Reisezeitraum 6. September bis 27. September 2014
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Nachdem unser Dänemark Urlaub Ende August wettermäßig das Bescheidenste war, was wir in unserer gemeinsamen Zeit je erlebt hatten und wir nach 14 Tagen auch noch aus anderen Gründen in Hamburg abbrechen mussten, verbrachten wir die restlichen 5 Urlaubstage meiner GG zu Hause.
Da ich reisetechnisch aber noch nicht satt war, meine GG wieder arbeiten musste, wurde ich auf Grund der schönen Wetteraussichten in Nordfrankreich zunehmend unruhiger. Meine GG redete mir zu, dies zu nutzen und so beschloss ich, alleine die Küste von Calais bis zur Baie de Somme etwa 2 Wochen zu erkunden. Diesen Küstenabschnitt kannte ich noch nicht so intensiv wie die sich anschließende Picardie und Normandieküste, an der ich mich seit über 40 Jahren heimisch fühle.
Aber es kam noch anders und viel intensiver als ich es mir vorgestellt hatte und wurde auch länger als ursprünglich geplant. Letztendlich landete ich am westlichsten Punkt von Kontinental Frankreich....aber dazu hier mehr > --> Link
An Reisevorbereitung hatte ich mein Becker LM50 Navi mit verschiedenen POIs, den ACSI Führer, den Bordatlas, einen betagten Frankreichatlas von IGN, in dem ich in all den Frankreichjahren immer unsere Strecken eingetragen habe und der schon am Zerflettern ist sowie eine aktuelle Michelin Straßenkarte mit den Fernverkehrsstraßen von Frankreich. Alle in den Karten aufgezeigten Wegführungen habe ich mit meinem Royaltek RGM 3800, GPS Empfänger inkl. Datenlogger aufgezeichnet
Die Landes- und Wohnmobilführer blieben zu Hause im Regal, zumal ich einen Teil der vorgesehenen Route ja schon des Öfteren bereiste und auch kannte.
Gebührenpflichtige Routen wurden nur zwischen Forbach und Metz genutzt, ansonsten nur kostenfreie Straßen.
Zudem 3 Wochen allerschönstes Wetter mit viel Sonnenschein.

Danken möchte ich all denen, die solch informative Wohnmobilreiseberichte ins Netz gestellt haben, so daß ich mir die fehlenden Reiseführer dadurch ersetzen konnte. Außerdem bin ich Dankbar für die vielen vielen netten Begegnungen und Gespräche, ob auf meinen Wanderungen an den Küsten, den CP's oder den SP. Der allergrößte Dank geht aber an die 6er Gruppe vom SP in Lampaul-Plouarzel, die mich so toll aufgenommen haben in den erlauchten Kreis der „Offiziellen Bretagneliebhaber“ .
Mit vielen von ihnen stehe ich weiterhin in Kontakt und kann mir auch sehr gut Vorstellen mal wieder gemeinsam etwas zu unternehmen.
Noch etwas für die Statistik: 2812 km gefahren, 305 l Diesel/389€, Maut 14,20€
Ich hab mich mal versucht meinen Bretagne- Reisebericht in einem Blogg zu schreiben, und diesen findet ihr hier:
--> Link
Würde mich freuen wenn hier einige Rückmeldungen kommen .
Hier schon einige Impessionen:




1.Tag - 6. September 2014 ( 201 km)
Heimatort Westpfalz über Saarbrücken, Metz nach Verdun, Charny sur Meuse CP Municipal " Sous le Moulin".
Ziel Koordinaten: 49.211348, 5.366619
55100 Charny-sur-Meuse
Frankreich
Kosten: 9,50 € incl. Strom
Bei schönstem Wetter am Vormittag starte ich um 11:15 in meinem Heimatort. Ich will noch in Saarbrücken bei meinem Wohnmobilhändler vorbeischauen, um mir eine Ersatz-Wasserpumpe zu kaufen, da die ursprüngliche nach einem Ausfall vor 2 Wochen in Dänemark eingesetzt werden musste. Leider habe ich auf der Autobahn und in der Stadt mehrere Staus, so dass ich vor Schließung des Betriebs nicht mehr beim Händler ankomme. Also geht es dann bei Saarbrücken über die Grenze, ab Forbach die kostenpflichtige Autoroute A320 / A4 bis nach der Nordumgehung von Metz. Bevor wieder die gebührenpflichtige Strecke Richtung Paris beginnt verlasse ich die Autobahn. Gegen 15:30 Uhr erreiche ich die Gedenkstätte Ossuaire de Douaumont bei Verdun.
