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2014: Zum Nordkap und an der Küste Norwegens retour ... 1, 2, 3, 4


shoe1 am 20 Sep 2014 14:52:03

Quasi: Wohin sollte der Sommerrulaub 2014 mit dem Wohnmobil gehen ...? Zu Ostern ging es bei uns (Sonja und Rupert) in den Süden nach Griechenland. Da würde sich der Sommer doch anbieten, dass man mal in den Norden fährt - noch dazu deshalb, da man heuer vielleicht ein bisschen länger Zeit als 14 Tage hat ...

Norwegen reizt mich schon lange, sehr lange und Sonja ist sowieso mit (fast) jedem Ziel einverstanden. Viel und beeindruckende Natur, Wasserfälle, Fjorde, Einsamkeit, Elche, Rentiere, Lachse, angeln, wandern und Nordkapp. Diese Schlagwörter fallen mir ohne viel zu überlegen ein. Ob es wirklich so ist? Das kann man nur heraus finden, wenn man selbst dahin reist - also los ...

Aber da wären doch einige Dinge noch zu klären:
- Das Wichtigste: Aushilfe für Geschäft suchen ...
- Anreise (so wenig wie möglich Fähre ...) ?
Zwischenpunkte: Kopenhagen, Stockholm ...?
Was muss man unbedingt sehen ?
Wie weit soll die Reise gehen ?

Aber so einfach ist das doch gar nicht: Es gibt unzählige (wirklich unzählige) Reiseberichte im Internet und jeder schreibt oder rät etwas anderes, z.B.:
- Die Lofoten müss ihr unbedingt sehen ...
- Fjordnorwegen müsst ihr unbedingt sehen ...
- Das Nordkapp könnt ihr vergessen ...
- Das Nordkapp müsst ihr unbedingt bereisen ...
... und natürlich: Für eine Reise nach Norwegen braucht ihr mindestens zwei Monate ...

... also das Übliche ... ;-))

Also lese ich - soweit es die Zeit erlaub - ausführlich die interessanten Reiseberichte im Internet und in den einschlägigen Büchern. Weiters habe ich dem norwegischen Tourismusverband geschrieben, der mir freundlicherweise ausführliches Informationsmaterial per Post geschickt hat - nett!

Bild

Sonja unterstützt mich wie immer mit der positiven Zustimmung: "Du machst das schon, Liebling ..."
- 30 Jahre verheiratet und noch immer wie am Anfang ... ;-))

Besonders interessant, hilfreich und sehr nett geschrieben war der Reisebericht Nordkap von Rofalix hier in diesem Forum (--> Link. Da stieg die Lust auf Skandinavien gleich noch einmal - herzlichen Dank dafür!

So, am 16. Juli 2014 geht es nun endlich los ...


lg Rupert

shoe1 am 20 Sep 2014 15:23:33

16.07.2014 - Der erste Tag ...

Naja, sagen wir lieber: der Rest vom ersten Tag: Punktlich um 19:00 Uhr am Abend (sogar um fünf Minuten früher, als von mir geplant) sind wir in Richtung Nordkap (mit einem "p" oder mit zwei "p" ???) abgefahren.
Ich sag zwar immer "Stress macht man sich selber" aber irgendwie kommt ein paar Tage vor der Abfahrt dann doch immer wieder ein bisschen Hektik auf ...

Aus diesem Grund sind wir gestern noch bis um Mitternacht im Geschäft gestanden und heute zu einer - für uns völlig unchristlichen Zeit - aufgestanden. Dafür haben wir unseren Hausberg, den Hohen Göll (2522 m) im herrlichen Morgensonnenlicht gesehen.



Sobald wir im Womo sitzen, beginnt der Urlaub für mich. Das Wetter ist wunderbar, der Verkehr ist erträglich und so tuckern wir gemütlich durch Deutschland. Schon jetzt bewundern wir eine herrliche Abendstimmung. Ob das im Norden auch so schön wird?



Nach 414 Kilometern stellen wir unser Wohnmobil auf einem Autohof ab und schlafen ruhig, ohne überfallen zu werden, den Schlaf der Gerechten. Morgen ist ja auch noch ein Tag ...

lg
Rupert

shoe1 am 20 Sep 2014 15:52:00

17.07.2014 - Durch Deutschland nach Dänemark

Heute geht es über Leipzig - Magdeburg - Hamburg - nach Puttgarden und dann weiter nach Dänemark. Unser Navi - die Susi - hat uns kurz vor Hannover von der Autobahn runter geholt, weil sie - die Susi - zwar ziemlich technisch angehaucht, aber trotzdem anscheinend auch naturverbunden ist. Vielleicht war auch ein schwerer Unfall bei Hannover schuld, der schon den ganzen Tag im Radio neben den alten Schlagern für Verkehrsnachrichten gesorgt hat. Egal, auf jeden Fall sind wir in Richtung Lüneburger Heide ewige Kilometer auf der Landstraße durch einen oder mehrere Wälder gefahren und da sind mir einige alte Wohnmobile aufgefallen, die da einfach so im Wald gestanden sind. Zuerst habe noch gedacht, dass sind diese sogenannten "Freisteher" die sich so wie wir die Campingplatzgebühr sparen wollen (stimmt natürlich nicht ...) aber dann - da habe ich so rote große Herzen auf den alten Wohnmobilen und in diesen so ganz blonde, hübsche Mädchen gesehen. So ähnliche Mädchen habe ich schon bei der Einreise in Tschechien und auf der Fahrt nach Barcelona beobachtet. Experten sagen, dass es sich um Mädchen des horizontalen Gewerbes handeln soll - und schön langsam glaube ich das jetzt auch ...

Gegen Abend sind wir an einem äußersten Zipfel von Deutschland in Puttgarden gelandet und mit der Fähre nach Dänemark rüber: 45 Minuten - für mich die ideale Zeit für eine Fährüberfahrt. Man kann in Ruhe das Schiff erkunden, Fotos machen und bevor es fad wird - ist man schon am Zielhafen: Rodby.



Danach sind wir noch bis Kopenhagen gefahren und stehen jetzt absolut SUPER und fast wieder einmal kitschig auf der Insel Amager direkt vor dem Zentrum von Kopenhagen. Wenn uns hier heute keiner mehr verjagt - dann wird es eine wunderbare Nacht ...





Morgen steht die Stadtbesichtigung von Kopenhagen auf dem Plan ...

lg
Rupert

shoe1 am 20 Sep 2014 17:01:15

18.07.2014 - Stadtbesichtigung Kopenhagen

Heute am Morgen war die Aussicht nicht mehr ganz so bezaubernd wie gestern in der Nacht. Die beleuchteten Häuser am anderen Ufer und die Skyline von Kopenhagen direkt vor unserem Wohnmobil war schon der Wahnsinn. Heute in der Früh ohne Beleuchtung schaute alles ein bisschen nüchterner aus – trotzdem war es aber noch immer ein wunderbarer Stellplatz.

Nach dem herrlichen Frühstück mit nettem Ausblick auf Kopenhagen und Umgebung starten wir zur Besichtigungstour. Zu Fuß machen wir uns auf den Weg – zuerst nach Christiania – die ehemalige „Hibbiestadt“, die in der Zwischenzeit eher eine Tourismusattraktion darstellt. Wir haben den Eindruck, dass neben den Busladungen von Touristen viele Menschen nur hier her kommen, um in der Öffentlichkeit ihren Joint zu rauchen. Da wir zu beiden Gruppen nicht gehören, suchen wir den Weg zu den anderen Sehenswürdigkeiten. Entgegen meinem sonst sprichwörtlichen Orientierungssinns verlaufen wir uns – man kann fast sagen – wie Hänsel und Gretel. Sonja ist mir jetzt auch keine große Hilfe. Ansonsten – wenn ich mich gar nicht mehr auskenne, frage ich ansonsten immer Sonja, welchen Weg wir einschlagen sollen und dann gehen wir genau in die entgegengesetzte Richtung. Das klappt meistens, aber selbst hier funktioniert diese Methode in Kopenhagen nicht und so bringen wir doch einige Kilometer Fußweg an diesem Tag zusammen.











Es war also ein anstrengender aber schöner Tag in der Hauptstadt Dänemarks.

