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Straßenverhältnisse in Irland: No-Go mit WOMO ?


Faoinn am 14 Apr 2015 16:11:43

Immer wieder liest man hier, dass es eine Herausforderung ist, in Irland mit dem WOMO auf Tour zu gehen, weil die engen Straßen die Sache zu einem Abenteuer werden lassen.
Ich will diese Meinungen nicht klein reden oder gar bestreiten, aber meine bisherigen, zugegeben kurzen, aber intensiven Erfahrungen als irisches WOMO-Greenhorn (seit 14 Monaten), veranlassen mich doch dazu, etwas zur Relativierung und hoffentlich auch Beruhigung zu schreiben.
Etliche Hauptverbindungsstraßen zwischen größeren Orten sind in den letzten 6 - 8 Jahren gut bis sehr gut geworden, einige davon sind ganz oder teilweise zweispurig. Manche davon, die einer Autobahn ähnlich sind, kosten eine Benutzungsgebühr, die jedoch relativ gering ist, weil WOMO's in aller Regel als "Automobile" gelten und berechnet werden. Solche "Bezahl-Strecken" sind aber die Ausnahme !
Viele Städtchen haben Umgehungsstraßen ("bypass") erhalten, was lästiges Innerortsgegurke erspart (es sei denn, man will gerade dieses Städtchen sehen). Die Nebenstraßen, die ja oft die schönsten Einblicke in die Landschaft eröffnen, können allerdings in der Tat eine Herausforderung sein, nicht nur, wenn einem gerade der fünfte Traktor entgegen kommt. Hier empfinde ich die Linkslenkung im WOMO sogar als Vorteil, weil man den linken Straßenrand sehr gut einsehen kann. Natürlich gilt gerade auf Nebenstraßen, vorsichtig und vorausschauend zu fahren und nach möglichen Ausweichstellen Ausschau zu halten.
Dann gibt es noch Passstraßen, die hoch hinaus führen, zum Teil sehr gewunden und manchmal mit Felsüberhängen garniert sind. Hier finden sich oft entsprechende Warn- oder sogar Verbotsschilder für größere Fahrzeuge, die man beachten sollte.
Auf den vielen Halbinsel-Straßen auf der Westseite der Insel kann Gegenverkehr ebenfalls für den WOMO-Fahrer anstrengend sein, vor allem, wenn er in der Hauptsaison aus unzähligen Touristen-Reisebussen besteht. Auf der bekannten Halbinsel "Ring of Kerry" dürfen übrigens öffentliche Busse (ÖNVP) und Reisebusse nur im Uhrzeigersinn fahren, und man sollte sich tunlichst auch mit dem WOMO an diese Richtung halten. Der nicht minder schöne, nein, schönere "Ring of Beara" (direkt "unter" dem Ring of Kerry) wird in manchen Reiseführern als ungeeignet für WOMO's bezeichnet, was aber nicht stimmt (selbst ausprobiert, nur die Passstraßen über die Berge habe ich ausgelassen). Generell gilt aber auch hier wie bei allen westlichen "Zipfeln" des "Wild Atlantic Way", vorausschauend fahren, immer Ausschau halten nach möglichen Ausweichstellen und vor allem die Ruhe bewahren !
Zum Straßenzustand selbst kann man sagen, Hauptstraßen okay bis richtig gut, Nebenstraßen teilweise okay, eher mäßig bis rumpelig/löchrig und wellig (aber das soll es ja sogar in Germany geben :D), d.h. nicht brettern, sondern entspannt gleiten ! Und immer auf Nebenstraßen einen Blick auf den linken Fahrbandrand haben, der oft nicht befestigt ist und - durch Bewuchs getarnt - sehr steil abfallen kann. Die oft in der Fahrbahnmitte angebrachten, metallenen "Katzenaugen", die nachts durchaus hilfreich sind, können den rechten Reifen zusetzen, wenn man nicht langsam genug fährt. Ich handhabe es so, dass ich immer dann, wenn ich etwas Sicht nach vorne habe, mit den rechten Schlappen rechts davon fahre, also mehr in der Fahrbahnmitte, aber da muss man stes darauf gefasst sein, schnell wieder nach links ausweichen zu können.
Neben dem Navi, was generell gute Dienste tut, sollte man sich bei der ersten größeren Tankstelle oder Buchhandlung in Irland eine gute Autokarte mit einem vernünftigen Maßstab zulegen (sehr zu empfehlen und kostet nicht die Welt: Die "Road Map Ireland" von der "AA"= Automobil Association Ireland, Maßstab 1 : 300.000). Darin findet man viele nützliche Hinweise auf Picknick-, Bootsanlege/Jetty- oder Wanderparkplätze und damit wiederum in vielen Fällen schöne Stell- oder Übernachtungsplätze.
Allzeit gute Fahrt in Eire !!!