( D913C , 55100 Fleury-devant-Douaumont, Frankreich 49.208597, 5.425108). Da sich dieses Jahr der Ausbruch des 1.Weltkrieges zum 100.mal jährt, sind an den verschiedenen Schlachtfeldern und Soldatenfriedhöfen auch Gedenkveranstaltungen. Habe einige Eindrücke dort bildlich festgehalten. Kurz nach 16 Uhr erreiche ich dann den Camping Municipal in Charny sur Meuse. Der Platz liegt auf einem Wiesengelände direkt an der Meuse, die dort auch von Anglern genutzt wird. Einfaches Sanitärgebäude mit VE davor.
Kosten für 1 Übernachtung mit Elektrizität 9,50 €
2.Tag - 7. September 2014 ( 405 km)
Charny s Meuse durch die Ardenen, an der belgischen Grenze entlang nach Calais und dort nach Wissant auf den CP.
Ziel Koordinaten: 50.883710, 1.658066
Camping La Source
3 Rue de la Source, 62179 Wissant, Frankreich
Kosten 12,70 € incl Strom
9:30 kam das Bäckereifahrzeug auf den CP
Nach einer ruhigen Nacht bin ich um ¼ vor 10 Uhr wieder auf Achse und verlasse den Camping. Ich habe beschlossen die Route durch die Ardennen zu nehmen, da ich diese Strecke noch nicht kenne. Nach einer halben Stunde halte ich bei Brabant sur Meuse an einem deutschen Soldatenfriedhof ( N49°16'785“ E5°17'792“) um auch hier einige Eindrücke im Morgennebel festzuhalten. Es ist immer wieder erschreckend die Altersangaben der doch sehr jung Gefallenen zu lesen.
Dem Tal der Meuse folgend, komme ich bei Sedan und Charleville- Mézières vorbei um dann auf der N43 / E44 Richtung Nordwesten zu fahren. Hirson, Le Quesnoy, Valenciennes dann auf die A23 Richtung Norden nach Lille und von dort über die A25 / E42 Richtung Dünkirchen und von dort wieder südwestlich über die A16 / E40 nach Calais. Nach Sangatte, wo die Eurotunnelverladestation ist, verlasse ich die Autobahn, um in Wissant auf den Camping zu fahren.
Wissant ist ein Badeort nördlich des Cap Gis-Nez, von wo man bei klarer Sicht die englische Kanalküste sehen kann. Um 16:30 h stehe ich auf dem Camping. Der Ort hat bei Ebbe einen sehr breiten und langen Sandstrand.
Auf dem diesem CP mit vielen Dauercampern erlebe ich erstmalig das so sprichwörtliche Gartenzwerg / Blumen Arrangement um die Wohnwagen – erschreckend – aber jeder so wie er es mag.
3.Tag - 8. September 2014 ( 108 km )
Wissant südlich der Küste folgend bis Berck Plage SP .
Ziel Koordinaten:50.396883, 1.563905
1 Chemin aux Raisins
62600 Berck, Frankreich
Kosten: 0,00 € Automat out of Service, kam niemand zum Kassieren
Heute morgen starte ich schon um 9 Uhr um noch vor dem großen Andrang am Cap Gris-Nez zu sein. Schon auf einer Anhöhe zu dem Ort mache ich einen Photo-Stopp und die sich lichtenden Nebel geben einen ersten Blick zur englischen Küste frei.( N50°51'780“ E1°37'461“) Parkplatz am Cap Gris-Nez (N50°52'179“ E1°35'224“). Es sind schon mehrere Wohnmobile auf dem Parkplatz und von dort führt ein Wanderweg an die Küste.
