Basis: Ducato 250 von 2013, 2,3l Hubraum, 96kw, Schaudt EBL 99 K, Aufbauakku Varta 90Ah Dual Use. ca. 100W Solar, sehr wenig Verbrauch (kein TV, selten Laptop, bin ja im Urlaub ;-) )
Da der Blei-Aufbau-Akku so langsam zu schwächeln begann (verriet mir der Batterie-Computer), wollte ich vor dem Beginn der Saison auf LiFe umsteigen. Ursprünglich wollte ich die "LIONTRON 12.8V 100Ah Lithium LiFePO4 mit BMS" --> Link erwerben. Die gibt es auch in einer "Smart" - Variante und vielen anderen Kapazitäten --> Link. Aber dann habe ich auf der Website gesehen, dass es einen Akku gibt, der speziell dafür entworfen wurde, sich unter den Beifahrersitz meines Ducato 250 zu platzieren: "LIONTRON 12.8V 120Ah Lithium LiFePO4 Wohnmobil-Untersitz-Batterie" --> Link Und das in zwei Varianten: 120Ah und 180Ah.
Da ich mit 90Ah Blei gut ausgekommen bin, hätte es auch ein 60Ah LiFe getan, 180 wären übertrieben gewesen, also habe ich den 120er bestellt. Flott geliefert, gut verpackt (doppelt in Kartons und Hartschaumstoff).
Der Einbau war ziemlich entspannt. Minus von Starter, Wohnraum, Solar abgeklemmt, Sicherung vom Solar gezogen und Minus von den Panels abgeklemmt. Dann den Sitz ausgebaut (war fast das Schwierigste, da mit Drehkonsole mörderschwer). Alte Batterie komplett abgeklemmt und ausgebaut. Da die Kiste eine Stufe hat, in die der alte Akku genau passte, habe ich das mit Isoliermaterial für Parkett ausgeglichen. Das ist so ähnlich, wie die Matten, die man unter Waschmaschinen legt. Gibt es im Baumarkt auf einer Rolle.

Nach vorne habe ich das auch benutzt, nur seitlich passte es nicht mehr dazwischen, da wäre ein wenig mehr Luft schön gewesen.
So sitzt er unter dem Sitz:

Das war der erste Test. Für die Funktion. Also EBL auf "Gel" gestellt, Regler auf LiFe 14,6, Akkus wieder angeschlossen, alles gut. Batteriecomputer umprogrammiert, alles prima. EBL eingeschaltet, Womo am Panel mit Strom versorgt, alles gut. Sicherung am Solar Regler eingesteckt, alles fein. Motor gestartet: Herzriss! Was war passiert? Details und viele Infos zu Ladeboostern siehe hier: --> Link
Der alte Akku war mit Gewindestangen und einer Querstrebe befestigt. Die Gewindestangen brauchte ich neu, da der neue Akku viel höher war. Aber die Strebe passte noch unter den Drehteller, also alles gut.
Wäre nicht der Herzriss nach dem Motor - Start, wäre ich fertig gewesen. Also noch flott zum Thema Ladebooster schlau gemacht (für Details zum Warum bitte dem Link oben hinter Herzriss folgen) und diverse Anfragen gestellt. Schaudt hat sich als einzige Firma sehr freundlich zurückgemeldet, daher habe ich mir von denen den WA121525 gekauft. Der Anschlussplan ist eine mittlere Katastrophe und außerdem falsch. Da wollte Schaudt dann schon nicht mehr helfen, verstehe ich aber. Wenn es kompliziert wird, sollten Fachleute ran.
Bei mir kommen am EBL zwei braune Kabel an, eines vom Starter und eines vom Aufbau-Akku:

Ich habe mir erlaubt, den Anschlussplan mal so zu modifizieren, dass er die Situation vor dem Einbau des Boosters zeigt, D+ habe ich lila gefärbt:

Und hier meine Variante des Anschlussplanes, ohne Fehler und etwas deutlicher:

Das rote Kabel ging vorher in den EBL und wandert nach "Eingang SB+".
Das braune Kabel, das vom Starter kam entsprechend in "Eingang SB-".
Das braune Kabel vom Aufbau-Akku geht nach "Ausgang WB-".
Ein neues Kabel (im Bild grün) verbindet "EBL -" am Booster und "Braun" am EBL.
Ein weiteres neues Kabel (im Bild blau) verbindet "EBL+" am Booster und "Rot" am EBL.
Das schwarze Kabel bleibt, wie es ist.
D+ habe ich an einer Verteilerleiste abgegriffen. Details hier: --> Link
Alles wieder abgeklemmt, Umbau vorgenommen und Schaudt verflucht. Glücklicherweise habe ich ordentliches Crimp-Material. Trotzdem war es ein echter Akt, die 16mm2 Kabel mit Aderendhülse in den EBL zu bekommen. Am Booster braucht man keine Hülse und dort sitzt ein breites Terminal. Ich hab trotzdem eine drauf gemacht. Aber am EBL ist das nur eine Schraube, die ins Kabel drückt. Da ist eine Hülse Pflicht. Ich musste mehrfach crimpen, mit der Flachzange nachbearbeiten und lange prockeln, bis ich die Kabel da drin hatte. Also wenn man 16mm2 empfiehlt, sollten auch die Anschlüsse einigermaßen dazu passen.
EDIT: Ich habe jetzt gelernt, dass es "Stiftkabelschuh 16 mm²" gibt, z.B. beim Conrad: --> Link. Die werde ich bei Gelegenheit nachrüsten. Die gibt es auch mit Kunststoff, aber ich mache nach dem Crimpen lieber selber einen Schrumpfschlauch drüber.
Alles wieder angeschlossen, Motor gestartet und keinen Herzriss mehr bekommen. Die LED am Booster ist hübsch, aber ich habe ja einen Batteriecomputer. Also diente die nur der ersten Kontrolle und vielleicht irgendwann mal der Fehlersuche.
Den Temperaturfühler habe ich nicht erworben, denn das sollte ja das BMS des LiFe machen.
Jetzt fehlt noch ein Trennschalter für den LiFe, damit ich ihn im Winter komplett trennen kann. Unter 0 Grad möchte der nicht so gerne geladen werden. Der Hersteller hat mir gesagt, -5 wären auch noch ok, aber das bringt ja nichts. Ich möchte den einfach trennen können. Ist mir insgesamt auch lieber, wenn man da einen mechanischen Not-Schalter hat. Vielleicht pappe ich auch noch einen Rauchmelder unter den Sitz :roll:
Aber zuerst freue ich mich auf die anstehende Reise nach Frankreich, um autark beim "Parkplatz-Hopping" den LiFe und den Booster ausgiebig zu testen.
Ich hoffe, der Bericht hilft ein wenig. Falls es etwas Spannendes zu berichten gibt, melde ich mich.



März 2019