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Irland´s Süden September 2014


q2v am 30 Nov 2014 15:47:10

Nachdem das Forum auch dieses Jahr bei unseren Reisevorbereitungen ein unerschöpflicher Quell an Informationen war, möchte ich auch ein wenig dazu beitragen und dem Irlandforum mit einem Bericht über unsere Tour nach Irland im September 2014 auch wieder ein wenig „Leben einhauchen“.

Hier die groben Tourdaten:
Reisezeit: 05.-20.09.2014
Wichtige Reisestationen:
Sainte-Marie-du-Mont (F), Cherbourg (F), Rosslare, Dublin, The Burren NP, Cliffs of Moher, Carrigaholt (Loop Peninsula), Cahersiveen (Ring of Kerry), Healy Pass (Ring of Beara), Mizen Head, Bantry, Cork, Jumiege (F)

Glücklicherweise konnte ich am Freitag schon um 15:00h Schluss machen und wir waren um 16:30h auf der Piste. Als Zwischenübernachtungsplatz auf dem Weg zum Fährhafen in Cherbourg hatten wir im Forum den SP in Soisson recherchiert und fuhren über Saarbrücken, Metz nach Reims. Wir verließen dort die Autobahn A4 um das letzte Stück auf den N31 nach Soisson zurückzulegen. Der Stellplatz dort am Quai St Waast empfing uns dann mit einem Übernachtungsverbotsschild.



Es ist nun normalerweise nicht mein Art solche Verbote zu ignorieren, aber nachts um 12 noch einen anderen SP zu suchen, war dann doch nicht das Wahre und so reihten wir uns in die Reihe der dort parkenden WoMos ein und hatten eine ruhige Nacht.


Am nächsten Morgen hatte ich dann bei einem netten Plausch mit meinem französischen WoMo Nachbarn erfahren, dass sich der offizielle Stellplatz am gegenüberliegenden Ufer der Aisne befindet, aber derzeit mit viel Sand und einigen Buden zum „Beachclub“ umfunktioniert worden war. Daher tolerierte die Stadtverwaltung wohl auch die Übernachtungsgäste trotz Verbot.

Nach der Rückkehr vom örtlichen Becker musste ich eine Wasserlache unter unserem Auto registrieren. Das Frostschutzventil der Heizung war der Übeltäter, konnte aber durch ein mehrmaliges Öffnen und Schließen wieder zur “Kontinenz“ überredet werden, was leider nur vorläufig war, wie sich später herausstellen sollte.
Um die Toleranz der Stadtverwaltung nicht unnötig zu strapazieren, sind wir nach einem kurzen aber leckeren Frühstück mit Baguette artisan und Brioche aufgebrochen und über Rouen und Caen nach Sainte-Marie-du-Mont gefahren. Die Fähre hatten wir erst für Sonntagnachmittag gebucht und hatten so noch Zeit für einen Zwischenstopp am Utah Beach.


Gegen 15:00h sind wir dort angekommen und nach dem Einchecken auf dem gleichnamigen CP haben wir die Gelegenheit zu einem Strandspaziergang und einem Besuch des“ Musée du Debarquement“ genutzt.


Schon ein wenig bedrückend der Gedanke an das unvorstellbare Gemetzel, das sich vor 70 Jahren hier abgespielt hat, wo heute die Menschen unbeschwert ihrem Freizeitvergnügen nachgehen. Zahlreiche Informationen zur Landung der Alliierten sind im angrenzenden Museum zusammengetragen.




Ein paar Kuriositäten waren auch zu bestaunen, wie beispielsweise eine der Zigarren von Sir Winston Churchill.


Den Abend haben wir dann in einem Restaurant in Sainte-Marie-du-Mont bei guten Essen und Cidre verbracht.
Der nächste Morgen begann dann mit der Erkenntnis, dass die Kontinenz des Frostschutzventils tatsächlich nur vorübergehender Natur war. Über Nacht hatte sich unser Frischwassertank über den Umweg Boiler komplett entleert. Das Ventil habe ich dann mit einem Stück Plastik und reichlich Panzertape so ausser Funktion gesetzt, dass es zumindest dicht war. Eine Dauerlösung sollte das nicht sein, aber sonntags war keine andere sinnvolle Lösung in Sicht. Und so haben wir die Zeit am Sonntag bis zur Abfahrt der Fähre noch für einen Besuch von Sainte-Mère-Eglise genutzt.