Mein erstes „ WOW“, schöne hohe Klippen aus Felsgestein, das ich hier an den Kreideklippen nicht erwartet hätte . Und dann der Blick auf England – phantastisch ! Habe dann meine GG anrufen müssen um ihr zu erzählen, dass ich gerade auf „ ihre Insel“ schaue. ( so wie ich mich selbst als Frankreichverrückten bezeichne, so schwärmt meine GG von London und England). Meinem Navi habe ich kein Ziel eingegeben, habe auf den normalen Kartenmodus eingestellt, so dass ich immer die Küstenlinie im Blick habe und somit versuche, wo immer möglich nahe ans Meer zu kommen. Auf diese Art geht es jetzt südwärts. Baie de Slag, Wimereux, Boulogne sur Mer, bei Dannes versuche ich ans Meer zu kommen, scheitere aber an einer 2m hohen Teppichstange. Aber dafür fahre ich in Sainte-Cécile bis ganz vor um auf dem dortigen Markt etwas einzukaufen. In Étaples sur Mer besuche ich noch Aldi um anschließend den Nobelbadeort Le Touquet -Paris-Plage zu erkunden. Überall rötlich asphaltierte Straßen und eine große Strandpromenade. Nach Stella-Plage erreiche ich mein heutiges Etappenziel Berck-sur Mer. In dem Ort gibt es am nördlichen und südlichen Ende einen Wohnmobilstellplatz . Der zunächst angesteuerte SP im Norden lässt mich wegen seiner Lage, mangelnder Sauberkeit und dem Verhalten einzelner Wohnmobilbesatzungen direkt wieder umkehren. Der sich am südlichen Ortsrand befindliche SP wird in einzelnen Führern wegen seiner Größe und Kapazität bemängelt, auch wegen der Pfosten am Rand, welche die Platzgröße vorgeben. Ich sehe das hingegen als Vorteil, da es das Kuscheln verhindert.
Um 14 Uhr kann ich mein Wohnmobil abstellen und gönne mir einen Kaffee.
Ein deutsch/französischen Womo-Paar aus der Pferdestadt Warendorf, die schon einen Tag dort verweilt haben, machen mich auf die bei Ebbe von der Mole aus sichtbaren Seehunde aufmerksam.
Wiederum ein „WOW“- Erlebnis: Im abfließenden Wasser, das eine sehr starke Strömung aufweist, tummeln sich die Jungrobben um dort nach Fischen zu jagen,während die älteren Tiere draußen auf der Sandbank liegen und sich sonnen. Bis zum Sonnenuntergang schaue ich mir das Geschehen an und kann auch ein paar gute Schnappschüsse machen.
4.Tag - 9. September 2014 ( 93 km )
Berck sur Mer , Baie de Somme nach Onival / Ault CP Municipal.
Ziel Koordinaten:50.110349, 1.456253
Camping d Onival
80460 Woignarue
Frankreich
Kosten: pro Tag 10,30€ pro Tag incl. Strom
Noch vor dem Sonnenaufgang wandere ich hoch zur Mole um wiederum die Seehunde zu beobachten und Fotos zu machen. Bei der Rückkunft am WOMO muss ich feststellen, dass offensichtlich ein schlecht erzogener Hundebesitzer die Hinterlassenschaft seines Vierbeiners direkt hinter meinen Wohnmobil vergessen hat einzutüten – hat mich etwas befremdet.
An der Entsorgungsstation wird noch entleert und um 9 h bin ich wieder unterwegs. Fort Mahon-Plage und Quend-Plage sind Zwischenziele bevor ich auf dem SP in Le Crotoy meine Frühstückspause mache. (N50°13'132 E1°38'067“)
Der SP ist mehr als gut besucht, fände ich einen Platz in der ersten Reihe, so wie vor einem Jahr, dann bliebe ich sicherlich hier. Leider nein und so hole ich mein Kickbike heraus. Rolle in den Ort, kaufe Baguette und frühstücke anschließend lecker.
Da mir der Platz zu voll ist ( habe auf Kuscheln keine Lust) fahre ich über Saint-Valery-sur-Somme an den Stellplatz bei Le Hourdel (N50°12'861“ E1°33'156“).
Da auch dort Kuscheln angesagt ist und zudem noch 2 Moppel am Knattern sind, nutze ich den Zufahrtsweg um kurz die Küste in Augenschein zu nehmen. An dem in der Brandung liegenden Bunker sitzen mehrere Leute mit Ferngläsern bewaffnet – und da erinnere ich mich, dass mir meine in Amiens lebende Schwester gesagt hat, dass man auch hier Seehunde beobachten kann. In all den vergangenen Jahren, in denen ich dort schon war, habe ich nie die Seehunde wahrgenommen.
