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Die Büchse mit Ravioli bleibt zu, heut' ist Markttag

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Aretousa
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Wir haben keinen Senf mehr

permanenter Linkvon Aretousa am 06 Jun 2017 23:11:27

„Wir haben keinen Senf mehr!“





„Na gut dann fahren wir schnell mal ins Elsass.“



So ähnlich hörte sich das bei uns letztes Jahr im August an.
Dabei kann man den Maille Senf, den wir fürs Kochen bevorzugen, in fast jedem Lebensmittelgeschäft kaufen, auch im Edeka, der gerade mal 500 m von unserem Haus entfernt ist.
Ins Elsass dagegen, nach Wissembourg oder Lauterbourg sind es 180 km.
Rechnung:
In Frankreich kostet das Glas 1,21€, bei Edeka 2,59€. Geht man von den Fahrtkosten auf schnellsten Weg dorthin aus, die etwa 40€ betragen, mache ich ab einem Einkauf von 30 Gläsern Gewinn..........

Natürlich gab es eine solche Rechnung nie, und einen Grund ins Elsass zu fahren, hatten wir sowieso,
Eintrittskarten für das Summerlied Festival in Ohlungen bei Hagenau, wo wir an Mariä Himmelfahrt, Feiertag in Frankreich, zum Konzert des Harfenisten Alan Stivell wollten.

Da bot es sich doch an, gleich ein paar Gläser Senf mitzubringen.



Also geht es früh an einem heißen Augustsamstag los Richtung Elsass.
Als wir gegen 13 Uhr in Weißenburg/ Wissembourg ankommen, werden gerade die letzten Wochenmarktstände eingepackt. Irgendwie habe ich es noch nie geschafft, hier den Wochenmarkt zu besuchen.








Die Lokale haben alle ihre Flammekuchenöfen nach draußen gestellt und an den Tischen vor allen Lokalen herrscht Hochbetrieb.








Uns zieht es zum Restaurant du Saumon, da sitzt man schön unter Bäumen im Schatten und zusätzliche Markisen sind auch ganz angenehm.








Unser Mittagessen besteht aus seinem Salat mit Räucherlachs, der zusätzlich mit Coque (Herzmuscheln) garniert ist und den wir uns teilen.





Danach freuen wir uns jeder über eine Tarte flambée classique.





Beim Bummel nach dem Mittagessen finden wir eine Eisdiele mit sensationell günstigen Preisen, jedenfalls für französische Verhältnisse.





1 boule oder elsässisch
1 kogle 1,30€ und unsere Lieblingssorten Cassis und Menthe gibt es auch.

Danach muss ich mich aber beeilen, denn ich brauche ja noch einen Lebensmittelmarkt, wo es den richtigen Senf gibt und natürlich auch noch eine Boulangerie artisanal.





So, Einkauf erledigt, es kann weitergehen.


Uns zieht es Richtung Saverne am Rhein-Marne Kanal. Ich habe von einem neuen Stellplatz gelesen, der kontrovers diskutiert wird, den will ich mir ansehen.

Aber zunächst halten wir im Ort Hunspach. Da gibt es ausgesprochen schöne Fachwerkhäuser zu bestaunen.











Und eine Bäckerei gibt es hier auch.





Als wir dann weiterfahren überlegen wir, ob wir wirklich unbedingt nach Saverne fahren müssen. Das sind immerhin noch mehr als 60km und es ist sehr heiß. Wir entschließen uns, am nächsten Kreisel zu drehen und nach Hatten abzubiegen.
Da gibt es einen kostenlosen Stellplatz mit V+E am Musée de L'Abri (Bunkermuseum) an der Ligne Maginot. --> Link








Das Mueum hat noch offen, aber für eine Besichtigung fehlt uns die Lust.
Abends stehen wir auf dem Parkplatz sehr ruhig. Und wir machen noch einen Besichtigungsgang durchs Dorf.
Im Heimatmuseum beim alten Rathaus gibt es Musik und Flammekuchen. Auf den verzichten wir, schließlich gab es schon einen zum Mittagessen. Aber wir trinken ein Glas Wein unterhalten uns mit den Deutschen und Franzosen am Tisch und besichtigen die zusammengetragenen, alten Gerätschaften.








Dann schauen wir noch nach dem nächsten Bäcker, wir wollen ja auch am Sonntagmorgen frisches Brot zum Frühstück, und ziehen uns schließlich ins Wohnmobil zurück.


Am nächsten Morgen fahren wir nach dem Frühstück, bevor die zahlreichen Besucher und Sonntagsausflügler den Parkplatz stürmen, weiter.