Nach unser Rückkehr und nach einem erfrischenden Schluck (es hatte immerhin ca. +30 ° C) genehmigen wir uns noch einen guten Kaffee. Danach geht es weiter nach Schweden …



„Rüber“ wollte ich unbedingt über die insgesamt 16 Kilometer lange Öresundverbindung (Tunnel und längste Schrägseilbrücke der Welt) zwischen Kopenhagen (Dänemark) und Malmö (Schweden). Zwar mit € 97,-- für unser Womo nicht gerade günstig aber doch ein Erlebnis. In Schweden geht es dann über gut ausgebaute Autobahnen weiter. Die Gegend ist leicht hügelig. Man merkt schön langsam, dass wir immer nördlicher kommen – die Sonne geht ca. um 21:30 Uhr unter. Wir gleiten im rötlichen Abendlicht an Seen vorbei, ich lege den USB-Stick mit den Musikvideos ein und lasse den Zufall entscheiden, welche Musik mich begleitet. Als die einfühlsame Stimme von Xavier Naidoo und anschließend „What a wonderful world“ erklingt, ist die Stimmung fast nicht mehr zu toppen. Als das Video von „Convoy“ abläuft, ist es einfach nur mehr geil und ich muss aufpassen, dass ich mich auf meine Straße konzentriere. Der einsame Ritter mit dem Wohnmobil auf der langen Straße durch Schweden fährt in den purpurroten Sonnenuntergang … Wohnmobilfahrerherz, was willst du mehr! Sinead O‘ Connor singt dann noch: „Nothing compares to you – Nichts ist vergleichbar mit dir …“ und ich möchte ihr in meiner absoluten Hochstimmung fast glauben. Gott sei Dank ist noch Sonja an Bord, die mich dankenswerter Weise wieder auf den Boden der Realität bringt und so gelangen wir sicher bis ca. 180 km vor Stockholm …



lg
Rupert

shoe1 am 22 Sep 2014 08:44:10

[b19.07.2014 - Stadtbesichtigung Stockholm][/b]

Die ca. 180 Kilometer nach Stockholm vergingen bei ebensolch guter Musik wie gestern, wie im Flug und wir erreichen Stockholm ohne Schwierigkeiten. Zum ersten Mal auf dieser Reise nehmen wir, den für uns bewährten, Schulz-Reiseführer zu Hilfe, der uns in das Erholungsgebiet Djurgard (ein paar Kilometer außerhalb der von Stockhalm) bringt.



Hier stellen wir das Womo ab und brechen mit dem Bus auf, um die Hauptstadt Schwedens zu erobern. Nach dem wir gestern in Kopenhagen gefühlte 60 Kilometer zu Fuß gegangen sind, gönnten wir uns heute eine Sightseeingtour um € 30,-- pro Person mit dem Bus. Auch ganz nett und man sieht wirklich viel.







Anschließend besuchen wir dann doch noch zu Fuß einige Highlights und sitzen am Abend wieder auf einem einsamen Waldparkplatz in der Nähe des Erholungsgebietes Djurgarden mit seinen schönen Wasser- und Parkanlagen im Wohnmobil und freuen uns über die schöne Stimmung im Abendrot ...



Fortsetzung folgt ...
lg
Rupert

sini2000 am 22 Sep 2014 12:06:00

Das wird ein toller Reisebericht, ich freue mich gespannt auf die Fortsetzung.

shoe1 am 22 Sep 2014 12:22:24

sini2000 hat geschrieben:Das wird ein toller Reisebericht, ich freue mich gespannt auf die Fortsetzung.


Da können wir doch gleich helfen ... ;-)):

2014-07-20 – Fahrt durch Schweden

Wir haben wunderbar auf unserem Waldparkplatz in der Nähe von Stockholm übernachtet. Nach den zwei Stadtbesichtigungen (Kopenhagen und Stockholm) gönnen wir nun unseren ermüdeten Füßen eine Erholung – das heißt: Wir bewegen heute also quasi nur unser Wohnmobil und zwar in nördliche Richtung.
Die Fahrt verläuft ausgezeichnet, vielleicht auch deshalb, weil meine allerliebste Gattin auch wieder ein Stück gefahren ist ...



Die E4, auf der wir uns bewegen, ist eine Art Autobahn, bzw. Schnellstraße, die teilweise zweispurig geführt wird. Ideal, um die relativ vielen Wohnwagengespanne zu überholen. LKW sind auf Grund des Sonntages fast gar keine unterwegs. Das Wetter ist – so wie bisher immer – wunderbar. So um die +26 ° C, Sonnenschein und ab und zu ein paar Wolken.

Ein Abstecher nach Bjurholm zu einer Elchfarm erweist sich als Fehlschlag, da sie bei unserer Ankunft kurz vor der Schließung stand. Der nette Herr empfahl uns aber für den Rückweg eine Elchfarm in Südschweden, die außerdem viel schöner und interessanter wäre, als die eigene …



Dank dem Schulz-Reiseführer haben wir am Abend einen wirklich schönen Gemeindestellplatz in Burea gefunden, wo wir uns direkt am Meer (schaut hier aus wie ein großer See) in einem Waldstück häuslich nieder gelassen haben. Idylle pur …



Morgen soll es dann nach Finnland weitergehen – Wir werden berichten …

Fortsetzung folgt ...
lg
Rupert

berny2 am 22 Sep 2014 15:06:21

sini2000 hat geschrieben:Das wird / [ist] ein toller Reisebericht, ich freue mich gespannt auf die Fortsetzung.

Nicht nur Du... :razz:

shoe1 am 22 Sep 2014 23:31:30

berny2 hat geschrieben:... Das wird / [ist] ein toller Reisebericht, ich freue mich gespannt auf die Fortsetzung ...

Nicht nur Du... :razz:


Na, dann wollen wir mal die Spannung nicht allzu sehr in die Höhe treiben:

2014-07-21 - Wir stehen am Nordkap !!!



... und die Fahrt dahin war für uns wirklich der Wahnsinn! Aber alles der Reihe nach:

In der Früh standen wir noch am romantischen Stellplatz am Schärenufer in Schweden. Zum Nordkap wären es noch so ungefähr 1200 Kilometer - also genau richtig, um in zwei Tagen das locker zu schaffen. So war ursprünglich unser Plan, also gingen wir es heute gemütlich an: Brötchen aufbacken, relaxt im Freien unter den Bäumen frühstücken. Den Duft des Meeres und der Tannenzapfen einsaugen, nebenan plätschert das Wasser .... Urlaub.



Weiter ging es nun der Küste entlang nach Finnland. Wir ließen uns wirklich Zeit und so erreichten wir um ca. 17:15 Uhr das "Santa Claus-Center" und zwei Kilometer weiter das Weihnachtsdorf am Polarkreis. Leider oder "Gott sei Dank", hatte das ganzjährig geöffnete Weihnachtsmannzentrum schon geschlossen und so machten wir eine kleine Wanderung auf den Weihnachtsmannhügel, mit einer guten Aussicht, aber ohne den Weihnachtsmann persönlich zu sehen.





Im Weihnachtsdorf am Polarkreis befinden sich viele Geschäfte und in den vielen Geschäften gibt es noch viel mehr Souvenirs - leider war für uns nichts Passendes dabei ...





Nun stand die Frage im Raum, wo es denn nun hingeht.
Die Fakten: Es ist 18:00 Uhr. Zum Nordkap noch ca. 680 km. Wetterbericht sagt heute noch schönes Wetter am Nordkap an - ab morgen soll es schlechter werden ...Wer mich nun kennt, weiß, dass ich zum Nordkap möchte: wenn möglich gleich und noch heute. Ich denke mir oft, dass Gott sei Dank Sonja an meiner Seite st, die mich ab und zu einbremst und auf den Boden der Realität zurück holt. Wir einigen uns darauf, dass wir so lange weiter fahren, wie es uns behagt ...



Fortsetzung folgt ...
lg
Rupert

Mover am 23 Sep 2014 09:06:40

Kannst Du mal berichten, was am Nordkap so toll ist?
Dazu gleich die Kosten. Tunnel, Parklatz usw.

Vielen Dank

Nordkap = deutsche Schreibweise.
Nordkapp = nordische Schreibweise.

Alles klar?

shoe1 am 23 Sep 2014 09:36:18

Mover hat geschrieben:Kannst Du mal berichten, was am Nordkap so toll ist?
Dazu gleich die Kosten. Tunnel, Parklatz usw.

Vielen Dank

Nordkap = deutsche Schreibweise.
Nordkapp = nordische Schreibweise.

Alles klar?


8) Ja selbstverständlich - aus MEINER/UNSERER Sicht gerne! Nur ein bisschen Geduld (bin momentan etwas in Zeitnot...)

Danke übrigens für die richtige Schreibweise - alles klar?
Rupert

shoe1 am 23 Sep 2014 09:55:13

Mover hat geschrieben:Kannst Du mal berichten, was am Nordkap so toll ist?
Dazu gleich die Kosten. Tunnel, Parklatz usw.

Vielen Dank

...


Achja, die wichtige Frage der Kosten kann ich dir gerne gleich beantworten, weil ziemlich kurz:
Nordkaptunnel - kostet nichts - quasi € 0,--
Parkplatzkosten - kostete uns auch nichts, da bedauerlicher Weise bei unserer Ankunft und auch bei der Abfahrt niemand im Häuschen etwas verlangt hat. Hätte aber gerne die € 30,-- (glaube ich zumindest) pro Person und 48 Stunden gerne gezahlt.

mfg
Rupert

Geskro am 23 Sep 2014 11:51:23

ui... das macht Lust auf mehr :D
Danke für die Mühe und die vielen tollen Fotos.

