Nach dem Frühstück packen wir das SUP aus. Franz kommt rüber und stellt uns seinen kleinen Kompressor zur Verfügung, der an den Zigarettenanzünder angeschlossen wird. Er stellt den Kompressor auf 1200 PSI ein, dann beginnt lautstark der Aufpumpvorgang, der anschließend automatisch abschalten soll. Das Ganze dauert zwar länger als mit Muskelkraft aufzupumpen und es macht auch mehr Lärm aber es ist kraftsparend und man kann in der Zwischenzeit Kaffee trinken und sich unterhalten.
Während ich paddel, macht Gert eine Radtour um den Col de Babao und nach Bormes-les- Mimosas.
Nach meiner sportlichen Betätigung fahre ich mit dem Rad nach La Londe und kaufe im Fischgeschäft Doradenfilets. Zum Abendessen gibt es Fisch mit einer Gemüse-Reispfanne.
Es ist Gewitter mit Regenschauern vorhergesagt aber kein Wind. Wegen der Gemütlichkeit (wie Gert es nennt) lassen wir die Markise draußen.
Etwas Kopfzerbrechen bereitet mir unser Kompressorkühlschrank, der Anstalten macht abtauen zu wollen. Ich überlege kurz, ob ich an der Rezeption noch Strom ordern soll aber Gert beruhigt mich: „Morgen, wenn die Sonne wieder scheint, laden die Batterien wieder auf“. Sein Wort in Gottes Ohr. Bei der Abendtoilette fällt mir auf, dass das Licht im Bad auch nur noch schwach brennt. Die LEDs im Schlafbereich leuchten jedoch wie immer. Ich lese noch lange. Augen zu und durch. Morgen scheint ja wieder die Sonne.
Donnerstag, 8.9.2022
Gegen halb fünf in der Früh klopft Martin heftig an die Kastenwagentür. Er steht mit einem anderen Nachbarn vor uns im Regen und weist uns darauf hin, dass der Starkregen unsere Markise hat einsacken lassen, sie würde den Wassermassen nicht mehr lange Stand halten. Beim französischen Nachbarn sei bereits das gesamte Gestänge verbogen. Wir lassen erst einmal das viele Wasser von der Markise ablaufen, lösen die Sturmsicherung und kurbeln das klatschnasse Ding ein. Alles ist noch ganz. Glück gehabt.
Dafür haben wir kein Licht und der Kühlschrank hat auch seine Tätigkeit eingestellt. Er blinkt rot und hat inzwischen vollständig abgetaut. Kein Kühlschrank, kein Licht, kein Schlaf. Ich räume den Kühlschrank leer und wische ihn gründlich sauber. An Schlafen ist eh nicht mehr zu denken, also schauen wir uns den CP um uns herum an: Der Weg zum Strand steht vollständig unter Wasser, manche Leute sind damit beschäftigt, ihre Markisen zu reparieren, andere ziehen Gräben um ihre Zelte. Vorne steht ein Facilitymanager knietief im Schlamm und schaufelt den Abfluss frei, damit die Pumpen wieder laufen können. Selbst als es hell wird, steht noch ein großer „See“ auf dem Weg.


Um 8 Uhr ordern wir an der Rezeption Strom, holen Brot im kleinen Supermarkt am Platz und frühstücken. Die Kastenwagenwelt ist wieder in Ordnung. Anschließend machen Elke und ich eine Paddeltour.

Nachmittags radeln wir nach La Londe zu unserem Lieblingsmetzger und kaufen Haché für Hamburger. Vom Rest Hackfleisch bereiten wir gleich noch ein Chili für morgen vor.
Beim Abendessen erreicht uns die Nachricht: Die Queen ist tot.
Freitag 9.9.2022
Wie schön entspannt, wenn alles funktioniert. Heute wird gepaddelt, gelesen, gegessen, gerätselt (4 G) und mit den Nachbarn geklönt (5 G).


Samstag, 10.9.2022
Nach dem Frühstück bricht Gert zu einer längeren Radtour auf, die ihn von Bormes-les-Mimosas über die Route des Crètes nach Le Lavandou zurück nach La Londe führen soll.
76 km.