Zunächst geht es nun nur knapp 6 km weiter nach Betschdorf. Dort suchen und finden wir die V+E in der Nähe vom Schwimmbad, einer Schießsportanlage, dem Sportplatz und einem Storchenpark in der Rue du Bannholz.












Wir entsorgen und tanken auch noch ein paar Liter Wasser. Der Service ist kostenlos. Ob man dort auch ruhig übernachten könnte, wissen wir nicht. An diesem Sonntagmorgen ist der Lärm von der Schießsportanlage jedenfalls schon ziemlich störend.


Als wir dann bei der Weiterfahrt einen Hinweis auf das Fête du Charolais bei der Domaine Hoeffel in Walbourg sehen, steht unser Sonntagsmittagsziel fest und Saverne hat keine Chance mehr.
Schließlich müssen wir ja am Montag wieder in die Gegend, in der wir uns gerade befinden.
Also suchen wir bei der Domaine einen Parkplatz am Straßenrand und schauen uns die Charolaisrinder an.










Ein Stall wurde ausgeräumt, jetzt kann man dort essen und trinken. Und Musik gibt es auch.
Und logischerweise nehmen wir auch unser Mittagessen dort ein.

„Le Délice du Charolais“ ein köstlicher Rinderbraten mit Rotweinsoße.





Die Speisekarte ist hier im Grenzgebiet natürlich zweisprachig.






Natürlich nehmen wir auch noch ein Kilo Fleisch, für das nächste Boeuf Bourguignon zu Hause, mit.


--> Link







Am frühen Nachmittag landen wir dann in Uttwiller zur Fête de la Brezel. Den Hinweis hatten wir morgens in der Tageszeitung gefunden.





Parken muss man außerhalb. Das Dorf ist vollkommen für den Autoverkehr gesperrt und es handelt sich um einen riesigen Flohmarkt.
Hans- Werner wühlt glücklich an einem Schallplattenstand und findet natürlich auch was.





Und Brezeln gibt es auch.








En reconnaissance de sa liberté retrouvée, le boulanger offrait chaque année aux enfants le jour du messti ces fameuses bretzels.

In Anerkennung seiner gewonnenen Freiheit, bot der Bäcker jährlich den Kindern am Messtitag die berühmten Brezeln.




Von der Legende der Brezel ...

... von Jacqui Hoff, den Präsident des Sport und Freizeit Verband Uttwiller.

In den Tagen von Jacques Barbet wurde der Bäcker von Ingwiller Dorebaek im Turm von Bouxwiller im Gefängnis eingesperrt weil er öffentlich die Maîtresse des Grafen verleumdet haben sollte.

Jacques Barbet erklärte sich jedoch bereit, den Verurteilten zu begnadigen, wenn er innerhalb von drei Tagen einen Kuchen vorlegen könnte , durch den es möglich wäre, dreimal die Sonne zu sehen.

Der junge Jörg Beilstein aus Uttwiller, mit „herkulischer Kraft“ versehen , kam am Gefängnis vorbei, hörte die Geschichte von Dorebaek und wollte seinem Freund helfen. Er brach eine Stange aus dem Gitter des Gefängnisses, drehte daraus eine Brezel und gab sie dem Bäcker.

Die Legende sagt, dass Dorebaek, aus Dankbarkeit für seine Befreiung, und um Barbet zu verhöhnen, jedes Jahr zur Kirchweihfest, den Kindern Brezeln schenkte.

... das Fest der Brezel

Jedes Jahr am zweiten Sonntag im August findet in unserem Dorf die traditionelle Feier der Brezel statt.

Ein authentisches Fest, das es wert ist besucht zu werden.
Von mir frei übersetzt.



Da wir ja nun nicht mehr nach Saverne wollen, suchen wir uns einen Parkplatz am Rhein- Marne Kanal in der Gegend von Hagenau.
Beim dritten Anlauf landen wir bei einer kleinen Marina.





Es ist alles von PKWs vollgeparkt, aber es ist davon auszugehen, dass die Parksituation gegen Abend für uns besser wird.
Also stellen wir erst mal das Wohnmobil ab und machen eine ausgiebige Radtour Richtung Strasbourg.




Unterwegs gibt es leider keinerlei Bewirtschaftung, so drehen wir irgendwann um und machen es uns beim inzwischen umgeparkten und schön am Kanal stehenden Wohnmobil gemütlich.





Nachts ist es, trotz einer nicht weit entfernten Eisenbahnstrecke, ausgesprochen ruhig.


Am Montagmorgen (Mariä Himmelfahrt) macht sich H-W wie üblich auf die Suche nach einem Bäcker, findet aber keinen. Verhungern müssen wir natürlich trotzdem nicht.
Wir haben frische, eingefrorene Brötchen dabei und unser Omnia darf sie aufbacken.