Und wieder ein „WOW“ an diesem Morgen, als mehre Seehunde ganz in Ufernähe auf Jagt gehen.
Vorbei am Leuchtturm von Brighton, der Uferpromenade von Cayeux sur Meer mit seinen Strandhäuschen erreiche ich mein Tagesziel Woignarue, CP Municipal bei Onival/ Ault.
Einfacher CP Municipal mit Sanitärgebäude und warmen Duschen, direkt hinter dem Damm aus den typischen Steinen gelegen. Auf dem CP sind nur wenige WOMOS und Camper, die Schranke ist offen und man kann sich seinen Platz aussuchen. Irgendwann kommt ein Gemeindemitarbeiter und ich kann einchecken und bezahlen.
Spaziere dann durch den Ort und den Küstenweg entlang nach Ault. Die Gemeinde hat hier viel Beton in Befestigungen investiert um der zunehmenden Erosion der Kreideklippen vorzubeugen.
Vom Strand aus hat man einen schönen Blick bis zu den höchsten Kreideklippen Europas in Le Treport.
Im Ort selbst gibt es einige Pensionen, die mit ihren vorgesetzten Holzbalkonen ähnlich denen von Mers-les-Bains gebaut sind. Eine kleine Kirche und der hoch auf dem Bergrücken thronende Leuchtturm runden das Bild ab.
5.Tag - 10. September 2014
Onival CP und Strand, Radtour nach Cayeux sur Mer
Habe beschlossen noch einen Tag länger hier zu bleiben. Mit dem Fahrrad geht es hinter den Steindünen Richtung Norden nach Cayeux-sur-Mer. Auf der Hinfahrt fallen mir die vielen Teiche rechts des Weges auf, alle mit Unterständen für die Wasservogeljagd ausgestattet. Habe heute Nacht des Öfteren mal das Geballere in der Ferne wahrgenommen, um aber danach immer wieder einschlafen. Sehe auch verschiedene Wasservögel auf den Teichen schwimmen: Graugänse, Schwäne, Kormorane, Seeschwalben, Möwen und Enten. Kurz vor Erreichen des Ortes Cayeux befindet sich eine Sortieranlage. Dort werden all die Steine, die das Meer dort durcheinander wirbelt, wieder schön in die einzelnen Größen sortiert und dann in Behältern gesammelt – na ja, man gibt sie anschließend nicht mehr dem Meer zum Spielen zurück.
In Cayeux hab ich mir ein Fischgericht gegönnt und bei der Rückfahrt bemerkte ich erst, dass ein großer Teil der Enten, die auf den Teichen schwammen, sich durch meine Anwesenheit gar nicht gestört fühlen oder gar weg fliegen.
Das mit dem Wegfliegen ginge sowieso nicht, sind sie doch alle mit Schnüren am Boden vertäut. Quaken können sie auch nicht, denn ihre Schnäbel sind alle zu und bei näherer Betrachtung stellt man dann fest, dass sie allesamt aus schnödem Plastik hergestellt sind und nur den Verlockungen dienen.
Am Spätnachmittag reizt es mich dann. Auf dem gesamten Weg konnte ich immer wieder Angler beim Brandungsfischen beobachten.
Seit vielen Jahren habe ich eine unbenutzte, nagelneue Angelausrüstung in meiner Garage, um irgendwann mal mit meinem Enkel das zu tun, was mir vergönnt war: Mit Vater oder Opa mal zu angeln und den Fisch anschließend gemeinsam am offenen Feuer zuzubereiten und zu verspeisen.
Mit zwei Spinangeln bewaffnet wage ich mich dann ans Meer und platziere mich weitab von den anderen Petrijüngern um zum ersten Mal in meinem Leben eine Angel auszuwerfen – der Alte Mann und das Meer.
Im Gegensatz zu Deutschland braucht man ja in Frankreich keinen amtlichen Fischereischein und am Meer schon gar nicht. Und für das, was ich mit dem Enkel mal vorhabe, extra den deutschen amtlichen Schein zu machen, war mir zu zeitaufwändig, zumal ich ja nicht weiß, ob das Angeln überhaupt etwas für mich ist. Habe mich mit Büchern, Anleitungen im WWW und Angelvideos und Unterhaltung mit Anglern aus meiner Nachbarschaft diesbezüglich auch schon etwas vorgebildet, speziell auch bezüglich des weidgerechten Tötens des eventuell gefangenen Fisches.
