Hersteller: Forster
Modellbezeichnung: 637 HB
Modelljahr: 2015
Fahrzeugdaten:
| Motorleistung | 130kw |
| Hubraum | 3,0 |
| Motorart | Diesel |
| Antrieb | Front |
| Aufbauart | Teilintegriert |
| Länge | 6,37 m |
| Breite | 2,35 m |
| Höhe | 2,87 m |
| Leergewicht | gewogen 3.030 Werksangabe 2.870kg |
| Zuladung | 1.300kg |
| Tankinhalt Kraftstoff | 65 l |
| Tankinhalt Frischwasser | 110 l |
| Schlafplätze | 4 |
| Sitzplätze mit Gurt | 4 |
| Grundpreis | 42.000 € |
Basisfahrzeug:
Fiat Ducato 15, auf Wunsch Maxi-Ducato.Kaum jemand wird den Wagen wohl in der Grundausstattung kaufen, der hat dann nur 115PS und weder elektrische Spiegel noch e-Fenster. Normalerweise wird der Wagen als 3.5t verkauft, was rechnerisch rund 700kg Zuladung bedeuten würde. Wir haben den Maxi-Ducato geordert, um eine größere Zuladung zu haben.
Unser Wagen ist ausgestattet mit div. elektrischen Helferlein, wie e-Spiegeln, Fenstern, Tempomat, 2x Airbag und mechanischer Fahrerhausklima.
Im Aufbau haben wir uns das "Glasdach", einen kleinen Backofen und eine Markise gegönnt.
So ausgestattet gibt Forster 2.919kg Gewicht im fahrfertigen Zustand an. Der Backofen muss dazu noch hinzu gerechnet werden, dieser dürfte ca. 15kg wiegen, so dass sich 2.934kg errechnen.
Wir hatten zusätzlich 1 Stahlgasflaschen a 11kg an Bord, sowie eine 2 Aufbaubatterie 80Ah, also ca. weitere 35kg; macht dann 2.969kg. Dazu müssen wohl noch 40kg Mehrgewicht für den Maxi-Ducato addiert werden, ergibt somit 3.009 kg. Der Wassertank war mit ca. 25 Litern gefüllt, der Abwassertank leer, der Dieseltank fast voll. Ansonsten war NICHTS im Auto, keine Auffahrkeile, kein Kabel, einfach nichts. Als Fahrer ist meine Frau eingestiegen, die kommt dem Normfahrer mit 75kg ziemlich nahe..
Folgende Gewichte haben wir gewogen:
Vorne Links:815kg
vorne Rechts:792 kg
hinten links:740 kg
hinten rechts:725kg
Gesamtgewicht:3.072 kg
Anders formuliert: es sind 63kg mehr, als zu erwarten gewesen wären. (3.072 kg statt 3.009 kg) Eine Überschreitung, die wohl noch zu tolerieren ist, aber bedacht werden sollte.
Der Maxi-Ducato darf ein zG von 4.400 kg haben und ein Zuggesamtgewicht von 6.400kg, so dass auch bei Ausnutzung des zG des Ducato ein Anhänger mit max. 2 t gezogen werden kann.
Achtung: wenn man das Maxi-Fahrwerk ordert, ergibt sich ein deutlicher Schiefstand des Wagens, da die Hinterachse deutlich höher steht als die Vorderachse. Bei uns macht dies im Leerzustand über 10 cm aus, selbst bei einem Fahrzeuggewicht von ca 3,7t und rund 600 kg Gepäck in und auf der Heckgarage steht der Wagen hinten noch mehr als 6 cm höher als vorne.
Dies ist so stark, das auf ebener Fläche z.B. die Badezimmertür allein zufällt und empfindliche Kreaturen wie ich das Gefühl haben nachts aus dem Bett zu rollen.
Es fehlt sowohl der Wagenheber, als auch das Reserverad.
Aufbau:
Es handelt sich um einen konventionellen GFK Aufbau. Boden-/Wand-/Dachstärke: 70/32/33mm. Der Unterboden hat an der Unterseite kein Holz, sondern eine Gfk-Platte. Das Holz der Seitenwände hat keine Tropfkanten, so dass ablaufendes Wasser "um die Ecke ziehen" kann.Die Leiterrahmenverlängerung ist sehr schwach ausgeführt, die Montage eines Motorradträgers oder einer AHK ist ohne Verstärkungselemente nicht möglich.
Verbaut sind nur vorgehängte Fenster, diese mit Mückenschutz und Verdunkelung. Serienmäßig ist auch eine Fliegentür für die Eingangstür.
Die Klapptür zur Heckgarage hat nur ein "Klemmschloss", keine richtige Verriegelung. Was da im Falle eines Auffahrunfalles aus der Garage geflogen käme, kann man sich denken.
Die übrigen Klappen haben Schnappschlösser einfachster Plastik-Qualität.
Ebenfalls an Bord sind 2 kleine Kurbeldachhauben, eine im Bereich des Heckbettes, eine in der Küche. Gegen Aufpreis gibt es ein Klappdach im Bereich Fahrerhaus / Sitzgruppe.
Die Fahrerhaussitze sind drehbar, der Beifahrersitz kollidiert jedoch sehr schnell mit dem Sitzkasten des Einzelsitzes.
Letzterer ist unbequem zum Sitzen, da die Rückenlehne einen 90 Grad-Winkel bildet zur Sitzfläche.
Stauraum ist relative Mangelware, die Sitztruhe der Dinette ist vom Wassertank ausgefüllt, der Sitzkasten des Einzelsitzes beherbergt Ladegerät, EBL und Batterie(n).
Den größten Stauraum bietet der Kleiderschrank, dessen untere Hälfte ist jedoch nicht nutzbar, da dort der Gaskasten sitzt. Dieser beansprucht auch einen Teil des Unterschrankes unter der Spüle, so dass recht wenig Stauraum bleibt.
Das Heckbett ist höhenverstellbar, darunter befindet sich die "Garage". Diese ist von 2 Seiten über Klappen zugänglich.
Befindet sich das Bett in der untersten Position, ist ein bequemer Einstieg ins Bett möglich, allerdings befindet sich dann das Fenster im Bettbereich im Grunde zu hoch und die Stauraumklappen ragen über die Matratze- Kondenswasserbildung ist zu befürchten. Außerdem versperrt das mit dem Bett runter bzw hochfahrende Brett die Innentür zum Stauraum.
Ansonsten bieten nur noch diverse Hängeschränke Stauraummöglichkeiten, größere Kleidungsstücke lassen sich darin aber kaum verstauen.
Beheizt wird der Wagen in der Serie mit der Truma 4.000, gegen Aufpreis mit der Truma 6.000 mit elektrischer Zuheizung.
Der Kühlschrank fasst 100 Liter.