Asterixwelt am 23 Sep 2014 13:32:32

Danke für den bisherigen Bericht + Fotos.

shoe1 am 23 Sep 2014 18:51:33

Für Asterixwelt, Geskro und die anderen: Bitte, ich mache das doch gerne und damit ist auch die Mühe nicht allzu groß :lol:

Für Mover: Nun möchte ich dir berichten bzw. beschreiben, warum für MICH die Fahrt zum Nordpol so toll war:


21. - 22.07.2014 - Die Wahnsinnsfahrt zum Nordpol

Um 18:00 Uhr haben wir uns also in Romanievi (FIN) entschlossen, in Richtung Nordkap weiter zu fahren. Sind ja nur noch ca. 680 Kilometer.



Wir fahren und fahren und die Zeit vergeht wie im Fluge. Das Wetter ist optimal und die Strecke zwar meistens einspurig, aber in gutem Zustand. Fast kein Verkehr, höchstens jede halbe Stunde kommt uns vielleicht ein Auto entgegen. Viel Wald, sehr viel Wald, einige Rentiere und wenige Häuser säumen die langen, geraden, hügeligen Straßen.



Dank der nördlichen Lage wird es nicht dunkel. Um 23:00 Uhr ist es fast noch taghell und ich werde nicht und nicht müde. Um Mitternacht wird die Stimmung romantisch dunkelrot - so wie auf Korsika die legendären Sonnenuntergänge. Nur mit dem Unterschied, dass die Sonne eben NICHT untergeht und sich daraus wunderschöne, einmalige Anblicke ergeben, die noch dazu relativ lange zu sehen sind. Dazu kommt eine Landschaft, wie ich sie vorher noch nie gesehen habe.







Bei der Vorbereitung zu dieser Reise habe ich in den verschiedenen Foren gelesen, dass die Fahrt zum Nordkap landschaftlich nichts bringe, außer dass man eben dann dort gewesen sei. Dem darf ich aus meiner/unserer Sicht vollkommen widersprechen: Es lohnt sich absolut und ich bin froh, dass wir uns entschlossen haben, das Nordkap zu besuchen. Diese Wahnsinnsfahrt ist einfach nur traumhaft und unbeschreiblich schön ...





Nur langsam vergeht die Sonnenröte und es wird heller. Am Meeresufer begleiten uns eine Zeit lang Schweinswale - Kitsch pur ...



Vor dem Nordkaptunnel werden wir dann noch um halb vier Uhr in der Früh wegen Revisionsarbeiten aufgehalten - Wartezeit: Ca. eine Stunde - auch schon egal ....
Ich mache mir einen guten, warmen Kaffee (Sonja schlummert friedlich vor sich hin ...). Zusammen mit dem Wachposten warten wir auf die Freigabe des Tunnels. Er erzählt mir, wie "shit" dieser Job sei und ich erzähle ihm, wie schön es auf der Welt ist ...



Nach dem wir mit einer eigenen Eskorte durch den Nordkaptunnel geleitet werden, stehen wir ganz alleine um 04:12 Uhr am Nordkap - ich möchte jetzt nicht all zu pathetisch klingen, aber es ist für uns ein wirklich erhebender Augenblick ...





Wir haben es geschafft - Wir sind Nordkap-Fahrer :ja:
Ist es wichtig, mit dem Wohnmobil oder überhaupt, am fast nördlichsten Punkt Europas gewesen zu sein? Nein, wichtig im Leben sind andere Dinge für uns. Aber, ich möchte diese, unvergessliche Fahrt und den besonderen Augenblick, als wir mutterseelen alleine am Nordkap gestanden sind - nicht missen und an dieses schöne Erlebnis werden wir uns sicherlich lange erinnern ...




Mover - alles klar?

Fortsetzung folgt ...
lg
Rupert

BurnerWil am 23 Sep 2014 19:16:44

Hallo Rupert,

Ein wunderschöner, gefühlvoller Bericht mit sehr stimmungsvollen Bildern. So möchte ich das bald auch erleben. Danke fürs mitnehmen

mhf2 am 23 Sep 2014 20:06:23

Mover hat geschrieben:Kannst Du mal berichten, was am Nordkap so toll ist?
Dazu gleich die Kosten. Tunnel, Parklatz usw.

Vielen Dank

Nordkap = deutsche Schreibweise.
Nordkapp = nordische Schreibweise.

Alles klar?


sag aml hast du sie noch alle?

berny2 am 23 Sep 2014 23:57:46

quote="shoe1"]... habe ich in den verschiedenen Foren gelesen, dass die Fahrt zum Nordkap landschaftlich nichts bringe, außer dass man eben dann dort gewesen sei. Dem darf ich aus meiner/unserer Sicht vollkommen widersprechen: Es lohnt sich absolut und ich bin froh, dass wir uns entschlossen haben, das Nordkap zu besuchen. Diese Wahnsinnsfahrt ist einfach nur traumhaft und unbeschreiblich schön ...[/quote]

Danke, Rupert, für den eindrucksvollen Bericht nebst Photos. Obigem Widerspruch kann ich nur beipflichten.

pbesch am 24 Sep 2014 09:11:21

shoe1 hat geschrieben:... habe ich in den verschiedenen Foren gelesen, dass die Fahrt zum Nordkap landschaftlich nichts bringe, außer dass man eben dann dort gewesen sei. ..... Diese Wahnsinnsfahrt ist einfach nur traumhaft und unbeschreiblich schön ...


Da kann ich dir nur beipflichten!
Schau mal, was ich letztes Jahr über diese An-Fahrt zum Nordkapp geschrieben habe (Auszug aus unserem Reisebericht):

"5. Juni 2013
Alta - Nordkapp
Wir haben den Wetterbericht richtig interpretiert und machen uns bei strahlendem Wetter auf zu unserer letzten Etappe ans Nordkapp.
Dass diese letzten Kilometer langweilig sein sollen und das Nordkapp die Reise nicht wert, da es sowieso immer Schlechtwetter gibt, können wir überhaupt nicht bestätigen.
Für mich ist diese letzte Etappe eine der sehenswertesten und interessantesten überhaupt. Was aber zugegebenermassen sicher auch am Wetter liegt.
Die Strecke ist sehr abwechslungsreich, wenn man auch neben die Strassen schaut. Wir sehen wunderschöne Landschaften, flach und hügelig, Seen und Meer, die Natur, welche zu neuem Leben erwacht und massenhaft Rentiere. Kleinste Blumen und Moose geben dem Frühling seine Farben.
Überhaupt ist Norwegen ein einziges Farbenspiel."

shoe1 am 24 Sep 2014 09:20:55

Hallo bern2 und pbesch,
es ist schon interessant, wie unterschiedlich die Eindrücke oft sind. Wir haben uns beim Nordkap am Anfang gedacht, ok, wir fahren einmal hin, um uns selbst ein Bild von der Landschaft zu machen und dann hat es sich. Jetzt - nach unserer Tour würden wir sofort noch einmal hin fahren, vorausgesetzt wir haben genug Zeit für die doch lange Anfahrt.
Uns hat es also so richtig gut gefallen - Wenn es anderen nicht gefällt, dann macht es aus meiner Sicht aber auch nichts. Gott sei Dank gibt es unterschiedliche Meinungen, sonst wär die Welt ja fad ...

lg
Rupert

pbesch am 24 Sep 2014 10:04:57

Wirst du noch weiter berichten?

Ich freue mich schon auf den Teil "Norwegen runter". Wir haben unsere Fahrt wie gesagt im letzten Sommer gemacht in umgekehrter Reihenfolge:
Über die Küste Norwegens hoch und dann durch Finnland/Schweden wieder runter.
Es ist immer wieder toll zu lesen, wie andere gleiche Strecken erlebt haben. Und man kann so schön in Erinnerungen schwelgen.

shoe1 am 24 Sep 2014 11:55:59

pbesch hat geschrieben:...Ich freue mich schon auf den Teil "Norwegen runter". Wir haben unsere Fahrt wie gesagt im letzten Sommer gemacht in umgekehrter Reihenfolge:
....


Hallo pbesch,
wenn man sich für Norwegen interessiert und im Internet sucht - kennt man natürlich auch euren Bericht, der uns bei der Planung auch sehr geholfen hat - Danke dafür.