Berühmt wurde das Dorf durch ein Missgeschick der amerikanischen Fallschirmjäger John Steele und Ken Russel, die während der Luftlandeoperation am D-Day mit Ihren Fallschirmen am Kirchturm hängen blieben. Im Gedenken daran hängt heutzutage eine Puppe dort am Kirchturm. Gegenüber der Kirche befindet sich das Musée Airborne mit einer interessanten Ausstellung zu eben dieser Luftlandeoperation, die die Landung der Alliierten an den Stränden von Land aus unterstützen sollte.





Am frühen Nachmittag nahmen wir noch die restlichen Kilometer bis nach Cherbourg unter die Räder und reihten uns dort in die Warteschlange am Hafen ein. Gegen 15:30h ging es an der Queen Mary II vorbei auf die Fähre.


Nach Verlassen des Hafens Richtung Irland riss der Himmel auf und wir konnten an Deck der Fähre noch ein paar Stunden die Sonne und anschließend einen schönen Sonnenuntergang genießen.


Nachts hatten wir eine sehr ruhige See. Wenn die Klimaanlage in der Kabine nicht so einen Krawall gemacht hätte, wäre es auch eine angenehme Nachtruhe geworden.
Während des Frühstücks am nächsten Morgen musste eine Lösung für das defekte Frostschutzventil her. Auf der Website von Truma haben wir eine Servicestation in Dublin recherchiert. Unseren ursprünglichen Plan als erste Station in Irland Kilkenny anzufahren haben wir zugunsten eines Werkstattbesuchs verworfen.
Der Name der Werkstatt (Maynooth Motorhomes) hat uns vermuten lassen, dass diese sich in Örtchen Maynooth, einem Vorort von Dublin befindet. Das stellte sich dann schnell als Fehleinschätzung heraus. Aber nach zwei Telefonaten und einigen Befragungen von Einheimischen unterwegs, hatten wir es dann doch schon nach einer Stunde geschafft die Werkstatt mitten einem einem ländlichen Wohngebiet, weit ab von einer sonstigen Ortschaft zu finden.


Der Besitzer war sehr nett und hat gleich eine seiner Hallen freigemacht und uns zu einem fairen Kurs ein neues Ventil eingebaut. Als Dreingabe gab´s noch eine Flasche Toilettenchemie und jede Menge Tipps zu Dublin, Cork und dem restlichen Irland oben drauf.
Als Campingplatz in/bei Dublin hatten wir uns den Camac Valley Tourist Caravan and Camping Park in der Naas Road ausgesucht, weil dieser gut durch den ÖNV angebunden ist. So sind wir dann noch am späten Nachmittag von dort mit dem Bus zu einem Kneipenbummel nach Dublin (Temple Bar) aufgebrochen. Die Irlandtour sollte ja zünftig mit Fish´n´Chips, Smithwicks, Whiskey und Cidre eingeläutet werden.


Für den nächsten Tag hatten wir gleich am Campingplatz eine Tour mit einem der Sightseeing – Busse gebucht, was den Vorteil hat, dass man mit dem Bus direkt am Campingplatz abgeholt und nachmittags wieder abgeliefert wird.
In Dublin ging´s neben einem Stadtspaziergang dann zu den üblichen „Verdächtigen“ die Universität, St. Patricks Cathedral und Christ Church Cathedral.







Detailinformationen zu den Sightseeing Highlight gibt´s ja im I-Net jede Menge, so dass ich hier nicht alles niederzuschreiben brauche.
Meine Marotte musste natürlich auch wieder ausgelebt werden und wir haben das Mittag essen ganz landestypisch im örtlichen Hardrock Cafe zu uns genommen. Witzig ist dort der Trabi, der als Deko kopfüber an die Decke gehängt wurde.


