Zusatzluftfeder
cw

Reparatur Truma Boiler B10


mindfab am 18 Nov 2014 20:57:12

Hallo,

ich möchte mit euch das Innenleben eines Truma Boilers B10 teilen. Bei meinem Boiler war der Kaltwassereinlauf ausgebrochen, deswegen und auch wg. ein paar anderen Kleinigkeiten war das Womo etwas günstiger :) Jdf. dachte ich das der eine oder andere vielleicht ähnliche Probleme hat oder einfach mal Wissen möchte was hinter der schwarzen Verkleidung des Boilers ist.

Hier wurde bereits der Deckel entfernt, unter dem Deckel befindet sich Glaswolle als Isolation, darunter sieht man dann bereits den Kessel. An der Seite ist eine "Box" für die Elektronik.
13467
Hier sieht man die Steuerungsplatine, alles noch schöne "richtige" Elektronikbauteile :) Hier kann man auch selbst reparieren.
13465
Dies ist der Zündtrafo, dieser erzeugt einen Hochspannungsfunken um das Gas/Luftgemisch im Brennraum zu zünden.
13464
Hier sieht man "schön" die Ausbruchstelle des Kaltwassereinlaufs. Nach meinen Recherchen ist dieser Defekt nicht so unüblich.
13466
Hier sieht man schön die angeflanschte Brennkammer mit Ansaug- und Abgasöffnung. Diese habe ich gleich mit demontiert um eine Reinigung des Brennraums zu ermöglichen. Als ziemlich häufige Fehlerursache des Boilers gilt eine Verschmutzung des Brennraums/der Ansaugöffnungen. Dies wird durch Ablagerungen und Kleintiere verursacht.
134631346213461
Schlussendlich, hier habe ich den Kaltwasserstutzen neu eingelötet. Das Löten selbst ging mit Spezialsilberlot aus dem Baumarkt und einen Gasbrenner. Den Gasbrenner könnte man auch durch einen starken Lötkolben und Silberlot in der entsprechenden Temperatur ersetzen.
13459
Naja, sieht nicht ganz perfekt aus, aber ist dicht. Habe mit einen Kompressor einen Drucktest gemacht und auch das erste warme Wasser im Womo genossen.

Robert

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: --->Link

udo61 am 19 Nov 2014 00:32:02

Mir ist kein Lötkolben bekannt der Silberlot schmilzt... aber egal.

Es wäre Verschwendung so einen einfachen Defekt nicht zu reparieren, das gefällt mir sehr gut.

andwein am 19 Nov 2014 11:29:03

Es gibt schon elektrische Lötkolben die bis ca. 650°C heizen. Wenn es aber reines Silberlot mit bis zu 750°C Arbeitstemperatrur ist wird es eng. Früher hat man das (meiner Meinung nach) als "Hartlöten bezeichnet und die Spitze mit Gas erhitzt.
An "mindfab" Gute Reparatur
Andreas

mindfab am 19 Nov 2014 11:51:04

Hallo,

at Udo: Wie Andreas schon geschrieben hat gibt es auch Lötkolben die mehr als 500Watt haben und die Spitzen ca. 600Grad bekommen. Wichtig ist das dann das Silberlot aber schon schmelzen kann. Mein Baumarkt hatte nur Silberlot (cadmiumfrei) mit 670Grad als niedrigste Arbeitstemperatur im Angebot.

Schönen Feiertag,

Robert

udo61 am 19 Nov 2014 19:31:36

Man lötet Silberlot nicht mit einem Lötkolben und wenn der noch so glüht, zumindest ist das bis zu dieser Stunde meine Ansicht.
Silberlot ist entweder bereits mit Flußmittel ummantelt oder man muss es mit den entsprechenden Flußmitteln verarbeiten. Zum Beispiel ein Flußmittel FH12, Silberlot ist ein Hartlot. Die die Lötstelle gegen den Luftsauerstoff abschirmende Gasflamme eines Lötbrenners ist meiner Ansicht nach nicht so ohne weiteres ersetzbar. Man mag das Lot wohl schmelzen, ob aber das Werkstück dabei sauber bleibt, so dass das Lot auch bindet, bezweifle ich bis jetzt.

Die Zeit schreitet voran und es mag bereits eine Lötmethode geben von der ich bisher nichts gehört habe. Wenn Lötkolben mit von mir aus 700° C dann mit Schutzgashülle um die Lötstelle würde ich behaupten.