Bezüglich dem "runterfahren" bitte noch ein bisschen Geduld. Die nächste Fortsetzung wird aber sicher heute oder morgen kommen und NATÜRLICH werde ich weiter berichten ...

lg
Rupert

shoe1 am 24 Sep 2014 15:05:25

22.07.2014 - Ein Tag am Nordkap

Heute am Morgen haben wir mal so richtig ausgeschlafen. Nach der gestrigen Marathonfahrt von fast 1200 Kilomtetern sind wir bis Mittag in den Betten gelegen. Als wir dann aus dem Fenster schauten, umhüllte uns faustdicker Nebel. Direkt am Nordkap hat man keine 3 Meter gesehen, geschweige denn das Meer, das 300 Meter steil unterhalb der Nordkapklippe liegt, erspäht. Wir haben Glück gehabt, dass bei unserer Ankunft das Wetter noch wesentlich besser war ...
Bei einer kleinen Wanderung habe ich die Umgebung erkundet - Die Küste und die Klippen haben auch trotz der Waschküche einen gewissen Reiz ...





Zu Mittag haben wir uns ein köstliches Norwegen-Geschnetzeltes genehmigt. Nach einem erholsamen Mittagsschläfchen und dem anschließenden Nachmittagskaffee haben Sonja und ich das Informationszentrum am Nordkap besichtigt und ich muss sagen: Gut gemacht - speziell der Panoramafilm empfanden wir als äußerst gelungen. Aber auch die Ausstellungs- und sonstigen Räume (Kirche, Cave of Light, ....) sind ansprechend.





In der Zwischenzeit wurde das Wetter wieder besser und wir haben uns köstlich amüsiert, als wir den fotografierwütigen Touristen beim Nordkapsymbol zugesehen haben: Die Akteure vollbringen alle möglichen Verrenkungen, um gut ins Bild zu kommen. Teilweise entbrandet sogar ein Streit, wer zuerst drankommt und die Kommentare, die man mithören kann, sind einfach nur köstlich. ein Beispiel gefällig:

Eine alte Dame aus Deutschland übergibt ihren Fotoapparat einer noch älteren Kollegen, damit diese ein Bild macht.
"Wo muss ich denn reinschauen"
"Hinten bei der Kamera ist ein Bildschirm"
"Wo muss ich denn abdrücken"
"Oben auf der Kamera ist ein Knopf"
"Muss die Weltkugel auch auf das Bild"
"Bitte, das wäre schön"
"Müssen die Füße auch auf das Bild"
"Das wäre nicht schlecht, ist aber egal ..."
"Du, auf dem Bildschirm steht: Die Batterie ist leer ..."



Am Abend planen wir die weitere Route. Gegen 22:00 und 23:00 Uhr treffen die Busse mit massenweise Touristen ein. Die Menschen strömen zuerst in die Toiletteanlagen, anschließend stürmen sie das Besucherzentrum und den obligatorischen Shop bevor sie um fünf Minuten vor Mitternacht zum Nordkapdenkmal pilgern, ein Foto machen und um fünf Minuten nach Mitternacht wieder zu den Bussen laufen ...



Wir haben mehr Zeit, genießen ein, zwei Gläschen Sekt, plaudern mit einer dänischen Familie und posieren vor der Nordkap-Webcam, bevor wir in unserem vorgeheizten Womo den Bericht für den heutigen Tag schreiben ...

Fortsetzung folgt ...
lg
Rupert

pbesch am 24 Sep 2014 15:36:06

Köstlich, dein Bericht!

shoe1 am 24 Sep 2014 23:51:19

Man möge mir verzeihen: Völlig offtopic - oder auch nicht. So quasi ein Zwischengeschichtl zwischen den Reiseberichten ...

Ich komme gerade von einem Konzert im Salzburger Festspielhaus. Das Mozarteumorchesert unter dem Dirigenten John Axelrod spielte unter anderem "Die Planeten" von Gustav Holst.
Als der erste Satz "Mars" mit dem schweren Schlag der (7!) Pauken erklang, musste ich an diejenigen denken, die an der kargen, einsamen, oft düsteren Landschaft zum Nordkap hin keinen Gefallen finden. Die sich ärgern, dass man für den Parkplatz € 30,-- bezahlen muss und dass auch andere Touristen als sie das Nordkap besuchen ...
Aber dann, als im vierten Satz "Jupiter - der Bringer der Fröhlichkeit" die Geigen diese wunderbare Melodie erklingt, die meine Stimmung immer wieder zu einem Hoch anschwellen lässt (Klassikkenner wissen wovon ich schreibe ..), da sind mir sofort und unauslöschlich die Bilder von unserer Wahnsinnsfahrt zum Nordkap in den Sinn gekommen ...




Und genau wie mit der Musik ist es wahrscheinlich auch mit den Reisen: Dem einen gefällt das und dem anderen etwas anderes und das ist gut so, sonst würde jeder die gleiche Musik hören und an den gleichen Orten Urlaub machen ...
Jetzt aber wirklich genug vom Nordkap, morgen geht es mit dem Bericht über die Fahrt nach Tromsö weiter ...

lg
Rupert

Jonah am 25 Sep 2014 02:48:06

Tolle Fotos, macht Spaß, euch auf eurer Reise gedanklich zu begleiten.

shoe1 am 25 Sep 2014 09:22:12

Wie versprochen, der nächste Bericht:

23.07.2014 - Auf dem Weg nach Tromsö

Heute heißt es Abschied nehmen vom Nordkap – Schade, es war schon etwas Besonderes hier.



Wir beginnen den Morgen mit einer Wanderung zum Felsentor „Krikeporten“ in Skarsvag, dem nördlichsten Fischerdorf der Welt. Das gehört schon fast zum Standardbesuch am Nordkap dazu und wir machen das eben auch: Zuerst geht es steil bergauf auf einen Hügel und danach runter zum Meer. Auf der rechten Seite grüßt zum letzten Mal der Nordkapfelsen und auf der linken Seite hat die Natur ein Felsentor in Form eines Dreiecks entworfen.









Nach 45 Minuten sind wir wieder zurück beim Womo. Die Fahrt geht weiter in Richtung Süden – eh klar, wenn man am fast nördlichsten Punkt gewesen ist. Über Alta entlang der Barrentsee kurven wir von einem Fjord in den anderen. Unterwegs lassen wir es uns gut gehen und finden schöne Plätze, um Mittag zu essen oder eine Kaffeepause einzulegen.





Natürlich besuchen wir auch einen der Sami-Verkaufsstände und ergattern getrocknetes Rentierfleisch. Nach dem Kosten muss ich feststellen, dass man es zwar essen bzw. kauen kann, trotzdem sind mir die Rentiere lebend lieber ...







Das Wetter ist wechselhaft. Bei der Abfahrt war der Himmel noch wolkenverhangen, beim Mittagessen blitzte die Sonne freundlich durch und jetzt am Nachmittag zaubern Sonne, Wolken und Landschaft herrliche Bilder während der Fahrt, die uns immer wieder beeindruckt ..





Wir genießen die Landschaft und lassen uns vom Navi leiten, dass den kürzesten Weg – mit zwei Fähren (ca. € 82,--) – nach Tromsö. Wir überqueren die Tromsöbru und parken unser Womo neben der nördlichsten Universität der Welt, um zu übernachten. Eine nette Holländerin, die mit ihrem Mann im VW-Bus hier übernachtet, erklärt uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der größten Nordnorwegischen Stadt, die wir morgen besuchen wollen …





Fortsetzung folgt ..
lg
Rupert

shoe1 am 26 Sep 2014 09:45:16

24.07.2014 - Tromsö

Zuerst stellen wir unser Womo auf den offiziellen Stellplatz und bezahlen 60,-- NOK für 24 Stunden. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg um Tromsö zu erkunden. Die ca. 65.000 Einwohner zählende Stadt weist einen netten Altstadtkern auf. Wir besuchen das „Polaria“ und freuen uns über die herrlichen Bartrobben, die man hier bei der Fütterung aus nächster Nähe beobachten kann. Ebenso sieht man in den Aquarien die verschiedenen Fische und Lebewesen der Bartensee. Weiter geht es zum Polarmuseum und laut der netten deutschen Holländerin vom Vortag, zu allen möglichen Sehenswürdigkeiten der Stadt und dann zu Fuß über die gigantische Tromsöbrücke zur bekannten Eismeerkathedrale, die wir gegen Eintritt besuchen.













Nach dem wir uns kurzer Hand einer deutschsprachigen Reisegruppe angeschlossen haben und interessante Details aus dem norwegischen Leben erfahren haben, machen wir uns wieder auf den Weg zu unserem Womo. Vorher stärken wir uns noch in der Altstadt.