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RichyG am 14 Apr 2015 16:34:40

Danke für Deine nützlichen Tipps. Können wir nächstes Jahr gut gebrauchen.
Richy

volki am 14 Apr 2015 17:00:00

Als Ergänzung:
Die allereinzigen Probleme die wir auf der Irland-Umrundung mit dem WoMo gehabt haben, (3.5T, 6.30m) war der Conorpass auf der Dingle-Halb-Insel. Wobei dieser "Pass" für einen Alpenstrassen-gewohnten Fahrer gar kein PASS ist :)
Im Nachhinein haben wir dann das Verbotsschild gelesen, aber auf der Hinauffahrt von Dingle aus, müssen wir das Schild verpasst haben.
Alles kein Problem solange in der "Felswand" 2-300 Meter hinter dem Pass, kein Gegenverkehr kommt. :lol: . Aber dann wird richtig eng.

--> Link


hd301165 am 20 Apr 2015 12:53:25

Hallo,

im Sept. bin ich knapp drei Wochen in Irland, Süd- und Westküste ist das Ziel.

Irgendwo hatte ich mal gelesen das der Ring of Beara für Fahrzeuge über 2,8 to. gesperrt ist. Stimmt das ? Den Ring of Kerry werde ich auf alle Fälle im Uhrzeigersinn fahren.

Meins hat 3,5 to. und 7,2 m lang. plus Fahrradträger.

Würde auch gerne auf beiden Ringen frei stehen. Hat damit jemand Erfahrung ? oder sind überall Höhenbegrenzungen ??

Meint ihr das gäbe Probleme ?


HD

rolf51 am 20 Apr 2015 15:10:53

Hallo HD,
bin alle 5 Finger gefahren, kein Problem für 3,5t und 7,5m Länge. Ab und zu musst Du halt 200m rückwärtsfahren können, ist mir bei 6000km nur einmal passiert.

Discooooo am 20 Apr 2015 17:35:50

Soweit ich das bisher überall gelesen habe, dürfen Busse den "Ring of Kerry" nur gegen den Uhrzeigersinn befahren und nicht im Uhrzeigersinn. Da sollte sich also der geneigte Irlandreisende unbedingt vorher nochmal rückversichern, sonst könnte es "unangenehme" Überraschungen geben. :)

volki am 20 Apr 2015 18:55:26

Wer die andern "Ringe" gefahren hat kann den Ring of Kerry auch guten Gewissens aus lassen, es ist überall mehr oder weniger dasselbe.
Wir sind praktisch überall frei gestanden, nur haben wir auch den Regen des ganzen Jahres erwischt

hd301165 am 22 Apr 2015 09:53:52

Discooooo hat geschrieben:Soweit ich das bisher überall gelesen habe, dürfen Busse den "Ring of Kerry" nur gegen den Uhrzeigersinn befahren und nicht im Uhrzeigersinn. Da sollte sich also der geneigte Irlandreisende unbedingt vorher nochmal rückversichern, sonst könnte es "unangenehme" Überraschungen geben. :)


Ja sorry, natürlich gegen den Uhrzeigersinn, im Strom mit den Bussen wenn Mitte Ende Sept. noch viele fahren sollten.

piloteur am 22 Apr 2015 17:54:48

Wir sind 2012 mit 4,25 To und 7,49 m problemlos von Kenmare auf die R571 dann links ab in Richtung Süden auf die R574 zum Healypass und dann wieder links auf die R572 Richtung Glengarriff gefahren. Auf dieser Strecke war keine 2,8 to Begrenzung. Ob weiter westlich eine Gewichtsbegrenzung ist, weiß ich nicht.





