Rohe gibt es bei uns ja in jedem Urlaub am Meer in Frankreich immer mal und gelesen habe ich von den gratinierten auch schon oft in den Speisekarten, aber noch nie welche bestellt.
Um das Gratinieren zu Hause ausprobieren, sind mir die, die man hier so bekommt, zu teuer.
Aber nun habe ich ja vom Weihnachtsmarkt in Kirberg
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ein halbes Dutzend für gerade mal 5€ mit nach Hause genommen und mit denen wird jetzt experimentiert.
Als Handwerkszeug zum Öffnen haben wir ein gutes Austernmesser im Wohnmobil. Da hat der Hausherr seinen Einsatz. Dummerweise besitzt er immer noch keine speziellen Handschuhe. Hoffentlich überlebt er die Aktion ohne Blessuren.
Ich habe mal in den einschlägigen Kochportalen gestöbert und mich für 2 abgewandelte Versionen entschieden.
Ausschlaggebend waren die Zutaten, die ich zu Hause habe.
Für beide Versionen also die Schalen mit dem Messer öffnen, die Austern herauslösen
und auf einem Sieb abtropfen lassen. Das Wasser aus den Schalen ebenfalls durch das Sieb gießen. Die Austern in das Wasser legen. Bis zur Weiterverarbeitung kühl stellen,
Besser ist es, die Austern erst zu öffnen, wenn die Füllungen schon zubereitet sind.
Die Schalen auswischen, um die Schalensplitter zu entfernen.
Eine Auflaufform dick mit grobem Salz ausstreuen.
Version 1 simpel:
3 EL Crème fraîche mit
einem Teelöffel klein geschnittenem Estragon (jetzt im Winter u.U. tiefgefroren),
einem Teelöffel oder etwas mehr Ricard/Pastis
und einer kräftigen Prise frisch gemahlenem Pfeffer verrühren.
Dazu dann noch ein oder 2 Esslöffel des Austernwassers geben.
Evtl. etwas salzen
Die Austernschalen in der Auflaufform auf das Bett von grobem Salz setzen.
Die ausgelösten Austern in die Schalen legen.
Mit der Estragon-Crème fraîche auffüllen.
Im vorgeheizten Backofen mit Grill überbacken bis die Crème gebräunt ist.
Version 2 etwas aufwändiger:
Tiefgefrorenen Blattspinat auftauen, ausdrücken und etwas zerkleinern
1 Schalotte schälen und sehr klein würfeln
1 Knoblauchzehe schälen und sehr klein würfeln
1 EL Butter in einer kleinen Pfanne oder Kasserolle schmelzen,
Zwiebel und Schalottenwürfel, darin anbraten, ebenso den aufgetauten Spinat.
Mit einem oder 2 Esslöffeln Ziegenfrischkäse verrühren, pfeffern und salzen.
Ein wenig Muskat schadet auch nicht.
Das Ganze mit etwas Noilly Prat ablöschen und noch ein oder 2 EL Austernwasser einrühren.
Austernschalen auf ein Bett aus grobem Salz in eine Auflaufform setzen.
Spinatmasse dazugeben.
Mit etwas geriebenem Käse (bei mir war das Parmesan) bestreuen
und im vorgeheizten Backofen unter dem Grill etwa 3-4 Minuten gratinieren.
Serviert wurden die Austern mit einem kräftigen Körnerbrot , bestrichen mit gesalzener Butter aus Frankreich.
Experiment geglückt.
Beide Versionen haben uns sehr gut geschmeckt. Wir werden das Ganze auf jeden Fall wiederholen und noch variieren.
Dazu müssen wir nur mal wieder an die französischen Atlantikküste zwischen Bretagne und Baskenland kommen.
Zum Einsatz kommt dann wie schon bei anderen überbackenen Muscheln, der Omnia.
Im deutschen Wattenmeer findet man übrigens auch Austern. Aber da das gesamte Wattenmeer Naturschutzgebiet ist, ist dort das Austern sammeln streng verboten. Wie mir allerdings ein Wattführer auf Sylt erzählte, fällt darunter nicht das Essen einzelner Austern direkt im Watt.
Also sollte man zu solchen Wanderungen ein stabiles Messer mitnehmen.



Mai 2020
Februar 2018
