnten wir mit dem Gogolobil gut parken. Die Abteikirche La Trinité (Dreifaltigkeitskirche) ist eine der größten Kirchen Frankreichs und nur 3m kürzer als Notre-Dame in Paris. Nach einem Einkaufsstopp bei Carrefour fuhren wir weiter nach Ètretat. Hier bleiben wir ein paar Nächte am örtlichen CP Municipal.








Ètretat ist zwar von Touristen überlaufen (Noch dazu ist gerade ein französischer Feiertag wegen des Endes des zweiten Weltkriegs) und trotzdem gefällt uns dieser Ort recht gut. Beschauliche Häuser und Gassen und natürlich der berühmteste Felsen der Normandie (wenn nicht gar Frankreichs) an der Küste. Die Steilküste „Falaise d'Aval“ mit diesem Felsen ist recht beeindruckend.

Zu Fuß und mit den Pedelecs machten wir vom CP aus Fahrten in den Ort und sind natürlich auch auf den Klippenweg gegangen. Von dort aus hat man die beste Aussicht auf den „Elefanten“ und den von uns „Zuckerhut“ getauften Felsen.












Zwischendurch mal ein Ruhetag ist auch etwas schönes – vor allem wenn man es nicht eilig hat. So kommt auch das „Berichte schreiben“ nicht zu kurz. Zum schreiben der Berichte passt auch das Wetter: es ist seeehr durchwachsen mit viel Regen. So „schlechtes“ Wetter hatten wir in den letzten fünf Jahren auf unseren Reisen noch nie gehabt. Ein Regenschauer jagt den anderen und die trockenen Abschnitte dazwischen sind selten und dauern höchstens ein paar Stunden. Eine Besserung ist allerdings in Sicht. Trotzdem werden wir noch den Rest der Normandie, der Bretagne sowie der Atlantikküste bereisen. Wir sitzen ja trocken im Gogolobil...

Auf Honfleur, unser nächstes Ziel, habe ich mich schon gefreut, denn er soll sehr schön sein. Und das bestätigt sich auchn, nachdem wir über die längste Schrägseilbrücke Europas diesen Ort erreichen. Der Ort ist sehr malerisch und wurde auch schon von vielen Künstlern besucht. Besonders der Bereich um den alten Hafen, umsäumt von vielen alten Häusern. Unzählige Restaurants und Cafes laden zum Besuch ein und auch wir konnten nicht widerstehen. In einem Cafe am Hafen genossen wir Cafe au lait und ich habe mir in der Sonne auch noch einen Pastis gegönnt. Ausgedehnte Spaziergänge bringen uns den Ort näher.










Eine kurze Strecke weiter sind die Orte Deauville und Trouville, nur getrennt durch den Fluss Touques. Der mondäne Badeort Deauville ist der Anziehungspunkt für viele Reiche und Prominente, besonders wenn Pferderennen oder Golftourniere oder Filmfestivals abgehalten werden. Heute war es abersehr ruhig – es ist noch Vorsaison. Lediglich am Wohnmobilstellplatz herrschte dichtes Gedränge, denn zum einen passen nur maximal neun Fahrzeuge hinauf, zum anderen ist er incl. Wasser, Abwasser und Strom kostenlos.










Bei der Weiterfahrt kommen wir durch die Region Calvados und die Apfelbäume blühen. An der Küste regiert der Fischfang. Am Land ist alles landwirtschaftlich geprägt. Ein Höhepunkt dieser Reise stellt sicher der Mont-Saint-Michel (MSM genannt) dar, der heute das Ziel ist. Im Internet habe ich schon sehr viel von diesem Klosterberg mitten im Meer gelesen und gesehen. Wir stehen am Stellplatz für Wohnmobile am Rande eines riesigen Parkplatzes (20€/Nacht – ohne Ent- und Versorgung). Wir gehen in den Ort um uns ein wenig zu informieren, da wir gleich am nächsten Morgen in aller Frühe mit dem kostenlosen Shuttlebus zur Insel fahren werden – noch bevor die ganzen Touristen da sind.