6.Tag - 11. September 2014 ( 364 km )
Onival / Ault, Mers les Bains, Le Treport, Criel Plage SP , Dieppe und von dort Quer durch die Normandie zum Mont Saint Michel SP .
Ziel Koordinaten: 48.612973, -1.510346
Beauvoir SP
Frankreich
Kosten: 12,50 € incl. free Wifi, Strom, V&E
3 Stunden stehe ich an der Buhne, weiche mit der aufkommenden Flut immer weiter nach oben zurück und werfe mit meiner Angel und verschiedenen Wobblern unzählige Male ins Meer. Außer viel Kraut und Grünzeug ziehe ich nichts an Land. Plötzlich erschrecke ich, als sich etwa 10m neben mir eine vermeintlich schwarze
Badekappe in der Brandung zeigt – und dann der ganze Kopf –"WOW" ein Seehund schaut mich an.
Solch ein Erlebnis entschädigt doch für den Misserfolg dieses Tages.
Auf dem Rückweg zum CP schaue ich mir mal an, womit die einheimischen Angler zugange sind, und stelle ernüchtert fest, dass ich eine ganz andere Ausrüstung hier am Meer brauche.
Am Morgen, nach einer heißen Dusche verlasse ich Onival/ Woignarue. Vom CP aus folge ich der Küstenlinie, vorbei an dem für mich schönsten Ort an diesem Küstenabschnitt - Le Bois de Cise ( mit seinen wunderschönen alten Häusern) - nach Mers les Bains und von dort in Le Treport nach oben auf die Klippen, wo sich auch der Wohnmobil SP befindet. Nach einem kurzen Stopp fahre ich auf der Küstenstraße weiter in südlicher Richtung. Criel Plage mit seinem Stellplatz ist mein Ziel für eine Frühstückspause.
Der SP ist sehr stark belegt, so wie ich es in der Vergangenheit noch nie erlebt habe. Gerade an der Einfahrt finde ich neben einem französischen Ehepaar noch einen Platz. Hinter mir füttert eine Niederländerin vor ihrem Womo gerade eine Schar Enten.
Der Franzose neben mir kommt offensichtlich gerade von einem erfolgreichen Beutezug vom angrenzenden Meer zurück. In einem Korb sind große Krabben, in einem anderen Crevette grise - bei uns auch als Nordseegarnele bekannt.
Der Niederländer und ich kommen dann mit dem Netzfischer ins Gespräch und er erklärt uns die Fangmethode mit den verschieden großen Netzen und sagt, dass er die größeren Tiere unter den Felsen und Steinen ausfindig macht. Dann kommt seine Frau aus dem Womo mit einer Schüssel abgekochter Crevetten, die jetzt eine rote Farbe angenommen haben und einen besonderen Duft verbreiten.
Monsieur hat dann die Güte, jedem von uns genau eines dieser Schalentiere verköstigen zu lassen. E I N Z I G A R T I G - sie schmecken nach mehr und nach Meer.
Und dieser Moment löst in mir etwas aus- ich will auch diese Köstlichkeiten aus dem Meer fischen. An meinem letzten Platz konnte ich bei Ebbe immer die Leute beobachten, wie sie mit solchen Netzen draußen im Meer, bis zu dem Bauch im Wasser watend, ihrer Tätigkeit nachgingen, ab und zu das Netz aus dem Wasser hoben um den Inhalt in einem am Bauch befestigten Umhängekorb zu entleeren. Von früheren Besuchen der Gegend weiß ich, daß es im nahen Dieppe einen Decathlon gibt. Und im Decathlon findet sich eine große Angelabteilung.
Auf nach Dieppe. Die Angelabteilung ist ein Vielfaches der Größe, wie ich es von uns kenne, speziell was das Meeresangeln betrifft. Auch diese Crevetten Netze gibt es in verschieden Größen. Meine Gedanken gehen dann aber in Richtung Brandungsangeln / Surfcasting und Zubehör. 4,20m misst das Teil, das ich dann an der Kasse bezahle. Zurück auf dem Parkplatz im Wohnmobil beginne ich die Landkarte zu studieren - habe jetzt eine Brandungsangel und die möchte ich entsprechend einsetzen.