Faoinn am 29 Apr 2015 16:27:35

Discooooo hat geschrieben:Soweit ich das bisher überall gelesen habe, dürfen Busse den "Ring of Kerry" nur gegen den Uhrzeigersinn befahren und nicht im Uhrzeigersinn. Da sollte sich also der geneigte Irlandreisende unbedingt vorher nochmal rückversichern, sonst könnte es "unangenehme" Überraschungen geben. :)

Sorry, da habe ich mich tatsächlich vertan in meinem Beitrag ganz oben: Reisebusse und ÖNVP dürfen den Ring of Kerry tatsächlich nur gegen die Uhrzeigerrichtung befahren ! Trotzdem - und das war wohl mein "Schaltfehler im Kopf" beim Schreiben - würde ich möglichst im Uhrzeigersinn fahren, auch wenn es in verschiedensten Foren dazu kontroverse Meinungen gibt, die in der Regel sagen: Counterclockwise (gegen die Uhr) fahren, weil man dann mit den Reisebussen "schwimmt" und jedenfalls der/die FahrerIn eine prima Aussicht aufs Meer hat. Das schreiben sehr oft Iren oder Engländer, die WOMOs mit Rechtslenkung haben !
MIt Linkslenkung sieht das anders aus. Angesichts der schmalen Straßen ist das aber auch mit dem schönen "Fahrerausblick" nicht so entscheidend. Wesentlicher ist m.E., dass man bei einer WOMO-Fahrt (mit Linkslenkung) jeweils recht präzise am außen, d.h. zur Meerseite liegenden Straßenrand fahren kann, der meist mit Steinmäuerchen gesichert ist, während man umgekehrt an Felswänden entlang fährt, die manchmal bedrohlich überhängen. Da kann man bei Gegenverkehr (und seien es auch nur PKWs oder Kleinbusse) ganz schön ins Schwitzen kommen ! Ich fand das beunruhigender als die Möglichkeit, dass einem Reisebusse entgegenkommen, aber das ist Ansichtssache. Eng ist es sowieso, aber es gibt immer wieder Ausweich- und Aussichtsstellen, so dass man mit einer ruhigen und vorausschauenden Fahrweise bestimmt nicht in unlösbare Schwierigkeiten kommt.
Übrigens: Was volki schreibt, kann ich nur bestätigen: "Wer die andern "Ringe" gefahren hat kann den Ring of Kerry auch guten Gewissens aus lassen, es ist überall mehr oder weniger dasselbe."

Roman am 29 Apr 2015 17:12:17

Faoinn hat geschrieben:...Übrigens: Was volki schreibt, kann ich nur bestätigen: "Wer die andern "Ringe" gefahren hat kann den Ring of Kerry auch guten Gewissens aus lassen, es ist überall mehr oder weniger dasselbe."


Das werden die fotografisch interessierten User etwas anders sehen.... :wink: Den Rest kann ich bestätigen. Wir sind, allerdings immer in der Nebensaison, im Uhrzeigersinn gefahren.


Roman

Faoinn am 30 Apr 2015 23:38:14

Roman hat geschrieben:Das werden die fotografisch interessierten User etwas anders sehen.... :wink: Den Rest kann ich bestätigen. Wir sind, allerdings immer in der Nebensaison, im Uhrzeigersinn gefahren.Roman

Hallo Roman,
keine Frage, der Ring of Kerry ist natürlich absolut sehenswert, vor allem der südliche Teil. Nur wenn man schon den Ring of Beara und weiter südlich gelegene "Finger" (sprich.Halbinseln) gesehen oder bereits Dingle bereist hat, muss es nicht um jeden Preis (je nach Reisemonat) auch noch der Ring of Kerry sein, wo sich die meisten Touristenscharen und Reisebusse herumtreiben. In der Vorsaison (bis Mitte Juni) und Nachsaison (ab Ende August) sollte man den Ring of Kerry durchaus in die Reiseplanung einbeziehen, selbst Killarney Town ist da nicht mehr ganz so proppenvoll wie in der Hauptsaison.
Im Übrigen: Das Landesinnere (z.B. die Lakelands im Mid- bis Nordwesten) sind so reizvoll, dass man keineswegs nur auf die Küstenbereiche angewiesen ist, und hier ist in aller Regel viel weniger los, selbst in der Hochsaison. Leitrim oder Fermangh sind sehr schöne Counties mit viel Wald und Seen plus kulturellen Sehenswürdigkeiten, aber zum Glück noch touristisch vernachlässigt. An den zahlreichen Bootsanlegestellen des "Waterways Ireland" finden sich viele sehr gute Stellplätze für Wohnmobile.

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