Schon um 8:30 Uhr sind wir mit einem der ersten Shuttlebus bei strahlendem Wetter zum Klosterberg gefahren. Wir besuchten die Klosteranlage, die Kirche, den Kreuzgang mit doppelten Säulen, das Refrektorium, einen Saal mit Säulen die 5m Umfang haben. Auf der Wehrmauer hatten wir einen tollen Ausblick sowohl auf das Land als auch auf die Klosteranlage. Und das alles fast ohne Touristen – welch ein seltenes Glück (oder: „der frühe Vogel fängt den Wurm“). Als wir dann in den weltlichen Teil der Anlage kamen, waren auch schon die Touristen da: Schulklassen, normale Touristen und natürlich in Unmengen die allgegenwärtigen Asiaten. Im Schnelldurchgang haben wir den MSM verlassen.


















Der MSM liegt am westlichen Rand der Normandie und damit endet auch dieser Teilbericht bevor unsere Reise in die Bretagne weitergeht. Aber davon dann mehr im nächsten Bericht.

Unseren Standpunkt könnt ihr der Karte entnehmen:







Bis zum nächsten Bericht viele in die Heimat


Habe die Ehre

Gogolo

Waldi am 18 Mai 2014 16:38:29

Danke für den schönen Bericht und die wunderbaren Bilder.

Grüßle Waldi

abi65 am 18 Mai 2014 19:22:32

Danke für den tollen Bericht, wir freuen uns auf meer ;)

schnatterente am 18 Mai 2014 20:26:03

Gogolo hat geschrieben:


:lol: der steht ja immernoch da:

Bild

uschi-s am 20 Mai 2014 11:46:19

Wieder sehr schön. Bis hierher kennen wir ja alles von unserer Normandie-Tour. Aber ab jetzt wird es für uns interessant, da wir ja auch nächste Woche starten.

Gogolo am 20 Mai 2014 12:21:14

Hallo Uschi,

wir stehen gerade am Point de Primel bei Primel-Trégastel auf dem Camping municipal de la Mer, einem sehr schönen Platz unmittelbar am Meer mit toller Aussicht auf die Küste zum Preis von günstigen 10,60€ (+Duschmünzen á 1,10€), Strom und WiFi sind inclusive. GPS: N48°42'56,0" W003°48'55,4". Den Platz kann ich sehr empfehlen.


Habe die Ehre

Gogolo

uschi-s am 20 Mai 2014 12:30:32

Toller Tipp, vielen Dank. Habt Ihr irgendeine Karte (ACSI)? Oder ist der Platz so günstig.

eva b. am 20 Mai 2014 16:23:50

Uschi, die Cps municipaux sind meistens deutlich preiswerter als normale Cps. Dafür gibt es dort nicht so viel Schnickschnack, aber es ist alles vorhanden, was man so braucht. Wir gehen dort gerne hin, weil alles etwas "lockerer" gehandhabt wird.

Gogolo, ich freue mich riesig, dass du jetzt in der Bretagne gelandet bist und uns wieder an deiner Reise teilhaben lässt :flower: Ich war leider schon einige Jahre nicht mehr dort und lechze nach neuen Informationen :ja:
Lasst es euch gutgehen und genießt die Zeit!

Gogolo am 20 Mai 2014 18:38:37

Der Platz ist so günstig! Siehe die HP --> Link

Alles vorhanden, grosse Parzellen mit rd. 100 qm und toller Sicht


Habe die Ehre

Gogolo

pipo am 24 Mai 2014 11:33:26

Sehr schöne Bilder und tolles Wetter hattet ihr ja bereits den ganzen Winter :mrgreen: Also bitte keine Beschwerden :lach:

Gast am 25 Mai 2014 14:28:53

Gogolo hat geschrieben:.... es ist seeehr durchwachsen mit viel Regen. So „schlechtes“ Wetter hatten wir in den letzten fünf Jahren auf unseren Reisen noch nie gehabt. Ein Regenschauer jagt den anderen und die trockenen Abschnitte dazwischen sind selten und dauern höchstens ein paar Stunden.
Vielen lieben Dank für Deinen tollen Reisebericht den wir immer gerne lesen.