Solchermaßen gestärkt haben wir uns meinem persönlichen Highlight in Dublin gewidmet, dem Kilmainham Gaol. Das sogenannte „Neue Gefängnis“ ist insofern von besonderer Bedeutung für die Geschichte Irlands, weil dort viele irische Rebellenführer und nationalistische Politiker inhaftiert waren und z.T. hingerichtet wurden.


Die obligatorische Führung war sehr informativ und hat Einblicke in die Geschichte der Unabhängigkeit der Republik Irland gegeben . Darüber hinaus war auch zu erfahren, dass das Gefängnisgebäude wohl öfter einmal als Filmkulisse diente. Welche Filme das waren, habe ich aber vergessen.
Nach einem kurzen Pubmeal in Templebar nahmen wir den Bus zurück zum CP und entspannten noch ein wenig bei einem guten Buch.
Am nächsten Morgen verließen wir Dublin in Richtung Galway. Nach 1,5 h bogen wir von der Autobahn nach Loughrea ab und fuhren auf kleinen und kleinsten Straßen Richtung Burren National Park.



Der Burren NP ist ein Kalksteingebiet und bietet faszinierende Landschaft und einige prähistorische Orte wie beispielsweise den Poulnabrone Dolmen.


Daneben finden Sich noch einige historische Forts dort, wobei die Bezeichnung „Fort“ für mich etwas irreführend war. Es handelt sich hierbei um Einfriedungen von landwirtschaftlichen Anwesen und nicht um ehemalige militärische Einrichtungen.
Diesen perfekten Tag ließen wir auf dem Nagle's Seaside Camping & Caravan Park mit gegrilltem Fisch und einem Sonnenuntergang am Strand ausklingen.

Apropos Sonne, diese begleitete uns die gesamten 10 Tage auf der Insel. Außer einer halben Stunde Nieselregen in Cork hatten wir keinerlei Niederschlag.
Den nächsten Tag begannen wir bei den Cliffs of Moher. Diese Klippen ragen ca. 200m senkrecht aus dem Atlantik und ein Wanderweg an der Klippenkante entlang bietet atemberaubende Ausblicke. Glücklicherweise waren wir schon recht früh unterwegs und konnten den Weg noch relativ ungestört erwandern. Bei der Rückkehr standen trotz Nachsaison doch erstaunlich viele Busen auf dem Parkplatz.



Unser nächstes Ziel war das Örtchen Carigaholt an der Mündung des Shannon. Dort in der Nähe haben wir auf einem Bauernhof einen Stellplatz bezogen und sind mit den Fahrrädern in den Ort gefahren, um für den nächsten Tag eine Bootstour zu den Delfinen im Shannon zu buchen.
Die Abfahrtzeiten richten sich nach den Gezeiten, so dass wir am nächsten Tag bis um 15:30h warten mussten. Die Zeit haben wir faulenzend mit einem Strandspaziergang und einem guten Buch verbracht. Die Bootstour am Nachmittag war eines der Highlights unseres Urlaubs. Ich hatte zwar schon vorher Delfine in freier Wildbahn erleben dürfen aber noch nie von so nahe und so lange. Dabei hat war Bootsführer zurückhaltend und ist den Delfinen weder nachgefahren noch hat er sie angefüttert.


Ein bisschen Steilküste hat´s auch noch als Zugabe gegeben.


Zurück auf „unserem“ Bauernhof hielten wir noch einen kurzen Schwatz mit der Gastgeberin. Sie gab uns den Tipp mit der Panoramastraße westlich von Kilkee, meinte aber mit dem WoMo wäre das nicht so ideal weil die Straße sehr eng sei und kaum Parkmöglichkeiten vorhanden seien. Wir sollten ab Kilkee besser unsere Fahrräder nehmen.
Eigentlich hatten wir vor gehabt am nächsten Morgen direkt zur Shannon -Fähre zu fahren, haben aber dann doch noch Loop Head, einen Leuchtturm ganz am Ende der Loop Halbinsel besucht.


Auf dem Rückweg nach Kilkee hatte es sich einfach angeboten die empfohlene Panoramastraße zu nehmen. Diese war zwar schon eng aber dennoch gut zu fahren und Haltebuchten und Parkplätze gab´s auch genug um die Landschaft zu genießen. Der sonnige Himmel, die sattgrünen Wiesen und der blaue Atlantik – ganz großes Kino.