Ich habe wohl einige tausend Lötstellen ausgeführt, aber selten mit Silberlot sondern mit dem guten alten L-CuP6 (Silfos), an Kupferrohren, mit Acetylen-Sauerstoff-Flamme.

mindfab am 20 Nov 2014 01:00:05

Hallo Udo,

das mit dem Lot ist ein gutes Argument... Der Lötkolben war auch nie wirklich eine Alternative da im Verhältnis zum einfachen Brenner wesentlich teurer...

Danke für den Hinweis mit den Flussmitteln.

Robert

andwein am 20 Nov 2014 11:25:29

udo61 hat geschrieben:Man lötet Silberlot nicht mit einem Lötkolben und wenn der noch so glüht, zumindest ist das bis zu dieser Stunde meine Ansicht.

Hängt aber schon ein bisschen davon ab, was man machen will. Dachrinnen würde ich mit meinem Lötkolben nicht löten wollen. Bei zwei Kupferplättchen reicht es schon.
Bei einem Truma Boiler war ich allerdings erstaunt, ich dachte, das Ding wäre aus Edelstahl?
Andreas

udo61 am 20 Nov 2014 19:04:19

Regenrinnen aus Zinkblech werden traditionell mit dem mit Gas beheizten Lötkolben gelötet. Als Flussmittel Lötwasser (F-SW 12), als Lot 40er Zinn (L-PbSn40(Sb)). Kupferrinnen können auch mit dem Schweißbrenner und Silfos gelötet werden, sofern man die Nervenstärke dafür besitzt.
Aber das einwandfreie Verlöten von Werkstücken mit Kontaktwärme aus einem Lötkolben und Silberlot will ich sehen bevor ich es glaube.

thomas56 am 20 Nov 2014 19:54:51

Du kannst Kupferrinnen auch weich löten mit Lötzinn. Weitere Voraussetzung wäre hierfür, die Nähte zusätzlich mit Popnieten zu verbinden.
Fa. Chemet GmbH bietet ein Sonderweichlot tk-3 für Kupfer, da kann man sich das Nieten sparen.
Chemet bietet auch ein Weichlot tz-40 für Edelstahl an.

Gast am 30 Nov 2014 21:46:06

Hallo,
kann mir einer von Euch sagen in welcher genauen Position der Flammwächter stehen muß? Da ich schon mal hier im Forum gelesen habe das der sich mit den Jahren verbiegt.

vielen Dank.

udo61 am 30 Nov 2014 23:19:15

Ionisationselektrode? Muss in die Flamme tauchen, darf kein metallisches Teil des Brenners berühren. Nachbiegen einer lange Zeit benutzten Elektrode kann dazu führen dass diese trocken abbricht, dann macht man ein langes Gesicht. Erneuern dieser Elektroden ist immer eine gute Idee, dann stimmt die Position üblicherweise automatisch. Wenn das Metall der Elektrode nicht gerade blasig oder sonstwie spröde aussieht und auf jeden Fall noch einige Millimeter Abstand zum eigentlichen Brenner hat, sollte man diese einfach so lassen. Oder erneuern wenn man weiß sie ist X Jahre alt. In Heizanlagen an Land gebe ich diesen Elektroden maximal 4 Jahre, im Wohnmobil je nach Nutzung maximal 8 Jahre.

Gast am 30 Nov 2014 23:35:15

Hallo Udo,
wie alt das Teil ist kann ich nicht sagen, kann man den Fühler zur Diagnose überbrücken? Der Brenner springt ganz normal an und geht dann nach ca. 30 Sekunden auf Störung......manchmal auch nicht dann läuft alles normal.

udo61 am 01 Dez 2014 00:02:04

Ich will das mal nicht hoffen dass Überbrücken funktioniert, in richtigen Gasgeräten funktioniert es nicht, wenn die Hersteller für mobiles Zeug die gleichen Sicherheitsstandards haben dann funktioniert es auch bei diesen Geräten nicht.

Zur Funktion: Die Gasflamme leitet Strom und hat eine Gleichrichterwirkung, beides wird ausgenutzt, die an der Elektrode anliegende Spannung ist eine Wechselspannung, die Auswertungselektronik erkennt Störung und verriegelt wenn kein Strom fließt, oder wenn Wechselstrom fließt (Elektrode berührt Metallteil des Brenners).

