Das war 2019
Ausgerichtet wird sie von den Jungwinzern der Weinlagen zwischen Zwingenberg und Heppenheim. Und jedes Jahr wandern da bis zu 30.000 gutgelaunte Menschen bergauf und bergab und freuen sich, dabei zu sein und an den aufgebauten Ständen essen und trinken zu können.
Alles ist bestens organisiert und gut ausgeschildert.
An jedem der 7 Stände darf man seinen Plan abstempeln und wenn man die ganze Strecke geschafft hat, hat man etwa 18km hinter sich.
Es fahren Pendelbusse vom Anfang zum Endpunkt und umgekehrt, so dass man gut wieder dahin zurückkommt, wo man z.B. sein Wohnmobil abgestellt hat.
Wir sind in den letzten 20 Jahren sehr oft bei dieser Wanderung mitgewandert.
Mit Freunden zusammen, nur mit der Familie oder auch zu Zweit.
Hungern musste niemand und ab und zu gab es auch exotische Verpflegung.
Zwischendurch ein erholsamer Wald
und herrliche Ausblicke
Schnell noch den letzten Stempel abholen
Dann gab es für uns die Belohnung für die Strapazen, die Einkehr beim Griechen auf dem Zwingenberger Marktplatz.
Nur wenige Meter entfernt parkte unser Wohnmobil an der Melibokushalle , wo wir dann auch immer übernachtet haben.
Ach ja, geregnet hat es auch ab und zu mal.

Mai 2010
Da wurden die Tische und Bänke einfach umfunktioniert.
Wie wir alle wissen ist 2020 alles anders und damit fiel auch die Weinlagenwanderung an der Hessischen Bergstraße aus.
Sehr schade.
Aber wir wohnen ja in einer sehr schönen Gegend, wo man auch gut wandern kann und somit haben wir uns überlegt, eine private Weinwanderung (ganz allein zu zweit)
zu veranstalten.
Weinlagen gibt es hier allerdings nicht. Aber Wälder und Wiesen und Felder.
Wein wächst auch an unserem Haus und um Waldmeister zu finden, müssen wir unser Grundstück auch nicht verlassen.
Kurz nach 10 Uhr am ersten Mai marschieren wir also los, mit gut gefülltem Rucksack. In Ermagelung von Bergsträßer Wein haben wir solchen aus Rheinhessen dabei, von unsrem Haus- und Hoflieferanten Winzerfamilie Stumpf vom Kastanienhof in Undenheim.
Nachdem das mit dem Weinstand auf unserem Wochenmarkt und dem Ausschank des Weines nicht mehr so möglich ist, kommen die Leute auch gerne und bringen den Wein zu uns nach Hause .
Es ist bewölkt aber nicht kalt, jedoch ziemlich windig.
Zunächst geht es direkt von unserem Haus aus auf den Rad- und Fußweg zum Nachbardorf Holzheim.
Ein Blick zurück
Außer uns sind nur ganz wenige Leute unterwegs.
In Holzheim, wir sind nun in Rheinland-Pfalz, steht die sehens- und besuchenswerte Ruine der Burg Ardeck.
Der nahe Bach heißt Aar und darf nicht mit dem Fluß Ahr, bekannt durch seinen Rotwein, verwechselt werden.
Da könnten wir uns orientieren.
Hier finden regelmäßig Festspiele statt.
Über Treppe und Fußweg, wer Bensheim kennt, fühlt sich direkt an einen Weg dort, über den die Weinlagenwanderung auch geht, erinnert, geht es hinunter in das Dorf.
Da wollen wir jetzt aber nicht hin.
Alte und neue Häuser gibt es zu bestaunen.
Die Dame erinnert uns daran, wieso wir hier unterwegs sind.
Noch ein Blick zurück zur Ardeck.
Maiglöckchen gibt es hier auch.
Wir stoßen dann auf die Aar
und die verwilderten Gleise der ehemaligen Aartalbahn.
Seit vielen Jahren wird über die Wiederbelebung der Strecke Diez-Wiesbaden nachgedacht. Noch ist kein Erfolg in Sicht.
Am Sportplatz Holzheim finden wir direkt am Vereinsheim ein Plätzchen für uns und legen die erste Rast ein.
Nichtbespieltwerden scheint dem Rasen gut zu tun.
Weiter geht es über den ziemlich verwaisten Aartalradweg.
An normalen Sonn- und Feiertagen herrscht hier sehr reger Radverkehr.
Wir kommen nach Flacht und Nierderneisen, sehen Blumen und schöne Kirchen und