Die Überlegungen gehen in Richtung Veules les Roses oder Étretat, da ich den dortigen Strand oder die Mole gut kenne. Dann überlege ich, welche Entfernung ich heute noch zurücklegen kann.
ICH WILL IN DIE BRETAGNE - so die spontane Entscheidung.
Navi auf Mont-Saint-Michel programiert und auf geht die Reise ins Ungewisse. Mautfrei fahre ich auf National und D-Straßen gen Südenwesten. Le Pont de Brotonne lässt mich die Seine überqueren um dann südwestlich an der Pont de Tancarville, Caen, Avranches über Pontorson an den Mont Saint Michel zu gelangen. An dem von mir anvisierten ACSI "Camping aux Pommiers", 28 Route du Mont-Saint-Michel , 50170 Beauvoir , weist mich ein Mitarbeiter etwas ungehalten auf einen handgeschriebenen Zettel mit " Complet " hin - und nun? Ich fahre zum Mont Saint Michel mit der neuen Parkplatzanlage - Dort soll das Übernachten bei Parkplatzfeeling 20,60 € kosten. Wieder zurück in Beauvoir finde ich am Ortsausgang an der D 976 einen komplett neu errichteten Wohnmobil Stellplatz, der mit einer großen Werbetafel 12,50 € auf sich aufmerksam macht.
Das Rezeptionshäuschen ist geschlossen aber ein Kassenautomat gibt nach einigen Versuchen, auch von anderen Einfahrtswilligen, per Kreditkarte einen Zettel mit Code für die Schranke frei. Der SP ist sehr goßzügig angelegt, mit ebenen Standflächen, Hecken, Zaun oder Ziergras als Abgrenzung und an jedem Platz Stromanschluß. Ebenso hat man Free Wifi.
Ich hole mein Kickbike aus der Garage und der freundliche Wohnmobilnachbar aus Braunschweig, der gerade versucht sein verlorengegangenes Dachfenster notdürftig zu reparieren pumpt mir noch mit einer Elektropumpe ordentlich Druck auf die Reifen. Ab Beauvoir führt an dem Fluß Couesnon ein kombinierter Rad / Fußweg Richtung Mont Saint Michel. Vor der Shuttlebusstation weisen Schilder auf Fahrradparkplätze hin, die jedoch ab 18 Uhr nicht mehr genutzt werden müssen, da man ab da auch bis zum Mont Saint Michel auch mit dem Rad auf dem neuen Weg nach vorne fahren darf.
Die Besichtigung innerhalb der Mauern erspare ich mir, zumal ich in den 80er Jahren zwei mal schon dort gewesen bin und ich keine Lust auf Touristenrummel und Geschiebe zwischen den Andenkenläden und überteuerten Restaurants habe. Dies überlasse ich an diesem Abend den immer noch zahlreichen, in Bussen angereisten asiatischen Reisenden. Der freundliche Womobilist ist dann mit seiner GG auch noch mit ihren Ebikes vor Ort. Wir haben uns dann später am Platz und am nächsten Morgen noch über mögliche Ziele in der Bretagne ausgetauscht. Ich habe bezüglich der Bretagne absolut nichts an Informationsmaterial dabei. Dank Wifi werde ich dann im Wohnmobilforum fündig und orientiere mich fortan an dem reich bebilderten Reisebericht von Frank --> Link. Alle markanten Ziele und Stellplätze hat er mit genauen Koordinaten versehen, so dass ich mir diese aufschreiben und später im Navi nutzen kann. Nochmals danke Frank für diese wertvolle Unterstützung.
7.Tag - 12. September 2014 ( 195 km )
Le Mont Saint Michel , Cap Fréhel, Paimpol SP Hafen .
Ziel Koordinaten: 48.782914, -3.047603
3 Rue du Commandant Jean le Deut
22500 Paimpol, Frankreich
Kosten: SP kostenlos
Nach der Wegfahrt vom Mont Saint Michel ist mein erstes Ziel das Cap Fréhel an der
Côte d’Émeraude im Departement Côtes-d'Armor. ( Den Küstenabschnitt von St. Malo, Dinan, Dinard, Cancale kenne ich von früheren Reisen). Der gebührenpflichtige Parkplatz (4€ WOMO) ist für mich kostenlos, da das Kassenhäuschen offensichtlich bei meiner Ankunft unbesetzt ist. Man läuft vom Parkplatz durch schmale Pfade durch gelb blühenden Stechginster und Erika zu den Aussichtspunkten an den Klippen - und da ist wieder dieses "WOW" - 70m hohe , aus rötlichem Sandstein, schwarzem Schiefer oder rosa Granit bestehende atemberaubende Klippen - und unten - wie würde es Brösel's Werner mit seiner Horex ausdrücken: da kesselt es - da peitschen die Brecher gegen die Felsen und die Gischt spritzt meterhoch.