Eigentlich hätte ich mir für diese Reise eine Europasim-Internetkarte besorgt, um live und unabhängig von unserer Tour berichten zu können. In Österreich, Deutschland und Dänemarkt hat diese noch einwandfrei funktioniert und dann war es auf einmal aus ...
Auch per Handy konnte ich diese Probleme mit der netten italienischen Dame am anderen Ende nicht lösen. Kein Wunder: Sie sprach kein Deutsch und ich kein Italienisch und mit den Händen fuchteln bringt am Telefon nicht so viel. So heißt es weiterhin auf freies WLan zu warten (passt momentan ausgezeichnet ...), um meine Berichte an die Öffentlichkeit zu bringen …



Nach dem Abendessen packte mich das bei unserer letzten Reise, zu Ostern nach Griechenland, wieder entdeckte Jagdfieber. Nach dem ich einigen schweigsamen Einheimischen beim Angeln zugesehen habe, die erfolglos im Hafen fischten, probierte ich es auch. Vorher hatte wir noch in einem Sportgeschäft geeignete Metallköder im Sommerschluss gekauft. Beim ersten Auswurf hatte ich noch einen Babydorsch, den ich dank meiner vorbereitenden Internetrecherche sofort identifizieren konnte, an der Angel. Beim zweiten Versuch bog sich die Angel durch und ich landete einen ca. 70 cm großen Dorsch (bzw. Kabeljau). Er tat mir fürchterlich leid, aber leider für den Fisch siegte mein urzeitlicher Jagdinstinkt und die Aussicht auf einen abwechslungsreichen Speisezettel ließ mein Mitgefühl in den Hintergrund treten.



Da wir auch das "Nachtleben" in der Universitätsstadt Tromsö erkunden wollten, kamen wir an diesem Tag wieder erst nach Mitternacht ins Bett – ist schon komisch, wenn es 24 Sunden lang hell ist …

Morgen geht es in Richtung Lofoten oder besser gesagt, nach Andenes auf den Vesteralen weiter, wir wollen Wale sehen ...

Fortsetzung folgt ...

lg
Rupert

shoe1 am 27 Sep 2014 21:37:51

25.07.2014 - Fahrt nach Andenes

Heute wollen wir nach Andenes auf den Vesteralen-Inseln. Der Weg führt uns von Tromsö mitten in einen Tunnel mit einem Kreisverkehr. Prompt verfahre ich mich und muss vor einer Tiefgarage, die nicht unserer Fahrzeughöhe entspricht, mit unserem Womo umdrehen. Wir erleben herrliche Brücken und weitere Tunnels, die sogar unter dem Meer durchführen. Auch besuchen wir wieder ein Samidorf und wenn ich nicht aufpasse, scheine ich schön langsam einen "Kappenfimmel" zu bekommen ...



Einen der größten Flusswasserfälle finden wir am Malselvfoss und wandern ein bisschen. Wirklich beeindruckend. Weniger beeindruckend ist das touristisch angepriesene Lachsstudio - es entpuppt sich als Aquarium mit trüben Glas, in dem sich ein paar Lachse langweilen. Besser gefällt uns das leckere Eis und der norwegische Kuchen, den wir uns in der Jausenstation munden lassen.





Das Wetter ist wechselhaft. Das ergibt wieder traumhaft schöne Landschaftsbilder. Wir kommen kaum weiter, weil wir immer wieder stehen bleiben, um die Landschaft in Bildern festzuhalten.





Danach geht es „rauf“ auf die Versteralen. In Andenes reservieren wir einen Platz für die morgige Walsafari und genießen den Ausblick vom großen Leuchturm aus.





Sonja und ich haben gleich neben dem Strand ein schönes Plätzchen zum Übernachten gefunden. Von unserem Wohnzimmer aus, können wir das Meer, die Klippen und die Brandung beobachten. Da fällt uns auf, dass mehrere Menschen am Strand stehen und das Meer beobachten. Wir folgen ihren Blicken und dann sehen wir es auch: Ca. 100 Meter vom Ufer entfernt, regt sich etwas in den Wellen - das müssen Wale sein?
Wir fragen bei den Norwegern nach: Kurze Antwort: Es sind sogenannte Felswale oder so ähnlich. Sie, die Norweger lächeln sogar - vielleicht doch nicht so kühl und reserviert, wie ein blödes Vorurteil immer meint?
Gut eine Stunde schauen wir dem bunten Treiben zu. Naja, "bunt" ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Im grauen Meer vor dem grauen Himmel als Hintergrund sieht man die dunklen Körper der Felswale mal dort und mal da auftauchen, aber immer ungefähr in der gleichen Gegend. Vielleicht jagen oder spielen sie. Durch die Wellen ist es schwer zu erkennen, wie viele es sind - wir schätzen drei. Die Norweger sagen lächelnd, dass es mindestens vier sind ...



Am nächsten Tag erzähle ich die Geschichte dem Guide bei der Walsafari. Nach einigen gezielten Fragen, versichert er mir ebenfalls lächelnd, dass es sich nicht um Wale, sondern um Felsen in der Brandung gehandelt hat - Wir sollten uns aber nichts denken, diese Verwechslung kommt ziemlich oft vor ...




Fortsetzung folgt ...

lg
Rupert

Gast am 28 Sep 2014 10:01:54

Ich war drei mal da oben auch wenn ich bis heute nicht so ganz genau weiß warum,könnte mir aber ein viertes mal vorstellen.

Arno

LesDeLioncourt am 28 Sep 2014 11:25:41

.... ich willl auch!!!!!!

Danke für den Bericht und die Bilder.. :-)


Les

aeffchen am 28 Sep 2014 21:05:18

Ich auch :D

Ein wunderschöner Bericht, danke für`s Mitnehmen.

shoe1 am 29 Sep 2014 16:56:41

26.07.2014 - Die Walsafari

Gestern reserviert – heute ist es soweit: Wir wollen eine Walsafari unternehmen und dafür scheint Andenes, mit dem „besten und ausgezeichnetsten Institut“ (laut Eigenwerbung) für Walsafaris am Geeignetsten zu sein.
Nach dem Frühstück mit herrlichem Blick auf das nahe Meer checken wir ein. Das Wetter ist heute nicht besonders schön: Stark bewölkt, kalt und gerade deshalb vielleicht genau richtig, denn irgendwie kommt mir der Film „Moby Dick““ in Erinnerung.


Nein, das ist nicht Kapitän Ahab, sondern schon wieder so ein blödes Kappenfoto, das sich hier hereingeschlichen hat ...

Für 890,-- NOK (gut € 100,--) pro Person werden wir im Walmuseum sehr kompetent auf Deutsch über die Wale aufgeklärt. Vorher wurden wir noch sprachlich in Gruppen aufgeteilt, wobei sich ein bayrischer Landsmann nicht ganz sicher ist, ob er nun der deutschen Sprachgemeinschaft angehört oder nicht.



Auf der M/S Reine, einem ausgedienten Fischkutter, geht es anschließend mit weiteren ca. 80 naturbegeisterten Menschen aus aller Herren Länder gut eine Stunde hinaus aufs Meer. Der Seegang ist relativ ruhig, wir haben vorsorglich auch einen Kaugummi gegen Seekrankheit genommen (wäre nicht notwendig gewesen) und so können wir den Kaffee, die Kekse und die undefinierbare aber gute Suppe, die angeboten wird, genießen.
Wir haben wirklich gewaltiges Glück: Von insgesamt 9 oder 8 Pottwalen (Physeter catodon oder Physeter macrocephalus; engl. = Sperm Whale) können wir die Ausblasfontänen erspähen. Vier Walen kommen wir extrem nahe und dürfen sie genau beobachten. Besonders das Abtauchen ist gigantisch!



Der südländisch wirkende Kapitän mit dunkler Sonnenbrille (irgendwie erinnert er mich an den Kapitän der Costa Concordia ...) sitzt auf dem freien Oberdeck und sucht mit Unterwassermikrophonen nach dem "Klicken" der Wale. Begleitet wird er von seinem pensionierten Vater, ebenfalls ein ehemaliger Kapitän. Beiden merkt man die Routine an und so können wir uns sicher fühlen an Bord. Ein junge Wissenschaftlerin vom Walinstitut begleitet die Tour und dokumentiert alles. Unter Deck in der Steuerkanzel befindet sch der Co-Kapitän, er schläft die ganze Zeit und hilft nur später beim Anlegen mit, sowie eine Navigatorin, die sich die Zeit mit Kaffee und Zigaretten vertreibt. Wir sind hingegen hellwach und halten so wie von unseren Guides empfohlen, nach dem "Blas" der Wale Ausschau. Und wirklich - Sonja hat Glück und kann einen der Wale als Erste erspähen. Daraufhin erfolgt ein "Maschinengewehrgeratter" der Fotoapparate, dass man meinen könnte, man befände sich auf dem roten Teppich bei den Filmfestspielen in Cannes. Hier tummeln sich aber keine Filmsternchen sondern neben den Walen auch noch zahlreiche Papageientaucher und andere Wasservögel, sowie eine "Armada" an Schlauchbooten der Walsafari-Mitbewerber.





Als das "Diving" des Kapitäns durch den Lautsprecher schallt, gibt es kein Halten mehr: Auch ich mache im Schnellschußmodus zahlreiche Bilder, um das berühmte Schwanzflossen-Foto für die Nachwelt fest zu halten.