Nach dem Frühstück geht es dann erst mal nach Hagenau. Auf einer Touristenkarte haben wird den Hinweis auf eine V+E gefunden. Wir haben bei der Suche allerdings keinen Erfolg.
So fahren wir dann nach Ohlungen, wo das Festival Summerlied stattfindet, zu dem wir für diesen Tag Eintrittskarten haben.








Es ist noch früh am Tag, alle Parkplätez noch leer, so dass wir uns ein schönes Plätzchen, nahe am Festivalgelände bei Sport- und Tennisplätzen suchen können.
Heiß ist es übrigens immer noch.
Nachdem wir uns dann ausgiebig umgeschaut haben, gab es erst mal Rigatoni mit Pesto zum Mittagessen.





Und später suchen wir dann das Festivalgelände auf.



Gleich geht’s los.

Vorherrschende Sprache ist hier das Elsässische. Kindern werden Geschichten in ihrer Heimatsprache erzählt, es gibt viele Aktionen, alles ist zweisprachig, Französisch und Elsässisch, ausgeschildert und beschriftet.





Das Ganze findet alle 2 Jahre mitten im Wald und auf einer Lichtung statt. Sehr angenehm.





Und ich trinke zum ersten Mal den allseits beliebten Aperitiv
Pikon- Bier. Schmeckt erstaunlich gut.








Wir besuchen mehrere Konzerte. Besonders gut gefällt mir das Konzert einer Gruppe die unter dem Namen „La nuit d'encontre“ auftrat.
„Treffen in der Nacht“ könnte man es übersetzen.





6 Franzosen bestreiten das Konzert, alle aus den Gegenden Frankreichs in denen außer Französisch eine eigene Sprache gesprochen wird.
Eine Bretonin, ein Elsässer, ein Baske, eine Corsin, eine Frau aus Occitanien und ein Vertreter von Réunion.
6 ganz unterschiedliche Kulturen vereint auf der Bühne. Sehr beeindruckend.

Als letztes besuchen wir dann noch das Konzert des Harfenisten Alan Stivell, bekannt aus der Bretagne, aber da haben wir es noch nie geschafft, ihn zu sehen.
Das Konzert war sensationell.
--> Link








Am Dienstag geht es dann wieder nach Hause. Ein letzter Baguetteeinkauf, eine Tageszeitung, in der allerdings nocht nichts vom letzten Konzert des Abends steht, das war den Leuten von der Zeitung dann wohl schon zu spät.
Ein wenig umständlich geht es zur Autobahn, dann über die Pfalz nach Hause.

Senfnotstand beendet.




Und ganz aktuell: Alan Stivell tritt in diesem Jahr in Paimpol in der Bretagne beim Festival Chants de Marins auf. --> Link
Wir haben alle vagen Urlaubspläne für den Sommer über den Haufen geworfen. Es geht in die Bretagne.

P.S.
Hans- Werner hat mir erlaubt, einige seiner Fotos zu benutzen. Von ihm stammen vor allem die gelungene Konzertaufnahmen.

Liebe Grüße
Lena :francais:
2 Kommentare 24129 mal betrachtet
Kommentare

RE: Wir haben keinen Senf mehr

permanenter Linkvon Lancelot am 08 Jun 2017 11:03:36

Aretousa hat geschrieben: Senfnotstand beendet.


Uff - gerade nochmal gut gegangen ... :rofl:

Sehr schöner Trip, sehr schöner Bericht .. :gut:
Servus,

Wolfgang
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RE: Wir haben keinen Senf mehr

permanenter Linkvon Aretousa am 19 Jun 2017 14:43:12

Vielen Dank Wolfgang, du bist ein treuer Leser meines Geschreibsels.


Am Wochenende schockte mich das Kaufland mit seinem Werbeblättchen.





Boah, sollte ich jetzt evtl. kein Argument mehr für eine spontane Fahrt ins Elsass haben?
Aber- Entwarnung. Das Angebot gilt für 200ml Gläser.
Die Gläser, die ich im Elsass kaufte haben 360ml.


Derzeit gibt es bei uns sehr viel Salat mit einer Vinaigrette:
Z.B.


Nizza Salat=Salade Niçoise




Oder auch ein sehr aromatischer Salat unter anderem mit Rote Beten, Johannisbeeren, Romanasalat und Rucola












Die Vinaigrette kommt immer erst auf dem Tisch an den Salat.

Lediglich so Zutaten wie die Bohnen oder die Rote Beten werden vorher mariniert.
Liebe Grüße
Lena :francais:
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Aretousa
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