Meine Frau und ich schieben Dir gleich die Sonne rüber :D

Bei uns ist die sowieso viel zu oft und viel zu heiß .....

Liebe aus Fuerteventura ( --> Link )

Gast am 25 Mai 2014 14:33:09

matthiast4 hat geschrieben:Mal blöd gefragt, als was sehen sich denn die Leute hier, wenn sie so abschätzig über die 'Touristen' reden?
So ganz verstehe ich Deine Frage nicht ..... :roll:

Gogolo hatte lediglich geschrieben, dass er "vor den ganzen Touristen da sein will", d.h. sinngemäß für mich "bevor es voll wird". Oder meinst Du etwas anderes ?

Wir fahren auch morgens ( oder schon Abends ) vor den anderen Touristen irgendwo hin. Da bekommen wir die besten Plätze bevor die anderen kommen.

Offenbar finden sich immer einige die an den Worten eines geschätzten Mitglieds "etwas drehen wollen". Muss man denn jedes Wort vorher auf die Goldwaage legen bevor man einen Reisebericht schreibt ?

Nichts gegen Dich persönlich, aber ich habe Deinen Beitrag als "störend markiert"

Gogolo am 27 Mai 2014 22:09:44

Beim letzten Bericht über die Normandie werdet ihr euch vielleicht gefragt haben, warum wir keine Fotos über die doch so zahlreichen Kriegsstellungen aus dem 2. Weltkrieg in unserem Bericht haben. Als überzeugte Pazifisten haben wir schlichtweg jeglichen Besuch von solchen Kriegsstätten, Bunkern und Kriegsspielzeug verweigert. Darum auch kein Hinweis und keine Fotos von dergleichen.


Nach dem Besuch des Mont-Saint-Michel fuhren wir noch am Nachmittag weiter, zunächst zum Einkaufen, dann verließen wir die Normandie und es ging in die Bretagne. Und schon kam der erste Menhire (Hinkelstein) in Sicht. Den hat sicher Obelix hier abgelegt. Der Menhin de Champ Dolent in der Nähe von Dol de Bretagne ist mit 9,30m einer der höchsten aufrecht stehenden Menhire in der Bretagne.





Der nächste Stopp war dann auf dem CP Domaine de la Ville Huchet bei Saint Malo. Dieser CP liegt inmitten eines Schlossparks, schön ruhig und mit riesigen, uralten Eichen. Die Stelllätze haben zwischen 100 und 150 qm Größe. Hier bleiben wir zwei Nächte, denn ich habe am nächsten Tage Geburtstag und da wollte ich keine „Strecke“ machen sondern einen gemütlichen Radausflug. Dieser führte uns nach Seint- Malo. Dort besichtigten wir die Altstadt und machten auch einen Rundgang auf der alten Stadtmauer aus dem 12. Jh. Einen Cafe gab es am Place Chateaubriand. Es war ein „Geburtstagskaiserwetter“.












Es zieht uns weiter westwärts in das Herz der Bretagne, aber zunächst immer der Küste entlang. Er erste Halt war kurz nach Saint Malo beim Gezeitenkraftwerk „La Rance“ an der Flußmündung der Rance. Hier ist einer der höchsten Tidenhübe weltweit; 13,50m beträgt der Unterschied zwischen Ebbe und Flut. Und diese Kraft des ein- und ausströmenden Wassers wird umweltfreundlich zur Stromerzeugung genutzt. Ein eindrucksvolles, gut gemachtes Informationszentrum im Bauch des Kraftwerks demonstriert die Arbeitsweise des Gezeitenkraftwerks.

Der zweite Halt war am Cap Frehel, der den Höhepunkt der sog. Smaragdküste darstellt. 780M über dem Meer tront der Leuchtturm auf rötlichem Sandstein.