gestrandete Container
und nebenbei den Ein oder Anderen, der dringend einen Haarschnitt nötig hätte.
Die erste Nacktschnecke des Jahres, die uns allerding nicht überholt, sondern nur unseren Weg kreuzt.
Und Gespinnstmotten waren hier auch schon am Werk.
In einem nahen Garten wachsen Artischocken.
Während wir zwischendurch schon mal Sonnenschein hatten, zieht es sich nun zusammen und vor Oberneisen
flüchten wir bei einem Schauer unter eine nicht sehr dichte Kastanie.
Der Regen hört bald wieder auf und endlich sehen wir auch mal einen Weinstock und auch Kirschen hängen schon am Baum.
Weiter geht es über den steilen Kirchberg, so heißt auch eine der Weinlagen in Bensheim,
an schönen Toren und Ruinenresten vorbei,
hoch zur Rundkirche Oberneisen.
--> Link
Leider waren wir noch nie in dieser Kirche, da sie evangelisch und außer zu Gottesdiensten und z.B. Konzerten nicht geöffent ist. Auch heute können wir sie nicht besichtigen.
Etwa 2,5 km unterhalb sehen wir das Kalkwerk Schäfer in Hahnstätten.
Dort befindet sich der tiefste Punkt des Landes Rheinland-Pfalz. Und zwar die 12 Meter über dem Meeresspiegel befindliche Sohle des Kalksteinbruchs (Laybruch) -Stand August 2017-
Da kamen wir vor einer Woche bei einer Wanderung schon vorbei. Deshalb machen wir heute diesen Umweg nicht.
Aber nur wenige Meter von der Rundkirche entfernt stehen die Überreste einer alten Burg, die schauen wir uns an.
Offensichtlich handelte es sich im 14. Jahrhundert um eine große, hohe und bedeutende Burg eines uns bis dahin unbekannten Adelsgeschlechts.
Wir haben inzwischen den Aartalradweg verlassen und wandern nun weiter auf dem Aarhöhenweg,
auf dem wir in Holzheim schon mal waren.
Durch weite Felder und Wiesen geht es zunächst wieder abwärts
dann aber stetig bergauf, denn unser nächstes Ziel ist der höchste Punkt unserer Wanderung, der Mensfelder Kopf.
Auf einem großen Bauernhof mit Pferden wäre heute ein Hoffest gewesen, mit Barbecue und Kaffee und Kuchen wäre kein schlechter Rastpunkt gewesen.
Noch Einer der mal wider zum Frisör müsste.
Wir kommen vorbei an herrliche blühenden Apfelbäumen, dieses Jahr hat wohl kein Frost die Ernte schon im Voraus zunichte gemacht.

Und dann geht es durch einen lichten Buchenwald,
typisch für den 1. Mai,
mit vielen Walderdbeeren
zunächst zum Sportplatz auf dem Mensfelder Kopf.
Auch da müssen wir mal wieder rasten,
Gewarnt wird vor freilaufenden Kindern, sind aber nur wenige da......
Damit keiner ein paar Baumstämme mitnimmt, wurden sie fein numeriert.
Dann steigen wir die letzten Meter zur Spitze und einer Bank zum Ausruhen hinauf.
Hier ist es sonnig und angenehm, wir haben eine herrliche Rundumsicht übers Limburger Becken.
Laut Wikipedia sind wir hier 313,7 m hoch. Ich glaube Hans-Werners Uhr zeigt uns andere Zahlen an.
Limburg liegt im Schnitt 117m hoch.
Hier oben ist eine ganz außergewöhnliche Heidelandschaft mit entsprechendem Bewuchs. Davon sieht man Anfang Mai aber noch nicht viel.
Nach ausgiebiger Rast, während der wir natürlich noch das eine oder ander Gläschen von unserem Wein zu uns nehmen, machen wir uns an den Abstieg. Immer bergab spüren wir jetzt so langsam unsre untrainierten Gelenke.
Zwischendurch ziehen sich noch einmal Wolken zusammen und wieder finden wieder eine Bank unter einer Kastanie, als es zu regnen anfängt. Danach geht es aber weiter, erst auf asphaltierter Straße, dann über unebene Feldwege.
Ein Blick zurück und nach fast 20km sind wir wieder bei unserem Haus.
Es war eine sehr schöne und unterhaltsame Tour.
Bei der Nachbarin wachsen schon wieder die ersten Feigen.
Zu Hause haben wir uns griechische Meze vorbereitet,

eine gute Alternative zum Griechen auf dem Zwingenberger Marktplatz.
Und zwei Tage später komme ich auch schon wieder ohne größere Schmerzen in unseren Keller.



Mai 2020
Februar 2018