Eine Zeitweise eintretende Störung sollte mit einer nagelneuen Elektrode nicht mehr auftreten. Man sieht es den Elektroden nicht unbedingt an wenn sie verschlissen sind, auch das Porzellan bekommt Beläge und Haarrisse die den Überwachungsstrom fressen.
Eine neue Elektrode ist auf jeden Fall die billigste Lösung und schadet erstmal nicht. Wenn man die Flamme und die Elektrode im Betrieb sehen können sollte und man sieht die Elektrode glühen, dann ist die Position grundsätzlich in Ordnung.
Sollte eine neue Elektrode nichts bringen, kann immer noch die Elektronik erneuert werden.

Die andere Seite des Stromweges ist auch wichtig, die Masseverbindungen, z.B. der Auswertungselektronik zum Brenner hin, alles was da an Schrauben und Übergängen ist, sollte mal bewegt werden.

Man kann den Überwachungsstrom auch messen, im µA Bereich, 1-20 µA sind üblich, je höher desto besser. Leider wird man nicht wissen, wie viel Strom mindestens fließen soll, weil der Hersteller das vermutlich nicht verrät, ist ja nur Camping-Zeug und nichts Ernstes. Für professionelle Geräte stehen die Werte im Handbuch.

Die stets erfolgreiche Zündung setze ich mal voraus.

udo61 am 01 Dez 2014 00:24:47

Was mir noch einfällt, wegen der 30 Sekunden, das Abgas muss einwandfrei abziehen können, sollte es da einen Stau geben, wird die Flamme sozusagen erdrückt, sie sieht zwar noch brauchbar aus, ist aber durch zuviel Abgasanteil "schlecht" und der Überwachunsstrom sinkt ab. So einen Effekt hat man an verschmutzten Gasthermen. Die haben einen sehr engen Wärmetauscher in dem sich sehr gern Staub ansammelt den man nicht wirklich sieht. Ein Katzenklo unter so einem Gerät kann zu regelmäßigen Ausfällen ein 3/4 Jahr nach der letzten Reinigung führen. Ob der Truma Boiler auch Probleme mit Zuluft und Abgas haben kann ist mir leider nicht bekannt, immerhin hat er kein Gebläse sondern die Strömung erfolgt durch natürlichen Auftrieb.

Hätte ich jemals eine Miniheizung eines Wohnmobils reparieren müssen, hätte ich auch das gemacht. Das ist aber nie vorgekommen und ich muss aus meiner Erfahrung mit den großen Maschinen schöpfen. Die Funktion ist aber immer gleich.

Gast am 01 Dez 2014 07:10:21

Hallo Udo,
vielen Dank für deine ausführliche und fachliche Antwort, ich werde im Laufe der Woche den Boiler mal ausbauen und nachschauen ob ich da etwas feststellen kann.

Gast am 07 Dez 2014 21:24:27

vario614 hat geschrieben:Hallo Udo,
vielen Dank für deine ausführliche und fachliche Antwort, ich werde im Laufe der Woche den Boiler mal ausbauen und nachschauen ob ich da etwas feststellen kann.


Hallo Udo, ich habe den Boiler heute mal auseinander gebaut, nun habe ich den Flammwächter so positioniert das die Spitze glühend in der Flamme steht, vorher war die Spitze nicht im Zentrum, scheinbar hat sich diese mit der Zeit etwas nach außen bewegt, der Testlauf war erfolgreich und ich hoffe das sie für den Urlaub über den Jahreswechsel nicht rumzickt, danach baue ich um auf Diesel..mit Plattenwärmetauscher! :wink:

H3ndrikZ am 30 Mai 2015 16:57:03

Hi, Ich habe mal eine frage, wie habt Ihr den Boiler rausbekommen. Ich habe alles am B10. Lose geschraubt aber irgendwas hält ihn von unten fest. Bin gerad am verzweifeln

emil77b am 31 Mai 2015 01:04:14

Hallo Hendrik,

unten gibts 3 Schrauen, die Gasleitung setzt ebenfall relativ weit unten an.
hast Du den Abgaskamin entfernt, somit die Befestigung in der Außenwand gelöst?

Emil

mindfab am 01 Jun 2015 20:21:27

Im Prinzip wird der B10 durch 5 Schrauben und einen Gasanschluss "gehalten". Wie bereits gesagt, 3 im Boden, 2 zur Wand (Verschraubung erfolgt von der Aussenseite).