Am Nachmittag erreichen wir den Campingplatz „Le Cap Horn“ bei Plovézec. Von unserem Standplatz haben wir einen recht schönen Blick auf das Meer – und bei Ebbe auf die Austernzuchtbänke. Ein Ruhetaq zum ausruhen und zum (Zwischen-)Berichteschreiben ist angesagt. Ein netter (kurzer) Spaziergang brachte uns ans Meer wo wir den Austernzüchtern bei ihrer Arbeit zusehen konnten. Die vielen Boote am Strand lagen seitlich „auf dem Trockenen“ wie Fische, die sich vor der Flut nicht mehr ins Wasser retten konnten.







Auf der Weiterfahrt haben wir bei Paimpol die alte Abbaye de Beauport besichtigt. Gegründet wurde die absolut sehenswerte Abtei Notre-Dame de Beauport im Jahre 1202. Das Museum und die gesamte Anlage ist liebevoll hergerichtet bzw. restauriert und in den einzelnen Räumen sind auch Erläuterungen in deutscher Sprache. Wir hätten uns geärgert, wären wir einfach so daran vorbei gefahren.











Entlang der Côte de Granit Rose sind wir weitergefahren. Leider hat es sich zwischenzeitlich eingetrübt, so dass die rosa Granitfelsen an der Küste nicht so recht zur Geltung kamen. Wir machten dann Halt beim nächsten Hinkelstein, dem 7,50m hohen Menhir von St. Duzec, einem „christianisierten“ Stein, auf dem im 17. Jh. biblische Motive eingemeißelt wurden.





Auf der Suche nach einem schönen Übernachtungsplatz unmittelbar am Meer kamen wir nach Plougasnov zum dortigen CP Municipal. Wir stehen
bei Flut nur 10m vom Meer entfernt und hören es ganz deutlich, wenn die Wellen über die großen Steine am Strand rauschen. Das gibt dann so ein ganz eigenartiges „kullerndes“ Geräusch – lustig und beruhigend zugleich. Auch der Blick ist fantastisch auf den bzw. von dem Pointe de Primel (kann man mit einer kleinen Wanderung erklimmen), einer markanten Felsformation auf einer Halbinsel. Besonders wenn hinter den Felsen die Sonne im Meer untergeht (für ein Foto ist aber leider das Licht fast zu schlecht). Hier bleiben wir zwei Nächte, es herrscht absolute Ruhe, kein Durchgangsverkehr, nr Wellengeräusch, Vogelgezwitscher und der Wind.











Über Morlaix fuhren wir nach Plougonven, wo ein großartiger Calvaire auf einem achteckigen Sockel steht. In dem ganzen Ensemble ist in Stein gehauen das Leiden Christi verewigt. In Brignogan Plages gibt es den Menhir Men Marz, 8,50m hoch und 80t schwer. Man muss sich dabei vorstellen, dass die Menschen diese Steine schon in der Bronzezeit bearbeitet und auch vom Steinbruch her bewegt haben!









Entlang der Strecke sind viele Artischockenfelder und nette, saubere Orte. Jedes Gebiet hat seinen eigenen Baustil, das ist auffallend. Ebenso bemerkenswert sind die in vielen Farben blühenden, sehr großen Rhododendronbüsche, die auch wild wachsen. Aber auch sonst blühen jetzt zu Beginn des Sommers sehr viele Blumen und stellenweise auch noch Obstbäume.






Immer möglichst an der Küste entlang bewegen wir uns in Richtung Westen und Süden. Kleine Orte wie Kerlovan, Guissény, Lilia, Plougerneau und Lannilis liegen am Wege und werden mehr oder weniger besichtigt. Fjordähnlich schneiden sich die Flüsse „Aber Wrac'h“ und „Aber Benoît“ ins Land und auch hier sind die Gezeiten bemerkbar. Am frühen Nachmittag fängt es dauerhaft zu regnen an und wir bleiben auf dem Stellplatz von Portsall. In der Nacht wandelt sich der Regen in einen kräftigen Platzregen und es schüttet wie aus Eimern bis zum Morgen. Pünktlich zur Abfahrt und zur Ent- und Versorgung hört der Regen auf und es trocknet langsam ab.