Es ist schon ein Erlebnis für uns, diesen großen Säugetieren so nahe zu sein. Die Wale strahlen mit ihren ca. 16 Meter Länge eine majestätische Ruhe aus. So gar der ca. 50 Jahre alte Wal "Glenn", der auf dem Rücken eine weiße Markierung hat, war mit dabei. Nach fast fünf Stunden Seefahrt kehren wir wohlbehalten und beeindruckt zu unserem Womo zurück. Der Abstecher auf die Versteralen hat sich absolut ausgezahlt und wir werden noch lange von unserer Walsafari erzählen können.



Heute nützen wir das freie Wlan im Institut und dann geht es in Richtung Lofoten weiter gehen. Da die offiziellen Stellplätze schon ziemlich voll mit anderen Wohnmobilen sind, suchen und finden wir ein einssames Übernachtungsplätzchen in einer idyllischen Bucht. Mal sehen wie das Wetter morgen so wird …



Fortsetzung folgt ...
lg
Rupert

bonjourelfie am 29 Sep 2014 18:40:52

Hallo,

da bin ich jetzt aber ganz neidisch! Wir waren vor einigen Wochen auch in Andenes, es war so windig, dass das Schiff nicht hinaus fuhr. Und da schon Nachsaison war, konnte man uns auch keinen Termin in den folgenden Tagen versprechen. Der Nordwind war so eisig, dass wir dann die schöne Insel Andenes doch verlassen haben und einen geschützteren Platz aufgesucht haben. Um so mehr erfreue ich mich an deinen tollen Bildern. Dankeschön!

LGElfie

shoe1 am 29 Sep 2014 19:37:56

bonjourelfie hat geschrieben:Hallo,

... Wir waren vor einigen Wochen auch in Andenes, es war so windig, dass das Schiff nicht hinaus fuhr...
LGElfie


Oh, das tut mir jetzt leid - hoffe, nicht zu viel geschwärmt zu haben ...
Auf der anderen Seite denke ich mir, dass das Land so vielseitig und schön ist, dass man einfach nur schwärmen kann ...
Außerdem geht es mir auch oft so, dass ich das eine oder andere mir Vorgenommene, nicht schaffe. Dann sage ich mir immer: Genau das ist ein Grund, um wieder hier her zu kommen und Versäumtes nach zu holen ..

Aus diesem Grund wünsche ich euch viel Vorfreude auf die nächste Reise.
lg
Rupert

shoe1 am 29 Sep 2014 23:19:57

Ein Foto zum 26.07.2014 hab ich noch vergessen: Auf der Fahrt von den Vesteralen auf die Lofoten ...



Gute Nacht und liebe bis zur nächsten Fortsetzung ...
lg
Rupert

shoe1 am 01 Okt 2014 14:48:40

2014-07-27 Lofoten und Wikinger

Heute ist Sonntag und es herrscht schönes Wetter. Gestern am Abend bei der Fahrt hat es sogar geregnet – mit dem idealen Nebeneffekt, dass die insektenverklebte Windschutzscheibe wieder halbwegs sauber geworden ist. Bevor wir wieder losdüsen, "probieren" wir den netten Strand und das Wasser aus ...



Jetzt auf den Lofoten wollen wir es geruhsamer angehen lassen und einfach die einmalige Natur genießen. Ich weiß, ich habe schon sehr viel von der schönen Landschaft geschwärmt und ich hoffe nur, dass ich mich nicht zu oft wiederhole und unglaubwürdig werde. Aber es ist wirklich wahr: Es wird immer noch schöner. Wir fahren über Svolvaer In Richtung Süden und passieren einen schönen Aussichtspunkt nach dem anderen.







Nach dem Studium von vier verschiedenen Reiseführern und –Berichten suchen wir unsere Highlights aus und genießen das Leben, die Lofoten und den Urlaub. In „Kalle“ gehen wir bei + 24° C Außentemperatur und ca. + 19° C Wassertemperatur ins seichte Fjordwasser.



Nach dem Mittagessen geht es weiter nach Henningsvaer. Viele Touristen, wie wir, haben den Weg über die schmale mit Ausweichen versehene Küstenstraße hier gefunden.


... ohne Worte ...






Ein nettes Örtchen wo wir uns ein Eis genehmigen. Anaschließend ist Sonja wie vom Erdboden verschwunden. Sie ist in einen der Souvenierläden gegangen, während ich dem Hafen zusteuerte. Ich fand sie nicht mehr und sie mich nicht mehr … quasi Trennungsschmerz pur! Erst als ich beim Womo angelangt war und mir überlegte, eine Vermisstenanzeige aufzugeben, tauchte auch Sonja wieder auf. Leicht verärgert, dass ich sie alleine gelassen hatte, aber die Wiedersehensfreude überwiegte bald wieder und so fuhren wir geeint die Strecke wieder retour.
Und es war durch die richtige Sonneneinstrahlung noch um einiges beeindruckender! Steile Berge gehen in sanfte, grüne Streifen über, die von bunten Blumen aufgefrischt werden. Das Ganze versinkt neben der Straße in den turkisblauen Wasser der Fjorde, aus denen runde Steine und grüne Inseln heraus ragen und ein fast unwirklich, schönes Bild zeichnen. Wir sind begeistert und kommen mit dem Fotografieren kaum zusammen.




Ein Postkartenmotiv nach dem anderen ...

Nach soviel Natur stört auch ein bisschen Bildung nicht und wir besuchen das neu Wikingermuseum in Borg. Wir finden, es ist gut gemacht: Ein Museum, das die Fundstücke aus dieser Umgebung zusammenfasst und ein ganz netter Film: beides durch das moderne Audio-Guide im perfekten Deutsch erklärt bzw. synchronisiert. Danach geht es ins Freie zum nachgebauten Wikinger-Häuptlingshof mit imposanten 40 Meter Länge und im Inneren zeigen verschiedene Handwerker – darunter auch ein Schuhmacherkollege – wie vor gut tausend Jahren gearbeitet wurde. Zum Abschluss kann man noch die Ausgrabungsstätten, Grabhügel und als Highlight: Das Wikingerschiff „Lofotr“ besuchen, bestaunen und auch betreten. Was mir in dem Wikingermuseum besonders gefallen hat, ist die Tatsache, dass man überall Fotos machen darf und dass man alles anfassen darf und sogar soll. Das ist heutzutage leider nicht immer so.








... wer kommt da aus dem finsteren Wald, wird doch nicht ein Wikinger sein ...

Auf dem großen Besucherparkplatz übernachten wollen wir nicht, also folgen wir den Rat unserer Reiseführer und fahren nach Haukland. Hier empfangen uns so ca. 15 Wohnmobile, einige Zelte und viele PKW’s und ein sensationeller, weißer Sandstrand. Hier schlagen wir für heute unser Nachtlager auf. Wir haben trotz relativ weniger Reisekilometer sehr, sehr viel gesehen und werden sicher heute vom Erlebten träumen …



Fortsetzung folgt ...

lg
Rupert

shoe1 am 02 Okt 2014 09:31:20


2014-07-29 Glasbläser, Schmid, Stau und Fischer




An diesem Traumstrand in Haukland (er wurde 2005 zum schönsten Strand der Welt (?) gewählt) ist das Wetter nicht ganz so traumhaft. In der Nacht hat es geregnet, aber das macht nichts, dafür schlafen wir lange. Nach dem Frühstück folgt ein ausgiebiger Spaziergang am blütenweißen Sandstrand.



Nach dem Mittagessen denken wir schön langsam (wir haben ja Urlaub) an die Weiterfahrt.



Es hat fast den Anschein, dass es laut unseren Reiseführer die Menschen auf den Lofoten entweder vom Fischfang oder vom Tourismus leben. Daneben gibt es noch eine bekannte Glashütte in Vikten und einen ebenso bekannten Schmied in Sund.
Wahrscheinlich wird es noch mehr Handwerker auf den Lofoten geben, aber wir haben zumindest diese zwei angepriesenen „Sehenswürdigkeiten“ besucht.



Die Glashütte in Vikten hat wirklich weltweit einen guten Ruf. Hier wurde das Lofoten-Symbol: Fische unter Wasser – Menschen ober Wasser, erfunden. Man kann den Glasbläsern in einem interessanten Haus bei der Arbeit zusehen. Natürlich kann man auch die exquisite Ware erwerben und wir haben zugeschlagen.









Den Schmid von Sund – neben dem Fischereimuseum – besuchen im Jahr laut Aussage der Reiseführer so ca. 30 – 400000 Menschen. Auch ihm kann man bei der Arbeit zusehen und auch viel mit ihm quasseln. Er fabriziert alles mögliche Getier und Gestalten kunstvoll aus Metall.




