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Leben im Wohnmobil im Winter in Deutschland

permanenter Linkvon rentnerin am 14 Apr 2020 17:22:33

Das Leben im Wohnmobil im Winter in Deutschland


Winter 2018/2019

Im Dezember 2018 hat es fast nur geregnet. Das ist nicht so angenehm, aber mit Hund blöd. Der Hund muß ja raus, auch wenn sie Regen, und Wind noch dazu, nicht mag. Also warme und Wasser abweisende Kleidung anziehen, wegen max. 100m laufen, und dann nassen Hund und nasse Stiefel und nasse Kleidung im Wohnmobil. Die Warmluft-Gebläse-Heizung macht ziemlich trockene Luft im Wohnmobil und deshalb sind die feuchten Sachen nicht so tragisch.

War im Pfälzer Wald, im Saarland, an der Mosel und durch das Nordpfälzer Bergland nach Bingen.

Dann im Januar hatte es auch einige Tage Schnee.

Winter 2019/2020

Mein zweiter Winter im Wohnmobil sollte etwas mehr Schnee bringen. Mein Plan war auf die Schwäbische Alb und dann weiter zur Donau und an dieser entlang, so etwa bis Ingolstadt.

Zur Vorbereitung kaufte ich mir Schneeketten und eine Schneeschaufel falls ich mal den Weg frei schaufeln müßte. Eine Leiter hatte ich schon letzten Winter gekauft um Schnee vom Wohnmobil zu fegen, aber nicht gebraucht. Das Anlegen der Schneeketten dreimal auf trockenem, gepflastertem Stellplatz geübt, wird schon klappen im Ernstfall.

Den Dezember 2019 verbrachte ich noch in der Nähe meiner Kinder, die hatte ich ja ein halbes Jahr nicht gesehen.

Im Januar hat mir der Stadtbus mit seinem Spiegel mein großes Fenster am Aufbau zerkratzt. Also mußte ich auf das bestellte Fenster warten bis ich dann endlich Mitte Januar nach Neuffen auf der Schwäbischen Alb starten konnte. Stellplatz war gut gefüllt, einige machten Zwischenstopp von oder zur Messe in Stuttgart.

Immer nach 3 oder 4 Tagen fahre ich weiter zum nächsten Stellplatz. Als nächstes nach Münsingen, schon etwas höher gelegen und alles weiß, wunderschön. Hier stand ich dann drei Nächte allein, genauso in Trochtelfingen. In Sigmaringen war ich nur eine Nacht allein. Aber mehr als ein weiteres Wohnmobil pro Nacht war auch hier nicht.

In Bad Saulgau war der Stellplatz voll, war ja auch Wochenende und eine Therme. Ich freute mich, daß hier Waschmaschine und Trockner war, so konnte ich 5 Maschinen Wäsche waschen und trocknen. Therme und Hallen-und Freibäder nutze ich nicht. Dann in Bad Wurzach wieder viel Schnee, sehr schön, aber auch Sturm. Der Januar war sehr schön, viel Sonne zum Wandern ideal.

Es ist Februar und ich bin in Leutkirch. Sturm ist angesagt, Böen bis 120 km/h. Fahre zum ersten Mal die Stützen aus. Stehe mal wieder allein auf dem Platz hinter der Tennishalle, über die Straße ist der Stadtweiher, schön zum Laufen. Habe in der Nacht tatsächlich Angst, daß mein Wohnmobil vom Sturm umgeworfen wird. Es sind schon LKW gekippt worden, und die sind schwerer als mein Wohnmobil. Morgens stürmt es immer noch, Hund haut ab, bei Tasso gemeldet, nach 3 Std. Anruf eines Tierarztes, eine junge Frau hat ihn gebracht, überglücklich. Dann beim Wandern sehe ich die schneebedeckten Gipfel der Alpen. Bin so überrascht und fasziniert, daß ich meinen Plan, an die Donau zu fahren, ändere. Ich muß ins Allgäu.