Jetzt kommt der 1.Tag der Menhire. Wir fuhren zum stehenden und liegenden Menhir von Kergadiou, der stehende Menhir ist ca. 9m hoch. Weiter ging es über Plouvarzel zum Menhir von Kerloas. Dieser ist über 10m hoch. Dann ging es zum Wohnmobilstellplatz in Camaret und wir sehen vom Gogolobil aus die Alignements de Lagatjar. Das sind über 140 Menhire, die in Reih' und Glied gleich in der Nähe des Platzes in einer Wiese stehen. Die längste Menhir-Reihe besteht aus 42 Steinen.









Über Point de Penhir fuhren wir auf den 330m hohen Menez Hom (das ist für die Bretannen ein „echter“ Berg!) - leider war das Wetter nicht so toll und die Aussicht schlecht. Dann erreichten wir – vorbei am Cap Sizun und Pointe du Van den Pointe du Raz. Dort sollten eigentlich die Wellen viele Meter hoch an die Felsen klatschen – aber das Schauspiel ist wohl zu anderen Zeiten so gewesen, die Brandung war sehr schwach. Oder wir sind von den gigantischen Wellen auf den kanarischen Inseln bei unserer dortigen Überwinterung schon verwöhnt.





Unsere nächste Station ist Quimper. Dort gibt es wieder einen schönen Campingplatz in einem weitläufigen Schlosspark. Schön gelegen und riesige Parzellen in einem alten Baumbestand bei tollem Wetter. Es ist nicht weit, aber wir fahren trotzdem mit den Fahrrädern in die Stadt und besichtigen insbesondere die sehenswerte Altstadt.











Quimper ist auch bekannt für die guten Crêpes und wir haben in einer Crêperie natürlich auch welche gegessen. Herzhafte und süsse, dazu Cidre aus großen weiten Tassen.







Nach Lokmariaquer führt uns der Weg wieder an vielen, vielen Menhire, Steinreihen (Alignements) und Dolmen vorbei. An die tausend Steine werden es wohl gewesen sein, die dort herumstehen und liegen. Es ist unglaublich, was die Menschen in der Vorzeit damals geschaffen haben, wenn man bedenkt, welche Hilfsmittel ihnen damals zur Verfügung standen. Staunend stehen wir vor diesen Rätseln.









In Lokmariaquer fahren wir mit den Rädern in den netten Ort und entdecken entlang der vielen Austernbänke am Strand auch ein kleines Geschäft, in dem frische Muscheln und Austern – auch zum sofortigen Verzehr – verkauft werden. Und schon wieder können wir nicht widerstehen, setzen uns in die Sonne, essen die frischesten Austern die es gibt (direkt aus dem Becken) mit Zitronen, frischem dunklen Brot und einem Glas Weißwein.










Hier die Karte, wo wir uns befinden:






Generell ist zu sagen, dass es wirklich gut war, jetzt in der Vorsaison diese Reise zu machen. Auf den Stellplätzen herrscht noch kein Gedränge und in den Städten sowie bei den Sehenswürdigkeiten ist es möglich ungestört und in Ruhe diese zu besichtigen und zu fotografieren. Außerdem muss ich mit einem sehr großen Vorurteil aufräumen: von wegen – die Franzosen sind nicht deutschfreundlich und bemühen sich nicht, einen nicht französisch sprechenden Menschen zu verstehen. Das absolute Gegenteil ist der Fall! Wir wurden überall herzlich und freundlichst aufgenommen. Und wenn sich beide Seiten bemühen, mit unseren paar Brocken französisch, mit englisch und auch mit deutsch (und wenn alles nichts hilft: mit Händen und Füssen), dann klappt das schon. Die Fangruppe der Franreichreisenden hat zwei begeisterte Anhänger mehr.

So, das war es jetzt mit der Bretagne, der Heimat von Asterix und Obelix. Leider habe ich nirgends Wildschweinfleisch kaufen können, ich hätte doch so gerne einen Wildschweinbraten oder ein Wildschweingulasch gemacht...