Die mit vollem Einsatz fotografierende Dame machte mich auf ein nettes Motiv aufmerksam:


Das Wetter ist heute – wie gesagt: nicht so schön – und die Landschaft zeigt sich in einem, immer noch sehr interessanten, düsteren Licht. Dieses können wir lange betrachten, als sich kurz vor Reine auf der E10 vor einem Tunnel ein Stau bildet. Geduldig warten wir, denn die Chancen für eine Alternative sind relativ schlecht. Ein paar Ungeduldige wenden auf der schmalen Straße, aber wir wollen zum Ende der Lofoten und da führt laut unseren Karten kein anderer Weg hin. Der Stau wird immer länger und eine nette Dame erklärt uns, das bei Bauarbeiten eine Gefahr aufgetreten ist. Das Ganze kann jetzt eine Stunde oder vielleicht auch ein paar Stunden dauern. Naja, lustig ist es nicht, aber wir haben ja in unserem Womo alles, was man benötigt und so gibt es eben die tägliche Kaffeepause mitten auf der Straße nach Reine. Erst nach einer guten Stunde kommt Bewegung in die Sache und die ersten Fahrzeuge von der anderen Seite kommen uns entgegen. Nach einer weiteren halben Stunde können auch wir fahren und passieren eine himmellange Baustelle neben dem Ufer.





Wir besuchen Reine und anschließend geht es weiter in den Ort mit dem kürzesten Namen: A. Die geplante Wandertour müssen wir leider wegen dem schlechten, nassen Wetter ausfallen lassen. Auf einem großen Parkplatz am Ende der Welt – Nein, am Ende bzw. Anfang der Lofoten (je nachdem aus welcher Sicht man es sieht) in A stellen wir unser Womo in Nachbarschaft vieler anderer Womos ab.





Wir schlendern durch das Fischerdorf A und treffen Jens. Jens ist Fischerreigehilfe und plaudert eine Stunde lang mit uns. Sein Chef Fred und er betreuen die meist deutschen und österreichischen Fischtouristen, die nach A kommen, um die Jagd auf Heilput, Steinbeißer, Seelachs, Makrelen und auch Dorsch zu wagen. Jens erzählt uns lange und viel über alles Wissenswerte. Nach einer guten Stunde plagt uns nach so viel neuem Wissen der Hunger. Im bekannten Fischrestaurant am Hafen kostet ein Steak NOK 295,-- und ein Bierchen NOK 110,--. Für gut € 50,-- kann man hier also gut und teuer essen und trinken.




Der Steinbeißer steht auch auf der Speisekarte ...

Gegen Mitternacht plagt mich nach einem Verdauungsspaziergang dann wieder das Jagdfieber und ich angelte am Kap Makrelen aus dem Fjordwasser.



Fortsetzung folgt ...

lg
Rupert

shoe1 am 03 Okt 2014 10:01:04

2014-07-29 Mit der Fähre nach Bodo

Die Fährfahrt von Moskenes auf den Lofoten nach Bodo auf dem Festland Norwegens dauert in der Regel so um die vier Stunden und sollte pünktlich um 10:30 Uhr beginnen. Sollte, denn als wir nach dem Frühstück um 08:45 Uhr in Moskenes eintreffen und uns in der Warteschlange anstellen, erfahren wir nach einiger Zeit, dass die Fähre leider defekt ist und die nächste um 14:00 Uhr startet. Auch nicht schön, aber egal – wir haben ja Urlaub. Ich nütze freies Wlan und schreibe Berichte, damit ihr lesen könnt, wie es uns ergeht …. Mit dem Hochladen der Bilder dauert es ewig, aber wir haben fast ebenso viel Zeit zur Verfügung und außerdem tue ich für euch doch fast alles …. ;-))






In der Zwischenzeit ist es 15:00 Uhr, die Fähre hat abgelegt, wir sind mit auf’s Schiff gekommen (einige andere Wohnmobile leider nicht) und das Wetter ist wieder himmlisch und heiß geworden. Jens, der Fischergeselle hat uns erzählt, dass man sich nicht zurück erinnern kann, dass es so lange, so warm war in dieser Gegend. Tja, das alte Sprichwort: „Wenn Engel reisen ….“ bewahrheitet sich wieder einmal. Die See ist absolut ruhig, Sonja bastelt und ich schreibe und fotografiere. So wird die Zeit der Fährfahrt auch vorüber gehen.









Beim Einlaufen in den Hafen von Bodo gehen wir zu unserem Womo im Bauch der Fähre. Wir stehen ganz vorne und es ist schon ein Erebnis, als sich einen halben Meter vor der Motorhaube unseres Womos das Schiffsmaul öffnet und wir als erstes Fahrzeug von Bord gehen.



Weiter geht es ein bisschen außerhalb von Bodo zu den Saltstraumen. Hier kommt es in einer Meerenge zum weltweit größten Gehzeitenstrom. Wir erwischen es ausgezeichnet: Das Wasser bildet hier einen starken Strom und wir sehen beeindruckende Strudel. Gott sei Dank stehen wir am Ufer unter der hohen Brücke und können so ungefährdet das einzigartige Naturschauspiel bewundern.



Kleines Filmchen zu den Saltstraumen: --> Link

Anschließend geht es auf der E6 weiter gegen Süden. Genau am Polarkreis schlagen wir am INFO-Zentrum unser Nachtlager auf und grillen uns bei herrlicher Abendstimmung ein paar norwegische Koteletts.













Fortsetzung folgt ...

lg
Rupert

shoe1 am 04 Okt 2014 10:14:56

2014-07-30 Ein stürmischer Geburtstag


Geburtstagspudding ...

In der Früh weht so ein starker Wind, dass unser Womo nur so wackelt. Mein Geburtstag beginnt stürmisch. Bei Regen erreichen wir unseren ersten Besichtigungspunkt für heute, den Wasserfall am Laksfors. Über 16 Meter tosen hier die Wassermassen des Lachsflusses über die Felsen hinunter. Ich sehe sogar drei Fische aus dem Wasser springen – herrlich. Weiter geht es auf der E6 und wir verlassen das Nordland durch einen großen Triumphbogen, der sich über die Straße spannt.





Und dann passiert es: Wir verfahren uns. Eigentlich verfahre ich mich, denn Susi, unser Navi, kann dieses Mal nichts dafür und Sonja sowieso nicht. Ich habe die Koordinaten falsch berechnet. Vielleicht hätte ich das Geburtstagsbier „Magners“ (ein Geschenk meines Sohnes) nicht trinken sollen? Nein, Blödsinn: Ich habe mich ganz einfach verrechnet und so führt uns Susi fünf Kilometer steil hoch auf einem Schotterweg in die Wildnis. Gott sei Dank findet sich hier ein Umkehrplatz, an dem ich in letzter Sekunde eine Elchkuh im Wald verschwinden sehe. Großartig! Unser zweite Elchsichtung an diesem Tag (ist ja auch mein Geburtstag). Schon eine halbe Stunde vorher hat Sonja am Waldesrand einen jungen Elch gesehen und auch ein (etwas verschwommenes) Foto gemacht. Wenn wir ehrlich sind, halten wir eigentlich schon seit der Abfahrt von unserem Heimatort Kuchl Ausschau nach Elchen. Bis auf ein paar Fehlalarmen (einmal war es ein Pferd in Schweden, ein anders Mal war es eine riesige Elchstatue am Wegesrand) waren wir bisher bei unserer Elchsuche nicht erfolgreich. Aber heute – nach 14 Tagen Urlaub – haben wir gleich zwei Exemplare gesehen. Zwar geht alles sehr schnell und der erhebende Anblick dauert nur Sekunden – aber immerhin. Das macht Lust auf mehr und wir begeben uns nach dem Besuch eines weiteren Wasserfalls auf Wanderung. Gegen 20:00 Uhr starten wir eine „Tour“ zu den „Bersäsen“ im Nationalpark Gressamoen. Wir bewegten uns flüsternd und so, wie ich es mir von einem Jäger oder Elchforscher vorstelle: Durch den Wald pirschend, entdecken wir die Losung der Elche, finden ihre Zeichen und Fährten am weichen Boden, hören sie Röhren und Schaben, nur gesehen haben wir keinen. Trotzdem ist die zweieinhalbstündige Wanderung zu einem Bergsee auf einem Naturlehrpfad wunderschön. Obwohl sich das Wetter wieder wesentlich gebessert hat, erreichen wir gegen 22:30 Uhr pischtenass unser Womo. Wir hatten wohl das falsche Schuhwerk gewählt. Nach dem Frischemachen geht es noch ein Stückchen weiter und da: Plötzlich steht eine große Elchkuh am Wegesrand: Obwohl es jetzt schon wieder in der Nacht finster wird, versuche ich ein paar Bilder zu machen, bevor sich das große Tier in seiner eigentümlichen Art wieder in den Wald verabschiedet. In Hochstimmung fahren wir weiter und sehen nach wenigen Kilometern den König am Straßenrand: Ein riesiger 500 kg Elch drohnt auf einem Felsen – fast wie im Film. Er hebt kurz sein mächtiges Geweih und verschwindet majestätisch ebenfalls im Wald. Bumm – vierzehn Tag Urlaub nichts und dann an einem Tag gleich vier Elche – wir sind beeindruckt.