Nachdem wir auf sehr angenehme Weise nun den Vormittag verbummelt hatten, war es Zeit für die Fähre, weil wir an diesem Tag noch einen Teil vom Ring of Kerry bis zum Camping Mannix Point fahren wollten.


Der CP Mannix Point wurde wohl schon mehrfach als schönster CP in Irland ausgezeichnet. Mit dem WoMo in Irland unter Palmen zu stehen, hatte schon was, wenn es auch nur Yuccas waren. Außergewöhnlich war auch der Aufenthaltsraum. Dieser hatte die Anmutung eines Wohnzimmers mit dem offenen Kamin und den gemütlichen Sesseln. Wir gaben einem Grillabend draußen den Vorzug.
Am nächsten Tag legten wir einen Ruhetag ein und haben mit dem Fahrrad die Umgebung erkundet. Im Umkreis von wenigen Kilometern konnten wir eine alte Burg und zwei Fort besuchen.




Am nächsten Tag war wieder Fahren und Sightseeing angesagt. Den Ring of Kerry hatten wir glücklicherweise schnell abgehakt. Das Fahren dort war extrem unentspannt. Die Straßen sind schon nicht breit, zusätzlich meist mit Hecken direkt am Fahrbahnrand eingeengt und in einem erbärmlichen Zustand. Zudem war das Verkehrsaufkommen trotz Nebensaison doch erheblich. Uns hat die Rundfahrt auf der Loop Halbinsel wesentlich mehr beeindruckt.
Anschließend sind wir noch ein wenig den Ring of Beara gefahren, aber hauptsächlich wegen des Healy Passes. Das ist ein landschaftlicher Hochgenuss. Innerhalb weniger Kilometer durchquert die Passstraße einige Vegetationszonen und die Ausblicke beiderseits der Passhöhe sind fantastisch. Leider gibt es wenige Möglichkeiten einmal anzuhalten um diese ausgiebig zu genießen.
An diesem Tag fuhren wir noch nach Bantry für einen kurzen Stadtbummel und den Einkauf für den Abend. Auf unserer gesamten Tour haben wir uns fast ausschließlich bei lokalen Bäckereien und Metzgern versorgt und waren immer wieder sehr angetan von der Qualität und dem angenehmen Preisniveau.
Als Übernachtungsplatz hatten wir uns den Eagle Point Camping ausgesucht. Auch diesen Abend hatten wir wieder Glück mit dem Wetter und konnte noch ein Gläschen Wein mit Blick auf die See genießen.


Da wir zu Beginn unserer Irland Tour Killkenny ausgelassen hatten, war ausreichend Zeit für einen ungeplanten Abstecher zum Mizen Head Lighthouse aus der südwestlichsten Spitze Irlands. Diesen Abstecher kann ich nur jedem ans Herz legen, der einmal dort in der Gegend sein wird. Schon auf der Fahrt dahin gibt es Landschaft satt.


Mizen Head ist in jeder Hinsicht sehens- und den Eintrittspreis wert. Die Klippen dort sind atemberaubend und in der ehemaligen Funkstation ist ein kleines Museum eingerichtet, das das damalige Leben auf der Station und deren Zweck sehr anschaulich darstellt.


In einem der Gebäude gibt es eine wandfüllende Auflistung der Schiffe, die an diesem Kap in den letzten 200 Jahren zerschellt sind, respektive in den zwei Weltkriegen versenkt wurden – gruselig.
Außergewöhnlich ist auch, dass die Funkstation auf einer dem Festland vorgelagerten Klippe gebaut wurde und nur über eine Brücke erreicht werden kann.