Raumaufteilung:
Höhenverstellbares Heckbett, Halbdinette unter Einbeziehung der Fahrerhaussitze vorne mit Seitensitz. In der Mitte des Wagens Küche und gegenüber Bad.Auf Grund der kompakten Außenlänge ist der Wagen kein Raumwunder. Ohne das Glaskippdach zudem recht dunkel, da nur kleine Fenster verbaut sind und das Möbeldekor dunkel ist.
Das Heckbett ist mit einer Markisenkurbel nur von außen höhenverstellbar, das Hubbett fährt elektrisch rauf und runter.
Ist das Hubbett ganz herunter gefahren, kann das Auto in stark gebückter / fast schon kriechender Haltung verlassen werden. Wird es ganz hoch gefahren, kann ich mit einer Körperlänge von 1,9m darunter noch stehen, eine dünne Bettdecke könnte auf dem Hubbett liegen bleiben. Dieses finden wir allerdings mit 1,08m Breite nicht als Doppelbett geeignet, so dass wir dieses eher als Notbett für eine Person, oder als Ausweichbett für das Paar sehen.
Das Heckbett kann mit einer Breite von 1,3 bzw 1,5m von einem Paar genutzt werden.
Das Bad erfordert natürlich wegen der Fahrzeuglänge Kompromisse. Einer davon ist, dass das Waschbecken in die Dusche geschoben werden muss, wenn man die Toilette benutzen möchte und die Dusche bzw das Badezimmer sehr eng sind. Ein weiterer Kompromiss ist, dass das Bad ebenfalls nahezu keinen Stauraum bietet. Allerdings ist es mit einem Fenster ausgestattet dass sich öffnen lässt.



Sonstiges:
Die Innenwände sind "Plastik abwaschbar" was u.E. keinen besonders wohnlichen Eindruck hinterlässt. Die Verarbeitungsqualität lässt noch Raum für Verbesserungen, z.B. klemmen einige Klappen, Umleimer sind leicht schief, die Verkleidungsteile passen nicht von den Ausschnitten etc.Auch liegen in diversen Schränken und der Heckgarage abgeschnittene Kabel, Schrauben und Dreck von der Montage.
Der Klappwasserhahn hat einen sehr kurzen Bedienhebel und ist mit nassen / rutschigen Fingern kaum zu bedienen.
In den Gaskasten passen 2 11 kg Flaschen. Der Abwassertank hat 100 Liter Fassungsvermögen, sein Auslauf ist mitten unter dem Wagen, was beim Entsorgen ungeschickt ist.
Gut ist, dass sich die Originalreserveradhalterung von Fiat nachrüsten lässt, da der Platz unter dem Wagen dort nicht belegt ist.
Die Sicherungen des EBL sind eher schlecht einsehbar / erreichbar.
12 V Steckdosen sind Mangelware.
U.E. ein Wagen für das Paar, das maximal mal ein (Enkel)Kind mitnimmt.


LG
Selbstschrauber