Es geht noch ein bisschen weiter, bevor wir uns bei einem Golfplatz neben dem Fjord ein schönes Übernachtungsplatzerl suchen.



Fortsetzung folgt ...

lg
Rupert

shoe1 am 04 Okt 2014 22:16:20


2014-07-31 Trondheim


Wir erwachen in der Nähe von Steinkjer neben einem Golfplatz. Gestern war mein Geburtstag. Wieder um ein Jahr älter und immer noch so kindisch wie vor ca. 40 Jahren. Ich träumte von großen Fischen, Walen, tiefen Fjorden, hohen Bergen, riesigen Elchbullen und von Traktoren. Traktoren? Langsam werde ich wirklich wach. Naja, erwachen ist vielleicht der falsche Ausdruck – wir werden nämlich von den Arbeitern der Anlage mit ihren Traktoren aus dem wohlverdienten Schlaf fast mitten in der Nacht um 07:30 Uhr geweckt. Aber, ich würde mal sagen – selber Schuld, wenn man sich schon neben dem 18. Loch zur Ruhe begibt.



Macht aber nichts, denn wir wollen eh weiter nach Trondheim. Die Stadt in der die norwegischen Könige gekrönt werden. Zu Fuß erkunden wir die Sehenswürdigkeiten, wie Liebfrauenkirche, Dom, die alte Stadtbrücke, die Speicherhäuser, den Hafen, den Fischmarkt und zusätzlich kommen wir noch in den Genuss einer Handwerksausstellung heimischer Betriebe.












Anschließend stoßen wir auf eine Leistungsschau von norwegischen, landwirtschaftlichen Betrieben, durch deren Spezialitäten wir uns durchkosten. Da sagt man immer, dass in Norwegen das Essen so teuer wäre, dabei gibt es hier alles umsonst ...
Wohl gestärkt und genährt kehren wir zum Abstellplatz unseres Womos zurück und entgehen knapp einer Strafe für Falschparker (Womo-Parkverbot „übersehen“).



Unterwegs finden wir einen Weg über eine Hängebrücke in das Gebiet der Moschusochsen. Gesehen haben wir zwar keine, aber der Verdauungsspaziergang tut uns nach dem reichlichen Essen in Trondheim gut.







Eigentlich wollten wir an dieser Stelle in Richtung Oslo, das ich unbedingt ein zweites Mal besuchen will,, abdüsen. Aber wir sind früher in Trondheim angekommen als geplant. Also heißt es umplanen und so entschließen wir uns, die berühmte „Trollstiegen-Route“, die eigentlich für eine zweite Norwegentour vorgesehen war, zu befahren. Also geht es auf nach Andalsnes. Auf dem Weg dorthin werden wir von Gebirgsbächen und vielen Wasserfällen begleitet. An einem dieser Naturschauspiele – am Slettafossen – genießen wir zuerst die in die Tiefe fallenden Wassermassen und anschließend das einschlummernde Rauschen direkt neben dem Wasserfall.





Fortsetzung folgt ...

lg
Rupert

zirbl am 05 Okt 2014 11:02:40

wir waren ein Monat später in Norwegen unterwegs, hatten leider mit dem Wetter nicht soviel Glück;
übrigens der Südkap ist auch nicht zu verachten, dort treffen Nord u.Ostssee aufeinander.....
danke für die herzhaften Bildberichte!

shoe1 am 05 Okt 2014 11:18:49

zirbl hat geschrieben:wir waren ein Monat später in Norwegen unterwegs, hatten leider mit dem Wetter nicht soviel Glück;
übrigens der Südkap ist auch nicht zu verachten, dort treffen Nord u.Ostssee aufeinander.....
danke für die herzhaften Bildberichte!
...


Hallo Zirbl,
Süd- und Fjordnorwegen haben wir uns für eine spätere Reise reserviert und wir freuen uns jetzt schon drauf ...
lg
Rupert

tuga am 05 Okt 2014 14:21:50

Gaaaanz toll geschrieben und wunderbar bebildert, vielen Dank für den schönen Bericht! :)

shoe1 am 07 Okt 2014 09:18:42

2014-08-01 Trollstige, Geirangerfjord und Adlerstraße ...

Sonja hat gesagt, das Rauschen des Wasserfalls in der Nacht beruhigt und dafür haben wir in der Früh einen wunderschönen Anblick auf die Wassermassen, wenn sie in der Morgensonne in die Tiefe stürzen. Mit dem Rauschen in der Nacht hat sie recht gehabt, mit der Morgensonne überhaupt nicht! Der Regen prasselt auf unser Womodach und über dem Wasserfall liegt dichter Nebel. Sollen wir bei diesen Bedingungen die Trollstige rauffahren? Ja, unbedingt. In den letzten Tagen hatten wir an einem Tag oft Regen, bewölkt und Sonnenschein sowie Temperaturen von +11° bis +24° C erlebt. Also bis auf Schnee so alle möglichen Wetter-Kapriolen, die es gibt.



Wir machen uns also auf den Weg ins Gebirge und die 1936 erbaute Straße (ein Teil der Provinzstraße 63) hat es wirklich in sich. Elf Haarnadelkurven mit etwa zwölf Prozent Steigung führen teilweise einspurig auf ca. 700 Meter hoch. Das Fahren mit dem Womo ist nicht wirklich ein Problem, speziell wenn man hinter einem Bus nachfährt. Wir haben schon viel ärgere Straßen befahren. Aber die Art, wie die Straße in die steile Felswand angelegt wurde und die landschaftliche Umgebung, mit einem gigantischen und mehreren kleineren Wasserfällen, ist schon mehr als beeindruckend.







Auf der Passhöhe ist eine ansprechende Aussichtsplattform angelegt und wir freuen uns sehr darüber, dass für ein paar Minuten der dichte Nebel sich lichtet und sogar die Sonne hervorlugt.











Nach dem Mittagessen auf der Anhöhe geht es wieder runter nach Valldal, wo wir mit der Fähre nach Eidsdal übersetzen. Über einen Teil der Adlerstraße geht es gleich wieder hoch hinauf und danach in Serpentinen zum berühmten Geirangerfjord. In dem liegt (natürlich) eines der großen Kreuzfahrtschiffe vor Anker. Sonja ist so begeistert von diesem Anblick, dass sie kurzer Hand in einer langsamen Kurve das Womo verlässt und mir zu schreit: „Warte, ich mache nur ein paar Fotos und komme sogleich wieder …“. Jetzt heißt es wohl überlegen – Rupert: Ich stehe mit meinem fast sieben Meter langen Wohnmobil auf einer steilabschüssigen Bergstraße, die gerade Platz für zwei PKW‘ hat, in einer gefährlichen Kurve und habe meine Frau soeben verloren …



Zuerst fahre ich 20 Meter weiter, um aus dem Bereich der gefährlichen Kurve zu kommen. Auf einer Geraden wartend sehe ich meine Gattin im flotten Laufschritt von hinten nahen. Ebenfalls von hinten kommt aber auch ein Reisebus daher. Das Gleiche (ich meine einen zweiten Bus und nicht meine Gattin …) spielt sich auf der Gegenfahrbahn ab. Was bleibt mir auf der engen Straße anderes übrig, als ein paar 100 Meter weiter zu rollen, wo ich endlich in einer Ausweiche Platz finde. Sehr schräg, aber halbwegs sicher warte ich en doch einige Zeit, bis auch meine Gattin, außer Puste, aber dafür mit einigen wunderbaren Aufnahmen vom Fjord, vom Schiff, von Geiranger und den sieben Schwestern (Wasserfälle), bei mir einlangt.







Den Nachmittag verbringen wir in Geiranger: Hier kann man Souvenierläden besuchen und wirklich vortrefflich die anderen Touristen, die von dem Kreuzfahrtschiff strömen, beobachten. Währendessen stöbert meine, wieder zu Atem gekommene Gattin, ebenfalls in den vielen Souvenirläden nach Andenken und Sonstigem.
Wir bestaunen das Kreuzfahrtschiff, wie es aus dem engen Fjord ausläuft. Wie auf einen Schlag ist Geiranger zwar nicht Menschenleer, aber doch irgendwie momentan vereinsamt. Die Läden schließen und auch wir verabschieden uns.





Wieder geht es über zahllose Serpentinen bis auf gut 1000 Meter hoch. Wir sind dem Gletscher nahe und die Gegend mit den Bergen, mit Seen und Bächen sowie zarten Blumen ist noch einmal traumhaft.











Langsam gleiten wir wieder ins Tal und finden dank dem Wohnmobil-Reiseführer ein Plätzchen an einem Wildbach, der in einen großen See fließt – ideal für unsere Zweisamkeit.



Fortsetzung folgt ...

lg
Rupert

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