Tief beeindruckt machten wir uns am frühen Nachmittag auf den Weg zu unserem letzten Ziel unserer Rundreise, der Stadt Cork. Der nächst gelegene Campingplatz zu Cork befindet sich in Blarney ca. 8 km nördlich. Der Campingplatz selbst liegt ca. 2 km oberhalb von Blarney, einem schönen Örtchen. Dort steht auch Blarney Castle mit dem Stein der Redegewandtheit. Dieser Stein unter seltsamen Verrenkungen kopfüber geküsst, soll zu ungeahnter Eloquenz verhelfen. Wir haben es nicht versucht und uns stattdessen lieber das eine oder andere Pint gegönnt. Mit ausreichend Pints im Bauch kommt die Eloquenz auch ohne Steineküssen ;-).
Am nächsten Tag stand Cork auf dem Programm. Cork soll ja die heimliche Hauptstadt Irlands sein. Wie Cork zu diesem Ruf kam, hat sich mir während unseres Besuchs nicht wirklich erschlossen.





Sei´s drum, der English Market war einen Besuch wert und zurück in Blarney haben wir uns den Nachmittag mit einer kleinen Radtour und einem anschließenden Einkaufsbummel in Woollen Mills vertrieben. Woollen Mills ist eine ehemalige Wollfabrik, die renoviert und zu einem großen Kaufhaus für irische Souvenirs umfunktioniert wurde. Die Waren selbst waren nicht so originell, aber die schiere Masse davon und v.a. das Ambiente der alten Fabrik ist schon sehr nett. Beeindruckend war die Masse an amerikanischen Touristen. In Dublin waren ja schon viele unterwegs, aber Blarney war fest in amerikanischer Hand.

Zurück auf dem Campingplatz hat sich dann noch ein launiges Gespräch mit unserem irischen Campingnachbarn ergeben, in dessen Verlauf der 85-jährige Herr die „Internationale“ intonierte – wohlgemerkt in deutscher Sprache, obwohl wir uns bis dahin auf Englisch unterhalten hatten. Ich wusste gar nicht wie mir geschah. Es muss wohl an meiner der Verblüffung geschuldeten Sprachlosigkeit gelegen haben, dass er sich nach seinem Liedbeitrag recht schnell verabschiedete, mir aber noch den väterlichen Rat erteilte: „Gehe sobald du es dir leisten kannst in den Ruhestand und reise.“ Sprach´s und war weg.

Für den folgenden Tag abends hatten wir die Fähre zurück auf den Kontinent gebucht. Auf unserem Weg von Blarney nach Rosslare liegt die Jameson Whiskey Brennerei in Midleton. Wir konnte ja unsere Irlandreise nicht abschließen ohne uns mit dem Thema Whiskey beschäftigt zu haben. Der Eintrittspreis von 12,50€ p.P. empfanden wir dann schon ein bisschen happig, aber Bildung kostet eben und nach der Führung gab´s noch ein Versucherle ;-).


Die Führung war recht kurzweilig und hat interessante Einblicke in die Whiskey Produktion gegeben. Natürlich hätte man das auch für umsonst irgendwo nachlesen können, aber das Ambiente der alten Produktions- und Lagerstätten hatte schon was. Nach der Besichtigung blieben uns noch einige Stunden Zeit und sind deshalb auf gut Glück einem Schild zu einem Schloss in den nähe der Straße nach Rosslare gefolgt. Dort haben wir dann ein kleines Schloss im Tudorstil in einem verwunschenen Park vorgefunden.

Wunderschön gelegen und kaum frequentiert. Auf dem Parkplatz stand höchstens ein halbes Duzend Autos und wir hatten sowohl das Schloss als auch den Park praktisch für uns alleine. So haben wir die letzten Stunden auf der grünen Insel mit einem ausgedehnten Spaziergang durch den Park und einem Picknick verbracht.

Im Hafen hat das Boarding ziemlich lange auf sich warten lassen, wobei es nicht langweilig wurde. Hinter uns in der Schlage stand einige Zeit ein Motorradfahrer aus Paris, der ungefähr dieselbe Tour wie wir „abgeritten“ hatte. Und so war ausreichend Gesprächsstoff vorhanden, um die Wartezeit zu überbrücken.
Die Fährüberfahrt zurück nach Frankreich war wieder äußerst ruhig. Selbst die Klimaanlage in der Kabine hat keinen Krawall veranstaltet. Lediglich die gut belegten Viehtransporter auf dem Fahrzeugdeck haben die Freude an der Seefahrt getrübt. Je nachdem wie der Wind stand, stank der ganze Kahn bestialisch.