In der Zwischenzeit radel ich nach La Londe zum Einkaufen und bummel ein bisschen durch den Ort. Zum Nachmittagskaffee gibt’s vom besten Bäcker in La Londe Erdbeertörtchen und Apfeltaschen.
Heute ist zu starker Wind, sodass die Surfer mal wieder an der Reihe sind. Wir vermissen Martin, der schon vor einer gefühlten Ewigkeit zum Surfen aufgebrochen ist. Als er zur zurück ist, erzählt er, dass er sich bei der Auswahl seines Segels verschätzt habe und es nicht aus eigener Kraft zurück an Land geschafft habe. Sein Surfkumpel aus Füssen habe ihn zurück an Land gezogen.
Wir haben rechts neben uns neue Nachbarn. Holländer. Zunächst wirken sie freundlich interessiert und erkundigen sich, ob es hier Kinder gäbe. Ich verneine. In unserer Ecke eher nicht. Sie atmet auf. In gebrochenem Deutsch meint, sie, dass das gut sei, denn sie hasse Kindergeschrei. Na toll.
Während sie noch untätig herumsteht um eine geeignete Parkposition zu finden, bitte ich sie, ihr Gatte möge zu unseren Hecktüren genügend Abstand halten, da wir ansonsten den BusBiker nicht drehen und demzufolge die Hecktüren nicht öffnen können. Daraufhin meint sie nur kurz: „Wenn nicht passt, fährst du halt bisken vor“.
Wir? Vorfahren? Das ganze Geraffel ab und umbauen und neu ausrichten? Außerdem stehen wir genau richtig und wollen auch den Nachbarn zur anderen Seite, Heinz und Eva nicht zu dicht auf die Pelle rücken. Bei der piept es wohl.
Sie entscheiden sich dann offensichtlich anders und parken ihren weißen Brummer diagonal. Gar nicht schlecht, denn so haben wir keinen Blickkontakt. Weiter vorne stehen offensichtlich Bekannte von ihnen aus Belgien. Ab nun pendelt die unerzogene Gruppe stets quer über andere Parzellen, um den Weg abzukürzen, wenn sie sich gegenseitig besuchen.
In mir reift der Gedanke, auf Youtube nach Kinderlärm zu suchen und das Ganze dann morgens oder abends laut abzuspielen. Die anderen finden meine Idee echt gut. Abends sitzen wir noch bei Elke und Franz im Wohnwagenvorzelt und klönen.
Sonntag, 11.9.2022
Die Vorbereitungen laufen zwar schon seit einigen Tagen aber heute ist es soweit. Der Tag des großen Events ist da. Nicht für uns CP Gäste sondern für „Les amis du maîre“. Hier trifft sich heute der Verein „Freunde des Bürgermeisters“ zum Sommerfest. 640 geladene Gäste finden sich an den zwischen Tischtennisplatten, Supermarkt, Bar und Sanitärgebäude aufgebauten Tischen und Stühlen zu einem mehrgängigen Menu ein. Bereits am frühen Morgen um 7 Uhr sind die Sanitärbereiche und der Spülbereich so blitzeblank wie nie. Es riecht frisch und sauber nach Sagrotan. Ich bin gespannt, ob wieder genauso gründlich gereinigt wird, wenn die Gesellschaft weg ist.



Wir entgehen dem Trubel und radeln nach La Londe. Dort ist heute Markt und der ist wunderschön.



Am Nachmittag fahren Elke und ich SUP. Gert und Franz begleiten uns mit den Kajaks.

Vor dem Abendessen spielen Gert und Franz bis zu Einbruch der Dunkelheit Dart.


Montag, 12.9.2022 bis Mittwoch, 14.9.2022
Wir verbringen die Tage mit paddeln, schwimmen, einkaufen. Bei Chateau Bastidon machen wir eine kleine Weinprobe und kaufen Rot- Rosé- und Weißwein.




Donnerstag, 15.9.2022
Vorletzter Tag auf CP le Pansard mit einem herrlichen Sonnenaufgang.


Das Meer ist zu stürmisch. Nach einem Paddelversuch, reinigen wir das Board und lassen es in der Sonne trocknen. Gert macht mit Elke eine Paddeltour in Richtung Fort de Brégancon.

Ich schlendere nochmal über den Platz und knipse ein paar Fotos


Wir beginnen mit dem Zusammenräumen und bereiten uns auf den Abschied vor. Abends gibt es eine leckere Pizza aus der CP-Pizzeria.

Freitag, 16.9.2022
Zeitig schaffen wir es zu frühstücken und sind schon vor 8 Uhr abfahrbereit.
Über die Autobahn geht es zunächst nach Bédoin zu den Vignerons du Mont Ventoux.


Hier ist die Weinlese bereits in vollem Gange. Die Winzer liefern ihre Ernte ab. Auf der Landstraße tuckern die kleinen Traktoren mit ihren roten Anhängern vollbeladen mit Trauben.








Weiter geht es über Landstraßen nach Nyons. Hier decken wir uns mit dem guten Olivenöl aus den schwarzen Tanchéoliven ein.


Unterwegs legen wir kurze Stopps ein um preiswert zu tanken.
Um 19.30 treffen wir in Louhans auf dem WoMostellplatz ein. Es ist merklich kühler geworden und wir frieren. Da Gert keine lange Hose dabei hat, erübrigt sich ein Besuch des netten Städtchens mit den Arkaden.



Samstag, 17.9.2022
Heute können wir noch preiswerter tanken in Louhans. Diesel für 1,525 €. Wir sind die Ersten an der kleinen Tankstelle unweit des Wohnmobilstellplatzes.

Wir fahren die Autobahn bis Mulhouse. Dort kaufen wir im Supermarkt Grillgut für den Abend und Crème Brûlée für zuhause ein und kommen in den Genuss noch ein letztes Mal billig zu tanken.
Gegen 18 Uhr erreichen wir den Wohnmobilstellplatz am Wildpark in Schwarzach, wo unser diesjähriges Treffen der Kastenwagenfreunde (um es genauer zu nennen, die Gruppe „Kastenwagen und Freunde“) stattfindet. Es regnet und es ist kalt aber das tut der Stimmung keinen Abbruch.

Heute Nachmittag wurden hier fleißig verschiedene Kuchen in den Omnias zubereitet. Schade, dass wir das verpasst haben.

Anschließend grillen wir und dürfen es uns -ob des starken Regens- auf der überdachten Terrasse des Kiosks gemütlich machen.


Sonntag, 18.9.2022
Wir werden vom aufs Blechdach prasselnden Regen geweckt. Das Frühstück findet im Kastenwagen statt. Nachdem wir uns von allen verabschiedet haben, entsorgen wir und machen uns auf den Heimweg.
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