Das hier bedeutet für mich Meer - tiefblau und wild, ungebändigt. Kann mich gar nicht satt sehen an dem Geschehen, das sich da unter mir bietet. Als dann noch eine Gruppe Eissturmvögel und Tölpel vorbei fliegt ist das Naturerlebnis perfekt. Einzig die Sichtung des Papageitauchers könnte dieses Erlebnis noch toppen. Die beiden Leuchttürme sind da für mich nur noch schmückendes Beiwerk.
Entlang der Küste geht es weiter in westlicher Richtung zur Côte de Granit Rose und dem Austernfischerort Paimpol . Direkt in Hafennähe gibt es einen kostenlosen Stellplatz mit V/E. Im Ort selbst ist der Hafen durch eine Schleuse zweigeteilt, da hier durch den großen Tidenhub von bis zu 12m die Bucht zum Meer bei Ebbe fast zu einem Rinnsal wird. Im äußeren Hafenbecken liegen die flachen Boote der Austernzüchter auf dem Wattboden, während im anderen Teil des Hafens die Segeljachten vertäut sind.An der Schleusenkammer kann ich dabei zusehen, wie ein offensichtlich gerade herunter gewehter Panamahut ganz langsam im Wasser versinkt.
Am Abend gönne ich mir in der Bar La Falaise, mit Blick auf die Boote ein frisch gezapftes Guiness. Trotz der nahen Straße ist es in der Nacht ruhig.
8.Tag - 13. September 2014 ( 58 km )
Paimpol bis Perros Guirec CP Le Ranolin
Ziel Koordinaten: 48.828575, -3.475451
Perros-Guirec
Frankreich
Kosten 18,80€ pro Tag, incl. Strom, Hallenbad
Camping****
Le Ranolien,
Chemin du Skevell
22700 Perros-Guirec
Frankreich
Nach dem ich mir am Morgen in Hafennähe frisches Baguette zum Frühstück geholt habe, fahre ich zunächst an den nördlichsten Punkt von Paimpol zum Parking l'Embarcadère. Von hier kann man mit Fähren zur Île de Bréhat übersetzen. An der Anlegestelle ist schon reges Treiben und das Parken mit dem Womo ist unmöglich. Auf den kostenpflichtigen Großparkplatz westlich des Ortes will ich mich auch nicht stellen, obwohl der Ort sehenswert ist. Mein Navi führt mich dann an der Küste zu der Pointe de Traou Plat , 16 Route de Beg Nod, 22620 Ploubazlanec, 48.819080, -3.039838.
Eine Sackgasse wo direkt am Ufer einige Wohnmobile parken. Das Campieren sei hier zwar verboten, aber das Stehen mit dem Wohnmobil würde toleriert, sagen mir die Besatzungen.
Auf schmalen Küstenstraßen gelange ich über Lannion nach Perros-Guirec. Nach der Fahrt entlang des Strandes kommt es an einer steilen Haarnadelkurve zu einer brenzligen Situation, als meine Vorderräder keinen Grip mehr haben und die Räder beginnen auf der steilen engen Straße durchzudrehen. Gott sei Dank rutscht das Wohnmobil nicht rückwärts. Ein weiterer Anfahrversuch bringt mich aus der misslichen Lage und ich kann erleichtert den Ort verlassen. Am westlichen Ortsende gibt es einen Parkplatz oberhalb der Felsen des " Zöllnerweges" und dieser bietet einen "WOW"-Blick auf die dort " hingeworfenen" Felsen der Côte Granit Rose.
Direkt dort befindet sich auch der ***** CP Le Ranolin, wo ich für 2 Tage einchecke. Der CP bietet alles an Annehmlichkeiten einschließlich Einkaufsmöglichkeit, Restaurant, Schwimmbad und Hallenbad. Auf diesem Platz lerne ich auch noch ein sehr nettes Ehepaar aus dem Badischen kennen.