Gegen 15:00h am nächsten Tag waren wir wieder zurück auf dem Kontinent und tingelten über zwei Tage nach Hause. Highlight der Rückfahrt war noch ein Besuch der Abtei in Jumiege.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mich mit dem historischen Hintergrund der Abtei nicht sonderlich befasst hatte. Aber alleine die Architektur und das Gefühl beim Durchschreiten einer Kathedrale unter freiem Himmel (das Dach fehlt) waren beeindruckend genug.

Fazit unserer Tour:
Irland ist ein sehr lohnendes Reiseland mit sehr freundlichen Einheimischen. Trotz unseres „strammen“ Besichtigungsprogrammes waren wir am Ende der Reise nahezu tiefenentspannt.

So nun bin ich am Ende und hoffe es hat Euch ein wenig Vergnügen bereitet.

Für die die es interessiert noch ein paar Tipps zur Reiseplanung:

Straßen:
Die meisten touristisch interessanten Straßen sind schon recht eng. Mit unserem Kastenwagen hatten wir allerdings nie wirklich ernsthafte Probleme oder kritische Situationen. Bis auf ganz wenige Ausnahmen sind wir nur sehr rücksichtsvollen Verkehrsteilnehmern begegnet. Der Straßenzustand im County Kerry war erbärmlich. Man unterbietet dort freiwillig alle Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Campingplätze:
Die von uns aufgesuchten Camping – und Stellplätze waren durchweg sauber, gepflegt und mit allen notwendigen Einrichtungen versehen. Wer Animation oder umfangreiche Sportangebote sucht ist dort allerdings verkehrt. Einkaufsmöglichkeiten auf CPs beschränken sich, falls überhaupt vorhanden auf Kioskgröße. Es empfiehlt sich also die Besorgungen schon unterwegs zu erledigen.

Einkaufen:
Die Versorgung funktionierte für uns am besten in Verbindung mit einem kurzen Bummel durch die Städtchen unterwegs. Wir wurden in örtlichen Metzger- und Bäckereien immer mit hervorragender Qualität zu vernünftigen Preisen bedient. Ein kurzen Plausch und ein paar Tipps für die Umgebung war immer inklusive.
Genussmittel wie Wein und Zigaretten importiert man am besten. Die Schachtel Zigaretten liegt bei ca. 10€ und eine Flasche Wein ist unter 10 € auch nicht zu bekommen, weil alleine schon die Steuer 8 €/Flasche beträgt. Um also einen vernünftigen Tropfen im Glas zu haben, sind schon 15-20€ je Flasche zu veranschlagen. Alkoholische Getränke (Wein, Bier, Cider etc.) dürfen vor 10:00 h nicht verkauft werden. Das gilt auch für die Getränkeabteilungen der Supermärkte!

Souvenirs
Die typischen Souvenirs wie Wollwaren, Guinness- Devotionalien und sonstigen Nippes kann man überall kaufen. Der ist nämlich im ganzen Land der gleiche. Irgendeine Firma hat darauf wohl das Monopol.

Jonah am 02 Dez 2014 00:28:48

Hallo, ich habe mich richtig gefreut, als ich vorhin gesehen habe, dass es einen neuen Reisebericht im Irlandunterforum gibt. Habe deinen Bericht nun mit Spannung gelesen und die Freude hält an. :) Super schöne Fotos und ein kurzweiliger Erzählstil, toll. Vielen Dank dafür.

Gast am 03 Dez 2014 17:03:11

Moin, Danke für deinen Reisebericht. Unsere Irlandreise war 2003,da hat sich einiges getan,Mizen Head kostete nix,dafür gab es keinen Oma-Weg.
Wir sind damals Calais-Dover und Swansea-Cork geschwommen.
Mussten im Londoner Autobahnring einige Stunden "Parken" ,haben dadurch die Fähre verpasst.
Diese Anreise haben wir nicht in guter Erinnerung.

Rudi

heidchen am 05 Dez 2014 19:46:12

Danke für Deinen interessanten Reisebericht und die tollen Fotos :daumen2: . Noch ein Land, das auf meine To-Do-Liste kommt.

gnarz18 am 05 Dez 2014 20:15:56

Sehr schöner Bericht mit tollen Fotos, da werden Erinnerungen wach an viele im letzten Jahr besuchte Orte.