Gogoline und ich sind uns aber einig: landschaftlich hat uns die Bretagne besser gefallen als die Normandie. Sicher, in der Bretagne liegt auch noch viel Kriegsspielzeug des letzten Weltkriegs herum, aber nicht gar so exzessiv wie in der Normandie. Jetzt geht es weiter an die französische Atlantikküste. Auch hier waren wir noch nie und ich bin gespannt, was uns dort erwartet. Auf alle Fälle werden wir irgendwo, wo es schön ist, mal eine Woche(?) ausspannen. Am liebsten wäre uns eine Insel (Ile de Re?, Ile de Oleron?), die wir auch mit dem Fahrrad erkunden können.


Wir melden uns in gewohnter Weise und senden bis dahin viele in die Heimat.


Habe die Ehre

Gogolo

Anne42 am 27 Mai 2014 22:54:58

Wieder einmal ein großes Dankeschön, für diesen Bericht und die tollen Fotos, ich habe vieles wiedererkannt, aber auch gesehen, da muss ich unbedingt noch mal hin. Frankreich ist einfach ein tolles Land mit sehr freundlichen und höflichen Menschen und wunderbarem Essen, da zu die vielen Sehenswürdigkeiten, die schönen Städte und Dörfchen, einfach traumhaft! Freue mich schon auf deinen neuen Bericht!

knapfi am 28 Mai 2014 08:11:33

Ich glaube, da wäre der Michael Schumacher auch gerne.
Was meinst Du-Gogolo?

uschi-s am 28 Mai 2014 08:36:50

Sehr schön und so toll beschrieben, wo wir auch hinmüssen :D Fotos muss ich dann ja keine mehr machen, die tollen Motive sind schon eingefangen.

Tortuga am 28 Mai 2014 11:48:49

Danke Euch für diese Reportage, haben gerade in der Normandie gleiche Erfahrungen gemacht. Die Austern lassen mir schon das Wasser im Mund zusammenlaufen. Schade das es kein Wildschwein gab, so konntest Du mein Rezept nicht ausprobieren. Hat wohl Obelix alles geräubert. :D
Gute Fahrt noch und wir freuen uns schon auf die nächsten Berichte.
Carmen u Peter

mischa1 am 28 Mai 2014 12:41:59

Ich bin begeistert und werde eure Tour im nächsten Jahr nachfahren! Freue mich schon auf die Fortsetzung eures Berichts! :top:

Schöne
Mischa

DirksBiMo am 28 Mai 2014 12:46:34

Als überzeugte Pazifisten haben wir schlichtweg jeglichen Besuch von solchen Kriegsstätten, Bunkern und Kriegsspielzeug verweigert. Darum auch kein Hinweis und keine Fotos von dergleichen.


Moin,

zum einen vielen Dank für den wieder einmal tollen Bericht ..... aber ..... das finde ich sehr schade.
Um Gottes willen nicht wegen des ausgestellten Gerätes ... aber der ein oder andere Platz der dieses Ereignis beschreibt, welches Europa so sehr verändert hat, hat Irene & mich sehr nachdenklich und dankbar gemacht.
Wir finden, dass das zu unserer Geschichte gehört und sich darüber auch wissen vor Ort anzueignen war für uns beeindruckend und erschreckend zugleich.

Daher ist es unserer Ansicht nach unbedingt empfehlenswert diesen Ort besucht zu haben.

--> Link

--> Link

Wer einmal die Geburtsdaten der jungen Männer auf den Grabkreuzen zur Kenntnis nehmen durfte wird spätestens dort zum Pazifisten ... wenn er es nicht ... wie ihr & wir ... eh schon ist.
Zumindest wird man (wir) sehr sehr nachdenklich.
Auch den im Museum gezeigten Film über zwei Soldaten Familien fanden wir durchaus angemessen.



Dirk

Gogolo am 29 Mai 2014 10:12:00

Hallo Dirk,

wir waren letzten Sommer auf unserer Nordlandreise an einer Gedenkstätte des finnisch-russischen Kriegs (siehe meinen dortigen Bericht auf der Seite 9 - vom 27.07.2013 - --> Link ) und waren wegen dieses schrecklichen Ereignisses, wo so viele unschuldige Männer und Frauen gestorben sind, so tief beeindruckt und bewegt, dass ich weinen musst. Und das musste ich mir nicht nocheinmal antun... Ich denke, das verstehst du.


