
Vor Jahren fuhren wir ausgesprochen gerne und regelmäßig in den Herbstferien nach Südtirol.
Unter anderem waren wir auch in Kaltern am Kalterer See.
Schöner Ort und noch schönere Gegend.


Zum Mittagessen musste es natürlich Gutes aus der typischen Küche dieser Gegend sein.
So bestellte ich mir dann auch Zwetschgenknödel.

So lecker!
Gerade im Moment habe ich noch Zwetschgen im Haus.
Die sind in diesem Jahr eine Rarität. Genauso wie die Apfelernte ist die Pflaumen- und Zwetschgenernte äußerst schlecht ausgefallen.
In unserem Lebensmittelgeschäft gibt es seit Wochen keine Zwetschgen mehr. Der Händler auf dem Markt erklärt das damit, dass die Obstbauern die raren Früchte nur noch selbst verkaufen und nichts mehr an Lebensmittelgeschäfte und andere Wiederverkäufer abgeben.
Da ich also in der glücklichen Lage bin, noch Zwetschgen zu haben, gibt es heute Zwetschgenknödel nach dem Marillenknödelrezept, welches in jedem Sommer mindestens ein- oder zweimal nachgekocht wird.
Ich überlege, ob das Rezept auch im Wohnmobil umzusetzen ist und denke schon, wenn man nicht mit allzu viel Mehl um sich herum alles einstaubt.
Bevor ich mich mit der Knödelherstellung befasse, koche ich eine Vanillesoße. Fein mit Dr. Oetkers bestem Pulver, wohnmobilkompatibel, zu Hause darf es auch eine selbstgemachte Soße sein.
Nachdem alles sorgfältig nach Anleitung erledigt ist, kommt die Soße erst mal zum Kaltwerden auf die Terrasse. Ab und zu umrühren, sonst bildet sich eine Haut.
Nun zu den Knödeln:
Im Kühlschrank habe ich noch einen Quarkrest, der kommt zum Einsatz.
Das Ganze soll keine Hauptmahlzeit werden.
Ich rechne also mal grob um:
175g Quark
90g Mehl
1-2 Eigelb
1-2 EL Öl,
Ich entscheide mich für 1 Eigelb und 2 EL Öl.
Das vermenge ich ausgiebig mit einer Gabel, bis ein Teig entsteht. Das geht sehr gut, ein Küchengerät ist nicht nötig. Der Teig darf ruhig eine Zeitlang stehen.
Nun werden Zwetschgen entkernt. Ich denke, für 10 dürfte der Teig reichen.
Die Zwetschgen werden dann mit einem Stück Würfelzucker gefüllt.
Einen Rest Zwetschgen mit etwas Zucker und ganz wenig Wasser zu Kompott kochen.
Ein Teller (oder die Arbeitsplatte) mit Mehl bestäuben.
Dann jeweils einen Löffel voll Teig nehmen, auf dem Mehl plattdrücken, etwas auseinanderziehen und um eine Zwetschge hüllen. Schön gleichmäßig und ohne Löcher.
Das geht recht einfach, komplizierter ist das Fotografieren, ohne den Fotoapparat mit dem Teig außer Gefecht zu setzen.
Nun einen relativ großen Topf mit Wasser aufkochen, das kochende Wasser ein wenig salzen und die Knödel hineingeben.
15 Minuten kochen lassen.
Inzwischen etwa 80 g Butter in einer Pfanne schmelzen, 2-3 Esslöffel Zucker hineingeben, danach dann noch etwa eine Tasse Paniermehl dazugeben. Übrigens selbst gemacht aus trockenen Baguetteresten. Wir leben hier noch ausgiebig von und mit Überbleibseln aus dem Urlaub.
Das Butter-, Zucker-, Semmelbröselgemisch gut vermischen und miteinander erhitzen. Allerdings dabei die Temperatur wieder runter drehen, das Ganze soll nicht zu stark karamellisieren.
Nun die Knödel aus dem Topf heben und die Pfanne mit den Bröseln geben. Wenden und in alle Richtungen drehen.
Und nun die Vanillesoße, das Zwetschgenkompott und Knödel anrichten.
Als Nachtisch reichen 2 Knödel vollkommen.
Als Hauptgericht z.B. nach einer leichten Gemüsesuppe dürfen es auch 3 oder 4 Knödelchen sein.
Hat ausgesprochen gut geschmeckt.
Und jetzt habe ich noch mehr Lust, Herbsturlaub in toller Umgebung mit deftiger Küche zu machen.



Mai 2020
Februar 2018