Michael

q2v am 07 Dez 2014 12:19:48

Danke für die "Blumen". Freut mich, falls ihr Spaß beim Lesen hattet.

Rudi: Landbridge hatten wir uns auch überlegt. Aber die Bequemlichkeit siegte. Es ist schon nett nachmittags/abends auf die Fähre zu gehen und am nächsten Tag ausgeschlafen in Irland auszusteigen, vice versa.


Ralf

Faoinn am 13 Jan 2015 17:06:00

Hallo Ralf, sehr schöner und informativer Bericht von einer tollen Reise mit Appetit anregenden Bildern - erste Sahne !!!
Als jemand, der auf der "Grünen Insel" lebt, kann ich bestätigen, dass ihr nicht nur im September 2014 prima Wetter hattet, sondern der irische Frühsommer und Sommer bis in den Oktober hinein das beste Wetter seit 7 oder 8 Jahren lieferte, wie man im TV sehen und - wenn man hier war - selbst erleben konnte.
Die Touren, die ihr gemacht habt, waren für 2 Wochen ziemlich ambitioniert, denn ihr habt ja selbst gesehen, dass gerade die schönsten Straßen sog. Nebenstraßen sind, die sich durch die Landschaft schlängeln und auf denen "Kilometerschrubben" völlig unmöglich ist (und auch blödsinnig, weil man sonst vieles verpassen würde). Da können schon mal locker Entfernungen von 30 - 40 Kilometern eine Sache von einer Stunde sein, manchmal noch mehr, wenn man immer wieder anhält, aussteigt und die Kamera verwendet.
Jedenfalls habt ihr in dieser relativ kurzen Zeit eine Menge gesehen und offensichtlich nicht den Fehler gemacht, zu versuchen, zu viele oder gar alle touristisch empfohlenen Teile von Irland zu besuchen, was viele Besucher machen und am Ende feststellen, dass sie sich besser auf einen bestimmten besonders schönen Teil der Insel konzentriert hätten (z. B. die Südküste vom Ost- bis zum Westzipfel, die Westküste bis hoch nach Connemara oder das sehenswerte Nord-Irland plus bei genügend Zeit noch das wilde und wunderschöne Donegal im äußersten Nordwesten).
Ihr wart ja hauptsächlich auf Campingplätzen stationiert, wobei mir aufgefallen ist, dass es in der Nähe der beschriebenen Orte oft auch interessante freie Stellplätze gab/gibt (z.B. in Middleton direkt neben der Jameson-Wiskeybrauerei ausgewiesene kostenlose SP für WOMOs). Was war der Grund ? Bevorzugt ihr generell Campingplätze ?
Nochmals vielen Dank und Congrats !

q2v am 18 Jan 2015 19:56:03

Hallo Faoinn,
Du hast Recht. Die Tour war gut gepackt. Aus Süddeutschland ist es doch ein Stück des Wegs bis nach Irland. Das mache ich nicht alle Tage. Daher musste es eben ein bisschen mehr sein als sonst. :D
Hinsichtlich Camping- oder Stellplätzen sind wir nicht dogmatisch sondern eher praktisch eingestellt. Den Tourentag beginnen wir gern früh und beenden ihn so gegen 15:00 - 16:00h. Den Rest des Tages entspannen wir gerne in einer schönen Umgebung und haben dafür auch gerne ein wenig Raum um uns herum. Daher bevorzugen wir in diesen Fällen einen CP. Wenn´s nur ums übernachten geht darf´s auch gerne ein Stellplatz sein.


Ralf

CKgroupie am 18 Jan 2015 21:56:47

Danke für diesen wirklich sehr schönen Reisebericht. Ihr hattet ja echt Glück mit dem Wetter! Irland steht auf jeden Fall auch noch auf der Liste der Länder, die ich gerne besuchen möchte.

fring00 am 04 Mär 2015 10:33:50

Hallo
Das ist ein wunderschöner Reisebericht.
Ist es möglich auch an einem schönen Fleckchen Erde frei zu stehen ohne Ärger zu bekommen?