Habe die Ehre

Gogolo

Gast am 29 Mai 2014 11:10:04

UlrichS hat geschrieben:Meine Frau und ich schieben Dir gleich die Sonne rüber :D
Hallo Gogolo, scheint dann ja geklappt zu haben, mit der Sonne :D

Danke für den netten Reisebericht - wie immer !

mk9 am 30 Mai 2014 19:00:53

Bis jetzt wieder einmal ein Reisebericht der Spitzenklasse.

Das Lesezeichen bleibt auch weiterhin bestehen, denn ich freue mich schon jetzt auf den weiteren Verlauf Eurer Reise.
Ich habe ja schon einmal erwähnt, dass Eure Reisen mal in Buchformat eine große Leserschar begeistern würde.
Dies nicht nur Leser in diesem Forum.

Aber zunächst wollt Ihr beide ja reisen, reisen und nochmals reisen. ( wie schon einmal von Dir erwähnt ) Vollkommen richtig, denn es könnte ja mal auch anders kommen. Dann bleibt das Erlebte unvergessen.


Ich wünsche Euch weiterhin viel Freude beim Erkundungen und Erlebnissen auf Eurer Rundreise durch Frankreichs Departements. Ich freue mich auf die Fortsetzung des Reiseberichtes mit den Kommentaren, Erlebnissen und vor allen Dingen auch die Bilder die noch kommen werden.

Alle Gute und bleibt gesund.

Schöne vom linken Niederrhein
Manfred, der leider in diesem Jahr von keiner Frankreichtour berichten kann / wird. Aber 2015 wird ja auch noch kommen.

Gogolo am 30 Mai 2014 22:15:52

mk9 hat geschrieben:
Aber zunächst wollt Ihr beide ja reisen, reisen und nochmals reisen. ( wie schon einmal von Dir erwähnt ) Vollkommen richtig, denn es könnte ja mal auch anders kommen. Dann bleibt das Erlebte unvergessen.





Danke, Manfred, für Deine netten Worte. Wenn wir einmal im Altenheim sind oder im "betreuten Wohnen" leben, dann werde ich bei den Mitbewohnern viele Reisevortäge halten können... :D :D :D


Habe die Ehre

Gogolo

knapfi am 30 Mai 2014 22:47:45

Re: Das Gogolobil unterwegs: Frühsommer am Atlantik 2014

Beitragvon knapfi » 28 Mai 2014 07:11:33
Ich glaube, da wäre der Michael Schumacher auch gerne.
Was meinst Du-Gogolo?

Westfalix am 30 Mai 2014 23:47:34

Hallo Gogolobil, zu
Nach Le Treport wollten wir eigentlich nach Dieppe auf den örtlichen Stellplatz fahren. Aber sämtliche Zufahrten dorthin waren gesperrt – offensichtlich für eine örtliche Veranstaltung. Nach drei verschiedenen Versuchen wollten wir nicht mehr dorthin und haben es aufgegeben.

Bin neu im Forum, toole Story. sind im letzten Jahr nur bis Fecam gekommen.
Da zu muß ich euch sagen, Ihr hab was verspasst, Dieppe ist ein schöne malerischer Ort mit super Restaurants.
Für 19€ haben uns zu zweit eine SUPER Vorspreisen Fischteller mit Gambas, Austern, Schnecken usw. gegönnt und es war mehr als genug.
Die zwei Stellplätzte am Ort sind Ok , der an der Klippe ist etwas ruhiger dafür von der Stadt etwas weiter entfernt.
Der Stellplatz direkt am Strand hat eine schöne Ausicht, dafür direkt auch an der Strasse und etwas laut.
In Dieppe waren wir in August 2013 und hatten auch Regen, mit gigantischen Gewitter -sagenhaft, die Straße vor dem Restaurant stand ne 1/2 m unter Wasser und das Dach vom Restaurant war undicht, trotßdem einfach ein atembraubend überweltigende schöner Weltuntergang (alle sind am Leben geblieben und kein Wohmo hat Schaden genommen)
Danke für euer Beschreibung nach Fecam, da machen wir im Juli weiter, könnens nicht mehr erwarten, und Dieppe wird auch besucht.

mfg
Westfalix

Gast am 31 Mai 2014 16:51:34

knapfi hat geschrieben:Re: Das Gogolobil unterwegs: Frühsommer am Atlantik 2014

Beitragvon knapfi » 28 Mai 2014 07:11:33
Ich glaube, da wäre der Michael Schumacher auch gerne.
Was meinst Du-Gogolo?