Also nach Wangen und anschließend nach Isny. Beides schön, aber noch nicht nah genug an den hohen Bergen. Ich dachte immer die Berge wären nicht so meins, eher das Wasser, obwohl ich nie ins Wasser gehe. Aber jetzt war ich so begeistert. Dann in Obermaiselstein vom Stellplatz aus Wanderungen gemacht und mit dem Bus nach Oberstdorf gefahren, den Sprungschanzen ganz nah. Hier dachte ich das erste Mal, hier würde ich gern wohnen, aber vielleicht erlebt man alles nicht mehr so wenn man es immer hat. Nach 6 Nächten fuhr ich weiter nach Marktoberdorf, wo die Stromsäulen defekt waren. Die ganze Nacht schneit es und dann am Morgen einen wunderschönen Spaziergang durch unberührten Schnee.

Jetzt den ursprünglichen Plan, an die Donau, wieder aufgenommen, nach Kaufbeuren.
Es war eine unangenehme Fahrt, Schneesturm, sehr schlechte Sicht, ganz langsam über die Autobahn. Wieder Sturmböen bis 130 km/h für die Nacht angesagt. Stützen wieder raus. Das Wohnmobil wackelt schon beim herum laufen im hinteren Teil, weich gefedert, stört mich nicht. Aber bei solchen Sturmböen habe ich Angst, daß es sich irgendwie aufschaukelt und kippt. Konnte wieder nicht hoch in mein Bett, kein Schlafanzug, sondern normale Kleidung. Als es so richtig losging wurde das große Dachfenster etwas angehoben, großer Schreck, was wenn es weg fliegt. Habe es dann mit der Schleppleine durch die beiden Griffe und am Tisch festgebunden, den ich mit einigen Dingen noch beschwerte.

März, die ersten Blumen blühen. Bad Wörishofen, wieder eine Therme, kann ich nicht, würde mich fühlen wie mit hunderten fremden Menschen in einer riesengroßen Badewanne, Kopfkino. Der Ort schön zum Bummeln, Wolle gekauft.

Hatte ja mal kurz überlegt ob ich in Spanien überwintern möchte. Nein, ich mag die Jahreszeiten in Deutschland. Die lange Fahrt ganz in den Süden von Spanien und wieder zurück ,ist mir zu weit. Diesen zweiten Winter im Wohnmobil leben war richtig gut, sehr viel Sonne, etwas mehr Schnee als letzten Winter, nie krank gewesen, schöne Orte und Landschaften gesehen. Die Tage sind sehr kurz, brauche einiges an Beschäftigung für die dunklen Stunden im Wohnmobil, kann ja nicht 16 Std. schlafen. Handarbeiten, lesen, Musik hören, Krimis auf DVD ansehen, wenig Fernsehen weil übers Internet, braucht viel Daten, und Wohnmobilforum lesen und schreiben.

Liebe Grüße, Christa
4 Kommentare 35985 mal betrachtet
Kommentare

RE: Leben im Wohnmobil im Winter in Deutschland

permanenter Linkvon iwoi am 14 Apr 2020 17:54:24

Kurz und knackig, doch alles gesagt!
Gruß von Ines
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RE: Leben im Wohnmobil im Winter in Deutschland

permanenter Linkvon launig am 14 Apr 2020 18:04:18

Habe deinen Bericht eben entdeckt, Christa
Macht Spass deine Qinterzeit mit dir beim Lesen noch einmal mitzuerleben.
Ich war fasziniert.
Klasse, danke....und bitte noch mehr.
.
Grüsse Peter
Wir ertrinken in Informationen aber hungern nach Weisheit.
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RE: Leben im Wohnmobil im Winter in Deutschland

permanenter Linkvon zeus am 14 Apr 2020 19:47:52

Hallo Christa, ich freue mich, Deinen Bericht gefunden zuhaben :hallo:
Liebe Grüße, Hildegunde

Mein Wohnmobilmotto ist:
"Der Weg ist das Ziel"
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RE: Leben im Wohnmobil im Winter in Deutschland

permanenter Linkvon Birgit1953 am 27 Mai 2020 18:04:01

Hallo, Christa,

immer wieder schön Deinen Bericht zu lesen.
Ich bewundere Deinen Mut, ich würde mich sicher nicht trauen, alleine zu fahren.
Schön, dass Du Deinen Hund wieder bekommen hast, dass war sicher ein Schock, als er weg war.

Bleib gesund und schreib weiter Deine Erlebnisse.
Reisen bildet und wir wollen noch viel lernen
LG Birgit und Hans
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Birgit1953
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