Wolfgang

q2v am 05 Mär 2015 23:23:02

Hallo Wolfgang,
wir sind auf unserer Rundtour nicht freigestanden. Was aber eher mit unseren Reisegewohnheiten zu tun hat. Unterwegs haben wir schon in paar Stellen gefunden, wo wir hätten frei stehen können. Auf den Halbinseln einfach ´mal den Hinweisschildern zum Strand folgen. Da waren wir dann schon tagsüber alleine und ich denke nachts dürfte dort gar nichts mehr los sein. Ob´s erlaubt ist, weiß ich nicht. Vielleicht kann Dir der Forenkollege "Faoinn" weiter helfen. Er lebt offensichtlich in Irland.
Die Preise für die CPs waren in den Nachsaison recht günstig und ein bisschen Komfort und Infrastruktur habe ich bisweilen auch ganz gerne.


Ralf

Faoinn am 13 Mär 2015 00:21:53

q2v hat geschrieben: Auf den Halbinseln einfach ´mal den Hinweisschildern zum Strand folgen. Da waren wir dann schon tagsüber alleine und ich denke nachts dürfte dort gar nichts mehr los sein. Ob´s erlaubt ist, weiß ich nicht. Vielleicht kann Dir der Forenkollege "Faoinn" weiter helfen. Er lebt offensichtlich in Irland.

Ja, zu 90 % des Jahres ! Zu freien Stellplätzen und zu Befürchtungen, dass Freistehen in IRL kaum möglich sei, habe ich mich in meinem Vorstellungsthread schon ausgiebigst geäußert --> Link und mehrere IRL-Kenner haben bestätigt, dass es in IRL genug sehr schöne Stellplätze gibt, direkt am Meer oder im Landesinneren (ein Tipp: z.B. direkt an den "Moorings" = Bootsanlegestellen der "Waterways Ireland"-Organisation mit Wasserversorgung und Toiletten).

Jonah am 13 Mär 2015 00:42:41

fring00 hat geschrieben:Ist es möglich auch an einem schönen Fleckchen Erde frei zu stehen ohne Ärger zu bekommen?


Hallo Wolfgang, in Irland habe ich oft frei gestanden und übernachtet. Das waren dann zB Wanderparkplätze, oder Parkplätze an Landstraßen. Teilweise sehr idyllisch gelegen, oft mit tollem Ausblick.

hoisbert am 24 Mär 2015 16:43:17

Hallo Ralf,
Super Reisebericht. Danke dafür.
Eines würde mich noch interessieren. Wie oft habt ihr die Fahrräder genutzt?
Wir (meine Frau, unser Hund und ich) wollen im Mai mit unserem Poessl für 3-4 Wochen nach Irland.
Rundreise von Dublin aus, südwärts der Küste entlang bis in den Westen auf Höhe Dublin und durch das Landesinnere zurück.
Jetzt überlege ich, ob es sich lohnt, die Fahrräder mitzunehmen. Für den Hund habe ich einen Fahrradanhaenger, der während der Autofahrt auch seine Transportbox ist. Hast du einen Tip für uns? Gibt es dort Radwege, oder fähr man meistens auf der Straße?
Vielen Dank schon mal im Voraus.
Ich habe im Forum schon viel über Irland gelesen, aber wenig zu Fahrräder auf der Insel. :)

q2v am 23 Apr 2015 21:26:23

Hallo Hans-Otto,
ich finde Fahrräder dabei zu haben, lohnt sich immer. Gerne fahren wir ´mal vom Stell- oder Campingplatz in den nächsten Ort zum Bummeln, Essen oder für kleinere Einkäufe.
In Irland hatten wir sie auch dabei. Ausgewiesene Fahrradwege habe ich nicht wahrgenommen. Wir waren mit den Fahrrädern immer auf Nebenstraßen unterwegs. Dort ist das Verkehrsaufkommen so gering, dass das Fahrradfahren wirklich Spaß macht. Es ist an der Küste v.a. im Westen allerdings recht hügelig, also eine bestimmte Fitness oder Elektrounterstützung :wink: ist nicht verkehrt.
Ich wünsche Dir viel Spaß auf der grünen Insel.

Ralf

womopark
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