Ich glaube, der Beitrag war schon beim ersten Mal überflüssig. :(

morena am 31 Mai 2014 17:05:29

ich wäre auch gerne dort ,aber jetzt gebe ich Spid mit der Krankengymnastik da kann ich wieder den Lenker sicher halten :) hoffentlich...
hatte kürzlich eine Ellenbogen Luxation OP, jetzt ist noch alles steif...aber der Gedanke an Bretagne hält mich aufrecht :mrgreen:

Gogolo am 31 Mai 2014 18:43:29

morena hat geschrieben:hatte kürzlich eine Ellenbogen Luxation OP, jetzt ist noch alles steif...aber der Gedanke an Bretagne hält mich aufrecht :mrgreen:



Gute Besserung!


Habe die Ehre

Gogolo

morena am 31 Mai 2014 18:57:50

Gogolo- Du guter - danke, danke,danke :D
ich fahre quasi mit Dir auch wenn ich kurz gebunden bin...
da wo du jetzt bist und neues für uns entdeckst- dafür krigst Du von mir einen Knutschi- Bussi --Super Bericht :D

eldorado am 04 Jun 2014 09:03:36

Seid gegrüsst Gogolo und Gogoline
Seit langem verfolge und lese ich Eure Reiseberichte - einfach nur toll!!
Ich möchte gegen Ende Jahr nach Teneriffa fahren, da sind mir natürlich Eure Tips sehr hilfreich.
Jetzt seid/wart Ihr ja in Frankreich unterwegs, hat viele Erinnerungen geweckt... wir waren an der Atlantikküste vor VIELEN Jahren mit Pferden unterwegs, waren in Genf gestartet und quer durch Frankreich geritten, einer musste täglich das WoMo weiterfahren und einen Schlafplatz suchen, die anderen durften reiten.
Eigentlich würde ich Euch gerne mal irgendwo treffen, wenn Ihr auch Interesse hättet? Ich (65) bin alleine unterwegs, mit meinen kleinen Hundchen, mit einem EURA Contura, momentan noch eher kleine Ausflüge (verlängerte WE's), Ende Jahr möchte ich dann auf eine längere Tour.
Kennt Ihr schon Eure Rückreiseroute? Ich wohne in der Ostschweiz, könnte irgendwohin fahren, wenn Euer Trip einigermassen "erreichbar" vorbeiführt Richtung Norden...
Würde mich sehr freuen, Euch persönlich kennen zu lernen
Liebe
Irene

Gast am 10 Jun 2014 22:11:36

Hallo gogolo, wir hoffen Euch hat das Unwetter nicht erwischt ! ? ! :(

Gogolo am 11 Jun 2014 19:17:02

UlrichS hat geschrieben:Hallo gogolo, wir hoffen Euch hat das Unwetter nicht erwischt ! ? ! :(


Nein, wir sind verschont geblieben. Nur einmal vor zwei Tagen hat es nachts auf der Insel Oleron gewittert.


Habe die Ehre

Gogolo

Gast am 11 Jun 2014 20:29:50

Super ! ! !

Wir haben hier zwar Glück müssen usn aber morgen von unserer Tochter abholen lassen. In NRW ist noch alles kaputt und rund um Essen wo wir mit dem Zug durch müssen geht nichts mehr. 16 Züge sollen noch wild auf der Strecke rumstehen und über 100 Bäume blockieren immer noch die Kleise und Oberleitungen sind alle kaputt und es soll noch einige Tage dauern bis selbst die Hauptstrecken wieder befahren werden können.

Weiterhin wünsche ich Euch einen wunderschöne Zeit unsere war PERFEKT.

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