Robert

Winterfee am 17 Jul 2016 23:50:42

Hallo liebe Forengemeinde,

wir haben auch einen Truma Boiler B10, 10 Liter, in unserem Wohnmobil Eura, Bj 1990.
Dieser funktioniert leider nicht, so wie wir es wollen. Er ist defekt, haben sie uns in Winsen/Luhe
beim Womobilhändler, der Trumaservice hat, bestätigt. Sie wollten uns natürlich gleich einen
neuen Boiler für das Mobil verkaufen. Was genau kaputt ist haben sie uns nicht gesagt.
Wenn wir ihn einschalten, geht die rote oder grüne Kontrolle dafür am Panel nicht an.
Wir nehmen an, das die Steuereinheit für den Boiler kaputt ist, die am Boiler sitzt. Bei der Einschaltsteuerung am Panel ist kein Fehler zu finden. Wir haben schon versucht die Steuereinheit
am Boiler auszubauen, ist recht schwierig, da man schlecht herankommt, weil der Boiler bei uns unten im Kleiderschrank sitz. Nun haben wir überlegt, zu einem Trumaservicehändler zu fahren, der den Boiler mal genauer unter die Lupe nimmt und uns sagt was genau damit ist und eventuell repariert. Kennt jemand einen Händler im Norden Deutschlands, der noch Teile für diesen Boiler hat und auch noch einbaut. Einen Händler in Mönchen Gladbach weiß ich, der so was macht und noch hat. Vielleicht kennt jemand den Händler und hat Erfahrungen mit dem Händler schon gemacht.
Für eine nette Antwort bin ich dankbar.
Winterfee

silver34 am 18 Jul 2016 07:08:09

Wenn dir 49 Euronen für die Anfahrt nicht zu viel sind.

Rufe einfach bei Truma an und mach einen Termin aus.

Da kommt der Techniker zu dir nach Hause und du kannst sogar dabei sein und zusehen was gemacht wird.

Kosten für Teile und Arbeitszeit kommen natürlich noch dazu, aber die hast du ja sowiso.

Werde ich auch in Anspruch nehmen, da das Lüfterrad klappert und ich an Gasgeräten nichts mache!!!

ubruesch am 19 Jul 2016 11:44:39

Von Truma direkt bekommst du bei einem B10 Serie 1 nur zur Antwort das sie keine Ersatzteile mehr für diesen alten Boiler haben.

Aber einen gibt es noch der sich auf die alten Boiler spezialisiert hat.
Dazu musst du den Boiler ausbauen und per Paket zu ihm schicken.
Habe ich auch gemacht und alles hat wunderbar funktioniert.
--> Link
Der Jürgen macht das dann schon und nimmt auch keine Mondpreise.
Falls dein Gerät wider erwarten nicht zu reparieren ist sagt er dir das schon.

Muss auch noch einen Boiler zu ihm schicken. Habe einen B10 für 50 € als Reserve Gerät geschossen.
Will nun wissen was mit dem los ist. Angeblich wurde der nie benutzt.

Noch ein Udo

Bieri am 09 Sep 2019 11:16:06

ubruesch hat geschrieben:Aber einen gibt es noch der sich auf die alten Boiler spezialisiert hat.
--> Link


Den Reparaturservice im Link kann ich auch vorbehaltlos empfehlen.
Gruß Ralf

cerberus am 09 Sep 2019 14:13:18

Hi,

der im Link genannte Reparaturservice macht auch Gasprüfungen.
Als ich mit meinem Womo dort zur Gasprüfung war, hat er den Boiler angeschaltet und als er nach ca. 5 Sek.auf Störung ging, den Gasanschluß dorthin verplompt und den Boiler einfach aus dem Prüfbuch ausgetragen.
Von Reparaturversuch kein Gedanke seinerseits. Für die Stillegung habe ich noch extra zahlen dürfen. Da danke ich doch dann dafür.
Ich habe nun den Boiler selbst repariert. Es war ein verbogener Flammwächter, den ich wieder gerade gebogen habe.
Nun funktioniert er wieder einwandfrei.
Die neue Gasprüfung hat bei einem anderen Anbieter dann problemlos funktioniert.
Ich halte mich zukünftig von diesem Reparaturservice fern.

  • Die neuesten 10 Themen
  •  
  • Die neuesten 10 Reiseberichte
  • Die neuesten 10 Stellplätze

Dickinson Newport Holz Ofen
Gasflasche absperren bei der Fahrt
Alle Rechte vorbehalten ©2003 - 2018 AGB - Datenschutzerklaerung - Kontakt