Am Nachmittag wandere ich noch auf dem Sentier des douaniers / Zöllnerweg
nach Ploumanac'h. Hier zeigt sich die komplette Schönheit der Rosa Granit Küste - wie von einem Riesen hingeworfene riesige Felsen und Steine in den unterschiedlichsten Formen.
In Ploumanac'h hat auf einer in der Bucht befindlichen Insel der deutsche Komiker D. Hallervorden sein Schloss Costaérès ,
Abakanowicz hat sein 1895 erschienener Roman Quo Vadis auf Schloss Costaérès geschrieben.
Aus dem WWW kenne ich ein Bild mit einem kleinen Haus zwischen zwei Felsen und dieses vermute ich auch hier. Leider teilt mir ein Einheimischer mit, dass dieses 30 km entfernt zu finden sei. Meine abendliche Recherche im kostenfreien Camping-Wifi zeigt mir, dass das berühmte Objekt in Plougrescant zu finden ist.
Zöllnerweg 9,55 km.
9.Tag - 14. September 2014
PAUSE in Perros Guirec, Küstenabschnitt besuchen und fotografieren.
Auf dem CP hat es eine kleine Einkaufsmöglichkeit, so dass man morgens ohne Vorbestellung ofenwarmes Baguette kaufen kann. Nach dem Frühstück gehe ich mit Foto bewaffnet wieder zum Meer und seinen tollen Steinen. Da es etwas windig ist, bilden sich entsprechende Wellen auf dem Meer und brechen sich an den Felsen. Nach einer Fotoserie begebe ich mich wieder zurück zum CP um Stativ und ND-Filter Ausrüstung zu holen. Die Fotos, die ich anschließend am Ufer mache, sind auf Grund des leichten Stativs nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Der Wind hat so an Stärke zugenommen, dass ich bei den Langzeitaufnahmen die Kamera noch zusätzlich mit meinen Händen ruhig zu halten versuche.
Am Abend spaziere ich dann noch den Küstenweg Richtung Perros-Guirec entlang.
10.Tag - 15. September 2014 ( 117 km )
Perros Guirec, Plougrescant Küstenwanderung, Roscoff SP.
Ziel Koordinaten SP: 48.712078, -3.999096
Kersulguen
29680 Roscoff, Frankreich
Kosten: SP Kostenlos
Noch vor Sonnenaufgang bin ich bei den Felsen an der Küste um die " blaue Stunde " zu nutzen. Und wiederum werde ich mit einem " WOW " überrascht - bei dieser besonderen Lichtstimmung zeigen sich für mich erstmals die in den Felsen zu erkennenden Figuren und Gesichter. Gleich in der ersten Bucht - ein sich zum Schlafen hingelegtes Haupt.
Viele weitere Figuren kann ich an diesem Morgen für mich ganz alleine entdecken - es ist außer mir noch niemand unterwegs und somit kann mir auch niemand vor die Kamera laufen.
Nach dem Verlassen des CP fahre ich nochmals 30 km in östlicher Richtung nach Plougrescant um dort das
Castel Meur, la petite maison entre les rochers zu suchen. Vom Parkplatz für Wohnmobile führt ein Küstenwanderweg Richtung plage du Grouffre zu dem viel besuchten, 1861 erbaute Objekt.
Die Bewohnerin, Ur-Enkelin des Erbauers, hat vor Jahren gerichtlich erwirkt, dass mit Fotos dieses Hauses keine Werbung mehr betrieben werden darf.
Grund waren übereifrige asiatische Touristen, die meinten auch noch das Hausdach besteigen zu müssen um ein Selfi zu machen. Die jetzige Bewohnerin hat nach Möglichkeit auch meist ein oder zwei Autos vor dem Haus geparkt, um den Fotografen das Motiv etwas unattraktiver zu gestalten.
Von dort geht es wieder weiter nach Westen, Lannion, Morlaix, St. Pol-de-Leon sind Zwischenstopps auf dem Weg nach Roscoff. Auf dem kostenlosen SP vor dem Ort finde ich den letzten noch freien Platz an diesem Nachmittag. Mit dem Kickbike fahre ich dann in die alte Hafenstadt um auch die interessanten, aus Granit erbauten Häuser der Altstadt zu bewundern.
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